Archive for the ‘Echodrums’ Category

Monday Blue

Januar 20, 2020

Ich beginne die Woche mit Sam Gendels „Afro Blue“

und erfreue mich am Brückenecho aus Bern, das der spannende Trommler Julian Satorius auf IG geteilt hat. (Kommt direkt in die Liste der schönsten Hallkammern und Echolandschaften)

Da „A funky Kind of Thing“ fast identisch beginnt und Billy Cobham ebenfalls in der Schweiz wohnt, wird auch er ins Echoboot geholt und über die Aare geschippert.

Ich hingegen träume dank diesem Hinweis noch ein wenig von die Echokanone:
>>Im 19. Jahrhundert wurde das Echo touristisch vermarktet. Dabei halfen sogenannte Echokanonen. Eine solche Kanone stand auch auf der Wengernalp im Berner Oberland. Gegen ein Entgelt von einigen Centimes zündete er Älpler einen «Pfupf». Der Knall erzeugte ein siebenfaches Echo. Zu sehen ist die Echokanone der Wengernalp heute noch im Touristikmuseum der Jungfrau-Region in Unterseen.<<

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Die Namm & der Käsekuchen

Januar 18, 2020

In Amerika treffen sich gerade die Musikalienhändler zur NAMM Show.
Aus der Berichterstattung gefällt mir die Teppichabhebung der reisefreundlichen Tama Metalworks Effect Series, auch die zwei dosierbaren Innendämpfer von Benny Grebs zweiter Signatur-Schnarre, dann noch die Tama Sizzle Drop Clutch, sowie die Nachricht, dass bunte, gestaltete Farbe nun auch auf dem ganzen Becken angekommen ist (wobei hinsichtlich der ästhetischen Ausschöpfung dieser Möglichkeit noch deutlich Spielraum besteht).
Und dann würde ich gerne mal die Knöpfen des Erica Synths Zen Delays drehen, gerne in deren Showroom in Riga…
Auch mal schön, wenn man zum Konsummarkt gar nicht so viel lesen muss. Denn zack, liegt Gedrucktes in der Hand und darin finde ich eine schöne Stelle, die mich in Bezug auf den Käsekuchen direkt an die Kersting Brüder denken lässt, ansonsten die Freude beim Lesen unterstreicht:

>>Sie konnten einander jetzt riechen.
Betje roch nach Seife, Getreide und Zärtlichkeit.
Gerlach roch nach Arbeit, Sonne und Mut.
[…]
Draußen nickte Porcavi Gerlach zu, wie Männer einander zu solchen Gelegenheiten eben zunicken, nahm ein Stück Käsekuchen, biss hinein und sagte mit vollem Munde ein schönes italienischen Wort, wobei Gerlach fand, dass alle italienischen Wörter schön klangen, selbst wenn man sie mit vollem Munde sprach.<<
Thomas Meyer „Rechnung über meine Dukaten“ (Salis, 2014 Seite 118, 120)

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Ziühü hü h üu uuo  o  –   .   .   . . .

Dezember 31, 2019

Mit dem Eulen-Türgriff des Jenaer Volkshaus winke ich dem schwinden Jahr(zehnt) zum Abschied. Bin aber nach der gestrigen euphorischen „de capo“ Premerie (DePhazz & StuebaPhilharmonie) und einer gelungen umgestalteten Bahntoilette äusserst zuversichtlich!

Und tatsächlich entdeckte ich heute noch auf den letzten Metern einige schöne Sachen, Vielversprechendes für 2020.

Zum Beispiel das Sault Kollektiv aus England und dessen Album „5“ (aus der SZ Bestenliste) oder das musikalische Umfeld des Schweizer Schlagzeugers Samuel Rohrer (der gerne auch mal in die Elektronik- und Effektkiste greift), sowie den Instagram Account vom Dub-Trio Trommler Joe Tomino, der ebenfalls als ganz besonderer Echodrummer wirkt. Schließlich dann noch ein von den australischen Roland-Space-Echo-Chef-Reparateuren Shane Fritsch & Doug Ford neu designtes Echo Fix EF-X2 Tape Echo.

