Archive for the ‘Echodrums’ Category

Echodrums – fun & joy with guitar pedals

Dezember 1, 2020

Es ist an der Zeit, dass ich mich um die englische Übersetzung des „Echodrum“ Buchs kümmere. Denn auf der ganzen Welt finden sich immer wieder coole/unerschrockene/neugierige/visionäre Typen, die ihr Schlagzeug wie ein Gitarrist verkabeln, um es durch verschiedene Effekte zu jagen.
Oh, yeah!! Große Freude!

Der Franzose Arthur Dubois beispielsweise, hat nicht nur ein fantastisches mechanisches Gate für sein geschlossene Resofell seiner Kick am Start, sondern auch ein charmantes Pedalboard mit MXR Carbon Copy, TC Hall of Fame und TC Dark Matter in Reichweite!

Jonny König mit dem legendären EHX Freeze Pedal:

Simon Popp in schicker Effektumgebung!

Und für heute noch Steven, der #basementdrummer, in dessen Arsenal ich zumindest das interessante Montréal Assembly Count to 5 Delay/Sampler Pedal erkenne (welches gerne von meinem Freund und Netzer Gitarristen Markus Birkle mitgenommen wird). Zu einem anderen Video schreibt er den völlig richtigen Satz: drummers should use delay more!

Katzenjammer

November 29, 2020

Von Winterkunst zu Design: meine lieblings Karlssonwilker haben sich mit Katzen – endlich mal Katzen hier! – ablichten lassen.
Was für ein tolles Bandfoto.

Und weil erster erster Advent ist, gibt’s obendrein ein paar Echodrums-Dekosterne (auf einem von Soundgas entkernten Roland Space Echo Gehäuse):

PS. Damit sich der Kreis bzw. Adventskranz formschön schließt zitiere ich aus dem Echodrums Buch: >>Eine Klang-Katze die sich in den eigenen Schwanz beißt und selbst füttert, nennt man auch Spin Echo, ihr Sound-Resultat nur manchmal: Katzenjammer… <<

PPS. Vermutlich, weil ich mich leidenschaftlich viel mit Strom und dem Schlagzeug beschäftige, wurde ich auch dieses Jahr wieder bei den 2020 digitalDrummer Readers‘ Choice Awards in der Kategorie „E-drummer of the Year“ nominiert.

Distanz, Dicke oder Kristallguss

November 22, 2020

Aaron Sterling und das Soundtoys „Crystallizer“ Plug-In, bzw. dessen verstimmende, granulare Rückwertsechos 🙂
Eine Art Eventide H3000 Nachfahre (für momentan 39€).

Apropos Eventide Harmonizer, über den Snare Kunstgriff von Tony Platt habe ich glaube noch nicht geschrieben. Mittels H910 ließ sich die Schnarre tiefer effektieren. Beispielsweise nachzuhören auf AC/DC „Back in Black“ (1980).

Hey, und wenn wir schon wieder mittendrin im Echodrums-Kontext schweben, hier noch eine erhellende Grafik zum Thema Pre-Delay von Friedrich Stoermer:

Nachtrag:
Und nochmals Soundtoys. Diesmal das Little AlterBoy (Formant- & Pitchshifter) PlugIn mit Jonny König hinterm Schlagzeug.

Waitin‘ for the Wind

November 21, 2020

Musik-Geschichten.
Detlef Diederichsen erzählt in der taz spannend über das wieder veröffentlichte „Armitage Road“ Album der südafrikanischen Heshoo Beshoo Group. Nun 50 Jahre alt, mit klarem Beatles Cover-Bezug, aber mit einem Sound, der sich >>in einem eigentümlichen Schwebezustand befindet, zwischen funky und relaxt<<.

Halb so (aber auch ganz schön) alt, das erste Kruder & Dorfmeister Album. Obwohl 1995 fertig gestellt, kam es eben erst heraus. Wolfgang Haffner empfiehlt’s mir hieß, nicht zuletzt wegen der vielen Delays 🙂

Und schließlich noch ein Echo Tipp von Matthias Kehrle. „Waitin‘ For the Wind“ der britischen Spooky Tooth. Der Track ist von 1969. Ob die Delay-Drums von Led Zeppelin (siehe „When the Levee Breaks“ und „Heartbreaker“) inspiriert wurden oder ob die vorangegangene Albumproduktion mit dem Elektroniker Pierre Henry noch dezent nachwirkte? Hätte gerne den damaligen Produzenten Jimmy Miller dazu befragt…

Waiting

November 19, 2020

Via Soviet Visuals entdeckt, das Foto von Dmitry Baltermants. Der Titel passt zur Zeit, der Inhalt zeigt auf jeden Fall schon mal einen schönen Bezug…
Gleichnamige Songtitel gäbe es ja einige passende, ich entscheide mich für ne luftige Hattler Version und stecke sie in die schicke Hülle der Quincy Jones Single „Oh Happy Day“ von 1971.

