Archive for the ‘watch!’ Category

Echtzeitkunst mit konkretem Anspruch

Juni 29, 2021

Traumhafte Kulisse, spannender Plot, Corona-konform!

Vom 1. bis 11. Juli werden im Frankfurter Ono2 die Ergebnisse des Moment:an Versuchs präsentiert, bei dem die Zeichnerin Kamü und das Musiker Duo Rubow & Leicht intermedial improvisieren, um schöne Bilder und einen stimmigen elektro-akustischen Sound zu erzeugen.
Es gibt einen 15 minütigen Film fürs Schaufenster (und hier), Galleriezeiten (täglich 19-21h) sowie drei Live-Happenings (am 01./08./11. Juli jeweils ab 21h) vor dem Frankfurter Ono2 (Walter-Kolbstr. 16).

Gestartet wird in völliger Freiheit. Um den Moment zu strukturieren helfen große Ohren, offene Augen und ein kleines Regelwerk, ein dezentes „wenn – dann“ Verständnis, das angewendet werden darf, aber nicht muss, sowie subtile klangliche Verstrickungen:
Denn es wird nicht nur auf Trommelfellen und Becken geräuschvoll gezeichnet, die (mittels Drum-Pickup abgenommen) Fell-Klänge bzw. die mit einem Mikrofon bemalten Becken und radierten Vorlagen können ebenso das Klangergebnis beeinflussen…

Neustart Kultur!

beste Unterhaltung

Juni 11, 2021

OK, jetzt kann die Fußball EM 2020 gerne beginnen! (Danke Jack Powell, 1935!)

PS. passend zum Trick-Trommler wird die Eröffnungsfeier in Rom mit fliegenden Trommlern um Aufmerksamkeit buhlen, siehe IG-Beitrag von Specki T. D.

lasz uns ausgehen!

Juni 6, 2021

Corona in a nutshell, oder Gebot des Tages, das Haiku von Matsuo Basho (1644-1694):

>>
Still sitzen. Nichts tun.
Der Frühling kommt,
und das Gras wächst von selbst.
<<

Liest sich auch als hervorragend Grundlage für den Endspurt des Rubow & Leicht Kunstfilms, der nur noch heute zu sehen ist.
Übrigens, ein Ende, das sich am besten mit den Worten von (der am Freitag in Wien verstorbenen) Friederike Mayröcker zelebrieren lässt:

>>lasz uns ausgehen! wie Kerzen!<<

Talk Box

Mai 30, 2021

One, two – Mike check!

Heute gibt’s die »Talk Box« Video Premiere im Rahmen des hessischen »Tag für Musik und Literatur«, eine 45 minütige Werkschau des Pandemie-Gegenprogramms von Rubow & Leicht.

Wir durften seit einem Jahr in unserer Winterspielstätte Ono2 werken. Sprich, jammen, basteln, filmen. Das eigentliche Ziel war ein Album (VÖ steht noch in den Sternen), dank der Zeichenkunst von Kamü und Oli Leichts cineastischer Leidenschaft ist darüberhinaus ein bewegter Kunstfilm entstanden. Und genau dieser wird von heute bis zum 6. Juni online gezeigt, bevor der eigentliche Tonträger komplettiert und fertig gestellt werden wird.

Für den Einstieg gab es im Mittagsprogramm von hr2 eine Sendung zu der uns Daniella Baumeister zum Gespräch eingeladen hatte.
Zudem hätte ich etwas Einlassmusik für den digitalen Warteraum vorbereitet und dann wie gesagt ab 18 Uhr der YouTube Stream mit 12 Tracks des neuen Albums.

Freut euch auf jazzig-elektronischen Sound mit neuem Textverständis, nämlich einer Musik gewordener Sprache, die mittels Transformation von inspirierenden Sprachschnipsel diverser kluger Dichter und Denkern passiert. Konkret wird Material und so manche Originalaufnahme von folgenden Menschen verarbeitet:
Max Frisch, Steve Reich, John Cage, Saša Stanišić, Duke Ellington, Paul Desmond, Charlie Parker, Heinrich Steinfest, Bullwackie, Afrika Bambaataa, Arno Frank, Theodor Adorno, Front 242, Hal David, Matsuo Basho.

