Archive for the ‘Design’ Category

Echtzeitkunst mit konkretem Anspruch

Juni 29, 2021

Traumhafte Kulisse, spannender Plot, Corona-konform!

Vom 1. bis 11. Juli werden im Frankfurter Ono2 die Ergebnisse des Moment:an Versuchs präsentiert, bei dem die Zeichnerin Kamü und das Musiker Duo Rubow & Leicht intermedial improvisieren, um schöne Bilder und einen stimmigen elektro-akustischen Sound zu erzeugen.
Es gibt einen 15 minütigen Film fürs Schaufenster (und hier), Galleriezeiten (täglich 19-21h) sowie drei Live-Happenings (am 01./08./11. Juli jeweils ab 21h) vor dem Frankfurter Ono2 (Walter-Kolbstr. 16).

Gestartet wird in völliger Freiheit. Um den Moment zu strukturieren helfen große Ohren, offene Augen und ein kleines Regelwerk, ein dezentes „wenn – dann“ Verständnis, das angewendet werden darf, aber nicht muss, sowie subtile klangliche Verstrickungen:
Denn es wird nicht nur auf Trommelfellen und Becken geräuschvoll gezeichnet, die (mittels Drum-Pickup abgenommen) Fell-Klänge bzw. die mit einem Mikrofon bemalten Becken und radierten Vorlagen können ebenso das Klangergebnis beeinflussen…

Neustart Kultur!

Meehr!

Juni 23, 2021

Wie geht es uns, Herr Rubow?
Müde, aber glücklich! Erstmals wieder Konzerte vor echten Menschen gehabt, zudem noch einen schönen Tag am Meer und dabei die Vorteile des Handgepäckreisens entdeckt. Ab sofort möchte ich nur noch mit einem federleichten Turnbeutel (der auch als Stocktasche eine gute Figur macht) und schmaler Beckentasche mit zwei Hihat-Pärchen (Byzance Jazz Hihats für gleichnamigen Zweck, Anikas Deep Hats als Crash und Ride-Becken) aus dem Haus müssen.

Und die Kunst?
Gestern Nacht wurde die interaktive Begegnung mit der Zeichnerin Kamü abgefilmt, ein Teil (besser gesagt die Ono2 Schaufenster-Bespielung) unserer anstehenden Moment:an Ausstellung, heute nochmals Aufnahmeprüfungen, laut Liste auch mit „System“. Bin gespannt!

Die Farbwahl des Frankfurter Europaturms ist glücklicherweise flexibel (Bild von Freund und Nachbar Daniel Jennewein). Ach ja, auch der „Araber von morgen“ ist schöne Kunst. Hier meine musikalische Lieblingsstelle mit Nachhall:

EM?
Na klaro, ich streame mich zum Länderspiel nach München, denn Viktor Orban bleibt zu Hause!

Kick off

Februar 12, 2021

… ins Wochenende, mit neuen kreativen Bildern von Christoph Niemann:

Hey, hey, hey! Und die Taxi-Geschichten von Saša Stanišić  sind ab sofort beim Mairisch Verlag bestellbar. Ebenfalls mit tollen Illustration (von Katja Spitzer).

in between areas

Februar 5, 2021

Toller Satz von Stefan Sagmeister, der sich eigentlich auf eine interaktive Installation bezieht und sich dennoch ebenso hervorragend auf die Entwicklung musikalischer Ideen übertragen lässt:

>> I’ve always thought that the most juicy strategies are found in between things. In between professions, say art and design, in between areas like the haptic and the digital or in between cultural movements.<<

Designobjekt & Campingplatz Chic

Dezember 10, 2020

Ein Hoch auf den Ulmer Hocker und den minimalistischen Glockenspieltisch des Studio 49. Damit wird man ruckzuck zum Bedroomproducer. Oder kann sein Homeoffice in jeglicher Ecke auffschlagen.
Darüberhinaus sorgt die spezielle Mischung aus langjährig erprobtem, doch funktionalem Designobjekt und puristischem Campingplatz Schick für fantastische Tagträume…

