Archive for the ‘Rhythmusmacher’ Category

Cobham mit Pads

August 12, 2019

Durch einen Insta-Post von Gary Husband habe ich entdeckt, dass Billy Cobham sich (zumindest) in den Jahren 1996-98 auch mal ein paar e-Pads über die Rack-Tom-Reihe gehängt hat.

Bei diesem Stratus Intro-Solo wird ihnen dann ab und an auch ein Spezialeffekt entlockt:

Und Gary Husband erinnert sich vor allem an das Pistolenschuss-Sample in laut!

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Wenn man tiefer gräbt, findet sich auch folgender Abschnitt des musicradar Artikels „Billy Cobham on his stellar ’70s solo run and gear evolution“:

>>Inner Conflicts, the last of the studio albums for Atlantic, saw Cobham incorporate electronic percussion into his kit. „Yeah, but that wasn’t the first time I used it,“ he says. „The first time I used electronic percussion was in 1968 with a company called Meazzi. They had electronic drums in Italy [Tronicdrum], it worked out pretty nice but it’s not the same. It was just the very beginning, not only me but Jack DeJohnette, Max Roach and Tony [Williams], they approached the four of us. I went with the electric set, a set that you would never see go on a plane anymore.
„It came with a speaker cabinet as big as a door, we put a big bonnet-hat square case over it. It never broke down. It was so poorly made. That was the beginning of it. It all sounded like ‚pew, pew, pew‘ or ‚dat, dat, dat‘. Even the bass drum. There were no different sounds. You had four buttons but they all sounded like ‚dat, dat, dat‘.“<<

Auch in die Entwicklung der Tama E-Drums wurde er wohl mit einbezogen, wie es vor 40 Jahren im Modern Drummer Mag zu lesen war (>>I have something in the works with Tama but nothing to really talk about at this point.<<)

Snaresound und Sinnestäuschungen

Juni 25, 2019

Mal wieder viel zum Thema Snare-Sound gelernt:

 

 

 

1. Die Problematik der zu aufdringlichen Sidesnare umgehe ich innerdeutsch gerne mal mit der – zack – in den Koffer gesteckten, präpierten 8″ Mini-Schnarre. Bei Auslandsreisen dürfen aus Gewichtsgründen jedoch nur ein paar Big Fat Snare Drum Auflagen mit. Ist die tief gestimmte und belegte Trommel dennoch zu laut, hilft ein fettes Gewicht auf dem Schlagfell. (Simon Phillips‘ Farbeimer in der Kick ist in puncto extra Masse bekannt, aber auch schon Flo Dauner hatte beim F4 Unplugged einen Ziegelstein auf der Snare). Dass es beim Jazzanova Gig in Vilnius vor Ort ein 2,5 Kilo Hantelgewicht gab, war der perfekte Zufall.
2. Endorsement bezogene Wünsche werden ab und an kreativ gelöst.
3. Der Garderobengang beim Tauron Festival machte aus einem bloßen Handklatscher ein fertig produziertes Sample, mit Hall und Pitch-Delay:

Das reiseintensive Wochenende wurde noch von weiteren angenehmen Sinnestäuschungen geprägt:
Kraftwerk in 3D, der längste Tag des Jahres (inklusive Morgendämmerung am Timmendorferstrand gegen drei Uhr früh), sowie wunderbar hochfrequente Instrumente in Marylin Mazurs Setup.

 

 

 

PS. die Sendetermine des Jazz Baltica Festivals gibt es hier einzusehen…
PPS. … ein gutes Foto aus dem Brazzi Studio, hier. Andere schöne vom Tauron Festival: dort.

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PPPS. und in der STICKS Ausgabe 07/08-2019 wird das Thema Snaredrum Sounddesign von Ralf Mikolajzcak weitergeführt.

today I am (79) years old, blessed and thankful to still be here…with a message from me to all my young people

Juni 3, 2019

Das ist für mich mal ein wahrer „Influencer“: 79 Jahre alt, motiviert, dankbar und beseelt von der Musik bzw. vom Schlagzeugspielen. Happy Birthday, Mr. Earl Young!

Ich wünsche alles Gute und eine angemessene „Block Party“ und zippe mich noch ein Weilchen durch die 459 Querverweise bei Whosampled

be curious before critical

April 28, 2019

John Maeda zitiert Dr. Regina Dugan: >>Be curious before critical.<< Und neugierig erinnere ich mich an den gestrigen Bahnhofsaufenthalt, als ich beim Durchblättern des Modern Drummer Magazins an diesem Foto hängengeblieben bin:

Der Name Kyle Crane sagt mir (noch) nichts, aber die Mikrofonauswahl bzw. die Aufstellung der beiden U47fet Teile macht Lust auf mehr!

Spring Reverb

März 27, 2019

Vor kurzem ist (Surfmusik-Pionier) Dick Dale gestorben. Ihm ist es letztlich zu verdanken, dass sein Kumpel Leo Fender die Hammond Hallspirale lizensiert und diese 1961 erst in eine extra Kiste, bald darauf in seinen Amps verbaut hat. Und damit einen riesigen Effekt-Standard formte:
elektronisches Instrument wird laut durch Verstärker mit Federhall!

Ich lege gleichmal was dubbiges dazu auf, Tony Allen im Moritz von Oswald Remix und freue mich auf den nächsten Frühlingstag!

