Archive for the ‘Rhythmusmacher’ Category

Change things, but make it right

September 14, 2020

Das die Zugfahrt von Frankfurt in die Heimat derzeit doppelt so lange braucht, hat auch eine gute Seite: nämlich gemütlich lesen und hören zu können.
Und so bekam ich am Wochenende dank des 87er Modern Drummer Interviews Einsicht in die elektronische Welt von John Robinson (>>triggering a Yamaha electronic setup as well as a couple of Simmons brains, an SP-12,  and various effects racks<<), sowie seine Maxime beim Covern:
>>Every time I did a Top 40 gig, my rule of thumb was, “Change things, but make it right.”<<

Joo Kraus hingegen erinnerte mich ans Chuck Mangione Album „Tarantella“ mit dem Gadd-Classic „XIst Commandment“ das ich nur aus dem Steve Gadd Book von Hans Fagt kannte:

Von Axel Mikolajzcak hatte ich noch ein tolle Liste zu Steve Ferrone und Robbie McIntosh, aus Besprechungen im aktuellen Jazz Thing reizte mich die neue Platte von Bebel Gilberto (wieder mal mit einem Elektronik afinen Keyboarder/Produzenten, Thomas Bartlett), sowie das Duo Album von Nils Petter Molvaer und Mino Cinelu („SulaMadiana„).

PS. die Beitragsüberschrift passt auch bestens zur Kastellsommer-Veranstaltungsreihe in Stuttgart – der Grund meiner Reise. Denn mit dem Vorplatz der Phoenixhalle (des Römerkastells) wurde seit Anfang Juli ein (neuer Kultur-) Platz gefunden und intensiv bespielt – trotz Corona, viel (und unterschiedlichste) Musik, Theater, Kino.

Hier zwei schöne Erinnerungen von Re Heller:

guu-ru-gu

September 10, 2020

In letzter Zeit werde ich morgens sanft von einer Clave gurrenden Taube geweckt.
Tight und viertaktig!


Erstaunliche Tiere!

PS. die Türkentaube kommuniziert gerne in sechs Dreiergruppen!

Will Calhoun’s Delaypedal

September 2, 2020

Will Calhoun ist auch ein Echodrummer, klar (man braucht sich nur an Jungle Funk erinnern…). Jedenfalls verkauft er gerade sein Carl Martin Delayla Pedal. Mit Tap Tempo. Wäre doch ein guter Einstieg – für DICH 🙂

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https://rvrb.io/2005-delayla-pedal-mg1fq8

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Passend dazu mein schönster Moment auf dem 4. Dresdner Drumfestival* (2010):
>>…Das Festival war sagenhaft (Organisatoren, Betreuer, Line-Up, Bandbreite, Kulisse!) und mein vielleicht schönster Moment ergab sich nachts um Drei, als sich Will Calhoun bei der Drum ’n Bass Session an mein Set setzte und ich zum ersten Mal mein Effektbrett mit 2 Händen bedienen und wie ein richtiger Dub-Mixer agieren konnte…

*Hey, nächsten Samstag gibt’s die 2020er Ausgabe des Dresdner Drumfestivals: mit Lillinger, Lehrmann & Jojo Mayer! (Letztgenannter ist dem Trommelecho ebenfalls nicht abgeneigt, siehe Modern Drummer Festival 2005 „Syncopath“).
Schade, dass ich schon verplant bin 😦

„In the Moment“

August 30, 2020

Über meine Einschlafshilfe, das imaginäre Pförtnerhäusschen, habe ich schon öfters geschrieben – klar, ist ja auch ein Traum!
Nach der Lektüre dieses taz-Artikels öffnete das großartige Foto von Josef Schulz unlängst diesem Spiel eine weitere Möglichkeit, nämlich auch
verlassene Grenzposten in Betracht zu ziehen.

