Archive for the ‘Echodrums’ Category

best part

Januar 22, 2023

Ich flipp aus: hier in der ARD Mediathek mein toller Opa vor 60 Jahren! Feuer und Flamme für die Musik!

Nicht nur, dass er mir immer besonders nah war und auch meinen nicht-klassischen musikalischen Weg vollkommen respektierte, es gibt ganz schön viele Ähnlichkeiten (optische und inhaltliche). Und spätestens nachdem ich ebenfalls mit dem Bücherschreiben begonnen hatte, dann auch noch an der Musikhochschule gelandet bin, um mit SchulmusikerInnen zu arbeiten, gibt’s auch den offensichtlichen Schulterschluss.

Jedenfalls gehe ich hochmotiviert in den Proberaum, um mich auf die anstehenden Workshops vorzubereiten:
10.-12.02. Drum Weekend Regensburg (mit Richard Spaven, Flo Dauner, Gerwien Eisenhauer und Maxbeatwerk)
22.04. Drummertag Bühl tbc
17.-19.11. Percussion Creativ Teachertage

Mit meinem Großvater im Geiste „dirigiere“ ich dort schon vorhandene Lieblingsmusik. Präziser ausgedrückt, ich strukturiere die Konserve mit manuell gesteuerten Effekten, also durch Stummschaltung, Filterfahrten und der Beschickung von Hall- und Echogerät.
Sprich, ich tauche ein in die Momentmusik des Live-Remixes.
Hier mal Jordan Rakei „Best Part“:

Das auf mono getrimmte Playback wird mittels einer zweifkanaligen DI-Box gesplittet.
Davon führt das eigentlich Playback (das, zu dem ich trommle) erst durch den Erica Synth Filter, dann via Mute-Button Option zum Solton Leslie.
Die beiden anderen Splits werden jeweils über einen Send-Button in den Hallraum (des Avalanche Run Pedals) bzw. ins Echo des EHX Memory Man geschickt.
Zack wird man als passionierter Musikhörer und Drummer auch zum DJ und Remixer!

PS. 1000 Dank an Peter Schindler für den Fund des Filmbeitrags! #bernhardbinkowski

drumming and dubbing the master-output

Januar 18, 2023

Hier mal die Idee mit einem Stereoplayback (Kabukis Track „Medusa“ vom aktuellen Album):

Am Donnerstag eröffnen wir eine neue Saison des „Temporären Elektronischen Salons“.
Diesmal mit Hans Glawischnig (Bass und Looper), Kabuki (Modular Synth) und mir als Drummer und Dub-Mixer.
Ich hatte neulich für ein Werkstattkonzert in der Offenburger Hochschule meine sagenhafte Superswitcher-Box entstaubt und erstmals damit den Master-Output beeinflusst, sprich den Gesamtklang vor seinem Weg zur Anlage gedubbed.
Mittels der „momentary Arcade buttons“ kann ich sowohl die Summe temporär stummschlalten, damit auch rhythmisch unterbrechen, als auch (mittels als „send“ konfiguriertem Knopf) ins Echogerät schicken.
Und genau diesen Ansatz möchte ich nun auch im DTES ausprobieren.
Also: Donnerstag, 19.0.23 ab 20.30h im Frankfurter Ono2 (fällt leider aus, Personalmangel wegen Corona…)

Und der Audio Disease SS1-Superswitcher im Großformat.

Im inneren der Box lässt sich jeder der vier Taster ruckzuck entweder mit Mute- oder Send-Eigenschaft bestimmen, also ob ein anliegendes Signal angeschaltet wird (und somit aus dem Ausgang geschickt wird) oder ob ein durchgeschleiftes Signal ausgedrückt wird.
Leider wird die Box nicht mehr hergestellt. Als Alternative, auch als Tool für weichere Cuts bietet sich das klassische Volume-Pedal an. Mit ihm kann sowohl stumm-gefadet oder eingeblendet werden.

