Archive for the ‘Timeline’ Category

Happy 100

August 28, 2020

>>Die Frage, welche Musiker:innen Parker postum beeinflusst hat, beantwortet sich sofort: Es sind einfach alle. Welcher Komponist des 20. Jahrhunderts kann das schon von sich behaupten? In der Erzählung „Der Verfolger“ des argentinischen Schriftstellers Julio Cortázar (1958) grübelt der Kritiker über seine Sprache, die angesichts des musikalischen Genies von Johnny Carter – einem US-Musiker vom Autor nach Parkers Vorbild gezeichnet – zu versagen droht. Dem Verzagten lässt sich beim Hören von Charlie Parker nur beipflichten, als er schreibt: „Ich glaube zu verstehen, warum man beim Beten unwillkürlich auf die Knie fällt.“<<
(Franziska Buhre in der taz vom 28.08.20)

Bevor „Der temporäre elektronische Salon“ dem Meister Respekt zollt (heute live Abend im Frankfurter Palmengarten), erzählt noch Phil Woods seine Anekdote über vermeintliche Unzulänglichkeiten des eigenen Equipments und Charlie Parker:

 Und ich lese mir nochmals die Seite 75 in Volker Kriegels „Der Rock’n’Roll-König“ durch.

Gestern vor 60 Jahren

August 18, 2020

>>Johnnys Einkaufswagen war bis zum Rand mit Spumante und rotem Krimsekt vollgepackt. „Was los, Johnny?“, fragte ich: „Kein Toastbrot heut?“ „Ach Mensch“, erwiderte er nasal und mit dem leisen englischen Akzent: „Ich hab Party am Montag, Paule kommt auch schon heute Abend an.“ Geburtstag konnte es nicht sein… [hier auf taz.de Daniel Kretschmars Artikel zum 60. Namenstag der Beatles weiterlesen]<<

Wo ist der Bass?

Juli 26, 2020

Meine Trommel döst…

VW Bus – Schlauchboot – Bücher, und ab und zu die beste Schokobanane der Welt.
Fühlt sich sehr urlaubsmäßig an, funktioniert vor allem auch überall ab vom Schuss.
Dass sich darüberhinaus diverse Schätze und Steilvorlagen zum Träumen bergen lassen, hebt die Laune (und bringt Futter für den Blog).

Ein toller Ausgangspunkt zum Entdecken und Weiterforschen ist Karl Bruckmaiers „The Story of Pop“. Die Trommel spricht!

Beim Nachhören des Tropicalia Hits „Bat Macumba“ (1969) fasziniert mich das angezerrte rhythmische Stottern des Mixes (eigentlich ist es ja nur die Gitarre von Sergio Dias). Gleich das erste Suchergebnis dazu liefert noch eine eins a Anekdote:
>>I read about the tremolo fuzz in „Bat Macumba“ being a sewing machine motor attached to the volume knob of a fuzz, so that when it ran, you could control the speed of the trem with the footpedal of the sewing machine.<<
Und ich stelle mir direkt vor, dass am trommelnden Handgelenk eine Schnur befestigt ist (hallo, Augsburger Puppenkiste!), die einen Poti/Parameter meines Echogeräts fernsteuern bzw. rhythmisieren könnte.
Riesiger Aufwand und dennoch eine interessante Spielerei jenseits der einfach verfügbaren digitalen Umsetzung via Ableton & co.

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An anderer Stelle erfahre ich, dass Carl Spitzweg freizügig und gerne seinen Signaturstempel weitergab. Darüber entdecke ich den gemalten Dialekt-Witz „Wo ist der Pass?“ (fränkisch gefragt, ehrlich beantwortet):

Wo_ist_der_Pass_(Carl_Spitzweg)

Ich höre John Fayeh und interessiere mich für John Hammond, feiere Emil Berliner und schreibe mir auf den Zettel, dass 1943 der erste Second-Hand-Plattenladen in New York eröffnet wurde.

