Archive for the ‘Live’ Category

Live in Vilnius

April 3, 2020

Heute wird mit „True North“ der erste Track der DePhazz EP „Live in Vilnius“ in den Streaming-Portalen hörbar gemacht – gedacht als Trost für die aktuell ausgefallenen Konzerte.

Doppelt nice,
– weil erster öffentlicher DePhazz Live Release
– weil ich damit (gut nachvollziehbar) drei meiner Dub-Techniken erklären kann:
1. Der Reverbshot auf der Timbale hängt von von meiner Schlagstärke ab. Unser FOH Mann Moritz stellt den Threshold des Gates ein, ab welchem Eingangspegel getrommelte Timbale-Signale in den Hallraum rutschen.

2. Im Jahr 2012 hatte ich – treffenderweise ebenfalls in Vilnius – beschlossen, die Vocal-Dubs unseres Masterminds Pit bei den Auslandreisen zu übernehmen. Anfänglich war das nur Pats Gesangmikrofon. Mittlerweile lasse ich mir die Mono-Summe beider Gesänge vom FOH zurückschicken, so dass auch Karl ins Echogerät geschickt werden kann.
In der Praxis tappe ich die gewünschte Subdivision zu Beginn eines Tracks und drücke für den Echoeffekt auf den grünen Knopf des keine Delay Teil1.
So lange ich den Send-Button gedrückt halte rutschen die Gesänge ins Gerät (zu hören im Breakdown), klopfe ich jedoch rhythmisch auf den Send-Button dann ensteht ein Stottereffekt, als wäre noch ein Slicer im Spiel (zu hören im Schluss).Das Echo-Feedback, (Anzahl der Wiederholungen) wird dem musikalischen Kontext angepasst.

3. Die Boombass ist ein Werkssound aus dem Roland SPD:One Electro

ich wünschte Andi Haberl

März 8, 2020

Letzten Donnerstag war ich dann prompt wieder im Museum und hörte mir begeistert die Premiere von Andi Haberls Solo Performance an – einer kreative Klangreise mit akustischem Schlagwerk und diversen elektrischen Klangerzeugern.
Als Rahmen fungierten Haberl-Songs, die improvisatorisch und in Echtzeit ge-remixt wurden und zu einem fließenden Ereignis verwoben wurden.
Neulich, beim Notwist Gig in Augsburg,  weckte Andis Spiel bei mir Gedanken an  Krautrock und Motorik-Beats, diesmal hüpften meine Assoziationen mal zu Fourtet, mal zu Tortoise. Und dennoch steht seine Art zu trommeln über all den gedachten Referenzen, ist unverkennbar eigen und stark.

vss30

Hey, und endlich mal ein persönlicher, sinnvoller und zukunftsweisender Einsatz der Sunhouse Trigger – dazu kunstvolles, meist einhändiges Klaviatur-Spiel (auf Ableton, Organelle oder dem legendären Yamaha VSS-30) und wunderbar getrommelte Natursounds (u.a. Gongs aus aller Welt, Nussrassel, Peg Chimes, und natürlich das „Jazz Montez Swinger Kit„).
Diesen Act wünschte ich mir auf die einschlägigen Drumfestivals hierzulande!

Später erzählte mir Andi von Eli Keszler (ein ebenfalls kreativer Sunhouse-triggernder Soloschlagzeuger) und wir erfreuten uns an der Sample-Ästhetik von Deantoni Parks.

Mensch, ich hoffe, dass die Liveaufnahmen der Show gut im Kasten gelandet sind und wir hier bald mal gemeinsam reinhören können.
Außerdem halte ich Ausschau nach Konzerten und Veröffentlichungen von Andi Haberls „Sun“.

MOV und POW!

März 2, 2020

Als wir am Samstag Wolfgang Schmids neuen Song „POW“ anprobten, dachte ich ganz verträumt an Roy Lichtenstein. Erst während Peters Ansage beim Konzert erreichte mich der wachrüttelnde Kinnhaken – nun hatte auch ich verstanden, dass der Titel einfach eine Abkürzung für Peter, Oli und Wolfgang ist.
Keine 24 Stunden später will ich das grüne Eintrittsband entfernen, entdecke dabei den Aufdruck MVO und denke direkt an Matthias Vogt und unser anstehendes Konzert im Museum für angewandte Kunst – dabei kam ich eben von dort, vom Besuch des Moritz von Oswald Sets…

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Weniger verpeilt nun die Ankündigung einiger interessanter März-Konzerte in Frankfurt.
Ich selbst trommle bei folgenden:
DI 03.03.20 Der Temporäre Elektronische Salon (Bartkuhn, Leicht, Rubow) @ ono2 / 21h
MI 04.03.20 A Coral Room (Vogt, Leicht, Rubow) @ MAK / 18h
FR 13.03.20 Kopffarben, Abelein & Rubow @HfMDK / 20h
SA 14.03.20 Kopffarben, Abelein & Rubow @HfMDK / 20h
SO 15.03.20 A Coral Room (Vogt, Leicht, Rubow) @ Rind, Rüsselsheim

