Archive for the ‘EFX’ Category

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August 29, 2021

Mensch, wir waren in der Planung für eine Live-Kollaboration mit Netzer, dann kam der Corona-Aufschub und nun ist er gestorben – gute Reise, Lee Scratch Perry!

Arno Frank hat einen schönen (ausführlichen) Nachruf für den Spiegel geschrieben.

Questlove, ebenfalls (auf IG):
>>Pure Innovation. Pure Imagination. This Man Was Plug Ins long before you studio cats today can simply press one button and instantly created sound chaos. Way before The Bomb Squad. The God Of Black Ark. the true Sound Journey. One of the most awe inspiring producer/engineers/visionaries. If you love Dub you love his work. If you love engineers of your favorite record & they come up with these freaky fx? They got it from him. And even if they don’t KNOW he is their influence I guarantee you there is no plug in creator trying to figure out how to achieve his echo/spring reverb/delay beautiful sonic chaos. Rest easy #LeeScratchPerry<<

Pinar

August 3, 2021

Der Pinienwald der Insel El Hierro hat mich beeindruckt; nicht nur seine aromatische Luft und der erstaunliche Umstand, dass die dortigen Bäume feuerbeständig sind, sondern sein direkter Auftrag zum Musikmachen – hurra, endlich wieder mal Instrumente, die auf Bäumen wachsen!

Das war, bis auf eine kleine Joni Mitchell Hörrunde, tatsächlich die einzige Musik während der letzten 15 Tage.
Auch mal gut, sich leer zu machen!
Dafür wurde (dank des sympathischen Karsten Mohr) entspannt, bewußt geatmet, abgetaucht.

In Frankfurt regnet’s – auch schön
>>Das Geräusch der Scheibenwischer erfüllte den Wagen, ein feuchtes quälendes Reiben, ein benommen machender, hypnotisierender Refrain<< (Delphine De Vegan „Loyalitäten“)
und so höre ich wieder freudig gute Refrains und liste ich mal nach, was ich in den letzten zwei Wochen verpasst hatte:

  • diese Play-A-Long Scheibe – music minus one drummer – von Jim Chapin. Man beachte den (open handed?) Aufbau mit zweitem Jo Jones Standtom! (Dazu muss ich mal Claus Hessler befragen)

Töne von schier unendlicher Ruhe & ein Scrabble Chef

Juni 28, 2021

Es ist schwül hier in Frankfurt. Beste Voraussetzung sich aufs Bett zu legen und Musik von Jon Hassell zu hören, der vorgestern im Alter von 84 Jahren gestorben ist.
Der Amerikaner studierte in Köln bei Karlheinz Stockhausen und traf in den späten 1960er Jahren auf den Minimal-Music-Pionier Terry Riley (war sogar an dessen Erst-Aufnahme des Minimal-Music-Klassikers „In C“ beteiligt). Er machte Musik mit Brian Eno, Peter Gabriel, Tears for Fears und den Talking Heads, komponierte für das Kronos Quartett und entwickelte seine ureigene Idee einer musikalischen Ästhetik, die die Grenzen verschiedener Kulturen und Zeiten überschreitet (eine Art Vorwegnahme der Globalisierung), den „Fourth-World“-Sounf der sowohl futuristische als auch „primitive“ Klänge miteinander verbindet.
Deutliche Effekte, Loops als Gerüst und immer Klang im Zentrum.

Für mich ist Jon Hassell das Bindeglied zwischen Jazz und Dub Techno!

Und ich bleib glatt liegen, um mir auch noch den Blackalicious Werkkatalog durch zu hören und mich von MC Gift Of Gab aka Timothy J. Parker zu verabschieden.

When the things you build bring people together, it’s the best feeling in the world

Juni 10, 2021

>>For as long as I can remember, I’ve paid attention to how my bandmates work with the equipment they use, the session musicians I’ve met, the producers, the engineers and their studios, all because I’m interested in the whole process. That exploration, education, and constant gear talk has helped me contribute more and more to the big picture, not only as a drummer, but as a writer and an engineer.<<

So beginnt das Interview mit Jason McGerr (Schlagzeuger, Produzent & Engineer u.a. Death Cab for Cutie) auf dem Blog der sympathischen PlugIn Schmiede Valhalla DSP.

lesen, lesen, lesen

und mit diesem Satz könnte man es hervorragend beenden:

>>I firmly believe the less obstacles one has, the easier it is to capture the purest moments of inspiration and creativity. Workflow is key!!!<<

…geht aber weiter…

>>I think that having the right amount of wrong is where inspiration and creativity comes from, as well as having limitations and time constraints.<<

oh, yeah!

