Archive for the ‘Live’ Category

Care!

Juli 12, 2021

Egal ob damit die fragile Effektgeräte-Tasche gekennzeichnet oder das Loch im Schuh geflickt wird, das Klebeband aus dem Ono2 zeigt Attitude.

Die letzte Alltagswoche beginnt entspannt mit der tollen Soulsearching Radiosendung vom 08.07., bei der mein Musik-und Fußball-Freund John Steinmark aka DJ Kool Kurt zu Gast war. Hey, auch Jazz Montez (John & Lorenzo Dolce) kümmern sich kräftig (und inhaltlich großartig), nämlich um die Musikkultur in Frankfurt. Ein erster LP-Sampler steht im Startblock und ihr 10 wöchiges Hafenpark-Festival „Holiday Deluxe“ läuft noch bis zum 12.09.

PS. In Johns Playlist findet sich auch ein Blog relevanter Echodrums Bezug.
Weather Report „Slang“ aus dem Jahr 1978 ist ein typisches Jaco Pastorius Bass-Solo dieser Zeit hören, bei der eines der frühen digital Delays, das MXR M-113, als Looper fungiert.

Die Leichtigkeit des Seins

Juli 10, 2021

Die Dub Geschichte ist schön, aber analog zu den Rivalitäten der damaligen Freiluft-Diskos (Sound Systems), beanspruchen mehrere Protagonisten die Krone für die Erfindung dieser Spielart. Fakt ist, die mehrspurige Tonbandmaschine war die nötige Grundlage, um Bandsound und Gesang getrennt aufliegen zu haben. 
Wir schreiben das Jahr 1968. Eigentlich wollte der Sound System Betreiber Rudolph „Ruddy“ Redwood lediglich eine weitere Testpressung (die sog. Dub Plate) für seine nächste Party schneiden lassen, doch Byron Smith hat dabei versehentlich die Gesangsspur nicht mit kopiert, also nur eine instrumentale Version erstellt, die Redwood dennoch mitnahm und mit großem Erfolg mehrfach hintereinander spielte. Der gesanglose Paragons Hit „On The Beach“ erzeugte ein derart wohlwollendes Hurra – weil Mitsing-Erlebnis im Publikum – auf dass die „Version“ fortan zum Standard jeder Produktion wurde und schließlich auf der B-Seite der Singles ihren Platz fand.

Spätestens ab 1972, nachdem King Tubby das von Byron Lee ausgemusterte 12 in 4 Kanal MCI Mischpult übernommen hatte, folgten die experimentellere Dub Versionen mit den typischen Merkmalen wie freigestellter Bass/Schlagzeug Rhythmus, ausufernde Hall-und Echoeffekte, Hochpass Filterung, Kompression. 
Ab diesem Zeitpunkt wird sogar einem Haus, einer Wohnung oder einem Raum, nämlich jeglichem Tonstudio zugestanden, Instrument zu sein.
Der eigentliche Inhalt der Dub-Geschichte ist sommerlich-frisch klingender Sound, der seit 50 Jahren nicht nur die Musik-Collage hochhält, sondern immer wieder für relevante Weiterentwicklungen (Cut & Paste, Remix, DJ Culture) und Überraschungen sorgt.

Passend dazu der Halbfinal-Bericht der taz: >>Die außergewöhnliche fußballerische Leichtigkeit an diesem Abend (mit Vorteilen auf spanischer Seite) verband sich mit der Leichtigkeit des Seins (mit Vorteilen auf italienischer Seite). Eine Kombination, die diesen Abend erst einzigartig werden ließ. In 120 hochemotionalen Minuten musste der Schiedsrichter nur dreimal zur gelben Karte greifen. Auch bei den eifrig hinterherlaufenden Italienern ging es stets darum, irgendwie ins Spielen zu kommen.<<

Foto: Laurence Griffiths/Reuters via taz

In diesem Sinne: Auf ein schönes Endspiel morgen!
Und wer davor noch Lust auf intermediale Echtzeit-Kollagen hat, der besucht unser drittes und letztes Moment:an Kopfhörerkonzert um 20h im Frankfurter Ono2.

