Archive for the ‘Freeware’ Category

kurz mal in die mid-eighties

September 17, 2017

1. DJ Shadow schwärmt (lesenswert auf all good.) von Kurt Mantronik

>>Es ist gar nicht so einfach, Samples und Breaks mit Drum Machines und Synthies harmonisch klingen zu lassen. Mitte der Achtziger war es eine noch viel größere Herausforderung, nur vier Bars zu samplen und alles richtig anzupassen, ohne dass alles komplett schrottig klang. Mantronik leistete für etliche Techniken echte Pionierarbeit […]<<

… und ich höre seine Lieblingstracks nach

An dieser Stelle kann ich nun auch mal passend die Freeware Alesis Sample and Loop Library droppen).

2. Als nächstes beschließt mein Telefon, dass ich mir eine „Tutu“ Live-Version anhören sollte:

Und dabei muss ich leider lesen, dass der tolle Ricky Wellman im Jahr 2013 verstorben ist, jener „Sugarfoot“ Wellman, der mit Chuck Brown and the Soul Searchers, den amerikanischen Hauptstadt Groove verankerte: Go-Go (Swing)

In der anschließenden Gedenk-YouTube-Session lande ich bei jenem obskuren Rom-Konzert, in dem Miles komplett von Herbie Hancock vertreten wird (mit – ähemm -Trompetensound aus’m Synthie), aber mächtiger motivierter Backingband, inklusive Marilyn Mazur im Octapad-Flow

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Activity Timer

August 15, 2017

Nicht, dass ich jetzt das Prädikat Konferenz-Trommler anstreben würde, aber so ein Vortrag-Timer kann durchaus helfen, den zeitlichen Überblick zu behalten – vor allem, wenn beispielsweise im Festival-Setting frei gespielt wird.
Da mich die Freeware für’s Smartphone nicht überzeugen konnte (jedenfalls habe ich nicht den Timer gefunden, der nach Ablauf einfach – vor allem tonlos – ein optisches Signal abgibt), habe ich jetzt den Activity Timer in der Menüleiste meines Macbooks eingepflegt: das reicht für nen kurzen Kontrollblick (1) und dank Popup-Fenster nach Ablauf gibt es auch eine visuelle Mitteilung (2).

AT1

AT2

Wird getestet.

SPD-SX as Visual MIDI Controller

Juli 25, 2017

Habe seit längerer Zeit mal wieder mein SPD-SX hervorgeholt, um es als (einzigen) Controller für Ableton Live zu nutzen.
Mein Hauptanliegen dabei ist die Steuerung per Trommelstock, inklusive visueller Rückmeldung, so dass der ewige Kontakt bzw. Kontrollblick zum Rechnerbildschirm zukünftig minimiert wird.

SPD_SX-visual-Midicontrol

Folgende Punkte bin ich diesbezüglich angegangen:
e-Kick (via Pad oder Pedal) und Boombass Samples schicke ich so latenzfrei wie möglich direkt aus dem Audio-Ausgang des Rolandmoduls.

Verschiedene Effekte, Trigger-Add-Ons und Loops möchte ich aber in der Ableton DAW formen und aus meine RME-Babyface rausschicken. Dafür verwende ich nach wie vor lediglich ein Mikrofon an der Snare.

– mittels ApTrigga generiere ich einen Handclapsound, der sich nun via Pad-Schlag dazuschalten lässt (eine MIDI Note des SPD-SX de/aktiviert den Track-Aktivierungsschalter).
Damit ich sehen kann, ob der Triggersound-Kanal aktiv ist, habe ich für das auslösende Pad des SPD-SX einen stummen Loop (eines gleichförmigen 1kHz Sinustons) angelegt. Dadurch läuft der SPD-SX Loop bzw. dessen Pad leuchted rot, solange mein Triggersound aus dem Ableton dazugeschaltet wird.
Den Klang des Clapsamples bearbeitet ich mit einem Waves One Knob Filter via MIDI Control Rad des SPD-SX.