Aus einem anderen Buch, Ari Turunens Geschichte der Arroganz „Kann mir bitte jemand das Wasser reichen“ kopiere ich folgenden Satz:
>>Als die Missionare die Einwohner von Papa-Neuguinea für das Fußballspiel zu begeistern versuchten, legten die Mannschaften keinen Wert auf den Sieg, sondern spielten bis zum Gleichstand. Auch die Aborigines hassten die Vorstellung, andere zu besiegen.<< (Seite 39)

Dann wieder Bruckmaier und der >>Reiz der Mischkalkulation. Musiker verzichten auf den letzten Schritt der Selbstaufopferung hin zum Star alter Prägung, bleiben […] ganz bewusst auf einer Ebene, die ihren Gewinn in Lebensqualität und Selbstbestimmtheit auszahlt und nicht in Dollar und Euro.<< (Seite 329)

Zum Abschluss noch der Link zum Korg-Kochbuch (gegessen werden muss ja auch), eine Formel für Pop und (natürlich!) eine Prise Echo:
>>die worte sind sehr einfach gehalten; meist wird die titelzeile vielmals wiederholt, ghostriderghostriderghostrider, girl girl girl und dazwischen faucht und kreischt und stöhnt es in allen tonarten, elektronisch verzerrt und mit echo-effekten.<<
(Bob Fischer in „The Story of Pop“)

PS. eine grandiose Strophe habe ich ja auch noch gefunden (in XTC „This is Pop? aus dem Jahr 1978):

Musik für Feiertage

Juni 11, 2020

Ich würde mit einem Wohlfühl-Set von Natasha Diggs einsteigen:

Dann etwas Weiterbildung im Rhythmus-Sektor, ein Mix der die Trommelkunst von Dennis Davis vorstellt.

Eine weitere Doku aus dem Jahre 2008, die direkt schwergewichtig einsteigt:
>>“We call it Techno“ tells of it evolving face of the first pop culture that primarily arose in Germany<< (1:40′)

Den Satz schreibe ich auch gleich mal ab: The basic principle of Techno stands for experimenting, crossing borders and DIY.

Und jetzt bräuchte es nur noch das Set für die Nacht…

Freedomland

Juni 7, 2020

Im Jahr 2000 war ganz schön viel los.
Ich kam zur Band von El Houssaine Kili, durch die ich (vor allem dank Rhani Krijas Erklärkunst) in die Welt nordafrikanischer Rhythmen und der Gnawa Musik eingeführt wurde.

Hellmut Hattler startete sein neues Projekt, dessen Reise bis heute andauert.

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Und der österreichische Sänger und Multiinstrumentalist Marque (bei dem ich im Jahr zuvor für den tollen Kay Richter eingestiegen bin) veröffentlichte im Juni sein drittes Album „Freedomland“, das dank des Radiohits „One to make her happy“ viele Türen öffnete und mir im Popzirkus einige neue Facetten zeigte.
Eigentlich waren Attitude und Sound von Marque stark mit Prince verküpft. Bei den Shows im Ländle (Vorarlberg) gab es oftmals nach einem regulären Konzert, noch den geheimen Aftershow-Gig im Conrads-Ohm. Die Band mit Lillo Scrimali, Rolf Kersting (wir spielten seit 1998 intensiv für verschiedene Acts zusammen) und Thomas König (ab 2001 mit Markus Birkle an der Gitarre) war bestens eingespielt und die Lust zu spielen war immens.

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Der große Mehrwert des starken Airplays war, dass man permanent zusammen unterwegs war und spielte. Wobei das typische Konzert nur noch ein Bruchteil der Veranstaltungen ausmachte: Plötzlich fanden wir uns auf den Bühnen sogenannter Radio-Festivals wieder, also von Sendern ausgerichteten Live-Events, bei denen zum Playback gemimt werden sollte.

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Die ganzen Unterhaltungssendungen im Fernsehen waren ohnehin ausnahmslos auf Sicherheit bedacht, sprich Playback-Shows. Aber auch Musiksendungen wie Top of the Pops, oder die Formate von Viva und MTV zeigten sich nicht begeistert, wenn wir aufs Live spielen drängten. Obligatorisch damals für den aufstrebenden Pop-Act war das Musikvideo – ebenfalls spannend und neu für mich.(Letztlich wirkte ich bei folgenden drei mit: „One to make her Happy“, „Electronic Lady“, „Wonderman“)
Irgendwann spielten wir in ein paar Folgen der Vorabendserie „Verbotene Liebe“ mit, einfach uns als Band (Product Placement), jedoch ohne die eigenen Markenklamotten (unerlaubte Schleichwerbung) und ein paar Bravo Artikel gab’s obendrein…

