Archive for the ‘Timeline’ Category

nicht nur Hilfs-, sondern Stilmittel!

März 29, 2018

Die Ableton Abendschule hat einen schönen Artikel zum Thema Sidechain Kompression (und dessen zweiten Teil) hochgeladen, das folgende Video aus dem Ableton Trainer Umfeld widmet sich dem Sidechain Remixing:

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Sound des ersten elektronischen Schlagzeugs

März 14, 2018

Die Erschaffung des ersten elektronischen Schlagzeugs wird Graeme Edge (Drummer der Band The Moody Blues) in Zusammenarbeit mit Professor Brian Groves von der Sussex University zugeschrieben. Zu hören im Song „Procession“ aus dem Jahr 1971.


Dazu Graeme Edge: >>I’d got in touch with the professor of electronics at Sussex University, Brian Groves. We worked up an electronic drum kit, a marvelous idea. I had the control panel in front of me, it’s old hat now but we were the first to do it. There were pieces of rubber with silver paper on the back with a silver coil that moved up and down inside a magnet that produced a signal, so it was touch sensitive. I had 5 snares across the top and then ten tom-toms and then a whole octave of bass drums underneath my feet and then four lots of 16 sequencers, two on each side. There was a gap—to play a space—a tamborine, ebony stick, snare and three tom-toms. This was pre-chip days, back then you did it all with transistors. So it had something like 500 transistors. The electronic drums inside looked something like spaghetti. When it worked it was superb, but it was before its day, because it was so sensitive…<< [Quelle]

mehr als „nur“ Jazz

März 13, 2018

In der Nacht:
begeistertes „unboxing“ eines Meinl Pakets – derartige Konsumfilmchen sind ja eigentlich gar nicht mein Fall, aber hey, wenn ich ein neues Instrument auspacke und es sich sofort so anfühlt, als ob wir schon jahrelang zusammen wären, dann muss ich diesen Gefühlszustand kurz in die Welt raustrommeln!
Diese 15“ Byzance Hats hauen mich um, die können irgendwie alles, obwohl nur „Jazz“ draufsteht…

Jetzt am Mittag:
Kaffee, Honigbrot & Erland Dahlen. Johann Polzer hat mich erneut, eben mit diesem Gitarren/Schlagzeug Duo versorgt:

Notiz für mein thedrumsounds Archiv:
Das federnd aufgehängte Tambourin habe ich schon bei Jay Bellerose gesehen (aber ist es Eigenbau oder Industrieprodukt?); klasse Idee, ein brasilianisches Tamborim über die Beckeglocke zu stülpen; aha, ein wortwörtliches Glockenspiel.
Und die Schlitztrommel hat mein Sohn doch auch -> sofort ausleihen!!

Und weiter geht’s mit Luigi Russolos „Art of Noise“ Ansatz (aus dem Jahr 1913!!) und seinen selbstgebauten „acoustic noise generators“, den Intonarumori:

Luigi Russolo

>>howling, thunder, crackling, crumpling, exploding, gurgling, buzzing, hissing and so on…<<

Beckenglocken-Offbeat-Grooves

Februar 20, 2018

Mein Motorroller-Kaffee-Kuchen-Freund Michael Kersting ist ja eigentlich ein wandelndes Musiklexikon. Sprich, wenn von ihm eine musikhistorische Fachfrage kommt, wird mein Ehrgeiz und Forschungs-Feuer direkt angefacht. Und genau das passierte beim letztjährigen X-Jazz-Festival, als er davon erzählte, dass Thomas Stabenow sich mit Studierenden der Mannheimer Musikhochschule auf die Suche nach dem Ursprung der Beckenglocken-Offbeat-Grooves gemacht hätten. Klar, dass dabei die oder der „Allererste“ kaum auszumachen bzw. weniger spannend sei, als festzustellen, ab wann sich diese Spielart als selbstverständlicher Rhythmusbaustein unter Trommlern etabliert hat.
Für Michael beginnt die Klischee-Werdung mit einem Titel vom Mahavishnu Orchestra. Daraufhin wurde mächtig gebrainstormed, gemailt, gehört, schließlich der Meister selbst angeschrieben und nachdem Cobhams Antwortmail am Weihnachtsabend eintrudelte konnte ich mein Resüme zusammenschreiben, welches sich nun in der aktuellen Ausgabe des drums & percussion Magazins nachlesen lässt.