– mit dem Signal des Snaremics erzeuge ich auch den Snare/Vocoder Output für mein (Outboard-) Echogerät. Auch hier sorgt ein SPD-SX Pad mit stummem Sinus-Loop für die optische Kontrolle: leuchtet es, ertönt der Vocoder, wenn nicht, so rutscht der pure Snaresound ins Echo.

– das Signal des Snaremics läuft zudem in einen Return-Bus, in dem sich ein Ableton Looper befindet. Da sich dieses PlugIn mit einer MIDI Note voll bedienen lässt, wird es mit dem mittleren Pad des SPD-SX bedient (erster Schlag: Aufnahme, ||: folgender Schlag: Overdub, darauffolgender Schlag: Loop Play :||, Doppelschlag löscht die Aufnahme)

– den „Roomshot“ Kunstgriff, also das Snaresignal durch einen Padschlag in einen Hallraum zu „send“en, liebe ich schon geraume Zeit. Durch eine MIDI-Note vom SPD-SX wird das Gate-PlugIn bedient, welches sich vor dem Valhalla befindet.

Ableton Roomshot via SPD-SX

– mit den drei unteren Schlagflächen des Rolandmoduls löse ich im Ableton Einzelsounds eines Drumrack aus oder starte/stoppe Clips, sprich: Loops im Toggle Mode. (Siehe dazu auch die Max Patches von Abletondrummer Tobi)
Auch sie lassen sich allesamt mittels One Knob Filter bzw. dem Control Rad 2 verbiegen.

– im Bandkontext gibt es zu jedem Song ein eigenes SPD-SX Kit, sowie im Ableton eine eigene Szene. Letzere bestimmt das Tempo der Loops und Clips, den passenden Trägerakkord für den Vocoder und die Drumrack-Inhalte und sie hält den MIDI Programm Change Befehl bereit, um das Roland-Modul mitzuziehen.

Dank des USB Audio/Midi Mode des SPD-SX (aktueller Treiber hier), ist dieser Ansatz auch angenehm reisefreundlich…

Ableton Song Midi Controlled by SPD-SX

Perfect Balance, Einstein & Coltrane

April 12, 2017

coltrane-circle-new

Derartige Koinzidenzen gefallen mir ja sehr gut, auch wenn ich sie wie in diesem Fall nicht einmal nachvollziehen kann: Nämlich, dass der Coltrane-Circle (ein vom Meister gemaltes Bildgeschenk für Yusef Lateef, welches seinen personalisierten Quintenzirkel darstellt) dem gleichen geometrischen Prinzip folgt, das Albert Einstein zu seiner Quantentheorie motivierte.
Dazu verlinke auch gerne den Artikel „The Secret Link Between Jazz and Physics: How Einstein & Coltrane Shared Improvisation and Intuition in Common“ und verweise auf Stephon Alexander, der in beiden Welten zuhause ist, in der theoretischen Physik und im Jazz.

Steige selbst aber aus bzw. um und widme mich der etwas einfacher gehaltenen Überschrift „Rhythmus & Geometrie„. Da fällt mir gleich als erste Querverbindung die Vorlesung von Gerhard Kühne zum Thema „Groove based Design“ ein und dann versinke ich in der Freeware XronoMorph, die geometrische Formen in Rhythmus übersetzt. Etwas genauer:
>>Each rhythmic layer is visualized as a polygon inscribed in a circle, and each polygon can be constructed according to two different mathematical principles: perfect balance and well-formedness (aka MOS). These principles generalize polyrhythms, additive, and Euclidean rhythms. Furthermore, rhythms can be smoothly morphed between, and irrational rhythms with no regular pulse can also be easily constructed.<<

Tourleben

Februar 28, 2017

Es ist Karneval, also denke ich an Brasilien. Netterweise spielt mir taz mit dem Artikel „Freude am Vögeln, tosende Stürme, wirbelnde Percussion“ die perfekte Reiselektüre/Unterwegsmusik zum Touraufstart zu. Es geht um die künstlerische Tropicálismo Bewegung (1967-72), die vor 50 Jahren in Brasilien ihren Anfang nahm.
Ergo spült mir Youtube José Mauro, Pedro Santos & co in mein ukrainisches Hotelschiff und ich tätige letzte Vorbereitungen (suche zum Beispiel nach einer Touch OSC Alternative zur Smartphone-Fernsteuerung von Logic – vielleicht die Logic App?).
Bis gleich in der „Freedom Hall“ von Kiev.

