Archive for the ‘Techno’ Category

gut zu Mitmenschen und zum ­Planeten

September 23, 2019

>>Detroit-Techno, wo ich ursprünglich herkomme, hat immer eine positive Zukunft verhandelt. Die Apokalypse war im bankrotten Detroit ja bereits eingetreten, es gab keine Infrastruktur mehr. Wir mussten vorwärts schauen, um es für uns erträglich zu gestalten. Diesen Optimismus will ich weitergeben. Ich bin kein Hippie, aber: Gut zu den Mitmenschen und zum ­Planeten sein, kostet keine Energie.<<
Richie Hawtin in der Klima-taz vom 20.09.19

THE BRITISH PRESS WANTS YOU!!

Januar 7, 2019

Ich muss gestehen: trotz bester Ferienstimmung fehlt’s mir an Zeit.
Erst die dreistündige DLF Sendung über das Schlagzeug, jetzt noch die Basic Channel Story
Egal muss – sein – denn der Einfluss von Mark Ernestus und Moritz von Oswald ist massiv, auf mich: prägend! Und wenn die Dubtechno-Erfinder in der taz leidenschaftlich als „See aus Rhythmus und Sound“ beschrieben werden und das große Portrait-Gespräch im RA mit diesem Fax von Mad Mike beginnt, müssen die anderen Sachen halt warten.

basic-channel-fax-mad-mike

>…and then I realised the sequence is the thing of the track. Forget all drums.<<
René Löwe aka Vainqueur

2018’s Best Mixes

Dezember 14, 2018

Hier der Jahresrück- bzw. Überblick des Resident Advisor, 2018’s Best Mixes
Bunt und viel. Aber immerhin direkt schon eine Perle darin gefunden:

double bassdrum!

August 26, 2018

Bisher hatte ich bei den clubbigeren Gigs des „Temporären elektronischen Salons“ rechts neben dem Camco-Pedal ein Roland KT-10 aufgestellt. So (und mit dem angebundenen Vermona Kick Lancet Modul) liessen sich nicht nur typische Four-On-The-Floor Klischees stilecht bedienen, sondern – wenn man den linken Fuss zudem auf dem Bassdrumpedal abstellte – auch ungewöhnliche Patterns mit zwei Basstrommeltönen erzeugen. Klang spannend, mutete aber rein optisch etwas seltsam an…
Jetzt habe ich das KT-10 links von der Hihatmaschine positioniert und freue mich, dass ich mit dem linken Fuss ganz locker (parallel zu jeglichem Beat aus dem Fundus) ein elektronisches Viertelfundament legen kann – mal laut/fett/dominant, mal dezent/dünn.
Aber auch andere getretene Hihat-Klischees, wie beispielsweise jazzige 2 und 4, funktionieren prächtig.
Jetzt muss ich mir wohl noch ein Drop-Clutch besorgen: hello e&a double bassdrum!

Oder ich verwende eine geschlossene Zweit-Hihat; beispielsweise die Kallas X-Hat oder halt die interessante Bastelleihgabe von Olaf Cremer, die er mir zufällig just zu eben dieser Links-Fuss-Kick Premiere beim Museumsuferfest mitgebracht hat:
eine geschlossene 6″ Zoll Miniatur-Hihat, die sich an einer Stimmschraube an Snare oder Tom festmachen lässt…

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Loop Bashing

Januar 16, 2018

Am Wochenende gab es in der taz eine Doppelseit zur Musik-Wahrnehmung. Am besten hat mir das Interview mit Susan Rogers gefallen, der Toningenieurin von Prince in den Jahren 1983-88, a. weil ich die gar nicht nicht kannte und b. weil ich das Bild zur Heimat der Hörgewohnheiten, die der Meister mit „the street you live in“ umschrieb, sehr passend fand.

