Archive for the ‘Music of the Moment’ Category

HBY

November 24, 2021

Hey, 40 Jahre alte Rockmusik mit Charme, bei der sich Charlie Watts „Hihat Lifts“ gut beobachten lassen:

Ich könnte ebenfalls vor Freude heulen, weil vor 14 Jahren mit L. mein absolutes Highlight in unser Leben zog 🙂

Bilder als Stimulus

November 18, 2021

Auf der Setliste des Nils Wülker Konzerts steht jeden Abend auch ein freies Drum Solo. Eine Ausdrucksform, der ich eher selten nachgehe oder übenderweise Beachtung schenke. Um so spannender also, welche kurzfristige Eingebung mich dann abends eine Geschichte entwickeln lässt. Zumal die Prämisse lautet, jedesmal etwas Frisches zu trommeln.
Natürlich werden gut funktionierende Tools öfter verwendet, aber die Auswahl und Schichtung der Elemente passiert spontan und intuitiv.
Mein Vorbild für die verbleibenden Shows in Hamburg und Berlin wird die großartige „Totems“ Serie des französischen Fotografen Alain Delorme sein, die Challenge: eine weiterer Layer geht noch!

Hier das Solo aus dem Kassler Theaterstübchen (zweiter Tourtag):

Mein Tourkit umfasst: Tama Fat Spruce (20″ Kick, 14″ Floortom, 14″ Snare + BFSD), Meinl Byzance Cymbals (14″ Jazz Hats, 18″ Deep Hats als Ride und Crash, 20″ Club Ride), Meinl Percussion (Alu Jinglestick, Luis Conte Shaker, Caxixi), Roland SPD:One Electro, Boss Re-20 Delay plus Boss PH-3 Phaser, Sommercable (Verkabelung mit Flaggen-Eselsbrücke, heute: Litauen 🇱🇹):

Bus, Begeisterung, Bett

November 13, 2021

Die Tourtage sind lang, meist ähnlich (gemäß der oben genannten 3 B) strukturiert. Viel Gemeinschaft und immer wieder schöne kleine Überraschungen:
Wie beispielsweise die die zufällige Nachtlektüre, die mir die Hotelbibliothek zuspielt. Rilke in Worpswede, Herrndorf in Hannover.

Oder Albins Tech Talk Tipps: X-O Sample-Regal in Milchstraßen-Optik, Samples from Mars, Softube Curve Bender, sowie der Pawnshop Fund (HD25 für 39€) und der Musikbrunnen (wo es noch alte Tama Superstar Trommeln neu zu kaufen gibt!)

Jetzt läuft Miles‘ „Human Nature“ (vom Around the World Album) zur Einstimmung auf die heutigen Leverkusener Jazztage (im Doppelpack mit Kenny Garrett). So lässt’s sich tippen:

>>Und da lagen nun vor den jungen Leuten, die gekommen waren, um sich zu finden, die vielen Rätsel dieses Landes. Die Birkenbäume, die Moorhütten, die Heideflächen, die Menschen, die Abende und die Tage, von denen nicht zwei einander gleich sind, und in denen auch nicht zwei Stunden sind, die man verwechseln könnte.
Und da gingen sie nun daran, diese Rätsel zu lieben.<<
Rainer Maria Rilke, 1902

>>Fußball mit meinem Vater und seiner Gruppe, die seit knapp 50 Jahren zusammen spielt. Der Hausmeister hat in den Ferien die Schlösser an der Halle ausgetauscht, und ein Dutzend 70-Jähriger steigt hinten über den Zaun und marschiert und marschiert durch den halbmetertiefen Schnee auf dem Sportplatz zum Hintereingang, um mit der Begeisterung (und teilweise auch den Fähigkeiten) von Fünfjährigen eine Stunde zu kicken. So hatte ich mir mein Alter auch immer vorgestellt.<<
Wolfgang Herrndorf 27.12.2010

Eis im November

November 4, 2021

hey, danke HH ❤️ war mal wieder ne tolle Tour! Die geht – dank Deines am 12.11.21 erscheinenden Sundae Albums – glücklicherweise einfach weiter (zumindest auf den individuellen Abspielgeräten), so dass ich mich in neue Abenteuer stürzen kann.

