Archive for the ‘DJ’ Category

Als dritter Plattenspieler am See

März 9, 2021

Leider muss der für Freitag angekündigte Gig mit SoulPhiction verlegt werden; ich tröste mich mit der zufällig gefunden YT-Reportage über das Turntablerocker Konzert in Losheim am See (2001). Denn dieses Konzept mit der Band als „dritter Plattenspieler“ hat bei mir den Schalter umgelegt bzw. das perfekte Bild geliefert, um DJs für eine gemeinsame Sache zu überzeugen. 
In diesem Sinne auf bald – im Club (und am See)!

Trivia am Rande: die TTR-Tour 2001 war die erste große Reise, auf die ich ein Echogerät mitnahm: das Line6 DL-4 veredelte die Simmons-Tom-Fills (die im Studio mit der Syncussion/Vermona DRM-1 erzeugt, beim Gig aus dem ddrum4 getriggert wurden).
Mein damaliges „Electronic Rack“ ist nach wie vor im Einsatz, nur umschließt es jetzt meinen kompletten Recording-Apparat (mit Acousta Pult, Soundkarte, Mikrofone). Nachhaltig, halt.

Und passend zum Thema erzählt Martin Stimmig auf IG etwas zum Spannungsbogen eines Clubtracks:
>>this sunday in my #askstimming series I’ll answer your question about the arrangement building – 
it’s a part of our creation process which is very similar to storytelling. there are similarities to cooking and painting, but the arrangement basically is storytelling. that means – you need to know where you wanna go before you start. a writer knows where his story leads to before he begins to write therefore we need to think about this very early as well. once I have a satisfying loop ready I play around with different effects, with filters, see from which element I gain tension from (which element is bringing me to the climax) and once there pops up an idea I start to build. unfortunately, no plan survives the incident in reality. that’s why it’s important to be flexible, usually what works is pretty close to what I imagined. and sometimes something completely different does it. this is one of the biggest reasons for being frustrated during the process, I see this as a fight which I usually win – sooner or later.<<v

steilste Lernkurve ever, zudem beflügelnde Freude

März 4, 2021

Neulich wurde ich zu meinen Übe-Konzepten befragt. Ich erklärte meinen Weg der Selbstmotivation – sich schöne Aufgaben zu stellen -, vergaß in der Kürze der Zeit aber einen anderen wichtigen Pfeiler: das Machen im Kontext, Wagnisse vor Publikum.

Selbstverständlich habe ich mir durch klassisches Training über die Jahre ein gewisses Repertoire an Grooves und Lösungen erarbeitet, aber die Überprüfung und Sortierung der Optionen (was funktioniert tatsächlich gut?) passierte ausschließlich in der Konzertsituation.

Meine bewusste und pragmatische Entscheidung (Minimalismus, sich aufs Wesentliche konzentrieren, Flow- und Groove Schwerpunkt, Unlust Instrumente durch die Gegend zu wuchten) mit nur Kick-Snare-Hihat und einem Becken zum Gig zu reisen, hat mir erst in der konkreten Konzertsituation gezeigt, an welchen Stellen die Stolperfallen liegen, wofür ich neue Workarounds brauche.
Beispielsweise: Mir fehlten die Toms für typische Fill-Ins. Was tun?
Ich kultivierte Mutes.
Mir gingen bei so viel Übersichtlichkeit schnell die Farben aus.
Ich integrierte diverse Schüttelperkussion, gerne auch zusätzlich zum Stock in der Hand, dann entdeckte ich die Vielfalt des Echogeräts und den Kosmos der elektronischen Zuspielungen.

Mein Interesse für die Ästhetik von elektronischen und/oder produzierten Beats konnte ich zwar zum großen Teil analytisch angehen und so auch auf meine Setups und Spieltechniken übertragen, am meisten gelernt habe ich jedoch durchs stundenlangen Jammen (Mit-Trommeln) mit einem DJ – im Club. Dabei verstand ich zunehmend besser, wie Spannungsbögen erstellt werden, auf was der Dancefloor abfährt/reagiert, wie sich das Publikum lesen lässt, auf was es inhaltlich (Beat-technisch) ankommt…

Nach der Turntablerocker Tour (2001) wusste ich, wie eine Band als dritter Plattenspieler agieren und sich um die Instrumentals kümmern kann, so dass die beiden DJs Michi Beck und Thomilla sich auf Acapellas, Classic Breaks und die Ganitur konzentrieren konnten. Kaum war mein Soloalbum („Organic Electro Beats„, 2003) in der Welt, schrieb ich viele DJs an, ob sie nicht Lust auf einen „interaktiven dritten Plattenspieler“ hätten, Dhoerste reagierte und nahm mich einfach mit – in eine komplett neue Welt, die ich nur vom Hörensagen kannte. Und ich trommelte auf unterschiedlichen Hybrid-Kits in DB verträglichem Format einfach zu seinem aufgelegten Set (gerne auch noch einen ausgedehnten Übergang mit dem vorigen bzw. folgenden Künstler)…

Steilste Lernkurve ever, zudem beflügelnde Freude!

