Archive for the ‘Read!’ Category

Horizonterweiterung

Dezember 10, 2017

Danke an Axel Mikolajczak für die erste (und schöne) Besprechung des „Modernen Schlagzeugquartetts“ in der Dezemberausgabe des STICKS Magazins!
Ich orakel mal: potentielles Weihnachtsgeschenk!

dmsq-sticks-rezi

Advertisements

Baß und Bälle

Dezember 9, 2017

Und jetzt noch zur Entspannungsabteilung der letzten Tage:
Das waren ein paar gute Sätze (aus den Büchern „Unschuld“ und „Rave“) sowie der Marvin Gaye Remix, der sich zwar ganz schön nah an die Kante zum Schmierigen wagt, dennoch in Schleife lief:

>>Kein Baß.
Der Baß ist weg.
Das Aussetzen des großen Beats, ein Schieben, Harren,
Luftanhalten. Eine Art Geburtspassage etwa?
Und als der Baß im Beat zurückkam, erhob sich jetzt
vieltausendkehlig ein Geschrei.
Die Menschen schrien: »Wunderbar!«
Der Baß ist wieder da.
Und sie tanzten und sprangen wild herum, und
…<<
(Rainald GoetzRave“ 1998, Seite 21)
>>Ließ sich ein gefertigter Gegenstand denken, der vollkommener war als ein Tennisball? Flauschig und kugelrund, pressbar und prallfähig, zusammengefügt aus einem Paar ineinanderpassender Zungen, das Geräusch beim Aufprall ein Tock im angenehmsten Register. Hunde wussten, was gut war. Hunde liebten Tennisbälle, und sie auch.<<
>>Der Ball sprang in einem flachen Bogen auf sie zu, ihr Blick war daran geheftet, damit sie ihn auch wirklich sah, nur ihn sah, nichts dachte, und ihr Körper erledigte das Übrige, ohne dazu aufgefordert werden zu müssen. Dieser Moment des Aufeinandertreffens, die Genugtuung, wenn sie die Bewegungsrichtung des Balls umkehrte, das Ideal des idealen Punktes. Zum ersten Mal seit ihren Anfangstagen in Los Volcanes erlebte sie vollkommene Zufriedenheit. Ja, eine Art Seligkeit: lange Ballwechsel an einem Herbstabend, die Ausübung von Können in einem Licht, in dem gerade noch gespielt werden konnte, das verlässliche Tock des Tennisballes. Das genügte.<<
(Jonathan FranzenUnschuld“ 2015, Seiten 776 und 806)

audiovisuelle Infusiönchen

Dezember 4, 2017

Auch ’ne Möglichkeit den Montagabend gemütlich und lernender Weise zu begehen: Meine verchlorten Augen oszilieren zwischen taz (Glamrock!), Neue Musikzeitung (Krisen & Sonifikationen) und diversen YouTube, Soundcloud und Spotify Links bzw. einer Tippliste, die sich mein Beatbox- und Rapper Luis Baltes via FB erschlichen hat.

Gehört habe ich die Best of November Zusammenstellung des Soundcloud-Diggers (Sound Clavy) und die Scary Pockets Funk Versionen (hello Pomplamoose) diverser Smashhits. Da habe ich auch einiges tolles gesehen, beispielsweise die unterschiedlichen Gesichtsausdrücke und Körperhaltungen, die Bock und/oder Konzentration signalisieren, wie diese fantastisch klingende Zweitsnare tatsächlich ausschaut und dass sich mit dem Parameter Tonlänge eine ganze Menge Funk umsetzen lässt!

Sehr schön, wie smooth die jungen Leute heute wieder Funk trommeln können – eindeutig entweder klangbewusst oder videogeschult (hey, James Gadson):

Boa, what a shuffle feel!

Ironie-und Bewunderungszeichen

Dezember 3, 2017

Interessante Erkenntnis, dass es weit vor den Smilies und Emoticons auch schon ähnlich spezielle Satzzeichen gab. Ob es ein Ironiezeichen ⸮ wirklich braucht (bestimmt eher die Textqualität), aber das spanische Bewunderungszeichen trägt allein schon einen ¡tollen Namen!
Und dann gibt es ja noch das Interrobang, das Fragerufzeichen – finde ich allein schon in der Hinterhand praktisch, falls mal wieder auf die Schnelle ein Songtitel gebraucht wird ‽