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Hier noch die im Artikel erwähnten Hörbeispiele:

Cream „Doing That Scrapyard Thing“ (1969) [Ginger Baker] https://www.youtube.com/watch?v=Opmjy7S6Oi8

Fairport Convention „Doctor of Physick“ (1970) [Dave Mattacks] https://www.youtube.com/watch?v=nF-BlScOruE

Led Zeppelin „Your Time is gonna come“ (1969) [John Bonham] https://youtu.be/FMKjmolSHCE

The Wailers „Soul Shake“ (1971) [Carlton Barrett]

Mahavishnu Orchestra „Noonward Race“ (1971) [Billy Cobham] https://youtu.be/GSv6SEN3SKo?t=1m34s

 

Howard Tate „She’s a burglar“ (1972) [Rick Marotta]

Led Zeppelin „Kashmir Live“ (1973) [John Bonham] https://www.youtube.com/watch?v=hW_WLxseq0o

Tower of Power „Get your feet back on the ground“ (1973) [David Garibaldi] https://www.youtube.com/watch?v=UJWuQ-QjFmE

Bob Marley „I shot the Sheriff“ (1974) [Carlton Barrett] https://www.youtube.com/watch?v=2XiYUYcpsT4

Banbarra „Shack up“ (1975) [John Cannon] http://www.whosampled.com/Banbarra/Shack-Up/

Billy Cobham George Duke Band Live in Montreux „Ivory Tattoo“ (1976) [Billy Cobham]
oHH:

China:

Stuff „Foots Live at Montreux“ (1976) [Steve Gadd]

Steely Dan „Peg“ (1977) [Rick Marotta]

Pat Travers „Off Beat Ride“ (Putting it Straight, 1977) [Nicko McBrain] https://www.youtube.com/watch?v=o0geC5Xmlj4

einladend

Februar 19, 2018

Mensch, was ein Wochenende! Peter und ich waren im Paderborner Umland unterwegs und haben viel Tolles erlebt: allen Voran, jene Macher, die, jenseits des Mainstreams, mit viel Zeit, Herzblut und guten Freunden die anderen Plätze zum Musik-Machen/Hören und Feiern geschaffen haben – Perlen, die entdeckt werden müssen, und dennoch gerne liegen gelassen werden, damit noch viele andere ebenso am Zauber partizipieren können.
Es waren beflügelnde „Wohnzimmer“ Gigs vor eins a Publikum und wir trafen tolle Typen: beispielsweise Carlos Albrecht, den Jungen von Kinderschokoladenpackung (?), das alle Sinne bediende Backstage-Koch-Pärchen, zogen aber auch museale Highlights aus dem Backline-Verschlag, wie das Sleishman Original (das erste Doppelpedal für die Kickdrum) – Reisen bildet und es gibt eindeutig auch die Helle Seite der Macht!

Wir fliegen übrigens weiter – kommt doch mit!
03.03. Mannheim, Eintanzhaus / 21.03. RO-Iasi, The Trumpets / 24.04. Dortmund, Domizil

Ach ja, pragmatische Erkenntnisse kamen ebenfalls zu Tage: Wie die wiederverschließbaren Kabelbinder (Yeah!) und zwei verschiedenfarbige Klebebänder, die mir ungemein helfen, die Micro-USB-Kabel meiner neuen Schaltzentrale (KMI K-Mix & BopPad) sinnvoll zu markieren. Danach wurde die Oberseite des BopPad-Steckers rot, wie sein Schutzengel, die breitere Unterseite, die bei der Ausicht des K-Mix zu sehen sein sollte, Disco-alike silberfarben…

PS. Wenn schon in der Gegend, mache ich selbstverständlich auf dem Weg ein kleines Ankündigungs-Video für das Paderborner Drums’N’Percussion Festival.

