Archive for the ‘watch!’ Category

Duckisch

Juni 12, 2022

Auch Peter Krause hat auch mal getrommelt, entschied sich letztlich aber dafür, Sounds lieber mit dem Mund zu erzeugen, nämlich als die deutsche Synchronstimme von Donald Duck.
Ente gut“ ist ein schöner taz-Artikel über sein Leben und Schicksal, hier noch ein Ausschnitt aus seinem Touralltag, vor der Gehirnblutung:

Duckisch
1. eine Mischung aus Schnattern und Gesprochenem, die allein (sprich ohne jegliche tontechnische Eingriffe oder Effekte) durch Stimmbänder, Mundmuskeln und etwas Spucke entsteht.
2. „Duck isch“ könnte aber auch die bejahende Antwort eines hessischen Tontechnickers sein, wenn die spezielle Anwendung eines Noisegates (Ducking) zur Hervorhebung eines Signals (vielleicht dem Geschnatter von Peter Krause gegenüber einer weiteren Tonspur) nötig wäre.

Music is a dialectical Memory Game. It is history with a heart beat

Juni 8, 2022

Dank der Dilla Time Lektüre für ich an eine tolle DVD erinnert, die ich jedoch irgendwann mal verliehen und nicht mehr zurückbekommen habe. Egal, denn der Inhalt von „KeepInTime“ lässt sich auch im Youtube nachschauen. Jenes motivierte Zusammenspiel von DJs Babo, J.Rocc, Cut Chemist, Nu-Mark, Shortkut), Live-Elektronikern (Madlib, Babo, J.Rocc, Cut Chemist, Numark, Shortkut), dem MC Azul mit den Drum-Legends James GadsonPaul Humphrey und Perkussionist Derf Reklaw.
On the fly: viel Spielfreude und kein Clicktrack!

Hier noch die Drummer-Talks mit Earl Palmer, James Gadson und Ralph Humphrey vom 15. Januar 2000:

Und der Nachfolge-Film aus demselben Stall gleich hinterher, „Brasilintime“ (Hip Hop DJs meet Samba):

Obrigado

April 8, 2022

Hey, ein lautes danke in Richtung England, genau genommen an Fila Brazillia, deren geschmackvoll zusammengebastelte Attitude (eins a Samples, Funk galore und gerne humorvoll) immer hoch im Kurs stand!
Mitte der Neunzigerjahre fühlte ich mich, als hätte ich mich in einer Jazz-Sackgasse festgefahren. Doch die britische Elektronikabteilung hat mir prompt einen schönen Ausgang gezeigt. Einerseits mit ihren energiegeladenen Jungle-Experimenten, andererseits durch den Downtempo-Gegenpol aus Bristol und Sheffield. Bis heute berausche ich mich am kreativen Output der Bedroom Producer und DJ-Kultur Macher.
Ein früher Meilenstein für meine Weiterentwicklung war Fila Brazillias Album „Black Market Gardening“ aus dem Jahr 1996. Und weil ich mich gestern so über einen tollen Tourbeitrag von Steve Cobby gefreut hatte – er ist einer der beiden Fila Produzenten – wurde heute das Album auf dem Weg zum Proberaum wieder mal genossen. Anschließend im Vibe des Eröffnungs-Tracks „Obrigado“ getrommelt. Sowohl Jazz, als auch Electronics…

Danke sage ich damit aber auch an Mike Marklove, der nicht nur kräftig mitgespendet, sondern mir zudem sein altes Meinl Dragon China Ride überlassen hat. Es wurde (von Chris Kamin kunstvoll repariert) und direkt mit einer neuen Message versehen, so dass es nun für die gute Sache schwingen kann…

Dennis Davis

März 24, 2022

Vor knapp zwei Jahren hatte ich schon mal einen Beitrag zu Drummer Dennis Davis vorbereitet, jetzt – nachdem wir letztes Wochenende mit Bowie Gitarrist Mark Plati ein Live-Set der Berlin Alben „Low“ und „Heroes“ auf die Beine gestellt hatten, passt die Veröffentlichung perfekt:

>>There’s much to love about every drummer who played behind David Bowie. From Mick Woodmansey’s workmanlike chops to slick groove merchants like Andy Newmark and Omar Hakim to Mark Guiliana’s envelope-pushing concepts, all did amazing work with Bowie. It’s a useless exercise to attempt ranking them—though you could make a pretty good argument that of all the drummers to play with Bowie, no one covered as much ground as Dennis Davis. […]
Cue up any Bowie song from that era, and the drumming will blow you away. Two particular highlights among dozens: The smooth transitions into and out of the two-handed 16th-note hi-hat patterns and the halting syncopated fills on Station to Station’s “Stay,” and the “Heroes” deep cut “Blackout,” where Davis twice stops the hard-hitting groove cold to drop in crazy conga-tom-snare combinations.<<
Schreibt der Modern Drummer.

