Archive for the ‘Live’ Category

Laptop Rennen?

Januar 13, 2020

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Ferien vorbei, zack wieder Alltag – sprich Computer, Musik und Musik mit elektrischen Hilfsmitteln – irgendwo im Spannungsfeld zwischen Jazz und Club Kultur. Mit aller Freiheit und dem angenehmen Risiko einer Bergabfahrt…

MI 15.01.20 „Der temporäre elektronische SalonFrankfurt, Ono2 21h
(Lars Bartkuhn/git & comp Oliver Leicht/electric reeds; kamü/live drawing; OR/organic electro beats)

SO 26.01.20 „Der temporäre elektronische Salon“ Eschborn, K 19.30h
(Ulf Kleiner/rhodes; Oliver Leicht/electric reeds; OR/organic electro beats)

MI 29.01.20 Kopffarben meets Abelein, Brandt, Rubow, Viegelahn @ Jazzfest Frankfurt, HfMDK 20h
(Ralph Abelein/keys; Christopher Brandt/git; Stefan Viegelahn/organ; Kopffarben/visuals; OR/groove scapes)

FR 31.01.20 Luminos W feat. Wolfgang Schmid @ Jazzfest Frankfurt, HfMDK 21.30h
(Peter Wölpl/git, comp; Wolfgang Schmid/bass; OR/dub drums)

in Bildern denken

Januar 3, 2020

Eins a Trommeleinstieg – mit Pauken und Trompeten! Und grandiosem, mitunter exotischen Publikum in der Hamburger Laeiszhalle (Laeisz wie leise, obschon so ein Klassiktempel ganz schön laut nachhallt, wenn man die Trommel mit Schmackes schlägt…) – jedenfalls konnte man „die Schwester von Kraftwerk“ oder Rio Reisers ehemaligen Bodyguard treffen, mit illustren TrommlerInnen fachsimpeln oder sich von den vielen DePhazz Fans beglücken lassen.
Jetzt entspanne ich mit der freitäglichen SZ in der Bahn, freue mich dort über Max Goldts „Kunst kommt vom Wollen“ und die fotografierten Schreibtafeln kluger MathematikerInnen bzw. der folgenden Interviewpassage mit Jessica Wynne:
>>Viele der Fachleute sagten mir, als sie mir ihren Arbeitsprozess beschrieben, dass sie in Bildern denken, nicht in Zahlen oder Worten. Sie sehen das mathematische Problem in Bildern, noch bevor sie überhaupt an dem Problem arbeiten.
Ein Professor erzählte mir, dass er am Strand saß. Er dachte nicht einmal an Mathematik, er sah nur den Surfern zu. Und aus heiterem Himmel kam diese Vision. Er sah Bilder, sah das mathematische Problem vor sich und auch dessen Lösung. Ein Durchbruch. Oder ein Professor vom Mathematischen Institut in Princeton: Er zieht sich jedes Jahr drei Monate lang nach Irland zurück. Dort mietet er sich eine Hütte und meditiert. Es ist also Teil seines mathematischen Denkprozesses, den Geist zu leeren und nicht zu denken.<<

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Morgen gibt’s dann das traditionelle Netzer Neujahrskonzert im Stuttgarter Merlin – zwar ohne symphonischen Apparat, aber bestimmt genauso druckvoll und glitzernd.

PS. passt sowohl zu Bildern und zu Neujahrsvorsätzen, als auch zu Hamburg, der kleine Ausschnitt aus Saša Stanišićs „Herkunft“ (Seite 230):
>>Ich las. Lernte. Spielte Bach auf der Gitarre und übte Headbangen, und manchmal schloss ich einfach lange die Augen, um mich zu erfinden.<<

Ziühü hü h üu uuo  o  –   .   .   . . .

Dezember 31, 2019

Mit dem Eulen-Türgriff des Jenaer Volkshaus winke ich dem schwinden Jahr(zehnt) zum Abschied. Bin aber nach der gestrigen euphorischen „de capo“ Premerie (DePhazz & StuebaPhilharmonie) und einer gelungen umgestalteten Bahntoilette äusserst zuversichtlich!