PPS. „Amatorski“ war auch neu für mich. Der Titel „Peaceful“ passt bestens zum Blog-Beitrag, geschneit hatte es auch, also dann…

smple

Februar 14, 2018

Ein kleiner Semesterferien Beitrag für Valentin: sollte es Dir langweilig werden, gäbe es hier noch einen guten Überblick zum Thema Sampling 🙂

>>Sampling is the use of someone else’s recording within your own to create something new. It can range from lifting sections of drums or other isolated instruments to entire musical ideas and right down to milliseconds of material. It’s such a common technique that we’ve developed instruments to solely perform this function, it’s studied at universities, there are even laws governing it and there are companies based around exploiting loopholes and workarounds.<< [Quelle]

Mein Hafen!

Februar 10, 2018

Erstaunlich, dass erst durch die runden Geburtstage immer wieder mal genauer nach hinten geschaut wird.
Nostalgie hin oder her, der Schorndorfer Club Manufaktur feiert heute seinen 50. Geburtstag. Und sollte ich meine Begeisterung für das Live Konzert verorten müssen, würde ich eben jenen Club meiner Heimatstadt benennen!

In diesem Keller sollte mein erster Schlagzeugunterricht stattfinden, irgendwann im Winter 197? (was aber durch nicht Erscheinen des Trommlers erstmal vereitelt und aufgeschoben wurde, schließlich 1982 mit der terminlich verlässlicheren Jugendmusikschule seinen Lauf nahm). Hier lernte ich dank meines Zweit-Vaters Walter den Inhalt des Begriffs „Club“ schätzen und hörte die unterschiedlichsten, aber immer FANTASTISCHEN Bands (von der „Jim Kahr Group„, über das elektrische „Mahavishnu Orchestra„, über „Juke“ – mit ihrem ins Headset singenden Drummer – bis hin zur „Blowbeat“ Offenbarung durch Rene Creemers).
Später gab es dann immer wieder Freikarten gegen Aufbauarbeit und dadurch durfte ich mich beispielsweise hinter Dennis Chambers kauern, mit dem Scofield-Bassisten im Anschluss ans Konzert gar Backstage-Pfannkuchen essen. Oder mich wundern, dass die DDR-Hardrock Kapelle „Berluc“ darauf bestand, sämtliches Equipment in den Keller zu tragen und aufzubauen, auch wenn der Drummer sich aufgrund der ungünstigen Konstellation von Stadion-tauglichem, aber zu hohem Drumriser, niederer Deckenhöhe und den beweglichen Moving-Lights daraufhin beim Spielen immer wieder mal ducken musste.
Und es gab unglaublich viele Sessions. Zu den ersten Schorndorfer Gitarrentagen wurde mein (blaues Champion) Drumset in den Club gekarrt: ich durfte kurz mit Michael Sagmeister jammen, etwas länger sogar noch mit Wolfgang Schmid und der tolle Kay Richter wurde am Ende der Woche vom Fleck weg in dessen Band beordert. Wow! Ich dachte mir: was ein Sprungbrett!
Während der letzten Schuljahre etablierte sich der Manu-Keller zudem als einzig vernünftiger Treffpunkt.
Und vor dem Umzug in den Hammerschlag gab es gefühlt dann keine Nacht mehr ohne Session – und das über mehrere Wochen. Längst mit Schlagzeug vor Ort. Quer durch alle Stilrichtungen und Niveaus – was für Erfahrungsschatz.

