Archive for the ‘Echodrums’ Category

Pattern Lego: wie sich getrommelte Rhythmusschichten fast verdoppeln lassen

September 14, 2017

dritte hand & Echodrums

Hier ein sehr deutliches Fotodokument von Rainer Golembiewski*, welches beide Konzepte zeigt, wie ich die Rhythmus-Schichten beinahe verdoppeln kann: ich nenne die  Kunstgriffe „die dritte Hand“ (Shaker und Stock in der einen) und „Echodrums“ (Stockarbeit und Effektgerätbedienung mit der anderen Hand).
Im Vergleich zum geschätzten Jan Pfennig wirkt das eher geschummelt, aber hey, auch die Kunst der Illusion gehört zum Portfolio des modernen Live-Trommlers.

*No Lega im Offenbacher afip (12.09.17)

[file under: Pattern Lego]

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Resonator, Pitch Fuzz & Hallspiralen

September 12, 2017

J.P. Bouvet spielt mit Bass-Freund und den Eventide H9 Effekten Resonator und PitchFuzz und schreibt dazu auf Instagram: >>Drewski and I made this uber fat song using Eventide H9 multi-effects pedals. I’ve got two snares, an SPDSX, and kick and snare triggers going through an H9 WITH an expression pedal. No post production. All actual sounds from recording.<<

Ebenfalls in Amerika, experimentiert Lukas Koenig derzeit (u.a.) mit getrommelten Hallspiralen und Donnerblechen

aber auch mit einem Oldschool Sennheiser MD421 als mobilem Effektmikro:

Schwarzlicht und Neonfarben runden in gewohnter Leuchtkraft die visuelle Ebene ab. Nice.

No Lega CD

September 11, 2017

No Lega steht für die Nachnamen von Matthias Akeo Nowak, Martin Lejeune und Valentin Garvie.
Ende 2014 kam die Anfrage, ob nicht Lust hätte, das eher rein akustisch verortete Trio um den argentinischen Trompeter mit Beats und Elektronik zu verstärken.
Wir spielten daraufhin ein paar Konzerte und gingen ins Studio – jetzt ist das erste Album fertig und in einer (auf 200 Stück limitierten) kunstvollen Verpackung als CD zu haben (sowie auch profan digital download-bar).

Das Konzept von No Lega wird gerne mit „Bix Beiderbecke reloaded“ umschrieben. Denn einige Originals des legendären Kornettisten und der Sound der 1920er Jahre waren der Ausgangspunkt, um gleichermaßen einen respektvollen Rückblick auf Wurzeln und Tradition zu erlauben, um aber auch mit allen Freiheiten der Kunst, rücksichtslos zu dekonstruieren und eine Adaption für’s Heute zu schaffen.
Ich habe mich dabei für ein minimales Schlagzeug, färbende Raschelwerkzeuge und ein Echogerät in der Hauptrolle entschieden. Und da ich nicht nur mein Trommelspiel, sondern auch die Trompete ins Tap-Delay schicken kann, gibt es einerseits einen Großraum zur Interaktion, anderseits den perfekten musikalischen Klebstoff für die Bruchstelle von akustischen und verstärkten Signalen.

Nach drei intensiven Release-Konzerten in Darmstadt, Frankfurt und Mainz, schließt sich morgen Abend in Offenbach der Kreis, wenn wir direkt beim Künstler der Tonträgerverpackung (Lutz Jahnke) unser letztes Konzert dieser Rutsche geben werden.
Ein besser betiteltes Venue hätte sich nicht mal erträumen lassen:
Um 20.30h geht’s los, in der „Akademie für interdisziplinäre Prozesse„…

PS. Marion zeichnet’s auf den Punkt:

No Lega in F © Marion Roters

 

 

mit Grüßen aus dem Universum

September 3, 2017

Das waren drei schöne Bartmes Konzerte mit zwei Neuentdeckungen für den Echopark:
1. Wofür ich sonst gerne einen zweiten Snare-Ständer verwende, springt dieses mal mein alter Premierkoffer in einer Doppelrolle ein: als Transportschutz und Elektroniktisch, zumal sich dessen Riemen-Verschluss hervorragend eignet, das Effektbrett „anzuschnallen“.

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2. Bei einem „Einhänder“ Housebeat – also Four-on-the-Floor und Offbeat-Hihat mit der rechten Hand – bin ich auf den Geschmack gekommen, mit der freigewordenen Linken beispielsweise taktweise das Tap-Tempo-Pattern zu variieren (zwischen Achteln und punktierten Achteln). Dabei entstehen spannende Varianten.

Darüberhinaus habe ich auf dem Aussischtsturm des Universum Bremen eine Lichtinstallation entdeckt, die mich stark an James Turrell erinnerte:

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Und ich hatte seit langem mal wieder Zeit und Muse, mich einen ganzen Nachmittag lang ins Hotelbett zu verkriechen und in einem ausgedehnten Steinfest-Hörspiel zu versinken:

>>…diese typische Mittelpunktsfrau, die aus einer Tonne Charme und einer Tonne Intelligenz bestand, aber nie mehr als 60 Kilo wog.<<

Ultratap

August 31, 2017

Ich experimentiere momentan mit dem Ultratap PlugIn von Eventide (gibt es bis zum 5.9. für 49e, danach kostet es 99e) und es ist das erste Rechner-Delay, das sich dank Tap Button via Controller perfekt und latenzfrei tappen lässt. Tatsächlich könnte damit meinen Hardware-Park ersetzen…

Damit sich der Tap-Button des PlugIns fernsteuern ließ, musste ich allerdings erstmal eine Weile forschen. Denn mit der MIDI Learn Funktion von Ableton ging nichts.
Letztlich wurde mir im Userforum gesagt, dass sich dieser Knopf via MIDI CC04 steuern lässt – diese Info steht mittlerweile auch in der überarbeiteten Version 1.1.1 – und durch folgenden Workflow kann ich ihn mit meinem F1 Controller perfekt tappen:

ultratap

In einer zusätzlichen (Dummy) Midispur erkläre ich meinem Programm, dass der MIDI Kanal 13 aus meinem Traktor Kontrol F1, die Audiospur 1 (in der sich das Ultratap Plugin befindet) beeinflussen soll. Jene Taste meines F1, der ich den CC04 Wert zugewiesen habe, ist fortan mein Tap-Tempo-Button (unabhängig von der BPM-Zahl des Ableton Songs).

Nice!

Leider ist das Ultratap ein Boutique-Delay mit einigen ungewöhnlichen Parametern (gut), aber leider ohne den typischen Feedback-Regler (oh nein!).
Diesen Umstand löse ich ganz traditionell, in dem ich das Utratap-Signal einem Auxweg zuweise und so eine Feedback-Schleife bilde und die Anzahl der Echowiederholungen wie gewohnt mit einem Drehregler (der den orangenfarben Send A bewegt) vergrößern kann:

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Apparative Kunst

August 25, 2017

Tilman Baumgärtel erinnert heute in der taz an das Ur-Gadget, >>das erste, tragbare , megahippe Medienmaschinchen der Menschheitsgeschichte<<, das Kaleidoskop, das vor zweihundert Jahren erfunden wurde und im Idealfall den kreativen Antrieb technisch unterstützt.
So erinnert mich dieser Satz sofort ans Trommelspiel mit einem Echoeffekt (wenn ich ihn minimal korrigiere):
>>Das Kaleidoskop Echogerät ist ein zutiefst interaktives Medium: Was es zeigt, entsteht aus einer Zusammenarbeit von Mensch und Apparat, und sein Nutzer ist immer zugleich Konsument und Produzent von Bildern Musik<<

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Die Bilder wurden mit „Make Your Own Kaleidoscope“ erstellt

 

Pad as Stand

Mai 31, 2017

Hey ihr, die ihr auf Meshheads umgestigen seid, oder aus anderen Gründen noch ein altes Gummi-e-Pad rumliegen habt: Die Teile können zweckentfremdet weiterverwertet werden und als stabile, rutschfeste Unterlage zukünftig euer Smartphone, Effektgerät oder Midi-Controller halten. Zudem lässt sich solch ein e-Tischchen ideal im Drumset positionieren!