>>What do you do when you need to create something but aren’t feeling creative? How do you get unstuck?
JM: Whenever I’m in a rut or not inspired in the studio, I find that one of three things always helps. The first thing is to revisit those formative albums that have had a major influence on my playing or production choices. Nostalgia is useful when you’ve lost perspective, so it’s ok to go back, not just to the Beatles, but to the records you first fell in love with and wore out as a kid, even if they sound dated to you today.
The second thing that usually helps me out of a stagnant hold is to reach out to other musicians I haven’t talked to in a while and ask what they’ve been practicing, what they’ve been listening to, or whether they’ve done any recent deep dives as players or engineers – and sometimes they’re just as stuck as you! This can be comforting, to know you’re not the only one, and sometimes it you can help each other out of it.<<

üben?

>>Practice saying “No” to multiple takes and over editing yourself, because people usually want to hear and feel a real human being, not the computer’s idea of a human being. If you truly know a song well enough BEFORE you track, you should have a fairly inspired take in the first 3 tries.<<

PS. Jason McGerr ist auch ein Echodrummer! (Hier mit dem aktuellen Space Echo „Echo Fix„)

besser gesagt: „Freund des Effekts“ im Allgemeinen!

Talk Box

Mai 30, 2021

One, two – Mike check!

Heute gibt’s die »Talk Box« Video Premiere im Rahmen des hessischen »Tag für Musik und Literatur«, eine 45 minütige Werkschau des Pandemie-Gegenprogramms von Rubow & Leicht.

Wir durften seit einem Jahr in unserer Winterspielstätte Ono2 werken. Sprich, jammen, basteln, filmen. Das eigentliche Ziel war ein Album (VÖ steht noch in den Sternen), dank der Zeichenkunst von Kamü und Oli Leichts cineastischer Leidenschaft ist darüberhinaus ein bewegter Kunstfilm entstanden. Und genau dieser wird von heute bis zum 6. Juni online gezeigt, bevor der eigentliche Tonträger komplettiert und fertig gestellt werden wird.

Für den Einstieg gab es im Mittagsprogramm von hr2 eine Sendung zu der uns Daniella Baumeister zum Gespräch eingeladen hatte.
Zudem hätte ich etwas Einlassmusik für den digitalen Warteraum vorbereitet und dann wie gesagt ab 18 Uhr der YouTube Stream mit 12 Tracks des neuen Albums.

Freut euch auf jazzig-elektronischen Sound mit neuem Textverständis, nämlich einer Musik gewordener Sprache, die mittels Transformation von inspirierenden Sprachschnipsel diverser kluger Dichter und Denkern passiert. Konkret wird Material und so manche Originalaufnahme von folgenden Menschen verarbeitet:
Max Frisch, Steve Reich, John Cage, Saša Stanišić, Duke Ellington, Paul Desmond, Charlie Parker, Heinrich Steinfest, Bullwackie, Afrika Bambaataa, Arno Frank, Theodor Adorno, Front 242, Hal David, Matsuo Basho.

Es gibt aber auch ein gesungenes Lied zu hören, ein Remix von „Close to you“ (ausgewählt nach diesem schönen Stevie Wonder/ Talk Box Bezug). Freundlicherweise durften wir eine Produktion der hr-Bigband remixen, in der der die großartige Kate McGarry im Arrangement von John Hollenbeck singt.

PS. die Talk Box ist ja auch ein Effektgerät, eine „unglaubliche“ Stompbox um die gesungen/gesprochen Stimme zu verfremden, zu erweitern, transformieren… insofern Motto und perfekter Titel für unsere Arbeit.

PPS. unsere Arbeit wurde durch den Musikfonds (Neustart Kultur) unterstützt – danke!

PPPS. Zugabe!