Leider ist der Artikel (noch?) nicht online, so dass nun aus jenem taz Beitrag zitiert wird, in welchem der Musikwissenschaftler Volkmar Kramarz drei Hits analysiert hatte:
>>Die Loops hat man fast immer bei den heutigen Pophits. Das ist gewissermaßen eine Fortsetzung der repetitiven Elemente, die mit dem Blues und den afroamerikanischen Elementen in die europäische Musik gekommen sind. Und die früher von der Elterngeneration durchweg als „Dschungelmusik“ verschmäht wurden. Man musste sich entscheiden: sich zu den immer gleichen Abfolgen treiben lassen und in Trance oder Ekstase geraten – oder irre werden.<<

Zumal das wohl nicht abgesprochene glückliche Ende im heutigen Postillon zu lesen war:
>>Erst immer so döpdapdöp, döpdapdöp, döpdapdöp, döpdapdöp, döpdapdöp, döpdapdöp, döpdapdöp, döpdapdöp und dann plötzlich döpdapdöpdöp, döpdapdöpdöp, döpdapdöpdöp, döpdapdöpdöp, döpdapdöpdöp, döpdapdöpdöp, döpdapdöpdöp, döpdapdöpdöp. Was für ein abartig krasses Set!!<<

Baß und Bälle

Dezember 9, 2017

Und jetzt noch zur Entspannungsabteilung der letzten Tage:
Das waren ein paar gute Sätze (aus den Büchern „Unschuld“ und „Rave“) sowie der Marvin Gaye Remix, der sich zwar ganz schön nah an die Kante zum Schmierigen wagt, dennoch in Schleife lief:

>>Kein Baß.
Der Baß ist weg.
Das Aussetzen des großen Beats, ein Schieben, Harren,
Luftanhalten. Eine Art Geburtspassage etwa?
Und als der Baß im Beat zurückkam, erhob sich jetzt
vieltausendkehlig ein Geschrei.
Die Menschen schrien: »Wunderbar!«
Der Baß ist wieder da.
Und sie tanzten und sprangen wild herum, und
…<<
(Rainald GoetzRave“ 1998, Seite 21)
>>Ließ sich ein gefertigter Gegenstand denken, der vollkommener war als ein Tennisball? Flauschig und kugelrund, pressbar und prallfähig, zusammengefügt aus einem Paar ineinanderpassender Zungen, das Geräusch beim Aufprall ein Tock im angenehmsten Register. Hunde wussten, was gut war. Hunde liebten Tennisbälle, und sie auch.<<
>>Der Ball sprang in einem flachen Bogen auf sie zu, ihr Blick war daran geheftet, damit sie ihn auch wirklich sah, nur ihn sah, nichts dachte, und ihr Körper erledigte das Übrige, ohne dazu aufgefordert werden zu müssen. Dieser Moment des Aufeinandertreffens, die Genugtuung, wenn sie die Bewegungsrichtung des Balls umkehrte, das Ideal des idealen Punktes. Zum ersten Mal seit ihren Anfangstagen in Los Volcanes erlebte sie vollkommene Zufriedenheit. Ja, eine Art Seligkeit: lange Ballwechsel an einem Herbstabend, die Ausübung von Können in einem Licht, in dem gerade noch gespielt werden konnte, das verlässliche Tock des Tennisballes. Das genügte.<<
(Jonathan FranzenUnschuld“ 2015, Seiten 776 und 806)

Kultur am Perlonfaden

November 19, 2017

Gestern noch Lounge-Music in St. Petersburg, heute Zips Techno-Vermächtnis in Frankfurt am Main im Kopfhörer. Irgendwie beides nice – schön ist aber vor allem: ich bin wieder zu Hause (und Hellmut auch!)

When Techno Was House

November 6, 2017

Kleine Geschichtsstunde mit Jacob Arnold (Red Bull Music Academy Daily) >>When Techno Was House: Chicago’s Impact on the Birth of Techno<<,

sowie ein paar Gedanken- (und Lern-) anstöße von Finn Johannsen über das „Crate Digging„, also das Sammeln und Spielen aussergewöhnlicher, exklusiver Kostbarkeiten und seiner Kehrseite:
>>At some point I decided to play less old rare records, regardless if I bought them for a regular price, found them by chance in a bargain bin, or paid a lot of money. I felt they lost their appeal if too many people in the club already knew how special they were, or if too many other DJs already had similar ideas. So I went the other way and started playing cheap records that everybody else seemed to not know, or had forgotten about.<<

Musik ist eine körperlose Art zu reisen

Mai 11, 2017

Also dann bitte einmal zum taz-Artikel von Julian Weber und direkt weiter ins Kino, „Denk ich an Deutschland in der Nacht“ steht auf dem Zettel…

die Freiheit des Techno

April 13, 2017

… und das Prinzip von Anspannung und Entspannung, bzw. Aufstieg und Abfahrt (Achterbahn!) sind die Bottomline der einstündigen Arte Doku „Willkommen im Club – 25 jahre Techno

PS. Marvin programmiert DAS Techno…