Archive for the ‘Drum Machine’ Category

kick mutes

Juni 9, 2017

Lars Bartkuhn erzählte neulich eine schöne Anekdote zu den eigenartigen Kickdrum-Mutes so mancher Theo Parrish Produktion: dort hatte der Meister die Four On The Floor wohl eigenhändig & live auf der MPC eingedrückt und im Nachhinein die allzu wackeligen Parts einfach stummgeschaltet. Rough, eigen, einfach!

Da ich die Geschichte sehr schön finde, suche ich gar nicht erst nach Quellen oder Beweisen, sondern bleibe direkt im Thema drin und höre ihm zu:

>>To do a dangerous thing with style is what I call art<< (Charles Bukowski)

social Media

März 17, 2017

Ah, gecheckt! Social Media funktioniert im besten Wortsinn folgendermaßen:

Beim Schreiben des kommenden Artikels meiner drums & percussion Reihe „Oli trifft…“ geht es an einer Stelle um die Erinnerung an das schwarz-weisse Falco-Tourset von Curt Cress. Um das Bild im Kopf aufzufrischen – es ist ja um die 30 Jahre alt – suche ich im Netz nach Fotos, finde auf die Schnelle aber nur was im eigenen Blog, leider nichts zum damaligen Interview im drums & percussion Magazin. Dafür gibt es ein passendes YouTube Video von der 1986er Tour mit dem gewünschten SW-Set. Scharf ist anders…Und es gibt ein weiteres, etwas älteres Video, deutlich schärfer und  schlagzeugelektronisch interessant, das mich zu diesem Beitrag (Linn ’n Concert) animiert, der wiederum in der folgenden FB-Diskussion ein Post des drums & percussion Titels 1/87 hervorruft. Dass mir Mitch Thompson sein Heftexemplar gleich noch in die Post steckt und es sich auch noch um die Jubiläumsausgabe handelt schließt den Kreis – denn „Oli trifft…Matteo Scrimali“ erscheint ebenfalls in der Feier- (und Messe-) Ausgabe!

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PS. als ich das Heft gestern aus dem Briefkasten holte, hatte ich ein schönes Deja Vu. Und jede einzelne Seite kam mir sehr bekannt vor. Neben der C.C. Story ist auch das Interview mit Sly Dunbar ganz groß (und Blog-relevant: >>…so weist sein Drumset heute neben einer akustischen Snare und den (natürlich akustischen Becken) ausschließlich elektronische Instrumente auf. Da zählt ein Simmons SDS V (mit den alten, harten Pads – „die neuen sind mir zu weich“) ebenso zum Kit wie eine gesampelte „ddrum“ Bassdrum oder eine Drummaschine für die Claps.<<)

PPS. ein paar Informationen ordne ich heute ganz anders ein, denn was ich damals vermutlich überlas, beeindruckt mich jetzt dann doch: zum Beispiel die Info das bei der Falco-Tour eine 8-Spurmaschine mit Backingtracks mitlief (und der Orientierungsclick für Curtie aus den Monitoren hämmerte), oder der „Trick 17“ zum Boss Dr. Rhythm Digital DR-220 (was tatsächlich dann etwas später auch mein erster Drumcomputer werden sollte).

Linn ’n Concert

März 11, 2017

Curt Cress mit Linndrum Zuspieler, seinerzeit mit Falco: Templeblocks anstelle Mesh Heads, dirty Samples, große Gesten.
Und wenn mich nicht alles täuscht stehen die holzfarbenen Yamaha Concert Toms jetzt bei Christian Prommer (in den Red Bull Studios Berlin). Oder?

liebe Zeit!

Januar 23, 2017

Dass wir dem Umstand „Tod“ machtlos gegenüberstehen haben wir letztes Jahr hinreichend festgestellt. Unschön ist es aber dennoch immer wieder auf’s Neue.

