Archive for the ‘eXOTICbeats’ Category

handgemachtes Sound Design

Mai 30, 2016

Die Klangbox von Koka Nikoladze würde ich irgendwo zwischen Neuer Musik, Bastelarbeit und Geräuschemacher einordnen.

Dank der Liebe zur Musik und der Glaube an die Kraft des Machens hat der Georgier einige tolle Klanginstallationen, Kunstwerke und persönliche Instrumente realisiert.

Beispielsweise seine Beatmaschinen 1 & 2:

Oder die „Sound Stencils“ im öffentlichen Raum

Computer-gestütztes

[File under: Mechanik, Federn, Schnüre, SpiraleLineal, Spieluhr, Metallzungen, natürlicher Hall, Magnete, Geigenbogen, Max Patch, Breaking Glass, Tischtennisbälle]

Die „vier Sachen“ der koreanischen Trommelmusik

Juni 19, 2014

Koreanische Trommelmusik ist für mich absolutes Neuland. Aber mein Einstieg war perfekt, dank dieser CD aus dem Jahre 1988, die mir Soo-Zin ausgeliehen hat und mein i-Tunes derart anzeigt 사물(四物)놀이: 사물놀이 창단 10주년 기념음반

Eine oberflächliche Google-Suche bringt weitere interessante Erkenntnisse:
1. Die traditionellen Musiken „Aal“ und „Tangak“ werden äußerst langsam gespielt, wobei einige Schläge über drei Sekunden andauern können. Die Schlagrate folgt entsprechend asiatischer Vorstellung dem Atem, nicht dem Herzschlag.
2. Die traditionellen Perkussionsinstrumenten heissen: Handgong (Kkwaenggwari), hängender Gong (Jing), Fasstrommel (Buk), Sanduhrtrommel (Janggu), Klatscher (Bak), Glockenspiel (Pyeonjong), steinernes Glockenspiel (Pyeongyeong), der tigerförmige Schaber (Eo) und die Holzschachtel (Chuk). [Quelle: Wikipedia]
3. Die CD stammt von Kim Duk-Soo, DEM legendären Samulnori-Künstler in Korea.
4. Samulnori wiederum >>bedeutet „vier Sachen“ und meint die Instrumentierung dieser Musikgattung. Demnach sind bei Samulnori typischerweise vier Instrumente vorhanden: Kkwaenggwari (kleiner Gong), Jing (großer Gong),Janggu (Sanduhrtrommel), Buk (Fasstrommel). Diese vier Instrumente symbolisieren die vier Wetterelemente Blitz, Wind, Regen und Wolken.<< [Quelle: Wikipedia]

Quintolen

Juni 19, 2014

Ehrlich gesagt: Quintolen habe ich in meinem Trommlerleben noch NIE live gespielt, keine Ahnung ob ich es überhaupt könnte…
Bislang war ich auch immer der Meinung, dass diese Notenwerte irgendwie unorganisch wirken und vielmehr gewollt (Selbstzweck), aber ganz und gar nicht groovig tönen.

Aber man lernt ja dazu…

In letzter Zeit war hörte ich über das Phänomen Quintole aus verschiedenster Richtung: Peter Wölpl erzählte mir, dass es in der Popakademie gerade ein großes Thema wäre (siehe zum Beispiel „Queenz“ von der tollen Anika Nilles) und im Sticks 05/2014 Interview erklärt Florian Alexandru Zorn, dass es oftmals das quintolische Feel ist, das den diversen modernen Beats im Hiphop und R&B den abgehangenen, gebremsten (>>oft ist der Schlagzeuger hinter dem Beat, aber so ganz anders hinter dem Beat, als man das sonst gewohnt ist<<), stolpernden Ausdruck verleiht. Sloppy bzw. „in between„.
Mal bewusst und ausgecheckt, manchmal einfach „wonky“ aus dem Bauch heraus…

mehr als eine Zierleiste

Mai 20, 2014

Eric Mils‘ Stoßstangen-Kick passt in mehrere Rubriken: in „nur einmal laufen (mit Auto)“, oder in „Samples akustisch imitieren“, oder in „minimalistisch (leider unhandlich).

eric mills

 