Dann möchte ich auf meine persönlichen Highlights der von „El Barrio“ präsentierten Konzerte (im Rahmen der „Ich wünschte“ Ausstellung des MAK) hinweisen:
SA 29.02.20 Kabuki (unser Buddy aus dem Temporären Elektronischen Salon)
SO 01.03.20 Moritz von Oswald – war scho(e)n und sehr inspirierend!
DO 05.03.20 Andi Haberl Solo (Schlagzeug mit elektrischen Sensoren) / 18h
SO 08.03.20 Melt Trio (mit Moritz Baumgärtner am Schlagzeug) / 19h
SO 08.03.20 Ensemble Modern mit Jan Bang (und dessen legendärem Live-Sampling via Akai RMX-16) / 21h

Hey, und Adam Deitch kommt auch noch, am
SA 07.03.20 Lettuce @ Nachtleben / 19.30h

Zucchini und Reime

März 1, 2020

War mal wieder ein schöner Ausflug in den Red-Horn-District! Intensives Konzert und neue Entdeckungen, wie zum Beispiel ein Reco-Reco aus Metall (welches sich auch als Federhall bzw. Trash-Tool interpretieren und betrommeln lässt), der analoge Delptronics Thunderclap sowie folgender Satz von Saša Stanišić:
>>Er sagt: »Der Wein kommt vom Rhein.« Das wiederhole ich mehrmals lautlos, da ich aus dem Essay im Supermarkt-Journal weiß, dass Zucchini und Reime eine entspannende Wirkung haben.<<

Händeklatschen und Artverwandtes gab es reichlich: Publikum (klar), mein Clash-Stack, das direkt eingebundene Reco-Reco, das Roland SPD:One Electro und schließlich, den nach dem Konzert von Tobi direkt zum Testen herbeigeholte Thunderclap. Um den Kreis zu vervollständigen packe ich noch ein Foto meines Lieblings-Claps ans Beitragende. Sollte mir jemand diese formvollendete Schönheit – ein sowjetischer Lell KL Clapper – verkaufen wollen, ich würde sie direkt rahmen lassen und mir übers Bett hängen.

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schöne Aussicht!

Februar 25, 2020

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Hier meine nächsten Echodrums-Ausflüge:
SA 29.02.20 Luminos W feat. Wolfgang Schmid @ Red Horn District/Horn-Bad Meinberg
DI 03.03.20 Der temporäre elektronische Salon @ ono2/Frankfurt
MI 04.03.20 A Coral Room @ Museum Angewandte Kunst/Frankfurt
FR 06.03.20 Thomas Sifflings Flow @ Emsdettener Jazztage
D0 12.03.20 Nils Wülker @ Neubrandenburger Jazzfrühling
SO 15.03.20 A Coral Room @ Rind/Rüsselsheim

Als stimulierende Begleitmusik ein nicer Track vom letzten Carrera Trio Jam im ono2:

50 Jahre Plektrumfreundschaft

Februar 20, 2020

Gerade erinnert mich ein Zeitungsartikel an zwei anstehende Konzerte im Red Horn District, jeweils mit einem Plektrum-Chef hinterm Bass.
Am 29.02. mit Wolfgang Schmid (der erneut ins Luminos W Boot einsteigt), am 28.03. dann mit Hellmut Hattler.

Übringens, das altgriechische πλῆκτρον ist >>das Werkzeug zum Schlagen<<, gleichermaßen Groove-Kleber und Geheimverbindung zum Trommler.
Und bezüglich der Farben im Plektron-Spender erinnert mich die petrolfarbene Seite an die Benz-Lackierung 877 von Hellmuts Kombi, mit dem vor 20 Jahren unsere schöne Tour (und Freundschaft) begann, das Rot an die Schuhe von Wolfgang (die aktuelle Version seines optischen Signets, das seit 1972 – damals noch ein kompletter roter Lederanzug – Bestand hat).
Herrn Schmid kenne ich sogar schon 30 Jahre, seit den ersten Schorndorfer Gitarrentagen. Und als ich dann 2006 in seiner Kick Besetztung gelandet bin, lernte ich den Peter kennen…

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Hi, I am Clint

Februar 16, 2020

Dafür, dass ich mich am Mittwoch Mittag eigentlich mental in gemütliche Semesterferien geschickt hatte, entwickelte sich die Woche dann doch ziemlich intensiv.
Zunächst ein grandios locker aufspielender Kendrick Scott (mit zwei top genieteten Hihat Pärchen und Fuß-Schnarre links von der Hihat) in Stuttgart, dann auf der Heimreise Philos Anruf, ob ich zufällig kurzfristig bei Fatoni einspringen könnte…
Wiedermal* das einzigartige Gefühlskarussell bei dem der Zeitfaktor – schaffe ich das alles? – tunlichst ausgeblendet bzw. in tunnelartigen Aktionismus transformiert werden muss. Sprich: Live-Mitschnitte und Originals checken, Beats transkribieren, Technik zum Laufen bringen, die angedachte Spiellogistik dann möglichst noch ausprobieren.
Und dann das Nötigste in den Koffer und ab in den Zug nach Augsburg…

