Echodrums Prolog

Hey, wenn mein Echodrums-Vorwort bei Amazon abgedruckt wird, dann schleunigst auch hier:

>>Wenn wir Schlagzeuger an die Elektrifizierung unseres Instruments denken, poppen vermutlich zuerst einmal Bilder von E-Drum Konsolen, Trigger-Pickups und futuristisch geformten Pads auf. Vielleicht denken wir auch an einen Computer, der sich um eine Zuspielung oder die Simulation eines Maschinen Klassikers kümmert. Lässt man sich auf das Gedankenspiel ein, wird ebenfalls klar, dass auch all die Tonleute hinter ihren Mischpulten, ob im Konzertsaal oder Studio, wirkungsvoll am ursprünglichen Drumsound herumdrehen. Was spätestens mit den Aufnahmeexperimenten der Beatles flächendeckend in die Gehörgänge der Bevölkerung transportiert wurde. Tatsächlich lässt sich festhalten: Sobald ein Mikrofon vor unserem Instrument steht, wird elektronisch mitgemischt; wenn Musik außerhalb eines rein akustisch bespielten Raums erklingt, prägen Strom und Schaltungen die Ästhetik des Grooves.

Ich beschäftige mich schon sehr lange mit den unterschiedlichsten elektronischen Möglichkeiten eines Drummers, müsste ich mich aber für nur ein Gerät entscheiden, so würde ich ohne zögern ein Delay Pedal mit Tap Tempo Option wählen. Nicht nur, um den Widerhall der musikhistorischen Vorbilder zu verlängern, sondern weil für mich das Echogerät vermutlich die einzige Kiste ist, die sich gleichermaßen als Instrument und Ästhetikfilter spielen lässt, ein Effekt, der in leisen, kammermusikalischen Situationen, aber auch auf der Mainstream Bühne anstandslos funktioniert, eine Klangerweiterung, die sich sowohl auf Studio Abhören und auf Smartphone Speakern durchsetzt.

Der Grund dafür ist einfach. Im Gegensatz zu den meisten elektronischen Anwendungen findet das Echo nicht gleichzeitig mit dem getrommelten Signal statt, sondern in dessen anschließender Lücke. Dabei wird ein spezieller Funken entfacht, der sich wie die moderne Passform von Miles Davis’ Groove Geheimnis verhält, wie ein Beat im Beat: »Von ihm [Max Roach] lernte ich, dass der Schlagzeuger den Rhythmus, den Groove beschützen muß, und das kann er nur, indem er einen Beat zwischen den Beat schlägt: „Bang, bang, sha-bang, sha-bang.“ Das „sha“ zwischen dem „bang“ ist der Beat im Beat, und dieses kleine „sha“ macht den Extra-Groove aus. Wenn ein Schlagzeuger
das nicht beherrscht, ist der Groove weg. Und, Mann, das ist tödlich.«

Darüber hinaus lässt das Echogerät eine interaktive Steuerung zu die weder eine maschinelle, sprich Clicktrack bezogene Umgebung, noch ein starres Arrangement benötigt. Was sich als liebstes Spielzeug der Gitarristen einen Namen gemacht hat, wird für uns Trommler zum Schatz, der neben Spaß und Glitzer auch die Koordination und Unabhängigkeit des Schlagwerkers fördert! In diesem Sinne wünsche ich ein beatleskes „come together“ in der bunten Welt der Effektgeräte. Auf dass die schöne Frage »Is that my echo?« fortan klar mit JA beantwortet werden wird.

Viel Spaß beim Echodrumming!<<

Echodrums-Wellen

Das Buch lässt sich übrigens via ISBN 978-3-89775-184-2 bei jedem Buchhändler bestellen…

Eine Antwort to “Echodrums Prolog”

  1. Rhythmus Feste | E-BEATS Says:

    […] (für Handclap, Boom und Noise-Fahnen) und mein treues Boss Space Echo (dazu habe ich tatsächlich ein ganzes Buch geschrieben. Wer also tiefer einsteigen möchte…) Klaro, die Überschrift lautete ja auch […]

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