Archive for the ‘Timeline’ Category

Caroline

Januar 21, 2019

Herr Vogelmann erzählt im FB die Geschichte der „Caroline“ Fußmaschine (deren bestes Detail für mich der Lederlappen zum Festnageln war).

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THE BRITISH PRESS WANTS YOU!!

Januar 7, 2019

Ich muss gestehen: trotz bester Ferienstimmung fehlt’s mir an Zeit.
Erst die dreistündige DLF Sendung über das Schlagzeug, jetzt noch die Basic Channel Story
Egal muss – sein – denn der Einfluss von Mark Ernestus und Moritz von Oswald ist massiv, auf mich: prägend! Und wenn die Dubtechno-Erfinder in der taz leidenschaftlich als „See aus Rhythmus und Sound“ beschrieben werden und das große Portrait-Gespräch im RA mit diesem Fax von Mad Mike beginnt, müssen die anderen Sachen halt warten.

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>…and then I realised the sequence is the thing of the track. Forget all drums.<<
René Löwe aka Vainqueur

Deutschlandfunks „Lange Nacht über das Schlagzeug“

Januar 7, 2019

>>Vom Herzschlag zum Schlagzeug – dieser Sprung liegt nicht allzu fern, denn rhythmisierte Schläge sind untrennbar mit der Entstehung des Lebens verbunden. Herz- und Pulsschlag markieren den Urrhythmus allen tierischen und menschlichen Lebens. Auch Pflanzen sind in ihrem Wachstum, ihrer Existenz, bestimmten Zyklen und Rhythmen unterworfen. Und sie sind keineswegs lautlos…<<
So beginnt Egbert Hillers „Lange Nacht über das Schlagzeug

Die fast dreistündige Sendung des Deutschlandfunks ist hier noch bis zum 13. 1. les-, anhör-und downdloadbar.

Louis Armstrong und die Fliege

Dezember 10, 2018

Eine schöne kleine Trompetengeschichte, die einerseits den Nils Wülker Tourabschluss nahtlos abrundet, sich zudem bestens als Motivationsschub für meine nun beginnende Weihnachts-Freizeit (HfMDK, ein paar Geschenke, Bass???) eignet:

>>Am Abend dann, als die Band glücklich und erschöpft in die Anstalt zurückhehrt und alle anderen ihre Instrumente schon wieder im Musikraum abgegeben haben, nicht sich Louis Armstrong noch einmal die Trompete, fragend blickt er seinen Lehrer an. »Na gut« brummt Peter Davis, »ausnahmsweise.« Es ist warm in seinem Mehrbettzimmer, die anderen sind noch draußen und rauchen in der heißen Sommernacht, träumen von der Sportlehrerin, von Ferne wehen aus der Stadt die Klänge der Feiern des Odd Fellows‘ Day herüber. Armstrong zieht die alte Polizistenuniform aus. Und während er allein auf seinem Bett sitzt und eine Fliege durch das Zimmer fliegt, versucht er ihren Flug mit seinen Tönen nachzuahmen, er folgt ihr nach, brummend, stoppend, brummend. Und als die Fliege den Weg aus dem Fenster hinausgefunden hat, da spielt er einfach weiter. Und hört nie wieder. Louis Armstrong wird zum größten Jazz-Trompeter der Geschichte.<<

aus Florian Illies „1913“, Kapitel September

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PS. schön, das ist nach Pit Baumgartners „Fliegenklatsche mit Chance“ und der Patentschrift zum Schlagzeugbesen nun der dritte Fliegen-freundliche Beitrag…

50+25 Crucial Jazz Drumming Recordings

Oktober 29, 2018

Ich habe gerade die kommentierte Modern Drummer Liste 50 Crucial Jazz Drumming Recordings entdeckt und steige mit der Ordnungsnummer 16 ein:

16. Miles Davis Milestones (Philly Joe Jones, 1958)
“Tony Williams supposedly said that you could learn everything you need to know about jazz from this record,” Paul Wells shares. “And I know that trumpeter Wallace Roney said that Tony could sing every solo and bass line on it. It’s a perfect jazz record, and Philly just slays on it. Interestingly, he plays the entire record with just one tom-tom.”

