Archive for the ‘Drum Machine’ Category

im Bus oder als Maschine

September 15, 2021

Vom 15. -18. September ist wieder Superbooth in Berlin.

Stellvertretend für bestimmt ganz viel Spannendes weise ich auf Martin Stimming’s Instant Mastering Chain (mit nur einem Kilogramm Gewicht äusserst reisefreundlich, auch für den Drum Bus empfohlen), sowie auf die fette Erica Synths Pērkons HD-01 Drum Machine (mit Analog Delay!) hin.

Passend dazu – als Nachträg zum nine-o-nine day – eine schickes Foto von Cinthie mit dem geliebten Roland Meilenstein.

PS. wer gerne auf TR-707 und TR-727 in der DAW zocken würde, kann sich dort mal umschauen…(danke für den Tipp, Axel!)

ecco!

August 30, 2021

Momentan wechseln sich die unterschiedlichen Konzertprogramme wild ab – intensiver Jazz mit Nils Wülker, Fernreisen mit DePhazz, Festivals mit Hattler, Neues mit dem Kabuki Ensemble, leiser Jazz mit Le Jeune Martin – aber unbeeindruckt von der stilistische Unterschiedlichkeit verrichten meine Meinl Deep Hats einen eins a Job als Ride und Crashbecken undbegleiten mich leichtgewichtig entweder als Handgepäcksbeilage oder direkt im Reisekoffer.

Hainbach hat ein tolles Video zum Eko ComputeRhythm hochgestellt, der wohl ersten programmierbaren Rhythmusmaschine aus dem Jahr 1972; dem Startschuß des 16 schrittigen Lauflicht-Sequenzers.
Ein Hoch auf den Erfinder, Aldo Paci!!

Zum Abschluß noch ein amüsanter Nachtrag zu Chris Daves Echodrums-Konzept, bei dem der Tonmann den Schwellenwert eines Gates so einstellen muss, dass die zweite Snare nur bei sehr lauten Schlägen ins Delaygerät rutschen:

PS. ecco (italienisch) = aha!, eco (italienisch) = Echo, eko

Drumbrute Impact

August 9, 2021

Einen Tag nach dem 808 Datum kann ich getrost meine aktuelle Alternative zur legendären Analogmaschine präsentieren, den Arturia Drumbrute Impact.

Deutlich günstiger, vor allem mit der von mir so geschätzten Tap Tempo Funktion (und der Möglichkeit einen Clock-Impuls an das ein oder andere Echogerät zur Synchronisation weiterzuleiten?).
Bin gespannt!

Dazu drei 808 Jams von DJ Friction, >>classic hip hop and r&b songs that all used the TR-808 drums sounds/rhythms<<:

I cannot believe it’s true

Juni 26, 2021

Fährt einem bei der Anfahrt zum Gig ein älterer Fiat Regata voraus, so läuft im Kopf „Police„, landet man wenig später überraschender Weise auf der Landstraße 303, dann hüpft der Schrittmacher des elektronischen Musikers vor Freude, stellt sich der Auftrittsort schließlich als Open-Air im Hofgarten heraus, dann jubelt auch der organische Trommler in mir.
Und letztlich: Musikmachen vor echten Menschen, hell yeah!
Das war eine äußerst angenehme Wiederaufnahme des Wülker „Go“ Fadens!

Von Arne gab es noch die Empfehlung zum Audiobook von Phil Collins „Not Dead Yet“, woraufhin ich mich bei Rückfahrt direkt durchs Solo-Ouevre des großartigen Drummers gehört habe.
Selbstverständlich mit Nostalgiewelle, aber auch neu entdeckten musikalische Facetten, wie beispielsweise:
– viele Beats, die (teilweise programmiert) ganz/fast ohne Beckenklänge auskommen: „In the Air tonight“, „Like China“, „Do you Care?“, „Don’t loose my number“. 
Die Höhen kommen dann meist vom e-Shaker, steigernde Energie entsteht oft dank Tom-Overdubs.
– der „I don’t care anymore“ Opener dessen Snare/Tom-Phrase trocken beginnt und zur Steigerung einfach immer stärker effektiert wird
– Echodrums bei „Hand in Hand
– ein zitiertes „Tonight“ Tom-Fill in „Thru these Walls“
– immer wieder Brit-Funk („Behind the Lines“, I’m not moving“, „I cannot believe it’s true“)

Jetzt will ich mir noch das Corona bzw. Free Jazz Experiment anhören, bei dem mehrere Hannoveraner Musiker unabgesprochen und ohne einander zu hören gejammt haben.


