Archive for the ‘Live’ Category

vermeintlich dunkel

September 9, 2020

Zwei Schwarz-Weiß-Fotos von gestern, vermeintlich dunkel und dennoch positiv…

Ich konnte leider nicht herausfinden wer dieses super Bild von David Gilmour und Tochter Romany gemacht hat, bevor es sich in den sozialen Netzwerken verselbständigte. Mit der Überschrift:
>>When you just want to play your guitar but your dad is that guy from Pink Floyd<<

Ich machte eine bemerkenswerte Übe-Erfahrung.
Gestern gab es weder Strom noch Licht in meinem Bunkerraum. Ich wollte aber Trommeln. Das passierte dann zunächst im blassen Schein des Musik zuspielenden Smartphones, später dann komplett im Dunkeln und ohne Kopfhörer.
Und wie wunderbar zu erleben, dass der plötzlich nicht gebrauchte Sehsinn seine Energie an die Hörstation weiterreicht, dass wir selbstverständlich alle Instrumente (auch deren exotischere Positionen, wie beispielsweise die Beckenglocke, einen satten Rimclick trotz Crasher-Auflage oder den Crasher selbst) treffen ohne sie anzuvisieren.
Ebenfalls erstaunlich, dass es für diese Erkenntnis ein Elektronik-Problem gebraucht hat. Denn dank des Lichtschalters lässt sich dieser Umstand doch jederzeit (re)produzieren…

Und schließlich noch ein drittes Bild (von WP Steinheisser) – aus der heutigen Ankündigung:
Hurra! Am Wochenende ist Sommer und ich spiele zwei Open-Airs beim Stuttgarter Kastellsommer. Mit Freunden.
Freitag, 11.09. Netzer (19.30)
Samstag 12.09. Fola Dada/Joo Kraus/Martin Meixner (19.30)

Happy 100

August 28, 2020

>>Die Frage, welche Musiker:innen Parker postum beeinflusst hat, beantwortet sich sofort: Es sind einfach alle. Welcher Komponist des 20. Jahrhunderts kann das schon von sich behaupten? In der Erzählung „Der Verfolger“ des argentinischen Schriftstellers Julio Cortázar (1958) grübelt der Kritiker über seine Sprache, die angesichts des musikalischen Genies von Johnny Carter – einem US-Musiker vom Autor nach Parkers Vorbild gezeichnet – zu versagen droht. Dem Verzagten lässt sich beim Hören von Charlie Parker nur beipflichten, als er schreibt: „Ich glaube zu verstehen, warum man beim Beten unwillkürlich auf die Knie fällt.“<<
(Franziska Buhre in der taz vom 28.08.20)

Bevor „Der temporäre elektronische Salon“ dem Meister Respekt zollt (heute live Abend im Frankfurter Palmengarten), erzählt noch Phil Woods seine Anekdote über vermeintliche Unzulänglichkeiten des eigenen Equipments und Charlie Parker:

 Und ich lese mir nochmals die Seite 75 in Volker Kriegels „Der Rock’n’Roll-König“ durch.

alles doppelt!

August 28, 2020
OLIOLI2

2 Olis („Der temporäre elektronische Salon)
2 Florians („The OhOhOhs“)
2 Konzerte
2 Video-Teaser:

https://www.instagram.com/p/CEX3IddKQ1Z/

2 (9.8)
2 (0h) im Palmengarten

Die MILCHSTRASSE als Startpunkt einer Reise

August 27, 2020

Auf die Frage, ob ich Musik studiert hätte, antworte ich gerne stolz: Ja, zweimal drei Wochen, in Hamburg beim Popkurs.
Angefixt von begeisterten Besuchern (Peter Kumpf & Kay Richter) stand diese Etappe dringend (gefühlt eine halbe Ewigkeit) auf dem Zettel, dort dann – in der Milchstrasse – 1993 angekommen, war’s noch besser als erträumt: ein wunderbarer Crashkurs im Paralleluniversum, Augenöffner, Kontaktbörse und (bis heute) andauernder Motivationsschub.

Gestern verabschiedeten sich die beiden Initiatoren Anselm Kluge und Peter Weihe nach 39 Jahren mit diesem Gedicht.

