Archive for the ‘Music of the Moment’ Category

sometimes

August 7, 2022

Sommermusik gefällig?
auf radio-x gibt es den Ruetten & Rubow DJ-Drummer-Jam vom Sommerwerft-Finale nachzuhören (der gleich fulminant mit „Sometimes“ Dilla Remix von Brand New Heavies losfliegt…)
– Neues von Luminos W mit Gästen (Wolfgang Schmid und Max Gerwien) bei den Schorndorfer Gitarrentagen:

– von DePhazz gibt es eine weitere Auskopplung des Jubiläumsalbums. „Need to be Strong“ (mit Gastsänger Ola Onabulé)

Übrigens: der Sommerwerft-Gig wurde wieder mit dem Kwiggle-Klapprad angefahren, mit der tollen neuen Erkenntnis, dass in die herkömmlich Ortlieb Satteltasche der ganze Beckensatz passt (Meinl Smack Stack 16″/12″/14″, 15″ Crash, 14″ Hihats):

phantastisch!

August 5, 2022

>>I tell you
one day on the beach is like a lifetime in heaven
boy, I feel great right now
on a scale from one to ten, I would say eleven<<
(Blowbeat, 1989)

Der Jurmala Ausflug war wunderbar. Nicht nur wegen des DePhazz Gigs mit Meerzugang, sondern auch durch die kulinarischen Spitzen (wie das eins a Pavlova-Dessert oder Karls Melange aus kaltem, frisch gepressten Orangensaft und vorsichtig eingegossenem Espresso), vor allem dank der ausgedehnten Erholungsphase.
So lernte ich in der ARD Mediathek neue audio-visuelle Eindrücke zur deutschen Techno-Geschichte kennen – wobei mir am besten gefiel, dass sich Sven Väth als Neuer im Dorian Gray gleich mal eine Percussion-Ecke in die DJ-Booth gebaut hatte (1. Folge ‚25.18) – und fuhr im Geiste nochmals all die DJ-Jams mit d.hoerste ab (Pfefferbank, Sage, Muna, Destillery, Triebwerk, Interclub) und die in der Doku erwähnten Plätze, die ich mit den Turntablerocker bespielte (Straße E, Sonne Mond & Sterne, Telekom Electronic Beats).
Die optimale Einstimmung auf Sonntag den 07.08. wo ich auch mal wieder mit einem Plattenaufleger interagieren darf (Ruetten & Rubow @ Sommerwerft Frankfurt 16h).

Natürlich gibt es auch für diesen Beitrag etwas passendes aus den Calvino Vorlesungen:

>>Für all diese Merkwürdigkeiten hat die moderne Umgangssprache nur ein Wort:
das war unbeschreiblich
Wunderbarer Ausdruck. Er faßt die phantastische Literatur zusammen; er sagt alles, was den begrenzten Wahrnehmungen unseres Geistes entgeht; und kaum haben Sie ihn einem Leser vorgesetzt, wird er in den imaginären Raum hinausgeschleudert…<<
(Honoré de Balzac)

>>Die Phantasie ist eine Art elektronische Maschine, die alle irgend möglichen Kombinationen durchprüft und diejenigen auswählt, die einem bestimmten Zweck entsprechen oder einfach die interessantesten, schönsten, amüsantesten sind.<<

Schnelligkeit

August 1, 2022

Wie schon angekündigt muss jetzt mal über meine Fila Sprinterhose geschrieben werden, die doch seit Jahren (wie kein anderes meiner Equipment-Schätzchen) verlässlich Aufmerksamkeit erregt, bzw. ein reges Kommentieren bewirkt.

Es ist nun mal so, dass ich kurze Hosen überhaupt nicht mag, tatsächlich bis auf die abgebildete auch keine weitere besitze. Weswegen ich mich durch diverse Wüsten, Dschungels und sonstige Hotspots immer tapfer (nichtmal unwohl) mit langbeinigem Stoff bewegt habe. Der Fila Erwerb passierte erst nachdem ich wieder Lust aufs sommerliche Fußballspiel bekam. Ich erinnerte meine jugendlichen Kleidungstücke, von denen mir die Sprinterhose nach wie vor am besten gefiel und schaute im Ebay direkt nach den damaligen Adidas-Klassikern. Aus welchen Nostalgie- oder Fetischgründen auch immer, sie waren leider sündhaft teuer. Doch der Suchbegriff Racing-Shorts spülte mir auch den italienischen Ladenhüter entgegen, ein nagelneues (hässliches?) Entlein für 9 Euro. Der optimale Preis für einen Schwaben und Shorts-Verneiner.
Dass die Hose dann doch auch hin-und wieder in meinem Alltag aufblitzte schafft die Grundlage dieses Beitrags. Kaum leuchtete meine Körpermitte blau-orange auf wurde der Diskurs entfacht. Es hagelte Kommentare, in der Regel einhelliges Kopfschütteln hinsichtlich einer derartigen Geschmacksverirrung, bis hin zu eindeutigen Verboten der Familien, dieses Monstrum in den Reisekoffer zu packen, geschweige denn bei gemeinsamen Unternehmungen öffentlich zu tragen.
Ich hingegen freundete mich immer mehr mit diesem luftig-leichten Kleidungsstück an: es hat eine kleine Innentasche für Geld und Schlüssel, lässt sich auch als Badehose verwenden und ist erstaunlich robust (diverse Stürze wurde nahezu unbeschadet ignoriert).
2018 kam die Wende. Ich spielte ein paar schöne, sehr heiße Sommerfestivals mit Freundeskreis und erntete plötzlich überschwengliches Lob, gar konkrete Gebote für den Fetzen…
Mit neuem Selbstbewusstsein wurde – zack – auch mal die ein oder andere Sommerveranstaltung getrommelt. In bester Stewart Copeland Manier!
(Ob sich das modisch-stilistische Empfinden tatsächlich alle 35 Jahre ähnelt muss aber noch empirisch nachgeprüft werden.)

Doch zurück zur „Schnelligkeit“. Da dieser Begriff auch einer von Italo Calvinos sechs Vorschlägen ist, gibt es aus diesem klugen Buch noch ein Zitat (das sowohl zu Racing Shorts, als auch zum musikalischen Improvisieren und Interagieren passt):
>>Eine schnelle Schlußfolgerung ist nicht unbedingt besser als eine bedächtige, im Gegenteil; aber sie teilt etwas Besonderes mit, das gerade in ihrer Schnelligkeit liegt.<<

Allright, genug der Worte. Jetzt wird das orangene Leichtgewicht in den Handgepäckbeutel gestopft, denn morgen geht’s für ein paar Tage ans Meer. Freue mich auf den Strand von Jurmala – nach dem Jazzanova-Ausflug zum Plattensee, direkt die nächste riesige Naturbadewanne.


Musikalisch werde ich den Trip durch ein paar Fila Brazillia Klassiker und diverse Mixtapes von DJ Amir umrahmen. (Sein Set in Zamardi hat mir total gut gefallen, wie auch sein Engagement hinsichtlich der Wiederbelebung des Strata Backkatalogs.)

Lehrer!

Juli 17, 2022

Durch Zufall heute John Maedas „Simplicity“ aufgeschlagen und bei dieser Kurzgeschichte gelandet:

Die Lehrer-Story passt bestens zu meinem Freitag-Vormittag-Kaffee mit Wolfgang Haffner. Über Volker Kriegel sind wir nämlich bei Wolfgangs Wurzeln gelandet, bei den Trommlern Evert Fraterman (Lehrer #2, mehr Pop) und Harald Pompl (Lehrer #1, mehr Jazz, eigentlich ein Doppelkünstler: >>der Mann ist Bildhauer*, auch am Schlagzeug<<), natürlich auch bei Mentor Albert Mangelsdorff (>>Glaub nicht, dass Du was Besseres bist als der Handwerker nebenan<<).


Im direkten Anschluss dann mit der Bahn ins Waldstadion, Lehrstunde in puncto Megakonzert-Drumming von Flo Dauner! Klar , geradlinig, kompakt – mit ausgewählten Energieausbrüchen!

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Wenn im Interview mit einem Field-Recording-Artist Sätze fallen wie dieser –
>>Ich habe das Gefühl, dass die Grundprinzipien des Westens animalisch sind und auf dem Konzept von Rebellion und Eroberung bauen. Es wird viel Druck auf Leute aus dem Medienbereich ausgeübt, so wie DAWs Druck auf Sound ausüben.<<
dann habe ich Lust, mitzudenken und einzutauchen. Auch so darf gelernt werden…
Alles weitere im Ableton Künstler-Portrait „SUGAI KEN: Stille, Natur und Tradition in Field-Recordings„. 

In Instagram folge ich nach mehreren überraschenden Stolper-Quadraten den vintage.drum.catalogs. Hey, ich hatte mich immer schon gefragt, ob es je eine gefertigte Concert-Kick gab. Und ja, gab es, sogar mit einem verchromten Ring für den eleganten Abschluss.
Das Slingerland „Pop“ Outfit aus dem Jahr 1977.
Wieder Wissen!

Wer sich für die implementierte KI des Ozone 9 Mastering PlugIns interessiert, kann sich dort einlesen.
Und wer sich mehr für „The Philosophy of Bass“ erwärmen mag, schaut hier:

* a propos, Pompl, der Bildhauer. Hier noch ein schönes Zitat aus einer anderen Ableton-Folge:
>>Sound ist ein Block Lehm, und der EQ ist der Bildhauer.<<

König oder As?