Auch eigen, jedoch jenseits von reiner Funktionalität (zudem unbezahlbar), die von meinem Lieblingsdesigner Stefan Sagmeister gestaltete Ressence Uhr (ohne Krone, ohne überlappende Zeiger, mit Magneten und Rohbenzin gefüllt…)

Auf der Seit des Herstellers lerne ich: >>The Japanese have a term for objects that appear simple overall but include subtle details that balance simplicity with complexity: SHIBUI<<
Und damit bin ich mental wieder direkt beim Schlagzeugspielen…

Baltikum, Provinz Antalya, Schwarzwald

Dezember 5, 2020

Zum morgigen Nikolaustag zwei schöne Bilder aus dem Fundus der @sovietvisuals:

Tag und Nacht im Batikum 1978. Das erste Foto, „Flight“ von Virgilijus Sonta, steht für die Schönheit des Sommers, alltäglichen Futurismus, sowie die immense Freude und Freiheit beim Wasserspringen.
Auch wenn utopisch, so würde ich bei der nächsten Litauen-reise leidenschaftlich gerne genau dieses Schwimmbad auffinden wollen.
Der Lada vor dem Hotel „Viru“ in Tallinn erinnert mich nicht nur angenehm an mein erstes Auto (aus eben dieser Lada-Baureihe, ein sandfarbener unverwüstlicher Kombi mit einem Lenkrad in Bassdrum-Größe), mir gefällt vor allem die Aufgeräumtheit der Straße – eindeutig eine Aufgabe für die Zukunft – und die sternhaften Lichtpunkte, dank denen ich dem Bild tatsächlich auch etwas Vorweihnachtliches abgewinnen kann.
Unter den IG Kommentaren findet man schließlich noch ein erstaunliches Kofferwort „microcrete“:
>>it [the hotel] had a floor devoted to KGB agents spying on its guests. The hotel had so many bugs that locals joked it was made of „microcrete,“ half concrete, half microphone.<<

Auch mir scheint ein Nachfahre des Bischofs von Myra schöne Post geschickt zu haben: zum einen – via Oli Leicht -das grandiose Filmdokument „Jazzin‘ the Black Forest“ über die Geschichte des MPS-Labels in Villingen-Schwenningen, zum anderen die aktuelle Ausgabe des Offbeat-Magazins vom Percussion Creativ Verein (auch aus dem Schwarzwald…) mit einer weiteren tollen Rezension meines Echodrums Buchs:

Katzenjammer

November 29, 2020

Von Winterkunst zu Design: meine lieblings Karlssonwilker haben sich mit Katzen – endlich mal Katzen hier! – ablichten lassen.
Was für ein tolles Bandfoto.

Und weil erster erster Advent ist, gibt’s obendrein ein paar Echodrums-Dekosterne (auf einem von Soundgas entkernten Roland Space Echo Gehäuse):

PS. Damit sich der Kreis bzw. Adventskranz formschön schließt zitiere ich aus dem Echodrums Buch: >>Eine Klang-Katze die sich in den eigenen Schwanz beißt und selbst füttert, nennt man auch Spin Echo, ihr Sound-Resultat nur manchmal: Katzenjammer… <<

PPS. Vermutlich, weil ich mich leidenschaftlich viel mit Strom und dem Schlagzeug beschäftige, wurde ich auch dieses Jahr wieder bei den 2020 digitalDrummer Readers‘ Choice Awards in der Kategorie „E-drummer of the Year“ nominiert.

Waiting

November 19, 2020

Via Soviet Visuals entdeckt, das Foto von Dmitry Baltermants. Der Titel passt zur Zeit, der Inhalt zeigt auf jeden Fall schon mal einen schönen Bezug…
Gleichnamige Songtitel gäbe es ja einige passende, ich entscheide mich für ne luftige Hattler Version und stecke sie in die schicke Hülle der Quincy Jones Single „Oh Happy Day“ von 1971.

