Archive for the ‘Music of the Moment’ Category

Oh mega, man!

September 18, 2020

Legte beim Kochen den „Ghost in the Machine„, das vierte Police Album auf, das ich nicht so gut kenne. Und während es so durchlief, kamen mir folgende Gedanken:
1. Yeah – Gewohnt starker Albumeinstieg.
2. So ab der Mitte dann: Oh, jetzt doch nicht mehr ganz so griffig. Erinnerung an andere Police-Scheiben, wo ich ähnliches zu erleben meinte und dann direkt die Regel: zu Beginn die Hits bzw. Teaser, hinten dann aufgefüllt. Aber auch das insgeheime Lob an die Bands/Plattenfirmen, die damals noch einen klaren Plan hatten, wie die Albumlänge gestaltet werden muss.
3. Doch plötzlich – Track 9 – was für ein starker Titel. Wie heisst der denn? „Omegaman“ – passt! Hey, gar ein neuer Police Lieblingssong??
Track 10: was ein killer Intro!!! Zum Abschluss noch ne reggaeske Copeland Komposition.
Regel wurde direkt wieder eingestampft – blieb nur ein fahler Nachgeschmack: wieso denke ich direkt in Mustern…
Glücklicherweise war just in diesem Moment das Essen fertig.
Neustart mit gutem Geschmack…

Ghost-in-the-Machine

Change things, but make it right

September 14, 2020

Das die Zugfahrt von Frankfurt in die Heimat derzeit doppelt so lange braucht, hat auch eine gute Seite: nämlich gemütlich lesen und hören zu können.
Und so bekam ich am Wochenende dank des 87er Modern Drummer Interviews Einsicht in die elektronische Welt von John Robinson (>>triggering a Yamaha electronic setup as well as a couple of Simmons brains, an SP-12,  and various effects racks<<), sowie seine Maxime beim Covern:
>>Every time I did a Top 40 gig, my rule of thumb was, “Change things, but make it right.”<<

Joo Kraus hingegen erinnerte mich ans Chuck Mangione Album „Tarantella“ mit dem Gadd-Classic „XIst Commandment“ das ich nur aus dem Steve Gadd Book von Hans Fagt kannte:

Von Axel Mikolajzcak hatte ich noch ein tolle Liste zu Steve Ferrone und Robbie McIntosh, aus Besprechungen im aktuellen Jazz Thing reizte mich die neue Platte von Bebel Gilberto (wieder mal mit einem Elektronik afinen Keyboarder/Produzenten, Thomas Bartlett), sowie das Duo Album von Nils Petter Molvaer und Mino Cinelu („SulaMadiana„).

PS. die Beitragsüberschrift passt auch bestens zur Kastellsommer-Veranstaltungsreihe in Stuttgart – der Grund meiner Reise. Denn mit dem Vorplatz der Phoenixhalle (des Römerkastells) wurde seit Anfang Juli ein (neuer Kultur-) Platz gefunden und intensiv bespielt – trotz Corona, viel (und unterschiedlichste) Musik, Theater, Kino.

Hier zwei schöne Erinnerungen von Re Heller:

What…

September 8, 2020

Zwei meiner meistgehörten Songs im Corona-Sommer waren Aretha Franklins „What a Fool believes“ und Chakas „Whatcha‘ Gonna Do For Me„, jetzt sehe ich das Verbindungstück: Hamish Stuart, damals – 1980 – Schreiber, Sänger und Gitarrist der Average White Band.
Und wenn ich ihn dann im YT mit 65 perfomen sehe, rinnt ein wohliger Schauer durch meinen Körper und ich kann mich nicht zurückhalten:
Leute, macht Musik!