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Damit lässt sich auf jeden Fall eine klangliche Alternative zur Silversterrakete erstellen: Feedback bis zum Anschlag, Hall rein und dann den „Motor OFF Switch“ drücken:
Ziühü hü h üu uuo  o  –   .   .   .     .     .

Damit ich nicht zu weit abhebe finde ich auf der Straße zwei eins a Gewichte. Die werden im kommenden Jahr zudem für guten Sound sorgen – in der Kick oder auf der tiefgestimmten Snare, bzw. die gute Laune beim Schlagzeugspielen erhalten, weil sie als Stopper vor den Bassdrumfüßen das leidige Verrutschen der großen Trommel verhindern.

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Ich wage ein kleines Resümee: das Glück liegt teilweise auf der Straße…

wie gemalt

Dezember 19, 2019

Erneut ein Gruß und Kuss aus Vilnius!
Bin bestgelaunt – weil die AirBaltic Reise völlig unkompliziert funktionierte (dank ausgefuchster 8Kg schmaler Handgepäck-Beckentasche, in der ich immerhin vier Meinl Klangebenen unterbringe:14“ Jazz Hihats, 18“ Sand Crash, 18“ Byzance Medium Thin Crash, 20“ Club Ride), weil ein schöner Sonnen-Spaziergang mich am Brutalismus-Sportpalast vorbeiführte und die Googlekarte der „Third Wave Coffee Places“ wieder mal ins leckere Schwarze traf.

Auch im Venue blieb, durch diesen einmaligen Effektisch, die Sowjet-Romantik erhalten. Nicht nur „eine Harfe aus Beton“ (Pat Appleton), sondern auch Stahlblumen als Echoträger…

Und jetzt wo ich wieder daheim und im Freizeitmodus bin, mag ich gerne noch drei Geschenktipps in den Raum stellen:
– Ein Kendama ist 2019 mein Präsent No.1 (Geschicklichkeit, Beruhigung).
– Der Buchtipp Alex Graham „Drumfax 4: A Guide To Electronic Drum Kits (1973-1989) von Markus Einheuser wird überprüft, verbrieft empfehlen kann ich das Pedal Crush Buch. (Herzrasen!)
– selbstgemaltes = immer OK! Und so folge ich dem Aufruf des Galleristen, der ab 23. Januar nicht nur die Bilder von Hellmut Hattler austellen wird, sondern auch drei Ausmalvorlagen in den Ring wirft, die gestaltet und eingeschickt werden können.
Also: Kunst für die Freunde und/oder den Kenner!

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Ich wähle das Motiv „Bassjagd„, hole Stöcke und Levis Wasserfarben raus und trommle ein paar schöne Noten ins Ziel…

Nachtrag: Zusammen mit Levi und Yves wurde jetzt noch das Ausmalbild „Silent Surveyor 2“ zum Loop transformiert.

Dass die Musik zum Titel mittlerweile 20 Jahre auf dem Buckel hat, finde ich leicht krass…

Pedal Crush

Dezember 11, 2019

„Pedal Crush“: hier ist der Titel des äußerst bunten Buches zum Thema „Stompbox Effects For Creative Music Making“ Programm – denn wenn die knapp zweieinhalb Kilo mal aufs Boutique Pedal rauschen, muss bestimmt nachgelötet werden… egal, der Ziegel macht großen Spaß. Bin schon mittendrin in meinem Thema…

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muffig?

Dezember 4, 2019

Nicht nur Effektmacher, sondern auch ’ne Art Mitbewohner.
Doch mein Ibanez GE10 will weiterziehen…

Im Hintergrund läuft dazu das 81er Rockpalast Konzert von Black Uhuru, bei dem Sly Dunbars Drumset gerne durch das ein oder andere analoge Echogerät geschickt wird (und die Effekte angenehm, muffig weich, erklingen, als ob im Equalizer die Höhe herausgezogen wären…)

Gemischtwaren

November 22, 2019

Intro-Fill-In-Classic: The Temptations “Ain’t Too Proud To Beg” (1966), Motown-Vibe dank 6-Stroke-Roll…

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Krass effektierte Glam-Rock(?) Snare im Vers von Scorpions „Rock you like a Hurricane“ (1984). Im Breakdown nach dem Gitarrensolo dann noch mit Rückwärtshall.

