Archive for the ‘Read!’ Category

Sommerlüftchen

November 18, 2019

Schöner Wochenstart:
– mit dem ZDF Mitschnitt des sommernächtlichen Nils Wülker-Jazz Baltica-Gig: 72 Minuten, inklusive Ableton Fail & Nils Landgren Cameo!

– mit einem bunten Bildchen gegen die winterliche farblosigkeit (Exponat von Virgil Abloh)

– sowie mit einem Zitat aus meinem letzten Lieblingsbuch, Thomas Meyers „Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse“ (Seite 143):
>>Da fielen mir wieder Onkel Jonathans Worte ein. Den eigenen Weg zu gehen, überlegte ich, heißt wohl nichts anderes, als sich den Dingen zu stellen, die einem begegneten. Nicht zu versuchen, sie zu umschleichen. Nicht vor ihnen stehen zu bleiben. Sondern durch die Schwierigkeiten hindurchzumarschieren.<<

 

zwei schöne Tabubrüche: Hall auf der Kick und keine Bassgitarre

November 13, 2019

Kiss“ mochte ich eigentlich nie richtig… nachspielen schon gar nicht…fühlte sich irgendwie zu oft „cheesy“ an – meine Meinung hat sich aber gerade mit der Anekdote von David Z geändert:

>>As for the lack of bass guitar, we always ran the kick drum through an [AMS] RMX16 and put it on the Reverse 2 setting to extend the tail of the reverb. That served as a kick drum and a bass, and it was a signature sound that we used all the time with Prince. We didn’t need a real bass. And there was no reverb on anything else; just the kick.<<

Wer sich fürs 150ms Hihat-Echo interessiert, lese den ganzen SoundOnSound Artikel.

fool yourself!

November 10, 2019

Bin Langzeit-Fan der Zugreise!
Nicht nur dass man die Zeit schön für sich nutzen kann – von gepflegter Langweile bis zum gepflegten Kulturprogramm ist ja alles möglich und je nach momentaner Verfassung wohltuend (beispielsweise höre ich mich – angespornt durch die gestrige Backstage-Jukebox von Arne Jansen – gerade durch den Little Feat Backkatalog jenseits des bekannten Breaks),  ab und an ergibt sich ein zufälliges, spannendes Gespräch (wie gestern mit Michael Rother), vor allem aber werde ich (ohne selber zu schleppen…) immer wieder aufs Neue von dem gestellten Drumkit überrascht:

Im weiteren Verlauf der Heimreise werde ich mich den Drum-Hacks des Home of Drum Netzwerks widmen…

… und weil’s dann doch mal wieder länger ging als geplant (Verspätung), kann ich noch diverse schöne Positionen aus dem Hancock Interview in der F.A.S.  unterstreichen 🙂

PS. ebenfalls schön gelb: ein, zwei Tennisbälle, mit denen sich Wartezeiten hervorragend verkürzen lassen, wie mir Maik Schott im Backstage gezeigt hat.

is that my echo?

November 8, 2019

Mit dieser schönen Frage beginnt „17 Days“, Titeltrack des Prince Albums „Piano & A Microphone“ – verschiedener intimer Skizzen und Versionen, die 1983 in des Meisters Kiowa-Trail-Heimstudio aufgenommen, in dessem legendären temperierten Tresorraum „The Vault“ verschlossen und nun von Warner Bros. posthum veröffentlicht wurden.

Der Track eignet sich jedenfalls hervorragend zum Dazutrommeln, tschaka: deinem persönlichen Prince Remix steht nichts im Wege…

Ansonsten nähere ich mich kunstvoll verschiedenen Metropolen der Weltgeschichte: lese „Römische Tage“, höre dazu „Athen“ von Max Herre und haue zwischendurch immer wieder mal mit großer Freude auf meine Byzanz Becken!
Hier auf dem Bild wurden zwei 12″ Bycanze Cymbals gestackt, mit einer DJ-Slipmate belegt und so zur Zweitsnare umfunktioniert:

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Für die morgige Anreise (Nils Wülker in Gütersloh) bin ich ebenfalls gut vorbereitet, der Link zu den neuen Glavinic Episoden „Betreutes Wohnen“ ist bereits geöffnet, MEIN Echo bereits im Koffer…

Im Resonanzraum des Oktobers

November 5, 2019

Hier ist mein „Dazutrommel Mix“ aus Lieblingstracks des Monat Oktobers, den ich anlässlich der „Days of Percussion“ zusammengeklebt hatte:

