Archive for the ‘DiscJamming’ Category

Club Cymbals

April 19, 2016

Ich war am Wochenende in Bremen, um im Trommelwerk eine schöne, zweitägige Masterclass zu geben. Dazu habe ich meinen neu zusammengestellten „Club Beckensatz“ mitgenommen, featuring:

3x Hihats
22“ Lo Pitched Hats (Meinl Sand Crash-Ride, 22“ Meinl Extra Dry Thin Ride)
8“ TR-Hats (Meinl Candela Bell + 8“ Meinl Safari Splash + OneShot-Shaker),
Meinl Cabasa-Hat

3x Textur
18“ Swell & Crash (Meinl Vintage Crash)
20“ White Noise Pulse (Jazz Thin Ride mit Sizzle Kette)
White Noise/Reverb Tails aus dem Laptop (e604 via RME Babyface ins Ableton, gesteuert mit NI F1)

Hier in Bild und Kameraton (gefilmt/fotografiert von Nalan Music | Art Photography), etwas DiscJamming zur „Groove Armada„:

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PS. Die Workshop-Reise geht bald weiter, nächster Stopp „Berlin“:

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a unique blend of INSTRUMENTal hip hop AND ELECTRONIC muSic

Juni 24, 2015

Habe gerade Shigeto entdeckt und freue mich über die Kombi von Musikproduzent und Schlagzeuger.

Und doppelt darüber, dass der Herr Saginaw dies auf der Bühne auch genauso auslebt!

Spannend finde ich auch seinen Entweder/Oder-Aufbau: Computer (Manipulation) oder Trommeln zum Track.

everyone is a DJ!

März 19, 2015

Ich hatte im Rahmen der Cebit zwei interessante DJ-Gigs.
Am Montag durfte ich mich (im Anschluss an unsere „A Coral Room“ Performance) auf den geschmackvollen DJ-Mix von Matthias Vogt und Jan Hagenkoetter trommelnder Weise draufsetzen, sozusagen als overdubbender Menschlichkeitsfaktor bzw. als visuelle Energie-Komponente. Da die ausgewählte Musik über ausreichend Information im Basstrommelbereich verfügte, habe ich mich auf Snare, Hihats, zwei Becken und etwas Kleinperkussion beschränkt.
Eine derartige Session macht total Spaß und wirkt nachhaltig: nicht nur, dass man hochkonzentriert der (meist unbekannten) Musik folgen muss (um ihre Formteil-Wechsel oder den Übergang zum nächsten Track) zu erahnen, tatsächlich wird dabei das Bewusstsein für Spannungsbögen und die rhythmische Schichtarbeit bzw. die Orchestrierung der einzelnen Parts gestärkt.
Dank des anschliessenden Crashkurses im USB-DJing (Formatierung des USB-Sticks, Rekordbox bei Pioneer, Traktor auf USB) habe ich mich ziemlich auf den Mittwoch Abend gefreut, wo ich im Anschluss an den „Hattler“ Gig noch ein wenig auflegen sollte.

Ich würde mich nie als DJ bezeichnen, dafür gerne als „Selecta„. Als jemand der seine Lieblings-Tracks zusammenstellt und mit diesen Perlen das Publikum beflügeln will. Dass die Geschmäcker sehr unterschiedlich sind ist mir völlig klar, aber dass dann einige Menschen schon während der ersten Minute konkrete Vorschläge machen, einem ihr Mobiltelefon anbieten, dringendst „Ace of Bass“ oder was Lateinamerikanisches hören wollen, vor allem aber ein deutliches „hey, ich kann (und will) gerade echt nicht reden“ hartnäckig ignorieren, ist mir ein Tacken zu distanzlos. Vermutlich hat andernorts der alles bedienende „Hochtzeits DJ“ einen derartigen Standard etabliert und/oder die Bereitschaft sich auf etwas Neues einzulassen, ist völlig verloren gegangen?