Somit ergeben sich ein paar gute Ideen für die kommende Woche:

  1. Die Ausstellung „Spectrum. Architektur. Landschaft. Fotografie“ des Herrn Schulz in Bielefeld besuchen. Eilt aber nicht wirklich, sie läuft noch bis zum 17.01.21
  2. In puncto lesen das Konzept von Paul Klee aufgreifen – nicht des Künstlers Klee, sondern des gleichnamigen Protagonisten von Heinrich Steinfests aktuellem Roman „Der Chauffeur“ – und >>stets ein sehr einfaches und ein sehr kompliziertes Buch – ein leichtes und ein schweres<< mitzuführen.
  3. In die improvisierten Konzerte des Schlagzeugers Makaya McCraven eintauchen. Ich beginne mit „In the Moment“ aus dem Jahr 2015.
    >>McCraven‘s breakthrough album captured 48 hours of live, improvised performances from McCraven and company. It was recorded at 1 venue over 12 months and 28 shows. The edited, remixed, and final product ended up displaying one of the most important recordings to date in the modern jazz world.<<
    Passt gut zu unserem „Der temporäre elektronische Salon„. Nicht nur konzeptionell und arbeitstechnisch, der Anspieltipp kommt auch von dort – von Oliver Leicht.

Fuzz Faible

August 28, 2020

Schlagzeuger und Produzent Butch Vig hat zusammen mit Native Instruments seinen Signature-Drum-Sampler realisiert. Und da er ebenso das NI Battery-PlugIn sowie Effektgeräte mag, horche ich auf und schaue:

In puncto Stomboxes scheint er ein Fuzz-Faible zu haben (Sanford & Sonny BlueBeard Fuzz, (Echoplex EP-3 Vorverstärker) Xotic EP Booster, Z.Vex Woolly Mammoth, EHX Graphic Fuzz, Boss Hyper Fuzz, Death by Audio Interstellar Overdriver Deluxe, JHS Muffuletta). Und Kompression (MXR Dyna Comp, Roger Mayer RM58).

Zack, bin ich infiziert und hole meinen Boss CS-3 (der ja auch Aaron Sterling und – aktuell – Flo König offensichtlich gut gefällt) und den parametrischen Moog EQ (der ja auch eine Verzerrungseinheit an Board hat) heraus, um meine persönlichen Sampling Library etwas aufzuhübschen…

Flo König Boss CS-3

Tidal Wave

August 20, 2020

Hey,  es ist immer noch Sommer. Und: alles wird gut!

Danke an Tom Misch & Yussef Dayes, das kurz auch mal Echodrums aufblitzen, danke an Jack Brown für den schönen Film!

10 drummers that…

August 17, 2020

Ich liebe Listen, inspirierende Rhythmusmacher sowieso und deshalb stelle ich mich gern der Einladung von Axel Mikolajzcak und trage die „10 drummers that really had an influence on me“ zusammen. Halt ohne die Kettenbriefauflagen von FB.
Wer mag, schreibt mir seine persönliche Top Ten in die Kommentare.

1 Helge Norbakken
2 (J Dilla und seine) Akai MPC-3000
3 Rene Creemers
4 Billy Cobham
5 Photek
6 Flo Dauner
7 Dave Weckl (& V. C.)
8 Roland Tr-808
9 King Tubby
10 Tony Allen

PS. eine B-Seite gibt es selbstverständlich auch:
1 Aaron Sterling
2 Duracell
3 Jojo Mayer
4 Steve Gadd
5 Timbaland
6 Benny Greb
7 James Gadson
8 Linndrum
9 Boss RE-20
10 Brian Blade
11 Stewart Copeland

Kopfweh!

Juli 29, 2020

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Als Tennie liebte ich nicht nur Jazzrock, sondern war auch ein großer Fan von Rodgau Monotones (der einzige Act an den ich jemals so richtige Fanpost in Briefform geschrieben hatte und prompt mit dem Aufkleber „Nur Fliegen sind schöner“ belohnt wurde, vermutlich die einzige Band bei der ich was vom Text mitbekommen habe…). Zwanzig Jahre später wurde dieses Feuer abermals entfacht, als ich mit Henni Nachtsheim unterwegs war und wir viele Konzerte im Doppelpack mit den Monotones spielten. Wieder entzückte mich die best eingespielte Liveband, dieser EINZIGE stimmige Organismus – mega Energie, hammer Groove (und fantastische Fill-Ins)!
Und gestern schreibt ihr Rückgrat und grandioser Rock-Drummer Mob Böttcher in FB, dass er sich aufgrund des schlimmer werdenden Tinnitus vom Schlagzeugen mit Bands verabschieden muss/wird.
Oh, weh. Das schmerzt sehr!

