Archive for the ‘Live’ Category

musikalisches Trommeln

September 19, 2022

Ob komprimiertes Groove-Geheimnis oder eine Zauberformel, um den Sommer festzuhalten, egal:
Groove ist wie drei Kugeln Eis, musikalisches Trommeln wie die Eiswaffel mit Sahne und Streuseln!

Einen Rhythmus so aufzuführen, dass Dein Gegenüber gar nicht anders kann als sich zu bewegen, ist schon mal eine große (aber eigentlich machbare) Aufgabe (denn Du siehst ja sofort, ob es klappt oder nicht). Doch sobald der Groschen (an den Eisdieler) gefallen ist, dass hier drei Kugeln zu einem größeren Ganzen zusammenschmelzen, dass die (bewußte) Zusammenführung von Sound, Pattern und Attitude Groove entstehen lässt, fangen die Beats an zu rollen.
Hurra!

In der Eisdiele sorgt ein zusätzlicher Sahneklecks für eine noch stärkere Geschmacksexplosion, bunte Streusel oder ein schmucker Soßenbach erfreuen das ästhetische Empfinden. Auch diese Zutaten lassen sich aufs Trommelspiel übertragen. So finden sich Katalysatoren zum Beispiel in Gestalt von Fill-Ins oder überraschenden Effekten, vielleicht sogar in optischen Showeinlagen, bestimmt aber in der verbindenden Qualität, dem sogenannten „glue“, der die verschiedenen Ebenen (Schlagzeuginstrumente und/oder Musiker) zu einem stabilen, homogene Konstrukt zusammenschweißt.
Zack, wird trommeln zu Musik!
Jaaaa!!

PS. irgendwann wird uns Eismachern auffallen, dass es ja auch Eismaschinen gibt, die einem nicht nur Arbeit abnehmen können, sondern die musikalische Groove-Palette immens erweitern.
Weiter geht’s….

PPS. beim Drummer Meeting in Salzgitter (30.09. – 03.10.) möchte ich geschmacksvoll und tiefer in diesen Eisberg einsteigen…

happy

September 12, 2022

Der Morgen fühlte sich sehr gut an, zack wird versucht, den Begriff „Glück“ in Worte zu fassen.
Vielleicht ein positiver Schwebezustand, ähnlich wie mein heutiger Wochenstart nach einem erschöpfenden, jedoch musikalisch beseelten langen Wochenende: zuhause maximal ausschlafen, mit schöner Musik, offenem Fenster und einer Zeitung ausgedehnt frühstücken (also die grenzenlos Freiheit ausschöpfen dürfen), bis jene angenehme Entspannung entsteht, bei der direkt wieder neue Ideen losrollen…
OK, die Grundlage war aber auch eine Baustein-Klasse für sich:
Die Block Party auf der Container Insel war das Abschlußfest des großartigen Jazz Montez Sommerprogramms (sieben Wochen lang top kuratiertes Musikprogramm, dem ich Überschrift „Jazz plus!“ geben würde). Auch wenn ich diesen Abend (wegen einer weiteren schönen DJ-Nacht mit Michael Rütten) nur teilweise miterleben konnte, gefiel mir dieser kleine Ausschnitt schon mal ausgesprochen gut: von der Spielstätte „Zur Insel“ (das Curry-Pommes-Paradies der Truckerfahrer), deren nicht allzu großer Gastraum optimal genutzt wurde – im Bild schön zu sehen, wie ein störendes Regalbrett entfernt wird, damit auch die Eckbank vom später darauf stehenden Oli Leicht genutzt werden konnte – über DJ Nahom, dessen „Eritrean Anthology“ nicht nur als Soundtrack des eriträischen Neujahrsfest fungierte, sondern mir auch ein bis dato unbekannten Ein-Viertel-Vibe zuspielte, bis zum Auftritt des „Kabuki Ensemble“ selbst, mit dem die Veröffentlichung des Albums „No Maps for these Territories“ gefeiert wurde.

noch mehr schöne Fotos von Oli Leicht, dort.

