Archive for the ‘Sound’ Category

Kagh! Douuong Pag!

Dezember 30, 2020

Inspirierendes Videotelefonat mit Trilok Gurtu; seine Geschichte, seine Einstellung, sein System.

Ich habe mir zudem ein Mini-Hörspiel über den Snaresound extrahiert.

Sowie diesen Tipp ausgeschnitten, der meinen Gewohnheiten sehr entgegen kommt:
„If it’s not working, put 4 on the floor!“

Zaubern zu Weihnachten!

Dezember 11, 2020

Ich werde in den kommenden Tagen meine stärksten Tricks offenlegen.

In bester Zirkustradition beginnt das Spektakel mit einem langen Trommelwirbel. Dunkelheit verstärkt die Spannung, kein Mensch ist zu sehen: DRrrrrrrrrrrrrrrrrrr
Kennt man den Trick dahinter , so ist es ein KINDERSPIEL, The No Hands Snare Roll:

Das Licht geht an, Musik erklingt. Wir hören eindeutig das Schlagzeug. Sehen aber nach wie vor niemanden.
Eindeutig:

THE INVISIBLE DRUMMER oder sprechen wir gar von GHOSTNOTES ???

Aufgang des Rhythmusmachers. Wir hören wir mehr als einen Groove, der aus den bekannten vier Ebenen (Hände, Füße) besteht. Es muss sich um einen Freak handeln, einen Drummer mit
dritter Hand!

Und der Artist setzt noch einen drauf. Seelenruhig öffnet er
Die vierte Dimension!
Nicht ohne Grund gibt es „das Echo“ und „die Echo“, es ist eindeutig mehr als das Ganze. Der akustische Rückwurf beglückt uns mit Raumzeit!
Und im Schlagzeugkontext ermöglicht er uns Überraschungen en masse: Effektspielereien, zusätzliche Rhythmusebenen oder Chaosfaktor.

Mehr als ein gewöhnlicher Tusch fürs Finale!
Das fünfte Element ist ein wohlwollender (aufmerksamkeitserzeugender) Effektshot, der dank eines Noisegate, je nach Schlagstärke auf die mikrofonierte Trommel, ihren Sound automatisch durch ein Hall- oder Delaygerät schickt. Ein zauberhafter Dubeffekt (wie dort bei Chris Dave) oder ein zusätzlicher Roomshot nach kräftigeren Hits (hier und dort).
Selbstverständlich können wir diesen elektronischen Zusatz auch selbstbestimmt steuern. Beispielsweise in dem wir den verantwortlichen Threshold-Parameter des Gates durch betrommeln eines (nach draußen hin stummen) e-Pad überschreiten (schau).

Maschinen- und gespielte Echos

Dezember 9, 2020

Immer wieder faszinierend, die Gigs, die Chris Dave mit seinen Drumhedz 2012/13/14 gezockt hat!
Die „Third Record„, die um den Slum Village Track „Conant Garden“ herum entsteht erfreut mich nicht nur wegen der unterschiedlichen überlagerten Tempi, sondern vor allem dank der maschinellen Dub-Delays an den Umbruchstellen (6:00, 6:33, 9:45, 10:41) und dem imitierten Echo am Ende der Nummer (12:11)!
Ich tippe mal, dass für die Effektsteuerung ein Gate für das Mikro an der Zweitsnare verantwortlich war.
(werde diesbezüglich mal bei Chris Behm nachhorchen, denn es gab zu der Zeit ja auch ne Bonedo Session mit C. D.)

Aber hey, Neues = auch immer spannend:

Bei Chris Dave klingt das Istanbul Clap Stack immer besonders gut und das Apfelsinenschalen Becken manchmal auch wie ein Echo (Metall-Objekt in Spiralform halt)…

… und Castagnetten wie Claps.

irgendwo zwischen Berimbao, Maultrommel oder Didgeridoo

Dezember 2, 2020

Herzliche Grüße und ein top „found sound“ aus Frankfurt:

Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, woher die Metallspirale stammt, der Trilok Gurtu schiere Melodien entlocken kann. Ist es eine Zugfeder aus einem Uhrweg, selbst gebogener Draht?
Auf jeden Fall steuert die haltende Hand den Anteil der Obertöne. Einfach und gut.

