Archive for the ‘DJ’ Category

Musik ist eine körperlose Art zu reisen

Mai 11, 2017

Also dann bitte einmal zum taz-Artikel von Julian Weber und direkt weiter ins Kino, „Denk ich an Deutschland in der Nacht“ steht auf dem Zettel…

Advertisements

Dig it!

März 17, 2016

Der Tipp war auf der FB-Seite von Daniel W. Best, eigentlich nur ein profaner Link zu einer neuen Arte Sendereihe namens „Dig it!„.
Aber klar, die Kombination von geschmackvollem Selektor (Daniel) und der Mehrfachnutzung des Gold versprechenden Terminus‘ dig, verleitet den Musikfan (mich) zum sofortigen Click.
Weit komme ich jedoch nicht, denn gleich der erste Film über den „Sample-Dealer“ packt mich und bestimmt mit Victor Kiswell und seinen arabischen Perlen mein Tagesprogramm.

 

 

mein Hafen zwei

Februar 19, 2016

Matthias Vogt gibt das Motto aus,

ich stärke mich noch geschwind mit einem guten Frankfurter Kaffee, packe Becken, Stöcke und Delay ein und dann nichts wie ab in die Klubnacht im Hafen 2!

 

Tonraketen

Februar 17, 2016

Wieder mal habe ich ein Hesse-Büchlein in den Straßen von Bockenheim gefunden. Diesmal ist es die Sammlung „Musik“ und, zufällig aufgeschlagen, lese ich das Gedicht „Neid“(1925/26) mit dem mir Hermann freundlicherweise auf die Schulter klopft…

Wenn ich doch Banjo könnte spielen
Und Saxophon in einer Jazzband blasen,
Vortänzer sein in einem Nachtlokal,
Mit meiner Kunst in alle Herzen zielen,
Froh mich ergehen in Späßen und Ekstasen,
Der Ladenmädchen Held und Ideal!
Vergnügt in mein geschweiftes Blasrohr blies ich
Und sänge zwischenein in hellem Jubel
Grell und begeistert in den hellen Saal
Die wunderlichsten Tonraketen stieß‘ ich,
Peitschte im Takt empor den trunknen Trubel
Und opferte mit Tanz dem Gotte Baal.

Dann wär ich hier nicht Fremdling mehr und Gast,
Wär einer von den Priestern der Astarte,
Heimat wär mir der tönende Palast,
Aus dem ich mich so oft bekümmert stahl,
Vor dem ich oft so lang beklommen warte.
Zu spät! Vorbei! Ich werde nie erreichen
Die Strahlenden, die Götter dieser Erde,
Einsam bin ich und schwach. Ich weiß, ich werde
Nie diesen Glücklichen und Künstlern gleichen,
Ein Fremdling muß ich sein und scheuer Gast,
Muß mich mit Zuschaun, Draußenstehn bescheiden,
Muß Tänzer, Banjo, Saxophon beneiden,
Muß traurig in die frohen Feste sehen
Und meiner Verse Leierkasten drehen,
Den andern lächelich, mir selbst verhaßt.

IMG_5409.jpg

Aber hey, ganz so schwarz-weiss sehe ich Sache nicht. Denn ohne Gast, keine Party!
In diesem Sinne freue ich mich auf ein volles Haus und eine schöne Freitag-Nacht im Offenbacher Hafen2, wo ich zum aufgelegten Sound von Matthias Vogt und Michael Ruetten trommeln darf.

Tourgespräche

Februar 2, 2016

Markus Vieweg ist eigentlich Bassist (der Band Glasperlenspiel), aber auch ein Internet-afiner Mensch. So er hat er mit den von Apple bereitgestellten Tools ein von der Kritik gefeiertes Bass-e-Book veröffentlicht und mit seinem Blog „Tourgespräche“ eine Alternative zum klassischen Musikerinterview geschaffen. Gut vorbereitet und mit viel Zeit finden Unterhaltungen – vornehmlich mit Akteuren aus der zweiten Reihe des Showgeschäfts – jenseits der Langeweile längst bekannter Eckdaten und Fakten statt und werden zu einem anderthalbstündigen Podcast zusammengeschnitten.

IMG_5338.jpg

Wir trafen uns neulich zwischen Soundcheck und Festivalauftritt in meinem Mainzer Hotelzimmer und sprachen bei Kaffee und Kuchen über:

FOH, Mad ProfessorHeimstudioKompressormaske, Squarepusher, Bedroomproducer bzw. Zufall als neue Bestimmung, Jojo MayerVom Zitat zum Ich, Zuspieler, der „Sack um die Snare“, Echodrums, Solo-Performancesimulierter Aux-SendReverb Shots, Laurenz Theinerts Visual Piano zu meinen Organic Electro Beats 2003, Bandmensch, Rubo(W)ölpl aka (W), Aufwand und Slayer-Set auf der IAAB-Keeper/BeatSeeker, >>Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile<<, selbstgebaute „Playstation“, Cover-Mukke, das persönliche innere Tempo, Interaktion dank Blog, Lesen, Cafè, Tour Catering, Netzer, nur einmal laufen!Fragebogen aus den Tagebüchern von Max Frisch

