Archive for the ‘Echodrums’ Category

Live in Vilnius

April 3, 2020

Heute wird mit „True North“ der erste Track der DePhazz EP „Live in Vilnius“ in den Streaming-Portalen hörbar gemacht – gedacht als Trost für die aktuell ausgefallenen Konzerte.

Doppelt nice,
– weil erster öffentlicher DePhazz Live Release
– weil ich damit (gut nachvollziehbar) drei meiner Dub-Techniken erklären kann:
1. Der Reverbshot auf der Timbale hängt von von meiner Schlagstärke ab. Unser FOH Mann Moritz stellt den Threshold des Gates ein, ab welchem Eingangspegel getrommelte Timbale-Signale in den Hallraum rutschen.

2. Im Jahr 2012 hatte ich – treffenderweise ebenfalls in Vilnius – beschlossen, die Vocal-Dubs unseres Masterminds Pit bei den Auslandreisen zu übernehmen. Anfänglich war das nur Pats Gesangmikrofon. Mittlerweile lasse ich mir die Mono-Summe beider Gesänge vom FOH zurückschicken, so dass auch Karl ins Echogerät geschickt werden kann.
In der Praxis tappe ich die gewünschte Subdivision zu Beginn eines Tracks und drücke für den Echoeffekt auf den grünen Knopf des keine Delay Teil1.
So lange ich den Send-Button gedrückt halte rutschen die Gesänge ins Gerät (zu hören im Breakdown), klopfe ich jedoch rhythmisch auf den Send-Button dann ensteht ein Stottereffekt, als wäre noch ein Slicer im Spiel (zu hören im Schluss).Das Echo-Feedback, (Anzahl der Wiederholungen) wird dem musikalischen Kontext angepasst.

3. Die Boombass ist ein Werkssound aus dem Roland SPD:One Electro

jitsi Echodrums

März 31, 2020

Habe gestern die jitsi meet Videokonferenz App sowohl auf Handy und Computer geöffnet, anschließend ein bisschen getrommelt.
Mit der systembedingten Feedbackschleife lässt sich in der digitalen Echokammer spielen, indem
– das Smartphone um den Rechner herum bewegt wird
– das Mikrofon mal beim einen, mal beim anderen Teilnehmer stumm geschaltet wird

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Klinkenkabel ahoi!

März 29, 2020

Letzter Sonntag im März:
1. Zeitreisen gibt es nicht.
>>Für den Physiker Stephen Hawking war das mit einer Party bewiesen, die er 2009 für Zeitreisende schmiss. Er verschickte Einladungen erst nach der Feier, sodass wirklich nur Personen kommen würden, die rückwärts durch die Zeit reisen können. Aber niemand kam.<< (Sonntaz 28./29.03.20)
2. Die Zeitumstellung hingegen schon. Habe ich nicht gewusst, eben erst bemerkt – ist aber auch überhaupt nicht wichtig zur Zeit.
3. Dafür habe ich das wunderbare Cassette-Tapeloop-Ambient-Refugium von Randall Taylor aka Amulets entdeckt. Von ihm lege ich gleich zwei Arbeiten auf, parallel und ganz bestimmt im Sinne des Komponisten:

Johannes Brechts „Identity“ direkt hinterher.

4. Und jetzt ein wirklich praktischer Corona-Workaround für die langen Klinkenkabel, die nur bei Gigs zum Einsatz kommen.
Auf dem Freiluft-Programmzettel standen gemütlich-lange Skateboard Abfahrten*. Da habe ich mich als Lotse und Schlepplift angeboten (Sportprogramm, wichtig!).
Ergebnis: Beste Laune und garantierter Mindestabstand.
Vielen Dank an Sommercable für die superbe Qualität!!

Dafür musste etwas anderer Sound her. Zumindest in meinem Kopf lief Ed MottaBem Longe„.

Spaghettieis?

März 21, 2020

Habe jetzt im Hauszelt mein Besenkammerstudio reaktiviert, frische Pazifikluft strömt aus dem Rechnerlautsprecher*.
Dort übe ich nun mit der tap-baren 34one Midiclock, mich zu jeglicher Musik on-the-fly synchronisieren zu können.

Ich beginne mit der Acidlab-Bassline, meinem neuen Alexander Pedal (Sky5000) und einem alten Whammy-II. Die Stimmen-Samples kommen aus einem anderen Zimmer, letztlich vom Podcast des Robert Koch Instituts, das vermeintliche Vinylknistern aus der Luft.
Wer den am Ende zumischten Track als erste/r erkennt, bekommt bei Zeiten ein Spaghettieis von mir 🙂

*dieser Tipp kommt aus dem IG Feed vom Rush Hour Store aus Amsterdam

PS. Das gemischtes Eis mit Sahne unter den Effektgeräten ist für mich der EHX Echoflanger von Adrian Belew, schicker kann man seine persönlichen Prestes kaum markieren!