Es gibt ja die verschiedensten Metall-Objekte in Spiralform, die sich perkussiv verwenden lassen:
Autofedern, die Meinl „Galaxy“, Slinky (der Treppenläufer), Reco Reco, oder eben die von Trilok für Remo entwickelte Spring-Drum (deren DIY Alternative im obigen Video ab 14:05′ zusehen/hören ist).
Nicht zu vergessen, die Feder des Kick Pedals…

[File under: The Art of the Duo, the sound of the kick drum played by the left hand]

Waiting

November 19, 2020

Via Soviet Visuals entdeckt, das Foto von Dmitry Baltermants. Der Titel passt zur Zeit, der Inhalt zeigt auf jeden Fall schon mal einen schönen Bezug…
Gleichnamige Songtitel gäbe es ja einige passende, ich entscheide mich für ne luftige Hattler Version und stecke sie in die schicke Hülle der Quincy Jones Single „Oh Happy Day“ von 1971.

Und zack, findet sich eine schöne Beschäftigung im Wartezimmer:
Denn der funky Beat kommt von Bernard Purdie und wurde in bester Rudy van Gelder Tradition aufgenommen und fast komplett auf die rechte Seite im Stereopanorama gemischt. Eine Hallraumöffnungen – vermutlich ein EMT Plate Reverb – für wichtige Snare Hits gibt’s obendrein!
In puncto Aufnahmetechnik schreibe ich folgende Erkenntnisse ab und freue mich auf eigene Versuche!

>>Take three or four expensive German mics with a blistering top end boost, put them real close to the instruments, add some extra distortion from a cheap overloading mic preamp through an Army Surplus radio console, put some crappy plate reverb on it, and record. Then, immediately (and for no good reason), redub the master onto a Magnatone tape deck at +6, compress the crap out of it while adding 5 db at 5000 cycles to everything. That’s the Van Gelder sound to me.<< Steve Hoffman

>>In the absence of information from the source, we have to listen. (Radical concept!) My ears suggest to me that Van Gelder has always miked drums using a single overhead condenser mic, probably a large-diaphragm Neumann U 47 or, perhaps, a small-diaphragm KM 54. I don’t hear a separate mic on the kick; the coherence of the sound suggests the use of a single microphone for the drumkit.
The drums aren’t entirely recorded with that one mic, though; one of the hallmarks of a Van Gelder session is lots of leakage—drums into the horn mics, horns in the drum mic. Never enough to create phase problems and comb filtering, but enough to create the marvelous sense of space that marks his recordings—yes, even the early ones in mono. You don’t think a mono recording can have a sense of space? Listen to one made by Van Gelder.<< Paul J. Stamler

Später im Englewood Cliffs Studio (ab 1959) sind es dann eher zwei (als Over- oder Underheads) oder drei Mikrofone (mit zusätzlichem Kick-Mic oder/und Raummikrofon):

Cymbal Reverb

November 16, 2020

Sendung mit der Maus im Heddernheimer Probebunker:
Andreas Neubauer demonstriert, welch gute Figur so ein China Cymbal als Hallraum machen kann.
Das schreit doch nach ReAmping, also der Auspielung und erneueten Aufnahme Deines Drumrecordings (oder Teilen daraus)!

Und weils gut dazu passt. Der britische Drummer Joe Clegg haut gerade kostenlos eine kleine Samplelibrary (DP000 KIK/SNR) mit von Vintage Schätzen effektierten Akustiktrommeln raus.

Die Erwartung

November 1, 2020

Gleichermaßen Einstand (neues Programm, frische Besetzung), aber auch das vorerst letzte Konzert vor Menschen. Wiedermal mit Nils Wülker, diesmal aber schon im zeitgemäßen Zwei-Set-Setting, zudem im Doppelpack mit einer weiteren Band – Rymden.
Quasi ein kleines Festival, auf jeden Fall eine Art Fest!

Und wie toll, mal wieder Magnus Öströms Effektgerät-Ebenen (und seine Beckenwand) im Einsatz zu hören – hey, zwei Bands, zwei Echodrummer! – Dan Berglund mit Kontrabass und Ampeg zu spüren, Bugge Wesseltoft zwischen abgedecktem Rhodes, MS-20 und Flügel wirbeln zu sehen, überhaupt, einem grandios eingespielten Trio in ihrer Interaktion zu folgen.