Sonstige Wochen-Highlights:
Carlton Barrett hinterm Simmons Kit (1987) und dieses Max Frisch-Zitat:

>>Man sollte die Wahrheit dem anderen wie einen Mantel hinhalten, dass er hineinschlüpfen kann – nicht wie ein nasses Tuch um den Kopf schlagen.<<

das zweite „r“ für Roland?

Juni 9, 2021

Berufsschullehrer, „Rockin’ House“ Label-Manager, Pattern-Programmierer für die Roland TR-Geräte: Rodney Bakerr (mit dem schicken, künstlichem Doppel-R) war eine Legende. Letzte Woche ist der Chicago House-Pionier verstorben.
Also lasse ich nun seinen Sound erklingen, denke dabei über den Erwerb einer Behringer 909 nach und lese mir anschliessend nochmals in Frieder Butzmanns schönem Buch „Musik im Grossen und Ganzen“ jene Anekdote über die Suche des Grooves (auf Seite 27f) durch.

809 Kick

April 27, 2021

Hannes Bieger hat aus zwei Legenden eine neue (Kickdrum) gebastelt und zum freien Download auf Soundcloud gestellt.

Hell’s Rarebit

April 3, 2021

Meine Lieblingsplatte für den Karsamstag kommt von Fila Brazillia: „Luck to be a weirdo tonight“ , dort direkt in den B-Teil von Track 4 hüpfen: „Hell’s Rarebit“

Ein passendes Osterei kommt aus King Tubbys Studio, nämlich Foto und Insights zu seinem MCI Mischpult.

Schließlich noch ein Bild mit vielen Hihats und einem großen E von mir. Eigentlich der temporäre Dämpfer für mein Meinl Drummer Tamburin (E-twas weniger Schellen…), anlässlich dieses Wochenendes aber auch ein kleiner Stabreim:
Eppy Easter! Eventuell Eier essen?

die seltsamste Musik des Planeten! Und zwar wegen der Haltung, der attitude

März 31, 2021

Diedrich Diederichsen schrieb für die taz einen spannenden Artikel über den brasilianisch-schweizerischen Komponisten und Instrumentenerfinder Walter Smetak.
Ich denke beim Lesen sofort an Ali Neander (obskure Saiteninstrumente), Rainer Römer (das Ensemble Modern hat wohl Smetak aufgeführt) und Lars Bartkuhn (weil in Brasilien, Smetaks Instrumentenskulpturen stehen in Salvador im Museum Solar Ferrão).

Nun läuft das von Cae­tano Veloso 1974 finanzierte und produzierte Debut-Album.

Gleichzeitig auch der von Gerhard geschickte Link zum Pocket-Beatbox-Bauer Koka Nikoladze.
Und dabei erklingt ein Third Record, das nicht besser hätte komponiert werden können…

Futurhythmaschinen

März 28, 2021

Philo hat mich auf diesen vielversprechenden Wälzer (Buch bzw. schweres, aber freies PDF) aufmerksam gemacht: Die Dissertation ›Futurhythmaschinen‹ Drum-Machines und die Zukünfte auditiver Kulturen von Malte Pelleter. Ganz nach meinem Geschmack mit begleitender Spotify-Playlist und vielen Zwischenüberschriften, die Lust auf mehr machen!

