Archive for the ‘Arrangement’ Category

Mediature in Ton und Bild

Mai 12, 2015

Thierry Miguet (aka Wah Wah TV) hat ( W ) beim Konzert in Schorndorf mit mehreren Kameras gefilmt und bringt im Schnitt Musik und Bild perfekt in Einklang, lässt dabei den Zuschauer unsere Improvisations-Maschinerie wie durchs Mikroskop betrachten. Danke!

PS. >>Weiter als beim Duo ( W ) kann sich die Gitarre nicht von dem entfernen, was die meisten von ihr erwarten<< (wie Rezensent Michael Riediger unser Konzert anlässlich der Jubiläums-Gitarrentage empfunden hat kann hier nachgelesen werden)

PPS. der Meinl Rawhide Shaker wurde mit einem Klettklebeband präpariert, auf dass er besser rauscht. DIY

PPS. die nächsten ( W ) Konzerte:
MI 20.05.15 Frankfurt, Fabrik
DO 18.06.15 mit Lichtkünstler K.L. Theinert, Mannheim, Popakademie
SA 04.07.15 
Schwäbisch Gmünd, Gmünder Art

everyone is a DJ!

März 19, 2015

Ich hatte im Rahmen der Cebit zwei interessante DJ-Gigs.
Am Montag durfte ich mich (im Anschluss an unsere „A Coral Room“ Performance) auf den geschmackvollen DJ-Mix von Matthias Vogt und Jan Hagenkoetter trommelnder Weise draufsetzen, sozusagen als overdubbender Menschlichkeitsfaktor bzw. als visuelle Energie-Komponente. Da die ausgewählte Musik über ausreichend Information im Basstrommelbereich verfügte, habe ich mich auf Snare, Hihats, zwei Becken und etwas Kleinperkussion beschränkt.
Eine derartige Session macht total Spaß und wirkt nachhaltig: nicht nur, dass man hochkonzentriert der (meist unbekannten) Musik folgen muss (um ihre Formteil-Wechsel oder den Übergang zum nächsten Track) zu erahnen, tatsächlich wird dabei das Bewusstsein für Spannungsbögen und die rhythmische Schichtarbeit bzw. die Orchestrierung der einzelnen Parts gestärkt.
Dank des anschliessenden Crashkurses im USB-DJing (Formatierung des USB-Sticks, Rekordbox bei Pioneer, Traktor auf USB) habe ich mich ziemlich auf den Mittwoch Abend gefreut, wo ich im Anschluss an den „Hattler“ Gig noch ein wenig auflegen sollte.

Ich würde mich nie als DJ bezeichnen, dafür gerne als „Selecta„. Als jemand der seine Lieblings-Tracks zusammenstellt und mit diesen Perlen das Publikum beflügeln will. Dass die Geschmäcker sehr unterschiedlich sind ist mir völlig klar, aber dass dann einige Menschen schon während der ersten Minute konkrete Vorschläge machen, einem ihr Mobiltelefon anbieten, dringendst „Ace of Bass“ oder was Lateinamerikanisches hören wollen, vor allem aber ein deutliches „hey, ich kann (und will) gerade echt nicht reden“ hartnäckig ignorieren, ist mir ein Tacken zu distanzlos. Vermutlich hat andernorts der alles bedienende „Hochtzeits DJ“ einen derartigen Standard etabliert und/oder die Bereitschaft sich auf etwas Neues einzulassen, ist völlig verloren gegangen?

Das ist mir zu anstrengend und Ich bin gottfroh, dass beim öffentlichen Schlagzeugvorspiel noch nicht derart aktiv mitgeredet wird wie beim Auflegen!
Jetzt noch ein schickes Foto (von Daniel Baak) und (zumindest nach außen hin) ist alles cool…

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Stimming Adventskalender

Dezember 3, 2014

Schokoladefrei und inspirierend: Den Stimming Adventskalender mit e-Beat relevanten Produktionstipps für den tanzbaren Sektor gibt es (wie auch schon im Vorjahr) auf seiner FB-Seite. 1A

Singen beim Autofahren – klar

November 30, 2014

Hier mit etwas aufwändigerer Musikzuspielung/begleitung: OK go!

Also „Music for one car and four musicians“ (siehe auch “Music for one apartment and six drummers”)

Energie!