Am Sonntag bin ich zum Karlsruher Rheinhafen gefahren, um nach 27 Jahren den Faden des Peter Lehel Quartetts (mit Ull Möck als Bassist und Keyboarder) erneut aufzunehmen.
Kurze Rede, nachhallender Sinn: es war wunderbar!

Dank gegenseitiger Wertschätzung, vollem Vertrauen und offenen Sinnen funktioniert da ein Konzert auch ohne jegliches Proben (was in dem Fall aber auch beabsichtigtes Konzept der Veranstaltung „Das Mysterium Improvisation – Struktur und Chancen“ war).
Diesbezüglich habe ich schon länger Gewissheit.
Doch, dass man nach einem halben Leben selbstverständlich, nahtlos und völlig stimmig einfach anknüpfen kann, als wäre die letzte gemeinsame Unternehmung vorgestern passiert, begeistert mich über die Maßen.
Damals war das Vertretungsgastspiel (für Dieter Schumacher) bei Lubber Blue bzw. dem Peter Lehel Quartett ein großes Glück, weil schöne Herausforderung und riesiger Lernschub. Ich durfte auf hohem Niveau in den Modern Jazz eintauchen. Beim nächsten Heimatbesuch werde ich die Fotodokumente unserer damaligen St. Petersburg Konzertreise suchen.

Ich übernehme direkt die taz-Überschrift vom Wochenende und werde sie auf meinen Herbst-Pulli drucken: erster fester Job (frühestens) mit 73!

PS. auch schön: der Artikel „Die Geschichte eines unerklärlichen Erfolges“ zum 25 jährigen Jubiläum des Bueno Vista Social Club (file under: Weltmusik) und das Moonchild Tiny Desk Konzert – danke, Jule 🙂

Art of September

September 10, 2022

Ich war gestern zusammen mit Marc Inti im schönen Art of June Studio. Dortige Erkenntnis:
ein Rode NT-1000 fürs Standtom klingt ungemein fett (OK, das alte Superstar 16er liefert aber auch eine hervorragende Grundlage), die schwedischen Milab VM-44 Kondensor-Stäbchen sind eine ernstzunehmende Neumann KM-184 Alternative und sollten mal in Ruhe geprüft werden.
Und im dort ausgelegten Buch „Sound of the Cities“ fand ich im Bristol-Kapitel folgenden Satz:
>>Geht es aber um die Musikgeschichte seiner Heimatstadt, wird er ernst. »Manchmal kommt die beste Musik aus den deprimierendsten Städten. In den 70ern gab es für uns als Teenager absolut nichts. Und weil es nichts gab und es nichts zu tun gab, träumten wir, woanders zu sein. Und wenn man beginnt zu träumen, beginnt man, kreativ zu werden«, sagt [Mark] Stewart.<<

Heute gibt’s den Party-Doppelpack mit dem Kabuki-Ensemble beim Blockparty-Festival (Frankfurt, Gastätte zur Insel, 21h) und anschließend ein Jam mit DJ Michael Rütten (Offenbach, Filmklubb ab 22.30).
Optimale Einstimmung dafür die Soulsearching Radiosendung vom 08.09.2022 – die direkt mit dem Dilla Remix von Brand New Heavies‘ „Sometimes“ in die Vollen geht – inklusive Nadelsprung 🙂

Brand New Heavies + J Dilla + Rütten & Rubow

Am Sonntag um 16 Uhr dann ein Improvisations-Special mit Peter Lehel und Ull Möck in Karlsruhe (KIT Werkstattpalast am Rheinhafen). Beziehungsweise eine Wiederaufnahme des Lubber-Blue-Jazz-Fadens aus dem Jahr 1994/95…. Hurra!

grün und blau

September 1, 2022

Danke Ulf, für die sonnige Jurmala Erinnerung! Die wurde zum Anlass genommen, direkt nochmals zu verreisen. Im Gepäck: Levi und sein Freund Arthur, „Alles gesagt mit Olafur Eliasson“ und die Dave Grohl Autobiografie („Der Storyteller„).
Wasser ist mein Element. Ferien sind eins a! Gemeinsam Sachen machen = bestes

