Archive for the ‘Music of the Moment’ Category

Einmal Drums mit alles

Januar 9, 2021

Bo Borgmann kenne ich bisher nur vom Sehen (im wahren Leben einmal, nämlich letzen Januar beim jährlichen Meinl Come Together, online schon deutlich öfter) und von seiner Schreibe. Dank seiner geradlinigen Art (auch unbequeme) Sachverhalte deutlich, aber empathisch anzusprechen und weil er mich in puncto Namen und Statur an meinen Bass-Freund aus Stuttgart erinnert, hat er schon ein Stein im Brett.
Während des ersten Lockdowns erzählte mir Stephan Emig von „Bos Kaffeekränzchen„, einer super Idee, ganz nach meinem Geschmack, jedoch leider mit der falschen Uhrzeit. Morgens um 9 Uhr bin ich noch nicht mal zum bloßen Kaffeetrinken fähig, insofern gab es dort keine Einstiegschancen.
Um so mehr freute ich mich über die neue Podcast-Reihe „Einmal Drums mit alles„, die selbstredend jederzeit gehört werden kann.
Nachdem ich die beiden Folgen mit Simon Gattringer und Christin Neddens angehört hatte schrieb ich ihm:

Es folgt eine schöne Antwort. Und selbstverständlich würde ich mich gerne bei diesem Imbiß in die Schlange stellen, dabei Rede und Antwort stehen, aber hey, das hätte jetzt doch den Beigeschmack einer Selbsteinladung.
Zudem habe ich schon zwei anderen Podcast-Gesprächen zugesagt und obwohl ich einiges zu erzählen wüsste, will ich auf keinen Fall durch Omnipräsenz ein „och ne, noch ein Podcast mit dem“ provozieren.

In diesem Fall wird’s wohl eher eine kurze Selbsteinwechslung – als Teil von Netzer trage offenbar auch ich ein solches Gen in mir – die sich um den rätselartigen Frageblock am Ende von Bos Sendung kümmert.

A >>Die schönste und die schrecklichste Erfahrung<<
Oh yes 🙂
Sauerstoff an der Grenze zum Kollaps – mit DePhazz 2007 auf dem Clubschiff in Budapest
Oh weh 😦
Ich durfte 2011 wieder mal bei den „Fantastischen Vier“ aushelfen und hatte einen suboptimalen Kopfhörermix. Hörte prompt den Einzähler bei „Mehr nehmen“ angeschnitten, sprich, zu spät und zack waren meine Sinne von der Offbeat basierten Synth-Sequenz auswegslos eingenommen. Natürlich merkte ich, dass was nicht stimmt, wusste aber nicht nicht genau „was“, konnte folglich auch nicht guten Gewissens irgendwo einsteigen. Trommle also nicht, Nummer wird abgebrochen… (dort wird die Geschichte dennoch gut, weil lösungsorientiert, zu Ende erzählt)

B >>Wer hat’s getrommelt?<<
Hierzu spielt Bo einen Track ein, den ich nur in der Sendung mit Christin („I keep forgettin‘„) gekannt hatte, dabei direkt an Wolfgang Haffners Buchtipp denken musste. Denn die Lukather Autobiografie ist voller Porcaro Geschichten.
Für Simon gab es den „Pina Colada Song“ mit Steve Jordan, für Ralf Gustke – habe ich ebn noch nachgeholt – Vinnie mit Megadeth 🙂

C >>Was wäre wenn?<<
1. Reise in die Vergangenheit
So schön ich viele unterschiedliche Epochen auch finde, ich möchte eigentlich genau im Hier und Jetzt bleiben. Einfach jetzt und in der nahen Zukunft all das machen, was ich toll finde bzw. aus der Vergangheit heraus traumhaft finde.
Passend dazu gab es heute einen schönen Gastbeitrag auf der IG Seite des Designers Stefan Sagmeister:


2. Der einzige verbleibende Song
Schwer!! Nach kurzem Mitüberlegen während der gehörten Sendung kam ich auf „Part I“ von Keith Jarretts „Creation“ Album aus dem Jahr 2015. Ein harmonischer Wonneproppen, episch und Schlagzeug-frei.

D >>Fünf Quickies mit Bo<<
1. DAS Drumbook
Moses Schneider „Das etwas andere Handbuch oder How to pimp my Übungsraum
2. DIE Trommel
meine alte Tama Superstar Snare. 14 x 6,5 mit dem besten Innendämpfersystem.