Und tatsächlich entdeckte ich heute noch auf den letzten Metern einige schöne Sachen, Vielversprechendes für 2020.

Zum Beispiel das Sault Kollektiv aus England und dessen Album „5“ (aus der SZ Bestenliste) oder das musikalische Umfeld des Schweizer Schlagzeugers Samuel Rohrer (der gerne auch mal in die Elektronik- und Effektkiste greift), sowie den Instagram Account vom Dub-Trio Trommler Joe Tomino, der ebenfalls als ganz besonderer Echodrummer wirkt. Schließlich dann noch ein von den australischen Roland-Space-Echo-Chef-Reparateuren Shane Fritsch & Doug Ford neu designtes Echo Fix EF-X2 Tape Echo.

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Damit lässt sich auf jeden Fall eine klangliche Alternative zur Silversterrakete erstellen: Feedback bis zum Anschlag, Hall rein und dann den „Motor OFF Switch“ drücken:
Ziühü hü h üu uuo  o  –   .   .   .     .     .

Damit ich nicht zu weit abhebe finde ich auf der Straße zwei eins a Gewichte. Die werden im kommenden Jahr zudem für guten Sound sorgen – in der Kick oder auf der tiefgestimmten Snare, bzw. die gute Laune beim Schlagzeugspielen erhalten, weil sie als Stopper vor den Bassdrumfüßen das leidige Verrutschen der großen Trommel verhindern.

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Ich wage ein kleines Resümee: das Glück liegt teilweise auf der Straße…

wie gemalt

Dezember 19, 2019

Erneut ein Gruß und Kuss aus Vilnius!
Bin bestgelaunt – weil die AirBaltic Reise völlig unkompliziert funktionierte (dank ausgefuchster 8Kg schmaler Handgepäck-Beckentasche, in der ich immerhin vier Meinl Klangebenen unterbringe:14“ Jazz Hihats, 18“ Sand Crash, 18“ Byzance Medium Thin Crash, 20“ Club Ride), weil ein schöner Sonnen-Spaziergang mich am Brutalismus-Sportpalast vorbeiführte und die Googlekarte der „Third Wave Coffee Places“ wieder mal ins leckere Schwarze traf.

Auch im Venue blieb, durch diesen einmaligen Effektisch, die Sowjet-Romantik erhalten. Nicht nur „eine Harfe aus Beton“ (Pat Appleton), sondern auch Stahlblumen als Echoträger…

Und jetzt wo ich wieder daheim und im Freizeitmodus bin, mag ich gerne noch drei Geschenktipps in den Raum stellen:
– Ein Kendama ist 2019 mein Präsent No.1 (Geschicklichkeit, Beruhigung).
– Der Buchtipp Alex Graham „Drumfax 4: A Guide To Electronic Drum Kits (1973-1989) von Markus Einheuser wird überprüft, verbrieft empfehlen kann ich das Pedal Crush Buch. (Herzrasen!)
– selbstgemaltes = immer OK! Und so folge ich dem Aufruf des Galleristen, der ab 23. Januar nicht nur die Bilder von Hellmut Hattler austellen wird, sondern auch drei Ausmalvorlagen in den Ring wirft, die gestaltet und eingeschickt werden können.
Also: Kunst für die Freunde und/oder den Kenner!

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Ich wähle das Motiv „Bassjagd„, hole Stöcke und Levis Wasserfarben raus und trommle ein paar schöne Noten ins Ziel…

Nachtrag: Zusammen mit Levi und Yves wurde jetzt noch das Ausmalbild „Silent Surveyor 2“ zum Loop transformiert.

Dass die Musik zum Titel mittlerweile 20 Jahre auf dem Buckel hat, finde ich leicht krass…

erweiterter Aktionsradius

November 25, 2019

Stick-Twirling, Fehlanzeige. Aber dafür kann ich beim Trommeln die Arme verschränken 🙃
Und zack wird mit dem Original-Text zum Foto ein Teaser für die anstehenden Gigs in Frankfurt und Umgebung geschaffen.