Die Akkus sind wieder voll (gut so*) und im Nachklang spült die „Best of Foo Fighters“ all meine Dave Grohl Geschichten hoch:
1. Als ich meinen Zivildienst im Oktober 1991 in der Villa Roller antrat wurde mir als erstes berichtet, dass im Vorjahr dem Club ein Nirvana Konzert für 800 Mark angeboten, dieses aber abgelehnt wurde, weil doch schon genug USA Bands für den Herbst gebucht worden waren… (und wer konnte schon wissen, dass genau dieses Trio aus Seattle wenig später mit „Nevermind“ den Punkrock im Mainstream verankern würden?)
2. 2005. DePhazz machte sich auf, um in Odessa, auf der Krim und schließlich das Frequency-Festival zu bespielen. Doch in dieser Rutsche lagen einige ungemütliche Steine…
In Kiew wurde gleich mal der Anschlussflug verpasst, so dass auf (m)einen (ersten) Nachtzug ausgewichen werden musste. So waren wir zwar pünktlich in Odessa, das Konzert im dortigen Ibiza Club jedoch gehört zu meinen schlimmsten Erfahrungen (dank schlechtem Strom gab es multiple Ausfälle: mal mein Monitorpult mit der Orientierungsspur, mal das Audiointerface, gerne auch mal beide). Koktebel wiederum war gut, schließlich auch die Vorfreude auf das große Festival in Österreich groß.
Die anstrengende Anreise sollte mit Publikum und einem Besuch der Foo Fighters Show belohnt werden. Schöne Aussichten, die leider wieder wegen eines Energieproblems ins Wasser fallen sollten: wir spielten keine zwei Minuten, da war kein Ton mehr aus den Boxen zu hören – Abbruch. Notstromaggregat. Neustart – ein paar Takte laute Musik und wieder Stille. Nachdem auch die dritte Runde nicht wirklich länger dauerte, blies die Tourmanangerin zur Abreise. Tausende von Kilometer gereist, um insgesamt vier Minuten zu performen und unverrichteter Dinge direkt abzureisen. Ein ganz schreckliches Gefühl. Und die Foo Fighters konnten ebenfalls nicht bestaunt werden. Oh man!
3. Im anschließenden Urlaub kaufte ich mir in Kuala Lumpur zum Trost meine einzige Foo Fighters CD, „In Your Honor“ als Raubkopie mit Beleg.
4. Auf einer späteren DePhazz Tour wurde mir der tolle Sound City Film zugeschoben, Daves Regiedebut und Liebeserklärung an eine Neve-Konsole.
5. Mit „Netzer“ geben wir gerne unsere Version von „In Bloom“ zum Besten.
6. Der Tod von Taylor Hawkins war ein großer Schock. Am kommenden Wochenende findet das erste von zwei Tribute-Konzerten in London statt. Und der YouTube Channel von MTV überträgt das Konzert ab 17.30 Uhr (Mitteleuropäische Zeit) hier in voller Länge. 

*
10.09.22 „Kabuki“ (Albumrelease) Frankfurt „Gaststätte zur Insel“
10.09.22 „Rütten & Rubow“ Offenbach, Filmklub
11.09.22 „Peter Lehel & Ull Möck“ Karlsruhe, KIT Werkstattpalast am Rheinhafen
15.09.22 „Der Temporäre Elektronische Salon“ Frankfurt, Yachtklub
18.09.22 „DePhazz“ Swinging Hannover, Trammplatz 14.30h
28.09.22 „Nils Wülker“ CH-Basel
29.09.22 „Netzer“ Frankfurt, Lindley Lindenberg
01.-03.10.22 International Drum Meeting Salzgitter
06.10.22 „Hattler“ Ulm, Roxy
07.10.22 „Hattler“ Wangen, Jazzpoint
08.10.22 „Hattler“ Stuttgart, Merlin
11.10.22 „Hattler“ Schwäbisch Hall, Jazzclub
12.10.22 „Hattler“ Glems, Hirsch
13.10.22 „Hattler“ Rüsselsheim, Rind
14.10.22 „Hattler“ Münster, Hot Jazz Club
15.10.22 „Hattler“ Bebra, Lockschuppen
19.10.22. „Hattler“ RO-Iasi
20.10.22 „Hattler“ MD-Chisinau
21.10.22 „Hattler“ RO-Bukarest
26.10.22 „Hattler“ Pforzheim, Osterfeld
27.10.22 „Hattler“ Mannheim, Ella & Louis
28.10.22 „Hattler“ Idstein, Scheuer
29.10.22 „Hattler“ Westhofen, Gut Leben
02.11.22 „Hattler“ Wetzlar, Franzis
03.11.22 „Hattler“ Bonn, Harmonie
04.11.22 „Hattler“ Leverkusen, Scala
05.11.22 „Hattler“ Minden, Jazzclub 
06.11.22 „Hattler“ Kassel, Theaterstübchen
12.11.22 „DePhazz“ HU-Budapest