 

reading shouldn’t frighten you

März 12, 2019

>>I tell drummers this analogy: If you remember the first time you drove a car, you were scared. Within a matter of weeks, you’re turning on the radio, waving at friends – you’re not even thinking. It’s no different with drums. Reading shouldn’t frighten you. It’s the easiest thing in the world. It’ just mathematics. Once you learn to read drum music, as soon as you see a certain pattern written, you know exactly what it is. Sure, the first time you may want to go “1e&a 2″.” But by the third of fourth time you’ll know it perfectly. And when you learn those patterns, they become second-nature.<<
Hal Blaine, Modern Drummer

Ich verbeuge mich vor 35000 Aufnahmen in 90 Lebensjahren und höre mir sein Lehrwerk aus dem Jahr 1968 mit dem tollen Titel „Have Fun!!! Play Drums!!! an

 

 

durch Stuhldrehung in die Unabhängigkeit

März 3, 2019

Da ich gerade meinen linken Fuß zum Kicken animiere – will sagen: ich übe gerade am Doublekick-Setup (wobei die zweite eine elektronische Bassdrum ist)  – passt der Aufbau von Wes Watkins bestens zu diesem Unabhängigkeitsgedanken: er benützt zwar nur die herkömmliche Kick, hat aber anstelle des Floortoms eine zweite Snare und rechts daneben auch noch eine weitere Hihatmaschine aufgebaut, so dass eine dezente Stuhldrehung zum spiegelverkehrten BD-SD-HH-Spielgefühl führt.

Ich versuche mich an diversen Baustellen: in erster Linie an zwei unterschiedlichen klingenden Bassdrums (1, 2, 3, 4) und ihren polymetrischen Möglichkeiten, aber auch an der Kombi von (Click-freier) 303 Bassline und Tap-Delay (angefixt von Nils Frahms‘ Juno 60 Arpeggiatoren) und dem immer wieder beeindruckenden Phänomen der Resonanz: nämlich, dass eine, besser noch: mehrere, unterschiedlich gestimmte Snaredrums je nach Filtereinstellung durch den Verstärker angeregt werden und somit im Raum den elektronischen Klangerzeuger mit „hangemachter Verzerrung“ bereichern.

Cure White Noise

Februar 26, 2019

Durch Zufall erblickte ich in der YouTube-Nächstes-Lied-Spalte ein 81er-Cure Livemitschnitt von „A Forest“, auf dessen Vorschaubild eindeutig ein Drumsynth* aus Lol Tolhurts Rototom-Wald herausstach, der für astreines Weisses Rauschen (z.B. bei 1.32′) gebraucht wurde.

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Wow – da muss ich direkt gegenchecken mit dem Drumsound des dazugehörigen Studioalbums „Seventeen Seconds“ von 1980:
>>“It really was the drum sound that largely defined the album’s sonic direction,“ continues Hedges, whose assistant Mike Dutton was credited as co-engineer. „The C-ducer contact mic had just arrived on the scene at that time, and after testing it in another studio I decided to mic the entire drum kit with C-ducers. I had initially tested the mic on other instruments, not drums, but then when I briefly tested it on drums I thought ‚God, they sound fantastic like that.‘ There’s absolutely no spill between the different drums when you use a C-ducer — each drum is completely separate. Every part of the kit was therefore miked with C-ducers — kick, snare, hi-hat, three or four Rototoms and two crash cymbals — and this gave us a very, very contained drum sound with no space at all. Everything is right up close, there’s no ambience whatsoever, and we then used reverbs and delays to give us the shapes and the sizes. I think the fact that the drums had such little ambience and were so sterile and cold really set up the mood we loved.
„Having recorded the cymbals this way, we also did cymbal overdubs because we wanted a very, very heavily compressed sound that had total sustain. You can hear that on a couple of songs, including ‚Play For Today‘ — when the cymbals crash there’s a click followed by a long, long sustaining cymbal, which is three 1176 compressors in a row. It hisses for about 20 seconds.“<< Quelle: Soundonsound/Classic Tracks

* letztlich wares es wohl drei separate Drumsynthesizer mit intergrierter Schlagfläche: zwei JHS SD-1 Pro-Rhythm Drum Synths, und eine Syndrum Synare-3X (?) aus deren Preset-Menü das Weisse Rauschen hätte kommen können:

Synare3x-WhiteNoisePreset

 

Ringo Swing = washing the windshield

Februar 20, 2019

>>The Ringo Swing, kinda washes the windshield on hihats<< Taylor Hawkins

>>that sloppy, swumpy, falling of the stairs kind of sound<< Abe Laboriel Jr

>>a big contribution of Ringo was that he used the tom toms as a part of the composition<< Stewart Copeland

Presets for Drummers!!

Februar 15, 2019

Ähnlich wie die inspirierenden „Hauptsätze“ des „Oblique Strategies“ Kartenspiels von Brian Eno und Peter Schmidt, lese ich mir immer wieder diese vier Anregungen zum Thema Sound durch (die ich aus Aaron Sterlings Video Masterclass „the Sound of Sterloid Vol.1“ rausgeschrieben habe):

>>You can make music with anything!<<

>>Take inspiration from sounds and then try to make that happen in a drum.<<

>>Mess around, when you find something put it in the memory bank, it’s like a preset on a keyboard.<<

>>Find sounds you like, record them, listen to them and start screwing around.<<

P.S. Am Ende der Episode beschwert sich A.S., das wir Drummer im Gegensatz zu den Keyboardern, keine Presetbänke hätten, die sich durchsteppen und vergleichen lassen – vielleicht sollte ich ihm mal von meiner thedrumsounds Suchmaschine erzählen bzw. vielleicht sollte ich dafür seine Formulierung „Presets for Drummers! als Überschrift verwenden…

presets_for_drummers