Vermutlich ist ein derartiger harter Cut wichtig und richtig! Und vielleicht verhilft gerade diese Pause zu Besserung, Reset und Neustart? Diesbezüglich krame ich eine alte Textstelle hervor, vertraue insgeheim der Rodgau Rock’n Roll Therapie und hoffe das Beste (egal wie lange diese Woche braucht):

>>Ein Kilo Bass für den Magen
Und sechs Saiten Stoff für den Kopf
Du brauchst gar nicht lange zu fragen
Sogar Nonnen stehen dabei Kopf
Und hast du im Ohr einen K-k-k-knoten
Dann lass dich weiter nicht störn
In einer Woche, da kannste wieder hörn<<

Mit tiefer Verbeugung: alles Liebe und Gute Dir, Mob!!
Und ich tauche wiedermal ein:

1984

2008

 

Jamie

Juli 27, 2020

Toll, dass Axel Mikolajczak trotz des zum 1.7. eingezählten Ruhestands, weiterhin die Online STICKS mit Wissen und Herzblut befüllt!
Hier der Link zu seinem Nachruf auf Jamie Oldaker.

… selbstverständlich stand bei uns zuhause das „Slowhand“ Album im Regal, wurde auch gerne gehört und natürlich war „Cocaine“ ein Pflichtstück bei all meinen Schülerbands.

studio work

Juli 9, 2020

Gestern erst gab es eine analysierende Hörrunde zu den Groove-Meistern James Gadson und Steve Gadd in ihrer Funktion als Studiodrummer, bei der (neben grandiosen Nostalgiemomenten) einige neue Perlen entdeckt wurden.

Wie zum Beispiel die speziellen super Groove Pattern auf Marvin Gayes „I want you“ (1976) und Hancocks „Doin‘ it“ (1976) der Drumsound von „What you won’t do for Love“.
Bill Withers „Kissing my Love“ (1972) ist eh klar gesetzt!
Und der Sidestick-Sound von Patrice Rushens „This is all I really know“ (1980) muss unbedingt noch vorgespielt werden.

Rickie Lee Jones „Chuck E’s in Love“ (1979) hat das perfektes Gadd Tempo.

Im Arif Mardin Track „Street Scene: Dark Alleys“ (1974) gibt’s ein top Drumintro mit astreinem Vintage Tomsound (erstaunlichwenig Einträge dazu in der whosampled.com Datenbank). Spätestens nach den Fill-Ins ab 3.25′ weiss jeder Bescheid, wer hinterm Drumkit saß.

Das typische Gadd-Tom auf der „4“: Kenny Loggins „I’ve got melody (deep in my heart)“ (1977), eine vollständige Tom Melodie (im Zusammenspiel mit Ringo Starr) findet sich auf Paul McCartney’s „Take it away“ (1982).

Marching Drums und Latin Beats unterm Fusion Mantel? Höre Al Di Meola „Electric Rendevouz“ (1982) oder Lee Ritenour „What do you want“ (1978).

Brazil-Brushes für Pino Daniele „Jesce Juorno“ (und Melodien fürs Herz aus dem Jahr 1988).

Und weil’s mich direkt an das Steve Gadd Book von Hans Fagt bzw. dessen Seite 3 erinnert, höre ich Tom Scotts „Down to your Soul“ (1977).
DIESES Fill-In ist mein persönliches Gadd Klischee (schau, Beweis hier).
DAS aber auch, sowie der Snare Sound auf Dionne Warwick „Can’t Hide Love“ (1982).

 

Heute spielt mir der Zufall dieses Experiment zu, bei dem ein und derselbe Track von vier Studio-Drummern der heutigen Zeit, sprich via fiverr und Homerecording, vervollständigt wird. Der Moderator ist ein wenig „on fire“, aber ich habe ja einen Lautstärkeregler am Laptop…