05.11.21 DePhazz Erding 
07.11.21 Nils Wülker Reutlingen, franz.K 
08.11.21 Nils Wülker Kassel, Theaterstübchen 
09.11.21 Nils Wülker Freiburg, Jazzhaus 
10.11.21 Nils Wülker Osnabrück, Lagerhalle 
11.11.21 Nils Wülker Worpswede, Music Hall 
12.11.21 Nils Wülker Hannover, Pavillon 
13.11.21 Nils Wülker Leverkusen, Jazztage 
15.11.21 Nils Wülker München, Muffat Halle 
16.11.21 Nils Wülker Darmstadt, Centralstation 
17.11.21 Nils Wülker Oldenburg, Kulturetage 
18.11.21 Nils Wülker Hamburg, Stage 
19.11.21 Nils Wülker Berlin, Quasimodo
27.11.21 DePhazz & Tbilisi Symphony Orchestra GE-Tiflis

Mein Pedalboard läuft schon.
Es wurde aufgehübscht, wie man sieht, und trägt jetzt noch den tap tempo-baren Boss PH-3 Phaser Shifter – in Frontfellfarbe! Aber auch einen eine Corona AHA Erinnerung, so dass ich frohgemut und bestens gewappnet das Haus verlassen kann…

trommelnde Vögel

November 4, 2021

>>Mich interessiert vor allem, wie ich mich weiterentwickle. Ich übe schon mein ganzes Leben lang Trommelwirbel. Die einzigen, die es wirklich können, sind die Spechte, die ich im Wald höre. Die spielen die schönsten Wirbel und das macht mich verrückt, weil ich seit sechzig Jahren diese Wirbel übe und die verdammten Spechte üben überhaupt nicht dafür – und dann kommen sie und wirbeln wieder.<<

Han Bennink im taz Interview. Dazu höre ich die 74er Solo Platte:

Um die Ecke – in der nmz November 2021 – erklärt Moritz Eggert passenderweise, wie man eigentlich neue Musik hört.

OK. Jetzt kanns weitergehen, mit Han Bennik und Misha Mengelberg. Wow, Attitude & mächtig viel Energie!
Notiz an mich selbst: bei der nächsten Performance möchte ich Mishas Brilleneinlage kopieren!

Ab Minute 8.00′ gibt’s auch beim ICP Duo Spechte. Und die Kastagnetten, die Benning im taz Interview erwähnt und bald selbst im Mund tragen wird…

Last but not least, der Link zum Cheese Kit.

so good

Oktober 22, 2021

Durch Zufall entdeckt (weil die „So Good“ Choreo meinem Patenkind gut gefällt): wenn der eigentliche „Imagination“ Drummer Errol Kennedy in der ersten Reihe performen muss, ersetzt ihn… der junge Mel Gaynor (Live At Dominion Theatre, London 1982):

Durchgängig gibt’s zudem eine top Optik zu bestaunen, vom Kostüm, über die ausgecheckten Moves hin zum Simmons-Hybrid-Kit (mit echten Becken, echter Snare). Ein aktuelles passendes Kunstwerk hätte ich auch schon entdeckt, nämlich die bessere Basketballhälfte von Johannes Ehemann:


Algorithmen und das Kidney Drum

Oktober 14, 2021

Esse den ersten Lebkuchen und freue mich ein bisschen, dass die Algorithmen heuer doch noch nicht ständig ins Schwarze treffen!

Gestern ließ ich mich im Freiburger Drumhouse von Fritz Stegers Wissen und seinen Geschichten verwöhnen. Dass ich dann heute über die exotische Deri (pre Rimmel) Nierentrommel, jenes frühe Karl-Heinz Stockhausen Signature-Objekt für dessen Werk „Momente“ stolpern würde, hätte nicht passender komponiert werden können:

Auf dem Kalbsfell der „Kidney Drum“ lassen sich übrigens im Umfang von 1½ Oktaven alle Tonhöhen erzeugen, ein exklusives, trommelbares Glissando anno 1965 – ganz ohne Fußbeteiligung! (Heute gibt’s dank Kohlberg ein Ersatztrommel für die Aufführungen, leider ’ne runde Sache…)
Schließlich habe ich noch ein frühes, leichtes Superstar (mit Verstärkungsringen) eingepackt.
PS. seit der Rückfahrt habe ich’s schwarz auf weiß: ich bin nicht nur Schlagzeuger, sondern ein ganzer Musikverein!

