Archive for the ‘Ideas’ Category

Garage

September 27, 2021

Ich höre! Large Joints & The Great Gatsby:

(zuvor gab’s den Electronic Beats Blind Test // 1995-2000 UK Garage)
Das vorläufige Wahlergebnis steht und jetzt braucht’s dringend gute Ideen.
Chris Dave hätte schon mal eine, nämlich die Kombination aus Lochbecken und Junk Hat:

OK: Garage als Stil, Thinktank und Kreativ-Werkstatt oder tatsächlich als Automobil-Behausung. Und da Pit gleich Geburtstag feiert, hier ein Foto von der vielleicht bekannteste Einzelgarage Deutschlands, die Carl Benz im Jahr 1910 in Ladenburg errichtete.

Musik! (nochmals Chris Dave…)

classic ideas

März 3, 2021

Habe heute bei den Master-Abschlüssen der klassischen SchlagzeugerInnen wieder viel gelernt! Vor allem die pseudo-elektronischen Effekte haben’s mir angetan.

Beispielsweise eine auf dem Paukenfell in Kreiselbewegung versetzte Crotale – another one-handed kind of roll – macht in Markus Haukes „Richard, ausatmen“ den Schluß klar. Parallel zum Kreiseln wird zusätzlich auch noch die Tonhöhe hochgetreten:
Crotale Spin & manual Pitch Bend, yeah!

Auch klasse: verschiedene Finger-und Schuhbürsten, die langsam kreisend über das Schlagfell der Gran Cassa gezogen werden und Rauschgeräusche erzeugen, die an eine subtile Lüftungsanlage oder einen entferntem Staubsauger erinnern.

Dann doch mit Strom: Andy Akihos „Stop Speaking“ für Snare und Mac Stimme.

… beziehungsweise mental verstromt: ich stelle mir gerade eine Version von Iannis Xenakis „Rebonds b“ auf dem Vermona DRM Drumsynth vor – die würde bestimmt auch im Club funktionieren…

Klebstoff!

Februar 5, 2021

Hatte neulich folgende Selbsteinschätzung im schönen Gespräch mit den „2 talking drummer“ (Frank Dapper und Stephan Emig):

Ich bin ein Freund der Harmonie und stelle gerne Bezüge her, verknüpfe leidenschaftlich Dinge, die oftmals auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun haben. Irgendwie findet sich immer ein Kunstgriff, der einen Kompressor-haften „Glue“ erzeugt und diese verbindende Elemente sind offenbar meine entscheidenden Werkzeuge geworden, in puncto Songgestaltung, in puncto Groove (hello delay pedals, shakers & jinglesticks), in puncto Bandgefüge. So weit, so nachhörbar.

Habe aber was Wichtiges vergessen – war halt noch nie ein First Take Formulierer – nämlich, dass mir das neue Bezüge-Schaffen auch sehr hilft, gängige Idealvorstellungen und Konventionen zu hinterfragen, gar zu umgehen, um im Idealfall was Eigenes, Persönliches zu schaffen. 
Beispielsweise: dass mich das Rudiment Thema nicht so fasziniert, muss kein Stress erzeugen;
wenn ich mein Schlagzeug nicht so aufbaue wie es mir die Herstellerkataloge seit 35 Jahren zeigen: no prob;
wenn Stockhaltung=katastrophal (weil ich zusätzlich zum Stock auch noch einen Shaker halten möchte), egal, go ahead, und wenn das akustische Ergebnis überzeugt ist doch alles gut 🙂

Ach ja, zweite Erkenntnis: Inhalte sind mir wichtig, Mimik, Tonfall und vor allem das gemeinsame Lachen mindestens ebenso! Ist auf jeden Fall auch so ein Klebstoff, wohltuend ohnehin! Im Podcast, im Zoom-Unterricht, anstelle misverständlicher Emails…
Insofern, ein Hoch auf die Videokommunikation.

Wood Clap, small

Mai 17, 2020

Ich klatsche beim Wäscheaufhängen zur Trip Hop Playlist von Gilles Peterson

Lauflichter

Februar 10, 2020

Die Kraftwerk Mini-Referenz in den Simpsons (28. April 1996) finde ich vom Text her ähnlich schön wie das Sesamstraßen-Outro im Fanta4 Track „Jetzt geht’s ab“ (1991): >>Ja, Bert, wenn ich diese Glocke bewege, dann läutet sie, ja. Aber es könnte doch auch sein, dass ein Monster erscheint und auf der Flöte spielt.<<

>>Ja, ja, ja – bitte beeilen Sie sich mit diesem ganzen Kunstmist. ich möchte nur gern rechtzeitig zurück in Stuttgart sein, um mir die Gruppe Kraftwerk anzuhören.<<

Aber jetzt zum Wesentlichen, den neuen programmierbaren Lauflichtern des „Temporären Elektronischen Salongs„:
Eigentlich sind wir ja auf der Suche nach einem Lampen-basierten Cue-System – bei dem jeder Spieler seine persönliche Leuchte anschalten/triggern kann, um die Aufmerksamkeit der Mitmusiker auf seinen Vorschlag zur weiteren Gestaltung zu lenken – dass bei der Suche nun erst einmal elektronische Namenschilder im Kraftwerk Stil gefunden wurden, ist aber auch nicht schlecht.