… und dabei hat mich einiges „umgehauen“…

 

 

influenced by early tape music, DJs, and childhood deconstruction

Januar 14, 2016

>>The Landscape HC-TT is a performance device that brings together a dated form of technology with an even more dated form of control: human hands. Influenced by early tape music, DJs, and childhood deconstruction, it’s a guarantee that you will never be able to create the same sound twice. This is the guarantee of our imperfect human movement, a flaw that enables endless variations of sound possibilities for performance or sampling purposes.<<

1447180446492

Auch eine Spielart organischer Electro-Beats: von Hand wird das Tonband der eingelegten Compact Cassette entlang des Tonkopfs bewegt, mit dem Kippschalter kann darüberhinaus momentane „Stille“ eingeflochten werden.

Wem das schmucke Kästchen zu teuer ist (315 $ plus Zoll), baut vielleicht seinen alten Walkman nach diesem Ansatz um…

oder kauft die zweite Ausgabe des Buchs „Handmade Electronic Music: The Art of Hardware Hacking“ von Nicolas Collins.

Handmade Electronic Music The Art of Hardware Hacking

Wer etwas erzählen will

Dezember 6, 2015

Lese mal wieder einen guten Kirchhoff Roman und dieser Abschnitt passt doch bestens zum Musikmachen:

>>Wer etwas erzählen will, muß einen Berg versetzen. Erst trägt er ihn nach und nach ab und lernt dabei alles kennen, was später in der Geschichte vorkommen soll, dann richtet man ihn unter noch ungleich größerer Mühe anstelle der Wirklichkeit wieder auf. Und das nicht in der Reihenfolge, in der man ihn abgetragen hat, da hätte man sich die Plackerei sparen können, sondern nach den Gesetzen der Schönheit; und wenn ich von Schönheit rede, meine ich damit weder, daß es an jeder Stelle gut klingt und dazu noch gut endet, noch daß man alles verstehen muß oder durch Tricks bei der Stange gehalten wird. ich meine damit eine eher verborgene Schönheit, die sich erst im Bogen des Ganzen zeigt<<
Bodo Kirchhoff „Wo das Meer beginnt“ (FVA, 2004, Seite 24)

Als passende Hintergrundsmusik oder für den Nikolausstiefel des besten Freundes, hier ’ne gute Dreiviertelstunde gemischter Geschichten…


									

Mechanical Techno

November 22, 2015

ebenfalls handgemacht:

Stems

August 3, 2015

Die Bezeichnung „Stems“ hörte ich bisher nur aus der Ecke der elektronischen Musikproduktion. Gemeint sind damit die in logische Gruppen (Beats, Bass, Vocals, Harmonies, Melodies, Atmos, EFX) aufgeteilten Bounces, die zusammen und gleichzeitig abgespielt den Master-Mix ergeben.

Native Instruments hat heute sein neues Audioformat Stems veröffentlicht, dessen .mp4-Datei vier „versteckte“ Stereo-Gruppen bereitstellt. Eine kreative Bastelvorlage für Edits, Remixe, Mash-Ups und (geplante) Third Records.

Bei Beatport gibt es schon die ersten Stems zu kaufen, sowie eine eindrückliche Grafik der Idee:

©beatport

Vertrackte Beats, Futurismus und eher düster als happy

Mai 25, 2015

War gestern seit langem mal wieder in der Robert Johnson Theorie, in der Helena Hauff über Electro im weiteren Sinne sprach und verschiedene Lieblingsplatten aus diesem Genres vorspielte. Sehr gut gefielen mir
– der Egyptian Lover an der 808

– die A-Side des Tracks „Een Drumcomputer and Een Synthesizer“ (Electronome, 1995), purer Drumgroove!


– Sound und Langsamkeit in der Front 242 („Kinetics“, 1982)

Marcel Duchamps Schallplattengestaltungsidee aus dem Jahre 1926, die sogenannten Rotoreliefs. 1995 erinnerte sich das planet e Label daran.

– I-Fs Electroclash Floorfiller „Space Invaders“ (1997)

Am allerbesten aber fand ich Helenas Hauptargument für’s haptische Outboard, dass die Maschinen sich ab einem gewissen Punkt selbsttätig der Kontrolle des Bastlers entziehen und ein bisschen eigenmächtig kreieren.
Die schöne Schaffenskraft des Unberechnebaren, sozusagen.
An dieser Stelle freut sich auch der menschliche Schlagwerker, denn gepaart mit dem entsprechenden Klang-und Rhythmusgefühl kann doch genau er diesen Anspruch (der Unperfektion, der Unberechenbarkeit) erfüllen, darüberhinaus das Ganze kreativ bereichern. Jetzt muss ich mal abbrechen und ne Email raustippen…