Neuentdeckungen

August 27, 2022

Irgendwie wieder schon viel los…
toll!
– habe neulich im (eigenen) Bücherreagal einen Architekturführer für Frankfurt und darin das Haus des Buches (ein 1956 von Otto Apel geplantes Gebäude) entdeckt. Zu finden in der Berliner Straße 25.
Direkt gegenüber war am Wochenende auch eine dreitägige peng-Ausstellung. Kompakt und nice!
Und drei Schritte weiter (in der Ziegelgasse 7) das typisch chinesisches Bistro „Jianbing Plus“ – lecker!
– ebenfalls im Regal, Dave Grohls Autobiografie. Gestern lese ich dort die krasse Geschichte des Beinbruchs währende eines Stadion-Gigs in Schweden, heute ein dazu passendes Bob Marley Zitat:
>>One good thing about music: When it hits you, you feel no pain<<
– meine Nichte Alma wurde eingeschult. Hey, großer Tag!
– In den Abbey Roads Studios zu proben ist an sich schon optimal. Dass ich darüberhinaus nebenbei fachkundig angelernt wurde, ein Kabel endlich mal richtig aufwickeln zu können (roadie wrap), fühlt sich doppelt gut an: weil endlich (Material schonende) Ordnung im Kabelkoffer, weil erfolgreiches Lernen einen immer nochmals einen kleinen Zentimeter wachsen lässt.
Ulf hat mich auf die beiden Neustart Kultur Stipendien hingewiesen: einmal Musikfonds (Bewerbung bis 01.09.), einmal Deutscher Musikrat (Bewerbung 01.09. bis 22.09.)
– es gibt tolle neue Drummer-Alben von Magro („II“), JD Beck (DOMi & JD Beck „Not Tight“) und Louis Cole („I am Tight“)
– am Sonntag dann um 19 Uhr: Kamaal Williams auf dem El Barrio Festival in Frankfurt
– eine schicke Momentaufnahme von Oli Leicht aus Jurmala mit der wichtigen Erinnerung: Forschen bringt’s!

blöd
Joey DeFrancesco ist gestorben.

PS. für die Studierenden unter euch: vergleicht mal den obigen Trio-Gig mit diesem aus dem Jahr 1994, den Dennis Chambers trommelt…

all die Noten

August 25, 2022

Ferien sind toll, weil alles anders (möglich ist).
Und so fand ich mich gestern urplötzlich zum Ordnen meiner Noten und Sheets im Wohnzimmer ein.

A Coral Room / Bartmes / Blumentop & HR Sinfonie / Blue Box /Bruder /Bürger Lars Dietrich / CBO / Cro / DaNaCee / Deep Dive Corp./ DePhazz / Die Fantastischen Vier / Dublex Inc / El Houssaine Kili / Fatoni / Fola Dada / Freundeskreis /Hattler /Henni Nachtsheim / Henrik Schwarz / In 2 Deep / Jazzanova / Johannes Brecht /Joo Kraus / Luminos W / Martin LeJeune / Matthias Schweighöfer / Netzer / Nils Wülker / Marque / Mousebox / Mr. Santos / No Lega / Philipp Poisel / Seelow / Studnitzky / Spoiled Child / Superstar / Tab Two / Thomas Siffling /Torsten DeWinkel / Turntablerocker / Uwe Ochsenknecht / Wolfgang Schmid’s Kick

