Archive for the ‘Design’ Category

Form follows Humour

Februar 21, 2019

In Gedanken möbliere ich ein Recording-Studio mit verschiedenen Objekten des Schweizer Gestalter Paares Susi + Ueli Berger, deren Schaffensweise gern mal so beschrieben wird: >>ein Bedürfnis besteht, eine Idee keimt, eine Lösung wird gefunden.<<

In diesem Sinne: Einen Stapeltisch für mein Effektboard, den S T U H L aus der Reiher verbaler Möbel zum Trommeln, die Wolkenlampe und die Keep-Smiling Vorrichtung ( = Widerhaken zum Hochziehen mißmutiger Mundwinkel) für gute Stimmung, sowie einen Fächermann neben den Kunstkopf.
Schließlich noch einen Softchair zum Ausruhen.

Und die weiße Tama-Kick befreie ich aus ihrer Installation „Drumming„, nicht nur weil sie als Pauke verunglimpft wurde, sondern weil ich gerne mal hören würde, wie sie mit Fußpedal klingt…

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Link zu taz -Artikel: Form follows humour & Inspiration…

Resonzfell „Eclisse“?

Januar 17, 2019

Ich habe eine schöne Nachtischlampe – Erbstück von meiner Oma. Das Modell „Eclisse“ ist schon seit Jahren im Gebrauch, aber erst gestern Nacht drängte sich mir nach dem Einschalten die Frage auf, warum es noch keine Kick-Resonanzfell-Konstruktion gibt, bei der sich (mittels Drehvorrichtung, Schiebetürchen, Klett-System o. ä.) die Charakteristik von geschlossenem zu ventiliertem Fell ohne Fellwechsel ändern lässt…

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vom Sechseck zum Raum

Dezember 13, 2018

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Da sollten doch die Herzen eines jeden Simmons-Fans, aller Dub-Begeisterten, Kunstmenschen und so mancher Literaturfreunde schneller schlagen:

Vasarelys Hat Leg (1971/72)
(noch bis zum 13.1.2019 im Frankfurter Städel Museum zu bestaunen)

Eine ganz andere Art des Raumgewinn praktizierte Dembélé beim beim Fussballspiel von Barcelona gegen Tottenham, wie taz-Autor Florian Haupt schön mehr als anschaulich zusammenfasst:

>>Pünktlichkeit ist sein Kardinalproblem; dahinter sollen nächtliche Zockerorgien mit den Kumpels an der Playstation stecken. Ob er dort auch ausprobiert, was er dann auf dem Platz aufführt?
Denkbar wäre es, denn das Tor, das er am Dienstag in der Champions League zur Führung gegen Tottenham Hotspur erzielte (Endstand 1:1), hatte man von einem real existierenden Menschen so noch nicht gesehen. Dembélé zog am eigenen Strafraum den Sprint zum Pressing an, eroberte an der Mittellinie den Ball gegen Kyle Walker-Peters, den er mit einer weiteren Beschleunigung auf dem Weg zum Strafraum abhängte. Dort angekommen, stoppte er von 100 auf 0, als würde er kurz den Finger vom Joystick nehmen, und vermied die abenteuerliche Sprunggrätsche des ­herangestürmten Winks, indem er durch eine trockene Finte den Ball auf den anderen Fuß legte. Mit diesem verwandelte er dann aus derselben Bewegung heraus.
Die Sequenz in Zahlen: 13 Sekunden, 7 Ballkontakte, 87,7 zurückgelegte Meter (davon 33,0 bis zur Balleroberung).<<

beautiful Friday

November 23, 2018

Ein „Black Friday“ Rabattversprechen nach dem anderen… Ich hingegen spare 100%, weil mir diese US-Kommerzstrategien derart auf den Nerv gehen, dass ich klar sehe, dass wir eh mehr als genug haben. Also bewusst nichts kaufe.
Dann lieber raus, das ist Wetter grandios. Später vielleicht noch eine Ausstellung* und wenn’s richtig dunkel höre ich Waajeed „The Dirt“ in der japanischen Clubjacke!

*
„Mon Oncle. Klaus und Heinrich Mann“ @ Deutsche Nationalbibliothek (bis 15.12. Eintritt frei)
Comicbeamung von Wolfgang Buechs @ Café Crumble
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Oli/Adorno und der Jazz

Oktober 15, 2018

Da morgen mein neues Semester beginnt und ich eben gelesen habe, dass der Studierendenausweis der HfMDK ab sofort zum Kulturticket wird, welches den kostenfreien Eintritt in 18 Frankfurter Museen ermöglicht, haue ich gleich mal einen Tipp raus:

Schaut euch die Werke des Musikers und Cartoonisten Volker Kriegel im Caricatura Museum an, lest zumindest die kurze Anekdote „Adorno und der Jazz“, die sich hier im Netz nicht finden lässt 🙂

Mein dortiger Besuch war pure Nostalgie, die ein angenehm warmes und vertrautes Gefühl hinterließ (denn V. K. war nicht nur meine Rampe ins Jazzuniversum, sondern gleichzeitig auch mein erstes Fan-Projekt, bei dem ich das ich vollmundige Eintauchen lieben gerlent habe…)

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Design ist nicht Kunst!

