Archive for the ‘Freeware’ Category

Perfect Balance, Einstein & Coltrane

April 12, 2017

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Derartige Koinzidenzen gefallen mir ja sehr gut, auch wenn ich sie wie in diesem Fall nicht einmal nachvollziehen kann: Nämlich, dass der Coltrane-Circle (ein vom Meister gemaltes Bildgeschenk für Yusef Lateef, welches seinen personalisierten Quintenzirkel darstellt) dem gleichen geometrischen Prinzip folgt, das Albert Einstein zu seiner Quantentheorie motivierte.
Dazu verlinke auch gerne den Artikel „The Secret Link Between Jazz and Physics: How Einstein & Coltrane Shared Improvisation and Intuition in Common“ und verweise auf Stephon Alexander, der in beiden Welten zuhause ist, in der theoretischen Physik und im Jazz.

Steige selbst aber aus bzw. um und widme mich der etwas einfacher gehaltenen Überschrift „Rhythmus & Geometrie„. Da fällt mir gleich als erste Querverbindung die Vorlesung von Gerhard Kühne zum Thema „Groove based Design“ ein und dann versinke ich in der Freeware XronoMorph, die geometrische Formen in Rhythmus übersetzt. Etwas genauer:
>>Each rhythmic layer is visualized as a polygon inscribed in a circle, and each polygon can be constructed according to two different mathematical principles: perfect balance and well-formedness (aka MOS). These principles generalize polyrhythms, additive, and Euclidean rhythms. Furthermore, rhythms can be smoothly morphed between, and irrational rhythms with no regular pulse can also be easily constructed.<<

Tourleben

Februar 28, 2017

Es ist Karneval, also denke ich an Brasilien. Netterweise spielt mir taz mit dem Artikel „Freude am Vögeln, tosende Stürme, wirbelnde Percussion“ die perfekte Reiselektüre/Unterwegsmusik zum Touraufstart zu. Es geht um die künstlerische Tropicálismo Bewegung (1967-72), die vor 50 Jahren in Brasilien ihren Anfang nahm.
Ergo spült mir Youtube José Mauro, Pedro Santos & co in mein ukrainisches Hotelschiff und ich tätige letzte Vorbereitungen (suche zum Beispiel nach einer Touch OSC Alternative zur Smartphone-Fernsteuerung von Logic – vielleicht die Logic App?).
Bis gleich in der „Freedom Hall“ von Kiev.

Der Nachtzug ist der Nightliner Osteuropas. Immer wieder abenteuerlich und irgendwann dann auch schlafen à la Mutterbauch. Beim morgentlichen Blick aus dem Fenster überraschte mich der viele Schnee, auch die Autos in Charkiw tragen noch Spikes – anyway, die Sonne wärmt und es ist ganz klar März.

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Voller Eindrücke höre ich nun das neue Thundercat Album („Drunk„), den FB-Tipp von Hans Nieswandt (Kevin Ayers „Song for Insane Times“),

aber auch Bill Evans über „the Creative Process, Self-Teaching, and Balancing Clarity with Spontaneity in Problem-Solving“ und stolpere dabei über Albert Einsteins Brief an seinen elfjährigen Sohn, in dem er ihm rät: >>Spiel auf dem Klavier vor allem solche Stücke, die dir gefallen, auch wenn der Lehrer sie dir nicht aufträgt. Das ist die Art und Weise am meisten zu lernen, nämlich indem du etwas mit solch einem Vergnügen tust, dass du nicht bemerkst, wie die Zeit vergeht.<<

Das Hotel am Zirkus erinnert mich an viel interessante Sowjet Architektur in Dnipropetrowsk und Marcus erzählt mir bei einem kühlen Borjomi von Freddy Crump, einem >>top-notch artistic show drummer<< anno 1929 (aus dem  „Harlem Mania“ Short):

Mit „Sneakers for free“ bewege ich mich in Richtung Soundcheck.