3. DAS Tool
Easy! Ein Delaypedal mit Tap-Tempo Funktion, beispielsweise das Boss RE-20
4. DER Lieblingsdrummer
Billy Cobham
5. EINE Empfehlung
Popkurs in Hamburg

Ich freue mich schon auf die kommenden Folgen (und werde weiterhin tapfer mitraten).

die kulturelle Kraft von Dubreggae

Januar 8, 2021

Julian Weber schreibt in der taz über die Renaissance von Dubreggae: „Die Musik in der Hauptrolle – Steve McQueen zeigt es in der Filmreihe „Small Axe“, Fabienne Miranda und Junior Loves in ihrer Musik: Dubreggae klingt besser denn je“.
Viel Futter für den Lockdown!

Ich hänge noch meine zwei aktuellen Dub-Favorites dazu und verkrieche mich in die Bassbox.
Groundation „Dub Wars“ (2005, Tipp von Moritz)


Prince Fatty presents „Hollie Cook in Dub“ (2012)

Ngembak Geni

Januar 2, 2021

Den Neujahrstag habe ich in bester Feiertagsmanier fast gänzlich verschlafen. Bestens ausgeruht und von allen bösen Geistern befreit, übertrage bzw. olifiziere ich Ngembak Geni, den Tag nach Nyepi.
Ich besuche nochmals all die inspirierende Musik des vergangenen Jahres und bitte ihre Schöpfer um Vergebung Einsicht, dass das ein oder andere als Rampe fürs eigenen Schaffen verwendet wurde…

Viel Spaß beim Mithören! Ich empfehle, dazu die Spotify Liste Datums-technisch zu drehen und von Hinten durchzuhören:

Der einzige Grund, wieso wir ja überhaupt auf der Welt sind

Dezember 31, 2020

Peven Everett schafft die Klammer für 2020: einerseits „stuck“, andererseits deutliche „good vibes“ und Zuversicht!

Also freue ich mich auf ein gutes neues Jahr, überrasche und vertreibe dennoch die Rest-Geister des alten.
Mit unkonventionellem Feuerwerk, durch kräftige Klatschgeräusche aus dem letzten Jahrtausend und unseren Gasherd.

Gegebenenfalls auch mit, hoch in den fünften Stock geschleppten Schlagzeugteilen.
Denn eines meiner schönsten Silvestererlebnisse hatte ich im (ebenfalls Böller-freien) Sansibar, als eine Rhythmusgruppe stundenlang um ein Feuer herum getanzt, gesungen und getrommelt hat.

Völlig klar, auch 2021 wird im Kontext des Groove stehen!

Und rückblickend auf das formschöne 2020 wiederhole ich nochmals diesen positiven Textschnippsel, den mein Lieblingsautor Heinrich Steinfest im März als Gastbeitrag für die Kontext-Wochenzeitung geschrieben hatte:

>>Möglicherweise ist das die richtige Zeit, um wieder Trost und Rat bei den großen Philosophen und Philosophinnen zu holen, so unterschiedlich und widersprüchlich die als Gemeinschaft und oft auch in sich selbst sind. Aber dennoch schaffen sie ein Bewusstsein, das uns zu der eigentlichen Frage nach dem Warum zurückführt. Vielleicht hat es eben doch einen Sinn, unser Leben, vielleicht kümmert es das Universum eben doch, was wir tun und was wir unterlassen und wie wir aus einer Krise hervorgehen: gescheiter, dümmer, gleichgültiger oder leidenschaftlicher, das Leben feiernd und die Umwelt achtend. Verliebt in das Dasein. Großmütig. Klar, wir werden uns nie ganz von der Angst um Klopapierknappheit befreien können, das nicht, das ist wohl unsere Natur, aber nichts, was sich nicht zum Positiven entwickeln ließe. Der einzige Grund, wieso wir ja überhaupt auf der Welt sind, ist es, die Dinge zu verbessern. Egal, wie oft wir dabei scheitern. Ein Auftrag ist ein Auftrag. Göttlich oder nicht.<<

only shaped drums

Dezember 29, 2020

Die holländische PlugIn Schmiede Denise erklären Plate Reverb, Hainbach das aktuelle analoge Multieffektgerät „Dust Collector“ von Finegear: Effektierter Groove (aus der TR-606) ab 6:02

Jetzt zeigt sich zwar doch auch noch ein toller Drummer (Derrick McKenzie) in diesem Beitrag, aber der legt auf…

… warmtanzen für den 80sten von Lonnie Liston Smith (der seine Begleitband der Jahre 1973-76 liebevoll „The Cosmic Echoes“ taufte).