PA in der Schlagzeugkabine. Die Schlagzeugspuren der 1982er The Pretenders Produktion wurden direkt beim Aufnehmen mit den elektronischen Rhythmusschichten (mal Linn Drum, mal AMS Delays) „verklebt“ (mal Linn Drum, mal AMS Delays), da diese bewusst über eine PA im Aufnahmeraum zu den Ohren (und Mikrofone) des Schlagzeugers geschickt wurden:
>>once we got the drum sound we’d send stuff back from the control room out through that PA just to pump up the sound in the room. It would either be snare drum or toms, and if he was playing along to a Linn 2 drum machine, which we used a lot as a click, that might also go back out through the PA and become part of the drum sound. The delays that you can hear on the drum sound of ‚My City Was Gone‘ were AMS delays sent through the console and back through the PA, giving a kind of tinny quality — tinny in a good way.<<

>>“The Linn 2 sat beside his drum kit, we’d figure out the tempo for the song, and he’d either play to a click track or some kind of loop that he would make. Then, depending on the loop, with some songs we would actually feed that back through the PA. There’s Linn drum running throughout the song ‚I Hurt You‘ — it was going out through the PA, into the room, and Martin* was playing along to it, so it became part of the song.“
„This whole PA thing was kind of new to me. Chris Thomas and Bill Price had designed it to fill the room with more sound<< (SoundOnSound)

* eben jener Martin Chambers, der mir 1984 vom Cover meines ersten Drums & Percussion Heftchen aus seiner mächtig designten Schlagzeugburg (mit Simmons Pads und geschwungenen Beckenhaltern – all white) entgegenblickte…

Der Fächerbalken. Kannte ich bis heute nicht.
>>In einigen zeitgenössischen Musikstücken werden Ritardandi und Accelerandi durch zusammenlaufende Sekundärbalken notiert, den sogenannten Fächerbalken. Im Falle eines Ritardandos verringert der Spieler die rhythmischen Werte allmählich von schnellen Werten am linken Ende zu langsameren am rechten Ende des Balkens, wie im folgenden Beispiel gezeigt<< (Quelle)

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create diggin‘ + ability to read the crowd + joy = intact dancefloor + hands in the air

November 17, 2019

Mathelernen am Wochenende, mit etwas Hintergrundmusik:
Wissen/Auswahl + Umsicht + Freude = Spannungsbogen & Bewegung
Handwerkliche Fähigkeiten, toll, aber evntuell zweitrangig?

Natasha Diggs

Or:la

Avalon Emerson

Anna Wall

Abschluß-Fill von Peggy Gou

Red Panda Particle

November 16, 2019

In Binkbeats‚ riesiger Effektkiste erstmalig entdeckt, in Scott Amendolas Proberaum wiedergetroffen und trotz ambivalenter Testergebnisse (>>eines der abgefahrensten Effektpedale, außergewöhnlicher Soundgenerator vs. kaum intuitiv bedienbar; sperrig<<) bestellt… jetzt liegen meine Erstkontakte mit dem Red Panda Particle 2 in audiovisueller Form vor. Noch a bisserl wackelig, aber vielversprechend…

zwei schöne Tabubrüche: Hall auf der Kick und keine Bassgitarre

November 13, 2019

Kiss“ mochte ich eigentlich nie richtig… nachspielen schon gar nicht…fühlte sich irgendwie zu oft „cheesy“ an – meine Meinung hat sich aber gerade mit der Anekdote von David Z geändert:

>>As for the lack of bass guitar, we always ran the kick drum through an [AMS] RMX16 and put it on the Reverse 2 setting to extend the tail of the reverb. That served as a kick drum and a bass, and it was a signature sound that we used all the time with Prince. We didn’t need a real bass. And there was no reverb on anything else; just the kick.<<

Wer sich fürs 150ms Hihat-Echo interessiert, lese den ganzen SoundOnSound Artikel.