Es gibt aber auch ein gesungenes Lied zu hören, ein Remix von „Close to you“ (ausgewählt nach diesem schönen Stevie Wonder/ Talk Box Bezug). Freundlicherweise durften wir eine Produktion der hr-Bigband remixen, in der der die großartige Kate McGarry im Arrangement von John Hollenbeck singt.

PS. die Talk Box ist ja auch ein Effektgerät, eine „unglaubliche“ Stompbox um die gesungen/gesprochen Stimme zu verfremden, zu erweitern, transformieren… insofern Motto und perfekter Titel für unsere Arbeit.

PPS. unsere Arbeit wurde durch den Musikfonds (Neustart Kultur) unterstützt – danke!

PPPS. Zugabe!

zu Hause im Präsens

Mai 28, 2021

Habe dieser Tage tolle Sachen gelesen.
Eines der inspirierendsten Schlagzeuger Interviews – Pablo Held trifft Billy Hart (Jazzthing 139) und den klasse Roman „Fang den Hasen“ von Lana Bastašić. Dass der Tippgeber (Saša Stanišić) – geschickterweise im direkten Anschluß an meine eben beendete Lektüre – eine gemeinsame Gesprächs-Lesung mit der Autorin abgehalten hat, war toll.
Art und Inhalt sogar: wundervoll!

A propos Saša Stanišić: Von ihm durften Rubow & Leicht ein Teil der „Rede für Jugend“ verwenden/verarbeiten/musifizieren. Sein Blick auf „Strom“ wird ab Sonntag Abend 18 Uhr für sechs Tage zu hören und sehen sein.

>>Es geht nicht darum, wieviele Dinge man weiß, sondern auf wie viele verschiedene Arten man eine Sache spielen kann.<< (Billy Hart)

Rubow & Leicht

Mai 25, 2021

Hey, darf ich vorstellen – meine neue Band RUBOW & LEICHT, die aus dem Stand heraus elektro-organische Musik improvisiert, dabei leidenschaftlich gesprochenes Textmaterial dubbt.
Die passende Lightshow wird in Echtzeit gemalt.

Gedankenanstöße zum Tanzen!

Den großen Paukenschlag gibt’s dann am Sonntag, den 30. Mai. Im Rahmen des hessischen Musik- und Literaturtags streamen wir um 18 Uhr aus dem ono2 die digitale Werkschau unserer Pandemiearbeit, einen 45 minütigen Film mit viel neuer Musik eines ersten Albums („Talk Box“, VÖ im Herbst) und vielen Bildern von Kamü.

PS. der digitale Warteraum wird jetzt schon bespielt…
Und so begann die Reise vor gut einem Jahr:

hr-Video
https://www.youtube.com/watch?v=wuRFquP3Ms4

Mokka in Mostar

Mai 21, 2021

Lana Bastasic schreibt in ihrem Roman „Fang den Hasen“ (auf Seite 86f)

>>In Dublin trank ich für gewöhnlich doppelten Espresso, zwischen mir und den Kaffeebohnen lag eine Distanz, eine ganze Maschinerie, deren Ziel es war, die Erinnerung an das Land, in dem der Kaffee gewachsen war, auszulöschen. Ich kannte Baristas, deren in teuren Designer-Fonts gesetzte Sepiadiplome an den Wänden schicker Cafés hingen, um meinem scheinbar allzu feinen Gaumen die wilde Sprache des rohen Kaffees zu übersetzen. Doch dieses henkellose Tässchen in Mostar erwartete mich wie eine stolze Waschfrau ihre ausgelassene Tochter, die vom Tanz nach Hause kam: Es erinnerte mich daran, woher ich kam und wo mein Platz war. Das war Kaffee, nicht eine kostbare Ansichtskarte aus Kolumbien.<<