Schon beim ersten Durchwischen bin ich zufällig bei drei interessanten Stellen gelandet:

1. Ein Screenshot wie der Perkussionist James Mtume beim Montreux Gig mit Miles Davis (1973) hinter einer Korg Minipops 3 Rhythmusmaschine zu sehen ist.
>>Ich springe noch einmal zurück. Höre noch einmal das Stoppen der Band und Davis’ so technoid kreischende Orgel, die sich in die Lücke gießt. Gute zehn Sekunde reißt er damit ein Loch in den Groove hinein, dann schaltet er die Band zurück auf ›On‹. Und dabei schaltet sich eine weitere Maschine ein: Mitten in den Groove hinein, der zurück ist, als sei nichts gewesen, lässt der Percussionist James Mtume das hektische Klackern einer Rhythmus-Maschine aufbranden. Dabei macht er allerdings keinerlei Anstalten, das Pattern der Maschine in das Grooven der Band einzufügen, sondern lässt es bei hoch aufgedrehtem Tempo-Regler immer wieder in deren Spiel hinein- rasseln. […] Gerade andersherum wird die Maschine gegen den Groove laufen gelassen. Sie schwappt daran immer wieder empor, um dann unter anderer Percussion und zerrenden Gitarren-Fetzen zu verschwinden. Durch den unbekümmerten Dreh am Tempo und eine klassische mixadelische Effekt-Kette transformiert Mtume die Pattern seiner Rhythmus-Maschine in abstrakte perkussive Texturen, die er auf, neben und zwischen dem Grooven der Band ausbreitet.<< (Seite 222, 224)

2. Wie die Toningenieurin Susan Rogers (dort in der Red Bull Academy) erzählt, wie die Drum-Sounds der Linn LM-1 >>vor allem Ausgangspunkt für weitere Klangexperimente waren und wie wichtig etwa Princes Board aus Gitarreneffekten für das Sound-Design seiner Drums wurde:
»So we would take his BOSS pedal-board from his guitar rig and just plug it into the drum machine, the output of the drum machine and we could send claps or snare or toms usually and hihat, whatever we liked through this mixture of the heavy-metal-pedal and the flanger and the chorus and the delay and the distortion. So dialing in on the pedal-board, dialing in the sound for the percussion was one of the tricks that he invented and that others copied in his work.«<< (Seite 452)

3. Dann gibt es noch den Grüntee-Unfall, der eng mit dem Beckenklang-Entwicklung für die TR-808 verbunden ist (Seite 303) und die Frage ob nicht Ikutaro Kakehashi 1967 durch seine Rhythm Ace FR-1 den Bossa Nova erfunden hat, >>insofern er der erste war, der ein ›korrektes‹ Pattern aus den zuvor vage flottierenden Konzepten von Bossa-Rhythmik heraus destilliert und in rhythmaschinische Hardware gegossen hat<<? (Seite 228)

Zum Abschluß höre ich noch Prince Jammys „Auto Rhythm“ vom 1986er Album Computerised Dub

und J. J. Cale „River Runs Deep“ (1971) mit der Rhythm Ace Fr-3.

The real Trash Cymbal

März 26, 2021

Omar Hakim hat sich in den frühen 1980er Jahren gerne mal einen Mülltonnendeckel angebohrt und auf einem Beckenständer platziert, ein eins a Ansatz um die typischen Drum Machine Claps zu simulieren.
Wissen wir ja schon. Egal, hier das Originalzitat aus dem Modern Drummer 12/1984

>>When we were doing the song „Where The Moon Goes“ there was a drum-machine beat, which had handclaps programmed on every third beat. We were not going to use the drum machine, so I had to get something to simulate that sound. We banged on everything in Joe’s house and his backyard, and then I said, „Garbage-can lids.“ To his wife’s dismay, Joe got the garbage-can lid out of his backyard. He drilled a hole in it, we put it on a stand, and I used it on that tune.<<

Dass diese charmante Idee auch direkt eins zu eins auf den Markt gebracht werden wollte, beweist die (offenbar einmalige) Anzeige (in Modern Drummer 10/1984):

So eine Verkaufsidee ist für mich ähnlich seltsam, wie Sea Pod Shaker, die vom Flammenbaum wachsen… Da bin ich doch eher ein DIY/Mundraub Kandidat.

Aktuell gibt es übrigens auch wieder Trash Cymbals, die haben jetzt aber mehr als ein Loch und sehen so aus: