Archive for the ‘Read!’ Category

Cabin Porn?

März 13, 2019

Nicht nur, dass ich heute morgen feststellen durfte, dass meine derzeitige Zahnpasta-Tube mit ihrem deutlichen Aufdruck „Neue Formulierung“ das allseits in dieser Branche beliebte, verheißungsvolle Mysterium „neue Formel“ durch einen Kreativanstoß fürs Tagwerk des Nutzers ersetzt hat, es scheint ein Tag der Entdeckungen zu werden.

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Tag der Entdeckung! #neueformulierung

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Wenig später, im Buchladen, lachte mir ein friedlicher Waldmotiv-Umschag mit dem seltsamen Titel „Cabin Porn“* entgegen, ein Taschenbuch das eigentlich auf meinen Nachttisch gehört, hat es doch dasselbe Thema zum Inhalt, wie eine gern gewählte Einschlafhilfe (Pförtnerhäuschen o.ä.) von mir.
Im Netz gibt es eine umfangreiche begleitende Tumblr-Bilderseite dazu.

Übrigens, der Titel der deutschen Ausgabe ist weniger schlüpfrig, klingt nach Biedermeier oder Bandname: Hütten

reading shouldn’t frighten you

März 12, 2019

>>I tell drummers this analogy: If you remember the first time you drove a car, you were scared. Within a matter of weeks, you’re turning on the radio, waving at friends – you’re not even thinking. It’s no different with drums. Reading shouldn’t frighten you. It’s the easiest thing in the world. It’ just mathematics. Once you learn to read drum music, as soon as you see a certain pattern written, you know exactly what it is. Sure, the first time you may want to go “1e&a 2″.” But by the third of fourth time you’ll know it perfectly. And when you learn those patterns, they become second-nature.<<
Hal Blaine, Modern Drummer

Ich verbeuge mich vor 35000 Aufnahmen in 90 Lebensjahren und höre mir sein Lehrwerk aus dem Jahr 1968 mit dem tollen Titel „Have Fun!!! Play Drums!!! an

 

 

mesh & pitching Drumheads

März 10, 2019

Lesen und lernen im Internet ist toll, rausgehen in der Welt und einfach sprechen aber auch! So habe ich gestern beim Hattler Konzert in Geislingen* Jürgen Hasenmaier kennengelernt, deutscher E-Drum-Spezialist, der mit seinem Axis-Vertrieb langjähriger Ddrum Partner war und mit DDT das Patent der Meshhead-Felle besaß bzw. es an Roland lizensierte. Und da das Patent vor kurzem ausgelaufen ist, nehmen nun einige Hersteller diese Technologie in ihrem Portfolio auf. Zack, steht das Soundoff auch auf meiner Evans-Bestell-Liste.

Bis die Gewebe-Felle bei mir in Frankfurt sind, experimentiere ich noch ein wenig mit den Big Fat Snare Drum Auflagen und ermittle den Pitch-Faktor meiner Probanden:

* PS. um die Ecke, in Bad Überkingen gibt es ein putziges Thermal-und ErholungsbadAdelheid-Heilwasser inklusive.

PPS. Rausgehen lohnt, Part II: habe aus dem Kassler Theaterstübchen ein älteres Jazz Thing Leseexemplar (Nr.124) für die Badewanne mitgenommen und prompt ein ebenso kurzes, wie kurzweiliges Interview mit Lee Konitz gelesen. Es endet abrupt, weil der betagte Musiker einfach mitten im Satz eingeschlafen ist (klar, er war auch am davorigen Abend aus & feiern!)

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>>Als ich einmal mit ihm [Charlie Parker] zusammen im Birdland spielte, hatte er Probleme mit seinem Altsaxofon und fragte, ob er sich meins ausleihen könne. Ich war überwältigt, was er aus meinem Instrument rausgeholt hat. Als er es mir zurück gab, sagte ich, dass ich es toll fände, wenn er ein bisschen von dem tollen Solo für mich im Horn lassen könnte.<<

Die Säulen der Betrachtung

März 5, 2019

Schön mal wieder was von Hans Nieswandt zu lesen. Er schreibt im Essay „Die Säulen der Betrachtung“ über Punk-Fotografie als Mittel modischer Orientierung.

Im direkten Anschluss an die Lektüre richte ich mir einen Link-Tree für Instagram ein – auch mit fünf Säulen…

 

Katapult

März 4, 2019

Eben beendete das Soundsystem des Bockenheimer Kinderfaschingumzuges seinen Soundcheck – erstaunlicherweise tönten ausnahmslos alte Kraftwerk Hits durchs Viertel.
Keine Ahnung, ob Fasching überall so geschmackvoll klingt, so dass ich vorbeugend eine Notfallalternative aus momentanen Highlights zusammenfasse.

Und wer gerade lieber lesen als hören möchte, dem empfehle den heutigen taz-Artikel über das Katapult Magazin, anschließend deren Webseite. Oder gar ein Blick ins eben erschienen Buch „100 Karten, die deine Sicht auf die Welt verändern„?

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Ich schicke jedenfalls ein fettes Lob an die Macher, die dank guter Grafiken sozialwissenschaftliche Themen mit Humor verbinden, dadurch Interesse am Weiterlesen wecken.
Eindeutig ein Motivationsansatz, der sich auch auf’s Musikmachen und Üben am Instrument übertragen lässt!

