Archive for the ‘Echodrums’ Category

Ball Pompös

Juni 1, 2022

Wie konnte mir Johnny Controlletti nur als top Echodrums-Beispiel durchrutschen? Einmal den kompletten Groove durchs Slpaback Delay, bitte. Anno 1974 in Deutschland…

Dafür musste ich wohl gestern die Einladung zum Lindenberg Konzert in der Festhalle annehmen, mich von Bertram Engels gnadenlosen Viertel-Hihat-Grooves und seinen so geschmackvollen Fill-Ins begeistern lassen – die sogar meine anschließenden Träume bestimmten (hey, ich als fast Tom-loser Schlagzeuger spiele in der Traumnacht über mindestens drei drei Tom-Toms…) – und heute direkt jenes Deutschrock-Album auflegen, das meine Kindheit vertont hatte, „Ball Pompös„.

böser Blick?

Mai 9, 2022

Habe im folgenden Video ein paar Möglichkeiten zur Verkettung von Echogerät und Whammy-Pedal zusammengestellt:

Laut Online-Übersetzung bedeutet „whammy“ einen bösen Blick, dabei ist der Pitch-Parameter in der Geschichte der elektronischen und programmierten Beats ein kreativer Sonnenschein – weil hochmusikalisch wirksam!

Mai!

Mai 1, 2022

Im taz-Interview („Überfluss nimmt Freiheit“) haut der Zeitwohlstandsforscher Gerrit von Jorck ein paar treffende Sätze raus:
>>In dieser [Überflussgesellschaft] fehlt uns häufig die Zeit, richtig zu konsumieren. Also: Das, was wir erworben haben, auch zu nutzen […]
damit eine Sache Nutzen stiften kann, muss ich Zeit mit ihr verbringen […]
Zunächst einmal müssen wir die Zeit, die wir mit Erwerbsarbeit verbringen oder verbringen müssen, reduzieren. Und wir müssen die Arbeit entdichten, also den Stress und den Druck reduzieren. Dadurch wird Arbeit befriedigender und weniger erschöpfend und die Menschen haben Kapazitäten, ihre Freizeit jenseits des materiellen Konsums zu gestalten, ihre Interessen und Kompetenzen wahrzunehmen.<<

Und so teile ich meine kleine Schatztruhe vom ersten Mai, für die Du lediglich Zeit brauchst.

Darin befindet sich ein neu entdecktes Interview mit meinem Lieblingsdrummer und Lokomotivführer Helge Norbakken.
Überlagerung scheint das Große Thema zu sein. Die Kombination unterschiedlicher Schlagmaterialien, das Schichten verschiedener Klangfarben bzw. das Vergrößern/Verzerren („distortion“) eines Sounds („two sticks in the hand for the impression that there are more players“), die Transformation der Klangfarbe („from tonal to abstract“):

Im zweiten Teil geht’s um die Sabar Familie, den Trommel Sound aus dem Senegal. (Verrückt genau diesen Instrumenten Namen hatte ich noch vorgestern vermisst, als ich Roland Peil von Ndagga Rhythm Force erzählt hatte.)
… Kontraste, Polyphonie, Wellen & „beautiful attacks“… dank gemeinsamer Trommelmusik!

Auch wenn bei Norbakken ein zugemischter Hall als verbindendes Element wunderbar fungiert, feiere ich die herausstechenden Zweiträume des Dub-Vermächtnisses ebenso. Zack, bin ich bei meinem Highlight des nächtlichen Jams in den Mai, die von Michael Rütten aufgelegte Colourbox Scheibe „Baby I Love You So“ (1986).

Schließlich noch Scofields „Blue Matter“ in der Hamburger Fabrik. Harmonien zum (Weiter-) Träumen…
(denn im Sommer desselben Jahres durfte ich der Band in meiner Heimatstadt als Stagehand dienen, Dennis Chambers während des Gigs aus allernächster Nähe beobachten und nach dem Abbau mit Gary Grainger noch Pfannenkuchen verspeisen)

Klatschen auf eins und drei??

April 11, 2022

Wird direkt zum Projekt für die kommende Woche ernannt: ich versuche lässig auf 1 und 3 zu klatschen.
Damit’s nicht nach Bierzelt klingt, verwende ich ganz schön viele Geräte.
OK, das Herzstück – der Amdek Clapper – ist schon etwas älter (quasi 808) und benötigt ein Noisegate gegen das hohe Grundrauschen. Das Whammy Pedal erhöht (bzw. verzerrt) die Eingangslautstärke und transformiert den Sound durch seine Pitch-Wippe in Prince-artige Gefilde.
Schließlich noch etwas Hall und Echo – eh immer musikalisch!