Einen Berg zu sortieren war die eigentliche Idee, die nostalgische Zeitreise der schöne Haupt-Effekt.
So viele Grooves und Arrangements für Tourneen, Einzelgigs, Einsprünge, Schallaufnahmen und stapelweise Transkriptionen meiner Lieblingsmusik. Exemplarisch dafür (und als Motivation für den nächsten Proberaumbesuch):
1. Zwei Tracks aus Tim’s Bio. Die Timbaland Platte ist ein rhythmischer Meilenstein aus dem letzten Jahrtausend und war natürlich ein Tipp von Flo Dauner. Sie hat mich nachhaltig beschäftigt, bis ich irgendwann habe das System verstanden hatte: Mr. Mosley loopt gerne einen mehrtaktigen Beat, welcher dank cleverer Mutes im Songverlauf die Gestalt eines äußerst komplexen Rhythmusgerüsts annimmt.
„Talking On The Phone“ (1998)

„I get it on“ (1998)

Vor (vielleicht genau) 20 Jahren bekam ich das „Sensual“ Album von Steve Bug in die Finger. Und habe direkt alle Beat-Ideen abgeschrieben. Mir gefiel der minimale Ansatz, der sich oft komplett auf dem hybriden Drumset (mit Echomaschine und zwei, drei e-Pads) umsetzen ließ.
Ich war derart begeistert, dass ich über die Beats hinaus gleich auch eine Email ans Pokerflat Label geschrieben habe, in der ich mich als passender Schlagzeuger für das S. B. Liveset empfahl…
(Bisher kam keine Antwort, aber damals war ich gerade höchst motiviert von den Live-Konzerten mit den Turntable Rocker zurückgekehrt und wollte unbedingt mehr mit coolen elektronischen Produzenten werken. In diesem Zusammenhang ging auch eine weitere Blindbewerbung an Jazzanova raus, die zwar ebenfalls keine Beantwortung fand, dafür zehn Jahre später mittels Zufall bzw. durch den krankheitsbedingten Ausfall von Grabi zur erträumten Zusammenarbeit führte…)
Hier also die Groove DNA von Steve Bug anno 2002 (weder vollständig, noch fehlerfrei, dafür ungeheuer inspirierend!)

sometimes

August 7, 2022

Sommermusik gefällig?
auf radio-x gibt es den Ruetten & Rubow DJ-Drummer-Jam vom Sommerwerft-Finale nachzuhören (der gleich fulminant mit „Sometimes“ Dilla Remix von Brand New Heavies losfliegt…). Nun auf Mixcloud:


– Neues von Luminos W mit Gästen (Wolfgang Schmid und Max Gerwien) bei den Schorndorfer Gitarrentagen:

– von DePhazz gibt es eine weitere Auskopplung des Jubiläumsalbums. „Need to be Strong“ (mit Gastsänger Ola Onabulé)

Übrigens: der Sommerwerft-Gig wurde wieder mit dem Kwiggle-Klapprad angefahren, mit der tollen neuen Erkenntnis, dass in die herkömmlich Ortlieb Satteltasche der ganze Beckensatz passt (Meinl Smack Stack 16″/12″/14″, 15″ Crash, 14″ Hihats):

phantastisch!

August 5, 2022

>>I tell you
one day on the beach is like a lifetime in heaven
boy, I feel great right now
on a scale from one to ten, I would say eleven<<
(Blowbeat, 1989)

Der Jurmala Ausflug war wunderbar. Nicht nur wegen des DePhazz Gigs mit Meerzugang, sondern auch durch die kulinarischen Spitzen (wie das eins a Pavlova-Dessert oder Karls Melange aus kaltem, frisch gepressten Orangensaft und vorsichtig eingegossenem Espresso), vor allem dank der ausgedehnten Erholungsphase.
So lernte ich in der ARD Mediathek neue audio-visuelle Eindrücke zur deutschen Techno-Geschichte kennen – wobei mir am besten gefiel, dass sich Sven Väth als Neuer im Dorian Gray gleich mal eine Percussion-Ecke in die DJ-Booth gebaut hatte (1. Folge ‚25.18) – und fuhr im Geiste nochmals all die DJ-Jams mit d.hoerste ab (Pfefferbank, Sage, Muna, Destillery, Triebwerk, Interclub) und die in der Doku erwähnten Plätze, die ich mit den Turntablerocker bespielte (Straße E, Sonne Mond & Sterne, Telekom Electronic Beats).
Die optimale Einstimmung auf Sonntag den 07.08. wo ich auch mal wieder mit einem Plattenaufleger interagieren darf (Ruetten & Rubow @ Sommerwerft Frankfurt 16h).