Muffins für fetteren Sound

Juli 7, 2021

Happy Birthday, Ringo Starr (81!) – happy Birthday „Muffins“ (newborn)

Der 7.07. wird nicht nur von Fans der (für mich schicksten…) Roland Rhythmusmaschine TR-707 (…weil sie sich damals schon dank meines Lehrers Peter Kumpf in dem Mini-Raum der Jugendmusikschule breit machen durfte) und der Beatles gefeiert, auch Thorsten Reeß aka Mr. Muff (der schwäbische Erfinder von Muffkopf & co) gebührt ein Kaffeekränzchen – nämlich zum Veröffentlichungstermin seiner neuer Trommeldämpfer.

Die „Muffins“ denken das so simpel wie beliebte Geschirrtuch-Thema weiter. Es sind von einem Filzring verstärkte Tücher, passgenau für 10er, 12er, 14er und 16er Felle, zudem äusserst reisefreundlich, weil sie sich (ähnlich einer Matrjoschka) ineinander aufräumen lassen und so beispielsweise in der Beckentasche zwischen zwei Blechen einfach transportiert werden können. Der kleine 10er Muffin ist darüberhinaus mit zwei Knopflöchern versehen, so dass er auch Hihats und Becken dämpfen kann.
Die damit gedämpften Instrumente klingen satt und muffig und versprühen analog zu ihrem schmucken Muster einen ordentlichen Vintage-Sound.

PS. Wie wir alle wissen, gibt es im Schlagzeugladen längst schon Donuts – die sind ebenfalls lecker, dennoch anders.

Sprich, die Vielfalt bringt’s und bedient unterschiedliche Geschmäcker.
Und wenn’s nach meinen Vorlieben geht, dann kombiniere ich auf der Snare direkt beide miteinander. So wie sich Hellmut Hattler gerne mal Samba Kokos und Himbeermarmelade aufs Brot schmiert, schichte ich unten einen Donut, obendrauf den Muffin – richtig fett!!

Echtzeitkunst mit konkretem Anspruch

Juni 29, 2021

Traumhafte Kulisse, spannender Plot, Corona-konform!

Vom 1. bis 11. Juli werden im Frankfurter Ono2 die Ergebnisse des Moment:an Versuchs präsentiert, bei dem die Zeichnerin Kamü und das Musiker Duo Rubow & Leicht intermedial improvisieren, um schöne Bilder und einen stimmigen elektro-akustischen Sound zu erzeugen.
Es gibt einen 15 minütigen Film fürs Schaufenster (und hier), Galleriezeiten (täglich 19-21h) sowie drei Live-Happenings (am 01./08./11. Juli jeweils ab 21h) vor dem Frankfurter Ono2 (Walter-Kolbstr. 16).

Gestartet wird in völliger Freiheit. Um den Moment zu strukturieren helfen große Ohren, offene Augen und ein kleines Regelwerk, ein dezentes „wenn – dann“ Verständnis, das angewendet werden darf, aber nicht muss, sowie subtile klangliche Verstrickungen:
Denn es wird nicht nur auf Trommelfellen und Becken geräuschvoll gezeichnet, die (mittels Drum-Pickup abgenommen) Fell-Klänge bzw. die mit einem Mikrofon bemalten Becken und radierten Vorlagen können ebenso das Klangergebnis beeinflussen…

Neustart Kultur!

Meehr!

Juni 23, 2021

Wie geht es uns, Herr Rubow?
Müde, aber glücklich! Erstmals wieder Konzerte vor echten Menschen gehabt, zudem noch einen schönen Tag am Meer und dabei die Vorteile des Handgepäckreisens entdeckt. Ab sofort möchte ich nur noch mit einem federleichten Turnbeutel (der auch als Stocktasche eine gute Figur macht) und schmaler Beckentasche mit zwei Hihat-Pärchen (Byzance Jazz Hihats für gleichnamigen Zweck, Anikas Deep Hats als Crash und Ride-Becken) aus dem Haus müssen.

Und die Kunst?
Gestern Nacht wurde die interaktive Begegnung mit der Zeichnerin Kamü abgefilmt, ein Teil (besser gesagt die Ono2 Schaufenster-Bespielung) unserer anstehenden Moment:an Ausstellung, heute nochmals Aufnahmeprüfungen, laut Liste auch mit „System“. Bin gespannt!

Die Farbwahl des Frankfurter Europaturms ist glücklicherweise flexibel (Bild von Freund und Nachbar Daniel Jennewein). Ach ja, auch der „Araber von morgen“ ist schöne Kunst. Hier meine musikalische Lieblingsstelle mit Nachhall:

EM?
Na klaro, ich streame mich zum Länderspiel nach München, denn Viktor Orban bleibt zu Hause!