Und zack, findet sich eine schöne Beschäftigung im Wartezimmer:
Denn der funky Beat kommt von Bernard Purdie und wurde in bester Rudy van Gelder Tradition aufgenommen und fast komplett auf die rechte Seite im Stereopanorama gemischt. Eine Hallraumöffnungen – vermutlich ein EMT Plate Reverb – für wichtige Snare Hits gibt’s obendrein!
In puncto Aufnahmetechnik schreibe ich folgende Erkenntnisse ab und freue mich auf eigene Versuche!

>>Take three or four expensive German mics with a blistering top end boost, put them real close to the instruments, add some extra distortion from a cheap overloading mic preamp through an Army Surplus radio console, put some crappy plate reverb on it, and record. Then, immediately (and for no good reason), redub the master onto a Magnatone tape deck at +6, compress the crap out of it while adding 5 db at 5000 cycles to everything. That’s the Van Gelder sound to me.<< Steve Hoffman

>>In the absence of information from the source, we have to listen. (Radical concept!) My ears suggest to me that Van Gelder has always miked drums using a single overhead condenser mic, probably a large-diaphragm Neumann U 47 or, perhaps, a small-diaphragm KM 54. I don’t hear a separate mic on the kick; the coherence of the sound suggests the use of a single microphone for the drumkit.
The drums aren’t entirely recorded with that one mic, though; one of the hallmarks of a Van Gelder session is lots of leakage—drums into the horn mics, horns in the drum mic. Never enough to create phase problems and comb filtering, but enough to create the marvelous sense of space that marks his recordings—yes, even the early ones in mono. You don’t think a mono recording can have a sense of space? Listen to one made by Van Gelder.<< Paul J. Stamler

Später im Englewood Cliffs Studio (ab 1959) sind es dann eher zwei (als Over- oder Underheads) oder drei Mikrofone (mit zusätzlichem Kick-Mic oder/und Raummikrofon):

Cymbal Reverb

November 16, 2020

Sendung mit der Maus im Heddernheimer Probebunker:
Andreas Neubauer demonstriert, welch gute Figur so ein China Cymbal als Hallraum machen kann.
Das schreit doch nach ReAmping, also der Auspielung und erneueten Aufnahme Deines Drumrecordings (oder Teilen daraus)!

Und weils gut dazu passt. Der britische Drummer Joe Clegg haut gerade kostenlos eine kleine Samplelibrary (DP000 KIK/SNR) mit von Vintage Schätzen effektierten Akustiktrommeln raus.

bitte laut werden!

Oktober 29, 2020

Till Brönners viel geteiltes Wut-Video über die Situation der Veranstaltungs- und Kulturbranche unter Corona fördert zwei spannende Wirtschafts-Komponenten zu Tage: Es geht nicht um eitle Selbstverwirklicher, sondern um eine Branche mit 1,5 Millionen Beschäftigten, einem Wirtschaftszweig mit einem Umsatz von rund 130 Milliarden Euro, der leider ohne ernst zu nehmende Gewerkschaft eine Strukturschwäche aufweist, die durch die jetztige Krise entlarvt wird.

>>Wie kann man einzelnen Konzernen Milliarden in den Vorgarten werfen und der Veranstaltungsbranche Arbeitslosengeld 2 anbieten? Wir Musikkünstler sind weder arbeitslos, noch hatten wir vor Corona ein Nachfrageproblem.<<

Sprich wir sollten zusammen laut werden oder vielleicht gar mal für eine ganze Weile komplett verstummen (eine Art kultureller Generalstreik). Wichtig ist dabei das ZUSAMMEN!

best diagram in a synth manual, ever

Oktober 29, 2020

Ich habe die taz-Serie „Die wirrsten Grafiken der Welt“ von Gerhard Henschel (2000 bis 2004) immer sehr genossen, heimlich davon geträumt, dort selbst mal gefeatured zu werden (das erklärt auch meine vielfältigen Equipment-Kritzeleien und die Freude an illustrierten Bedienungsanleitungen).

Das oben verlinkte Bild ist nicht nur formschön, sondern demonstriert die Einfachheit der Gleichung „Schlagzeug + Strom“ bzw. die Grundausstattung Steckdose, Musikmaschine und Verstärker.
Und auch mit dem Ampeg Kühlschrank hinterm Simmons-SDS wurde alles richtig gemacht – viel Bass und reduzierter Hi-Freq-Wahnsinn.

archaische Version einer Loopstation

Oktober 26, 2020

Durch Hainbach entdeckt, die Casio EG-5 Gitarre mit eingebautem Kassettenrekorder. Dank des Built-In Speaker ist dieses schmucke Teil darüberhinaus auch ein Effektgerät:

Zum Einschlafen werde ich heute Nacht ein Drumset mit ähnlichen Pluspunkten gedanklich gestalten.

Panorama Drums

Oktober 21, 2020

Lisa Bodenseh hat eine spannende Mix-Frage zum Thema Drumset-Panorama in den Raum gestellt, so dass ich jetzt darüber laut tippe.