Mittwoch, 27.11. Session Opener mit Martin LeJeune, Jazzkeller Frankfurt, 21h
Samstag 30.11. Kleiner & Rubow feat. Oli Leicht, Jazzkeller Frankfurt, 21h
Sonntag 01.12. Kleiner & Rubow Das Rind, Rüsselsheim, 20h

Also, um einen potentiellen Unterhaltungsfaktor in Aussicht zu stellen, hier noch der Zeitungs-Schnippsel aus Gütersloh: >>Oli Rubow […] versieht sein Präzisionswerk am Schlagzeug mit eigenwilliger Körperlichkeit, kann Shaker und Schlagzeug simultan handhaben. Es gelingt ihm sogar das Kunststück, während seines Solos etwas an seinem Kit zu reparieren.<<
(Rainer Schmidt in Neue Westfälische – Gütersloher Zeitung, 12.11.19)

erweiterter Aktionsradius

 

Sommerlüftchen

November 18, 2019

Schöner Wochenstart:
– mit dem ZDF Mitschnitt des sommernächtlichen Nils Wülker-Jazz Baltica-Gig: 72 Minuten, inklusive Ableton Fail & Nils Landgren Cameo!

– mit einem bunten Bildchen gegen die winterliche farblosigkeit (Exponat von Virgil Abloh)

– sowie mit einem Zitat aus meinem letzten Lieblingsbuch, Thomas Meyers „Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse“ (Seite 143):
>>Da fielen mir wieder Onkel Jonathans Worte ein. Den eigenen Weg zu gehen, überlegte ich, heißt wohl nichts anderes, als sich den Dingen zu stellen, die einem begegneten. Nicht zu versuchen, sie zu umschleichen. Nicht vor ihnen stehen zu bleiben. Sondern durch die Schwierigkeiten hindurchzumarschieren.<<

 

De Capo

November 17, 2019

Im Sommer trafen sich DePhazz und die STÜBAPhilharmonie in einer lauschigen Musikakademie in Mittelhessen – zum Proben und Aufnehmen.
Der Tonträger „de capo“ ist nun am Freitag veröffentlicht worden und im Winter stehen die ersten beiden Konzerte an:
29.12.2019 JENA Volkshaus
02.01.2020 HAMBURG Laeiszhalle

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Auch wenn ich für die Album-Beats mehr Wasserträger als Gestalter war (diese wurden als wichtiger ästhetischer Gegenpol zum akustischen Instrumentarium vom Meister selbst programmiert), freue ich mich sowohl auf die Bühnenfassung, als auch über das runde Produkt.
Vor allem das schicke Cover löst ein warmes Nostalgiegefühl in meiner Bauchgegend aus, erinnert es mich doch direkt an die Collagen meiner Tante, die in den „Musik um uns“ Unterrichtsbücher meines Großvaters diverse Überschriften und Zusammenhänge illustrierten.

raus aus der Echokammer

September 27, 2019

Muss los. Glücklicherweise passen alle elektronische Schmankerl für die jeweiligen Anlässe in den Reisekoffer:
27.09. „DePhazz“ (Geburtstags-Konzert für unser Mastermind)
01.10. „Hattler“ Aschaffenburg, Colos-Saal
02.10. „Hattler“ Ulm, Roxy
03.10. „Hattler“ Freudenstadt, Festhalle (Musicdays)
04.10. Ludwigsburger Trommeltage, zusammen mit DJ Friction*
08.10. „Hattler“ Lörrach, Burghof
09.10. „Hattler“ Tübingen, swt Kulturwerk
10.10. „Hattler“ Ravensburg, Zehntscheuer
11.10. „Hattler“ Karlsruhe, Tollhaus
17.10. „Hattler“ Darmstadt, Centralstation
18.10. „Hattler“ Melle-Buer, Kulturwerkstatt
19.10. „Hattler“ Cloppenburg, Kulturbahnhof
20.10. „Hattler“ Münster, Jovel-Club