üben, Brote rösten, Fußballdenke

September 7, 2020

Wochenstart & Frühstück. >>Dazu gab es Scheiben von knusprig angebratenem Brot, das beim Hineinbeißen so ein Geräusch machte, als breche jemand durch einen Bühnenboden ins echte Leben.<<
Sowie zwei weitere Gedankenanstöße aus Heinrich Steinfests „Chauffeur„:
In einer Welt der Schwerkraft ist alles eine Frage der Balance
Die Schönheit der Überlappung… 


Beim anschließenden Socialmedia-Rundgang drängte sich mir dann folgende Erkenntnis auf:

Wow, allenortes wird fleißig geübt, perfektioniert, selbstoptimiert. Klasse! Denn je größer das Vokabular, desto vielfältiger kannst Du erzählen.

Weil mir jedoch das disziplinierte und langwierige Üben eher schwerfällt, kann ich von der anderen Abteilung schwärmen, die mich ungemein inspiriert, mir neuen Stoff (zum Erzählen), andere Zusammenhänge, vor allem eine erweiterte Sichtweise offenbart: die Kunst im Allgemeinen (Bücher, Museen, Tonträger, Bauwerke) und das Leben selbst.
Deswegen mein kleiner Tipp, den man im Fußball vielleicht unter der Rubrik „Übersicht“ einordnen könnte:
Verorte in Deinem Übungsplan nicht nur die Zeit am Instrument…

Und so winke ich jetzt mal rüber zur Paul Hindemith Anlage und denke an Kraftwerk!

Tag des haptischen Tonträgers

September 4, 2020

1. Am Vormittag lief ich beschwingt aus dem No.2 Second Hand Plattenladen in Sachsenhausen. Nicht nur, weil ich für die morgige Salong-Impro ein paar anständige Samples gefunden habe, sondern weil mich das Booklet einer tunesischen Orchesteraufnahme aus dem Jahr 1960 mit der Transkription der Rhythmuspattern überraschte. Und ich wiedermal feststellen musste, wie wichtig mir diese Orte sind.
Denn egal, wie angenehm es sich in der Üppigkeit der Streamingdienste lernen lässt, das „digging“ Erlebnis im begrenzten Raum ist glücklicherweise nicht zu toppen!

2. Zuhause angekommen, erfreute mich die Post von Warner Music. Alter Plattenfirmen-Stil. Unaufgefordete Belegexemplare in Silber und Vinyl.
Schön, dass ich für Nils Wülkers neues Album „Go“ den Track „Hybrid“ trommeln durfte.

3. Und jetzt höre ich das „Sample Selfie“ von (DePhazz Mastermind) Pit Baumgartner. Heute veröffentlicht und jetzt schon Albumtitel (und Steilvorlage) des Jahres!

„In the Moment“

August 30, 2020

Über meine Einschlafshilfe, das imaginäre Pförtnerhäusschen, habe ich schon öfters geschrieben – klar, ist ja auch ein Traum!
Nach der Lektüre dieses taz-Artikels öffnete das großartige Foto von Josef Schulz unlängst diesem Spiel eine weitere Möglichkeit, nämlich auch
verlassene Grenzposten in Betracht zu ziehen.

Somit ergeben sich ein paar gute Ideen für die kommende Woche:

  1. Die Ausstellung „Spectrum. Architektur. Landschaft. Fotografie“ des Herrn Schulz in Bielefeld besuchen. Eilt aber nicht wirklich, sie läuft noch bis zum 17.01.21
  2. In puncto lesen das Konzept von Paul Klee aufgreifen – nicht des Künstlers Klee, sondern des gleichnamigen Protagonisten von Heinrich Steinfests aktuellem Roman „Der Chauffeur“ – und >>stets ein sehr einfaches und ein sehr kompliziertes Buch – ein leichtes und ein schweres<< mitzuführen.
  3. In die improvisierten Konzerte des Schlagzeugers Makaya McCraven eintauchen. Ich beginne mit „In the Moment“ aus dem Jahr 2015.
    >>McCraven‘s breakthrough album captured 48 hours of live, improvised performances from McCraven and company. It was recorded at 1 venue over 12 months and 28 shows. The edited, remixed, and final product ended up displaying one of the most important recordings to date in the modern jazz world.<<
    Passt gut zu unserem „Der temporäre elektronische Salon„. Nicht nur konzeptionell und arbeitstechnisch, der Anspieltipp kommt auch von dort – von Oliver Leicht.