Eventide Blackhole, Whammy Mk II. Amdek Clapper + Alesis Microgate, Boss AB-2

und los…

Geschickt, dass das Whammy Pedal über zwei Ausgänge verfügt. So leite ich den Dry-Output via AB-Box (also. ja/nein) zum JHS Delay, der verstimmte Wet-Output wird noch durch den optionalen Eventide Hall geschickt.

Obrigado

April 8, 2022

Hey, ein lautes danke in Richtung England, genau genommen an Fila Brazillia, deren geschmackvoll zusammengebastelte Attitude (eins a Samples, Funk galore und gerne humorvoll) immer hoch im Kurs stand!
Mitte der Neunzigerjahre fühlte ich mich, als hätte ich mich in einer Jazz-Sackgasse festgefahren. Doch die britische Elektronikabteilung hat mir prompt einen schönen Ausgang gezeigt. Einerseits mit ihren energiegeladenen Jungle-Experimenten, andererseits durch den Downtempo-Gegenpol aus Bristol und Sheffield. Bis heute berausche ich mich am kreativen Output der Bedroom Producer und DJ-Kultur Macher.
Ein früher Meilenstein für meine Weiterentwicklung war Fila Brazillias Album „Black Market Gardening“ aus dem Jahr 1996. Und weil ich mich gestern so über einen tollen Tourbeitrag von Steve Cobby gefreut hatte – er ist einer der beiden Fila Produzenten – wurde heute das Album auf dem Weg zum Proberaum wieder mal genossen. Anschließend im Vibe des Eröffnungs-Tracks „Obrigado“ getrommelt. Sowohl Jazz, als auch Electronics…

Danke sage ich damit aber auch an Mike Marklove, der nicht nur kräftig mitgespendet, sondern mir zudem sein altes Meinl Dragon China Ride überlassen hat. Es wurde (von Chris Kamin kunstvoll repariert) und direkt mit einer neuen Message versehen, so dass es nun für die gute Sache schwingen kann…

Lazy

April 3, 2022

Noch ein kurzer Ausschnitt vom Trio Gig mit Peter Wölpl und Wolfgang Schmid. Spätestens am 28.5 spielen wir wieder zusammen – in der Schorndorfer Manufaktur anlässlich der Gitarrentage. Hurra!

#LuminosW

the Echo Collector

März 31, 2022
  1. eine spezielle digitale Roland Space Echo Version (Bj. 1985?) für den japanischen Markt, die ich so noch nie gesehen/gehört habe: Roland RDE-1800 Digital Echo plus Spring Reverb

2. ganz heute, der neue Wurf von Chase Bliss: Habit, the Echo Collector.
Ein ungeheuer komplexes Effektgerät, mit dennoch ganz klar verheißungsvollen Möglichkeiten, auf die sich zu stürzen auch als Rhythmusmacher Sinn machen könnte… (kompliziertes Pedal, komplizierter Satz). Check the manuals!

Feeding the Machine

März 28, 2022

Unter der Überschrift „Einsamkeit und Hall“ hat mir die aktuelle Ausgabe des Jazz Thing Magazins das neue Album von Moses Boyd („Feeding the Machine“) ans Herz gelegt, ein von Hugh Padgham produziertes Schlagzeug-Saxofon-Synthi-Trio. Gefällt mir gut!

Ebenso inspirierend: das Interview, das Pablo Held mit Maria Schneider geführt hat.
>>Manchen Menschen fällt es schwer, über ihren Schaffensprozess zu sprechen. Einigen ist es unangenehm, weil sie intuitiv gestalten und es nicht analysieren können. Andere fürchten, ihm das Magische zu nehmen und es zu zerstören, wenn sie darüber sprechen. Aber für mich ist das Gegenteil der Fall, denn ich glaube, wenn man analysiert, was man intuitiv tut, und versucht, es zu verstehen, kann das einem helfen, die nächste Stufe der Intuition zu erreichen und sich selbst besser kennenzulernen. Einige wollen aber auch einfach ihre Geheimnisse nicht preisgeben und haben Angst davor, imitiert zu werden. Ich bin allerdings der Meinung, dass das nicht wirklich möglich ist. Zum Beispiel hat niemand besser Bebop gespielt als die ersten Bebop-Spieler/-innen. Nachahmung ist nie wirklich effektiv, also mache ich mir darüber auch keine Sorgen. Jeder muss seinen eigenen Weg finden. Man lernt zwar Dinge von anderen, aber man muss sie auf seine eigene Weise angehen, sonst fühlt sich deine Musik nicht an wie deine eigene. Letztlich müssen wir uns alle dieser Herausforderung stellen, den unbekannten Fragen und dem Herumtasten im Dunkeln.<<

