Archive for the ‘Music of the Moment’ Category

Don’t Change Your Love

April 16, 2019

Kaum zurück in Frankfurt, geht’s gleich weiter auf die nächste Zeitreise:
Montagmittag um 14 Uhr auf der Dippemess ist machbar, noch nicht so voll und trotzdem sind die Kassenhäuschensprecher im Flow als wäre Samstagnacht! Auch im Mukke-Cluster blitzt immer wieder mal eine Perle auf. So bin ich durch „Mo Money, Mo Problems“ dann komplett auf Notorios B.I.G. hängeblieben und habe mit „Everyday Struggle“ nicht nur ein weiteres schön verstimmtes Sample entdeckt, sondern den Bomben-Break „Don’t Change Your Love“ wieder erinnert:

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Passend zum Nostalgieschub, die Seite 271 aus Heinrich Steinfests aktuellem Roman „Der schlaflose Cheng„:

>>Als Cheng nach draußen aufs vordere Deck trat, brach soeben die Abendsonne durch einen breiten Riss in der Wolkendecke und verlieh den vorbeitreibenden Eisbergen den farblichen Glanz von altem, angegrautem Rosa. So ein Rosa, das manch einer als Großmutterrosa bezeichnen würde, bei dem Cheng aber an einen bestimmten Wassereisschlecker aus den frühen 1970er-Jahren denken musste. Dieser hatte aus einer einzigen zylindrischen Form bestanden und den Namen Lutscher getragen. Ein Totem von Eis. Er hatte genau einen Schilling gekostet. 1 Schilling! Nicht 0,99.
Natürlich würde man heutzutage keine Marke mehr Eskimo taufen und keinen Lutscher mehr Lutscher. Und von der Währung Schilling zu sprechen klang so, als rede man über den in Entenhausen gebräuchlichen Taler. Doch für Cheng hatte die Erinnerung an dieses Eis seiner Kindheit, das praktisch dort draußen zu arktischer Natur verwandelt vorbeischwamm, etwas Besänftigendes. Die Erinnerung an eine größtmögliche Einfachheit, die größtmögliche Freude bereitet hatte.<<

Zwischentöne

März 31, 2019

Kommt eher selten vor, aber heute hatte ich mich rückblickend über eine Autobahnvollsperrung gefreut – dadurch konnte ich den DLF Beitrag „Zwischentöne mit/über den Regisseur Oliver Schmitz in voller Länge genießen: das war ein spannendes Gespräch, bei dem selbst mimisches Lächeln durch den Lautsprecher übertragen wurde, zudem gab es auch tolle Musik, die mich direkt das Autofenster runterkurbeln lies – einerseits Kurzurlaub, aber auch überraschende Augenöffner:
Police & Thieves ist nicht nur eine eins a Lee Scratch Perry Produktion aus dem Jahr 1977, sondern auch die Grundlage der Freundeskreis Version vom Ton Steine Scherben Klassiker „Halt dich an deiner Liebe fest“. Und die „Compared to what“ Bassline (von Ron Carter!) covern wir gerne mal mit DePhazz.
Vitamin C, eh immer OK – der Track ist laut Rolling Stone Magazine >>the most immediate example of Liebezeit’s rhythmic signature<< und ich bekomme direkt Lust darauf, mal wieder ein Hängetom aufzubauen… aber jetzt stehen erst mal zwei volle Wochen mit nur einem Tom an:

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02.04. Saisonstart mit dem „Temporären Elektronischen Salon“ @ Yachtclub Ffm/ Eintritt frei!
02.-05.04. Musikmesse??? > 06.04. Vintage Drum Meeting (Electro Drums – früher & heute), Mörfelden
04./05./06.04 „Hattler“ in Homburg/Idstein/Schorndorf
09./10./11.04 „Nils Wülker“ in Erlangen/Potsdam/Ulm
12.04. „DePhazz“ in Worpswede
13./14.04. Workshop @ Trommelwerk Bremen

PS. war heute erstmals im Waldstadion – klingt auch besonders…

Spring Reverb

März 27, 2019

Vor kurzem ist (Surfmusik-Pionier) Dick Dale gestorben. Ihm ist es letztlich zu verdanken, dass sein Kumpel Leo Fender die Hammond Hallspirale lizensiert und diese 1961 erst in eine extra Kiste, bald darauf in seinen Amps verbaut hat. Und damit einen riesigen Effekt-Standard formte:
elektronisches Instrument wird laut durch Verstärker mit Federhall!

Ich lege gleichmal was dubbiges dazu auf, Tony Allen im Moritz von Oswald Remix und freue mich auf den nächsten Frühlingstag!