Die MILCHSTRASSE als Startpunkt einer Reise

August 27, 2020

Auf die Frage, ob ich Musik studiert hätte, antworte ich gerne stolz: Ja, zweimal drei Wochen, in Hamburg beim Popkurs.
Angefixt von begeisterten Besuchern (Peter Kumpf & Kay Richter) stand diese Etappe dringend (gefühlt eine halbe Ewigkeit) auf dem Zettel, dort dann – in der Milchstrasse – 1993 angekommen, war’s noch besser als erträumt: ein wunderbarer Crashkurs im Paralleluniversum, Augenöffner, Kontaktbörse und (bis heute) andauernder Motivationsschub.

Gestern verabschiedeten sich die beiden Initiatoren Anselm Kluge und Peter Weihe nach 39 Jahren mit diesem Gedicht.

Ich verbeuge mich tief, bedanke mich nochmals herzlich und mache im besten Popkurssinn einfach direkt weiter:
Musik mit einer Sprachnachricht meiner Nichte Alma (aus HH…)

Bis Samstag dann, im Palmengarten!

Tidal Wave

August 20, 2020

Hey,  es ist immer noch Sommer. Und: alles wird gut!

Danke an Tom Misch & Yussef Dayes, das kurz auch mal Echodrums aufblitzen, danke an Jack Brown für den schönen Film!

Bevor wir fallen, fallen wir lieber auf

August 19, 2020

Oft fällt aber auch erst durch den Fall etwas auf. So war’s zumindest heute in meiner Heimstudionische, als ich die längst vergessene Sprechblase vom (Paderborner Drumfestival 2008) auf dem Boden liegen sah. Jetzt hängt sie wieder im Gewölbe.

Solltest Du etwas Zeit und eine Lupe haben, regt die Tag-Cloud im Idealfall deine Gedanken an.
Mit freundlichen Grüßen!

Horn-FX

August 17, 2020

Die Gitarristen haben den Transfer zügig akzeptiert und lieben gelernt, die von Schrankgröße auf Gaspedal-Maße verkleinerte Studioidee der Klangmanipulatoren und Ausdrucksvergrößerer (vulgo Effektgeräte). Dass sich für den reisefreundlichen, zudem bunt leuchtenden Klangkosmos auch andere Instrumentengruppen interessieren würden, lag auf der Hand.
Für die Bläserfraktion hatten beispielsweise die Brecker Brothers in ihrer Blütezeit das Feld ordentlich (Michael zeitweise gar mit Sturzhelm!) vermessen und Envelope Follower, Flanger Harmonizer & Delay etabliert – daran musste ich denken als ich neulich das großartige 1981er Chaka Khan Show Case nacherlebte:

randy brecker mxr delay ada flanger

Ich erkenne das grüne MXR Analog Delay und den A/DA Flanger. Die Box vorne links könnte ein Pre-Amp sein?, das Wah-Pedal liegt auf dem Boden. Schade, dass Randy an dieser Stelle seine schicken Walkman-Kopfhörer abgesetzt hat…

Ich bleibe beim Thema und höre mir gleich auch noch Michaels Effektsolo des Vorjahres (Brecker Brothers beim North Sea Jazz Festival 1980) und diesen Interviewschnippsel aus Norwegen dazu an.

PS. Horn-FX ist auch der Name einer aktuellen Webseite, die sich dem Thema verschrieben hat: >>THE Online Pedal Community For Wind Instrumentalists<<
PPS. Weiterhören: Jon Hassell, Bendik, Nils-Petter Molvaer, Dieter Seelow, Stud, Nils Wülker, Oliver Leicht…