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The Pill

März 18, 2020

Ich lese immer wieder, wie schön & wichtig es ist, in Zeiten der Kreise Kontakt mit seinen Freunden zu halten.
Gesagt, getan – gleich mal mit Markus telefoniert; selbstverständlich über Corona gesprochen, selbstredend auch über Musik. Und dann kam sein Pedal-Tipp „The Pill„, einem eins a Sidechain-Treter:

Der Name des Geräts passt ja zudem gut zur gegenwärtigen Situation, ein einfaches Heilmittel wäre ja wundervoll.
Das reine Musikhören kann aber auch wohltuend sein, selbst wenn es eine „bittere Pille“ ist: Hier lief jedenfalls Meshell Ndegeocellos „Bitter“ Album heute mehrfach im Kreis.

Spring!

März 16, 2020

Durch Selbstisolation in die Selbstoszillation, dann vom Spring Reverb zum Frühling.
Und als schönes Begleitbild nebenbei, ein Foto aus Damien Hirsts Atelier:

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Homeschooling

März 16, 2020

Keine Ferien, dennoch alle zu Hause. Das ist neu und schön, erfordert aber auch Arbeitspläne für uns drei.
Ich denke als allererstes über die Sekundarstufe I nach.
Vielleicht mit Bio und Ernährungslehre starten („gesundes Frühstück“)? Von dort mittels Kurkuma Rhizom direkt in die Kunst: Denn da mein Selbstversuch, der Fleck auf dem linken Daumen, trotz vorbildlichem Händewaschen seit zwei Tagen hält, lassen sich mit Gelbwurtz bestimmt auch schöne Bilder malen.
Anschließend eine Partie Schach anstatt Mathe.
Musik und Englisch werden durch die Text-Transkribtion eines Lieblingssongs mitteinander verknüpft. Der Elbow-Track aus Stuttgart eignet sich als Testballon.

Und da frühlingshaftes Bombenwetter, ab nach draußen, Sport.
Bei uns steht auf dem Zettel:
Konzentrations-Tischtennis (laaaang andauernde Ballwechsel), Oldschool-Parkour (Verstecken) und der EZB Skatepark.

OK, dann zu meinen Aufgaben. Ich beginne mit schönem Knöfchendrehen auf dem neuen Alexander Echo-Hall-Pedal.

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Gefolgt von den notwendigen Überlegungen: zum Beispiel übers zukünftige Geldverdienen. Während Gary Novak seinen Schlitten verkaufen will, schaue ich mich mal im Trommelkeller und in der Effektablage um…

Zum schönen Abschluß möchte ich noch meinen Studierenden, all den Schlagzeuglehrern und Übewilligen verkünden, dass die beiden großen deutschen Video-Lehr-Häuser ihre Archive öffnen und einen Großteil daraus umsonst zur Verfügung stellen werden:
Dirk Erchingers Drumtrainer und Online-Lessons TV von Florian Alexandru-Zorn.

vermittelnde Kontraste

März 11, 2020

Gegensätze gehören zum Grundvokabular der künstlerischen Gestaltung. Wenn ich nun nicht nur mit den extremen Randpositionen arbeiten möchte, sondern diese in abgemilderter Form aufeinander zu bewegen lasse, so entstehen vermittelnde Kontraste – was mir (in den verschiedensten Lebensbereichen) gut gefällt!

In puncto zugemischter Elektronik lässt sich dieser Ansatz durch einen Equalizer ganz gut umsetzen. So ist neben AN und AUS auch ein DAZWISCHEN möglich:

Ich nehme dann gerne einen graphischen EQ (hier einen Boss GE-7 mit Modest Mike’s Mod), da dieser sich zum einen zügig auf den jeweiligen Bühnensound anpassen lässt und man sofort im Blick hat was Sache ist.
Darüberhinaus ist die Tür zum musikalsischen Reglerschieben immer einladend offen 🙂

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Veränderung der Subdivision macht Melodie?

März 10, 2020

Ja, zum Beispiel wenn die rhythmische Unterteilung eines Echogeräts (bei gleichbleibendem Tempo) verdreht wird:

PS. Der Time Bandit ist hier in seinem On-Board-Metronome-Mode und gibt die mittels großem Drehrad eingestellte Geschwindigkeit an die externe Tap-Tempo Buchse des delays weiter – in diesem Fall 112 bpm.

Time Bandit

März 9, 2020

Das Time Bandit Kästchen wird wohl nicht mehr hergestellt – schade, denn es bringt nämlich erstaunlichen Spaß, wenn der Mittelsmann anstelle des angedachten Clicktracks mit einem musikalisch getrommelten (nach außen stummen) Pad-Impuls gefüttert wird und er diesen dann an die externe Tap-Tempo-Buchse eines Delays weitergibt.

Im Verbund mit meinem JHS Panther Cub2 funktioniert der Zeitdieb hervorragend, je nach Fütterung auch speziell:

Nur mein Strymon DIG ist noch launisch, reagiert derzeit nur auf Tempi jenseits der 120 Schläge pro Minute. Was vermutlich/hoffentlich nur am Verbindungskabel liegt;
es wünscht sich – laut Herstellerseite – folgende Strippe:
>>make sure that the switch you use has a normally open, momentary, SPST switch that ties the TIP and RING together to short with the SLEEVE when tapped.<<