Archive for the ‘Read!’ Category

if you can say it, you can play it!

Oktober 17, 2017

Onomatopoesie, Linda!

Advertisements

Differenzen, Variationen, Flüsse, Energieentladungen, Kräftespiele

Oktober 4, 2017

Gruß und Kuss – aus Vilnius!
Leider regnet’s hier, so dass ich im Hotelzimmer versuche, mit unterschiedlichen Gedankenspielchen auf Touren zu kommen.
Da gibt es den Zeit-Artikel über aktuelle deutsche Popmusik (>>Zombie, Zombie, yeah – Lethargie und Langeweile: Deutsche Popmusik ist auf schwarz-rot-geil hängen geblieben. Sie lebt in einem Land, das es spätestens seit der Bundestagswahl nicht mehr gibt<<).
Zur Zimmerverschönerung hatte ich gestern schon vorsichtig den Burger-Sneaker von Olle Hemmendorff aus dem Flugzeugmagazin herausgetrennt. Sehr gut.
Und als wettertechnisches Gegenstück läuft brasilianische Musik. Von Madlib zusammengestellt. Sprich, große Chance, den ein oder anderen inspirierenden Track zu entdecken.
Mächtig viel Ablenkung, obwohl ich doch (immer noch) das vielversprechende Buch „Das intensive Leben“ mit mir herumtrage. Um den Wiedereinstieg zu vereinfachen cut&paste ich einen schicken Satz heraus und stelle seine Hauptwörter – kontextfremd, doch bestens passend – in die Welt der Rhythmusgestaltung als kleine Parametersammlung ein: Differenzen, Variationen, Flüsse, Energieentladungen, Kräftespiele! So entsteht doch Groove, oder?

Das intensive Leben - Hemmendorff Nike AM90

Über die richtige Salatmischung, „Fuck off“ von Chic und die Einstellung „Loves ­Saves The Day“

September 22, 2017

Ein Hoch auf Hans Nieswandt!
Für seinen Artikel „Von Disco zu Disco“ (Rolling Stone 11/16) erhält er den (neuen) International Music Journalism Award.
Das ist spannender, ganzheitlicher Musikgeschichte-Unterricht der feinen Art. Diesmal über den Aufstieg und Niedergang der Disco-Kultur.

>>„Rock Your Baby“ war auch der erste Disco-Hit mit einer Drum­machine (wenngleich einer sehr simplen, muffig klingenden), die bei der bald einsetzenden Elektronifizierung von Disco (vor allem durch den stets etwas überschätzten Giorgio Moroder und den stets etwas unterschätzten Patrick Cowley) und der dadurch eingeleiteten Entwicklung von Stilen wie House und Techno die Schlüsselrolle übernehmen sollte.<<

PS. für diejenigen, die gerne tiefer einsteigen würden empfiehlt der Meister:

nieswandt disco literatur

neues Lehrbuch ab 11/2017

September 14, 2017

DMSQ-Trailer3

die gute Irma

September 13, 2017

>>Sie liebt das Essen wie das Schlafen und alles, was man genießen kann. Irma gibt sich immer hin.<< (Panama, Seite 35)

Paradox, dass in den Geschichten von Sonja Heiss („Das Glück geht aus„) der ausgedehnte Schlaf oft eine Rolle spielt – eigentlich meine Königsdisziplin – selbiger durch den Lesedrang aber gar nicht mehr entstehen kann…

OK, wenn dann der (Schlaf-) Rhythmus ohnehin hinüber ist, kann ich ja noch ein bisschen bei Esperanza Spalding über die Echtzeit-Schulter schauen:

>>Over just three days, we’re attempting to concept, write, record, and produce an album of ten songs.
Entering the studio with nothing prepared. Testing the theory that creations are at their most powerful the moment they’re released.
This feed will run uninterrupted for 77 hours. So if there isn’t much going on while you’re here, chances are it’s nap time. Please check back again later.<<

Beatifikation, Turbofolk & die Moderne

September 4, 2017

Ich habe wieder mal ein paar tolle Sachen gelesen, die ich gerne teilen möchte.
Zuoberst das schöne Wort „Beatifikation„, dessen Duden-Übersetzung Seligsprechung kaum besser passen könnte…

In der der taz gab es neulich einen Bericht über den Vocoder als Musikmaschine – eindeutig meinem zweitliebsten Effekt – und heute einen spannenden Einblick in den Turbo-Folk Sound, der sich in späten Siebzigerjahren des ehemaligen Jugoslawiens entwickelte, später zum Sound des Krieges wurde, >>eine mit Keyboards und Synthesizern aufgemotzte Volksmusik, die wegen der heterofonen Triller, die Gesang und Akkordeon vibrieren lassen, oft als orientalisch wahrgenommen wird. Aber Turbofolk ist mehr, er ist ein Lifestyle, eine Kultur […], war nie politisch, nicht auf direktem Weg – und doch war er es<<.