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*Auf den Besuch der Ludwigsburger Trommeltage freue ich mich besonders! Nicht nur weil diese Veranstaltung, ähnlich wie auch das Dresdner Drumfestival, dank einer gewissen Exotik die Drummerszene angenehm bereichert, sondern da ich mich an meinen Workshop im Schlagzeugmuseum vor acht Jahren gerne erinnere (damals hatte mir der nette Herr Vogelmann nicht nur den großen Ampeg-Kühlschrank für die TB-303, sondern auch einen Marshall Turm für mein Echogerät hingestellt). Diesmal möchte ich eine Lanze für die Steckdose auf dem Schlagzeugteppich brechen, mit Begeisterung die Überwindung von Grenzzäunen veranschaulichen, vor allem aber Groove und Musik machen – nämlich im Zusammenspiel mit DJ Friction (Freundeskreis).

Und obwohl ich Frico schon wirklich lange kenne, wir auch schon gemeinsam diverse schöne Sachen unternommen haben (Turntablerocker Tour 2001, gescratchter Gastbeitrag für mein Buch „e-Beats am Drumset“, ein paar Freundeskreis Festivals 2018), wird unser DJ-Drummer-Jam im Ludwigsburger Schlagzeugmuseum eine Premiere!
Um 20h geht’s los, Eintritt(spende): 5€

(Das schicke Foto stammt übrigens aus der Echokammer Heddernheim und wurde von Oliver Leicht gemacht.)

the secret ingredient

September 22, 2019

Mein Freund Markus Birkle hat mir gestern „That Pedal Show“ mit dem Radiohead Gitarristen Ed O’Brien empfohlen (der sich mit vielen Tretminen vor allem um Texturen, Soundkaskaden und Live-Looping kümmert).
Aussagen wie „EHX Memory Man – the god pedal“ oder „the first thing you’d buy is a delay pedal – […] before a distortion pedal“ werden direkt abgetippt…


Und dass die Band keine Lust darauf hat, sich in einen Jukebox Modus zu begeben und  Konzerte eintrainiert und durchgecheckt abzuspulen, dadurch Risiken mit spürbarer Fallhöhe in Kauf nimmt, die letztlich aber ganz gut vor routinierte Langeweile schützt, reizt mich sehr.

>>You’ve got to rehearse, but you’ve also to be able to laught at a car crash – […] we are human beings… >> (25.08’)

Und so schaue ich noch ein Konzertmitschnitt an  (live in Arras 2017 mit zwei Drummern – Philip Selway und Clive Deamer).

 

>>«In the last Radiohead tour,» says Phil Selway, «I was joined by a second drummer, Clive Deamer. That was fascinating. One played in the traditional way, the other almost mimicked a drum machine. It was push-and-pull, like kids at play, really interesting. You wouldn’t go there without the initial inspiration of a drum pattern. That approach was very much informed by drum machines.»<< Phil Selway and the evolution of rock drumming in the digital age

Jetzt noch zwei einen ältere Live-Schnippsel aus Paris (2001) und Glastonbury (2003, ab 1:08:20′), in denen man ganz toll sowohl Jonny Greenwood als auch Ed O’Brien beim Live-Looping beobachten kann. Jonny kümmert sich um Stimme und Schlagzeug, Ed ums Rhodes:

Zum Abschluß noch ein ausgedehntes Looper-Duo vom Bonnaroo Konzert (2006).

Diese Infos entsammen der Website „The King of Gear„, die noch einen weitaus tieferen Einblick ins Live-Looping-Geschehen von Radiohead liefert.

 

 

 

Die ungebrochene Anziehungskraft der Natur

September 16, 2019

Nachdem es mir im Sommer schon bestens in Kärnten gefallen hat, würde ich in der nächsten Zeit (bis zum 27.10.) gerne nochmals hin. Diesmal, um das Klagenfurter Fußballstadion besuchen, in dem Klaus Littmann eine gezeichnete Dystopie aus dem Jahr 1970/71 dreidimensional umgesetzt hat.

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Fotos von Gerhard Maurer, originale Bleistiftzeichnung „Die ungebrochene Anziehungskraft der Natur“ von Max Peintner.

PS. Das Stadion wäre selbstverständlich auch optimal für ein Netzer-Konzert geeignet – geht vermutlich nicht, da wir am 21.09. im Bix auftreten…