Archive for the ‘Rhythmusmacher’ Category

the invitation to literally invent

April 17, 2017

Gary Husband schreibt seinen persönlichen Nachruf zum Tod von Allan Holdsworth im FB auf: >>Yesterday I received the most devastating news of the passing of my spiritual and musical brother Allan Holdsworth. And along with that news came the realisation I had now witnessed the conclusion of the last chapter of probably what will always be known by me as the most significant musical relationship of my life. The journey that began in the later 1970s in a studio in London – a first time ever trial playing situation for us – where time and space seemed to evaporate and give vent to suddenly this otherworldly, uncannily effortless, intense communication and empathy of the nature and height I could have only dreamt possible. I remember wondering afterwards, as we were packing our gear, if we’d ever reach that again or even get to play together once more.
And it did. And we did. And though the albums IOU, Metal Fatigue, Atavachron, Sand, Wardencliffe Tower, Then, Hard Hat Area etc, that serve to document the handful of decades we were able to develop together, I have vivid memories, still, of the experiences of many incredible improvisational musical heights together, in many live settings, of the kind I will not experience the like of again.
With Allan I had the invitation to literally invent. I knew it was totally unique music. Yet strangely it was music I felt – almost as naturally as if it had come through me.
The unique harmony, the unique signature pushes & pulls in tempo, the pauses and the inherent rubato, up alongside all the straighter grooves that all felt so completely natural to me I was mystified at so much of the confused reaction the music provoked in people. I had no idea why it was regarded convoluted, complex or unusual.
So not only was this the most comfortable playing situation for me I also was afforded the luxury to approach and form all drum approaches to the pieces from my own imagination. Occasionally I’d come up with something, and I’d quickly know if it wasn’t an instant success. But mostly it was. And little was said, virtually nothing ever rehearsed, and it just all got recorded that way and performed that way while expanded upon live.
IOU was to essentially document as good as possible version of pieces we had been performing for a good while. But from Unmerry-Go-Round – the wonderful piece where I worked alongside Allan to form the rhythmic structure – it was about an approach to drum composition – how the drums worked conceptually – as much as it was also the playing side of things. This started to really expand particularly on the recordings for the albums Atavachron and Sand.
I would love to elaborate on all these periods. Perhaps in the form of a book sometime. […]<<

Ich höre jetzt noch die Platten durch, deren Überschriften mir am besten gefallen:

Allan Holdsworth „Metal Fatigue“ (1985)

Gong „Gazeuse!“ bzw. „Expresso“ in den USA (1976)

The New Tony Williams Lifetime „Believe It“ (1975)

The New Tony Williams Lifetime „Million Dollar Legs“ Track: „What you do to me“ (1976)

Und Ali Neander schreibt ebenfalls im FB schön dazu:
>>Jetzt beginnt also die Geschichtsschreibung….Leute,hört Euch das nochmal richtig an.Lasst uns diesen Typ feiern,diesen seltsamen Schrat, der anders und unfassbarer war als alle Anderen….und das als Aufforderung verstehen alle etwas eigenartiger, individueller und interessanter zu werden.<<

Allan Holdsworth „Low Level, High Stakes“ (1993)

Messe ’17

April 9, 2017

Meine Musikmesse-Highlights 2017:

Gerry Brown getroffen & gehört zu haben.
Can you dig it“ (1987) war für mich DER Superdrumming Track, die dazugehörig Stockdrehungabteilung seinerzeit nicht von dieser Welt, weil’s vor allem dennoch mächtig gegroovt hat, im Jahr 2000 hatte ich im HATTLER Bus beim Durchstöbern des Kraan Backkatalogs dann auch die „Nachtfahrt“ entdeckt. Jetzt höre ich mich durch die Discogs-Creditliste*, wissend >>The Groove don’t lie!<< und dass das Alter eines Rhythmusmachers eindeutig nicht relevant ist…
– Die ATC Boxenvorführung von (eins a Percussionist) Phil Kullmann
– Das hilfreiche Pflaster, dass ich während des Hattler Trio Gigs auf der Center Stage plötzlich neben meinem Echogerät vorgefunden habe. Tatsächlich hatte ich wieder mal eine blutende Shaker-Stock-Wunde am rechten Zeigefinger (deren Entwicklung sich auf den Messe-Mittwoch, bzw. mein d&p Stand-Gastspiel datieren lässt), was der aufmerksame Stagemanager aber auf der Videoleinwand bemerkte und prompt zur Hilfe eilte!!!

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PS. vielen Dank an Stephan Hänisch/Firma Meinl für die Bereitstellung des schicken Tama Sets, dessen Farbe (Caribbean Blue Fade) mich eine Kreuzung meiner beiden Lieblingssets (das alte Superstar in Aqua Marine und ein frühes Starclassic in Tequila Sunrise) sein könnte.