Und dort gibt es dann die zweite Liste, 50 Crucial Jazz Drumming Recordings Part 2.

 

100 Jahre Schlagzeug?

Juni 17, 2018

Gestern las ich in der Welt über den Friedenspreis, vor allem über das Werk von Jan und Aleida Assmann. Unter anderem ging es dabei um kulturelles Erinnern. Und zack sind meine Gedanken bei der Überschrift „100 Jahre Schlagzeug“, einem Thema, das mir in letzter Zeit mehrfach begegnete.
Würde ich das Wort „Schlagzeug“ unbeteiligt und nüchtern als Begriff deuten müssen, käme ich als allererstes auf das Herz, jenen Hohlmuskel, der mit rhythmischen Kontraktionen hörbar Blut durch den Körper pumpt und ich käme auf die menschliche Stimme und Sprache, beide ebenfalls „Zeugs“ zum Schlagen und Formen von Klängen, Werkzeuge zum kontrollierten Rhythmusgestalten.
Eulen in Athen also, dass Trommeln die Menschheit seit Urzeiten begleiten, vom Kommunikationsmittel bis zur Therapieform. Sprich, wenn es um 100 Jahre Schlagzeug geht, dann denken wir über das zusammengesetzte Instrument nach, ein Setup, welches trommelbare Dinge aus unterschiedlichen Kontinenten und Zusammenhängen vereint, allesamt Einzelteile, die traditionell von mehreren Personen gespielt wurden. Und dabei kommt der Ludwig-Katalog aus dem Jahre 1918 ins Spiel , der mit dem Jazz-Er-Up erstmals ein Gebinde von Bassdrum, Snare und Becken abbildet bzw. anbietet.
Das alles lässt sich (deutlich umfangreicher) in Fritz Stegers Artikel (drums&percussion 7/8-2018) nachzulesen, der vor allem anmerkt: >>Es ist jedoch sicher, dass solche Kombinationen mindestens 30 Jahre davor existierten.<<

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Damit wären wir wieder bei den Eingangs erwähnten Mechanismen und Möglichkeiten der kulturellen Erinnerung. Und da ich mich – in bester DJ-Culture-Tradition – ohnehin nicht für den Aufbauvorschlag der Industriekataloge interessiere, bleibe ich bei Herz und Sprache und hänge einen Text aus der Schublade dran, der eh schon längst heraus möchte:

Wenn der Herzschlag unser Ur-Rhythmus ist, dann lehrt uns die Sprache das Musikmachen. Oder weniger drastisch formuliert: Das uns selbstverständliche Sprechen lässt sich als ein „Spickzettel“ verwenden, mit dem es sich ganz einfach an Potential und Möglichkeiten erinnern lässt.

Ich denke dabei an die Bedeutung von unterschiedlichen Lauten und Tonhöhe, an verschiedenartigsten Satzbau, an akzentuierte Aussagen oder lokale Besonderheiten, selbstverständlich auch an den ganz persönlichen Duktus.
Wird ein Inhalt mittels Tempo, Kunstpause und wechselnder Dynamik strukturiert oder eintönig und monoton gestaltet?
Entwickeln sich nebenbei gar Metaebenen (Spannung, Humor, körperliche Reaktionen)? Verketten sich die Parameter zu einer Geschichte?
Welche Form der Interaktion geschieht: Fragen und Antworten oder ein offenes Gespräch?
An welchen Fremdsprachen bin ich interessiert und wie helfe ich mir im Problemfall?

Mittels Sprache können wir uns austauschen, Bedürfnisse äussern und Ansichten, Ideen und Konzepte teilen.
Wir hören zu oder lesen etwas und erweitern dadurch en passant unseren Horizont, vergrößern unseren eigenen Wortschatz. Unser Vokabular wächst und wir lernen stetig, uns besser auszudrücken. Die Sätze nehmen Gestalt an und werden immer flüssiger vorgetragen. Wir können berichten und erfinden. Dank der Fantasie werden auch unvorhersehbare Erzählungen möglich, die im Austausch mit anderen Menschen wiederum für Überraschung sorgen.
Interesse und Neugierde werden geweckt – wir sind mitten im Spiel!