Parallel zum Album-Release startete eine kleine Sommertour. Aber auch bei diesen Gigs, Umgewöhnung: Der Hit bzw. die Vermarktungsmaschinerie hatte das Publikum merkbar verändert, Teenies anstelle der Musikliebhaber aus dem Prince Umfeld. Die Konzerte begannen also schon um 19 Uhr und nicht selten musste „One to make her happy“ mehrfach am Abend gespielt und immer wieder zum Mitsingen verlängert werden. Die anderen Songs des Programms schienen oftmals eher im Weg zu stehen. Egal, wir waren unterwegs und freuten uns über jeden live performten Ton. Und glücklicherweise gab es auch die guten Plätze, wie beispielsweise den Rockpalast oder das New Pop Festival.

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Zudem nahmen nach der steilen Lernkurve und einer gewissen Beharrlichkeit die „klassischen Konzerte“ wieder zu. Darunter drei Touren als Support von Simple Minds, Vanessa Amorosi und DJ Bobo (der immerhin im Anschluß begeistert eine Live Band rekrutierte…).

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Hier noch ein typisches Foto von jener ersten Nightliner-Sommertour. Tagsüber im Eschenheimer Freibad (quasi mein Anbändeln mit Frankfurt), abends im Club meines heutigen Vermieters.

War eine intensive, lehrreiche und schöne Zeit und ich freue mich aufs Alters-Revival!
Ein Foto vom damaligen Schlagzeug-Aufbau hätte ich jedenfalls parat:

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Zum Abschluß noch vier klasse Tracks zu denen ich u.a. getrommelt habe:
„Two more people (Faith)“

„River“

„The Reason Why“

„Sorry, but I wonder“

Jetzt würde ich nur noch gerne die Übungskassette finden, mit der ich mich 1996 oder ’97 erstmals für ein Marque Konzert (Sounds of Frankfurt) einspringenderweise vorbereitet hatte. Oder auch den Mitschnitt des Prince-Tributes, der zum heutigen Geburtstags des Meisters bestens gepasst hätte…

Ultimate History of Tape Echo

Februar 9, 2020

Stücke mit einem neuen Beat, der später zur Grundlage des Hip-Hop werden sollte

Oktober 4, 2019

Die Überschrift kommt aus dem Munde von Joe Zawinul bzw. aus Günther Baumanns Buch „Zawinul – Ein Leben aus Jazz“.
Es geht um den 1973er Track „125th Street Congress„, um Eric Gravatt und Herschel Dwellingham:

Ich habe die Weather-Report-Drummer-Episode (Seite 114) mal zu einer kleinen Kollage zusammengekürzt:

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Hey, und ab ins Ludwigsburger Schlagzeugmuseum!!

Timeless Times

September 9, 2019

Habe gerade zufällig dieses DePhazz Video wiederentdeckt, darin eine schöne Erinnerung an meine beiden Großväter und ein eins a T-Shirt Merchandise Hinweis für die Zukunft…

lernen, zu(-)hören

September 5, 2019

Schöne, knappe Geschichtsstunde vom bayrischen Zündfunk: The History of Rock’n’Roll – Die Elektronik-Edition von Ralf Summer. (Danke für den Link, Fola!)

Und Aaron verweist auf die „Grid Kids“ Podcasts von Keyboarder Nicholas Semrad:(hier einmal mit Mark Guiliana, einmal mit Zach Danziger)

https://www.youtube.com/watch?v=jyjFaoqe6FY
https://www.youtube.com/watch?v=gXcjArVAfWk

Und Aaron Sterling spendiert noch eine Liste mit „SUPER CHEAP mics that I think sound good assuming you are making good music“:

*Übrigens: die Email von Aaron mit den Grid-Kids-Links kam mir doppelt gelegen, die habe ich gleich abends (beim A Coral Room Jam) spontan via iPhone lautmalerisch dazufließen lassen…

Sonor Mammut Projekt

August 21, 2019

Markus Einheuser hat sich mit viel Zeit (über sechseinhalb Jahre), vor allem mit viel Herzblut dem Mammut gewidmet – jener einzigartigen e-Drum Exkursion und Facharbeit der Firma Sonor – und anschließend unter www.sonor-mammut.de dem wirklich speziellen 80er Jahre Relikt einen schönen Internet-Schrein gebaut.
(Quasi Nebengebäude zu Wolfgang Stoelzles Simmons Museum.)
Toll!