Das ist mir zu anstrengend und Ich bin gottfroh, dass beim öffentlichen Schlagzeugvorspiel noch nicht derart aktiv mitgeredet wird wie beim Auflegen!
Jetzt noch ein schickes Foto (von Daniel Baak) und (zumindest nach außen hin) ist alles cool…

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Bertil und Oli @ Meinl Drum Festival 2010

Juli 7, 2010

Hin-und hergerissen, ob ich mir jetzt Deutschland-Spanien oder

>>>hier die ersten 26 Minuten ***

vom Meinl Drum Festival ansehen soll… entscheide ich mich für beides, denn ich bin sehr gespannt auf den Mitschnitt, da mich mein Computer an jenem wunderschönen Festival-Mittag kurz nach Auftrittsbeginn völlig überraschte*, indem er durch unvermittelt wahlloses Springen** die wenigen vorbereiteten Anker-Punkte zugunsten eines völlig freien Jams verdrängt hat. Heisst so viel: zack, raus zum Tandem-Sprung… aber Gott sei Dank mit einem Fallschirm voller elektronischen Möglichkeiten:

Also: Bertil hatte sein konsequent Tour-freundliches Computer Setup mit dabei, bestehend aus Macbook Pro, Ableton Live /Max for Live/NI Software und einem Motu Traveler Audiointerface, sowie den Controllern Lemur, Monome, Roland SPD-S und Wiimote und einem Kaoss Pad 3 Effektgerät. Insgesamt vier Mikrosignale werden gesplittet, durch den Traveler zum Rechner geschickt, dort dann wahlweise effektiert oder geloopt. Das SPD-S wird als reiner MIDI Controller verwendet, für verschiedene Befehle oder zum triggern virtueller Instrumente.

Auf meiner Seite gab es die Möglichkeit, das akustische Snare-Signal durch ein im Tempo anpassbares Echogerät zu schicken, wahlweise mit oder ohne Harmonien vom EHX Vocoder. Oder es mit viel und dubbigem Hall zu belegen. [Wie das alles funktioniert, erkläre ich hier.]

Dann hatte ich eine Bass-Abteilung am Start, einmal die Acidlab Bassline (- um phatte Basssequenzen zu filtern bzw. ein „Summer of Love“ Flair zu verbreiten -), sowie folgendes Kick-Trigger-Konstrukt: Ein Bassdrum Trigger (Roland RT10-K) wird bei Bedarf durch ein Volumenpedal aktiviert. Dieser Impuls wird zur Jomox Mbase (einem analogen Synthbass) geschickt, dann mittels Boss Space Echo um eine Achtel nach hinten versetzt ( – jetzt erklingt er in den Groovelücken – ) und schliesslich mit der Oto Machine Biscuit klanglich durchgeknetet. [schau!]

Für synthetische Schlagzeugklänge wurden zwei Roland SPD-S aufgebaut. SPD-S Nr.1 war ausschliesslich für die Boom Bass Drum zuständig, die ich durch Schläge auf das silberne e-Cymbal auslösen konnte. Das zweite Gerät schmuggelte seine Samples zum Teil in die Line6 Echo-Linie, zum Teil durch den Bassline Filter.

Meine Computer Ecke (Macbook Pro, Motu Traveler, Ableton Live/Effectrix, Launchpad) war von der technischer Seite her Clickgeber und für die MIDI-Synchronität von mir und Bertil bzw. von Click und Bassline zuständig, klanglich als digitaler Plattenkoffer gedacht: mit dem Lauchpad Controller wähle ich Musikschnippsel aus und verarbeite diese wie ein DJ in Echzeit zu etwas Neuem.

Dass wir beide auf ein schlankes akustik Kit als Basis aller Stromexperimente bauen, vertiefe ich jetzt ausnahmsweise nicht…dass am wichtigen Ende der Kabel ein kompetent und aufgeschlossenen Tontechniker saß, muss laut lobend erwähnt werden (Merci, Georg Feltes)!

