Archive for the ‘Sampling’ Category

Hell’s Rarebit

April 3, 2021

Meine Lieblingsplatte für den Karsamstag kommt von Fila Brazillia: „Luck to be a weirdo tonight“ , dort direkt in den B-Teil von Track 4 hüpfen: „Hell’s Rarebit“

Ein passendes Osterei kommt aus King Tubbys Studio, nämlich Foto und Insights zu seinem MCI Mischpult.

Schließlich noch ein Bild mit vielen Hihats und einem großen E von mir. Eigentlich der temporäre Dämpfer für mein Meinl Drummer Tamburin (E-twas weniger Schellen…), anlässlich dieses Wochenendes aber auch ein kleiner Stabreim:
Eppy Easter! Eventuell Eier essen?

„The Beauty of Electrified and Programmed Drum Grooves“ Playlist

März 16, 2021

Neulich rief Norbert Saemann an und fragte, ob ich nicht Lust hätte für die Abonnenten des Meinl Newsletters eine exklusive Spotify-Playlist zusammenzustellen.
KLAR! Thema? Wäre mir überlassen. STEILVORLAGE!

Und so habe ich unter der Überschrift The Beauty of Electrified and Programmed Drum Grooves einen kleinen Funkturm errichtet, »not a timeline-based history of DJ culture, but a colorful mix to give kudos to all the engineers and researchers in music production, to all the bedroom producers and bricoleurs who find and develop new percussive sounds, textures and aesthetics, to all the visionaries and brave drummers who know that there is always more to discover.«

Für den Meinl Newsletter kannst Du Dich hier anmelden, anschließend werden Dir wohl Mitte der Woche der Link und meine Gedanken zur Playlist zugestellt (bestimmt mit dem oben abgebildeten Kurierfahrzeug).

Kannst jedenfalls schon gespannt sein: hier klopft der Gangsta-Rapper einem Peter Erskine oder Danny Gottlieb hinterm Simmons-Set anerkennend auf die Schulter, Sly Dunbar raucht einen mit der Bedroom Produzentin aus Offenbach, Jeff Porcaro programmiert die Linndrum, Jojo Mayer hebt ab, J Dilla fließt, Herbert betrommelt den Körper seiner Freundin, D’Angelo wackelt, Theo Parrish ebenso, Squarepusher beept mit Missy Elliot, Goldie grinst, Portishead weint, wer lötet eigentlich dahinten in der Ecke?? Egal, Phil Collins trommelt für den Dancefloor – ich tanze dazu und schau mir all die stromgeladenen Rhythmusmaschinen und Protagonisten im Netz an –
und so weiter und so fort: knappe acht Stunden Spitzenqualität!

Kultivierung des Fehl(trigg)ers

Februar 1, 2021

Oh yes, Zach Danziger höre ich immer wieder gerne zu.

Während seiner Performance beim 2019er Tam Tam Festival in Sevilla erklärte er seine Vison, beim Trommeln auch den visuellen und melodischen Bereich abzudecken.

In Minute 22:14′ erfreut er sich am Fehler: lose übereinander gelegte Becken, sogenannte „Stacks“ tendieren dazu nach einem Anschlag mehrere Triggerimpulse auszulösen. Was in seinem Fall harmonische Reize (und eine weitere Beschleunigung im Round Robin System) verspricht 🙂

>>The old era was us playing along to computers, but the new era is computers playing along to us!<<, so gehört in dem YT-Beitrag „The Future of Electronic Drumming„.

Stromverbunden!

Dezember 19, 2020

Vier grandiose Fänge im Netz.
Für den 4. Advent oder eher das ganze Wochenende!
1. Michel Baumann (aka Jackmate, Soulphiction) erinnert sich an einen Gig mit Matthew Herbert im Unbekannten Tier in Stuttgart 1996. Glücklicherweise existiert ein (späteres) Filmdokument mit Herberts Live-Sampling. Die damalige Chipstüte wurde durch eine Packung mit Frühstücksflocken ersetzt.