Dass  jetzt  Jackie Liebezeit gestorben ist, stimmt mich traurig.
Der Mann, mit einem der besten Trommlernamen überhaupt, dem wohlwollenden Imperativ: liebe Zeit!
Der Drummer, der dieses Credo auf ureigene Art umzusetzen wusste und mit seinem flussorientierten Minimalismus sowohl Musikgeschichte, als auch Rhythmusbewusstsein geprägt hat.
Der Rhythmusmacher, der das Wort Maschine positiv besetzt hat und einer solchen auch als erster in Deutschland einen zusätzlichen Platz  im Bandkontext geschaffen hat.
Der Trommler, auf den die Bezeichnung bestens passte, da er vornehmlich auf Toms spielte.

Bitter! Aber sein Vermächtnis bleibt und sein schöner Nachnamen als Assoziationsanker auch!

Wendel

Januar 13, 2017

>>“We started using sequencing and stuff on [Steely Dan’s] Gaucho,“ replies Fagen, „out of desperation really. We were having trouble laying down ‚Hey Nineteen‘. We tried it with two different bands and it still didn’t work, so one of us said something like ‚It’s too bad that we can’t get a machine to play the beat we want, with full-frequency drum sounds, and to be able to move the snare drum and kick drum around independently.‘ Roger [Nichols] replied ‚I can do that.‘ This was back in 1978 or something, so we said ‚You can do that???‘ To which he said ‚Yes, all I need is $150,000.‘ So we gave him the money out of our recording budget, and six weeks later he came in with this machine and that is how it all started.“<< [Donald Fagen in SoundOnSound, 2006]

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So beginnt vor knapp vierzig Jahren die Geschichte des Wendel, dem ersten digitalen Drum-Replacement-Tool.

Robert Nichols: >>We found that there were certain feels that we couldn’t get out of real drummers — they weren’t steady enough. So we had to design something that would do it perfectly, but with some human feeling, the right amount of layback. Instead of just one high-hat sound that repeats machine-like over and over, we had sixteen different ones, so it had the inflections. Wendel can play exactly what the drummer plays — if he plays a little early or a little hard, Wendel plays it a little early or a little hard. Play it once, Wendel memorizes the song, then you play it again and it repeats what it hears.<< [1993, Quelle]

Hier noch ein Spruch aus der Bedienungsanleitung des weiterentwickelten Wendel Jr. (1984):
>>WENDELjr is NOT another drum machine. WENDELjr is a state of the art, digital, percussion sound replacement device. That is, the basic function is to replace the horrible drum sounds produced by any ‚drum machine‘, and replace drum sounds already recorded on tape, whether they were produced by a machine or a real drummer.

There is no need to use pre-delayed triggers with WENDELjr’s trigger input. The trigger response time is so quick (total trigger delay does not exceed 32 microseconds), that in many cases the new drum sound may appear as if it were happening early. In addition to the ultra- fast triggering, the drum sound can be tuned over a 2 octave range from the front panel control.<<

Dennoch schlußfolgerte Mr. Fagen in oben erwähnten Interview:
>> It took so long. It got a little better during The Nightfly, but it was so horrible, I have tried to figure out how to get out of sampling ever since.“<<

Sound of the Rhythmicon

Oktober 14, 2016

Heute Nacht lief im Deutschlandradiokultur eine Sendung über den Klangforscher Andrey Smirnov und seine Erkenntnisse zum Rhythmicon – dem weltersten Drumcomputer aus dem Jahr 1932. Quasi die Radiosendung zum Buch („Sound in Z“), stream-und downloadbar.

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3000!

