Archive for the ‘Krautrock’ Category

Ode to Perfume

September 6, 2017

>Als der Westen noch recht übersichtlich war, Ende der Sechziger, gab es zwei Fernsehsender, die bundesweit zu empfangen waren: ARD und ZDF. Für beide komponierte Can, die Kölner Rockband, Soundtracks und Titelthemen. Ihre von der E-Musik und vom Freejazz abgeleiteten improvisatorischen Songs überführten das Technicolor-Zeitalter der Fernseh-Bilderwelten in einen neuen Klang.<<

So beginnt Julian Webers taz Nachruf für Holger Czukay.

In einem anderen Nachruf (von npr. org) wird dieses schöne Zitat verwertet (welches sich perfekt auf unser – einen Stereoklang schaffendes – Schlagzeugspiel übertragen lässt):
>>“When you make a two-track recording you still have the choice to erase, to put holes into it,“ Czukay said in 1989. „The holes are sometimes even more important than the actual sound.“<<

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Oh! 2 mal Menschmaschine

Februar 1, 2017

Neulich kam mir im Konzert eine „Trio Elf“ Melodie sehr vertraut vor. Es war die Kraftwerksche „Mensch Maschine„, die ich nicht zuordnen konnte. OH!
Ich hoffe es lag daran, dass mein Hirn in letzter Zeit die dem Kraftwerk-Thema ebenfalls sehr ähnliche Warteschleifenmucke von O2 deutlich öfter als die Krautrockperle selbst zu hören bekam…

liebe Zeit!

Januar 23, 2017

Dass wir dem Umstand „Tod“ machtlos gegenüberstehen haben wir letztes Jahr hinreichend festgestellt. Unschön ist es aber dennoch immer wieder auf’s Neue.

Dass  jetzt  Jackie Liebezeit gestorben ist, stimmt mich traurig.
Der Mann, mit einem der besten Trommlernamen überhaupt, dem wohlwollenden Imperativ: liebe Zeit!
Der Drummer, der dieses Credo auf ureigene Art umzusetzen wusste und mit seinem flussorientierten Minimalismus sowohl Musikgeschichte, als auch Rhythmusbewusstsein geprägt hat.
Der Rhythmusmacher, der das Wort Maschine positiv besetzt hat und einer solchen auch als erster in Deutschland einen zusätzlichen Platz  im Bandkontext geschaffen hat.
Der Trommler, auf den die Bezeichnung bestens passte, da er vornehmlich auf Toms spielte.

Bitter! Aber sein Vermächtnis bleibt und sein schöner Nachnamen als Assoziationsanker auch!

Schlagzeuger im Technik-Crashkurs

September 12, 2014

Die Magie des Maschinellen“ ist ein spannender taz-Artikel über den Schlagzeuger Harald Großkopf, den er hat>>eine Karriere vorzuweisen, die im (Kraut)-Rock ziemlich einzigartig ist. In seiner Person verbinden sich die Anfänge der kommerziell erfolgreichsten deutschen Hardrock-Band, experimenteller Progrock, drogenvernebelte kosmische Musik, Elektronik, Neue Deutsche Welle und Techno.<<

Feedback-Schleifen und Trillerpfeifen

April 15, 2014

Kraftwerk Konzertmitschnitt aus dem Jahre 1970 (mit Klaus Dinger am Schlagzeug)

Roboter essen kein Sauerkraut

Januar 24, 2012

Guter Web-Fernseh-Tipp von Hellmut:

Meine Lieblingsstelle, von Joachim „Eroc“ Ehrig (= Grobschnitt Drummer), über die Fähigkeiten des Produzenten [‚48.45]:

>>Man muss den Leuten geben, dass sie gerade das BESTE Solo ihres Lebens gespielt haben und es trotzdem nochmal machen dürfen<<

Tago, Ege & mehr

November 25, 2011

Las gerade in Julian Webers taz Artikel zur „Tago Mago“ Wiederveröffentlichung:

>>Ihre jamartige und doch formstrenge Musik beeinflusste gleich mehrere Popgenerationen, Punkbands der Siebziger genauso wie Elektronik-Produzenten. So gilt das Can-Album „Ege Bamyasi“ von 1972 etwa als Blaupause für hochgepitchten Drum n Bass, wenn man die Musik auf 45 Umdrehungen abspielt.<<

Zudem gehört der Track „Spoon“ zu den frühesten Pop-Titeln, auf denen ein Trommler zur Rhythmusmaschine trommelt.

Diese schicke Gitarre ist übrigens ein Objekt aus der Ausstellung „Halleluwah – Hommage à Can“ (Künstlerhaus Bethanien, Berlin. Bis 18. Dezember)

Für Immer Wieder

November 18, 2011

Im Player dreht das Album NEU! „2“ (1973) mehrfach seine Runden. Toll finde ich den (mix-technischen) Umgang mit Geschwindigkeit (Bandmaschine) und Lautstärke-Verhältnissen. [siehe auch]

Im Anschluß höre ich dann wohl noch in die Harmonia „Deluxe“ (1975) rein. (Dort gibt es auch ein paar schöne „Play-A-Longs“ ohne Schlagzeug…) Und: Harmonia „Deluxe (Immer wieder) erinnert mich ab 4.09′ an Kraftwerks „Autobahn“ (1974):

Alles in allem: Ein schönes zweites Frühstück mit Michael Rother!

like Van Halen without having the technical chops to achieve it

Oktober 6, 2011

…oder doch eher: krautig, kraftwerkesk und mit diversen elektronischen Trommelgeräuschen und Basteleien von Sebastian Thomson. Die Trans Am „Futureworld“ von 1999 ist jedenfalls ne schicke Scheibe. Dass ich sie in einem Laden namens „Echobeat“ erstanden habe, freut mich besonders…

Seb Thomson aka Publicist trommelt aber auch clubbige Soloshows, das Schlagzeug in mitten der Crowd plus Vocoder-Gesang. Organic Electro Beats…

Hier noch ein Ausschnitt seiner Sound-und Travel-Philosophy:

>>As long as the stands (and throne!) work, honestly I’m much more concerned about the PA and the sound person than I am about the kit. With 10 minutes of tuning and with the triggers* and moongels** I can get any kit to work for me. But the PA and soundman is not something I have control over so I usually like to have a nice chat with him or her and a decent sound check.<<

*>>[The triggers on the kick and snare] are hooked up to a drum module that generates electronic kick and snare sounds whenever I hit those drums. I use those because a) I want my drum parts to sound slightly synthetic and b) I don’t travel with a sound man and this way I can have a consistent good kick sound no matter what drum or mic or PA I use.<<

**>>I’m making club music, and in any kind of club music (except maybe for drum and bass which I am not doing) a ring-y snare just gets in the way. In fact the snare is demoted in club music and is secondary to the kick. Think of disco records, the snare is always dead and deep. So with the four moon gels I can get that sound, plus when I’m traveling it almost doesn’t matter what snare I use.<<

Camenbert Electrique

August 8, 2011

Für Herrn Eichhorn ist der Mond ein Käse, für Max Frisch ein Gong*. Und Gong machen Space-Music und nennen ihr Album „Camenbert Electrique„…

*>>Und weit draußen, im Osten, steigt der Mond empor, eine gehämmerte Scheibe, ein Gong, der schweigt…<<
(aus „Stiller“, Seite 316)