In den neuen Räumlichkeiten haben mich zwei Aufführungen nachhaltig beeindruckt: Steve Coltrane mit seinen Five Elements und Marie Boine mit Helge Norbakken. Als sich dann auch noch die Schlagzeug-Oase „Drums Only“ in der Stadt niederließ, gab es über das reine Konzertprogramm hinaus auch immer wieder mal Clinics im gutgepolsterten Kinoraum.

Und obwohl sich meine eigenen dortigen Konzerte bestimmt an beiden Hände abzählen lassen  (ich versuch’s mal: 1993 Intensive Care, Tonkatoys, 2000 El Houssaine Kili, 2007 Wolfgang Schmid’s Kick, mehrere Abschlusskonzerte der Gitarrentage, 2012 & 2013 Rubow/Koch), empfand ich den Laden immer als vertrautes Wohnzimmer.

Schade, dass ich heute nicht mitfeiern kann, dafür ein lautes HURRA aus Frankfurt! Und für weitere Nostalgieschübe wird im neuen Buch von Christoph Wagner geblättert…

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Kleiner Exkurs über die Geschichte der Zweitsnare

Dezember 30, 2017

Unter der Überschrift „Kleiner Exkurs über die Geschichte der Zweitsnare im Schlagzeug – Von der Side Snare zum Floortom mit Drähten“ habe ich für bonedo.de mal meine persönliche Variante dieser Geschichte aufgeschrieben.

Diese beginnt auf dem Feld und erstreckt sich im weiteren Verlauf in allen Frequenzen von links außen nach rechts – von Weckl und Mayer, über Will Calhoun, zu Flo Dauner, ?uestlove und Chris Dave, landet jedenfalls 2017 bei Anika Nilles und ihrem Tama Hybrid-Snare-Floortom…

Und da ich meinen Helden Billy Cobham nicht auf dem Schirm hatte, der schon 1980 mindestens drei Snares an allen möglichen Positionen aufgestellt hatte (danke, Mic Scharf!), reiche ich das Konzert von Jack Bruce & Friends ab dieser „einsichtigen“ Stelle nach:

audiovisuelle Infusiönchen

Dezember 4, 2017

Auch ’ne Möglichkeit den Montagabend gemütlich und lernender Weise zu begehen: Meine verchlorten Augen oszilieren zwischen taz (Glamrock!), Neue Musikzeitung (Krisen & Sonifikationen) und diversen YouTube, Soundcloud und Spotify Links bzw. einer Tippliste, die sich mein Beatbox- und Rapper Luis Baltes via FB erschlichen hat.

Gehört habe ich die Best of November Zusammenstellung des Soundcloud-Diggers (Sound Clavy) und die Scary Pockets Funk Versionen (hello Pomplamoose) diverser Smashhits. Da habe ich auch einiges tolles gesehen, beispielsweise die unterschiedlichen Gesichtsausdrücke und Körperhaltungen, die Bock und/oder Konzentration signalisieren, wie diese fantastisch klingende Zweitsnare tatsächlich ausschaut und dass sich mit dem Parameter Tonlänge eine ganze Menge Funk umsetzen lässt!

Sehr schön, wie smooth die jungen Leute heute wieder Funk trommeln können – eindeutig entweder klangbewusst oder videogeschult (hey, James Gadson):

Boa, what a shuffle feel!

erste Jazzaufnahme, erstmals Backbeat

November 27, 2017

Hundert Jahre Monk, hundert Jahre Oktoberrevolution, aber es ist auch ebenso lang her, dass das die erste offizielle Jazzaufnahme passierte.

Das habe ich gerade auf dem Vicfirth-Schlagzeuggeschichte-Zeitlineal entdeckt, wie auch das Geburtsjahr des „2 und 4“ Backbeats, dessen Datum die weitere Recherche auf Dezember 1947 vorverlegt (>>When Wynonie Harris‘ version of Good Rocking Tonight was cut in December of 1947<<).

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