 

flying cymbal style

März 25, 2019

>>…the ‘flying cymbal’ style that was ruling Jamaica in 1974-5, based on an open-and-closed high-hat pattern, adapted from the Soul Train theme song<<
„A beginner’s guide to King Tubby, the producer who turned dub into an art form“ by David Katz, 2015

Ob die Offbeat-Hihat nun mit dem Titelsong der Soul Train TV Show 1973 aus den USA herübergeschwappt kamen, oder aber das „flying cymbal“ längst in der jamaikanischen Rhythmuskultur verankert war – siehe „Moonlight Lover“ aus dem Jahr 1968, wird von den Beteiligten (u.a. Sly Dunbar) der 74er Reggae-Mode heiß diskutiert.

>>I was the one that recorded that first, but it was originally part of soca. When I played that in the ’70s it became popular because of the attitude I played with—it was more open and pronounced. I didn’t name it the flying cymbal; that was Bunny Lee. I played it on “None Shall Escape the Judgment” by Earl Zero. But for years it was played in calypso, where the accent was a little different. I played it more aggressively.<< sagt Carlton „Santa“ Davis im Modern Drummer Interview zum Thema.

Ist vielleicht auch gar nicht so wichtig, definitiv ist die Geschichte schon so alt, dass es längst die süße Rache des fliegenden Beckens gibt:

Bouncende Bälle auf dem Platz und im All

März 23, 2019

Das dubbige Verdrehen einer Echomaschine, bei dem viele Wiederholungen durch Tempoänderungen ins Wolkige transformiert werden, hat mit Aphex Twins „Bucephalus Bouncing Ball“ seine computerbasierte Weiterentwicklung erfahren. Diese Klangmanipulation (ab 3.03′) funktioniert durch Veränderung der Sample-Länge eines geloopten Sounds.

Was Herr Twin damals wohl mit einem Supercollider Script erzeugte, lässt sich heute relativ einfach mit Ableton nachempfinden:

Und weil Wochenende ist:

Ping-Pong Delays in the real world…

Cream & Music

März 22, 2019

Als laut wurde das Cream Music im Bahnhofsviertel dichtmachen muss, war ich echt ein bisschen traurig, zumal dieses spezielle Traditionsmusikhaus allein wegen seinen versprengten Abteilungen zwischen Rotlicht, Hippster-Kanzlei und äußerst buntem Straßenalltag immer einen Ausflug wert wahr.
Dass ausgerechnet die Schlagzeugabteilung – Martin Hahn sei Dank – mit einem Cornershop in meinem Kiez (Bockenheim, Grempstr.11) wiederbelebt wurde, passt zum Frühlingsgefühl!

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Wer gleich rausgeht und dennoch Lust zum Üben hat, hört sich vielleicht (am Fluss, auf der Parkband oder im Baumwipfel) das von Richard Spaven kreativ nach Hause getrommelte „Incomparable“ heraus:

It’s gonna rain

März 17, 2019

Steve Reichs Bandschleifen-Techno anno 1965/1966

Und zwei Jahre zuvor gab es Terry Rileys Pre-Dub aus Frankreich.

>>It was in Paris, in 1963, earning a living playing boogie-woogie piano at American military bases, that Riley was asked by the director, Ken Dewey, to compose something for a theatre piece called The Gift. Chet Baker had just been released from jail in Italy, so Riley took him to the studios of the French national radio and had his band play Miles Davis’s ‘So What’, recording them both individually and as a group. Then he mixed the tapes down, letting the different parts run out of phase with each other, creating tape loops and delay effects on the fly.<<

Stockhausen Strategies

März 17, 2019

Brian Eno und Peter Schmidt bastelten eine Kartenspiel („Oblique Strategies„), Matthew Herbert verfasste sein „Personal Contract for the Composition of Music„. Und Karlheinz Stockhausen spricht in „Hymnen“:

>>Hide what you compose in what you hear.
Cover what you hear.
Place something next to what you hear.
Place something far away from what you hear.
Support what you hear.
Continuo for a long time an event you hear.
Transform an event until it becomes unrecognizable
Transform an event that you hear into the one you composed last.
Compose what you expect to come next.
Compose often, but also listen for long periods to what is already
composed, without composing.
Mix all these instructions.
Increasingly accelerate the current of your intuition.<<

 

The Comet is Coming

März 15, 2019

Höre mir – taz Artikel sei dank – (wieder mal) das aktuelle Trio „The Comet is Coming“ von Shabaka Hutchings an.
Dass mir der Spotify-Player dabei als erstes einen Track mit Echodrums zuspielt („Final Eclipse“), mag Zufall sein, oder aber der perfekte Algorithmus zu meiner Vorliebe für Musik mit Delay-Drums.*

*den ich übrigens gerade für meine Echodrums Recherche gut gebrauchen könnte.
Wärt ihr so nett…?

Die Band ist im April auf kleiner Deutschlandtour (und am 9.4. in Frankfurt @ Zoom).

Light my Firestarter

März 4, 2019

Danke Keith Flint, für Energie und Liedgut!

Check the Beats: Prodigy „Firestarter“ > Ten City „Devotion“ (The Voice of Paradise Mix) > M.B.P. Mix „Light my Fire“