PPS. Messe = Firmenalarm, also noch ein hashtag Dank an:
#meinl, #tama, #vicfirth, #keinedelay, #sommercable, #ableton

*

social Media

März 17, 2017

Ah, gecheckt! Social Media funktioniert im besten Wortsinn folgendermaßen:

Beim Schreiben des kommenden Artikels meiner drums & percussion Reihe „Oli trifft…“ geht es an einer Stelle um die Erinnerung an das schwarz-weisse Falco-Tourset von Curt Cress. Um das Bild im Kopf aufzufrischen – es ist ja um die 30 Jahre alt – suche ich im Netz nach Fotos, finde auf die Schnelle aber nur was im eigenen Blog, leider nichts zum damaligen Interview im drums & percussion Magazin. Dafür gibt es ein passendes YouTube Video von der 1986er Tour mit dem gewünschten SW-Set. Scharf ist anders…Und es gibt ein weiteres, etwas älteres Video, deutlich schärfer und  schlagzeugelektronisch interessant, das mich zu diesem Beitrag (Linn ’n Concert) animiert, der wiederum in der folgenden FB-Diskussion ein Post des drums & percussion Titels 1/87 hervorruft. Dass mir Mitch Thompson sein Heftexemplar gleich noch in die Post steckt und es sich auch noch um die Jubiläumsausgabe handelt schließt den Kreis – denn „Oli trifft…Matteo Scrimali“ erscheint ebenfalls in der Feier- (und Messe-) Ausgabe!

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PS. als ich das Heft gestern aus dem Briefkasten holte, hatte ich ein schönes Deja Vu. Und jede einzelne Seite kam mir sehr bekannt vor. Neben der C.C. Story ist auch das Interview mit Sly Dunbar ganz groß (und Blog-relevant: >>…so weist sein Drumset heute neben einer akustischen Snare und den (natürlich akustischen Becken) ausschließlich elektronische Instrumente auf. Da zählt ein Simmons SDS V (mit den alten, harten Pads – „die neuen sind mir zu weich“) ebenso zum Kit wie eine gesampelte „ddrum“ Bassdrum oder eine Drummaschine für die Claps.<<)

PPS. ein paar Informationen ordne ich heute ganz anders ein, denn was ich damals vermutlich überlas, beeindruckt mich jetzt dann doch: zum Beispiel die Info das bei der Falco-Tour eine 8-Spurmaschine mit Backingtracks mitlief (und der Orientierungsclick für Curtie aus den Monitoren hämmerte), oder der „Trick 17“ zum Boss Dr. Rhythm Digital DR-220 (was tatsächlich dann etwas später auch mein erster Drumcomputer werden sollte).

drumming melodies without the use of any backing track or loop

März 5, 2017

Finde ich gut, daß Davide Compagnoni (Khompa) meinen Liebelingsfranzosen Duracell mag und auch mal seinen linken Fuß elektroniksteuernd einsetzt. Und so lese ich mir nun gerne den Artikel „Drums trigger Live“ auf der Abletonseite durch.

Check: Zach Danziger, Round Robin, Trigger Tune Max PlugIn (free), sowie Sebastian Arnolds „Senode Graphical Music Sequenzer“:

Tourleben

Februar 28, 2017

Es ist Karneval, also denke ich an Brasilien. Netterweise spielt mir taz mit dem Artikel „Freude am Vögeln, tosende Stürme, wirbelnde Percussion“ die perfekte Reiselektüre/Unterwegsmusik zum Touraufstart zu. Es geht um die künstlerische Tropicálismo Bewegung (1967-72), die vor 50 Jahren in Brasilien ihren Anfang nahm.
Ergo spült mir Youtube José Mauro, Pedro Santos & co in mein ukrainisches Hotelschiff und ich tätige letzte Vorbereitungen (suche zum Beispiel nach einer Touch OSC Alternative zur Smartphone-Fernsteuerung von Logic – vielleicht die Logic App?).
Bis gleich in der „Freedom Hall“ von Kiev.

Der Nachtzug ist der Nightliner Osteuropas. Immer wieder abenteuerlich und irgendwann dann auch schlafen à la Mutterbauch. Beim morgentlichen Blick aus dem Fenster überraschte mich der viele Schnee, auch die Autos in Charkiw tragen noch Spikes – anyway, die Sonne wärmt und es ist ganz klar März.

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Voller Eindrücke höre ich nun das neue Thundercat Album („Drunk„), den FB-Tipp von Hans Nieswandt (Kevin Ayers „Song for Insane Times“),

aber auch Bill Evans über „the Creative Process, Self-Teaching, and Balancing Clarity with Spontaneity in Problem-Solving“ und stolpere dabei über Albert Einsteins Brief an seinen elfjährigen Sohn, in dem er ihm rät: >>Spiel auf dem Klavier vor allem solche Stücke, die dir gefallen, auch wenn der Lehrer sie dir nicht aufträgt. Das ist die Art und Weise am meisten zu lernen, nämlich indem du etwas mit solch einem Vergnügen tust, dass du nicht bemerkst, wie die Zeit vergeht.<<

Das Hotel am Zirkus erinnert mich an viel interessante Sowjet Architektur in Dnipropetrowsk und Marcus erzählt mir bei einem kühlen Borjomi von Freddy Crump, einem >>top-notch artistic show drummer<< anno 1929 (aus dem  „Harlem Mania“ Short):

Mit „Sneakers for free“ bewege ich mich in Richtung Soundcheck.

Die Busfahrt nach Odessa zieht sich 13 Stunden lang. Aber sie führt über die legendäre Staudammmauer („DneproGES“) bei Saporischschja und durch die beeindruckend große Kornkammer.
Hermann zeigt mir die perfekte Reise-App „Wake me here (lite)“, einen ortsbezogenen Wecker, der mich zukünftig fernab von Tourbuch-Schätzungen und Fahrplänen realitätsnah wecken wird.
Und die frühlingshafte Soundflower (Software) hilft mir Audiomaterial aus Rechner intern aufnehmen zu können.

Heute ist Offday, sprich: viel schlafen, spazieren, lauschen…

… und mit Bassmusik durchs Hotelzimmer tanzen!

Es ist Sonntag und wir geben wieder mal ein Konzert in der wunderschönen Philharmonie Odessas. Ich mag die Location, nicht nur wegen dieser paradoxen Anekdote:
>>It is an enduring myth that everyone in the city knows (and continues to promulgate) that since the building was originally designed as a Stock exchange rather than a concert hall it was made to be sound-resistant, rather than sound-conducting, in order to provide more privacy to visitors.<<
Dennoch verhallt Moritz meine Timbale heute nur mit vier (anstatt fünf) Sekunden…

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Hier in Odessa präsentiert jeder zweite, geöffnete Kofferraum eine verheißungsvolle Espressomaschine, ich spaziere zum Meer und fahre Oberleitungsbus, zur transformierten Lenin Statue – die helle Seite der Macht! (28 Stovpova Street).
Und unter der Gedächtnisstütze „die Seidenraupe“ verankere ich die absurd-wie-höchtsmenschliche Filmdoku „Searching for Sugar Man“ (die sich gerade in der Arte Mediathek – am besten ohne Vorwissen – anschauen lässt).

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Foto von Ilya Khmyz aka xmz

Minsk – Hut ab! Danke.

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dem Eric seine Module

Februar 25, 2017

John Eckhardt erzählte mir neulich: Der tolle Trommler Eric Schaefer hat seinen modularen Synthesizer ins Jazz-Kit integriert.
Finde ich spannend!
Lieber Eric, hättest Du dazu ein paar Anspieltipps?

Quercheck in die 70er Jahre: Stu Martin und sein EMS-Synth

RIP, Clyde Stubblefield

Februar 22, 2017

Ich schlage die Breakbeat Bible auf und verliere mich in der Nachwirkung der Psalmen „Funky Drummer“ und „Soul Pride„.

Alles Gute, Herr Stubblefield!

Wonder Kick

Februar 15, 2017

Ich liebe den siebzigerjahre Bassdrumsound von Stevie Wonder: satt – trocken – unprätentiös. Schraube dafür mein Frontfell ab und stülpe dem Beater einen Muffkopf über.

„Living for the City“ führt den Klang perfekt vor

Und sensationeller Weise gibt es auch noch ein Rückblick in die damalige Aufnahmesession.

Und im Artikel Drums In The key Of Stevie Wonder macht sich der Autor gedanken, wie sich dieser Drumsound heute nachmachen lässt.

.no YES

Februar 8, 2017

Bin irgendwie in Norwegen hängengeblieben und entdecke dort die spannenden Rhythmusmacher Jakop Janssønn und Erland Dahlen (mit schicker Video-Bespielung seiner Basstrommel).

Und ich stoße auf die LP Super Heavy Metal Music for Cymbals von Kim Åge Furuhaug, der sich darauf analog zum präparierten Klavier dem Blech annahm.

Da jetzt eine Art Liste toller norwegischer Trommler entstanden ist, dürfen nicht fehlen: Audun KleiveJarle VespestadWetle Holte, Anton Eger, Rune Arnesen, Paal Nilssen-Love und Jon Christensen

mit groovigen Grüßen…Postcards from Everywhere

Februar 4, 2017

Der umtriebige Nate Smith hat gestern auf Bandcamp sein Soloprojekt „Kinfolk – Postcards from Everywhere“ (mit tollen Gästen) veröffentlicht.

Und nach dem schönen Song „Pages“ mit Gretchen Parlato wechsle ich kurzerhand den Kanal, ab zu deren Ehemann Mark Guiliana, der ebenfalls gestern ein neues Trio-Projekt vorstellte – Halo Orbit, unter der Flagge des Mars Volta Bassisten Juan Alderete.

Danke für den Tipp, Fabian!