Herbalizer „A Mother (For Your Mind)“ (1996)
Small World „Livin‘ Free“ (1996)
Herbert Eimert „Einführung in die Elektronische Musik“ (1963)
Miles Davis „In a Silent Way (Rehearsal Mix)“ (1969)
Groove Armada „Song for Nick“ (2016)
Moritz von Oswald „Ole Remix“ (2011) with a cameo of Keith Jarrett
Luz1e „I wanna thank you“ (2017)
Cerrone „Move me“ (2016)
D-Influence „Good Lover“ (1992) with some Elvin Jones breakfast talk
Michael Franti & Spearhead „Oh my god“ (2003) with applause from Earth, Wind & Fire (1974)
Kerri Chandler „Stop Wasting My Time“ (2017)

Die Überschrift „Im Resonanzraum des Oktobers“  entstammt der Keynote Felix Klopotek zum diesjährigen Berliner Jazzfest.

Drum Basics

November 3, 2019

Heute spielte mir irgendsoein Socialmedia-Algorhythmus ein 17 € Plakat mit der Überschrift „Drum Basics“ zu.
Da dachte ich mir: Das bastel ich geschwind auf meine Weise und ihr kauft euch von dem Geld doch lieber ein Eis und ein gutes Buch.
Und wer sich visuell an die Schlagzeug-Grundlagen erinnern lassen möchte, klebt einfach meine beiden Zettel zusammen.

 

Die drei erwähnten Links lassen sich hier anklicken: the drumsounds, Percussion Creativ Rudimental Codex, Übungsspielchen mit dem Metronom

PS. Verbesserungsvorschläge oder sonstige Anregungen sind immer willkommen

Das grüne Tamburin

Oktober 31, 2019

Habe gerade einen amerikanischen Number-One-Hit aus dem Jahr 1967 endeckt, in dessen Refrain ein Bandecho-Effekt bzw. ein mittels Dub-Kunstgriff freigestellter Textausschnitt zum Signet wird.
>>Another hook is the heavy, psychedelic tape echo applied to the word „play“ in each chorus and at the end, fading into a drumroll („Listen while I play play play play play play play my green tambourine“). The echo is noticeably different in the mono and stereo mixes.<< (Wikipedia)

Das erstaunliche an diesem Fund ist, dass ich ihn dank Autowerbung und Fernsehschauen entdeckt habe, zwei Aktionen, die mich überhaupt nicht interessieren und in meinem Alttag eigentlich schon lange Zeit nicht mehr vorkommen. Und eigentlich wollte ich über Karl den Kojoten schreiben…

Einen Bezug zwischen Bandschleife und dem immergleichen Ausgang der Roadrunner-Kurzfilme herzustellen, läge auf der Hand, aber meine Erkenntnis-Verkettung verlief dann doch anders:
Im letzten Sommerurlaub hat mir Levi den Kojoten aus dem Hotel-TV vorgestellt und er wurde unser heimliche Held. Nicht nur dass ich dabei immer wieder lachen musste, mir gefiel das absurde Setting, die Ausdauer des Kojoten, vor allem die Erkenntnis, dass die übertriebene Slapstick-Gewalt keine Wunden hinterlässt.
Und in der letzten Woche sind mir die zwei Comic-Figuren wieder begegnet, beide Male beim Lesen, sowohl in Tonio Schachingers „Nicht wie ihr“ als auch in Friedemann Karigs Dschungelbuch (auf Seite 336):

Als ich vorhin beim Frühstück etwas tiefer in die Zeichentrick-Figuren von Chuck Jones eintauchen wollte, blieb ich bei jenem Auto-Manager hängen, der ebenfalls mit seinen Kindern den Road Runner durch das Bild rasen sah und daraufhin – offensichtlich ebenfalls begeistert – dem nächsten Plymouth Muscle Car nicht nur diesen Namen und das Comic-Konterfei, sondern auch dessen „Beep Beep“ Erkennungsmerkmal (als Hupe) spendierte. Und da ich mich in einer anderen Zeit selbst mal für amerikanische Straßenkreuzer (vor allem wegen der durchgehenden Sitzbank und ihrer roten Blinker) interessierte, habe ich direkt neugierig dieses Auto gegoogelt und folgende Werbespots (inklusive des Lemon Pipers „Green Tambourine“ Songs) entdeckt:


Abseits aller Nostalgie, jetzt die Möglichkeit der Zweitverwertung:
Des Roadrunners „Meep Meep“ impliziert einen Groove und wird auf jeden Fall als Beatsample gecheckt und die von Friedemann erwähnten 9 Minuten 13 lassen sich durchaus als hörspielartige Klangtapete verwenden.