Der Nachtzug ist der Nightliner Osteuropas. Immer wieder abenteuerlich und irgendwann dann auch schlafen à la Mutterbauch. Beim morgentlichen Blick aus dem Fenster überraschte mich der viele Schnee, auch die Autos in Charkiw tragen noch Spikes – anyway, die Sonne wärmt und es ist ganz klar März.

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Voller Eindrücke höre ich nun das neue Thundercat Album („Drunk„), den FB-Tipp von Hans Nieswandt (Kevin Ayers „Song for Insane Times“),

aber auch Bill Evans über „the Creative Process, Self-Teaching, and Balancing Clarity with Spontaneity in Problem-Solving“ und stolpere dabei über Albert Einsteins Brief an seinen elfjährigen Sohn, in dem er ihm rät: >>Spiel auf dem Klavier vor allem solche Stücke, die dir gefallen, auch wenn der Lehrer sie dir nicht aufträgt. Das ist die Art und Weise am meisten zu lernen, nämlich indem du etwas mit solch einem Vergnügen tust, dass du nicht bemerkst, wie die Zeit vergeht.<<

Das Hotel am Zirkus erinnert mich an viel interessante Sowjet Architektur in Dnipropetrowsk und Marcus erzählt mir bei einem kühlen Borjomi von Freddy Crump, einem >>top-notch artistic show drummer<< anno 1929 (aus dem  „Harlem Mania“ Short):

Mit „Sneakers for free“ bewege ich mich in Richtung Soundcheck.

Die Busfahrt nach Odessa zieht sich 13 Stunden lang. Aber sie führt über die legendäre Staudammmauer („DneproGES“) bei Saporischschja und durch die beeindruckend große Kornkammer.
Hermann zeigt mir die perfekte Reise-App „Wake me here (lite)“, einen ortsbezogenen Wecker, der mich zukünftig fernab von Tourbuch-Schätzungen und Fahrplänen realitätsnah wecken wird.
Und die frühlingshafte Soundflower (Software) hilft mir Audiomaterial aus Rechner intern aufnehmen zu können.

Heute ist Offday, sprich: viel schlafen, spazieren, lauschen…

… und mit Bassmusik durchs Hotelzimmer tanzen!

Es ist Sonntag und wir geben wieder mal ein Konzert in der wunderschönen Philharmonie Odessas. Ich mag die Location, nicht nur wegen dieser paradoxen Anekdote:
>>It is an enduring myth that everyone in the city knows (and continues to promulgate) that since the building was originally designed as a Stock exchange rather than a concert hall it was made to be sound-resistant, rather than sound-conducting, in order to provide more privacy to visitors.<<
Dennoch verhallt Moritz meine Timbale heute nur mit vier (anstatt fünf) Sekunden…

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Hier in Odessa präsentiert jeder zweite, geöffnete Kofferraum eine verheißungsvolle Espressomaschine, ich spaziere zum Meer und fahre Oberleitungsbus, zur transformierten Lenin Statue – die helle Seite der Macht! (28 Stovpova Street).
Und unter der Gedächtnisstütze „die Seidenraupe“ verankere ich die absurd-wie-höchtsmenschliche Filmdoku „Searching for Sugar Man“ (die sich gerade in der Arte Mediathek – am besten ohne Vorwissen – anschauen lässt).

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Foto von Ilya Khmyz aka xmz

Minsk – Hut ab! Danke.

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von Mash Up zu Mashed Potatoes

November 18, 2016

Ich mag alle drei Zutaten: Daft Punk, Beastie Boys und die Bastard-Pop-Idee. Und so höre ich zum Kartoffelschälen Coins‘ „Daft Science“ (free) Album.