August 22, 2018

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design ist nicht kunst

-> Kurt Weidemann

reiseweise

Mai 30, 2018

 

Lesen und Bewegung! >>Ich ließ Musik laufen und dachte an nichts Besonderes, denn so einfach ist es manchmal, statische Gedanken entstehen in statischen Körpern; werden die Körper in Bewegung gesetzt, bewegen sich auch die Gedanken.<<
Karl Ove Knausgård („Im Frühling“ 2018, Seite 82)

Abwechslung! Barcelona vs. Frankfurt: egal ob Tag oder Nacht, ob Mies van der Rohes Möbel Ikone oder Girsbergers Eurochair – ich komme freudig und mächtig inspiriert nach Hause zurück und stelle fest, dass es sich a. wie absolut lohnt, den Alltag zu durchbrechen, b. wie beflügelnd es ist, mal fliegenleicht und ohne konkreten Auftrag zu reisen!

Interaktion! Art Farmer (Quartet feat. Jim Hall, 1963) vs. James Turrell (Deuce Coop, 1992)

 

>>The image is a container of wisdom and knowledge.<< Jordan Belson

Montage: Harry Smith („Heaven and Earth Magic“ 1957-62) vs. Walt Disney („How Disney Cartoons are made“, 1938)

Entspannung – beispielsweise K & K: Katzen und Kaffee (von Botero zu Nomad)

Weitblick bzw. reflections – immer gut! #cccb

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PS. und zu zweit ist’s doppeltschön 🙂

Blue Monday?

März 12, 2018

Gerade mal 35 Jahre alt… diese nice „Blue Monday“ Live Performance, mit zwei gut gestimmten Simmons Pads, ordentlich Space Echo und Extra-Programmings:

PS. Als ich die Nummer erstmals im Radio hörte – war 11 Jahre alt – war ich völlig verwirrt, wie ein Schlagzeuger einen derartigen Groove spielen konnte.

PPS. Nebenschauplatz, ebenfalls 1983, jedoch in Amerika: Robert Rauschenberg gestaltet die (auf 50.000 begrenzte) Limited Version des Talking Head Albums „Speaking in Tongues„.
Er bekommt $2000 für den Job und einen Grammy für’s Design.

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Perfect Balance, Einstein & Coltrane

April 12, 2017

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Derartige Koinzidenzen gefallen mir ja sehr gut, auch wenn ich sie wie in diesem Fall nicht einmal nachvollziehen kann: Nämlich, dass der Coltrane-Circle (ein vom Meister gemaltes Bildgeschenk für Yusef Lateef, welches seinen personalisierten Quintenzirkel darstellt) dem gleichen geometrischen Prinzip folgt, das Albert Einstein zu seiner Quantentheorie motivierte.
Dazu verlinke auch gerne den Artikel „The Secret Link Between Jazz and Physics: How Einstein & Coltrane Shared Improvisation and Intuition in Common“ und verweise auf Stephon Alexander, der in beiden Welten zuhause ist, in der theoretischen Physik und im Jazz.

Steige selbst aber aus bzw. um und widme mich der etwas einfacher gehaltenen Überschrift „Rhythmus & Geometrie„. Da fällt mir gleich als erste Querverbindung die Vorlesung von Gerhard Kühne zum Thema „Groove based Design“ ein und dann versinke ich in der Freeware XronoMorph, die geometrische Formen in Rhythmus übersetzt. Etwas genauer:
>>Each rhythmic layer is visualized as a polygon inscribed in a circle, and each polygon can be constructed according to two different mathematical principles: perfect balance and well-formedness (aka MOS). These principles generalize polyrhythms, additive, and Euclidean rhythms. Furthermore, rhythms can be smoothly morphed between, and irrational rhythms with no regular pulse can also be easily constructed.<<

gelber Schnee, Tony Thompson, Sound Design

Januar 12, 2017

Guter Zappa Ratschlag von 1974: „Don’t eat the yellow snow

Und eine Ansage von Bernard Edwards gleich hinterher (damals, in den Anfangstagen von „Chic“  an Tony Thompson gerichtet):

>>Get rid of all that shit. Just keep a bass drum, snare, and hi-hat. When you master that, then maybe I’ll add another cymbal or drum.<<

Als Beweis natürlich noch einen T.T. Groove-Meilenstein mit ebendiesem „fast Nichts“:

>>I remember my drums were set up in the room, and there was a door that led to a hallway. The engineer, Jason Cosaro, took a tube the size of my bass drum and built this tunnel from my bass drum all the way out into the hall and up the stairs. It was this weird thing he hooked up. And it worked. The groove in the house was so thick, and what am I playing? A simple, Boom-Bop-Tish-Bop-Boom-Bop. It was unbelievable – I locked into that with everyone else swinging, and it brought the walls down.<<
[Die Zitate entstammen einem Modern Drummer Interview aus 2002]

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Lässig geschnittenes Intro (mit eingeschobenem 3/4 Takt) und der schiebende Mainloop (inklusive Kick-Echo).