An dieser Stelle noch einen heissen Dank an die Firma Meinl für die Einladung und langjährige Unterstützung (seit 1996!!!) und ’ne tiefe Verbeugung vor den Initiatoren dieses beeindruckenden Festivals (- im Speziellen vor Norbert Saemann und Stephan Hänisch). Applaus:

Weitere Festival Berichte folgen…

*PS: Wenn man sich auf das Spiel mit der Elektronik einlässt, gehören Unvorhergesehenes, Abstürze und ein erhöhter Zeitaufwand mit dazu. Das ist manchmal doof, oft aber auch bereichernd und bestimmt der Grund, warum die Club-Kultur so unterschiedliche und facettenreiche Macher hervorbringt…

**PPS: bin die Fehlersuche noch nicht angegangen, aber zufällig wurde heute das Ableton Update 8.1.4 ins Netz gestellt 🙂

*** Teil 2 & Teil 3

USt Videos

April 14, 2010

Toll. Jetzt sind die Videomitschnitte der geheimen Fernsehshow „Uwe Schenk trifft…“ hochgeladen und anschaubar: einmal Oli solo, Oli und Fola Dada und zwei Filme mit der USt-Band (Teil 1, Teil 2).

Nachdem ich hier die Technikdetails erklärt habe, drösel ich nun mal das verspielte Musikmaterial auf:

– In meinem Solo wurden dank Ableton Fragmente folgender Tracks zu musikalischen Legosteinchen des interativen DiscJamming…
Martyn „The Only Choice“ / Trus’me „Browns“ / Norman Conners „Anyway You Want“ / Beastie Boys „Intergalactic“ [95bpm]
Qunatec „Lunar Orbiter Version“ / Abu Zeluf / Daft Punk „Daftendirekt“ / Phoenix „Fences“ [120bpm]
Diana Ross „Tenderness“ / Modeselktor „I love you“ [126bpm]
Loops in [128bpm] und Fola mit Barbara Tucker’s „I get lifted“ und Ruffneck’s „Everybody wants to be somebody“
J Dilla „Bye.“ [90bpm]

– Für das Bandset kam die Inspiration bzw. der ein oder andere A-Teil von:
Soundgarden „Black Hole Sun“ [Teil 1]
Bernard Wright „Spinnin'“
Netzer „Muddy“
C.O.D. „In the Bottle“
Phlash & Friends feat Shea Soul „Running“
Masters at Work „Get up“ und Gwen McRae „Funky Sensation“
Underworld „Rowla“ [Teil 2]
Cobblestone Jazz „Slap The Back“

DJ Drumming bzw. I get lifted

April 7, 2010

Habe gestern den Mitschnitt von der wirklich runden „Uwe Schenk trifft…“ Show bekommen und stelle mal zwei Soloschnippsel ein: lupenreines Alleinhaltertum, sowie das Spontan-Acappella von Fola Dada:

Für die Aufnahme gab es ein Overheadpärchen, Kick-Mikro und eine von mir zusammengemischte Elektroniksumme (in Mono). Später wurde noch das Gesangsmikrofon geöffnet – das war’s.

Für die Freaks:
Mein Setup ähnelt dem dort beschriebenen, mit folgenden Unterschieden:

– aus Platzgründen habe ich auf das Roland E-Drum (SPD-S) verzichtet, dafür kam die Acidlab Bassline in gewohnter Funktion öfter zum Einsatz.

– den Tama Drumsynth habe ich durch die kompaktere Jomox Mbase ersetzt. Zudem wurde das Ende der Kicktrigger-Kette durch den tollen Biscuit abgerundet, sprich: die Kick wird bei Bedarf getriggert, dieser Impuls wird zum Synthbass, welcher durch das Boss Space Echo um eine Achtel nach hinten versetzt und mit der Oto Machine (Biscuit) gefiltert wird.

– die Reverbshots generiere ich aus dem akustischen Snaresignal. (Mein Snare-Mic wird gesplittet: eine Schnur fürs Vocoder-Echo, eine für den Hall…)

– für die Ableton-Rhythmusbearbeitung wurde vor allem das Effectrix PlugIn verwendet

OK, jetzt zum Abschluss noch etwas House-Nostalgie und der Frühling wird tanzend begrüßt…

drum and bass

Dezember 25, 2009

Eine Facette meines Berufes, nämlich die des „Alleinunterhalters“ (- zu erleben auf diversen Schlagzeuger-Treffen oder in dem ein oder anderen Tanzlokal -) begibt sich auf neue Pfade. Bin ich in diese Rolle bisher gerne als DJ-Drummer (1, 2, 3, 4) reingeschlüpft, möchte ich nun – mit der Bestellung einer Acidlab Bassline 2 – die Möglichkeiten des Trommler und Bassisten in Personalunion ausloten.