Moment:an

Juni 14, 2021

Und noch ein Neustart (Kultur)!
Wir proben gerade für Moment:an, ein intermediales Zusammenspiel von Zeichnung und Musik, wobei die kollektive Improvisation nicht nur den Übergang vom Analogen zum Elektronisch-Digitalen markiert, sondern vor allem die Stärke des Moments betont, der immer wieder zu neuen Ergebnissen führt.

KAMÜ zeichnet, das Musikerduo Rubow & Leicht erschafft elektro-akustische Musik und dank einer gemeinsam erarbeiteten audio-visuellen Sprache kanalisieren sie sowohl Zufall als auch den Augenblick zu immer wieder bewegenden Gesamtkunstwerken. Moment-Kunst für (fast alle) Sinne!

Vom 1. bis 11. Juli im Kunstraum ono2 (Walter-Kolb-Straße 16, Frankfurt am Main).

Schaufensterkonzert mit Zeichenperformance und Ausstellung am 01.07. / 08.07 / 11.07. ab 21 Uhr
Und vom 02.07. bis 10.07. ist die Ausstellung mit den entstandenen Werken täglich (unter Beachtung der geltendenden Hygieneregeln) von 19-21 Uhr geöffnet.

Zwei Kunstfotos dazu – einmal mit Farbe am Schlagzeug-Platz, sowie die schwebende Overhead-Snare-Kamera für die Trommelbemalerin:

Can you Feel it

Juni 11, 2021

Jetzt wo plötzlich wieder Konzerte mit Publikum im Kalender stehen, muss man sich nicht nur am Instrument, sondern vor allem auch mental vorbereiten.

Dazu nehme ich Hans Nieswandts DJ-Fibel zur Hand.
Ich lese ja leidenschaftlich gern, deswegen wohl ein Buch auch seltenst zweimal – bis auf eben jene kurzweilige DJ Geschichten: „plus minus acht“ habe ich bestimmt schon vier, fünf mal gelesen und mich immer wieder prächtig amüsiert, Tracks mitgehört, immer wieder Neues und für den Moment Passendes entdeckt.
Neulich war ich auf der Beerdigung von Soulphiction, wo selbstverständlich auch „Can you Feel it“ gespielt wurde. Nach mächtig turbulentem Gefühlskarussel bin ich nach der Heimreise direkt ins Bett und habe das graue KIWI-Büchlein herausgezogen, von vorne begonnen, und zack erschallte auch dort Larry Heard…



… darüberhinaus musste auch viel lachen. Das tat gut, der Kreis wurde elegant geschlossen und die Balance wieder hergestellt.

Eindeutig „good vibes“, die beim Lesen entstehen!

Zur emotionalen Vorbereitung auf die anstehenden Konzerte mit DePhazz, Wülker & co. wurde also gestern Nacht das Buch erneut bemüht, um mir wieder mal von Italien anno 1997 zu erzählen, als „From Disco to Disco“ völlig unerwartet in Italien auf Platz 1 chartet, die Band zur Promo-Tour anreist und der Sänger Eric am Zoll weltläufig einsteigt:
>>Hi. My Name is Eric D. Clark. I’m a popstar in your country.<<
Und im weiteren Verlauf fallen lange nicht mehr gehörte schöne Begriffe, wie Nightliner, Tourbegleiter, Aftershow Party…

Was das Instrumentarium angeht, so habe ich schon einen schicken Superstar Mix und eine vielversprechende Beckenauswahl am Start:

22″ x 14″ Tama Superstar (alt) Kick
14″ x 6,5″ Tama Superstar (alt) Snare
16″ x 14″ Tama Superstar (neu) Floortom
22″ Meinl Byzance Jazz China Ride
18″ Meinl Anika Nilles Deep Hats Bottom (als Ride)
18″ Meinl Anika Nilles Deep Hats Top (als Crash)
14″ Meinl Byzance Jazz Hihats
Roland SPD:One Electro & Boss RE-20

Und einen neuen Stimmschlüssel habe ich auch:

immer wieder im Fokus, die Latenz

Juni 5, 2021

Hey, interessant! Mein RME Fireface UCX und der Ruhezustand eines noch leeren Ableton-Songs, einmal via Firewire (5,08ms), einmal durch USB (4,2ms) verbunden:

Und warum liest sich die globale Latenz im ähnlich leeren Logic Song noch einen Ticken besser (Firewire: 4,4 ms, USB: 3,5 ms)?
Zumindest verschafft dieser Amazona-Bericht Übersicht in puncto Schnittstelle.