Rhythmusmachen funktioniert eigentlich genau so: wir müssen einerseits handwerkliche Fähigkeiten trainieren, unsere Werkzeuge optimal parat haben. Und wir kümmern uns ums Vokabular. Schließlich wollen wir später spannende Geschichten entwickeln.

Wir können alleine erzählen, Solo, aber auch gemeinsam: das ist bei klassischer oder komplett ausnotierter Musik eine Art Geschicklichkeitsspiel, beim freien Musizieren pure Demokratie.

Im Idealfall sind wir und unsere Ohren offen, damit wir interaktiv einen Sog erschaffen können, der das Publikum mitreisst bzw. mitreisen lässt.

Auch sollten wir locker sein, um uns treiben lassen zu können, um im Fluss, um in der Balance zu bleiben.
Wir erschaffen dabei jedesmal Neues und das ist toll! Diesbezüglich noch ein motivierendens Abschluss-zitat von Ludwig Wittgenstein:
>>Was sich beschreiben läßt, das kann auch geschehen<<

siehe auch:

https://87bpm.wordpress.com/2016/12/08/das-mehrdimensionale-spiel-mit-der-sprache/
https://87bpm.wordpress.com/2015/11/25/der-klang-der-sprache/
https://87bpm.wordpress.com/2013/10/27/die-eigene-sprache/
https://87bpm.wordpress.com/2012/03/07/sound-durch-korpersprache-verstarken/
https://87bpm.wordpress.com/2018/06/14/takataka-goooooooooooal/
https://87bpm.wordpress.com/2018/05/22/i-interplay-the-drums/
https://87bpm.wordpress.com/2016/12/21/die-zunge/
https://87bpm.wordpress.com/2016/12/08/buch-als-begleitgeraeusch/
https://87bpm.wordpress.com/2016/05/30/paradiddles-with-alternating-pitches-instead-of-alternating-drum-sticking/
https://87bpm.wordpress.com/2009/04/08/onomatopoesie/

nicht nur Hilfs-, sondern Stilmittel!

März 29, 2018

Die Ableton Abendschule hat einen schönen Artikel zum Thema Sidechain Kompression (und dessen zweiten Teil) hochgeladen, das folgende Video aus dem Ableton Trainer Umfeld widmet sich dem Sidechain Remixing:

Sound des ersten elektronischen Schlagzeugs

März 14, 2018

Die Erschaffung des ersten elektronischen Schlagzeugs wird Graeme Edge (Drummer der Band The Moody Blues) in Zusammenarbeit mit Professor Brian Groves von der Sussex University zugeschrieben. Zu hören im Song „Procession“ aus dem Jahr 1971.


Dazu Graeme Edge: >>I’d got in touch with the professor of electronics at Sussex University, Brian Groves. We worked up an electronic drum kit, a marvelous idea. I had the control panel in front of me, it’s old hat now but we were the first to do it. There were pieces of rubber with silver paper on the back with a silver coil that moved up and down inside a magnet that produced a signal, so it was touch sensitive. I had 5 snares across the top and then ten tom-toms and then a whole octave of bass drums underneath my feet and then four lots of 16 sequencers, two on each side. There was a gap—to play a space—a tamborine, ebony stick, snare and three tom-toms. This was pre-chip days, back then you did it all with transistors. So it had something like 500 transistors. The electronic drums inside looked something like spaghetti. When it worked it was superb, but it was before its day, because it was so sensitive…<< [Quelle]

mehr als „nur“ Jazz

März 13, 2018

In der Nacht:
begeistertes „unboxing“ eines Meinl Pakets – derartige Konsumfilmchen sind ja eigentlich gar nicht mein Fall, aber hey, wenn ich ein neues Instrument auspacke und es sich sofort so anfühlt, als ob wir schon jahrelang zusammen wären, dann muss ich diesen Gefühlszustand kurz in die Welt raustrommeln!
Diese 15“ Byzance Hats hauen mich um, die können irgendwie alles, obwohl nur „Jazz“ draufsteht…