Pffffhhh

Dezember 25, 2020

Im Anschluss klicke ich mich durch die Drumsets von Carlton Barrett – sein Snare-Highlight ist dasselbe wie John Bonhams, die sechseinhalber Supraphonic LM402 – und höre mir dessen liebstes Bob Marley Album „Kaya“ an.

Meine spannendste Entdeckungen:
1. Carlton Barrett mit Simmons Toms! (1987)

2. Echodrums im Outro, nachdem der Meister von der Bühne gegangen ist.

Die beiden Clocktower Alben Carlton Barrett & Family Man „The Sound Of Macka Dub Vol. 1“ (1980) und Clocktower Dub.

The Wailers „Tribute to Carly Barrett“ (1987) mixed by Mad Professor!

Check: „How Do You Think I Dub

Stromverbunden!

Dezember 19, 2020

Vier grandiose Fänge im Netz.
Für den 4. Advent oder eher das ganze Wochenende!
1. Michel Baumann (aka Jackmate, Soulphiction) erinnert sich an einen Gig mit Matthew Herbert im Unbekannten Tier in Stuttgart 1996. Glücklicherweise existiert ein (späteres) Filmdokument mit Herberts Live-Sampling. Die damalige Chipstüte wurde durch eine Packung mit Frühstücksflocken ersetzt.

2. Fila Brazillias Steve Cobby forscht bezüglich des ersten Drum Tape Loops:

Hier kommt erstaunliches Wissen und viel Musik zusammen. Ausgehend vom Bee Gees Loop (ein Bernard Purdie Schnippsel) für „Stayin‘ Alive“ (1977) und von Marvin Gayes (selbstgetrommeltem) „T plays it cool“ (1972), über „Cecilia“ von Simon & Garfunkel (1969 aufgenommener Loop mit passendem Hallrückwurf!) zum alternativen Beatles Take von „Tomorrow Never Knows“ (1966).
Aber auch Kool DJ Herc, Delia Derbyshire und Arseny Avraamov werden erwähnt.
Welch mega Diskussion!!

>>By knowing the way to record the most complex sound textures by means of a phonograph, after analysis of the curve structure of the sound groove, directing the needle of the resonating membrane, one can create synthetically any, even the most fantastic sound by making a groove with a proper shape, structure and depth.<< Arseny Avraamov (1916)

>>And if you listen to it closely now, what you’ll notice is that it’s a loop. The drum – the drum is a drum loop. Now back in ’72 there were no samplers. What they did was they took a piece of tape and they had the two track tape machine, and they made that pattern that made a loop like a figure eight around the tip – rim, which I’d never seen before.<< Saxophonist Trevor Lawrence auf „T plays it cool“

Nebenbei noch vergnügliche Anekdoten. Beispielsweise über „Andy Newmark playing live over a Maestro Rhythm King drum machine [MRK-2]“ für Sly Stone und eben jene Rhythmusmaschinen-Aufnahme, die später von Fila Brazillia für „Chemistry“ gesampelt wurde. Oder über die Go Go Band (mit Ju Ju House) die für Grace Jones‘ „Slave to the Rhythm“ (1985) eingeflogen wurde:
>>My friend Steve D’Agostino was the drum programmer on Slave, working for Steve Lipson. He spent the bulk of six months just working on the drums to that one song. It was a combination of programmed and live drums, played by the guy from the Blockheads [Charlie Charles], all assembled and edited in a Fairlight. Not only was he getting paid a fortune, it was done at Sarm West, so the final costs ran over a £million. Trevor Horn was convinced he was going to produce something that would compare with The Beatles – that was his aim with this song<< Paul Greendale

3. Sasa Stanisic bedankt sich für den Weilheimer Literatur Preis und redet toll über Strom.

4. Fuck. Ein neues Hattler Recording wurde geleakt. Attitude und Energie stimmen zwar (keine Snare, dafür beidhändig betrommelte Hihat Becken), aber man sieht dabei den Trommler mit unanständig viel Spaß bei der Arbeit.