Ich hatte eine neue Hobby-Perle gefunden, die nicht wirklich oft, dafür immer wieder aus neuem Gewand kräftig rausleuchtet. Zuletzt im Rahmen der Ludwigsburger Trommeltage mit DJ Friction und – hey! – nächste Woche mit Michel Baumann aka SoulPhiction/Jackmate im Mannheimer Jazzclub Ella & Louis.

Ich kenne kaum jemanden, der Hiphop, House und Techno mit so viel Feingefühl und Soulfullness formt. Immer entsteht Musik, die einen im doppelten Wortsinn bewegt: man möchte sofort tanzen, kann sich aber auch zurücklehnen und einfach zuschauen, zuhören.
Insofern beste Voraussetzung für ein gestreamtes Unikat!
Und da SoulPhiction viel mehr Live-Act als DJ ist, wird Improvisation und Interaktion groß geschrieben – so dass ein Jazzclub als Austragungsort nicht besser gewählt werden könnte!
Tickets für unseren Gig am 12.03.21 können hier gekauft werden.

Über Michel zu schreiben wären nach Athen getragene Eulen. Er formt seit 1996 beständig den Clubsound, veröffentlich auf den renommiertesten Labels (ich wähle mal die „P“ beginnenden: Pampa, Perlon, Playhouse, PokerFlat), aber auch auf dem eigenen (Philpot Records).
So viel ließe sich berichten (aber auch einfach nachlesen – so auch unsere gemeinsame Geschichte, die vor über 20 Jahren mit Pauls Musique begann und 2018 finally zum ersten Duo-Gig führte), also lege ich am besten mal ein Mixtape ein:

Clickt euch rein am 12. und tanzt mit!



kraus, krass, Kracht

Februar 21, 2021

Anstatt selbst zu zeichnen, wird „Der gelbe  Bleistift“ gelesen. Dabei stelle ich fest, dass Christian Kracht damals (Ende 90er) Umstände als kraus bezeichnet, zu denen ich heute krass sagen würde.
Danke für den guten Buchtipp, liebe Christin Neddens!

Ähnlich gelb wie mein Bleistift, die Sonne heute. Also Fenster auf und…

Hingegen alles andere als planlos (kraus), dafür richtig krass: der Killswitch/Mute Button des Gitarristen mit dem Blecheimer auf dem Kopf (Buckethead). In spielerischer Form (Arcade) wird hier das Vermächtnis von Eddie Van Halen oder Tom Morello weitergeführt, auf dass sich die heftigt verzerrte Klampfe gestochen scharf scratchen oder slicen lässt, auf jeden Fall aber ordentlicht kracht!

Jetzt aber wirklich raus in den Frühling, schön im Sonnenschein lesen…

PS. Nachtrag: Mittlerweile ist es Abend und mein Freund Markus Birkle kommt mit einem interessanten Workaround um die Ecke, der a. das Anbohren der Gitarre umschifft und b. hervorragend auch zu meinem Emergency Exit Konzept beim Echodrumming passt: ein (D’Addario Planet Wave) Klinkenkabel mit integrierter Mute-Taste!

DJ Dub Mixer

Februar 4, 2021

DJ Illvibe’s Dub Work: auch ne Art Echodrums!

Und am Schlagzeug: Noah Fürbringer, auch geil!
[File under Aux Send, Dub Mixer]

only shaped drums

Dezember 29, 2020

Die holländische PlugIn Schmiede Denise erklären Plate Reverb, Hainbach das aktuelle analoge Multieffektgerät „Dust Collector“ von Finegear: Effektierter Groove (aus der TR-606) ab 6:02

Jetzt zeigt sich zwar doch auch noch ein toller Drummer (Derrick McKenzie) in diesem Beitrag, aber der legt auf…

… warmtanzen für den 80sten von Lonnie Liston Smith (der seine Begleitband der Jahre 1973-76 liebevoll „The Cosmic Echoes“ taufte).

Im Sommer Modus

August 5, 2020

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Bevor ich mich die nächsten drei Tage für einen FATONI Ausflug verabschiede (die Augsburger Momentaufnahme stammt von Ralf Theil), hier noch ein paar Fundstücke aus meiner Sommerloch-Sammlung.

Passt perfekt zum Hip Hop Thema: Neulich im Keller meiner Eltern wieder entdeckt, die Playback-Dubplates der Bürger Lars Dietrich Shows des Jahres 1998. Eins a oldschool Zuspielungen (seinerzeit vom Plattenpapzt). Jammerschade auch, dass die damalige Benztown-Album-Produktion bis auf die Single „Ein ganzes Jahr“ nicht veröffentlicht wurde.