 

golden

Oktober 25, 2019

War die Woche über im absoluten Wohlfühl-Studio von Axel Reinemer (Jazzanova Recording Studio) und habe mich dank ausschliesslichem Oszillieren zwischen kreativem Trommen und Ausruhen komplett von Alltag und Gadgets entkoppelt.
Im Nachhall* kommen jetzt einige Tipps und Entdeckungen hoch:

– Essen im Michelberger Hotel ist besonders (lecker). Weiss nicht, warum ich gerade
dort beim Frühstücken darüber nachgedacht habe, mal so zu essen wie ein DJ Platten ineinander mixt – sprich verschiedene Buffet-Bausteine auch auf untypische Weise zu überlagern – wenn klassischerweise Butter und Marmelade auf dem Brot landen, könnten dort ja mehrere Marmeladensorten aneinander gereiht oder ein Schokoaufstrich mit was Beerigem kombiniert werden, gar Rührei zusammen mit Hummus im Mundraum vermengt werden… – ist vermutlich der Nähe zur kürzlich beendeten Hattler-Tour geschuldet (Hellmut experimentiert mit Frühstücksangebot eigentlich immer schon sehr neugierig).
– Das Isotope PlugIn RX7 soll das perfekte Tool sein, um übersprechen Clicktracks unmerklich entfernen zu können.

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– Berlin wartet aufs Echo – klasse!, ich mache das erheiternde Mauerfall-Quiz im Suedeutsche Magazin und freue mich wie ein König auf zu Hause und einen goldenen Herbst in Frankfurt!
* >>Ein schlauer Mensch mal gesagt: Du kannst das Leben nur vorwärts Leben. Und rückwärts verstehen.<< (aus Friedemann Karig „Dschungel“)

Spotify DJ/Drummer

Oktober 19, 2019

Die algoriddim djayPRO App ist nicht nur ein tolle Tourbeschäftigung, sondern neben einem guten Buch (in dem Fall Friedmann Karigs „Dschungel“) eine weitere schöne Möglichkeit sich aus der Buntheit der Hotelbettwäsche (bzw. der Trostlosigkeit so mancher Unterkunft) in eine andere Welt zu katapultieren.

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Dadurch dass die Software (u.a.) auf Spotify zurückgreift, steht mir zum Testen überall (wo’s Netz gibt) ein ganzes Universum aus Tracks zur Verfügung: und so filtere ich fröhlich und schichte ein Mashup nach dem anderen – mit dem Fernziel einen MIDI-Controller mit dem Macbook verbinden und die DJ-Drummer-Personalunion wieder aufleben zu lassen…
In diesem Sinne: gute Nacht!

verWeil‘ am Rhein!

Oktober 10, 2019

Hey, Gigs in Lörrach haben was! Eine schöne Venue, zudem die Nähe zu Basel, Weil am Rhein und Riehen – sprich Rheinschwimmen (asap), Vitra Design, Zaha Hadid und die erholsame Fondation Beyeler.
Ich konnte jedenfalls VOR und NACH dem Hattler Konzert im Burghof mächtig viel Inspiration einpacken, was meine Gedanken, die Gespräche unterwegs, selbst mein Traumgeschehen angenehm färbt…
Kommentarlos hier ein paar Snippets, die im Idealfall vielleicht auch bei Dir, lieber Lesender, was bewirken??

Resonating Spaces
>>Die englische Schreibweise des Titels verdankt sich der Bedeutung des Wortes »resonating« und »resonance«, die offener bleibt als der deutsche Begriff »Resonanzraum« und die sowohl physikalische Phänomene bezeichnet, die zur Erzeugung von Klang führen, als auch das Hervorrufen von Bildern, Erinnerungen oder Emotionen anspricht.<<

(Leonor Antune, Silvia Bächli, Ausschnitt vom Ausstellungsplakat)

(im Garten sitzen – wie daheim, Winkelarchitektur, traumhaftes Tankstellenhäuschen von Jean Prouvé)

Objekte der Begierde. Surrealismus und Design 1924 – heute

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Als Gegengewicht lege ich noch zwei spannende Bücher ins Hotelbett (Stephan Emigs vielversprechendes Paket über die „Fünf Wege zu mehr Musikalität„, sowie einen alten Glauser) und verlinke Peter Unfrieds Erklärung zur Position von Jonathan Safran Foer, der sagt, dass wir zwar von der Erderhitzung wissen, aber nicht an sie „glauben“.

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#head2heart