Die Busfahrt nach Odessa zieht sich 13 Stunden lang. Aber sie führt über die legendäre Staudammmauer („DneproGES“) bei Saporischschja und durch die beeindruckend große Kornkammer.
Hermann zeigt mir die perfekte Reise-App „Wake me here (lite)“, einen ortsbezogenen Wecker, der mich zukünftig fernab von Tourbuch-Schätzungen und Fahrplänen realitätsnah wecken wird.
Und die frühlingshafte Soundflower (Software) hilft mir Audiomaterial aus Rechner intern aufnehmen zu können.

Heute ist Offday, sprich: viel schlafen, spazieren, lauschen…

… und mit Bassmusik durchs Hotelzimmer tanzen!

Es ist Sonntag und wir geben wieder mal ein Konzert in der wunderschönen Philharmonie Odessas. Ich mag die Location, nicht nur wegen dieser paradoxen Anekdote:
>>It is an enduring myth that everyone in the city knows (and continues to promulgate) that since the building was originally designed as a Stock exchange rather than a concert hall it was made to be sound-resistant, rather than sound-conducting, in order to provide more privacy to visitors.<<
Dennoch verhallt Moritz meine Timbale heute nur mit vier (anstatt fünf) Sekunden…

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Hier in Odessa präsentiert jeder zweite, geöffnete Kofferraum eine verheißungsvolle Espressomaschine, ich spaziere zum Meer und fahre Oberleitungsbus, zur transformierten Lenin Statue – die helle Seite der Macht! (28 Stovpova Street).
Und unter der Gedächtnisstütze „die Seidenraupe“ verankere ich die absurd-wie-höchtsmenschliche Filmdoku „Searching for Sugar Man“ (die sich gerade in der Arte Mediathek – am besten ohne Vorwissen – anschauen lässt).

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Foto von Ilya Khmyz aka xmz

Minsk – Hut ab! Danke.

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von Mash Up zu Mashed Potatoes

November 18, 2016

Ich mag alle drei Zutaten: Daft Punk, Beastie Boys und die Bastard-Pop-Idee. Und so höre ich zum Kartoffelschälen Coins‘ „Daft Science“ (free) Album.

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Da die acht Tracks nicht lang genug spielen, lege ich zum Salatwaschen „Feriengeschichte vom Franz“ (gelesen von Christine Nöstlinger) auf.
Hurra, endlich wieder zu Hause!

TheDrumSounds.de

November 12, 2016

»The Drum s/Sounds« ist meine persönliche Klangbibliothek, eine über die Jahre gewachsene Sammlung von Soundalternativen für das traditionelle Schlagwerk.
Sie befindet sich mittlerweile umsonst und frei zugänglich als Suchmaschine im Netz und bietet unterschiedlichste Klangvorbilder und Klischées, wie sie durch das Präparieren des akustischen Instrumentariums, durch Abschauen bei anderen Kollegen, durch Stimmkonzepte, oder durch den kreativen Einsatz alternativer Schlagmaterialien und Elektronik entstanden sind und sich dank einer kurzen Anleitung easy umsetzen lassen.

Analog zum Musikproduzenten, der den aufgenommenen Schlagzeugklang mit Mischpult, Dynamikprozessoren und Effektgeräten formt, der die Klänge eines programmierten Beats dank Alternativen aus seinem Archiv einfach austauschen kann, dient  meine Suchmaschine der variantenreichen Gestaltung eines Rhythmuspatterns.

Damit lässt sich jeglicher Groove neu orchestrieren – im übertragenen Sinne mit anderen ›Samples‹ bestücken – wobei der Flow und das eigentliche Pattern erhalten bleiben.

Probier dich durch und schicke Anmerkungen oder Eigenkreationen rüber.

PS. Im aktuellen Heft des „drums&percussion“ Magazins (Ausgabe 6/2016) findest du einen erläuternden Workshop auf Seite 80.