November 22, 2014

Eigentlich bereite ich mich dieser Tage auf einen Gig mit Mister Santos vor, bei dem erstmals some nice new tracks präsentiert werden (u.a. „Energie“)

Aber irgendwie bleibe ich aber auch immer wieder an interessanten Nebenschauplätzen hängen. Zum Beispiel auf der Fahrt zum Proberaum, Radio-X hörend, fasziniert mich der LCD Mix einer Madonna Covernummer [vor allem dessen harmonische Frechheit], auf der Rückfahrt dann die zwei maßgeblichen Groove-Pattern von „James Brown Talkin‘ Loud and Sayin‘ Nothing“ [four-on-the-floor und broken breakbeat], zuhause wiederum lässt mich die erste Pat Metheny Group Scheibe, „The White Album“, kaum aus der Dauerrotation [ich liebe den achttaktige Vamp in „Jacob“] und schließlich kommt mir noch in den Sinn, ich könnte doch meine 18″/16″er Superstar Gong Tom zur zugfreundlichen Reise-Basstrommel umfunktionieren (sowie die Schlüssel-Brandblase aus der Sauna zum Tattoo…)

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Beat This: Basteln mit der Sanduhr

Januar 23, 2014

Tim & Barry fordern in ihren „Beat This“ Filmchen unterschiedlichste Produzenten heraus, innerhalb von 10 Minuten einen Track aus dem Nichts zu erstellen.

Mein erster Impuls: Was für eine seltsam unmusikalische Sportveranstaltung. Produzieren im Zeitkorsett – wozu?
Aber beim Anschauen ändert sich meine Beurteilung, geben doch alle Teilnehmer einen tiefen Einblick in die Essenz ihrer Produktionsweise. Gedanklich spitze ich die „Beat This“ Idee weiter zu und lande schließlich beim Ideal der Echtzeitkomposition, dem ad hoc Solo mit Songqualität.

Fazit: Ich sehe die „Beat This“ Game Show als Aufforderung, meine Produktions-Mittel und -Arbeitsweisen so zu gestalten, dass ich mit ihnen jammen kann, als wären sie ein vertrautes Instrument…

geschickt aufgeteilte Dreierverschiebung

Januar 23, 2014

…nämlich in 3/4 + 5/4. „Thinking about you“ dreht sich und geht vorwärts:

Immer wieder mal, überraschen mich hochkommerzielle „Dance Hits“ durch ihre Umschiffung der 4/4 Standardschwerpunkte.
2002 war es der Titel „Loneliness“.

Leadsheet Maske für Trommler

März 21, 2013

Das Leadsheet ist eine Art Spickzettel für den Musiker. Es enthält die wichtigsten Informationen zu einem Song/Track und kann im besten Fall selbst einen Ahnungslosen Mitspieler durch den Titel navigieren.

Da es keine einheitliche Schreibweise gibt, werfe ich mal meine erprobten Wegbegleiter in die Runde: Gliederung, Kürzel und meine downloadbare Vorlage.
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Kopfzeile

1 Bandname

2 Nr. des Titel im Live-Set

3 Songtitel

4 Songtempo in Beats per Minute

5 Muss eingezählt werden? Wenn JA, wie?

6 Notizen, wie z.B. Seite 1 (von 2); Icons der zu verwendenden Schlagmaterialien; Snares off; shuffled; Patch-Nr. der Elektronik…

Der Körper

7 Formteil (Intro, Vers, Bridge, Ref, Solo, Mid8, Interlude, Outro, Ending)

8 Grau unterlegt: die Länge des Formteils in Takten

9 Auf den Notenlinien werden die jeweiligen Grooves und Besonderheiten (Mutes, Fill-Ins, Variationen) notiert

Unten

10 An der gestrichelten Linie können die Ecken abgeschnitten werden, dann passt der DIN A4 Zettel perfekt auf eine (nicht bespielte) 14“ Side-Snare – einem nicht erkennbaren Notenständer-Ersatz

11 Info bzw. © des Transkribierenden

visuell voneinander abgesetzte, computer-kompatibele Formteilkürzel

(I)       Intro

-V-      Vers

B         Bridge

[R]      refrain

#M      Mid8, Middle-Eight

#Z       Zwischenspiel, Interlude

(O)      Outro

End     Ending

->        Attaca, go to, zack-weiter

Notizen/Bemerkungen(ggf. mit Taktzahl) und computer-kompatibel

Main Groove           wird zur besseren Übersicht eingerahmt

Fill                             Fill-in

>                                Akzent, Betonung

Stop                           Mute, Pause

loop/no drum         Pause

Breakdown              anderer oder reduzierter Groove

on cue / Q                auf Zeichen

Ω                                Fermate

Rit                              Ritardando

Rim                            notierter Groove wird mit Sidestick gespielt

Ride                           notierter Groove wird auf Ride gespielt

FOTF                        Four on the Floor

+++Nachtrag+++
Um dem Wunsch nach einem ausgefüllten Leadsheet nachzukommen, hier ein handgeschriebenes Exemplar, sowie eine Kombi aus Word.Doc und Kugelschreiber-Notizen. Sobald meine neue Vorlage zum Einsatz kommt, wird auch davon ein Bild hochgeladen.