Oktober 4, 2016

Diese runde Beitragsnummer wurde für die MPC-3000 reserviert. Damit erinnere ich an die letzte Roger Linn/Akai Sampling-Workstation aus dem Jahre 1987 und ihren Großmeister J Dilla – Grooveästhet & Forschergeist:

>>By the time he mastered his craft on machines such as E-MU’s SP-1200 and Akai’s MPC3000, J Dilla could have written his own manuals for all of them. Not bad for somebody who never read a single one himself. His extensive self-taught knowledge of the MPC3000 combined with the sampler’s immense capabilities led Dilla to develop a style all his own. Dilla flipped the script on how drum machines were used just as drastically as he flipped his samples. Instead of using the technology beneath his fingertips to quantize perfectly played patterns as so many others producers do, Dilla used his MPC to capture the flaws and flubs found in imperfect performances of live music. This technique caught the ear of renowned DJ and Roots drummer ?uestlove, who noticed Dilla was on to something big. „My mission to get accepted by the hip-hop nation was to sound synthetic like a drum machine, to sound like a sample“ he says. „His approach was to sound as sloppy as a real musician. But it was so sloppy, I know he wasn’t doing it by accident.“<< [Quelle]

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intern Weiterfeiern: 1000, 1500, 2000, 2500, 10 Jahre

PS. das alte Roland SDD-3000 bleibt nicht unerwähnt

Simmons Tom zum Einzählen

Juli 14, 2016

>>I also use one [Simmons tom] as a counting pad as well. When we started playing big venues, everyone started complaining that they couldn’t hear the stick clicks, so I had to set one up for that.<<

Duran Durans Roger Talyor im lesenswerten* Modern Drummer Interview vom März 1985.

* beispielsweise: warum R.T. kein Ridebecken spielt, der (gelbe 414?) Sennheiser-Kopfhörer für optimale Click-und Playbackortung, über hochgestimmte Tama Imperialstar Concert Toms (in den Größen 12″, 14″, 15″, 16″ – fast wie meine) und kreative Rhythmusarbeit (>>But we don’t actually use the [Linn] percussion as percussion. We use the percussion to trigger synthesizers.<<)

Mr. Mister Mastelotto

Juni 23, 2016

In diesem Video erklärt Pat Mastelotto ein paar seiner Programmierungs-Kunstgriffe für die Mr. Mister Tracks „Broken Wings“ und  „Is it love“ aus dem Jahre 1985.

Für  die „Broken Wings“ wurden sowohl Linndrum als auch das Simmons SDS-V bemüht. Der tief herunter gestimmte und anschliessend gefilterte Rim-Klang (‚1.30) – den Herr Mastelotto für sich als „tennis ball Sound“ memorisiert –  war von der Marvin Gaye typischen „Conga mit viel Hall“ inspiriert und kam aus der programmierten Linndrum. Das exotische Simmons Becken (‚1.21) hingegen wurde von Hand eingefadet.

Hier die akustsiche Vorlag für den Linn-Rim, eine typische Marvin Gaye Conga mit viel Hall:

Für das effektvolle Interlude in „Is it love“ (‚1.49) wurden  die Linndrum-Klänge personalisiert, in dem (teilweise) selbstgebrannte Eproms zum Einsatz kamen, und im inneren des Geräts an den Oszillatoren und Filter gedreht wurde.

 

OBM = one man band

Mai 12, 2016

Eigentlich wollte ich nur kurz die die 1978er Sun Ra Platte „Disco 3000“ erwähnen, die mir wegen ihrer heissen Synth-und Rhythmusbox-Auftritten im Free-Jazz Umfeld für den Blog bestens reinläuft.
Laut Allmusic Guide wird der elektronische Part einem Crumar Mainman zugeschrieben, über den sich jedoch keine Fotografie und nur spärliche Infos ergoogeln lassen:
>>a keyboard called the Crumar Mainman, only 10 or so of which were manufactured. The Crumar Mainman was the first ever keyboard to use pre-programmed beats, and it sounds great. I have never actually seen a photograph of one, but it sounds great, with all sorts of wah and tremelo effects<<

Und so bastel ich mir den sagenumwobenen Mainman im Kopf selbst zusammen, aus Multiman, DS-2 und OBM-2.