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Abletondrummers Max Patches

November 3, 2016

Hört sich nach einem guten „freeware“ Helferlein an, mit dem sich (aus dem Edrum-Modul) ankommende MIDI-Noten schnell im Drumrack oder Impulse zuordnen lassen.

Die Downloadlinks für Drumracktuner und Impulsetuner, sowie die Heimseite von Tobi „Abletondrummer„.

Wunder

Oktober 10, 2016

>>Wunder sind etwas Schönes, dachte er. Es gibt so viele schreckliche Dinge um uns, für die uns jedes Verständnis fehlt. Wunder sind die herrlichen Dinge, für die uns jedes Verständnis fehlt. Wunder sind der Gegenschlag. Wunder sind der Konter. Wunder sind das Aufbegehren gegen die Hoffnungslosigkeit, und vielleicht sind sie sogar ihre Bezwinger.<<

Schön ist das da. Ich nehme es mit und gehe. Wofür wir leben? Für Liebe, Schönheit und Wunder. Ich kenne alles davon. Also schaffe ich es.<<
Thomas Glavinic „Der Jonas-Komplex“ (Seite 433, 432)

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PS: auch schön und befreiend: Luksan Wunder und seine „Korrekte Aussprache

Rosso Corsa

Oktober 2, 2016

An den kürzlich verstorbenen Kashif erinnere ich mittels des DJ Friction Tribute Mixes und dieser interessanten Live-Aufzeichnung:

Da ist in puncto elektronischer Beat Ästhetik alles Verfügbare mit auf der Bühne: die MIDI-Burg (als?) Zuspieler, schön mit „lautem“ Orientierungs-Clicktrack nach den Breaks (höre: ‚5:27) und ferrarirote Simmons Drums; nur der Perkussionist muss die „echten“ Woodblocks bespielen (klingt und mischt sich doch eh geil…)

Direkt im Anschluß staune ich – ebenfalls schwer 80iger und natürlich perkussiv – über Ralph MacDonald’s Kuhglocken-Minimalismus.
Wowbell!

Übrigens hat der MacDonald schon im Jahr 1978 mit „The Path“ eine interessante Trommelbrücke aus elektronischen (Syndrum) und traditionellen Rhythmusinstrumenten in die Plattenlandschaft gestellt.

PS. Und wer jetze den ein oder anderen alten Fusion-Gassenhauer auch mal mit seiner Kapelle nachspielen möchte, dem sei ein Blick in die SLickbooKs geraten.

afro-futuristische Ästhetik

September 8, 2016

Emile Hoogenhout aka Behr ist ein sympathischer Ableton Certified Trainer aus Johannesburg, den ich letztes Jahr dort zufällig kennengelernt habe.
Er hat verschiedene Instrumente Ostafrikas aufgenommen und daraus vier Multisample-Instrument-Racks für Ableton gestrickt: das Pack ist kostenlos und wird mit dieser detaillierten Rahmengeschichte vervollkommnet. Toll!

roaar! schnatter! zirp!

Juni 13, 2016

Nach der musikethnologischen Tonbandkollektion von Alan Lomax ist jetzt die Tierwelt dran: Viel Spaß im Archiv der Macaulay Library.

LeviVogel2015

Und passend dazu die Wikipedia-Liste der Tierlautbezeichnungen

the Global Jukebox

April 2, 2016

Der Amerikaner Alan Lomax (1915-2002) war ein Musikethnologe und sammelte volkstümlicher Weltmusik. Seine Tonbandkollektion -über 17000 Songs und Interviews die er ab 1947 aufnahm und sich von Linguisten aus aller Welt zuschicken liess – ist mittlerweile digitalisiert und online (for free) zugänglich, in einer Art „Global Jukebox“, wie sie sich Lomax 1991 – lang vor dem Internetzeitalter – vorgestellt/erträumt hat.