Zu Ehren des kürzlich verstorbenen YMO Drummers Yukihiro Takahashi (Tama Superstar E-Drum Pioneer) sollte ich eigentlich auch noch irgendeinen analogen Drumsynth zum Konzert mitnehmen – mein Coron Drum Synce scheint mir sowohl klanglich passend, als auch Taxi-reisefreundlich.
Ich verlinke die 1980er Budokan Show des Yellow Magic Orchestras, an eine Stelle, bei der ein stattlicher Syndrum-Piuu zu meinen beiden Lieblingstracks („Nice Age“ und „Rydeen“) übereitet:

und noch ein Video seines Duos mit Steve Jansen (bei dem zufällig auch noch mein Fusion-Gitarren-Held Jimi Tunnell mitspielt):

drones and the space between

November 27, 2022

Ich experimentiere zur Zeit mit dem Drone Rainger, einem simplen Oszillator, dessen Tonhöhe sich jedoch sehr angenehm und Bühnentauglich mittels gerastertem Drehpoti anwählen lässt. Als perfektes Partnerpedal finde ich den alten Boss SL-20 Slicer.
Hier zwei Anwendungen, einmal ist der Particle II zwischen Drone und Slicer, einmal das Whammy II:

Per Zufall entdecke ich den australischen Drummer Alexander Flood, der ebenfalls gerne einhändige Beats zockt und mit der freien, linken die Elektronik zu steuern. Beispielsweise Effektgeräte oder, wie in diesem schönen Fall, One-Finger-Chords via Akai MPX16
Sein zweites Solo-Album „The Space Between“ wird direkt hinterhergehört:

der fliegende Teppich

November 24, 2022

Manche Songs haben eine hoch emotionale Wirkung auf mich. Entweder liegt eine nostalgische Verknüpfung zugrunde oder es ist die pure Schönheit der Kunst, die mich offenbar derart trifft, dass mit den Tönen gerne auch mal Tränen in die Augen schießen.

Solche Songs eignen sich hervorragend zur Einstimmung auf besonders schöne Anlässe. Wie zum Beispiel für Levis heutigen Geburtstag!
Also jamme ich mit Nils Landgrens Duo-Version von „Get Here„, das Herz randvoll mit Glücksgefühlen.
Und obwohl mir Liedtexte eigentlich immer verschlossen bleiben, reime ich mir aus den erfassten Brocken einfach was eigenes, stimmiges zusammen. In diesem Fall:
Wenn du mich brauchst, werde ich da sein – immer! – selbst wenn ich mit dem fliegenden (Schlagzeug-) Teppich kommen muss!

Damensattel

November 2, 2022

Es ist gerade mal vier Jahre her, dass wir den 100. Geburtstag des Drumsets gefeiert haben, doch wieder mal baue ich meinen Kram bewußt falsch auf. Diesmal inspiriert vom Damensitz (und angespornt von der kommenden Fokus Drumset Veranstaltung).

Also habe ich links neben der traditionellen Hihat ein elektronisches Kickdrum-Pedal für meinen rechten Fuß positioniert und dann noch eine zweite, präparierte Hihatmaschine für den linken aufgestellt (dort wird mit zwei Meinl Perkussionsinstrumenten, mit Waterfall und Hihat-Tambourin eine Art Snare/Clap-Ersatz getreten). Die Füße laufen ganz natürlich, als wärs ein Spaziergang oder Bodyworkshop-Segment, rechts auf „eins und drei“, links auf „zwei und vier“. Und zack – OK, das Pitch-Echo wirkt zusätzlich stimulierend – können sich die Sticks in den Händen völlig neue Patterns und Aufgaben einfallen lassen.

Das Schlagzeug ist nach wie vor Instrument des Jahres 🙂

mehr als erwartet

Oktober 10, 2022

Aus den Hattler-Fahrtgesprächen mit T:
>>Glück ist mehr als erwartet<<

Erste Belege für diesen Ausspruch:
– „Tarte au citron meringuée“ probiert (einmal in Wangen, einmal aus der Stuttgarter Markthalle): Boa, was für Gaumenfreuden!