Juli 10, 2022

Zur lauen Nachtschicht wähle ich die verheißungsvolle Playlist „Rhythm King vs. Rhythm Ace„:

Und für die kommende Woche schreibe ich einen Auftrag von Asad Raza ab, den ich in dem Buch „140 Artists‘ Ideas for Planet Earth“ gefunden habe:
>>Ask a friend to slice various vegetables while you slice peeled limes. Put the former on top of the latter, making duos: for example, a slice of jalapeño pepper on a slice of lime, a slice of mango on a slice of lime, or a slice of celery on a slice of lime.
Eat them while telling jokes.<<

DePhazz International

Juli 9, 2022

Hey, die zweite Single des Jubiläumsalbums ist draußen! Diesmal mit litauischer Hook von Giedrè:

Passt doch perfekt zur Sommerferienplanung und erweitert die Erinnerung an zwei schöne Doppelkonzerte mit den „Milky Lasersin Vilnius.

Solo bis die Meute jauchzt

Juli 7, 2022

Unter der Rubrik Drumsolo of the Day hier ein Energiepaket des damals 85 jährigen Roy Haynes.
Oder das einzige Crashbecken-Solo, das ich gut finde…
Es beschließt den Song (beginnt ab 9:23), aber wir müssen zumindest beim Kenny Garrett Ausflug einsteigen (ebenfalls eine positive Bombe):

Super auch, die wortwörtliche „Rückendeckung“ der Mitmusiker! Einheit, trotz Solospiel!

Hier die ursprüngliche „Steps – what was“ Aufnahme aus dem Jahr 1968, von Chick Coreas zweitem Album „Now he sings, now he sobs„.

Groove of the Day

Juni 24, 2022

João Gilberto, >> the only non-Italian—perhaps the only person—ever to turn an Italian song into a worldwide jazz standard<<,  „Estate“ (1977)

Was für ein überraschender, minimaler Brush-Beat(loop) von Grady Tate oder Joe Correro.

Und dann entdeckte ich die von Joe Gibbs gemischte Instrumentalversion von Dennis Browns „Let me Live“ (die auf meiner CD „Campus Rock“ heißt). Also, der Dub of the Day. Mit krassen Full-Mutes, verschiedenen Echo-Chambers und ungetrübtem Sommer-Versprechen!

Purdie Signature Hihat-Fill-In

Juni 13, 2022

Wie alles von Herrn Purdie wohl überlegt…jetzt also vom Halftime-Shuffle zur Doubletime Disco…

old school beats & drum hacks

Juni 11, 2022

# Ein Klassiker des Jazz-Rap (sic!) feierte kürzlich seinen 30sten. Beim Nachhören des Albums „Mecca And The Soul Brother“ von Pete Rock & CL Smooth bleibe ich bei der Nummer „Wig Out“ hängen – endlich mal ein super Beispiel für eine Sample-Behandlung (abgeschnittene zweite Snare), für die beim Snare-Trommeln einfach nur die Hand aufgelegt werden muss…
(siehe „Das moderne Schlagzeugquartett“ Seite 16f)

# A propos Pete Rock, hier direkt noch der Nas Titel mit wunderschönen Löchern/’Ruptures/Mutes: „The World is Yours“ (1995)
(siehe „Das moderne Schlagzeugquartett“ Seite 12f)

# Ebenfalls fürs Notizbuch, „Cuttin‘ Headz“ von Ol‘ Dirty Bastard (1995). Hier scherte sich RZA kein bisschen um den schlecht geschnittenen bzw. nicht dem Songtempo angepassten Drumloop.
Fresh!

# Ich lerne den amerikanischen Fachbegriff für die mittlerweile typische Handclap-Emulation via Flam von Sidestick und Schlag auf den Rim. Diese Technik wird „Mother’s Son“ nach dem gleichnamigen Titel von Curtis Mayfield genannt (1974, drums: Quinton Joseph).
Außerdem ziehe ich noch frech diese eins a Veranschaulichung der Funk-Formel („on the one“) aus Dilla Time (Seite 28) ab:


# Zu guter Letzt noch ein vielversprechender Drum Hack, den mir eben das drummerforum.de zugespielt hat. Um einen Ständer für das Kick-Mic zu sparen, wird gerne ein Mikrofon einfach aufs Kissen gebettet.
(Yes, das machen wir bei Hattler schon ewig so, mit einem via Klettband befestigten Beta 98; auch in meiner 20 „Frankfurt Bassdrum wartet ein ums Innenkissen geschlungener Kabelbinder nur darauf das MD421 zu halten)
Problematisch dabei ist einzig allein das an der Lochwand scheuernde Mikrofonkabel. Dagegen wird nun abermals ein Binderclip ins Spiel gebracht: