Archive for the ‘Downtempo’ Category

The Gospel

Februar 23, 2020

Die Autobiografie von Steve Lukather steht schon eine Weile im Regal – war direkt nach Erscheinen ein ganzer heißer Tipp von Wolfgang Haffner.
Jetzt endlich gibt es Zeit und Muse dafür – und ich bin, Kopfhörer und Spotifiy in Reichweite, mittendrin im LA der Siebziger und Achtziger, vor allem gebannt von den vielen tollen Porcaro Stories.

>>The other guy who hung around us was Roger Linn. At the time, he was Leon Russel’s guitar player and engineer and a very tech-minded guy, so naturally befriended Steve [Porcaro]. One day, Roger called Steve up and told him that we all had to come over to his place. We went round to Roger’s apartment, and he had set up on the living-room table this Roland box that was ripped apart with soldering irons and shit coming out from the sides of it. Roger had has us sit on the couch and pressed play, and out of this box came the sounds of a snare and kick and hi-hat, playing 4/4 time. Right there, Roger had invented the prototype Linn drum machine. Now, as the drummer among us, Jeff was horrified. He leapt up off the couch, violently shaking his head, and shouted at Roger, ‚This thing can never leave this room – we have to destroy it!'<<
(Steve Lukather „The Gospel“ Constable 2018, Seite 70f)

Im weiteren Verlauf der Geschichte arbeitete Steve P.  mit Roger an der Ausstattung der Linn LM-1 mit (>>involved in the process of hooking a clock up to the same kind of machines so that synthesizers could be run to it<<) und 65 Seiten später erzählt Lukather die Geschichte von Bensons „Turn your Love Around“, einem Schnellschuß zu dem Jeff Porcaro die LM-1 programmierte – und der ganz nebenbei, 1982 mit einem Grammy geehrt wurde.

Auch ein schönes Bild in meiner Vorstellung, die Randnotiz zur Jam-Supergroup „Phux Snot“ mit Carlos Vega, Lenny Castro, Mike Landau, Will Lee und Eddie Van Halen.
>>In 1992, we played a single-night stand at the Baked Potato. The word got out inadvance and something like 4000 people lined up on the street outside, trying to get in to a hundred-seat club.<< (Seite 95)
Ebenso: >>It was a great dinner. Afterwards George [Harrison] said we should all go to Jeff Lynne’s house and have a jam. Holy fuck, yeah… So Jeff welcomes us – he really is one of the nicest cats ever and now a friend – into his studio. Bob [Dylan] picks up a bass, I grab an acoustic guitar, George grabs a Rickenbacker twelve-string (Beatles style); and there’s [Jim] Keltner on electric drums and Lynne on keyboards.<< (Seite 242)

Ganz anderer Sound, dafür doch eher mein Evangelium: die Platten von Fila Brazillia. Die wurden jetzt allesamt ins Bandcamp gestellt und Steve Cobby (die eine Hälfte des Duos) erzählt im FB verschiedene Anekdoten dazu.

lucky to be a weirdo tonight

>>The vocal sample that the tune was titled after was from a Peanuts and Charlie Brown LP that was purchased from Oxfam. We never really bought into the idea of only sampling from classic RnB or Soul and much preferred sifting through the rammel on offer in second hand shops than taxing classic soul or funk tunes. Not that we didn’t do that as well, but we liked the challenge of melding curveballs into righteous work.<<
Steve Cobby FB, 14.02.20

Wahltag

September 24, 2017

Es nicht selbstverständlich die freie Wahl zu haben. Gleichzeitig ganz schön schwer, sich klar zu positionieren. Aber immens wichtig!
Und deshalb muss ich an diesem Tag unbedingt auch ein paar schöne Tracks raussuchen…

Tracklist:
John Scofield „Just don’t want to be lonely“
Chris Dave & Drumhedz „That Reggae Shit“
KUF „Gold (Vinyl version)“
Siriusmo „Wow (Modeselektor edit)“
Boysetsfire „Handful of Redemption“
Squarepusher „My Red Hot Car (Girl)“
Dhafer Youssef „Digital Prophecy“
Hamilton Bohannon „Southafrican Man“
Hans Nieswandt „Hörerwünsche II“
Lionel Loueke „Ife“
Robert Schumann „Sym N2 Ut Maj Op61/Adagio Espressivo (3eme Mvt)“
Miles Davis „Cobra“
Billy Ocean „Nights Feel Like Gettin’ Down“
New Sector Movements „Anthem“
The Police „De Do Do Do De Da Da Da“
DePhazz „Anchorless (Private Version)“

Und was das Ergebnis der Bundestagswahl angeht, so schreibt mir Friedemann Karig hier auf jetzt.de aus der Seele. Und auch den Ratschlag von taz Chefredakteur Georg Löwisch pinne ich hier hin: >>Wenn die AfD im Bundestag schäumt, sollten die anderen mit der Sachlichkeit einer Grundbuchratsschreiberin reagieren.<<

Wellenbewegungen

Oktober 29, 2015

Da ich mich ja seit diesem Jahr für’s Wellenreiten interessiere, tippe ich aus der SZ mal folgenden Satz ab:

>>»Sie scheinen eine große Freude an der Bewegung auf der Welle zu fühlen«, notierte Leutnant James King im Jahr 1779 in das Logbuch der dritten Pazifikexkursion von Kapitän James Cook. Als erster Europäer beschrieb King die Surfer auf Hawaii, schon vor fast 3000 Jahren haben Fischer in Polynesien angefangen, mit geschnitzten Holzbrettern und Kanus die Brandungswellen entlangzufahren. So alt ist dieser Sport. 1908 gründete der Autor Jack London in Waikiki den ersten Surfclub, nach dem Zweiten Weltkrieg kam das Surfen nach Europa.<<

Nebenbei stimmt mich Peter Brötzmann auf’s 46. Deutsche Jazzfest in Frankfurt ein:

Ich blende dann aber doch über zum „Little Black Book“ von der Groove Armada und lass mich in den Afro(e)beat des Openers fallen:

Das Album ist ganz schön oldschool und anachronistisch, aber ich bleibe dran! Erinnere aber heimlich nebenbei immer wieder an deren 1999er Album „Vertigo„. Denn das hatte mich damals echt umgeschmissen…

Mediature in Ton und Bild

Mai 12, 2015

Thierry Miguet (aka Wah Wah TV) hat ( W ) beim Konzert in Schorndorf mit mehreren Kameras gefilmt und bringt im Schnitt Musik und Bild perfekt in Einklang, lässt dabei den Zuschauer unsere Improvisations-Maschinerie wie durchs Mikroskop betrachten. Danke!

PS. >>Weiter als beim Duo ( W ) kann sich die Gitarre nicht von dem entfernen, was die meisten von ihr erwarten<< (wie Rezensent Michael Riediger unser Konzert anlässlich der Jubiläums-Gitarrentage empfunden hat kann hier nachgelesen werden)

PPS. der Meinl Rawhide Shaker wurde mit einem Klettklebeband präpariert, auf dass er besser rauscht. DIY

PPS. die nächsten ( W ) Konzerte:
MI 20.05.15 Frankfurt, Fabrik
DO 18.06.15 mit Lichtkünstler K.L. Theinert, Mannheim, Popakademie
SA 04.07.15 
Schwäbisch Gmünd, Gmünder Art

A Ballad for Joe

September 15, 2014

DJ Friction erinnert im Facebook: >>Rest in peace Joe Sample. „A Ballad for Joe“ war die Grundlage für die Ursprungsversion von A.N.N.A.<<

Das Crusaders Original war aber auch die Sample-Grundlage für „Stars“ von Nightmare’s On Wax – im Zusammenklang geben beide Tracks das perfektes Spagat zwischen Jazz-Kapelle und gemütlichem Ibiza-Strandsofa. Genau aus diesem Grund hatte ich beide Titel neulich für die „De Phazz Private“ Gigs als perfektpassende Instrumentals ausgewählt…

privat & provinziell

August 25, 2014

Mit der neuen Baumgartner/Kraus CD im Gepäck, mache ich mich demnächst auf den Weg nach Berlin. Jetzt nur noch schnell dessen charmantes Etikett umbasteln, denn so passt es auch bestens für die kommenden DePhazz Private Gigs im A-Trane (Donnerstag 28.08. bis Samstag 30.08.): Das werden drei spannende Live-Mitschnitt-Konzerte – Achtung Vinyl! – mit neuen Arrangements und spezieller Besetzung, nämlich mit Pat Appleton (Gesang), Pit Baumgartner (Sampler & Dubs), Frank Spaniol (Bariton & effektierte Bassklarinette), Markus „Netzer“ Bodenseh (Kontrabass), Matti Klein (Rhodes), O.R. (Echodrums).

provincial_web provincial_echo

Quintolen

Juni 19, 2014

Ehrlich gesagt: Quintolen habe ich in meinem Trommlerleben noch NIE live gespielt, keine Ahnung ob ich es überhaupt könnte…
Bislang war ich auch immer der Meinung, dass diese Notenwerte irgendwie unorganisch wirken und vielmehr gewollt (Selbstzweck), aber ganz und gar nicht groovig tönen.

Aber man lernt ja dazu…

In letzter Zeit war hörte ich über das Phänomen Quintole aus verschiedenster Richtung: Peter Wölpl erzählte mir, dass es in der Popakademie gerade ein großes Thema wäre (siehe zum Beispiel „Queenz“ von der tollen Anika Nilles) und im Sticks 05/2014 Interview erklärt Florian Alexandru Zorn, dass es oftmals das quintolische Feel ist, das den diversen modernen Beats im Hiphop und R&B den abgehangenen, gebremsten (>>oft ist der Schlagzeuger hinter dem Beat, aber so ganz anders hinter dem Beat, als man das sonst gewohnt ist<<), stolpernden Ausdruck verleiht. Sloppy bzw. „in between„.
Mal bewusst und ausgecheckt, manchmal einfach „wonky“ aus dem Bauch heraus…

Das moderne Gitarrentrio

Januar 23, 2014

Duo (w)ird Trio. Dank Lichtkünstler K.L. Theinert und seinem Visual Piano! Auf Facebook gibt es ein erstes Demo-Filmchen.
Und Andrea hat den profanen Buchstaben auf königliches Niveau gehoben:

w_plakat_3_plain

 

Resonanzachsen

Januar 11, 2014

>>Resonanz ist gewissermaßen das Gegengift zur Beschleunigung: das Gefühl, sich mit der Welt verbunden zu fühlen. Der Widerhall der Welt, ein Moment, an dem alles Sinn ergibt […].<<

Für mich eine klare Aufforderung zu mehr Dubshots und für noch stärker entkernte Groove-Gerippe.

>>Resonanz ist die Antwort auf die Frage, die bei [Hartmut] Rosa im Zentrum seiner Forschungen steht – auch wenn sie für seriöse Wissenschaft ungewöhnlich klingt: Was ist gutes Leben? Und ist es unter den gegenwärtigen gesellschaftlichen Bedingungen überhaupt möglich?<<

Cutoff and Resonance + + + Zeit fürs und beim! Schlagzeugspielen = gutes Leben

Ich habe die beiden Sätze der heutigen Sonntaz (mit dem Schwerpunkthema Zeit) entnommen, aus dem lesenswerten Artikel „Momentan ist echt stressig“ von Oliver Hollenstein.

Mein W geht auf Reise

Januar 10, 2014

w-plakat_Q
…und sucht sich im Duo mit Peter Wölpl schöne Clubs zum Spielen.

W) sind also Oli Rubo(W) hinterm Schlagzeug, Peter (W)ölpl an der Gitarre, zwei Computer und eine fette Box, die den komplett improvisierten, elektrifizierten Sound – irgendwo zwischen, Ambient, Jazz und Club – nach außen trägt.
Hier eine erste Aufnahme aus dem Proberaum:

Und ein zweiter, mit den besagten Concert Toms 🙂