– war immer schon an Aufnahmen interessiert, bei denen Keith Jarrett auf einem Fender Rhodes spielt. Mit dem Miles Davis Track „Honky Tonk“, habe ich eine Aufnahme vom Mai 1970 gefunden, bei dem mich aber vor allem das besondere Panorama-Drumset von Billy Cobham fasziniert.
– Als mich Torsten fragte, ob ich jene Jarrett Homerecordings aus dem Jahr 1986 kennen würde (die 2013 unter dem Titel „No End“ bei ECM herauskamen), dachte ich erstmal an Sopransaxofon, asiatische Flöten (siehe „Spirits“ von 1985) und wilde Gesänge.
Hey, weit gefehlt. Dafür erstaunlich (mit Gitarre, Bass und Perkussion!)

Hattler Herbst

Oktober 3, 2022

Einheits-Musik zum Entspannen und Auftanken (Tipp von Betram Engel): Daniel LanoisPlayer Piano

Hey, und dann geht’s Mitte der Woche (vor allem) mit HATTLER weiter!
06.10.2022: HATTLER Ulm, Roxy
07.10.2022: HATTLER Wangen, JazzPoint
08.10.2022: HATTLER Stuttgart, Merlin
11.10.2022: HATTLER Schwäbisch Hall, Hospitalkirche
12.10.2022: HATTLER Glems, Hirsch
13.10.2022: HATTLER Rüsselsheim, Rind
14.10.2022: HATTLER Münster, Hot Jazz Club
15.10.2022: HATTLER Bebra, Lokschuppen
16.10.2022: NETZER Stuttgart, Die Bar
17.10.2022: DTES Frankfurt, Ono2
19.10.2022: HATTLER RO-Iasi
20.10.2022: HATTLER MD-Chisinau
21 10 2022: HATTLER RO-Bukarest
26.10.2022: HATTLER Pforzheim, Osterfeld
27.10.2022: HATTLER Mannheim, Ella & Louis
28.10.2022: HATTLER Idstein, Scheuer
29.10.2022: HATTLER Westhofen, GUT LEBEN am Morstein
02.11.2022: HATTLER Wetzlar, Franzis
03.11.2022: HATTLER Bonn. Harmonie
04.11.2022: HATTLER Leverkusen, Scala
05.11.2022: HATTLER Minden, Jazzclub
06.11.2022: HATTLER Kassel, Theaterstübchen

der manuelle Leslie-Effekt

September 5, 2022

Arthur Dubois zeigt uns im IG den manuellen Leslie-Effekt:
einfach ein dynamische Mikrofon über das ausklingende Instrument schwenken.

Und Silvan Strauss antwortet kreativ:

Siehe passend dazu auch
– den Videoclip von Ulf Stricker, in dem er das Effekt-Mikro als Trommelstock zweckentfremdet
– die Paiste Rotosound Konstruktion, die ich erstmals bei Rene Creemers erlebt hatte (leider nicht mehr im Programm)

rein ins Werk!

Juni 29, 2022

Am Donnerstag, den 30. Juni findet sich das Rubow & Leicht Duo im krass renovierten ono2 ein (ich vergebe direkt mal eine Spielstätten-Design Medaille).
Wir beginnen um 21 Uhr, der Eintritt ist frei (aber ihr dürft gerne für humanitäre Hilfe spenden, vor Ort oder dort).
Falls der Kunsthunger groß und/oder der Tag superheiß sein sollte, empfehle ich für die Anreise einen Zwischenstopp im Portikus-Museum um die Ecke. Denn für die aktuelle Installation von Asad Raza wird das Gebäude mit Mainwassergeflutet. Die taz schreibt unter Überschrift „rein ins Werk“:
>>Durch drei Rohre fällt das Flusswasser in den Ausstellungsraum, sprudelt durch Filter in einen Bachlauf, der am Ende hinabfließt und schließlich wieder aus dem Haus hinausführt, zurück in den Fluss. Man kann hier nicht nur im Wasser waten oder es durch die Hände rinnen lassen (erstaunlich warm temperiert), sondern das gefilterte Flusswasser auch trinken (erstaunlich wohl­schmeckend).<<

Hier noch ein passender Energieschnipsel vom letzten Gig, neulich:

PS. Der Portikus ist bis 19h geöffnet – auch dort ist der Eintritt frei. Und es gibt dort ja nicht nur die Raza Installation zu befühlen, sondern auch den immer wieder schönen Lichtbogen „Light Lab“ von Olafur Eliasson!