Form follows Humour

Februar 21, 2019

In Gedanken möbliere ich ein Recording-Studio mit verschiedenen Objekten des Schweizer Gestalter Paares Susi + Ueli Berger, deren Schaffensweise gern mal so beschrieben wird: >>ein Bedürfnis besteht, eine Idee keimt, eine Lösung wird gefunden.<<

In diesem Sinne: Einen Stapeltisch für mein Effektboard, den S T U H L aus der Reiher verbaler Möbel zum Trommeln, die Wolkenlampe und die Keep-Smiling Vorrichtung ( = Widerhaken zum Hochziehen mißmutiger Mundwinkel) für gute Stimmung, sowie einen Fächermann neben den Kunstkopf.
Schließlich noch einen Softchair zum Ausruhen.

Und die weiße Tama-Kick befreie ich aus ihrer Installation „Drumming„, nicht nur weil sie als Pauke verunglimpft wurde, sondern weil ich gerne mal hören würde, wie sie mit Fußpedal klingt…

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Link zu taz -Artikel: Form follows humour & Inspiration…

It didn’t swing, the solos weren’t even a little bit heroic, and it had electric guitars…

Februar 18, 2019

Mein Programmpunkt für heute Abend: ich höre „In a Silent Way“ – das Material zur Platten wurde heute vor genau 50 Jahren in einer dreistündigen Session aufgenommen.
Phil Freeman schreibt in seinem Buch „Running the Voodoo Down: The Electric Music of Miles Davis“ dazu:

>>It didn’t swing, the solos weren’t even a little bit heroic, and it had electric guitars… But though In a Silent Way wasn’t exactly jazz, it certainly wasn’t rock. It was the sound of Miles Davis and Teo Macero feeling their way down an unlit hall at three in the morning. It was the soundtrack to all the whispered conversations every creative artist has, all the time, with that doubting, taunting voice that lives in the back of your head, the one asking all the unanswerable questions.<<

Hier ein paar schöne Zweitverwertungen:

Portnoy

Februar 13, 2019

 

Jetzt geht’s nicht um den Trommler (Mike), sondern um Edan, den HipHop-Produzenten, den Christian Werthschulte gestern in der taz dermaßen schön portraitiert hat:

>>Es gibt nicht viele Musikproduzenten, die von sich behaupten können, ein Genre geprägt zu haben. Edan Portnoy darf das – auch wenn es ihn nicht im Geringsten beeindruckt. Sein Kühlschrank sei voll und er könne die Miete bezahlen, das würde reichen, meint er. Der Grund dafür ist „Beauty and the Beat“ aus dem Jahr 2005, sein zweites Album überhaupt. Es ist ein „Sergeant Pepper’s“ für die Generation Sampling. Bis heute bekommt sein Schöpfer Mails, die ihn nach den obskuren Quellen für sein Album fragen. Edan diggte sich durch die Hochphase des 60er-Jahre-Psychedelic-Pops und stellte dessen entrückte Stimmfetzen neben Hallfahnen und Jazz-Samples, bei denen er den angesammelten Staub in der Plattenritze als Klangquelle gleich mitnutzte.
Wie seine großen Vorbilder, die Alte-Schule-Produzenten Afrika Bambataa und Prince Paul, ist HipHop für Edan eine Kunstform, die es erlaubt, mit Formen und Rollen zu brechen. Auf „Beauty and the Beat“ gestattete er gestandenen Polit-MCs, auch Spielzeuginstrumente zu spielen, und baute ihnen dafür ein Beatgerüst, das nicht am HipHop-Kanon aus Funk und Soul interessiert war und gerade deshalb so viele Fans fand.<<

>>HipHop habe viel Gutes bewirkt, sagt Edan heute im Interview mit der Website Stereogum, weil es Leute mit unterschiedlichen sozialen Hintergründen zusammengebracht habe. Aber genau dies ist im HipHop nicht mehr viel wert. Sampledelia ist durch minimalistische, elektronische Trap-Beats abgelöst und Wortkaskaden durch Autotune – Musik, die klingt, als habe Marie Kondo einmal akustisch für Ordnung gesorgt.
Aufs Aufräumen hat Edan aber keine Lust.<<

Venedig, in Kürze

Februar 11, 2019

Mit der Renaissance hatte ich bisher nicht viel am Hut. OK, allein der Name hat etwas Verlockendes und auch die Schlagzeugfelle unter selbiger Überschrift vermögen in bestimmten Kontext zu überzeugen.

Dann las ich in der Welt am Sonntag den „Venedig am Main“ Artikel von Hans-Joachim Müller über die aktuelle Städel-Ausstellung „Tizian und die Renaissance„. Jetzt fand ich die Überschrift verlockend, aber auch das Bartolomeo Veneto zugeschrieben „Idealbild einer jungen Frau“ irgendwie: schön.
Das kleine Blumenarrangement zwischen Daumen und Zeigefinger zieht meinen Blick auf sich und ich hab das Gefühl, den Frühling zu riechen…

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PS. >>Tizian, der Spiritus Rector der venezianischen, hat nie ein Schlachtengemälde gemalt.<<

Platz lassen für das Göttliche

Februar 7, 2019

Beinahe eine Kurzgeschichte, die Maggie Nelson auf Seite 65 in ihrem Buch „Die Argonauten“ unterbringt:

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Direkt drunter hänge ich ein Werk von Harry Dodge:

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#familyofartists