Plastiktüte

Mai 9, 2014

Wenn ich an die beiden Wörter „Plastiktüte“ und „Sound“ denke, kommen mir zuerst einige 80er-Jahre-Presets in den Sinn, dann das effektvolle Reiben eines Plastikbeutels (um beim Zuhörer die Vorstellung von Meer, Großstadtrauschen, Whites Noise oder Free Jazz zu erwecken) – gerne direkt ins Snaremikrofon (und mit Delay).
Durch eine kleine Wortumstellung finden wir auch zur Klang-Plastik

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Jedoch den eigenen Klangfundus so zu verteilen, als wären es Plastiktüten auf Einkaufsreise, ist mir ein neues „Bild“. Es entstammt diesem schönen Satz von Julian Weber aus der taz:
>>Al Qadiri trägt ihren anspielungsreichen Sound nonchalant vor, als sei sie unterwegs auf Shoppingtour. Wie Plastiktüten nimmt sie ihre Sounds auf und setzt sie wieder ab, wann und wo sie es will. Es macht großen Spaß, ihr bei dieser fast körperlos vorgetragenen Anstrengung zuzuhören.<<

 

Das moderne Gitarrentrio

Januar 23, 2014

Duo (w)ird Trio. Dank Lichtkünstler K.L. Theinert und seinem Visual Piano! Auf Facebook gibt es ein erstes Demo-Filmchen.
Und Andrea hat den profanen Buchstaben auf königliches Niveau gehoben:

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mit Rechts

April 10, 2013

Mit der rechten und gerne schwarz behandschuhten Hand, bedient Deantoni Parks den elektronischen Teil seines Synth-Drums. Kick, Hihat und LH erzeugen die Beat-Basis der Bosnian Rainbows.

The Tags Tapes

Dezember 2, 2012

THE TAGS TAPES

Passend zum Knistern der ersten Adventskerze hier eine halbe Stunde Musik, die ich anlässlich des „Neue Töne Open“ Festivals zusammengeklebt habe.

Ein Klangband in Bezug auf das Festivalmotto („Das Material des Anderen im Eigenen“) und das Thema Referenzialität – natürlich auch ein Ausschnitt meiner persönlichen Antriebe.

Den Rahmen bildet mein e-Beats ABC, das von „Null und Eins“ bis „Zitat, Zufall, Zuspieler“ stellenweise zitiert und klingend inszeniert wird.

Die detailierte Trackliste kannst du der Sprechblase entnehmen.

Hardcore Continuum und 5th World Music

Juni 10, 2011

>>[…] Hardcore Continuum. Mit diesem Begriff bezeichnet der Journalist Simon Reynolds den langen Fluss von untereinander verwandten und sich ablösenden Musikstilen, die seit Ende der Achtziger in der Folge des Britischen Rave aufkamen, vor allem in Gegenden Englands mit vielen Einwanderen aus der Karibik. Er beschreibt den langen Weg von Jungle über Grime und Dubstep zum Juke. Letzterer kommt zwar als Underground-Variante des House aus Chicago, aber: so what?. Globale Zeiten.<<
Klaus Walter im Spex #333 in einer Rezension von Africa Hitech „93 Millions“

>>[…] „Fifth World Music„. So nennt der Blogger Kid Shirt die postgeografischen und posthistorischen Superhybriden der iPod-Ära, in der das gesamte Musikarchiv des Planeten nur einen Mausclick voneinander entfernt ist. Der Begriff erweitert die Idee der „Fourth World Music„, die der Jazztrompeter Jon Hassell in den Achtzigern für die Verflechtung von uralten Ritualen und hochmodernen Technologien formuliert hat, wie sie etwa David Byrne praktiziert hat. Vorbei hingegen ist die Idee einer Weltmusik, die „bedrohte Arten“ aus der sogenannten Dritten Welt in die Konzertsäle der Ersten Welt bringt und dort bewahren möchte. Das damals geforderte „planetare Bewusstsein“ durch musikalische Gemeinsamkeiten hat sich erübrigt, seit das Internet zur Botschaft geworden ist.<<
Uh-Young Kim in der taz

beats no hihat

September 8, 2010

Stelle mal aus meiner eXOTIC-Beats Sammlung heute die Liste mit dem Thema „Beats with no Hihats“ vor und bitte um tatkräftige Erweiterung!