Jetzt am Mittag:
Kaffee, Honigbrot & Erland Dahlen. Johann Polzer hat mich erneut, eben mit diesem Gitarren/Schlagzeug Duo versorgt:

Notiz für mein thedrumsounds Archiv:
Das federnd aufgehängte Tambourin habe ich schon bei Jay Bellerose gesehen (aber ist es Eigenbau oder Industrieprodukt?); klasse Idee, ein brasilianisches Tamborim über die Beckeglocke zu stülpen; aha, ein wortwörtliches Glockenspiel.
Und die Schlitztrommel hat mein Sohn doch auch -> sofort ausleihen!!

Und weiter geht’s mit Luigi Russolos „Art of Noise“ Ansatz (aus dem Jahr 1913!!) und seinen selbstgebauten „acoustic noise generators“, den Intonarumori:

Luigi Russolo

>>howling, thunder, crackling, crumpling, exploding, gurgling, buzzing, hissing and so on…<<

Beckenglocken-Offbeat-Grooves

Februar 20, 2018

Mein Motorroller-Kaffee-Kuchen-Freund Michael Kersting ist ja eigentlich ein wandelndes Musiklexikon. Sprich, wenn von ihm eine musikhistorische Fachfrage kommt, wird mein Ehrgeiz und Forschungs-Feuer direkt angefacht. Und genau das passierte beim letztjährigen X-Jazz-Festival, als er davon erzählte, dass Thomas Stabenow sich mit Studierenden der Mannheimer Musikhochschule auf die Suche nach dem Ursprung der Beckenglocken-Offbeat-Grooves gemacht hätten. Klar, dass dabei die oder der „Allererste“ kaum auszumachen bzw. weniger spannend sei, als festzustellen, ab wann sich diese Spielart als selbstverständlicher Rhythmusbaustein unter Trommlern etabliert hat.
Für Michael beginnt die Klischee-Werdung mit einem Titel vom Mahavishnu Orchestra. Daraufhin wurde mächtig gebrainstormed, gemailt, gehört, schließlich der Meister selbst angeschrieben und nachdem Cobhams Antwortmail am Weihnachtsabend eintrudelte konnte ich mein Resüme zusammenschreiben, welches sich nun in der aktuellen Ausgabe des drums & percussion Magazins nachlesen lässt.

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Hier noch die im Artikel erwähnten Hörbeispiele:

Cream „Doing That Scrapyard Thing“ (1969) [Ginger Baker] https://www.youtube.com/watch?v=Opmjy7S6Oi8

Fairport Convention „Doctor of Physick“ (1970) [Dave Mattacks] https://www.youtube.com/watch?v=nF-BlScOruE

Led Zeppelin „Your Time is gonna come“ (1969) [John Bonham] https://youtu.be/FMKjmolSHCE

The Wailers „Soul Shake“ (1971) [Carlton Barrett]

Mahavishnu Orchestra „Noonward Race“ (1971) [Billy Cobham] https://youtu.be/GSv6SEN3SKo?t=1m34s

 

Howard Tate „She’s a burglar“ (1972) [Rick Marotta]

Led Zeppelin „Kashmir Live“ (1973) [John Bonham] https://www.youtube.com/watch?v=hW_WLxseq0o

Tower of Power „Get your feet back on the ground“ (1973) [David Garibaldi] https://www.youtube.com/watch?v=UJWuQ-QjFmE

Bob Marley „I shot the Sheriff“ (1974) [Carlton Barrett] https://www.youtube.com/watch?v=2XiYUYcpsT4

Banbarra „Shack up“ (1975) [John Cannon] http://www.whosampled.com/Banbarra/Shack-Up/

Billy Cobham George Duke Band Live in Montreux „Ivory Tattoo“ (1976) [Billy Cobham]
oHH:

China:

Stuff „Foots Live at Montreux“ (1976) [Steve Gadd]

Steely Dan „Peg“ (1977) [Rick Marotta]

Pat Travers „Off Beat Ride“ (Putting it Straight, 1977) [Nicko McBrain] https://www.youtube.com/watch?v=o0geC5Xmlj4