Als erstes kommt mir mein ewiges Drehen des Kopfhöres in den Sinn, das Vertauschen der Muscheln, auf dass ich den Schlagzeug-Sound räumlich so wahrnehmen kann, als säße ich dahinter. Denn in der Regel werden die Drums so im Stereopanorama verteilt, als würde ein Konzertbesucher aufs Musikgeschehen blicken: Kick in der Mitte, die Hihat rechts davon, Ride-Becken und Floortom auf der linken Seite. (1. Frage: wie wurden beispielsweise die Deep Purple Trommeln des Linkshänders Ian Paice in Szene gesetzt, wurde nach Regelstandard gemischt oder für Fan und Insider die Seiten vertauscht?)

Die Technik der Sterefonie ist selbstverständlich die notwendige Seite der Medallie, doch erst die massenhafte Verfügbarkeit spezieller Abspielgeräte ist der Schlüssel zur Verbreitung der Idee. Für den zeitlichen Überblick hilft Wikipedia: >>Die ersten Schallplatten mit Stereo-Aufnahmen in Deutschland waren seit 1958 erhältlich. 1964 begann die Rundfunk-Übertragung mit Stereo-Ton auf FM/UKW, Anfang der 80er Jahre bekamen Fernsehsendungen auch Stereo-Ton.<<
Somit ist es nicht verwunderlich, dass sich der Stereomarkt zunächst auf Testschallplatten (Teaser), Jazz (Experimente) und Klassik (Establishment) beschränkte und dass für einen ganz schön langen Zeitraum nicht nur monokompatible Mischungen produziert wurden, sondern parallel auch Tonträger im Mono und Stereo-Format erhältlich waren.
Im klassischen Sektor wollte man auf jeden Fall das Konzerterlebnis so natürlich wie möglich abbilden, der typische 1960er Jazz Mix interessierte sich hingegen überhaupt nicht für ein realistisches Stereobild, sondern nahm das Upgrade von einem auf zwei (trennbare) Audiokanäle als Steilvorlage für eine krasse Instrumenten Verteilung.
Hey hey, Rudy van Gelder!

Ich spiele mal „All the things you are“ vom Meilenstein „Sonny meets Hawk!“ (1963) ab. Und erinnere mich an unseren ersten Netzer Steady Gig in der Stuttgarter „Bar“, einem sehr schmalen, schlauchähnlichen Club im Stuttgarter Westen. Wenn wir nicht spielten, legte der damalige Betreiber als leidenschaftlicher Jazzfan gerne jene stark gepannten Blue Note Platten auf. Leider standen die Lautsprecherboxen der Stereoanlage an den äussersten Enden der ewig langen Theke. Und so hörte ein Teil der Besucherschaft hauptsächlich Bass und Schlagzeug, der andere eher das Klavier oder Saxophon… (der Jazz-Student fühlt sich vermutlich an die Aebersold-Play-Alongs erinnert)


Mono ist jedenfalls nach wie vor eine klare Aussage und gesichert „phat“.
Ich denke zunächst an Tracks, die für den Dancefloor gemischt wurden (check out Double Mono) bzw. an ältere Club-PAs, in denen vier Mono-Boxen die Tanzfläche umkreisten, dann an die Beatles in Mono.
>>[Alle Alben bis auf „Abbey Road“ und „Let It Be“] waren im Original von Martin und den Musikern im sorgfältigen Monomix vollendet worden. Erst danach durften sich irgendwelche Techniker der Stereofassung widmen. „Sgt. Pepper‘s Lonely Hearts Club Band“ benötigte drei Wochen, um in Mono so zu klingen, wie die Urheber es wünschten. Nach drei Tagen konnte es in Stereo gepresst werden. Es war ihnen egal.<< (Michael Pilz, 2014)

Googelt man heute nach Panorama Vorschlägen, dann liegen dort in der Regel Bass, Bassdrum (meist auch die Snare) und der Gesang im Zentrum.
Jetzt denke ich sofort an den typischen Klaus Scharff Livesound, bei dem Drums & Vocals nicht nur mittig, sondern auch in puncto Lautstärke dominierten. Die restlichen Klanginformationen als Garnitur…
Ich selbst baue mein Drumkit ohnehin schon sehr mono-kompatibel auf (die vier Teile werden im Club nur von Kick-Mic und SM-58 Overhead übertragen, das kleine Schwarze an der Snare dient nur den Echo-Konzepten), liebe für Schlagzeugaufnahmen tatsächlich auch das „1 Mikro Konzept“ (vor allem wenn das Neumann U47fet dafür verwendet wird) und „bounce“ tapfer all meine Drumsamples einkanalig.

Letztlich entscheiden – wie immer – Deine Ohren! Richtig ist, was Dir gefällt (und nach Drücken der Monotaste nicht völlig zusammensackt)…

Noch zwei gute Punkte vom SOS Magazin:
>>When you hear a drum kit from any typical (or safe!) listening distance, it actually presents very little stereo width at all. Certainly, in any unamplified concert scenario all parts of the kit will effectively appear to be coming from the same location. This weakens the argument for any obvious stereo panning of drum components on grounds of acoustic realism.<<

>>If you’re mixing a track to accompany visuals, then the argument for matching the on-screen drum positioning (ie. usually audience perspective) at the mix may be stronger.<<