Archive for the ‘Sound’ Category

Madder Beatz

März 27, 2019

Zehn Jahre nach seinen kostenfreien Mad-Beatz, schickt KJ Sawka mit Ableton die Madder Beatz auf den Markt. Kostenpunkt 49 Euro für  >>ein neues Pack mit Loops, One-Shots und manipulierten akustischen Drum-Kits. Genau das richtige Pack für Produzenten, die nach tighten Breakbeats mit menschlicher Note suchen.<<

Klangbehandlung mit Luft

März 26, 2019

>>Put some reality in the sound, which basically means: space!<<
Prince Fatty über Reamping (6.46′)

Mein Freund Uwe Schenk sagte damals (2003) beim Mix der „Organic Electro Beats“ CD: „Die rein elektronischen Sounds wirken gegenüber den akustischen Signalen trotz eines gemeinsamen Reverb-Busses immer noch unnatürlich, zu direkt.“ Er stellte zwei PA-Boxen in den Aufnahmeraum und ein Paar Stereo-Mikrofone in maximal möglicher Entfernung gegenüber, zog den Telefonstecker aus der Wand und erklärte, dass es wegen des „Luftmasterings“ die nächste Stunde lang nichts zu tun gäbe…

flying cymbal style

März 25, 2019

>>…the ‘flying cymbal’ style that was ruling Jamaica in 1974-5, based on an open-and-closed high-hat pattern, adapted from the Soul Train theme song<<
„A beginner’s guide to King Tubby, the producer who turned dub into an art form“ by David Katz, 2015

Ob die Offbeat-Hihat nun mit dem Titelsong der Soul Train TV Show 1973 aus den USA herübergeschwappt kamen, oder aber das „flying cymbal“ längst in der jamaikanischen Rhythmuskultur verankert war – siehe „Moonlight Lover“ aus dem Jahr 1968, wird von den Beteiligten (u.a. Sly Dunbar) der 74er Reggae-Mode heiß diskutiert.

>>I was the one that recorded that first, but it was originally part of soca. When I played that in the ’70s it became popular because of the attitude I played with—it was more open and pronounced. I didn’t name it the flying cymbal; that was Bunny Lee. I played it on “None Shall Escape the Judgment” by Earl Zero. But for years it was played in calypso, where the accent was a little different. I played it more aggressively.<< sagt Carlton „Santa“ Davis im Modern Drummer Interview zum Thema.

Ist vielleicht auch gar nicht so wichtig, definitiv ist die Geschichte schon so alt, dass es längst die süße Rache des fliegenden Beckens gibt:

Kitchen Loops

März 25, 2019

Michael Kersting schickte mir neulich diesen Link

Aber auch unsere Küche gibt was zum Thema her:

dank fünffachem-Vorschlag zum 808-Clap

März 12, 2019

Robert Henke erklärt gleich am Anfang seines Videos, was den TR-808 Clap eigentlich ausmacht, etwas vereinfacht: ein fünffacher-Vorschlag aus Noise…
Freue mich auf Klangexperimente mit einer von diversen Shakern belegten Snaredrum und mehreren Delay-Geräten.

mesh & pitching Drumheads

März 10, 2019

Lesen und lernen im Internet ist toll, rausgehen in der Welt und einfach sprechen aber auch! So habe ich gestern beim Hattler Konzert in Geislingen* Jürgen Hasenmaier kennengelernt, deutscher E-Drum-Spezialist, der mit seinem Axis-Vertrieb langjähriger Ddrum Partner war und mit DDT das Patent der Meshhead-Felle besaß bzw. es an Roland lizensierte. Und da das Patent vor kurzem ausgelaufen ist, nehmen nun einige Hersteller diese Technologie in ihrem Portfolio auf. Zack, steht das Soundoff auch auf meiner Evans-Bestell-Liste.