Ich verbeuge mich tief, bedanke mich nochmals herzlich und mache im besten Popkurssinn einfach direkt weiter:
Musik mit einer Sprachnachricht meiner Nichte Alma (aus HH…)

Bis Samstag dann, im Palmengarten!

kurz grandios

August 9, 2020

Kurzerhand eingetaucht in ein dreitägiges Paralleluniversum, erfreuen mich dicke Subwoofer und Konzerte vor echten Menschen, die Sommerhitze und jede weitere Badestelle (egal ob Burggraben oder Baggersee mit Mähdrescherromantik). Nebenan feiert die TR-808 ihren Vierzigsten. Und auf der Rückreise grüßt hupend die niedersächsische METRONOM Bahn…

On top schreibt mir der LEU-Verlag, dass mein Buch nun gedruckt (und vorbestellbar) sei und bei Ocean Vuong entdecke ich  ein Erklärungsmodell für die Schlagzeug-Echo-Liebe:
>>Ich habe gelesen, dass Schönheit seit jeher Nachbildung hervorgerufen hat. Wir machen mehr aus allem, was wir ästhetisch ansprechend finden, egal ob eine Vase, ein Gemälde, ein Kelch, ein Gedicht. Wir reproduzieren sie, um sie zu bewahren, durch Raum und Zeit auszudehnen.<<
Auf Erden sind wir kurz grandios“ (Seite 156)

Hey, fühlt sich weitaus mehr als kurz grandios an!

Hotline-Foto von @thezitterman

 

 

Netzer now and then

Juli 31, 2020

Jetzt ein pre NETZER Pic aus dem Jahr 1997, später dann in alter Frische im Stuttgarter Bix 😘
#throwbackthursday
Foto Nr. 1 von Angela Eberhardt?, Foto Nr. 2 von J. L. Diehl

PS. Da das heutige Konzert offenbar ausverkauft ist, hier die Alternative:
Wir spielen auch am 11.09.20 beim KastellSommer in Bad Cannstatt.

PPS. Wolf-Peter Steinheißer hat gestern noch ein ganz aktuelles Bild geschossen:

netzer 2020

die Wertschätzung für kleine Veränderungen

Juli 16, 2020

Feines Interview mit Philo Tsoungui, plus ein persönliches Freeware-Sample-Pack (via NI Community Drive) von ihr obendrein.
Es geht um zeitgemäße Rhythmusarchitektur bzw. wie diese elegant auf der Bühne umgesetzt werden kann, es geht um Sound, Flow, Levelling und die Wertschätzung für kleine Veränderungen!

IMG_5665

Eins a Sommermaterial!

Und dass ich die tolle Philo nochmals bei Fatoni vertreten darf, wird gleich auch noch untergebracht:
06.08.20 „Fatoni“ Dortmund, Junkyard (Open Air)
07.08.20 „Fatoni“ Stade, Lichtspielgarten
08.08.20 „Fatoni“ Oldenburg, Einfach Kultur

French-House, Scofield & Lenny Castro

Mai 30, 2020

Das digitale Paderborner Drums und Percussion Festival ist schon voll im Gange, da möchte ich auch noch ein letztes Mal die Werbetrommel für den Stream meines Solo-Beitrags aus dem Jahr 2008 rühren.

Als der „andere DJ“ – die Abkürzung steht bei mir für DrumJockey oder DiscJamming – transformierte ich im Vorfeld Lieblingsmusik zu einem fließenden, aber situativ steuerbaren Ableton Mix, der zunächst als Basis zum Dazutrommeln, im weiteren Verlauf als Rampe für solistische Abenteuer gedacht war.
Der für mich beste Moment des Mixtapes war die Überlagerung des Cassius French-House Classics „My feeling for you“ mit einem Scofield-Solo vom „Pick Hits Live“ Album:

sco-im-frenchhouse

Ein weiteres Highlight, das im wahrsten Wortsinn meinen Kopf markiert hatte (weil rot aufleuchten ließ), war das an die Performance anschließende Lob von Lenny Castro, der sich stark an den frühen Jeff Pocaro erinnert gefühlt hatte…

Das 5 Euro Ticket für die verbleibenden drei Online Konzertabende gibt es dort.
(Meine Übertragung findet am Sonntag, den 31.05. um ca. 21h statt.)