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Kombizange, Tannenzapfen & angenehm volle Ohren

Mai 11, 2017

Vier Tage Berlin und ich muss erstmal aufstehen und mich sammeln – so ’ne Inspirationslawine hat ordentlich Impact…

1) X-Jazz: ich hörte Prommer und entdeckte Jeannel. Und der Fink-Drummer hat eine interessante Beckenauflage von Keplinger.

2) meine SYN/CUSSION Highlights:
– Katharina Ernst behängt ihren Gong mit Schrauben; sie trommelt beindruckende polyrhythmische Kombinationen.
Martin Brandlmayr spielt fantastisch, auch mit Crotales und Murmeln auf der Snare. Grandios auch sein gehauchter Kickdrumsound, als wäre ein dezenter Bassist zugegen.
Sein Counterpart war der „Automat“, ein vom Computer (und Nicholas Bussmann) gesteuerter, präparierter Flügel. Als nächstes höre ich mir Martins Band Radian an…

– Tannenzapfen (Nadeln und Blech) auf der Basstrommel (bei Lê Quan Ninh).
John McEntire und Sam Prekop, der Wellnessbereich (Meer und Kuchen) des Festivals,
– die DJ-Einsprengsel von Natalia Eskobar, ihre Sets gefallen mir auch sehr.
– Morton J. Olsen hatte eine rotierbare Bassdrum dabei (auch ein präpariertes Vibraphon und drei schicke Drumsynths: Mbase, Kick Lancet und Coron Drum Synthe) – auf der anderen Seite loopte und feedbackte Marta Zapparoli mit diversen Bandmaschinen.

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– auch wenn sie als Duo nicht „miteinander“ überzeugten, bin ich nach wie vor großer Fan von Jan Jelinek und begeistert das mit 73 Jahren noch elegant (Anzug) und frei trommeln kann. Hut ab, Mr. Sven-Åke Johansson!
– Danke Paul Lovens für die Kombizange in der Stocktaschen und den ansteckenden Humor. Der EMS Synthi A ist auch mächtig!

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–  Die >>tanzbaren wie rebellischen DJ-Sets<< von Annika Henderson, waren genau so. Gut.
Ein ausführlicher Bericht SYN/CUSSIO – ein Drumfestival ohne Backbeat wird noch in drums&percussion erscheinen.

3) Schließlich war ich auch noch beim Drumtrainer und bei Teile-Elektronik (für einen weiteren Echo-Feinschliff) – dort empfahl man mir KUF (mit Hendrik Havekost hinterm Set), einfach so.

buoyant

April 17, 2017

Neues Wort gelernt: buoyant heißt beschwingt und beschreibt ganz gut das Halftime Konzept des Reggae: One Drop! Hierzu eine Einführung von Meister Copeland:

Selbstverständlich nicht ohne #echodrums

 

the keinedelay

März 20, 2017

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Ich bin begeistert: das Teil (1) wiegt inklusive Netzteil gerade mal 444g, nicht wesentlich mehr als das passende Buch das ich gerade lese. Und spart mir dank kleinerer Umstrukturierungen/-bauten das Mitschleppen einer weiteren Kiste (eine meiner Playstations zum Feeden & Muten).
Ich sag mal laut DANKE an Greg Sütterlin aka DJ Rampa und sein Team! (Beziehungsweise an Max für die Erstvorstellung)

Starte jetzt einen ersten Annäherungsversuch  – ist ja nach zwei Langzeitbeziehungen (Line6 DL4 und Boss RE-20) und mehrerer dicker Freundschaften (Diamond Memory Lane, Boss DD-7, Eventide TimeFactor) gar nicht so einfach, zumal ein Resüme lauten müsste: jedes Tap-Echogerät ist so anders und eigen, dass seine Schwächen und Stärken im Kontext entdeckt werden müssen.