Tom-Hat

November 21, 2019

Freshe Idee von Jerome Deupree, irgendwo zwischen Hihat, Pedal-Pauke und Pedal-Pitch Funktion eines Pearl Syncussion Edrums:

Roto-Tom der Zukunft?

[im ursprünglichen Beitrag schrieb ich die Idee Chris Georgenes zu, der hatte aber nur gefilmt und gepostet – danke für’s genaue Lesen, lieber Axel Mikolajczak!]

verWeil‘ am Rhein!

Oktober 10, 2019

Hey, Gigs in Lörrach haben was! Eine schöne Venue, zudem die Nähe zu Basel, Weil am Rhein und Riehen – sprich Rheinschwimmen (asap), Vitra Design, Zaha Hadid und die erholsame Fondation Beyeler.
Ich konnte jedenfalls VOR und NACH dem Hattler Konzert im Burghof mächtig viel Inspiration einpacken, was meine Gedanken, die Gespräche unterwegs, selbst mein Traumgeschehen angenehm färbt…
Kommentarlos hier ein paar Snippets, die im Idealfall vielleicht auch bei Dir, lieber Lesender, was bewirken??

Resonating Spaces
>>Die englische Schreibweise des Titels verdankt sich der Bedeutung des Wortes »resonating« und »resonance«, die offener bleibt als der deutsche Begriff »Resonanzraum« und die sowohl physikalische Phänomene bezeichnet, die zur Erzeugung von Klang führen, als auch das Hervorrufen von Bildern, Erinnerungen oder Emotionen anspricht.<<

(Leonor Antune, Silvia Bächli, Ausschnitt vom Ausstellungsplakat)

(im Garten sitzen – wie daheim, Winkelarchitektur, traumhaftes Tankstellenhäuschen von Jean Prouvé)

Objekte der Begierde. Surrealismus und Design 1924 – heute

sur.jpg

Als Gegengewicht lege ich noch zwei spannende Bücher ins Hotelbett (Stephan Emigs vielversprechendes Paket über die „Fünf Wege zu mehr Musikalität„, sowie einen alten Glauser) und verlinke Peter Unfrieds Erklärung zur Position von Jonathan Safran Foer, der sagt, dass wir zwar von der Erderhitzung wissen, aber nicht an sie „glauben“.

IMG_3059

#head2heart

von Echo gewordenen Fledermäusen

September 17, 2019

Das Echo-Buch ist so gut wie geschrieben, der Netz-begleitende Teil längst angelegt, aber der Ideen-Pool für die Umschlagseite ist immer noch eine große Bastel-Baustelle.
Immerhin beruhigt das Herumkritzeln…

IMG_2776

Watch out for: „Echodrumming – anders trommeln dank Strom & Effekten“

Binkstruments

September 13, 2019

Die Instagram Seite von Binkbeats gleicht einem Klangmuseum.
Was für ein interessanter Typ, der mit überbordender Kreativität, grenzloser Musikalität und einem Goldgräberinstinkt (gepaart mit einem vermutlich nicht unerheblichem monetären Aufwand) seine Grenzen auslotet und immer wieder Neues schafft!

Bildschirmfoto 2019-09-13 um 12.05.15

Auf einen anderen Zettel notiere ich die dort entdeckten „Special Effects“ (Earthquake Devices „Rainbow Machine“, Skychord „Cloudbuster“, Red Panda „Particle“).

Klassischer Sommer

Juli 14, 2019

In den letzten drei Wochen bestimmte die klassische Art Musik zu machen große Teile meines Alltags (und meiner Gedanken).
Es begann mit den Aufnahmeprüfungen der Musikhochschule, die bei mir öfters generelle Fragestellungen jenseits der eigentlichen Darbietung aufwerfen. Wie zum Beispiel:
– Warum bestäuben Paukenspieler nicht jene Finger, die auch zum Dämpfen verwendet werden, (wie ein Reckturner) mit Magnesia Pulver, bzw. einen kleinen Bereich des Paukenfells (wie der Tablaspieler seine Trommeln) mit Pulver, auf dass der eigentliche Vorgang der Tonbeschneidung lautlos verläuft und nicht durch schmatzende, durchaus (a)rhythmische Ablösegeräusche der schwitzenden Hand beeinträchtigt wird?
– Warum werden bei Snaredrum Stücken die leisen Noten immer am Rand ausgeführt, einer Trommelregion, die im Gegensatz zum Fellzentrum deutlich reicher an hohen (somit durchsetzungsfreudigen) Frequenzen ist?

Es folgten eine Probe und ein Konzert mit der Musik von Sebastian Studnitzky, arrangiert für Jazz-Trio und Kammerorchester.