>>Mir etwas auszudenken, das mich wirklich fesselt, fällt mir einfach schwer. Da stellt sich natürlich die Frage: Wie fängt man an? Wie taucht man in diesen Modus ein? Ich muss da immer ans Schwimmen denken. Stell dir vor, du bist an einem See, du bist trocken und warm. Alle anderen sind im Wasser und haben Spaß, du willst aber nicht rein, weil es so kalt ist und du nicht nass werden willst. Wenn du dann
doch reingehst, mag es tatsächlich zu kalt sein. Aber irgendwann macht es „klick“, und du willst gar nicht mehr raus aus dem Wasser. Genauso ist es auch beim Komponieren. Aus irgendeinem Grund sträubt sich bei mir alles davor einzutauchen. Ich weiß nicht, warum. Es gibt einfach diese Hemmung.
Aber wenn ich mich lange genug hinsetze und eine Idee finde, bin ich plötzlich drin, und die Zeit schmilzt dahin. Dann habe ich das Gefühl, dass ich mich in diesem besonderen Raum befinde und es all diese Möglichkeiten gibt, die ich erforschen möchte.<<

Dennis Davis

März 24, 2022

Vor knapp zwei Jahren hatte ich schon mal einen Beitrag zu Drummer Dennis Davis vorbereitet, jetzt – nachdem wir letztes Wochenende mit Bowie Gitarrist Mark Plati ein Live-Set der Berlin Alben „Low“ und „Heroes“ auf die Beine gestellt hatten, passt die Veröffentlichung perfekt:

>>There’s much to love about every drummer who played behind David Bowie. From Mick Woodmansey’s workmanlike chops to slick groove merchants like Andy Newmark and Omar Hakim to Mark Guiliana’s envelope-pushing concepts, all did amazing work with Bowie. It’s a useless exercise to attempt ranking them—though you could make a pretty good argument that of all the drummers to play with Bowie, no one covered as much ground as Dennis Davis. […]
Cue up any Bowie song from that era, and the drumming will blow you away. Two particular highlights among dozens: The smooth transitions into and out of the two-handed 16th-note hi-hat patterns and the halting syncopated fills on Station to Station’s “Stay,” and the “Heroes” deep cut “Blackout,” where Davis twice stops the hard-hitting groove cold to drop in crazy conga-tom-snare combinations.<<
Schreibt der Modern Drummer.

Mir als Echo Drummer fällt diesbezüglich als erstes der spezielle Snaresound auf „Low“ ein: Tony Visconti hatte dem Snaresignal den Effekt des damals brandneuen digitalen Eventide Harmonizers H910 zugemischt. Bei der Aufnahme hörte Dennis Davis den Effekt im Kopfhörer und konnte ihn durch die Anschlagstärke beeinflussen:

Als ich unsere vorzubereitenden Tracks erstmals durchhörte, war ich ehrlich gesagt etwas überrascht, ob der eigenwilligen Arrangements, Endings und auch die spezielle Platzierung von Davis‘ FIll-Ins. Aber hey, beim Proben machte alles nach und nach Sinn.

Vor drei Jahren hatte Davis‘ kleiner Sohn Hikaru ein Video gedreht, in dem er das Erbe seines Vaters erforscht, nachdem Dennis 2016 verstorben war. Im folgenden Video spricht Hikaru mit Tony Visconti über dessen Lieblingsstück mit Davis‘ Schlagzeug- und Percussion-Arbeit.

Zum Abschluss noch ein Video, in dem Mark Guilliana den Bowie Track „Warszawa“ aus dieser Zeit interpretiert…

… sowie die lustige Fußnote, die uns Mark Plati mit dem Vermerk
>>This might be helpful as far as how to perform this piece …<< geschickt hat:

bald wieder Eisdiele

März 11, 2022

Hey, ein dickes Dankeschön an die Drummer Community. Bin stolz auf derart viele spendable, großherzige, mithelfende RhythmusmacherInnen und immer mehr Multiplikatoren der Idee: jetzt hat auch der tolle Dirk Erchinger diverse Schätze aus seinem Archiv geholt und Verkauf für den guten Zweck angeboten. Oh yes!

Es wurde ein Spaghetti-Eis Termin vereinbart, mehrere Postkarten gemalt, viele Kannen voller Samples ausgeschenkt und auf ein schönen Track getrommelt.
Hier ein Outtake der Session, seit langem mal wieder Drum’N Bass. 
(Die Aktion läuft selbstverständlich weiter!)