Bis die Gewebe-Felle bei mir in Frankfurt sind, experimentiere ich noch ein wenig mit den Big Fat Snare Drum Auflagen und ermittle den Pitch-Faktor meiner Probanden:

* PS. um die Ecke, in Bad Überkingen gibt es ein putziges Thermal-und ErholungsbadAdelheid-Heilwasser inklusive.

PPS. Rausgehen lohnt, Part II: habe aus dem Kassler Theaterstübchen ein älteres Jazz Thing Leseexemplar (Nr.124) für die Badewanne mitgenommen und prompt ein ebenso kurzes, wie kurzweiliges Interview mit Lee Konitz gelesen. Es endet abrupt, weil der betagte Musiker einfach mitten im Satz eingeschlafen ist (klar, er war auch am davorigen Abend aus & feiern!)

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>>Als ich einmal mit ihm [Charlie Parker] zusammen im Birdland spielte, hatte er Probleme mit seinem Altsaxofon und fragte, ob er sich meins ausleihen könne. Ich war überwältigt, was er aus meinem Instrument rausgeholt hat. Als er es mir zurück gab, sagte ich, dass ich es toll fände, wenn er ein bisschen von dem tollen Solo für mich im Horn lassen könnte.<<

physical feeling which sound can produce

Februar 27, 2019

Am Wochenende klingelte Wolfgang Haffner durch und fragte, ob ich am Montag in der Stadt sei und Lust hätte, mit ihm Nils Frahms Konzert zu besuchen. Klaro.
Es wurde wunderbar:

Tolle Bögen, maximale Dynamik, schier grenzlose Ruhe. Und immer wieder optimale Schnitte und Endings – und alles im warm-weichen Klangmantel.
Mal fühlt es sich an, dem Künstler während seiner Studioarbeit beiwohnen zu dürfen, an anderer Stelle wähnt man sich auf der Couch bei Kerzenschein, plötzlich auf dem Chill-Floor. Ich denke an die 1980er Platten von George Winston, irgendwie auch an Jean Michel Jarre (beide halt spezielle Tastenmänner, die alleine auftreten), genieße das weisse Rauschen der Vermona DRM, die Mellotronchöre und den attacklosen Bassbereich des Flügels, der wie rückwärts abgespielte Bandschlaufen anmutet. Sowie das große Space Echo (aus vier 501ern).
Nils‘ Groove packt mich. Irgendwo vermute ich die Zentrale für die Steuersignale, sehe sie aber nicht. Klasse, weil unwichtig. (Derartige Forschungsgedanken lassen sich ja geschickt an anderer Stelle nachlesen**).
Alles scheint eigen, in sich rund und kompromisslos!*
Doch selbst wenn nur eine Person auf der Bühne sichtbar agiert, merkt man deutlich: hier ist eine richtig eingespielte Band unterwegs – die anderen Members (Backline, Licht, Ton) sind – wie die in separatem Raum abgenommen Orgelpfeifen – zwar nicht zu sehen, aber ebenso so essentiell.
Ich spür‘ den Sound und gehe inspiriert in die Woche!

* passt ins Bild:

Bildschirmfoto 2019-02-27 um 00.33.59

**Zur Anregung für die eigenen Bühnenkonzepte schreibe ich mir noch eine zentrale Idee von Nils Frahms Live-Konzept (aus einem „Keyboards“ Interview mit Matthias Fuchs ab):
>>Basis eines Stückes können etwa zwei parallellaufende Juno-60-Arpeggien sein, die ich live verändere und zu denen ich ein weiteres Element − vielleicht Klavier, Mellotron oder Orgelspiele. Zusammen mit meinen Lieblings-Effekten Hall und Tape-Delay entsteht schon in diesem Moment ein komplexer Sound, möglicherweise sogar ein fast vollständiges Stück. Mit dieser Arbeitsweise stelle ich zudem sicher, dass die Musik live aufführbar bleibt und nicht überfrachtet wird. […] Von Cubase kommt üblicherweise nur eine Clock. Damit synchronisiere ich die Arpeggiatoren der Junos und manchmal meinen Drumcomputer. MIDI-Sequencing im eigentlichen Sinne passiert so gut wie gar nicht. Ich hätte damit zu wenig Eingriffsmöglichkeiten in die Stücke. Die Arpeggios kann ich dagegen beim Spielen jederzeit verändern, transponieren, aus dem Sync nehmen, neu einstarten usw. Das macht für mich den Live-Aspekt von Synthesizern aus.<<