In einer ersten Runden verbinde ich also zwei verschiedene Kanäle aus dem Computer (Drums und Stimme) mit Teil1 und höre die beiden Ausgänge an einem Mischpult ab. So lässt sich die Umbau-Wunschliste abhaken und etwas herumspielen:
Ich bin von meiner gewohnten Arbeitsweise mit dem Boss RE20 ausgegangen, einem Stereodelay, das ich gerne als zwei getrennte Mono-Einheiten einsetze:  im linken Kanal dubbe ich mein Schlagzeug, im rechten die Leadvocals, ein anderes Instrument oder meinen Rechner. Wichtig ist also, dass das Gerät die beiden Seiten perfekt trennt, so dass ich auch zwei separate Outpus habe, um sowohl Echodrums als auch die „anderen Dubs“ getrennt zum FOH schicken zu können.
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Im Schlagzeugkontext schicke ich mein Snare bzw. das Effektmikro erst durch eine A/B-Box, die ich mit der Ferse des linken Fusses bediene. Die A/B Box fungiert quasi  als Aux-Send On/Off Schalter. Dadurch kann ich entweder kurze Schnippsel Dub-typisch ins Delay jagen und dort verbiegen, oder ich schaffe Loop ähnliche Layer, indem die A/B Box dauerhaft geöffnet ist. Das wollte ich auch weiterhin so handhaben. Andere Signale (wie Instrumente, Vocals, Zuspielungen) werden aber mittels externem „Momentary Button“ mit der linken Hand ins Echogerät geschickt. Dafür hatte ich bisher eine DIY Box, den SS1 Superswitcher oder den Eventide MixingLink.
Im Teil1 sollte nun der MOM Button ausschließlich auf den rechten Eingang Bezug nehmen. Wenn möglich in grün 🙂
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Anstelle des On/Off Schalters, hätte ich lieber einen ONF Taster, mit dem sich der Output des Geräts (momentary, dadurch auch rhythmisch) muten lässt. Als zusätzliche Eselsbrücke am liebsten in der Farbe rot.
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also:
– INPUT L: immer offen
– INPUT R: offen, wenn Kippschalter links / nur durch MOM Taster zu öffnen, wenn Kippschalter rechts
– Drücken des ONF Tasters schaltet den Ausgang vorübergehend stumm (und die alte Delayfahne kommt ggf. wieder, wenn ONF wieder freigegeben wurde)
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Toll! Alles funktioniert nach Plan und das Delay spielt sich ganz selbstverständlich angenehm – vielleicht, weil die Basis das vertraute Boss DD-7 ist?
Macht auf jeden Fall großen Spaß,
– weil der Tap-Button hervorragend funktioniert, nämlich leichtgängig und präzise.
– weil ich durch die farbliche Trennung, auch im Eifer des Gefechts die Übersicht behalten werde.
– weil sich innerhalb der vier „Zahlenbereiche“ (400, 800, 1600, 3200) durch Umschalten Musik mit verschiedenen Subdivisions machen lässt.
– weil sich im FAST-Modus bei vollem Feedback Töne mit dem TIME-Poti durch den Raum schieben lassen als wäre es ein monophoner Synth
– weil weder MUTE- noch MOM-Button knacksen! Auch der MIX-WET-Schieberegler lässt sich zu Jederzeit geräuschlos bewegen.
– weil der LOOP-Modus wortwörtlich einfach funktioniert. Und deswegen bestimmt auch in meinen Gefilden zum Einsatz kommen wird. (Was bisher noch kein externer Looper geschafft hat…)
Interessant sind auch die beiden Klangwelten ANALOG und DIGITAL, die beide heftige Selbstoszillationen vermeiden.

Jetzt schau ich noch dem Greg zu, wie er sein Teil einsetzt…

und zum Wochenstart gibt’s Morgen dann einen ersten gemeinsamen Ausflug in den Proberaum….