Heute vor der Abreise dann noch ein weiteres Halberstadt Highlight, der Besuch von John Cages Live Performance „ORGAN2/ASLSP„. Die Tempovorschrift „As SLow aS Possible“ der auf 639 Jahre geplanten Umsetzungsdauer scheint eine optimale Lehrmeisterin in puncto Geduld (und damit genau richtig für die kommende Zeit) zu sein!
Der stehende Klang selbst ist pure Beruhigung. Erst wenn man sich selbst um das Objekt herum bewegt (wiedermal wird man zum Effektgerät, diesmal eine Mischung aus Filter und Leslie), moduliert der Klang ganz subtil. Schön!!

PS. >>[Für Augustinus gibt es] „drei Zeiten, die Gegenwart des Vergangenen, die Gegenwart des Gegenwärtigen und die Gegenwart der Zukunft.“ Und die Gegenwart des Zukünftigen ist für ihn die Erwartung.<<
schreibt Rainer O. Neugebauer (Kuratoriumsvorsitzender der John-Cage-Orgel-Stiftung und unser heutiger Ausstellungsführer) im Artikel „Es wird einmal gewesen sein“/Inspriation-Heft 3.20 Künste

it’s Jazz!

Oktober 24, 2020

Immer wieder gut: sich auf’s Unübliche einlassen. Wieder mal Jazz und Standards spielen, auch mit Trommel-Soli, das Jazzkeller Kit mit zwei hochgestimmten Toms auf keinen Fall den sonstigen Vorlieben anpassen (tunen oder gar umbauen), das Echogerät zu Hause lassen, dafür direkt die neuen VicFirth Remix Brushes ausprobieren, vor allem aber die Idee des Grenzzaun-Überspringens in allen Bereichen anwenden:

Meine beiden Lieblingstracks (inkl. Drumsolo), „Unit Seven“ (ab 1:54:36 mit Freejazz-Einlage) und „Doxy“ (2:04:00 mit VF Remix-Brushes).

Panorama Drums

Oktober 21, 2020

Lisa Bodenseh hat eine spannende Mix-Frage zum Thema Drumset-Panorama in den Raum gestellt, so dass ich jetzt darüber laut tippe.

Als erstes kommt mir mein ewiges Drehen des Kopfhöres in den Sinn, das Vertauschen der Muscheln, auf dass ich den Schlagzeug-Sound räumlich so wahrnehmen kann, als säße ich dahinter. Denn in der Regel werden die Drums so im Stereopanorama verteilt, als würde ein Konzertbesucher aufs Musikgeschehen blicken: Kick in der Mitte, die Hihat rechts davon, Ride-Becken und Floortom auf der linken Seite. (1. Frage: wie wurden beispielsweise die Deep Purple Trommeln des Linkshänders Ian Paice in Szene gesetzt, wurde nach Regelstandard gemischt oder für Fan und Insider die Seiten vertauscht?)

Die Technik der Sterefonie ist selbstverständlich die notwendige Seite der Medallie, doch erst die massenhafte Verfügbarkeit spezieller Abspielgeräte ist der Schlüssel zur Verbreitung der Idee. Für den zeitlichen Überblick hilft Wikipedia: >>Die ersten Schallplatten mit Stereo-Aufnahmen in Deutschland waren seit 1958 erhältlich. 1964 begann die Rundfunk-Übertragung mit Stereo-Ton auf FM/UKW, Anfang der 80er Jahre bekamen Fernsehsendungen auch Stereo-Ton.<<
Somit ist es nicht verwunderlich, dass sich der Stereomarkt zunächst auf Testschallplatten (Teaser), Jazz (Experimente) und Klassik (Establishment) beschränkte und dass für einen ganz schön langen Zeitraum nicht nur monokompatible Mischungen produziert wurden, sondern parallel auch Tonträger im Mono und Stereo-Format erhältlich waren.
Im klassischen Sektor wollte man auf jeden Fall das Konzerterlebnis so natürlich wie möglich abbilden, der typische 1960er Jazz Mix interessierte sich hingegen überhaupt nicht für ein realistisches Stereobild, sondern nahm das Upgrade von einem auf zwei (trennbare) Audiokanäle als Steilvorlage für eine krasse Instrumenten Verteilung.
Hey hey, Rudy van Gelder!