*** nicht zuletzt dank des mit „Toilet Brushes“ betrommelten Flügels. Hiermit reiht sich N.F. in die Liste der Echotrommlern ein 🙂

Cure White Noise

Februar 26, 2019

Durch Zufall erblickte ich in der YouTube-Nächstes-Lied-Spalte ein 81er-Cure Livemitschnitt von „A Forest“, auf dessen Vorschaubild eindeutig ein Drumsynth* aus Lol Tolhurts Rototom-Wald herausstach, der für astreines Weisses Rauschen (z.B. bei 1.32′) gebraucht wurde.

Bildschirmfoto 2019-02-26 um 22.03.09

Wow – da muss ich direkt gegenchecken mit dem Drumsound des dazugehörigen Studioalbums „Seventeen Seconds“ von 1980:
>>“It really was the drum sound that largely defined the album’s sonic direction,“ continues Hedges, whose assistant Mike Dutton was credited as co-engineer. „The C-ducer contact mic had just arrived on the scene at that time, and after testing it in another studio I decided to mic the entire drum kit with C-ducers. I had initially tested the mic on other instruments, not drums, but then when I briefly tested it on drums I thought ‚God, they sound fantastic like that.‘ There’s absolutely no spill between the different drums when you use a C-ducer — each drum is completely separate. Every part of the kit was therefore miked with C-ducers — kick, snare, hi-hat, three or four Rototoms and two crash cymbals — and this gave us a very, very contained drum sound with no space at all. Everything is right up close, there’s no ambience whatsoever, and we then used reverbs and delays to give us the shapes and the sizes. I think the fact that the drums had such little ambience and were so sterile and cold really set up the mood we loved.
„Having recorded the cymbals this way, we also did cymbal overdubs because we wanted a very, very heavily compressed sound that had total sustain. You can hear that on a couple of songs, including ‚Play For Today‘ — when the cymbals crash there’s a click followed by a long, long sustaining cymbal, which is three 1176 compressors in a row. It hisses for about 20 seconds.“<< Quelle: Soundonsound/Classic Tracks

* letztlich wares es wohl drei separate Drumsynthesizer mit intergrierter Schlagfläche: zwei JHS SD-1 Pro-Rhythm Drum Synths, und eine Syndrum Synare-3X (?) aus deren Preset-Menü das Weisse Rauschen hätte kommen können:

Synare3x-WhiteNoisePreset

 

Ringo Swing = washing the windshield

Februar 20, 2019

>>The Ringo Swing, kinda washes the windshield on hihats<< Taylor Hawkins

>>that sloppy, swumpy, falling of the stairs kind of sound<< Abe Laboriel Jr

>>a big contribution of Ringo was that he used the tom toms as a part of the composition<< Stewart Copeland

Clap Cowboy

Februar 15, 2019

Was eher wie ein Kunstobjekt ausschaut, ist mein neues Schlagobjekt – der Clap Cowboy – der sich mit Hand oder Fuß drücken, oder von Stockhieben traktieren lässt.

Eine wilde Mischung aus diversen Knister- und Schüttelanwendungen, zwei Kastagnetten und drei mitklappernden Klanghölzchen.
Ähnelt einem Panzer, ist aber alles andere als „built like a tank“ und wenn schon mit Militärbezug, dann „a weapon of DJ culture“!
Ob Handclap Sample oder elektronische Hihat – beides möglich. Yippie!