Mir als Echo Drummer fällt diesbezüglich als erstes der spezielle Snaresound auf „Low“ ein: Tony Visconti hatte dem Snaresignal den Effekt des damals brandneuen digitalen Eventide Harmonizers H910 zugemischt. Bei der Aufnahme hörte Dennis Davis den Effekt im Kopfhörer und konnte ihn durch die Anschlagstärke beeinflussen:

Als ich unsere vorzubereitenden Tracks erstmals durchhörte, war ich ehrlich gesagt etwas überrascht, ob der eigenwilligen Arrangements, Endings und auch die spezielle Platzierung von Davis‘ FIll-Ins. Aber hey, beim Proben machte alles nach und nach Sinn.

Vor drei Jahren hatte Davis‘ kleiner Sohn Hikaru ein Video gedreht, in dem er das Erbe seines Vaters erforscht, nachdem Dennis 2016 verstorben war. Im folgenden Video spricht Hikaru mit Tony Visconti über dessen Lieblingsstück mit Davis‘ Schlagzeug- und Percussion-Arbeit.

Zum Abschluss noch ein Video, in dem Mark Guilliana den Bowie Track „Warszawa“ aus dieser Zeit interpretiert…

… sowie die lustige Fußnote, die uns Mark Plati mit dem Vermerk
>>This might be helpful as far as how to perform this piece …<< geschickt hat:

Film ist Rhythmus

März 22, 2022

Eben mit Gomezz telefoniert und diesen Tipp bekommen:

Anschließend zufällig Frieder Butzmanns „Musik im Grossen und Ganzen“ aufgeschlagen, dort über Hans Richter gelesen, dessen stilles Ballett aus schwarzen, weißen und grauen Vierecken aus dem Jahre 1921 heute als ein Schlüsselfilm der Moderne gilt. Für manchen Cineasten sogar als erster Videoclip eingeordnet wird…

all my DVDs for you

März 21, 2022

Vor einem Jahr fragte mich mein Freund Andreas, ob wir uns nicht zusammen eine in irgendwelchen Kleinanzeigen angebotene Kiste mit 100 CDs des ECM Labels kaufen wollen. Herausgesprungen sind dabei nicht nur bekannte Juwelen und ein Haufen inspirierender Neuentdeckungen, sondern auch ein weiteres schönes Kommunikationsfeld („hey, hast Du Album soundso schön gehört?“, „so, kenne ich den Garbarek gar nicht“, „ich wusste gar nicht, dass“…).
In diesem Sinne veräußere ich zur Spendenvergrößerung alle meine Musik-DVDs (die Exemplare auf Bild #1 sind dem Drummer/Educational Bereich zuzuordnen, in Bild #2 siehst du Konzert- und Musikfilme).
Auch hier gibt es einige seltene Perlen, sowie auffüllendes Lametta, in jedem Fall VIEL Input.
Da ich nicht den Nerv habe, jedes Teil einzeln anzubieten möchte ich ebenfalls eine Kiste packen, diese zum Preis von 186 (meine Körpergröße in Euro) an den/die Erstbietende verschicken.
Das Geld kommt direkt in meinen Spenden-Topf – mit derzeit 4250 € – für die Ärzte ohne Grenzen.

Sound of Peace

März 20, 2022

Es ist Sonntag, schönes Wetter und aus Berlin erklingen Friedensklänge:

Gute Aktion – hier direkt der Spenden-Link. Ebenfalls schön, viele musikalische Freunde auftreten zu sehen! Beispielsweise Uwe Breuning hinterm Set, Fatoni am Mikro oder Cassandra Steen (die sich direkt nach unserem gestrigen Konzert ins Auto auf den langen Weg gemacht hatte).