Da ich mir das Spieltempo eigentlich nicht von der Maschine diktieren lassen möchte, kreisen die Gedanken derzeit intensiv um kompakte Lösungsansätze, die Bassschleifen MEINER Geschwindigkeit anzupassen. Jetzt stolpere ich doch zufällig in SchneidersBüro über das vielversprechende Midi Clock Tab Tempo Pedal der Firma Plyotec. Es nennt sich 3-4-one.

Somit stelle ich mein erstes Ziel für 2010 unter die Überschrift „analoger Alleinunterhalter“ und denke dabei an folgendes :

Klang und Ästhetik meines akustischen Schlagzeug werden mit Vocoder-Delay, Hall, Kicktrigger und Hanclap modernisiert. Der 303 Klon steuert (verdreh-und tempotapbare) Bass-Linien bei. Vielleicht schicke ich abschliessend die komplette Elektronik-Summe noch durch meinen Vermona Filter… bin gespannt, wie es funktionieren wird!

Lehrertage

Dezember 15, 2009

Ich habe nichts getrunken, außer hochdosiertem Magnesium auch keine Drogen konsumiert (OK: der Holzboden des Konzertsaal ermöglichte bei der Erde zugewandtem Kopfnicken LSD typische Halluzinationen), dennoch fühle ich mich nach zwei dicht komprimierten Teachertagen wie im Rausch.

Klar, es gab unheimlich viel tollen Input – vier Highlights: 1. die beeindruckende Performance von Johannes Fischer beim Eröffnungskonzert (vor allem: Georges Aphergis‘ „Le Corps a Corps“), 2. durch den Verstimmungstrick von Manni von Bohr kann ich zukünftig beim Gig den Charakter der Snare durch Drehen nur EINER ( – der Sechs Uhr – ) Stimmschraube verändern, 3.ich habe mich sehr gefreut, Udo Dahmen seit langem mal wieder zu sehen und zu erleben, er erzählte mir auch Anekdoten aus seiner elektronischen Phase, 4.angesprochen auf seine Ideenvielfalt und persönlichen Stil erklärte René Creemers lapidar: >>wenn die anderen rechts abgebogen sind, ging ich links<<. Nice!

Und es war eine intensive Drummer’s Night. Mein Part dabei: die immense Energie von Randy Black aufzugreifen, weiterzuführen und irgendwie Trommeln und „Auflegen“ zu verbinden, beziehungsweise nahtlos zur Party im Felsenkeller überzuleiten…
Meine akustische Trommelabteilung ist nach wie vor eine übersichtliche Mischung aus Kick, Snare, Hihat und zwei Blechen, diversem Stock-und Auflagenmaterial, die maßgebliche Steuerung der elektronischen Facetten findet links von der Hihat auf dem Pedaltrain statt; dieses Effekt-Brett „rastet“ auf einem (mittlerweile acht Höheneinheiten hohen SKB) Rack ein und klettet folgenden Möglichkeiten an sich: Delay Spielereien, Reverb-Shot, Clap On/Off, Ableton-Fernbedienung.