9e65e363-cab9-4ec9-abcc-8a07e0a3b5a6 2

Dank bestehender Mitschnitte konnte ich mir zwar im Vorfeld ein klares Bild machen (bzw. transkribieren), die Schwierigkeit für mich als „Nicht-Klassisker“ besteht jedoch später, wenn ich Teil des Schiffes bin, darin, die Gesten des Dirigenten perfekt zu deuten: Wo genau liegt dessen Puls beim Einzählen (bei Ritardandi), wo die „eins“ für meinen Einsatz oder den gemeinsamen Schlussakzent?
Diesbezüglich helfen mir konkrete Fragen direkt bei Probenbeginn an den Dirigenten, aber auch an einen Mitmusiker, der den visuell abgenommen Puls einfach mal auf meiner Schulter mitklopfen soll. (Mindert meinen Stress und spart Zeit für alle.)
Unangenehm schwierig wird es für mich vor allem dann, wenn das beim Dirigenten gesehene und das vom Orchester gehörte stark von einander abweichen, aber kurz darauf punktgenau eingestiegen werden soll – eine solche Situation kann ich oftmals (nur eigenmächtig) mit einem deutlichen Pickup retten, der im besten Fall Klarheit für alle bedeutet, zumindest aber für einen konkreten Anschnitt sorgt. Oder man bespricht im Vorfeld noch einen weiteren für alle überdeutlichen Vorzähler des Dirigenten.
Toll, dass ich bisher ausschließlich verständnisvolle und hilfsbereite Dirigenten erlebt habe!

fullsizeoutput_d2130004200

Jetzt bin ich gerade zurückgekommen von einer erfüllten Woche, in der wir mit DePhazz und der (ungeheuer sympathischen) STÜBAPhilharmonie sowohl ein Konzertprogramm erarbeitet, als auch Aufnahmen für den begleitenden Tonträger gemacht haben.
Auch hier musste ich mir einen Workflow zurecht legen, der den Anspruch einer tighten und stabilen Groovegrundlage einerseits, sowie der homogenen Verschmelzung von Band- und Orchesterklang gerecht wird.
Letztlich habe ich mich oftmals dazu entschlossen, mein Metronom zur Hilfe zu nehmen.
Mir wurde klar, dass ich im Clicktrack-freien Combo-Kontext öfters vermittelnd trommle, sprich, auf unterschiedliche Tempo-Gestaltungen dezent eingehe, um ein harmonisches Rhythmusgerüst zu bewahren. (Das darf dann durchaus leicht schwanken, wie es auch ein Wolkenkratzer nicht anders kann.)
Sich als Pop-Trommler im Orchester-Kontext jedoch auf das Gehörte zu verlassen, kann mächtig nach hinten losgehen. Je nachdem wo das Drumset aufgebaut ist, kommen manche Instrumentengruppen allein rein physikalisch zu spät an meinem Ohr an, andere wiederum interpretieren geschriebene Noten auf bestimmte Weisen. Es hilft also wiedermal nur der Blick zum Dirigenten und mir für die eigene Stabilität ein mit dessen Einsatz eingestartetes Metronom. In schwierigen Fällen hilft der aufgesetzte Kopfhörer – zum Abschotten und Tempohalten.
Vorort gab es auch eine Soundbrenner Metronom Uhr, die den Puls ähnlich wie ein vibrierendes Smartphone an den Körper übermittelt. Konnte ich leider bisher nur trocken und noch nicht während des Spiels ausprobieren. Auf jeden Fall: spannend.

IMG_2273

(Luftpolsterfolie, Hantelgewichte und DIY Molton-Absorber für einen kompakten Sound)

Und jenseits allem Ungewohnten, bisweilen Stressigem ist das Ergebnis grandios: eine immense Steigerung der Klangvielfalt und gestalterischen Möglichkeiten (Dynamik, Agogik, „Anzahl der Layer“), die ganz andere Spannungsbögen ermöglichen.

Zum Ausgleich reite ich jetzt mental die Wellen der Sommerferien – lesenderweise (da…) –  und freue mich auf’s nächste Soundbad:
>>Doch Wellen tanzen zu einer endlos komplexeren Melodie. Und tatsächlich kann sich das Problem einem Surfer, der im Line-Up sitzt und versucht, die Strukturen eines Swells zu entziffern, als musikalische Fragestellung präsentieren. Nähern sich diese Wellen vielleicht im 13/8-Takt, mit sieben Sets pro Stunde, bei denen jede dritte Welle im Set eines von Gottes Jazzsolos, dessen Struktur unser Fassungsvermögen übersteigt?<<
>>Bei der Musik wie bei Wellen, sagte er, müsse man sich »einer Kraft überlassen, die größer ist als man selbst«. Damit, fand ich, hatte er völlig recht.<<
William Finnegan „Barbarentage“ (Suhrkamp 2018, Seite 424f, Seite 528)