Archive for the ‘EFX’ Category

Why should guitar players have all the fun?

Juni 21, 2020

Gestern zeigte die JHS Pedal Show ihre Folge „Guitar Pedals for Drums“ und demonstrierte unter dem Motto „Why should guitar players have all the fun?“ fünf Effektverkettungen:

Der Transfer, Schlagzeugaufnahmen durch Gitarren-Effekte zu schicken, wurde schon von den Herstellern in den 1970er Jahren angeschubst, wie die folgenden Demonstrations-Schallplatten eindrucksvoll erklingen lassen:
Maestro PS-1A Phase Shifter (1972)


Lexicon Delta-T „Studio Applications of Time Delay“ (1976)

Schlagzeug relevant: In Tempo Spatial Shift / Time Delay

I live you

Juni 20, 2020

Gestern Abend ging’s (auch) um das 81er „What Cha‘ Gonna Do for me“ Album von Chaka Kahn. Später konnte ich kaum einschlafen, da ich mir den grandiosen Bass-Fill im Titeltrack ungefähr 5000 Mal angehört habe:

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Das Notenbild entstammt der Transkription von Stevie Glasgow, nachhören lässt sich die Anthony Jackson Performance bei 3.12′, den Vibe nachempfinden kannst du hier:

Auch Steve Ferrone trommelt den Song fantastisch, mit Pony Hihat Pattern und eins a Fill Ins. Er hat sich übrigens heute – genau eine Woche nach seiner Knie OP – wieder hinters Drumset gesetzt und freudig gezockt:

Mein Lieblingstrack des Albums (und mit dieser Rhythmusgruppe) ist übrigens „I know, I live you„, gerne auch im Danny Krivit Mix:

PS. Hier noch der schöne Ausschnitt des Jazz in Concert Interviews mit Anthony Jackson, in dem es um Musikmaschinen geht:

>>I’m old fashioned, and very idiolistic about that. My feeling is, I’ll outplay anybody using the machine or i’ll die. I don’t care. The day that the machine outplays me they can plant me in the yard with a corn, and I mean it, I’m very serious. I will not permit myself to be outplayed by someone using the machine. I’m just not gonna permit that.<<

Und trotz der klaren Worte geht es ihm letztlich um die Person die hinter Instrument oder Maschine steht. Solange es die Kreativität beflügelt, Musik bereichert = top! Hat Jacksonselbst ja wunderbar erfahren, als er sich 1973 bei Manny’s Music in New York einen Maestro Phase Shifter PS-1A besorgte, obwohl ihn der Verkäufer nachdrücklich warnte, dass das Teil nicht mit dem Bass funktionieren würde.
Dank Vision stur geblieben, zack, mit dem O’Jay’s Hit, „For the Love of Money“ Bass-Geschichte geschrieben.

You must have a good groove to make good dub

Juni 12, 2020

Gegen Ende der Tony Allen Autobiografie lese ich auf Seite 169 den schönen Satz:
>>You know, you must have a good groove to make good dub.<<
Gesagt getan. Der Meister Benny Greb hat gerade eh einen Beat zur Kollaboration freigegeben. Optimale Voraussetzung, also los. Direkt vom Bett an die Maschinen…

Dafür habe ich seit langem mal wieder mein Korg Bandecho (Stage Echo SE-300) angeworfen – super, man wird direkt mit Studiowärme im doppelten Sinn beglückt – und gleich ein neues Switcherpedal (EHX Chillswitch) ausprobiert. Wenn ich diesen momentary Switch drücke, rutscht das eingehende Signal nur bzw. auch in einen weiteren Effektloop (in dem ich mein vermutlich langjährigsten Echopartner, das analoge Boss DM-100 Eimerkettendelay untergebracht habe).
Am Ende hilft der Vermona DAF-1 Filter dabei, die überstehende Echowolke elegant zu einem klaren Ending zu morphen.

Toll am SE-300: nicht nur dessen Tape-Delays, sondern auch die (Verschaltungs-) Möglichkeiten des Federhalls:

Korg-SE-300-Reverb

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Der Schulte Phaser von Dieter Seelow

Mai 15, 2020

Da kam heute ein schönes Päckchen an, drinnen der sogenannte Schulte Krautrock Phaser (Compact Phasing „A“). Schön, weil äußerst schick designt, weil eigen klingend, weil sagenumwoben, aber vor allem schön, weil es der Phaser von Dieter Seelow ist und sein Spirit in meinen Effektschleifen zukünftig immer auch ein klein wenig mitklingen wird!