Jetzt zum elektrischen Signalfluss unter der Lupe:
* Snaretrigger
Auf dem Snare-Rim klemmt ein Roland Trigger (RT-10T), der bei jedem Snare-Schlag zunächst im Simmons MTX-9 ein Handclap-Sample, anschliessend (weil durchgeschliffen) im Tama Drumsynth (Techstar TS-206) einen längeren, rauschenden Ton erzeugt. Der Clap lässt sich mit dem Volumenpedal zuschalten, der Tama-Ton driftet permanent in einen laaaangen Echoraum (Alesis Microverb II), wird aber nur durch Drücken des grünen Knopfes nach draussen geschickt, um dort als „Reverb-Shot“ einen Bezug zum Dub-Genre zu schaffen.
*Kicktrigger
Auch die Bassdrum hält einen Roland-Trigger (RT-10K). Dieser generiert eine fetten Analogsound im zweiten Kanal des TS-206, der durch Aufdrehen des Volume-Potis zugemischt werden kann.
*Mikrofon
Das Snare-Mic wird auf dem Boden durch den EHX Vocoder vorverstärkt, gelangt von dort über einen On/Off-Fuss-Schalter (die Little Lehle A/B Box links neben des Hihatpedals) ins Line6 DL-4 Delay. Dort wird das Signal getappt und/oder verdreht, gegebenenfalls auch (mit dem roten Knopf) gemutet/gecuttet.
Als besonderes Schmankerl aktiviere ich den Vocoder (der einen geloopten Akkord aus dem Ableton geschickt bekommt), worauf hin die Echo-Wiederholungen nun auch Harmonien transportieren.
*Midi Controller
Die Ableton-Live-Software (Version 7) auf dem abseitig positionierten 13″ Mac Book Pro ist das Tonträgerherz und wird mit einem Novation Launchpad ferngesteuert. Hier habe ich mir eine USER-1 Seite mit diversen Tools zusammengestellt (schau!), um spontan und DJ-like ein paar schöne Tracks vermischen zu können. Die so entstehende Stereosumme, ein intelligent mitlaufender Clicktrack, sowie der Extra-Kanal für den Vocoder werden mit einem Motu Traveler verteilt.
*Mischpult
Schlussendlich liegen an meinem Behringer-Rackmixer RX-1602 fünf Kanäle für den finalen Publikums-Mix an: Ableton-Summe, e-Kick, Handclap, Reverb-Shot, Echo.

Jetzt noch einen herzlichen Dank an Manuela Müller für die erläuternde Fotografie und an Andrea für ihre Photoshop-Sprechblase:

PS:  meine „Joy Division Reminiszenz“ hat jetzt auch olfaktorische Qualitäten; denn das politisch korrekte Meerwasserspray war leider zu leise, so dass ich notgedrungen die Dose mit dem Billig-Deo einsetzen MUSSTE… Sorry, Sorry an alle Versuchskanninchen: nächstes mal gibt’s was nach Patrick Süßkind’s Geschmack!

PPS: wer ebenso wie ich Oliver Mann’s Workshop zum Thema „Internet Marketing für Schlagzeuger“ verpasst hat, kann sich seine Zusammenfassung hier durchlesen.

Goldregen

August 4, 2009

gelbrain1

gelbrain4

gelbrain3

Also: ein Farbregen über die unwichtigen Bildbereiche und ich plauder etwas über das elektrische Nähkästchen, die Stromabteilung meines Goldrain Sets:

A Kanal 1
Ganz rechts (Bild 1), auf eine transportfreundliche Rack-Wanne geklettet, siehst du die Klangerzeuger der elektronischen Kick (Jomox M-Base01 und das Boss Space Echo RE-20), plus Volumen-Pedal als On/Off-Schalter bzw. Booster. Getriggert wird mit dem FatKat Pedal.

B Kanal 2
Auf dem Snare-Rim klemmt ein Coron Drumsynthesizer, dessen bei jedem Snare-Schlag generiertes Signal in den laaaangen Echoraum (Microverb II) driftet und erst durch Drücken des grünen Knopfes nach draussen als „Reverb-Shot“ erklingen darf.

C Kanal 3
Das Snare-Mikro wird auf dem Boden durch den EHX Vocoder vorverstärkt, gelangt von dort über einen On/Off-Fuss-Schalter (die A/B Box links neben des Hihatpedals) ins Line6 DL-4 Delay. Dort wird das Signal getappt und/oder verdreht, gegebenenfalls auch gemutet/gecuttet (mit dem roten Knopf).
Als besonderes Schmankerl aktiviere ich den Vocoder (der einen geloopten Akkord aus dem Rechner/Ableton geschickt bekommt), worauf hin die Echo-Wiederholungen nun auch Harmonien transportieren.

D Kanal 4
Im SPD-S E-Drum habe ich mir verschiedene Vocal-Samples, Chord-Hits, Claps und e-Percussion zurechtgelegt. Die Summe läuft in den analogen Filter Vermona DAF-1.