In puncto Drum-Lifehacks möchte ich erneut das Hantel-Aufsteck-Gewicht loben, das nicht nur in der Bassdrum oder auf der tiefgestimmten Zweitsnare den Sound phat macht, sondern auch hervorragen als Bassdrum-Stopper das Wegrutschen der geliebten Vintage-Kick verhindert.

Ein weiterer Lifehack ist mein aprikosengroßer Flummi. Der kümmert sich unter den Füßen des Trommler um dessen Wohlbefinden, in dem er die entsprechen Fußreflexzonen/Triggerpunkte massiert. Hilft mir gegen Verspannungen und Krämpfe.

Ansonsten: David Pätsch hat eine zweiteiligen Reihe über die Entwicklungs des Spiels mit zwei Basstrommeln (sprich: vier Gewichte!) geschrieben. Ein Student hat mir das „Vier Ohren Modell“ erklärt, Chaka Khan kann auch hervorragend trommeln und auf dem Nachttisch liegen zwei neue Bücher über das Echo (ein Roman von Iris Hanika und die Doktorarbeit von Felix Urban).
Und wer zu schlapp zum Lesen ist, der kann sich ja den Adorno-Vortrag über Alban Berg anhören…

 

Genussmittel

Mai 4, 2020

Wochenstart ist nicht immer einfach (vor allem für die schulpflichtigen Mitbewohner). Meistens helfen zumindest mir zwei Bilder: die Freude über die grafische Nähe von Laugenbrezel und Espressobohne (morgens), sowie der Blick ins Bastel-Chaos (anschließend).

Allesamt großartige Genussmittel, aber auch wichtige Zutaten während der aktuellen Vorbereitung eines Duo-Live Gigs mit Oliver Leicht (Stage@Seven, Livestream aus  dem hessischen Rundfunk, am kommenden Donnerstag 07.05. um 19h).

Um ein schönes Spagat hinlegen zu können, höre ich darüberhinaus lupenreinen „Frankfurt Sound“ aus dem Dorian Grey und die Konitz Alben „Motion“ (mit Elvin Jones) und „Lee Konitz with Warne Marsh„.

Dann habe ich ja auch noch die „Crown Albums List“ (aus dem Penguin Guide to Jazz) entdeckt, aber die schaffe ich heute nicht mehr… vor allem weil ich für die Kinderabteilung noch was Erheiterndes prüfen will, die Taxi Geschichten von Saša Stanišić.

 

farbenfroh

April 17, 2020

Passend zum Frühlingstag, ein Bonbon-Cover und vollmundiger Stereoklang. Rest in Jazz, Lee Konitz!

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Im Anschluß lasse ich mich auf Levon Helm ein (Tipp von Andreas Neubauer)

Und dann wartet noch die B-Seiten Sammlung vom Electronics Beats Mag.

Falls es wider Erwarten ungemütlich werden oder gar regnen sollte: die Initiative Musik spannt einen weiteren Hilfsschirm auf (Antragsstellung ab Ende April).

the breakbeat

März 9, 2020

>>The breakbeat is that part that you look for in a record, that lets your godself just get wow.
Then, as soon as that breakbeat leaves, you’re sayin‘ like: oha, it’s only a minute, it’s only 30 seconds? And all you wanna hear’s some more.
So that’s where the hip hop DJs came in and start making that beat, that breakbeat, that stripped down funk stand longer and longer for you could just get crazier and crazier and crazier on the dancefloor<<
Afrika Bambaataa in Scratch (2001) (bei 5.45′)

Heute:

März 8, 2020

1. Schöne McCoy Tyner Platten Auflegen: Robert Lochmann legt im FB schon mal diese Rakete vor:

2. Mit Q-Berts „Wave Twisters“  das erste Turntablism-based Musical schauen (und in all die andern DJ-Tipps von Tobi reinhören). OK, und auch die Scratch DJ Doku von 2001 gleich hinterher.

3. Weiter im sprachschönen „Fallensteller“ Erzählband lesen und anschließend vielleicht die gute Idee in puncto Gesichtsschutz parat haben?

4. Das Foto von Schlappes Reisewasserkocher an Moritz und Pat mailen und seinen Link zum Looperwerk befolgen.

5. Andrea beim Halbmarathon zujubeln!!!

6. Den smarten Truetone/Visual Sound Time-Bandit Neuerwerb auf Herz und Nieren prüfen, denn er verspricht, externe Tap-Tempo-Buchsen dank eines an ihm angelegten Pulssignals (z.B. ein mitlaufender Clicktrack oder einzelne e-Pad Schläge) zu synchronisieren.

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7. Ein bisschen von der Black Beauty träumen und Kenny Aronoff auf den Zettel schreiben.

8. Internationaler Frauentag:
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