von Peter zu Peter

Oktober 8, 2021

Habe neulich mal wieder Peter Erskines Lehrbuch „Time Awarness for all Musicians“ aus dem Schrank gezogen. In der ersten Übung geht es um den traditionellen Folksong „Shenandoah„, der ein paar Auftakte beinhaltet , die bewusst gesungen bzw. gespielt werden sollten. Denn:
>>Typically, most people, including musicians who are not paying attention, will omit some of the stated rest or space between the notes.<< (Seite 8)
OK, ich konzentriere mich (das Foto von Hans Hartwig vom vergangenen Wochenende im Red Horn District, zeigt mich sogar dabei) – und nochmals von vorne…

Und anschließend lege ich die schönste Version auf, die ich von diesem Lied kenne, nämlich die 2008 von Charlie Hade gesungene!

Bevor es morgen in Stuttgart mit Hattler weitergeht, verlinke ich das Corona-konforme/bedingte Zwiegespräch mit Peter Wölpl. Als buntes Lebenszeichen von Luminos W, sowie als schöne Botschaft: Back to Life!

Garage

September 27, 2021

Ich höre! Large Joints & The Great Gatsby:

(zuvor gab’s den Electronic Beats Blind Test // 1995-2000 UK Garage)
Das vorläufige Wahlergebnis steht und jetzt braucht’s dringend gute Ideen.
Chris Dave hätte schon mal eine, nämlich die Kombination aus Lochbecken und Junk Hat:

OK: Garage als Stil, Thinktank und Kreativ-Werkstatt oder tatsächlich als Automobil-Behausung. Und da Pit gleich Geburtstag feiert, hier ein Foto von der vielleicht bekannteste Einzelgarage Deutschlands, die Carl Benz im Jahr 1910 in Ladenburg errichtete.

Musik! (nochmals Chris Dave…)

Rhythmus Feste

September 19, 2021

Während der vergangenen drei Drummer-Treffen gab’s einiges zu entdecken, deshalb nun hier der Nachtrag (fürs Publikum) und ein Inspirations-Notizzettel für mich.

Matthias Peukers Schätze vor dem Objekt klein a



Meine Grundidee für alle drei Veranstaltungen war, nicht nur zur Lieblingsmusik zu trommeln*, sondern dabei auch mal aktiv ins Playback einzugreifen (wie es ein DJ oder remixender Produzent tun würde).
Läuft meine Zuspielung durch ein kleines Mischpult kann ich am Equalizer drehen, um Frequenz-mäßig Platz zu schaffen (Bässe raus, mehr Spielraum für mein Kick-Pattern; Höhen raus ums Playback in den den Hintergrund zu schieben) oder ich ziehe den Lautstärkeregler für rhythmische Mutes in Betracht.
Diese Idee kann ich selbstverständlich auch digital abbilden. Dort kann ich darüberhinaus auch mit der Geschwindigkeit spielen und die Tracks in einen komplett anderen Kontext transformieren. Dazu gibt es hier einen Beitrag, respektive einen Ableton Song.
Zudem beschäftigte ich mich im Vorfeld mit der djay App, dank deren Neural Mix™ Option sich aus vollständigen Songs Beats, Vocals und Bässe extrahieren lassen. Damit erstellte ich ein paar Acappellas, die ich über andere Tracks schichten konnte (Mash-Up 2.0). Passenderweise verwendete Daniel Schild bei seinem Workshop eine ähnliche KI, nämlich die Moises App (die vor allem in der Freeware Ausgabe schon die Separation ermöglicht).