Und zack, findet sich eine schöne Beschäftigung im Wartezimmer:
Denn der funky Beat kommt von Bernard Purdie und wurde in bester Rudy van Gelder Tradition aufgenommen und fast komplett auf die rechte Seite im Stereopanorama gemischt. Eine Hallraumöffnungen – vermutlich ein EMT Plate Reverb – für wichtige Snare Hits gibt’s obendrein!
In puncto Aufnahmetechnik schreibe ich folgende Erkenntnisse ab und freue mich auf eigene Versuche!

>>Take three or four expensive German mics with a blistering top end boost, put them real close to the instruments, add some extra distortion from a cheap overloading mic preamp through an Army Surplus radio console, put some crappy plate reverb on it, and record. Then, immediately (and for no good reason), redub the master onto a Magnatone tape deck at +6, compress the crap out of it while adding 5 db at 5000 cycles to everything. That’s the Van Gelder sound to me.<< Steve Hoffman

>>In the absence of information from the source, we have to listen. (Radical concept!) My ears suggest to me that Van Gelder has always miked drums using a single overhead condenser mic, probably a large-diaphragm Neumann U 47 or, perhaps, a small-diaphragm KM 54. I don’t hear a separate mic on the kick; the coherence of the sound suggests the use of a single microphone for the drumkit.
The drums aren’t entirely recorded with that one mic, though; one of the hallmarks of a Van Gelder session is lots of leakage—drums into the horn mics, horns in the drum mic. Never enough to create phase problems and comb filtering, but enough to create the marvelous sense of space that marks his recordings—yes, even the early ones in mono. You don’t think a mono recording can have a sense of space? Listen to one made by Van Gelder.<< Paul J. Stamler

Später im Englewood Cliffs Studio (ab 1959) sind es dann eher zwei (als Over- oder Underheads) oder drei Mikrofone (mit zusätzlichem Kick-Mic oder/und Raummikrofon):

best diagram in a synth manual, ever

Oktober 29, 2020

Ich habe die taz-Serie „Die wirrsten Grafiken der Welt“ von Gerhard Henschel (2000 bis 2004) immer sehr genossen, heimlich davon geträumt, dort selbst mal gefeatured zu werden (das erklärt auch meine vielfältigen Equipment-Kritzeleien und die Freude an illustrierten Bedienungsanleitungen).

Das oben verlinkte Bild ist nicht nur formschön, sondern demonstriert die Einfachheit der Gleichung „Schlagzeug + Strom“ bzw. die Grundausstattung Steckdose, Musikmaschine und Verstärker.
Und auch mit dem Ampeg Kühlschrank hinterm Simmons-SDS wurde alles richtig gemacht – viel Bass und reduzierter Hi-Freq-Wahnsinn.

heute, ältere Musik/er

Oktober 22, 2020

Yeah! Alex Höffken hat sich mit dem über 80 jährigen, nach wie vor aktiven James Gadson getroffen und dieses schicke Videointerview und ein paar heiße Fakten auf bonedo.de hochgeladen.

Keith Jarrett wird wohl leider nicht mehr konzertieren 😦

Auf Bandcamp entdecke ich die Geschichte von Jacqueline Thibault aka Laurence Vanay („an Unsung Hero of the French Underground“),

dank Oli Leicht den schönen Jazz-Track „Ida Lupino“ vom Paul Bley Trio.

Weil auch alt (aus dem Jahr 1910) und ich immer den Namen meines Lieblingssofas aus der Stuttgarter Staatsgalerie vergesse, schreibe ich ihn hier dazu. Denn zufällig hat mich Andrea eben daran erinnert, an den Wittmann Kubus von Josef Hoffmann…