Dazu erstelle ich mal wieder einen kleinen Momentan-Musik-Mix, die Einlassmusik für den 30. Mai, den hessischen Musik- und Literaturtag, in dessen Rahmen Rubow & Leicht – die Corona konforme Splittergruppe des „Temporären Elektronischen Salon“ – ihr demnächst fertig gestelltes, hoffentlich auch bald erscheinendes Album „Talk Box“ präsentiert. Dafür gibt es einen eigens erstellten 45 minütigen Dokumentar-Kunst-Film mit unserem aktuellen Sound – jazzige Electronica mit neuem Textverständis und grandiosen (verspielten) Wortbeiträgen von Max Frisch, Steve Reich, John Cage, Saša Stanišić, Duke Ellington, Paul Desmond, Charlie Parker, Heinrich Steinfest, Bullwackie, Afrika Bambaataa, Arno Frank, Theodor Adorno, Front 242, Hal David, Matsuo Basho.
Zudem viele schöne Gemälde von Kamü.

Jetzt aber erstmal die Trackliste (zum virtuellen Warteraum):

Madvillain „Bistro“
Sault „Son Shine“
XTC „This is Pop?
Benny Sings „Nobody’s Fault“ (2021)
Janet Jackson „Young Love“
Teddy Rok Seven „Feel“
Dawn Richard „Bussifame“ (2021)
Steve Reich „Piano Phase“ (1967)
Rene & Angela „I Don’t Know“
Djavan „Lilás“
Pino Palladino „Just Wrong“ (2021)
Bill Evans „B Minor Waltz“ (1980)
Céline Rudolph & Lionel Loueke „O Leaozinho“
Nepumuk „Kauf“
Bruno Mars & Anderson .Paak „Leave The Door Open“ (2021)
The Isley Brothers „Work to Do“
Nubiyan Twist „Figure Numatic“
Ulf Kleiner „Tubes Grande – Analog Piano Dub“ (2021)


Was man so alles auf der Bühne machen kann…

Mai 20, 2021

… untertitelte der Bayrisches Rundfunk diese mir bis dato unbekannte Drum & Moutpercussion Performance von Vinnie Colaiuta (im Stuff Shirt, mit seiner besten Brille, mit Rototoms & China).

Danke Marlene für den Link!

Record Breaker

Mai 14, 2021

Es geht ausnahmsweise mal nicht um „breaks“, auch nicht um sonstige Platten, sondern um einen Rekord der gebrochen werden soll. Laut Moderator Roy Castle einem aus dem Jahr 1939, bei dem Gene Krupa 100 verschiedene Trommeln innerhalb einer Minute angeschlagen hatte.
1987 wurde Cozy Powell für eine BBC Fernsehshow gefragt, ob er in derselben Zeit nicht sogar 400 Einzeltrommeln treffen könnte:

Sieht ja super aus – aber noch lieber ist mir die Kombi von Show und Kontext, sprich Schlagzeugsolo beim Gig:

Und direkt im Anschluß noch „Dance with the Devil“ – mit Wolfgang Schmid und Peter Wölpl – denn genau durch diesen Filmauschnitt der Fernsehserie „Super Drumming“ hatte ich C. P. im Februar ’87 erstmals bewusst wahrgenommen.

the video classroom (1981)

Mai 12, 2021

Vor 40 Jahren, im wunderschönen Monat Mai, veröffentlichte die Gruppe Kraftwerk ihr Computerwelt Album, verpackt in einer leuchtend gelben Schallplattenhülle, die deren Zukunftsvision auch über die Musik hinaus als einprägsame Grafik transportierte. In meinem Proberaum schaut mir übrigens die nicht weniger gelbe Single-Auskopplung „Taschenrechner“ beim Trommeln zu…


Ebenso 40 Jahre alt – und auf andere Art und Weise farbenfroh – ist das Lehrvideo „Drum Course for Beginners„. Hier erklärt der legendäre Jazztrommler (und Doublebassdrum Ambassador) Louie Bellson dem geneigten Rhythmusmacher die Basics. Ich schaue mir vor allem die Erklärung des Flams an und rahme zudem Logo und Credo der damaligen Videoproduktionsfirma (für zukünftige Online-Lessons):

Denn auch wenn ich (frisch geimpft) wieder mit gutem Gewissen in Präsenz unterrichten kann wird das ZOOM-Konzept für bestimmte Anlässe seinen Sinn behalten.