Go!

Mai 31, 2021

Hurra! Es scheint wieder loszugehen. Nach drei! ausgewählten Streaming-Gigs, steht noch im Juni ein erstes, richtiges Konzert mit Nils Wülker in Coburg an.
Zur Einstimmung hier ein paar Schnipsel der letztjährigen TV-Übertragungen:

25.06.21 – Coburg, Sommerspiele im Hofgarten (open air)

12.08.21 – Karlsruhe, Zeltival (open air)
14.08.21 – Erfurt, Zughafen (open air)
15.08.21 – Hochheim am Main, Rheingau Musikfestival (open air)

07.11.21 – Reutlingen, franz.K
08.11.21 – Kassel, Theaterstübchen
09.11.21 – Freiburg, Jazzhaus
10.11.21 – Osnabrück, Lagerhalle
11.11.21 – Worpswede, Music Hall
12.11.21 – Hannover, Pavillon
13.11.21 – Leverkusen, Jazztage
15.11.21 – München, Muffat Halle
16.11.21 – Darmstadt, Centralstation
17.11.21 – Oldenburg, Kulturetage
18.11.21 – Hamburg, Fabrik
19.11.21 – Berlin, Quasimodo

09.02.22 – Erlangen, E-Werk
12.02.22 – Minden, Jazzclub
13.02.22 – Coesfeld, Theater
15.02.22 – Bochum, Bhf. Langendreer

Talk Box

Mai 30, 2021

One, two – Mike check!

Heute gibt’s die »Talk Box« Video Premiere im Rahmen des hessischen »Tag für Musik und Literatur«, eine 45 minütige Werkschau des Pandemie-Gegenprogramms von Rubow & Leicht.

Wir durften seit einem Jahr in unserer Winterspielstätte Ono2 werken. Sprich, jammen, basteln, filmen. Das eigentliche Ziel war ein Album (VÖ steht noch in den Sternen), dank der Zeichenkunst von Kamü und Oli Leichts cineastischer Leidenschaft ist darüberhinaus ein bewegter Kunstfilm entstanden. Und genau dieser wird von heute bis zum 6. Juni online gezeigt, bevor der eigentliche Tonträger komplettiert und fertig gestellt werden wird.

Für den Einstieg gab es im Mittagsprogramm von hr2 eine Sendung zu der uns Daniella Baumeister zum Gespräch eingeladen hatte.
Zudem hätte ich etwas Einlassmusik für den digitalen Warteraum vorbereitet und dann wie gesagt ab 18 Uhr der YouTube Stream mit 12 Tracks des neuen Albums.

Freut euch auf jazzig-elektronischen Sound mit neuem Textverständis, nämlich einer Musik gewordener Sprache, die mittels Transformation von inspirierenden Sprachschnipsel diverser kluger Dichter und Denkern passiert. Konkret wird Material und so manche Originalaufnahme von folgenden Menschen verarbeitet:
Max Frisch, Steve Reich, John Cage, Saša Stanišić, Duke Ellington, Paul Desmond, Charlie Parker, Heinrich Steinfest, Bullwackie, Afrika Bambaataa, Arno Frank, Theodor Adorno, Front 242, Hal David, Matsuo Basho.

Es gibt aber auch ein gesungenes Lied zu hören, ein Remix von „Close to you“ (ausgewählt nach diesem schönen Stevie Wonder/ Talk Box Bezug). Freundlicherweise durften wir eine Produktion der hr-Bigband remixen, in der der die großartige Kate McGarry im Arrangement von John Hollenbeck singt.

PS. die Talk Box ist ja auch ein Effektgerät, eine „unglaubliche“ Stompbox um die gesungen/gesprochen Stimme zu verfremden, zu erweitern, transformieren… insofern Motto und perfekter Titel für unsere Arbeit.

PPS. unsere Arbeit wurde durch den Musikfonds (Neustart Kultur) unterstützt – danke!

PPPS. Zugabe!