PPS. auf der Suche nach einer geeigneten Spendenbox bin ich über Levis alten Sparelefant gestolpert, diesen schicken Sparhelfer aus meinem Geburtsjahr (1972), der über seinen äußerlichen Reiz hinaus auch noch auf den Namen DRUMbo – ein Kofferwort aus Dresdner (Bank) und Dumbo (der Elefant) –
hört.
Der Legende nach wurde er von Luigi Colani designt – aber das stimmt gar nicht…(Bernd Diefenbach war’s).

Vision, Geduld und Technik

Juni 28, 2022

Als Drummer zu den Gigs mit Bahn und Klapprad? Geht! Immer besser.
Ist dazu klimafreundlich und auch immer leicht abenteuerlich.
OK, ein wenig Selbstbeschränkung beim Packen (und der spielerischen Ausrichtung) muss sein, Absprachen im Vorfeld mit dem Veranstalter bzw. den dir gewogenen Endorsement-Partnern ebenfalls –
aber dann steht einer gemütlichen Fahrt (mit Zeit zum Lesen, Hören, Ausruhen) bzw. erfrischendem Fahrtwind im Gesicht, eigentlich nichts mehr im Wege.
Ein Hoch aufs Kwiggle, ein großer Dank an Tama (und Stephan Hänisch) für 25 Jahre voller bester Unterstützung!

So versüßte mir Stefan Zweigs „Schachnovelle„* die Gedanken während der Anreise, auf der Bühne entdeckte ich bei Julian Feuchter – hey, Drumset-Sharing zweier Kapellen auch gut – diesen Ablage-Trick, bei dem eine König & Meyer Ablage einfach ans Standtombein geklemmt wird. Super!

* Die Schachnovelle, die folgendermaßen beginnt:
>>Auf dem großen Passagierdampfer, der um Mitternacht von New York nach Buenos Aires abgehen sollte, herrschte die übliche Geschäftigkeit und Bewegung der letzten Stunde. Gäste vom Land drängten durcheinander, um ihren Freunden das Geleit zu geben, Telegraphenboys mit schiefen Mützen schossen Namen ausrufend durch die Gesellschaftsräume, Koffer und Blumen wurden geschleppt, Kinder liefen neugierig treppauf und treppab, während das Orchester unerschütterlich zur Deck-show spielte.
Ich stand im Gespräch mit einem Bekannten etwas abseits von diesem Getümmel auf dem Promenaden-deck, als neben uns zwei- oder dreimal Blitzlicht scharf aufsprühte – anscheinend war irgendein Prominenter knapp vor der Abfahrt noch rasch von Reportern interviewt und photographiert worden. Mein Freund blickte hin und lächelte. »Sie haben da einen raren Vogel an Bord, den Czentovic.« Und da ich offenbar ein ziemlich verständnisloses Gesicht zu dieser Mitteilung machte, fügte er erklärend bei: » Mirko Czentovic, der Weltschachmeister. Er hat ganz Amerika von Ost nach West mit Turnierspielen abgeklappert und fährt jetzt zu neuen Triumphen nach Argentinien.«<<

Auf der Rückfahrt erfreute mich der Kenny Dope Mini-Edit von „Red Clay“ und von Marcel Römers Playlist, der erstaunliche Trommeltrack „Sangandongo“ aus dem Jahr 1970, u.a. mit Klaus Weiss, Keith Forsey und Udo Lindenberg hinter den Schlagzeugen:

PS. die Überschrift stammt ebenfalls von Stefan Zweig.