Archive for the ‘Music of the Moment’ Category

making, consuming, owning.

Mai 15, 2022

Diese Woche gab’s nur eine CD im Player, „Night Dubbin‘ mixed by The Idjut Boys“ – hey, das ist ein kompletter Echo-Mix. Und im Booklet gibt’s nicht nur folgendes Statement der beiden Boys from London, sondern top Einblicke bzw. Interview-Schnipsel in die Dub/Remix Welt von John Morales, François Kevorkian (ursprünglich auch ein Drummer!), Paul Simpson.
>>When he [Dimitri from Paris] asked us to do a mix version of the cd he ‚d compiled for BBE, we were
honoured. We wanted to do a live dj mix, not touched up in a computer as that’s the way it
comes from a club booth. The use of effects is something we always prefer when we dj
The opportunity of manipulating the sound opens up the possibilities for more radical highs
and lows and musical variety.<<
Hey, solche Liner Notes sind für mich pures Gold. Sie nehmen mich bei der Hand und pflügen einen wunderschönen Pfad durch den Dschungel der Vielfalt!!

Ansonsten: Pablo Held hat mit Jochen Rückert gesprochen!

Und im die Ecke, im Instagram finde ich noch eine schicke Weisheit von John Maeda:
The 3 modes of human cognitive activity sit in
1/ making,
2/ consuming,
3/ owning. 
We communicate through making (signals) on one end and consuming (i.e. listening). We achieve commercial relationships with what can be consumed (by you) and owned (by someone else). We demonstrate character by what we make and own (i.e. as artists).

Guten Wochenstart, wünsche ich!

15 minutes of Cloud Rap

Mai 12, 2022

Bin am Dienstagabend eine Stunde geradelt, um 15 Minuten vom Konzert des Cloud Rappers Denzel Curry zu erleben. Hat sich gelohnt!

1. Mich interessierte vor allem der Sound: wie mischt der Tonmensch einer amerikanischen Produktion heute ein Rap-Clubshow?
Ich fand es angenehm bassig, mit der Stimme klar im Vordergrund. Erstaunlicherweise wurde das hochfrequente Trap-Geklapper in den Hintergrund verbannt.

2. Deswegen habe ich mich vom Platz des FOH Mischers entfernt, ah und plötzlich hörte ich die typischen, schnellen Subdivision Variationen immer deutlicher???
Letztlich kam sie von einem motivierten Dude hinter der Theke. Zwei Messer können klanglich ganz schön durchschneiden, zumindest sich in der rechten Hälfte der Frankfurter Union-Halle bemerkbar machen…

3. Für den Übertrag eines live-tauglichen Bassdrum-Konzepts merke ich mir: lange, boomige 808 Kicks sollte nicht polyphon getriggert werden und gehören in die Mute-(oder Sidechain-) Group mit der Snare (also von deren Akzenten stummgeschaltet). So wird der Matsch elegant umfahren.

4. Die Masse hüpfte, schwitzte und war glücklich. Konzertziel eindeutig erreicht. Dennoch finde ich persönlich das Gebinde Rapper plus DJ für den Konzertrahmen nach wie vor dürftig und ganz schön langweilig. Wenn dann der DJ auch noch in jedem Track den immer gleichen (zudem schmerzhaft lauten) Pistolenschuß abfeuert, bin ich dreifach genervt: das ist nicht nur unkreativ und unmusikalisch, der Aufmerksamkeit generierende Effekt nutzt sich auf diese Weise rasant ab. Hey, und warum immer: Waffen?

wieder mal Juicy Fruit Vibe… aber eins a Hook Gesang, super Outro Move – finde ich ich

Zum Abschluß noch der Top-Steve-Gadd-Break aus Mark Colbys „Serpetine Fire“ (1978)

Daily Operation

Mai 5, 2022

Ich höre das großartige (gleichnamige) Gangstarr Album, das heute vor 30 Jahren veröffentlicht wurde. Zwei Plattenspieler, zwei Scheiben und ein MC, heyho DJ Premier & Guru!

Bzw. gutes Konzept plus Gäste:

Und zum Tagesgeschäft sollte heute auch gehören, sich gegen den bestialischen Krieg zu positionieren! Insofern muss ich mich selbst immer wieder an die eigene Spendenaktion erinnern und aktiv anknüpfen.
Dazu wird der 40ste Geburtstag des deutschen drums & percussion Schlagzeugmagazins bemüht:
Nachdem dazu aufgerufen wurde, sich mit seiner ältesten Ausgabe zu fotografieren, habe ich tatsächlich mein allererstes Heft (6/1984) gefunden. Und dieses würde ich zusammen mit einer weiteren oldschool Perle (4/1985), der aktuellen Jubiläumsausgabe (3/2022) und der Nummer mit mir aufm Deckel (5/2008) zum Jahrgangspreis von 19,82 Euro gegen eine Spende an Ärzte ohne Grenzen verticken/verschicken.

Schatten der Unendlichkeit

Mai 4, 2022

Feine-Guerilla-Idee fürs russische Straßenbild (Serge Dubovenko⁠ via IG von Stefan Sagmeister)

Dazu höre ich Vaporwave von Macintosh Plus und schwelge in Erinnerungen

Und ich checke den Londoner Drummer Malcom Catto (Tim von Johann Polzer) und fotografiere aus Andreas Kunstbuch den „Schatten der Unendlichkeit“ (von Klaus Heider) ab:

Mai!

Mai 1, 2022

Im taz-Interview („Überfluss nimmt Freiheit“) haut der Zeitwohlstandsforscher Gerrit von Jorck ein paar treffende Sätze raus:
>>In dieser [Überflussgesellschaft] fehlt uns häufig die Zeit, richtig zu konsumieren. Also: Das, was wir erworben haben, auch zu nutzen […]
damit eine Sache Nutzen stiften kann, muss ich Zeit mit ihr verbringen […]
Zunächst einmal müssen wir die Zeit, die wir mit Erwerbsarbeit verbringen oder verbringen müssen, reduzieren. Und wir müssen die Arbeit entdichten, also den Stress und den Druck reduzieren. Dadurch wird Arbeit befriedigender und weniger erschöpfend und die Menschen haben Kapazitäten, ihre Freizeit jenseits des materiellen Konsums zu gestalten, ihre Interessen und Kompetenzen wahrzunehmen.<<

Und so teile ich meine kleine Schatztruhe vom ersten Mai, für die Du lediglich Zeit brauchst.

Darin befindet sich ein neu entdecktes Interview mit meinem Lieblingsdrummer und Lokomotivführer Helge Norbakken.
Überlagerung scheint das Große Thema zu sein. Die Kombination unterschiedlicher Schlagmaterialien, das Schichten verschiedener Klangfarben bzw. das Vergrößern/Verzerren („distortion“) eines Sounds („two sticks in the hand for the impression that there are more players“), die Transformation der Klangfarbe („from tonal to abstract“):

Im zweiten Teil geht’s um die Sabar Familie, den Trommel Sound aus dem Senegal. (Verrückt genau diesen Instrumenten Namen hatte ich noch vorgestern vermisst, als ich Roland Peil von Ndagga Rhythm Force erzählt hatte.)
… Kontraste, Polyphonie, Wellen & „beautiful attacks“… dank gemeinsamer Trommelmusik!

Auch wenn bei Norbakken ein zugemischter Hall als verbindendes Element wunderbar fungiert, feiere ich die herausstechenden Zweiträume des Dub-Vermächtnisses ebenso. Zack, bin ich bei meinem Highlight des nächtlichen Jams in den Mai, die von Michael Rütten aufgelegte Colourbox Scheibe „Baby I Love You So“ (1986).

Schließlich noch Scofields „Blue Matter“ in der Hamburger Fabrik. Harmonien zum (Weiter-) Träumen…
(denn im Sommer desselben Jahres durfte ich der Band in meiner Heimatstadt als Stagehand dienen, Dennis Chambers während des Gigs aus allernächster Nähe beobachten und nach dem Abbau mit Gary Grainger noch Pfannenkuchen verspeisen)

Elektronen als Botschafter von Romantik

April 29, 2022

Am Dienstagabend ist der Berliner ­Keyboarder Klaus Schulze, der ursprünglich als Drummer das Krautrockfeld beackert hatte, im Alter von 74 Jahren gestorben.
>>Mehr denn je ist die Arbeit von Klaus Schulze die perfekte Balance zwischen Seele und Technologie. Elektronen als Botschafter von Romantik<< (Hans Zimmer)

Revolution 909!

April 27, 2022

Gestern wurde – nach über 25 Jahren! – eines der großen Daft Punk Sample Rätseln gelöst, die Hook von „Revolution 909“ kommt offenbar aus Hannover
(vermutlich steckt dann auch noch eine kleine Prise Cheryl Lynn drin)

Hey, diese Entdeckung ist die beste Vorbereitung für den anstehenden Tanz in Mai. Den werde ich jammenderweise (Obacht beim Lesen: jammen, nicht jammern…) mit dem tollen DJ Michael Rütten und meinen beiden Fußballfreunden (und Jazz Montez Machern) John Vibrations (ebenfalls DJ) und Lorenzo Dolce (am Saxophon) begehen.
30.04.22 ab 21h Frankfurt, Achter

Wiederhole mich nur allzu gerne, dass das spontane Zusammenspiel mit einem DJ ein großartiger Zeitvertreib ist.

Peace Beyond Passion

April 22, 2022

Gestern ging’s unter anderem um Bestenlisten, um die Benennung von Highlights. Heute folgt das praktische Beispiel, ein gefilmtes Drum-Along zum momentan Lieblingslied.
Neulich ist mir mal wieder das tolle Album „Peace Beyond Passion“ von Meshell Ndegeocello in die Hände gefallen und ich bin direkt bei Track Nr. 2 hängen geblieben; habe immer wieder „The Way“ gehört, von den dortigen Lieblingsstellen gar geträumt und jetzt – zehn Tage später – einfach mal Schlagzeug dazu gespielt. Das ist zwar alles rough – vom bloßen Kameraton hin zum wilden Spiel – dafür frisch und „phrasig“ (damit meine ich das Mittrommeln bzw. Illustrieren all der lieb gewonnenen Phrasen, was ich vermutlich bestimmt so nicht spielen würde, wenn ich mich „klassisch“ auf den Track vorbereitet hätte).
Erkenntnisse:
1. Zeit verhilft zum Tiefgang
2. Intensives Hören ist auch üben
3. Mal ungeniert die persönlichen Lieblingsstellen mitzutrommeln, ist vielleicht nicht immer Song-dienlich, eröffnet aber erfrischende Spielweisen und befördert überraschende Ergebnisse jenseits des Originals/jenseits des persönlich Typischen ans Tageslicht.
Übrigens, das Schlagzeug des Originals habe ich mit der Moises App entfernt.

Zum Abschluß noch ein paar unterschiedliche Live-Versionen von „The Way“:

viel electrica salsa

April 14, 2022

hey, ich war heute in der Musikhochschule, im neu eröffneten MOMEM (dem Frankfurter Museum für Elektronische Musik), bin beim Mithören quer zum Ableton-Artikel über Paradox (jenem Breakbeat-Meister, der A schon ein fettes Feature im Schlagzeugmagazin bekommen hatte, ohne jemals einen Drumstick gehalten zu haben und B ganz klassisch mit Commodore Amiga plus Akai S32000 Sampler produziert und sich damit auch auf der Bühne stellt!) tief in Drum’N Bass Beats versunken…sprich, pausenlos tolle Musik!
Doch der schönste und alles übertönende Nachklang kommt vom gestrigen Geburtstagsfest:

Um all die Eindrücke zu einer stimmigen Botschaft zu verdichten, lege ich Joo und mir ein Ständchen zwischen die Lippen, packe einen Paradox-Break und etwas Kulturatmo aus dem Museum darunter…
und wünsche Dir, lieber Hellmut, alles Liebe und uns noch viel gemeinsame „electrica salsa“!

Lazy

April 3, 2022

Noch ein kurzer Ausschnitt vom Trio Gig mit Peter Wölpl und Wolfgang Schmid. Spätestens am 28.5 spielen wir wieder zusammen – in der Schorndorfer Manufaktur anlässlich der Gitarrentage. Hurra!

#LuminosW