+++Nachtrag 2+++
Eine dunklere Variante, sowie eine zweite downloadbare Vorlage OHNE Notenlinien.

Besenkammer

Dezember 12, 2012

Im aktuellen Sound&Recording Magazin (12/12) wird auf Seite 60 meine Besenkammer im „Special Homestudio 2.0“ gezeigt/geöffnet. Hätte ich doch für’s Foto besser die „Live Wires“ in die Hand genommen…

vic firth live wires

Digitale Leadsheet Ideen oder keine Notenständer mehr!

Dezember 11, 2012

Im November waren wir zum Abschluss der Hattler Tour für ein paar Tage auf den Kanaren. Kurz vor dem letzten Konzert bekam ich einen Anruf von Stud, ob ich kurzfristig bei Jazzanova aushelfen könnte, da deren Trommler (der lässige Grabi) krank geworden ist.
Ich hatte zur Vorbereitung nur den kommenden, sehr zerpflückten Reisetag und musste mir gut überlegen, wie ich mir das Material in dieser Situation am besten aneignen kann. Ich bekam den Link zu einem mitgeschnittenen Livekonzert, packte das Set auf Rechner und Telefon und nahm noch den Hotelkugelschreiber, sowie sämtliches Briefpapier aus dem Zimmer mit auf die anstehende „Studienreise“.

Zunächst musste ich aus dem Norden Teneriffas in den Süden. Im Taxi und im Bus hörte mich erst einmal ein, am Flughafen war die oberste Priorität, eine Steckdose zu finden, um die Batterien von Telefon=mp3 Player und Rechner für die Arbeitszeit vor Ort und vor allem für den anstehenden fünfstündigen Flug nach Berlin aufzuladen.

Ich habe mich dann entschieden, die Transkription der Arrangements gleich ins Textverarbeitungsprogramm zu tippen, und die Song-relevanten Besonderheiten (Einzähler, Grooves, Fills, Stops, Schlüsse) auf dem spärlichen Briefpapier zu notieren. Als ich dann nachts in Berlin ankam, habe ich bei Stud die Song-Zettel ausgedruckt, um sie am nächsten Morgen (auf dem Flug nach Zürich) mit den handgeschrieben Notizen endgültig zu komplementieren.

Die Leadsheets sahen dann so aus (und wurden beim Gig quasi unsichtbar auf einer zweiten Snare plaziert):

WordHandSheet

Übermorgen helfe ich mal wieder ungeprobt bei einer Kapelle aus und freue mich auf fünf Gigs mit Bartmes. Diesmal gab es im Vorfeld ausreichend Vorbereitungszeit, aber ich habe dennoch mich wieder für die „Word-Arrangement/Noten handschriftlich-Leadsheet“ Version entschieden. Erstes hören für’s Worddokument, weitere Runden für die gekritzelten Not-en/izen.
Da ich bei diesen Gigs zum Click spielen und diesen auch als Midiclocksignal ausgeben werde, kam ich ins Grübeln, wie ich wohl Ableton Live mit den Scans meiner Leadsheets (.jpg oder .pdf) verknüpfen könnte:
Ich habe einen Abletonsong, mit den Tempo-bezogenen Masterszenen in Programmreihenfolge, durch den ich mich mit der einem Buchstaben der Laptoptastatur navigiere.

Bartmes Abletonset

Und hätte nun gerne mit dem Starten eines Songs gerne das passende Foto auf dem Bildschirm. Vielleicht eine Kombination von Ableton und Modul8? Oder gibt es eine einfachere Löung?

Man findet ja diverse Setlisten Apps/Programme auf dem Markt (Frozen Ape TempoSet List Maker, ForScore). Auch mit iTunes kann ich einem Musikstück (sei es ein Backing-Track, oder ein aufgenommener Click) Metadaten (z.B. ein Foto) zuordnen.
Aber Click plus Midclock plus Leadsheetfoto?

PS. auch eine Notenständerfreie Notizvariante, einer abwaschbaren Schultafel nicht unähnlich. Funktioniert halt nur auf der ersten Generation der Simmons Drumpads…

(Dieses Foto kommt aus dem drummerforum/TrommelTheo und zeigt ein Pad von Sibi Sieberts Simmonsburg)