*Zur Lieblingsmusik-Schlagzeugspielen erlaubt im Vorfeld schon verschiedene Überlegungen, Übungen und Optionen: ich kann zunächst versuchen, die Rhythmus-Vorlage in puncto Pattern/Sound/Attitude zu extrahieren und im Wesentlichen live umzusetzen. Eine andere Möglichkeit – auch schön – wäre, sich einen Platz zu suchen, der das Vorhanden eben nicht doppelt, sondern musikalisch ergänzt. Und in einem weiteren Schritt wähle ich bewußt Titel aus, die im Original ohne (oder nur mit dezenter) Schlagzeugbegleitung auskommen, vielleicht gar was ganz sphärisches oder nur ein Acappella…

Hier jedenfalls mal meine verwendeten Songs:

Neben der zugespielten Musik hatte ich als Reminiszenz an die DJ-Culture noch zwei strombetriebene Kistchen dabei, das Roland-SPD:One Electro (für Handclap, Boom und Noise-Fahnen) und mein treues Boss Space Delay (zum Echodrums Thema habe ich tatsächlich ein ganzes Buch geschrieben. Wer also tiefer einsteigen möchte…) Klaro, die Überschrift lautete ja auch „den Rahmen erweitern„.

Die angedeute Grüntee Anekdote, bzw. wie der Beckensound der TR-808 entstanden ist, will ich gerne verlinken.

Und als Abschluss zum Thema (bzw. meinem Antrieb), jenseits der Bedienungsanleitung und gängigen Klischees zu forschen, hier noch das erfrischendes Experiment, auch mal die eigenen Parameter und Prinzipien auf den Kopf zu stellen. Ein andere Blickrichtung kann ebenfalls schön sein. Diesen Ansatz hat Henry Ford geschickt formuliert:
>>Wer immer nur tut, was er kann, bleibt immer das, was er schon ist.<<

Ansonsten gab’s viele motivierende „Hallos“ und gute Gespräche mit
Claudio Spieler
Anika Nilles über schon im Vorfeld anvisierte Notausgänge (was tun, wenn plötzlich die Technik zickt?)
Gergo Borlai übers musikalische Trommeln, besser gesagt: Musikmachen
Komfortrauschen (Tim Sarhans Trio) über ihre elektronische Vision und ihren Ansatz technoide zu komponieren
Yi1 – die Fotos von Philipp Schühles Badenudel-Piezo-Snare werden nachgereicht…
Daniel Schild zum Thema „Reverse Engineering“ damaliger Aufnahmepraktiken und sein Hinweis auf die Moises App
Hanno Busch (aus Jost Nickels toller Band) über sein Moogerfooger Setup
Gleb, er brachte Imogen Heap und ihre „Ableton Controlling Gloves“ ins Spiel
David „h0wdy“ Hodek – hatte ich leider verpasst, aber er hat mir netterweise sein Kick-Pedal geliehen!
Oliver Himmighofen: er berichtete von Songs, bei denen man offenbar das Snare-Gate schlampig eingestellt hatte, so dass die erste Hihat Achtel- oder Sechzehntelnote, die auf den Backbeat folgt lauter klingt als alle anderen. Daraus lässt sich eine eins a Akzentübung entwickelten, die ich fortan (anknüpfen an die Kompressormaske) „dirty gate“ nennen möchte.
9ms (Flo König, Simon Popp), deren ausgechecktes Setup eine elektronische Ästhetik ohne Computer und Clicktrack ermöglicht.(Supergut, das mittels Piezo abgenommene, ins Echo geschickte Beckensignal, dessen breiter Effekt durch Kick und Sidechain-Compressor im Zaum gehalten und rhythmisch-musikalisch verarbeitet wird.)
Max Gärtner – er beschäftigt sich zur Zeit mit Transducer, um damit Trommeln durch eine bestimmten Frequenz zum Schwingen anzuregen.
Und die Reisetrommelkoffer Idee von Matthais Peukers „Drumsonite“ ist immer wieder gut und schön anzusehen!

Simon hat übrigens schon wieder ein neues Solo-Album mit dem Titel „Devi“ am Start. Wow! Hieraus der Track „Jilu“ mit kurzem Stereo-Delay und hohem Feedback auf der Calabash:

Es war wieder mal intensiv, vor allem weil wechselseitiger Austausch. Und wird bestimmt noch angenehm nachwirken (nicht zu letzt dank des sonnengelben Peter „Tony“ Erskine Tama Sets, das mir Stephan Hänisch freundlicherweise geschickt hatte!)