Hey, aber auch bei meinen Spendenbemühungen hat sich aus ein paar Schneeflocken eine richtige Piste entwickelt… Nicht nur, dass für den Gegenwert von schönen Instrumenten, Kreativ-Strategien, Samples oder Album-Downloads kräftig gespendet wurde (will heißen, oftmals wurden die angedachten Preise deutlich überbezahlt und so sind derzeit 4250 für zusammengekommen), es haben sich vor allem diverse Eigeninitiativen gebildet: Beispielsweise hat Ignatz Schalajda eine schicke Roland R-8 in den Pool gelegt, die sich direkt weitervermitteln ließ, mein Langzeit-Bass-Freund Steffen Knauss hat aus meinen Loops downloadbare Play-A-Longs gebastelt, es gab Versteigerungen und Privatflohmärkte, Dirk Erchinger hat kurz mal 2,4 K klargemacht und Felix Krafft wird für jeden Download des neuen Trommel Talk Podcasts mit Flo König und mir 1€ spenden!

Danke für so viel Engagement und die unmissverständliche Positionierung gegen den Krieg!

Abschließend hier noch ein Album-Tipp voller weiterer friedvoller Klänge, Unifony II:

alternative version

Februar 22, 2022

Geschwind zwei Videos zum Thema alternative Versionen.
Einmal den Sampling-Gott Madlib in der Rolle des geschmackvollen Perkussionisten beim Hip Hop Unplugged Gig.
Was spielt der den da für ein exotisches Reisedrumset? Passt jedenfalls bestens zum Tiny Desk Konzept!

Sowie den Gareroben-Hit der letzten Wülker Rutsche, ein Pat Metheny Shred (zu Ehren von Santeri Ojala aka StSanders, der diese Lawine 2007 in Finnland losgetreten hatte)

kunstvoll glücklich

Januar 25, 2022

Ich sprach neulich mit Wolfgang Haffner über den nach wie vor großartig aufspielenden Randy Brecker und er zeigte mir daraufhin die Doku über die Bigbandaufnahmen von Frank Sinatra und Quincy Jones, die (Randy zu seinen Karriere Highlights zählt) im Album L.A. is my Lady (1985) mündeten.
Es ist herzergreifend und wohltuend zu sehen wie all diese Ausnahme Musiker (drums: Steve Gadd, Irving Cottler, Leon „Ndugu“ Chancler, John „J.R.“ Robinson) und Mitschaffenden nicht nur großen Respekt vor dem Megastar haben, sondern hochmotiviert freudig agieren.
Leider findet sich im YT nicht allzu viel Filmmaterial, so auch nicht die Szene, die perfekt zum folgenden „Mack The Knife“ Recording gepasst hätte: dort sieht das handverlesene Publikum und die Musiker am Ende des Arbeitstages wie sie zum abgespielten Version tanzen und mächtig Freude versprühen.

Ähnlich intrinsisch motiviert, um nicht zu sagen besessen, ist die fränzöische Tennisspielerin Alizé Cornet. Seit 17 Jahren ist sie auf der Grand-Slam Tour dabei, jetzt steht sie nach ihrer 63. Teilnahme erstmals überhaupt im Viertelfinale (heute Nacht ab 1.00 Uhr). Glücklich und mit eindeutiger Bestätigung des Mottos „Es ist nie zu spät, es immer wieder zu versuchen.“

Im Instagram zeigt Jerry Saltz ein Videoschnippsel, den er Studierenden zeigt, die ihn fragen: “What is art?“

Und bevor ich jetzt ebenfalls beseelt in die Musikhochschule tingle, besuche ich noch kurz die „Rock School“ und lasse mir von Omar Hakim zeigen, wie man den Clicktrack musikalisch umspielen und seine Hihatfiguren tanzen lassen kann.

Hände runter, ich bin Frankfurter

Dezember 31, 2021

Auch wenn’s dieses Jahr öfter mal dunkel war, habe ich vorhin gecheckt, als ich völlig geblendet in die tief stehende Sonne radelte, dabei nichts sah und dennoch unbeirrt und zuversichtlich weiterfuhr, dass es offenbar gar nicht so schlimm ist, wenn man nicht alles sehen kann.
In diesem Sinne jetzt einfach noch eine Runde trommeln und mein Jahresausklangsalbum hören (Garbareks „Places“ mit dem tollen Jack DeJohnette). Alles wird!

Selbst wenn die beiden Tagesbilder diverse Vorsätze für 2022 vermuten lassen (teilen, Midi-Setups, klare Attitude und viel Kunst; Umweltbewußtsein und gigantomanische Ziele), will ich mir an diesem Silvester bewusst mal nichts vornehmen…let it flow…

Außer vielleicht den Programmpunkt „Wie Hip Hop nach Deutschland kam“ auf die to-watch-Liste schreiben (damit wäre auch der Kreis zur Überschrift geschlossen).