Löslicher

Mai 19, 2021

Und wieder eine hervorragend kuratierte Eventide-Geschichtsstunde, diesmal geht es um den Instant Flanger FL-201 aus dem Jahr 1975.
Und hey, ein Flanger ist auch ein Delay! Darauf einen löslichen Kaffee

William Wittman über „a stereo sort of floaty, nice airy effect“, die mittels FL-201 humanisierte Linndrum Cabasa. Time after Time…

Live Techno from Berlin from Munich

Mai 18, 2021

Tipp: Tim Sarhan mit Komfortrauschen, live Stream um 20:30h aus der Münchner Unterfahrt.
A-, E- und FX Drums galore!

Fehlfunktion nicht als Problem, sondern als neuen Ausgangspunkt betrachten

Mai 17, 2021

Steve Reichs „Phasing“ Gestaltungsparameter entstand 1964/65 bei der Arbeit zu „It’s gonna Rain“ mit zwei gleichen Tonbandschleifen, welche zwar simultan gestartet werden, dennoch auf zwei (einfachen/billigen) Bandmaschinen relativ bald auseinander laufen, um sich schließlich wieder zu treffen.

»Reichs entscheidende Leistung bei der Arbeit an „It’s gonna Rain“ ist es, die Unregelmäßigkeiten, die beim Tonband-Betrieb auftraten, nicht als Problem, sondern als Ausgangspunkt eines Werkes zu betrachten, das genau diese „Fehlfunktion“ der Apparate zu seiner Stärke macht.« (Tilman Baumgärtel, Schleifen, Seite 254)

Und im nächsten Schritt wird das Prinzip der Phasenverschiebung auf musizierende Menschen übertragen (reverse engineering). Dabei genügt eine eintaktige Phrase (Minimal Music), die von zwei Spielern unisono gestartet wird. Während sich einer der Spieler das Tempo konstant hält, spielt der zweite Spieler in einem minimal schnellerem Tempo und so entseht für Reich »a compositional process and a sounding music that are one and the same thing.«
Also ein Loop mit folgendem Verlauf ||: Gleichklang, Echo, Dopplung, Chaos, Annäherung :||

Hier eine Visualisierung von Reichs „Piano Phase“ (1967)


Übertragen auf das Schlagzeug, lässt Justin Heaverin auf Instagram drei synchron gestartete Buff-Tschak Grooves in den Tempi 119, 120 und 121bpm phasen:

Drei kleine Übungen dazu:

1. Starte mal zwei Metronome (Apps) gleichzeitig: zunächst im selben Tempo (flam?), dann mit leicht unterschiedlichen BPM Einstellungen. Und freue dich über den Moment, wenn sich die Pulsschläge wieder (kurz) decken.

2. Lass einen programmierten Viertelpuls laufen (Drum Machine, Metronom, zur Not auch diese Endlosrille) und setze dich trommelnderweise auf den Beat. Jetzt versuchst du einen Ticken langsamer (schneller) zu werden und rastest dein neues Tempo ein. Dann spürst du, wie dich der Originalpuls überholt (wie du den Originalpuls überholst).

3. Aufnehmen und Basteln: nimm eine kurzen Groove auf, ziehe in ihn die DAW, schneide einen eintaktigen Loop und kopiere diesen (ein, zwei mal). Die Kopie(n) wird nun schneller/langsamer gerechnet (mit dem Parameter der in den Outboard Samplern Timestretching genannt wird).
Dann alle mit derselben „eins“ auf Anfang und los…

The Pedal Movie

Mai 1, 2021

Frühlingswetter, Sommerdusche

März 24, 2021

… und dabei laut singen. Oder mit einem Echogerät trommeln!

Das Foto stammt aus der Bedienungsanleitung des Yamaha Homerecording Mixers MM-30, der damals zur Klangformung pro Kanal zwei Drehknöpfe bereitstellte, einen simplen EQ („Tone“) und einen, der das Signal ins interne Eimerketten Delay schickt („Echo“).

Ach ja, zum Thema eins Wetter, Sonnenschein. Lass dich nicht blenden und pack die Schirmmütze ein:

Die schicke Schachtel des Roland SH-101 (der übrigens gerne von Rhythmusmaschinen getriggert und so zu selbiger wurde) habe ich im Soundgas Shop abfotografiert.

Und hey, wenn du dich im Park vielleicht locker machen willst, dann empfehle ich ein paar Lese/Bodypercussion-Übung von Kristof Hinz‘ wohldurchdachter Klatschkurs.de Seite.