Das hängende Kick-Mic

Mai 29, 2020

… ist eine simple wie hervorragende Idee, finde ich:

Bildschirmfoto 2020-05-29 um 23.02.10

Bei Tommy Ramone entdeckt, im Artikel „100 Greatest Drummers of all Time„.
Und da ich zuvor Fela Kuti mit Tony Allen hinter einer großen Rogers Bude geschaut hatte, wird die Aufnahme vom Berliner Jazzfest 1978 direkt drangehängt. Der Link zu dieser kompakten Afrobeat Einführung ebenfalls.

Computer Liebe

Mai 8, 2020

Hach, wie schön: Erst mehrere Nächte zusammen Musik machen, Ideen entwickeln, dann daraus einen Gig improvisieren.
Freude en masse und ein Lampenfieber jenseits der Thermometerskala, ähnlich hoch wie vor dem ersten Konzert der Schulband.

hr-Video

Letztlich durften wir sogar als Trio performen (da Kamü ihren Zeichentisch mit großem Absatnd aufbauen konnte) und so stand wieder mal ein „Temporärer Elektronischer Salon“ auf dem Holzboden. In musikalischer Hinsicht hatte ich mir folgendes überlegt: Ein dezent präpariertes* akustisches Schlagzeug sollte die Basis sein, mit Kick, zwei Snares und einem Standtom, umrahmt von drei umfangreichen Becken**.
Darin subtil verwoben: diverse Strippen zur Elektrifizierung des Trommelzeugs, aber auch zur elektronischen Verbindung mit Oli Leicht.
Echodrums: die 14″ Snare kann via A/B-Box ins Boss RE-20 Space Echo geschickt werden.
Reverb Shots: die kleine 8″ Meinl Snare/Timbale hat einen Roland RT-10 Trigger Pickup aufgesetzt bekommen, der zum RME Babyface und von dort in Ableton Programm führt. Dort regelt ein Noisegate ab welcher Schlagstärke das Signal in einen langen Hallraum rutscht.
Electronic Handclap: mit dem Roland SPD-One Electro wird ein heruntergestimmte Clap Sample getrommelt. Mal eher trocken, oft stark verhallt.
Four On The Floor: obwohl ich die elektronische Kick zur Zeit gern mit dem linken Fuß selbst spiele, wollte ich mal versuchen, ob sich nicht meine Acidlab Bassline (eine TB-303 Kopie) um eine Mischung aus Bassdrum und Synthbass kümmern könnte. Sie wird vom RME mit der MIDI Clock versogt.
Samples kommen vom Ableton Song (das ich mit Kurzbefehlen auf der Laptoptastatur verwalte):  Beispielsweise diverse Sprachausschnitte (von Herbert Eimert, Mariah Carey, Sasa Stanisic und Kraftwerk), ein Trommelschnitt vom Stran in Sansibar, ein Garnier-Synthloop und ein kleiner Minimal-Beat.
Die beiden Abletonrechner der Olis spielen via Link im selben Takt.
– weitere Verknüpfen zwischen Schlagzeug und Klarinette/Saxofon: per Knopfdruck auf den gelben Send Button rutscht auch das Gebläse in mein Echogerät.
In meiner Kick liegt ein extra Mikrofon, das zur Sidechain-Steuerung in Herrn Leichts Ableton Session aktiviert werden kann. Um seine Signale entweder pumpen zu lassen oder überhaupt erst hörbar zu machen.

Trotz der großen Spielfreude gab’s aber auch einen Adrenalinstoß, als sich 20 Minuten vor der Sendung mein Rechner mit seltsamer Grafik verabschiedete. Blöderweise trat dieses Phänomen diese Woche schon mehrmals auf, offenbar ohne Reparaturwirkung…
OK – dann halt Neustart, Festplattendienstprogramm und viel Computer Liebe.
Hat gereicht, danke Florian!

* Muffkopf (Kick), Mini Muff (Snare), Big Fat Snare Drum Donut (Tom), Meinl Kessing (mal auf Snare, mal auf Tom), VicFirth Dualsticks
** Meinl Bycanze 15″ Jazz Hihats, 20″ Clubride, 20″ Jazz Thin Ride, 18″ Vintage Crash
*** Meinl Waterfall, präparierter Rawhide Shaker, Luis Conte Shaker, special Jam Block, Jingle Stick / One Hand Triangle, Almas Regenmacher