Archive for the ‘Fill-In’ Category

Gemischtwaren

November 22, 2019

Intro-Fill-In-Classic: The Temptations “Ain’t Too Proud To Beg” (1966), Motown-Vibe dank 6-Stroke-Roll…

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Krass effektierte Glam-Rock(?) Snare im Vers von Scorpions „Rock you like a Hurricane“ (1984). Im Breakdown nach dem Gitarrensolo dann noch mit Rückwärtshall.

PA in der Schlagzeugkabine. Die Schlagzeugspuren der 1982er The Pretenders Produktion wurden direkt beim Aufnehmen mit den elektronischen Rhythmusschichten (mal Linn Drum, mal AMS Delays) „verklebt“ (mal Linn Drum, mal AMS Delays), da diese bewusst über eine PA im Aufnahmeraum zu den Ohren (und Mikrofone) des Schlagzeugers geschickt wurden:
>>once we got the drum sound we’d send stuff back from the control room out through that PA just to pump up the sound in the room. It would either be snare drum or toms, and if he was playing along to a Linn 2 drum machine, which we used a lot as a click, that might also go back out through the PA and become part of the drum sound. The delays that you can hear on the drum sound of ‚My City Was Gone‘ were AMS delays sent through the console and back through the PA, giving a kind of tinny quality — tinny in a good way.<<

>>“The Linn 2 sat beside his drum kit, we’d figure out the tempo for the song, and he’d either play to a click track or some kind of loop that he would make. Then, depending on the loop, with some songs we would actually feed that back through the PA. There’s Linn drum running throughout the song ‚I Hurt You‘ — it was going out through the PA, into the room, and Martin* was playing along to it, so it became part of the song.“
„This whole PA thing was kind of new to me. Chris Thomas and Bill Price had designed it to fill the room with more sound<< (SoundOnSound)

* eben jener Martin Chambers, der mir 1984 vom Cover meines ersten Drums & Percussion Heftchen aus seiner mächtig designten Schlagzeugburg (mit Simmons Pads und geschwungenen Beckenhaltern – all white) entgegenblickte…

Der Fächerbalken. Kannte ich bis heute nicht.
>>In einigen zeitgenössischen Musikstücken werden Ritardandi und Accelerandi durch zusammenlaufende Sekundärbalken notiert, den sogenannten Fächerbalken. Im Falle eines Ritardandos verringert der Spieler die rhythmischen Werte allmählich von schnellen Werten am linken Ende zu langsameren am rechten Ende des Balkens, wie im folgenden Beispiel gezeigt<< (Quelle)

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der Augenblick ist die Grenze

Januar 22, 2019

>>In Indien, in einem Hospiz, habe ich einen Tanz zwischen Leben und Tod erlebt, der mich aufgeweckt hat. Ich wollte meine Grenzen austesten und habe fest gestellt: Es gibt gar keine Grenzen! Der Moment, der Augenblick ist die Grenze, sonst nichts.<<
Die Fado Sängerin Carminho in der taz vom 22.01.19

Dann schreibe ich mal das epic drum fill von Michael Bland auf (Prince „Diamond & Pearls“, 1991)

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Signature Fill-Ins

November 22, 2018

Ein schönes kurzes Lehrvideo, mit dem sich mehrere Sachverhalten erklären lassen:
Beispielsweise Zach Danzigers Ansatz, auch mal Fill-Ins mit vollem Risiko und von der Titelgeschwindigkeit entkoppelt rauszubolzen, nur mittels Ohr bzw. gefühlter Übersicht auf der passenden „eins“ zu landen – er visualisiert diese Spielart mit einer Ladung Büchern die durchs Treppenhaus kullern* – ich habe sie mit dem Bild „umfallendes Bücherregal“ abgespeichert.

Aber auch die lehrreiche Beschäftigung, Licks und Fills der Helden zu kopieren und im persönlichen Stil darzubieten! In diesem Fall Phil Collins‚ Monster Fill aus „In the Air tonight“:

In diesem Sinne bastel ich auch gleich eine neue Karte fürs „moderne Schlagzeugquartett“ mit dem Titel Signature Fill-Ins:

SignatureFills

*aus dem Modern Drummer Interview 3/2018

MD: >>…you often play fills that are uniquely out of time. […] It’s not displacement or against the groove; the fills are off straight time, yet you always land on 1. What is that?Zach: That began at the 55 Bar in New York. The acoustics are pretty harsh, which tends to make me play unrelaxed. With Leni Stern at the 55 once, I played a fill that I intended to be smooth and even, but it came out sounding jagged. For the rest of the gig, I decided to play fills more like how Elvin Jones or Jack DeJohnette might phrase a set of fours. It felt a little out of place to take that approach in a straight-8th musical setting, distorting the placement of the subdivisions but trying to come down exactly on the 1, but at least I didn’t have to worry about being letter perfect with the inner workings of the fill.
I realized this could be a concept to expand on, and I’ve stuck with it. I hear the bigger pulse of time—say, quarter notes, but what goes into those quarter notes is similar to the sound of dropping sticks on the floor, or books falling down a staircase. The notes are landing both on and off traditional subdivisions, but I still hear quarter notes in my head, or mark quarter notes with my hi-hat foot to hold it together.
[…] I suppose that if you analyzed it, it might look like some convoluted polyrhythmic groupings, but I don’t think of it like that at all. I’m just stretching the time with a bigger pulse as the framework.<<

if you can say it, you can play it!