PS. Satzzeichen und Musikmachen sind gar nicht so weit voneinander entfernt…

A new template for the art of hip-hop drumming

Dezember 3, 2017

Habe gerade durch einen netten Hinweis erfahren, dass Mark Colenburg (Glasper, Q-Tip, Common) ein vielversprechendes Lehrbuch bei Hudson Music heraus gebracht hat: The Beat Matrix Unlocked

>>With a focus on legendary hip-hop producer J Dilla and his unique way of combining styles and creating rhythms, Mark looks at specific aspects of drumming technique, groove, and creativity. These include warm-ups, beat patterns, musical swag, performance concepts, improvisation, and chops. He then puts everything together and demonstrates his own signature beats that are an amalgamation of all these aspects.<<

 

Effektgeräte im Sound der 80er-Jahre

November 4, 2017

Die Schreibe von Matthias Fuchs hat mir schon immer gut gefallen und so besteige ich gerne den >>silbernen DeLorean und katapultiere mich dreieinhalb Jahrzehnte zurück zwischen bunt blinkenden Digitalhall, Harmonizer, Exciter und Co.<<

80s knob

 

(m)eine spielerische Lehrmethode

Oktober 24, 2017

IMG_0736

Sehr stringent: ich komme eben zurück von der Hochschule und im Briefkasten liegt mein neues Lehrbuch. Das Inhaltliche ist mir natürlich bekannt, dennoch war ich sehr gespannt, wie letztlich die drei eingelegten DIN A3 Bögen mit den perforierten Spielkarten aussehen würden – und ich bin begeistert!
Jetzt kann ich  „Das Moderne Schlagzeugquartett“ getrost in die Welt ziehen lassen 🙂

[ab 30.10.2017 via Amazon, ab jetzt beim LEU-Verlag direkt]

if you can say it, you can play it!

Oktober 17, 2017

Onomatopoesie, Linda!

Differenzen, Variationen, Flüsse, Energieentladungen, Kräftespiele

Oktober 4, 2017

Gruß und Kuss – aus Vilnius!
Leider regnet’s hier, so dass ich im Hotelzimmer versuche, mit unterschiedlichen Gedankenspielchen auf Touren zu kommen.
Da gibt es den Zeit-Artikel über aktuelle deutsche Popmusik (>>Zombie, Zombie, yeah – Lethargie und Langeweile: Deutsche Popmusik ist auf schwarz-rot-geil hängen geblieben. Sie lebt in einem Land, das es spätestens seit der Bundestagswahl nicht mehr gibt<<).
Zur Zimmerverschönerung hatte ich gestern schon vorsichtig den Burger-Sneaker von Olle Hemmendorff aus dem Flugzeugmagazin herausgetrennt. Sehr gut.
Und als wettertechnisches Gegenstück läuft brasilianische Musik. Von Madlib zusammengestellt. Sprich, große Chance, den ein oder anderen inspirierenden Track zu entdecken.
Mächtig viel Ablenkung, obwohl ich doch (immer noch) das vielversprechende Buch „Das intensive Leben“ mit mir herumtrage. Um den Wiedereinstieg zu vereinfachen cut&paste ich einen schicken Satz heraus und stelle seine Hauptwörter – kontextfremd, doch bestens passend – in die Welt der Rhythmusgestaltung als kleine Parametersammlung ein: Differenzen, Variationen, Flüsse, Energieentladungen, Kräftespiele! So entsteht doch Groove, oder?

Das intensive Leben - Hemmendorff Nike AM90

Über die richtige Salatmischung, „Fuck off“ von Chic und die Einstellung „Loves ­Saves The Day“

September 22, 2017

Ein Hoch auf Hans Nieswandt!
Für seinen Artikel „Von Disco zu Disco“ (Rolling Stone 11/16) erhält er den (neuen) International Music Journalism Award.
Das ist spannender, ganzheitlicher Musikgeschichte-Unterricht der feinen Art. Diesmal über den Aufstieg und Niedergang der Disco-Kultur.

>>„Rock Your Baby“ war auch der erste Disco-Hit mit einer Drum­machine (wenngleich einer sehr simplen, muffig klingenden), die bei der bald einsetzenden Elektronifizierung von Disco (vor allem durch den stets etwas überschätzten Giorgio Moroder und den stets etwas unterschätzten Patrick Cowley) und der dadurch eingeleiteten Entwicklung von Stilen wie House und Techno die Schlüsselrolle übernehmen sollte.<<

PS. für diejenigen, die gerne tiefer einsteigen würden empfiehlt der Meister:

nieswandt disco literatur