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Bertil und Oli @ Meinl Drum Festival 2010

Juli 7, 2010

Hin-und hergerissen, ob ich mir jetzt Deutschland-Spanien oder

>>>hier die ersten 26 Minuten ***

vom Meinl Drum Festival ansehen soll… entscheide ich mich für beides, denn ich bin sehr gespannt auf den Mitschnitt, da mich mein Computer an jenem wunderschönen Festival-Mittag kurz nach Auftrittsbeginn völlig überraschte*, indem er durch unvermittelt wahlloses Springen** die wenigen vorbereiteten Anker-Punkte zugunsten eines völlig freien Jams verdrängt hat. Heisst so viel: zack, raus zum Tandem-Sprung… aber Gott sei Dank mit einem Fallschirm voller elektronischen Möglichkeiten:

Also: Bertil hatte sein konsequent Tour-freundliches Computer Setup mit dabei, bestehend aus Macbook Pro, Ableton Live /Max for Live/NI Software und einem Motu Traveler Audiointerface, sowie den Controllern Lemur, Monome, Roland SPD-S und Wiimote und einem Kaoss Pad 3 Effektgerät. Insgesamt vier Mikrosignale werden gesplittet, durch den Traveler zum Rechner geschickt, dort dann wahlweise effektiert oder geloopt. Das SPD-S wird als reiner MIDI Controller verwendet, für verschiedene Befehle oder zum triggern virtueller Instrumente.

Auf meiner Seite gab es die Möglichkeit, das akustische Snare-Signal durch ein im Tempo anpassbares Echogerät zu schicken, wahlweise mit oder ohne Harmonien vom EHX Vocoder. Oder es mit viel und dubbigem Hall zu belegen. [Wie das alles funktioniert, erkläre ich hier.]

Dann hatte ich eine Bass-Abteilung am Start, einmal die Acidlab Bassline (- um phatte Basssequenzen zu filtern bzw. ein „Summer of Love“ Flair zu verbreiten -), sowie folgendes Kick-Trigger-Konstrukt: Ein Bassdrum Trigger (Roland RT10-K) wird bei Bedarf durch ein Volumenpedal aktiviert. Dieser Impuls wird zur Jomox Mbase (einem analogen Synthbass) geschickt, dann mittels Boss Space Echo um eine Achtel nach hinten versetzt ( – jetzt erklingt er in den Groovelücken – ) und schliesslich mit der Oto Machine Biscuit klanglich durchgeknetet. [schau!]

Für synthetische Schlagzeugklänge wurden zwei Roland SPD-S aufgebaut. SPD-S Nr.1 war ausschliesslich für die Boom Bass Drum zuständig, die ich durch Schläge auf das silberne e-Cymbal auslösen konnte. Das zweite Gerät schmuggelte seine Samples zum Teil in die Line6 Echo-Linie, zum Teil durch den Bassline Filter.

Meine Computer Ecke (Macbook Pro, Motu Traveler, Ableton Live/Effectrix, Launchpad) war von der technischer Seite her Clickgeber und für die MIDI-Synchronität von mir und Bertil bzw. von Click und Bassline zuständig, klanglich als digitaler Plattenkoffer gedacht: mit dem Lauchpad Controller wähle ich Musikschnippsel aus und verarbeite diese wie ein DJ in Echzeit zu etwas Neuem.

Dass wir beide auf ein schlankes akustik Kit als Basis aller Stromexperimente bauen, vertiefe ich jetzt ausnahmsweise nicht…dass am wichtigen Ende der Kabel ein kompetent und aufgeschlossenen Tontechniker saß, muss laut lobend erwähnt werden (Merci, Georg Feltes)!

An dieser Stelle noch einen heissen Dank an die Firma Meinl für die Einladung und langjährige Unterstützung (seit 1996!!!) und ’ne tiefe Verbeugung vor den Initiatoren dieses beeindruckenden Festivals (- im Speziellen vor Norbert Saemann und Stephan Hänisch). Applaus:

Weitere Festival Berichte folgen…

*PS: Wenn man sich auf das Spiel mit der Elektronik einlässt, gehören Unvorhergesehenes, Abstürze und ein erhöhter Zeitaufwand mit dazu. Das ist manchmal doof, oft aber auch bereichernd und bestimmt der Grund, warum die Club-Kultur so unterschiedliche und facettenreiche Macher hervorbringt…

**PPS: bin die Fehlersuche noch nicht angegangen, aber zufällig wurde heute das Ableton Update 8.1.4 ins Netz gestellt 🙂

*** Teil 2 & Teil 3

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21/11

November 20, 2006

Bill Drummond (The KLF) hat den 21.November zum No Music Day erklärt. Wer mitmachen will sollte an diesem Tag weder trommeln, noch Musik hören, maximal das John Cage Werk 4′33″ und die Ruhe der Welt geniessen…