>>It must have a beat and it got to have soul!<<

pre SpongeBob

Dezember 17, 2020

Eindeutig Ferien: kaufe im italienischen Großmark mit Jovanottis „Serenata Rap“ ein, spüre (von DJ Premier!) programmierte Swing-Drums auf – Buckshot LeFonque „The Blackwidow Blues“ – und lege mich zu den isolierten Tracks von Carlton Barrett in die Bassbadewanne:

Zum Abschluß noch Billy Cobham im Pre-SpongeBob Shirt.

Und Augenblicke aus London, die teilweise ins Shabazz Live-Album flossen.
Übrigens, sensationelles Moog-Solo-Ende von Milcho Leviev ab 10:18! Und ein mir leider unbekannter, mit Gaffa Tape befestigter Effekt-Bollide.

Als Highlight des Tages jedoch blitze ein Roland Space Echo RE-201 hinter Mr. Cobham auf, als er mit George Duke 1976 beim Jazzfestival Montreux auftrat.
Das Delay ist auch kurz zu hören, nämlich im Intro Groove von „Almustafa The Beloved“ (22:14).
Auf dem passenden 76er Live-Album „The Billy Cobham – George Duke Band „Live On Tour In Europe“ gibt es dann noch ein (von B. C. gemischtes) Solo mit Delay: „Frankenstein Goes To The Disco“

Von derselben Besetzung (mit Alphonso Johnson und John Scofield) entdecke ich noch ein weiteres Live-Recording, das unter den beiden Titeln Billy Cobham „Live 1976 From New York Hofstra Playhouse“ oder Billy Cobham & The George Duke Band „Live 1976“ später digital veröffentlich wurde. Zu Beginn von „Uncle Remus“ gibt’s dort ebenfalls Cobham-Echodrums zu hören 🙂

Mir wird klar diese Besetzung hat ihre Setliste unterschiedlich dargeboten, ich bleibe also an den Bootlegs aus dieser Zeit dran und tatsächlich entdecke ich ein Echodrums-Solo bei der Show in New Orleans vom 18. Februar 1976!!!
Mein Highlight des Jahres 🙂

Soundtrack der Gutschein-Lesungen

Dezember 16, 2020

Die DePhazz Winterplatte „Music to unpack your Christmas Present“ wird wohl eher zum Soundtrack der Gutschein-Lesungen.
Gar keine Wunschliste wäre ebenfalls eine Idee…
Anyway, der Morgen in Berlin war für sowohl intime Weihnachtsfeier, als auch Ferienstart. Also gut.*

Für den e-Beats interessierten Blog-Leser hier noch eine Routine am Rande, mein Computer-Notfallprogramm.
Ich reise ja nur mit einem Laptop und einem Interface. Ein in Echtzeit greifendes, redundantes Auffangnetz gibt es nicht, dafür aber zwei Alternativlösungen, falls Rechner oder/und Interface doch mal durchbrennen sollten:
1. Interface sucks
Dank des Sommer-Spezialkabels – die Stereo-Miniklinke führt zu einem Mono-Ausgang für den Tonmann, sowie zu einer Kopfhörerbuchse für mich – kann ich meine speziell ge-pan-te Version der Logic-Session (L= Clicktrack, R= Mono Summe) herausschicken.
Ein dementsprechender Bounce bringt für diesen Auftrag auch jegliches Smartphone ins Spiel.
2. Laptop & Interface gone
Ich habe auch das klassische Miniklinken-Ypsilon-Kabel mit dabei, welches im Bedarfsfall eine stereophone Ersatz-Zuspielung (mit etwas mehr bzw. durchgehender Percussion zur Orientierung).
3. Oli too late
Sämtliche Files liegen darüberhinaus auf dem Server…

* nachträgliche Verbesserung: äusserst gut!
Denn dank des ZDF-Katalysators wurde die Platte in die Top 10 der iTunes Charts katapultiert. Vor AC/DC.

nice weather for ducks!

Dezember 13, 2020

Lemon Jelly, heute zum Frühstück, vor 20 Jahren der Geburtstags-Soundtrack im eisigen New York… hey, hey allerliebste Andrea 🙂

Passend für den heutigen Abend dann, die neue Fatoni Radioshow „Fete, Fun und Vorurteile“ auf BR-Puls.