Oktober 17, 2017

Onomatopoesie, Linda!

coming out to fill in

November 13, 2016

Eine schöne Reihe geschmackvoller Tony Thompson Fills gibt es in den ersten 24 Takten von Diana Ross‘ „I’m coming Out“ (1980) zu hören. Eine Transkription findest Du hier.

lassigue!

Juni 5, 2012

Der perfekte Song zur Heimkehr in den Schoß der Familie nach knapp dreiwöchiger RUS/UA-Tour: „Be Near Me“ in der Version von Lassigue Bendthaus (Rhythm: Akai MPC3000, Datadump noises, fills, breaks: Akai S3200)

Leere = Luxus

Juni 1, 2012

Höre „13“, einen Hörspielkrimi von Heinrich Steinfest mit toller Klanguntermalung – eigentlich hauptsächlich: Beats und Echo – von Martin Gretschmann aka Console.

Wie abgesprochen ergänzt die siebte Minute mein Lieblingskapitel des kurz zuvor gelesenen „größeren Teils der Welt“. Beides mal geht es um den Kunstgriff der Stille. Jennifer Egan umkreist „Die besten Pausen der Rockgeschichte“ und Steinfest lässt Cheng sprechen: >>Leere mag ja im Universum in Hülle und Fülle vorhanden sein, aber in unserem Leben ist es der wahre Luxus.<<

Ein Fill-In, ein Einwurf?

Mai 18, 2012

… dachte ich mir bei diesen Zeilen von Axel Hacke (SZ Magazin 20/2012):

>>auch gefiele es mir, gäbe es ab und zu mal Einwurf, also: Plötzlich ein Pfiff [Fill-In] alle bleiben stehen, überall, das Leben macht Pause, man hat Gelegenheit, eine neue Position zu suchen [Instrumententausch?], sich besser aufzustellen. [die Bassdrum zu bringen – drop the kick!, ins Solo zu wechseln, mit hartem Cut, den nächsten Titel darbieten, oder, oder…]<<

censored beep

August 8, 2010

Habe für mich gerade beschlossen: der sehr amerikanische Zensur-Pieps ist eine Sonderform des Stilmittels „Mute“ und wird alsbald auf ein Pad gelegt werden! >>Beep<<

Pssst!

Juni 24, 2009

STILLE – RUHE – PAUSE – LOCH

ist ein spannender musikalischer Paramenter, der gleichermaßen vom ausführenden Künstler wie vom Publikum geformt werden kann. Joachim Kaiser spricht seine Gedanken in Bezug auf die klassische Musik aus, ich erkläre die zwei unterschiedlichen Stille-Arten bei einem produktionstechnischen MUTE und zitiere aus den „e-Beats am Drumset“ (Seite ?)

>>“Mute“ ist das Stummschalten eines einzelnen Instruments oder des kompletten Grooves zu einer bestimmten Zählzeit für eine bestimmte Anzahl von Schlägen. In der Studiopraxis verwendet man dafür den Mute-Schalter am Kanalzug des Mischpults [der DJ machts mit seinem Volume-Fader, und auskomponierte „Lücken“ sind mittlerweile nichts aussergewöhnliches]. Dabei muss man zwei verschiedene Kunstgriffe unterscheiden:

1. Ein Kanal oder eine Instrumentengruppe wird stummgeschalten, die dazugehörigen Effekte jedoch nicht. Diese klingen noch in das erzeugte „Loch“ hinein. Das bedeuted für die dich in der praktischen Umsetzung, du hörst an der betreffenden Stelle auf, den Groove oder ein bestimmtes Instrument zu spielen und die zuletzt gespielten Instrumente klingen natürlich aus.

2. Die Spur wird mit allen Effekten gemuted. Sämtlicher natürlicher und künstlicher Nachklang wird abgeschnitten. Die Stummschaltung hinterlässt eine völlige, sehr unnatürliche Stille. Für dieses Klischee stoppst du die Hi Hat oder das Becken per Hand ab oder dämpfst eine nachklingende Trommel durch Auflegen deiner Hand.

Das „muten“ hat sich als wichtige Technik etabliert, um programmierte Grooves abwechslungsreicher und lebendiger zu gestalten. Vor allem im Hip Hop werden texlich wichtige Aussagen durch ein „Rhythmus-Loch“ hervorgehoben.<<

psst