Und ich stelle mich den Ansichten des französischen Philosophen Tristan Garcia über „Das intensive Leben“ und schreibe gleich mal was Schönes von Seite 33 ab:
>>Von den tausende möglichen Definitionen der Moderne wollen wir uns […] für die folgende entscheiden, die man als die einfachste und konkreteste ansehen kann: Die Moderne ist die Domestikation des elektrischen Stroms.<<

die Moderne

hin zum Frieden

September 3, 2017

Anstelle des Kanzlerkandidatenduells schaue ich gerade dieses Interview mit Michel Houellebecq und seiner Frau. Es geht ihren verstorben Hund Clément, über den ihm gewidmeten „Salle Clément“, sowie >>über dessen Bezug zum Thema Frieden. Die Installation ist Teil der diskursiven Gruppenausstellung PEACE, mit der die SCHIRN die Frage stellt: Wie geht Frieden eigentlich?<<

Und dann flattert die Nachricht vom Tod des Steely Dan Gitarristen Walter Becker herein. Oh,mann…
Dass in diesem Post das Ableben eines mir völlig unbekannten Vierbeiners und das eines – weiteren  – prägenden, oft gehörten Saitenhelden zusammengefasst werden, soll in keiner Weise despektierlich oder geschmacklos rüberkommen, es ist die tatsächliche Nacherzählung meines Sonntagabend, die aller Traurigkeit zum Trotz auch eine komische Note mit sich bringt , ein hilfreiches Gegenstück zum Dunklen…

cartoon

Jetzt höre ich  „The Royal Scam“ – seinerzeit ein Geschenk von Frank Spaniol:

mit Grüßen aus dem Universum

September 3, 2017

Das waren drei schöne Bartmes Konzerte mit zwei Neuentdeckungen für den Echopark:
1. Wofür ich sonst gerne einen zweiten Snare-Ständer verwende, springt dieses mal mein alter Premierkoffer in einer Doppelrolle ein: als Transportschutz und Elektroniktisch, zumal sich dessen Riemen-Verschluss hervorragend eignet, das Effektbrett „anzuschnallen“.

IMG_0563

2. Bei einem „Einhänder“ Housebeat – also Four-on-the-Floor und Offbeat-Hihat mit der rechten Hand – bin ich auf den Geschmack gekommen, mit der freigewordenen Linken beispielsweise taktweise das Tap-Tempo-Pattern zu variieren (zwischen Achteln und punktierten Achteln). Dabei entstehen spannende Varianten.

Darüberhinaus habe ich auf dem Aussischtsturm des Universum Bremen eine Lichtinstallation entdeckt, die mich stark an James Turrell erinnerte:

IMG_0568

Und ich hatte seit langem mal wieder Zeit und Muse, mich einen ganzen Nachmittag lang ins Hotelbett zu verkriechen und in einem ausgedehnten Steinfest-Hörspiel zu versinken:

>>…diese typische Mittelpunktsfrau, die aus einer Tonne Charme und einer Tonne Intelligenz bestand, aber nie mehr als 60 Kilo wog.<<

Aufruf zum Fehlermachen & die Bassline des Lebens finden

August 28, 2017

… sind zwei tolle Vorschläge aus Julia Engelmanns Gedicht.

Aha: das Aufkommen von Lagerfeuern

August 27, 2017

>>Wie komplex die sozialen Prozesse im Einzelnen verlaufen, die an der Entstehung der verschiedenen Dinge beteiligt waren, wird am Beispiel der Musik deutlich. Hier sind es unter anderem das Aufkommen von Lagerfeuern, die damit verlängerte wach verbrachte Zeit der Menschen und zugleich neu ermöglichte Formen der Geselligkeit, die sich im Zusammenspiel positiv auf die Kulturpraxis des Singes ausgewirkt haben könnten<< schreibt Tim Caspar Boehme in seiner taz-Buchrezension über Jürgen Kaubes „Die Anfänge von allem“.
Aber auch >>dass die Entdeckung des Kochens nicht nur der Energiezufuhr zuträglich war, […] sondern auch zur Entwicklung des Gehirns einen entscheidenden Beitrag geleistet haben dürfte, weil gekochte stärkehaltige Pflanzen das Wachstum des Hirns begünstigen, ist ein – plausibles – Detail im Mosaik der Geschichte der Menschen, aber, wie es scheint, kein unbedeutendes.<<

Ich bin neugierig und geschickter Weise liest F.A.Z.-Herausgeber und Feuilleton-Chef Jürgen Daube morgen Abend in Frankfurt

IMG_0548