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Da die acht Tracks nicht lang genug spielen, lege ich zum Salatwaschen „Feriengeschichte vom Franz“ (gelesen von Christine Nöstlinger) auf.
Hurra, endlich wieder zu Hause!

TheDrumSounds.de

November 12, 2016

»The Drum s/Sounds« ist meine persönliche Klangbibliothek, eine über die Jahre gewachsene Sammlung von Soundalternativen für das traditionelle Schlagwerk.
Sie befindet sich mittlerweile umsonst und frei zugänglich als Suchmaschine im Netz und bietet unterschiedlichste Klangvorbilder und Klischées, wie sie durch das Präparieren des akustischen Instrumentariums, durch Abschauen bei anderen Kollegen, durch Stimmkonzepte, oder durch den kreativen Einsatz alternativer Schlagmaterialien und Elektronik entstanden sind und sich dank einer kurzen Anleitung easy umsetzen lassen.

Analog zum Musikproduzenten, der den aufgenommenen Schlagzeugklang mit Mischpult, Dynamikprozessoren und Effektgeräten formt, der die Klänge eines programmierten Beats dank Alternativen aus seinem Archiv einfach austauschen kann, dient  meine Suchmaschine der variantenreichen Gestaltung eines Rhythmuspatterns.

Damit lässt sich jeglicher Groove neu orchestrieren – im übertragenen Sinne mit anderen ›Samples‹ bestücken – wobei der Flow und das eigentliche Pattern erhalten bleiben.

Probier dich durch und schicke Anmerkungen oder Eigenkreationen rüber.

PS. Im aktuellen Heft des „drums&percussion“ Magazins (Ausgabe 6/2016) findest du einen erläuternden Workshop auf Seite 80.

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Abletondrummers Max Patches

November 3, 2016

Hört sich nach einem guten „freeware“ Helferlein an, mit dem sich (aus dem Edrum-Modul) ankommende MIDI-Noten schnell im Drumrack oder Impulse zuordnen lassen.

Die Downloadlinks für Drumracktuner und Impulsetuner, sowie die Heimseite von Tobi „Abletondrummer„.

Wunder

Oktober 10, 2016

>>Wunder sind etwas Schönes, dachte er. Es gibt so viele schreckliche Dinge um uns, für die uns jedes Verständnis fehlt. Wunder sind die herrlichen Dinge, für die uns jedes Verständnis fehlt. Wunder sind der Gegenschlag. Wunder sind der Konter. Wunder sind das Aufbegehren gegen die Hoffnungslosigkeit, und vielleicht sind sie sogar ihre Bezwinger.<<

Schön ist das da. Ich nehme es mit und gehe. Wofür wir leben? Für Liebe, Schönheit und Wunder. Ich kenne alles davon. Also schaffe ich es.<<
Thomas Glavinic „Der Jonas-Komplex“ (Seite 433, 432)

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PS: auch schön und befreiend: Luksan Wunder und seine „Korrekte Aussprache

Rosso Corsa

Oktober 2, 2016

An den kürzlich verstorbenen Kashif erinnere ich mittels des DJ Friction Tribute Mixes und dieser interessanten Live-Aufzeichnung:

Da ist in puncto elektronischer Beat Ästhetik alles Verfügbare mit auf der Bühne: die MIDI-Burg (als?) Zuspieler, schön mit „lautem“ Orientierungs-Clicktrack nach den Breaks (höre: ‚5:27) und ferrarirote Simmons Drums; nur der Perkussionist muss die „echten“ Woodblocks bespielen (klingt und mischt sich doch eh geil…)

Direkt im Anschluß staune ich – ebenfalls schwer 80iger und natürlich perkussiv – über Ralph MacDonald’s Kuhglocken-Minimalismus.
Wowbell!

Übrigens hat der MacDonald schon im Jahr 1978 mit „The Path“ eine interessante Trommelbrücke aus elektronischen (Syndrum) und traditionellen Rhythmusinstrumenten in die Plattenlandschaft gestellt.

PS. Und wer jetze den ein oder anderen alten Fusion-Gassenhauer auch mal mit seiner Kapelle nachspielen möchte, dem sei ein Blick in die SLickbooKs geraten.