Dort optimaler Empfang zum anstehenden Brecht-Festival: Ein wunderbares Fatoni Team, eine architektonisch reizvolle Umgebung (Brutalismus-Kongresshalle und ein entfernt an Burj Khalifa erinnernder Hotelturm), sowie ein stimulierendes Notwist Set (mit dem tollen Andi Haberl) vor dem eigentlichen Gig.
Dank Powernap, Wechselduschen und rohen Ingwerscheiben war die Konzentration zur rechten Zeit parat. Dank bunt markierten Sheets (sowie einer hilfreichen IKEA Leselampe aus dem Merchandise Fundus), buntmarkierten Rechner Shortcuts für die Ableton Session, sowie Erinnerungsaufklebern auf dem SPD-SX, gab es einen konkreten Fahrplan, der es ermöglichte die geschmackvollen Dexter-Beatvorlagen mit Spaß zu trommeln.
Anbrennen konnte eh nichts, denn ich hatte den 15ten Nothelfer auf dem Drumriser, einen Reisebegleiter von Levi, der das Wesentliche aufgemalt hatte:
1. Schlagzeugspielen ist eindeutig eine Herzensangelegenheit – richtig oder falsch ist allenfalls zweitrangig. Also: Liebe, Groove und Energie fürs Publikum.
(ist machbar)
2. Man vergleicht eine solche Aktion gerne mit einem Feuerwehreinsatz, aber hey, auf dem Bild wurde ich treffend als Oli mit Astronautenhelm skizziert, als jemand, der sich raketenartig in andere Sphären katapultieren darf und von dort eine tolle Aussicht auf die Musikwelt, ach: das schöne Leben an sich, genießen darf.
(toll!)
3. „Hi, I am Oli“. Nicht mehr nicht weniger. Plötzliche Wunder zu vollbringen ist nicht drin, das beste aus einer Situation zu machen jedoch immer.
Sprich, potentielle spieltechnische Überforderungen werden einfach eigenmächtig ausgeklammert und durch persönliche Alternativen ersetzt. Nimmt druck raus und vermeidet die Frustspirale des eingetroffenen (und eigentlich auch schon erwarteten) Fehlers…
(geschickt)
4. Musik machen ist das Beste auf der Welt, die Liebe zum kleinen Familienmitglied: überirdisch!

Schließlich; riesen Freude, dass alles geklappt hat und wohlige Erschöpfung.
Oder um es mit Fatonis Worten zu sagen:
Lassen Sie mich Künstler ich bin durch.

Oder um es mit dem schönen Albumcover des anderen Revolverhelden Klaus Voormann zu illustrieren:
Voller Kopf, jetzt wieder frei.

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* u.a. Mein schönstes Ferienerlebnis (Cro) – Keine Notenständer mehr (Jazzanova) – Kopfarbeit, die gute (Matthias Schweighöfer) – Freundeskreise (Freundeskreis) – On (Nils Wülker)

Tiefenschärfe

Februar 4, 2020

Scharfes Effektgerät – Echotrommler diffus.
Mit diesem schönen Foto (meines Optikers Klaus Metz von der gestrigen Fabrik-Session) freue ich auf den temporären elektronischen Salon des selbsternannten Carrera Trios (mit Hans Glawischnig und Oliver Leicht).
Swing in, 05.02.20 / ono2 / 21h

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(M)ein Drum Groove der Popkultur

Januar 31, 2020

Es ist mir eine große Ehre in Tom Schäfers neuem Schlagzeugbuch „Drum Grooves der Popkultur“ einer der 110 Ausgewählten zu sein.

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Schön auch, dass dafür ein Track meines Duos mit Peter Wölpl (Luminos W) ausgewählt wurde.
Eigentlich ein klarer Auftrag, den „Mongolian Moonshine“ direkt heute Abend mit Wolfgang Schmid auf dem Frankfurter Jazzfest anzustimmen.
Für die Leute hinterm Schirm, hier schon mal ein Livemitschnitt aus dem Jahr 2018:

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Rollos hoch, Wall of Sound!

Januar 29, 2020

Heute beginnt das Jazzfest der HfMDK in Frankfurt. Um acht Uhr darf ich auch für eine Dreiviertelstunde improvisieren. Und zwar in dem äußerst frischen und speziellen Gebinde, bestehend aus Ralph Abelein (Flügel), Stefan Viegelan (Orgel, die große), Christopher Brandt (vertstärkte Gitarre) und dem Kopffarben Duo aus Berlin, die sich mittels Echtzeitgemälde und projeziertem Licht um die visuelle Komponente kümmern.

Meine Effekte sind längst verkabelt, wobei ich ehrlich gesagt immer noch angestrengt überlege, wie ich wohl den Raumhall des Kleinen Saals, sprich: die Akustik-Rollos, fernsteuern könnte…

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Hey, der Raumklang und seine Transformation interessiert mich mächtig und nach dem Artikel über die gigantische Boxenwand, mit der Grateful Dead zwischen März und Oktober 1974 durch die Lande gezogen sind, habe ich auch keine Angst vor Großprojekten mehr!

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