Natürlich gibt es auch für diesen Beitrag etwas passendes aus den Calvino Vorlesungen:

>>Für all diese Merkwürdigkeiten hat die moderne Umgangssprache nur ein Wort:
das war unbeschreiblich
Wunderbarer Ausdruck. Er faßt die phantastische Literatur zusammen; er sagt alles, was den begrenzten Wahrnehmungen unseres Geistes entgeht; und kaum haben Sie ihn einem Leser vorgesetzt, wird er in den imaginären Raum hinausgeschleudert…<<
(Honoré de Balzac)

>>Die Phantasie ist eine Art elektronische Maschine, die alle irgend möglichen Kombinationen durchprüft und diejenigen auswählt, die einem bestimmten Zweck entsprechen oder einfach die interessantesten, schönsten, amüsantesten sind.<<

rein ins Werk!

Juni 29, 2022

Am Donnerstag, den 30. Juni findet sich das Rubow & Leicht Duo im krass renovierten ono2 ein (ich vergebe direkt mal eine Spielstätten-Design Medaille).
Wir beginnen um 21 Uhr, der Eintritt ist frei (aber ihr dürft gerne für humanitäre Hilfe spenden, vor Ort oder dort).
Falls der Kunsthunger groß und/oder der Tag superheiß sein sollte, empfehle ich für die Anreise einen Zwischenstopp im Portikus-Museum um die Ecke. Denn für die aktuelle Installation von Asad Raza wird das Gebäude mit Mainwassergeflutet. Die taz schreibt unter Überschrift „rein ins Werk“:
>>Durch drei Rohre fällt das Flusswasser in den Ausstellungsraum, sprudelt durch Filter in einen Bachlauf, der am Ende hinabfließt und schließlich wieder aus dem Haus hinausführt, zurück in den Fluss. Man kann hier nicht nur im Wasser waten oder es durch die Hände rinnen lassen (erstaunlich warm temperiert), sondern das gefilterte Flusswasser auch trinken (erstaunlich wohl­schmeckend).<<

Hier noch ein passender Energieschnipsel vom letzten Gig, neulich:

PS. Der Portikus ist bis 19h geöffnet – auch dort ist der Eintritt frei. Und es gibt dort ja nicht nur die Raza Installation zu befühlen, sondern auch den immer wieder schönen Lichtbogen „Light Lab“ von Olafur Eliasson!

PPS. auf der Suche nach einer geeigneten Spendenbox bin ich über Levis alten Sparelefant gestolpert, diesen schicken Sparhelfer aus meinem Geburtsjahr (1972), der über seinen äußerlichen Reiz hinaus auch noch auf den Namen DRUMbo – ein Kofferwort aus Dresdner (Bank) und Dumbo (der Elefant) –
hört.
Der Legende nach wurde er von Luigi Colani designt – aber das stimmt gar nicht…(Bernd Diefenbach war’s).

Dschinn – Jim The Jinn – Dschinn

Juni 26, 2022

Lese gerade den zweiten Roman von Fatma Aydemir und freue mich

– über solche Sätze, die für sich schon eine ganze Geschichte sind:
>>Tresor auf, Gefühle rein, Tür zu, zack, den Zettel mit dem Zahlencode aus dem Fenster des fahrenden Autos.<< (Seite)

– dass ich endlich weiß, was ein Dschinn ist (und somit vom DePhazz Hollywood Hit „Jim The Jinn“ ein wenig mehr verstehe)

Jetzt ab in Richtung Heimat und Gig mit Fola Dada, Joo Kraus und Martin Meixner in der Kirchheimer Bastion!

(die komplette Energiekurve lässt sich hier nachhören)