E Kanal 5/6
Der Computer steht irgendwo ausserhalb des Bilds. Egal, denn die Ableton-LiveSoftware wird mit dem Evoltion X-Session Controller ferngesteuert. Mit zwei Tasten (auf und ab) navigiere ich mich durch die vorbereiteten Szenen (harmonisch kompatible Loops, Songs).
Zur Bearbeitung der Stereo-Summe habe ich mir noch folgendes zurechtgelegt:
drei Tasten dienen als EQ-Killswitch für Bässe, Mitten, Höhen, ein Drehregler steuert einen DJ Filter, ein anderer die Länge des Hallraums. Die Stereosumme, sowie der Extra-Kanal für den Vocoder werden mit einem Motu Traveler verteilt.

Die fünf elektronischen Stränge (A-E) werden in dem Behringer Pult (RX-1602) in Balance gebracht, summiert und anschliessend via Aphex Limiter (Dominator 722) begradigt auf die PA geschickt.
Schliesslich lege ich Wert auf verlässliche Kabel und eine aufbaufreundliche Logistik; dabei helfen mir Sommercable (Danke!), eine Patchbay und das hochkant aufgestellte Rack.

Dieses Setup ermöglicht mir ein freies, interaktives, intuitives Spiel mit der Elektronik. Und beziehe ich die akustische Seite (Kick, Snare, Hihat, Crash, kreatives Schlag-und Schüttelmaterial) mit ein, falle ich in die spannende Doppelrolle des DJ-Drummers.

Spannender Signalfluss

April 3, 2009

Bin einer sehr verlockenden Einladung nach Basel gefolgt: seit 4 Jahren gibt es dort jeden Donnerstag die fünfstündige Radiosendung, die livingroom.fm Radioshow, inklusive ausgedehntem Essen, Kulturtalk und Live-Set – fernab jeglicher Formate. Ich hatte Bock auf eine persönliche DiscJamming– Runde, sprich auf alleinunterhaltendes Auflegen und Trommeln in Personalunion, und einen anschliessenden Jam mit dem Resident DJ. Also wurden die Player (Ableton und iPod) bestückt und ein Effekt-E-Drum in die Koffer gepackt. Erst vor Ort habe ich mich dann einen Signalfluss entschieden:

Meine drei Stereo-Klangquellen (Laptop, iPod, SPD-S) werde in einem Kleinmischer zu einem Stereo-Kanal für das lokale DJ-Pult vorgemischt und zusammengefasst. Die aufgelegte Musik kommt vom iPod und vom Rechner in Form von Songs, Tracks und vorbereiteten Loops. Ableton Live wird zusätzlich auch als beatlose Ambientmachine eingesetzt. Getrommelt wird elektronisch: aus dem SPD-S gehe ich diesmal Mono raus, zuerst ins Line6 Delay, von dort in den Vermona Filter und zum Schluss ins MicroVerb. Mit diesem Gerät kann ich mein Signal schließlich zweikanalig entlassen.  Delay und Filter werden mit der linken Hand bedient, ein laaaaanger Hall wird bei Bedarf via Fußschalter übergestülpt.

Energie & Attitude haben mir dann doch auch öfters etwas Schüttelperkussion in die rechte Hand geschmuggelt – obwohl ja kein Mikro da war, um diese Sounds in den Radiomix einzubetten. Völlig egal, denn im Club empfand ich es als stimmig…

Letztlich war es ein super Musik-Abend: eklektisch und dennoch stimmig, ähnlich dem bunten Line-Ups eines typischen schweizerischen Festivals!

Ich möchte jetzt noch ein Zitat von Sophie Hunger anhängen, das ich im Kundenmagazin der DB zufällig entdeckt habe. Denn als ich vormittags den Zug bestieg fühlte mich überhaupt nicht ausreichend vorbereitet, hatte diverse Unbekannte und Risikofaktoren mit im Gepäck, verschiedene Konzepte standen zwar im Kopf, wurden aufgrund massiven Zeitmangels einfach nicht ausprobiert… Jedenfalls kam mit diesen Zeilen prompt wieder eine relaxte Grundstimmung zurück:

>>Ich erfreue mich daran zu spielen. Das ist der Beginn von allem: Sachen erfinden wie ein Clown. Spielen, so wie Kinder. Die kennen keinen Zweifel, sind vollständig mit sich – und bei sich.<<

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