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Dieter hat bestimmt indirekt meine Echoleidenschaft geschürt, weil er der erste Nicht-Gitarrist war, der sein Instrument (Saxofon) ganz selbstverständlich durch ein Tape-Delay und andere obskure Effekte schickte (wie zum Beispiel Maestro Rhythm & Sound oder eben jenen Compact Phasing „A“). Auf jeden Fall war ich mächtig stolz, mein überhaupt drittes Konzert mit ihm (der in meiner Heimatstadt Schorndorf als Jazzrock-Legende gehandelt wurde) spielen zu dürfen. Es war 1986, auf der Hochzeit meiner Mama:

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Entfacht wurde das Delay-Thema übrigens durch Holgers metallic grünes Ibanez DDL (links unten), das ist aber eine andere Geschichte…

Als Sabine Seelow netterweise angeboten hatte, dass Dieters ehemalige Instrumente doch gespielt gehören, hätte ich mir logischerweise das Korg Stage Echo aussuchen müssen – aber hey, das Teil hatte ich mir längst zu Dieters Lebzeiten besorgt – also fiel die Wahl auf den Phaser. Nicht nur aufgrund der oben beschrieben Schönheiten, sondern da auf seiner Gehäuserückseite die „number one“ Randnotiz prangt, die zum Titel unseres gemeinsamen Albums wurde*.
Danke, liebe Bine! Ich freue mich auf viele schöne, vom Krautrock Phaser veredelte Echodrums…

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* erinnert mich direkt an die Bandnamen-Findung bei Modeselektor:
>>Gernot and I wanted to do a remix for a jazz band and we still didn’t have a name for our joint project. Because we often used the Space Echo and there’s this big switch with Mode Selector on it, it was just obvious. Then we simply wrote it together and replaced the C with a K. And so we became Modeselektor.<<
Sebastian Szary im Interview in Tabita Hub/Michael Matlak/Florian Anwander „R is for Roland“ (Seite 272, electronic beats, 2015)

 

look at improvisation as a game

Mai 10, 2020

Jojo Mayer hat für den tollen Ted Talk  „A Plea for Improvisation“ mal wieder ein Pitch-Delay und Hallpedal aufgebaut. Das gefällt mir sehr, seine Statements fast noch mehr*:

Hey, auch Jochen Rückert garniert heuer sein Getrommel mit Dubechos. Top!

Und Joe Clegg entdeckt die Stärke des Moog Chorus, Space Echo ist ebenfalls an.

* nach dem Effektgehasche hier mein J. M. Notizzettel:
>>improvisation as a useful idea for everyone

performing without preparation? Indeed the preparation is acquiring a state of mind that allows us to function without the security of a preset protocol.
to have the freedom to visualize, recognize & exploit unexpected oportunities at the spur of the moments.
look at improvisation as a game – you get better by playing

improvisation is real time problem solving: a technique to create order from chaos

improvisation as response to a new cultural challenge, the challenge of an increasingly unpredictable and fast approching future
improvisation is gonna be a part of the frontier that distinguishes humans from machines.
improvisation is  the opportunity to refine and develop our ability to improvise as adults, that allows us to encounter the unknown no longer as an enemy but as an accomplice to our creativity, our growth and our authentic lives<<

Dub a Drummer

April 27, 2020

Mein Echodrums Buch steht kurz vor dem Abschluß und um die Idee zu streuen bzw. dem potentiellen Leser zu erklären, wie schön die Synergie von Getrommel und Effektgerät sein kann, dachte ich mir folgendes:
Ich lass‘ mir von meinen befreundeten IG-Star-Drummern einen Rhythmus vorspielen, „dubbe“ diesen anschließend und erzähle was Kleines dazu. Zum Beispiel, dass mit dem Verb „dubben“ jene Blaupause von Remix gemeint ist, die in Jamaika ihren Anfang nahm (Dub Reggae) und das leidenschaftlich-verspielte Ausproduzieren im Studio meint, mit allem was an tontechnischen Möglichkeiten so vor Ort ist, in meinem Fall:
Laut/leise, Hall und Echo.

Dazu stöpselte ich mein Telefon – heute mit Philo Tsoungis IG Drumshare – in den Lehle P-Split und verteilte ihren Beat
– einmal auf den Superswitcher SS-1 (zum Muten). Von dort dann weiter zum analogen Boss Delay (DM-300), dessen Effektbeteiligung durch den Echo Volume Regler bestimmt wird (OK, auch durchs leichte Übersteuern des Input Gains). Und dann ins Mischpult.
– einmal auf den Vermona Federhall (VSR3), dessen Mixregler auf 100% Effekt gestellt wurde, der aber nur durch Drücken des externen Taster hörbar gemacht und zum Mixer geschickt wird. Musik entseht hier nicht nur durch die Hallspirale, sondern vor allem dank des Tone Potis.
Schließlich wurde die Mono-Summe des Mischpults im Rechner aufgenommen.
Und wir sehen und hören eine Interaktion von Drummer und Dubmixer.

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Mein Echodrums Buch steht kurz vor dem Abschluß und um die Idee zu streuen bzw. dem potentiellen Leser zu erklären, wie schön die Synergie von Getrommel und Effektgerät sein kann, dachte ich mir folgendes: Ich lass' mir von meinen befreundeten IG-Star-Drummern einen Rhythmus vorspielen, „dubbe“ diesen anschließend und erzähle was Kleines dazu. Zum Beispiel, dass mit dem Verb „dubben“ jene Blaupause von Remix gemeint ist, die in Jamaika ihren Anfang nahm (Dub Reggae) und das leidenschaftlich-verspielte Ausproduzieren im Studio meint, mit allem was an tontechnischen Möglichkeiten so vor Ort ist – in meinem Fall: laut/leise, Hall und Echo. Danke an @philo.tsoungui für den schönen Smartphone-Steilpass! #dub #remix #vermonavsr3 #bossdm300 #lehlepsplit #momentarymuteswitch #backtoback #echodrums #drumuniversity

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Dass wir Trommler derartige Soundwelten aber auch locker alleine erschaffen können – ähnlich wie ein Gitarrist, der sein Instrument ins Effektboard steckt – das wird gemütlich nachzulesen sein, ganz entspannt „from scratch“.
Ums mit Hattlers Worten kurz zu fassen: einfach Klinkenstecker rein und los!

Snapclap

April 16, 2020

Drei schöne Fundstücke aus dem Netz.

Eine Idee von Benoît Kalka. Ab zur Sammlung „Handclap Sounds trommeln“.

Henrik Schwarz hat mit „A Beatless Live Set“ ein schöne Aufgabe zum Dazuspielen ins Netz gestellt. Kaum Beats, aber immer im Grid

Und dann bin ich noch auf Stepaudio und ihren Pilot Wave (einen MIDI Effect Sequencer fürs Stressbrett) gestoßen.

Zurück zum getrommelten Clap,  zu neuem Sound von MXXWLL:

Ornamentation!

April 12, 2020

Zu Herbie Hancocks 80. höre ich die Schallfolie „Herbie Hancock demonstrate the Rhodes Piano“ von 1973. Zumal er dort von wunderbaren Effektier-Optionen (und seinen diesbezüglich verwendeten Geräten, Fuzz-Wah, Echoplex und Random Resonator) schwärmt.
Hier die B-Seite mit dem Echo-Schwerpunkt:

Alles Gut(e)!
Und weil Geburtstag, hier noch die passende Maestro Werbung aus meinem Geburtsjahr:

Klinkenkabel ahoi!

März 29, 2020

Letzter Sonntag im März:
1. Zeitreisen gibt es nicht.
>>Für den Physiker Stephen Hawking war das mit einer Party bewiesen, die er 2009 für Zeitreisende schmiss. Er verschickte Einladungen erst nach der Feier, sodass wirklich nur Personen kommen würden, die rückwärts durch die Zeit reisen können. Aber niemand kam.<< (Sonntaz 28./29.03.20)
2. Die Zeitumstellung hingegen schon. Habe ich nicht gewusst, eben erst bemerkt – ist aber auch überhaupt nicht wichtig zur Zeit.
3. Dafür habe ich das wunderbare Cassette-Tapeloop-Ambient-Refugium von Randall Taylor aka Amulets entdeckt. Von ihm lege ich gleich zwei Arbeiten auf, parallel und ganz bestimmt im Sinne des Komponisten:

Johannes Brechts „Identity“ direkt hinterher.

4. Und jetzt ein wirklich praktischer Corona-Workaround für die langen Klinkenkabel, die nur bei Gigs zum Einsatz kommen.
Auf dem Freiluft-Programmzettel standen gemütlich-lange Skateboard Abfahrten*. Da habe ich mich als Lotse und Schlepplift angeboten (Sportprogramm, wichtig!).
Ergebnis: Beste Laune und garantierter Mindestabstand.
Vielen Dank an Sommercable für die superbe Qualität!!

Dafür musste etwas anderer Sound her. Zumindest in meinem Kopf lief Ed MottaBem Longe„.

Spaghettieis?

März 21, 2020

Habe jetzt im Hauszelt mein Besenkammerstudio reaktiviert, frische Pazifikluft strömt aus dem Rechnerlautsprecher*.
Dort übe ich nun mit der tap-baren 34one Midiclock, mich zu jeglicher Musik on-the-fly synchronisieren zu können.

Ich beginne mit der Acidlab-Bassline, meinem neuen Alexander Pedal (Sky5000) und einem alten Whammy-II. Die Stimmen-Samples kommen aus einem anderen Zimmer, letztlich vom Podcast des Robert Koch Instituts, das vermeintliche Vinylknistern aus der Luft.
Wer den am Ende zumischten Track als erste/r erkennt, bekommt bei Zeiten ein Spaghettieis von mir 🙂

*dieser Tipp kommt aus dem IG Feed vom Rush Hour Store aus Amsterdam

PS. Das gemischtes Eis mit Sahne unter den Effektgeräten ist für mich der EHX Echoflanger von Adrian Belew, schicker kann man seine persönlichen Prestes kaum markieren!

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