Ich spiele mal „All the things you are“ vom Meilenstein „Sonny meets Hawk!“ (1963) ab. Und erinnere mich an unseren ersten Netzer Steady Gig in der Stuttgarter „Bar“, einem sehr schmalen, schlauchähnlichen Club im Stuttgarter Westen. Wenn wir nicht spielten, legte der damalige Betreiber als leidenschaftlicher Jazzfan gerne jene stark gepannten Blue Note Platten auf. Leider standen die Lautsprecherboxen der Stereoanlage an den äussersten Enden der ewig langen Theke. Und so hörte ein Teil der Besucherschaft hauptsächlich Bass und Schlagzeug, der andere eher das Klavier oder Saxophon… (der Jazz-Student fühlt sich vermutlich an die Aebersold-Play-Alongs erinnert)


Mono ist jedenfalls nach wie vor eine klare Aussage und gesichert „phat“.
Ich denke zunächst an Tracks, die für den Dancefloor gemischt wurden (check out Double Mono) bzw. an ältere Club-PAs, in denen vier Mono-Boxen die Tanzfläche umkreisten, dann an die Beatles in Mono.
>>[Alle Alben bis auf „Abbey Road“ und „Let It Be“] waren im Original von Martin und den Musikern im sorgfältigen Monomix vollendet worden. Erst danach durften sich irgendwelche Techniker der Stereofassung widmen. „Sgt. Pepper‘s Lonely Hearts Club Band“ benötigte drei Wochen, um in Mono so zu klingen, wie die Urheber es wünschten. Nach drei Tagen konnte es in Stereo gepresst werden. Es war ihnen egal.<< (Michael Pilz, 2014)

Googelt man heute nach Panorama Vorschlägen, dann liegen dort in der Regel Bass, Bassdrum (meist auch die Snare) und der Gesang im Zentrum.
Jetzt denke ich sofort an den typischen Klaus Scharff Livesound, bei dem Drums & Vocals nicht nur mittig, sondern auch in puncto Lautstärke dominierten. Die restlichen Klanginformationen als Garnitur…
Ich selbst baue mein Drumkit ohnehin schon sehr mono-kompatibel auf (die vier Teile werden im Club nur von Kick-Mic und SM-58 Overhead übertragen, das kleine Schwarze an der Snare dient nur den Echo-Konzepten), liebe für Schlagzeugaufnahmen tatsächlich auch das „1 Mikro Konzept“ (vor allem wenn das Neumann U47fet dafür verwendet wird) und „bounce“ tapfer all meine Drumsamples einkanalig.

Letztlich entscheiden – wie immer – Deine Ohren! Richtig ist, was Dir gefällt (und nach Drücken der Monotaste nicht völlig zusammensackt)…

Noch zwei gute Punkte vom SOS Magazin:
>>When you hear a drum kit from any typical (or safe!) listening distance, it actually presents very little stereo width at all. Certainly, in any unamplified concert scenario all parts of the kit will effectively appear to be coming from the same location. This weakens the argument for any obvious stereo panning of drum components on grounds of acoustic realism.<<

>>If you’re mixing a track to accompany visuals, then the argument for matching the on-screen drum positioning (ie. usually audience perspective) at the mix may be stronger.<<

31.12.1987

September 30, 2020

Hier das zweistündige Silvesterkonzert des Prinzen, das anlässlich der „Sign O‘ The Times“ Reissue auf YouTube gepackt wurde.
Inklusive einer für Corona-Zeiten selbstverständlichen Masken-Performance, einem Sheila E. Schlagzeugsolo mit (ordentlich effektierter Snaredrum), dem legendären Miles Davis Jam und vielen Überraschungen mehr.

Schade, dass die DJ-Sets der Aftershowparty dieser Aktion noch nicht im Netz zu finden ist. Denn dort legten u.a. Moodymann, DJ Spinna und Natasha Diggs auf.