2. Fila Brazillias Steve Cobby forscht bezüglich des ersten Drum Tape Loops:

Hier kommt erstaunliches Wissen und viel Musik zusammen. Ausgehend vom Bee Gees Loop (ein Bernard Purdie Schnippsel) für „Stayin‘ Alive“ (1977) und von Marvin Gayes (selbstgetrommeltem) „T plays it cool“ (1972), über „Cecilia“ von Simon & Garfunkel (1969 aufgenommener Loop mit passendem Hallrückwurf!) zum alternativen Beatles Take von „Tomorrow Never Knows“ (1966).
Aber auch Kool DJ Herc, Delia Derbyshire und Arseny Avraamov werden erwähnt.
Welch mega Diskussion!!

>>By knowing the way to record the most complex sound textures by means of a phonograph, after analysis of the curve structure of the sound groove, directing the needle of the resonating membrane, one can create synthetically any, even the most fantastic sound by making a groove with a proper shape, structure and depth.<< Arseny Avraamov (1916)

>>And if you listen to it closely now, what you’ll notice is that it’s a loop. The drum – the drum is a drum loop. Now back in ’72 there were no samplers. What they did was they took a piece of tape and they had the two track tape machine, and they made that pattern that made a loop like a figure eight around the tip – rim, which I’d never seen before.<< Saxophonist Trevor Lawrence auf „T plays it cool“

Nebenbei noch vergnügliche Anekdoten. Beispielsweise über „Andy Newmark playing live over a Maestro Rhythm King drum machine [MRK-2]“ für Sly Stone und eben jene Rhythmusmaschinen-Aufnahme, die später von Fila Brazillia für „Chemistry“ gesampelt wurde. Oder über die Go Go Band (mit Ju Ju House) die für Grace Jones‘ „Slave to the Rhythm“ (1985) eingeflogen wurde:
>>My friend Steve D’Agostino was the drum programmer on Slave, working for Steve Lipson. He spent the bulk of six months just working on the drums to that one song. It was a combination of programmed and live drums, played by the guy from the Blockheads [Charlie Charles], all assembled and edited in a Fairlight. Not only was he getting paid a fortune, it was done at Sarm West, so the final costs ran over a £million. Trevor Horn was convinced he was going to produce something that would compare with The Beatles – that was his aim with this song<< Paul Greendale

3. Sasa Stanisic bedankt sich für den Weilheimer Literatur Preis und redet toll über Strom.

4. Fuck. Ein neues Hattler Recording wurde geleakt. Attitude und Energie stimmen zwar (keine Snare, dafür beidhändig betrommelte Hihat Becken), aber man sieht dabei den Trommler mit unanständig viel Spaß bei der Arbeit.

>>It must have a beat and it got to have soul!<<

Cymbal Reverb

November 16, 2020

Sendung mit der Maus im Heddernheimer Probebunker:
Andreas Neubauer demonstriert, welch gute Figur so ein China Cymbal als Hallraum machen kann.
Das schreit doch nach ReAmping, also der Auspielung und erneueten Aufnahme Deines Drumrecordings (oder Teilen daraus)!

Und weils gut dazu passt. Der britische Drummer Joe Clegg haut gerade kostenlos eine kleine Samplelibrary (DP000 KIK/SNR) mit von Vintage Schätzen effektierten Akustiktrommeln raus.

Tag des haptischen Tonträgers

September 4, 2020

1. Am Vormittag lief ich beschwingt aus dem No.2 Second Hand Plattenladen in Sachsenhausen. Nicht nur, weil ich für die morgige Salong-Impro ein paar anständige Samples gefunden habe, sondern weil mich das Booklet einer tunesischen Orchesteraufnahme aus dem Jahr 1960 mit der Transkription der Rhythmuspattern überraschte. Und ich wiedermal feststellen musste, wie wichtig mir diese Orte sind.
Denn egal, wie angenehm es sich in der Üppigkeit der Streamingdienste lernen lässt, das „digging“ Erlebnis im begrenzten Raum ist glücklicherweise nicht zu toppen!

2. Zuhause angekommen, erfreute mich die Post von Warner Music. Alter Plattenfirmen-Stil. Unaufgefordete Belegexemplare in Silber und Vinyl.
Schön, dass ich für Nils Wülkers neues Album „Go“ den Track „Hybrid“ trommeln durfte.

3. Und jetzt höre ich das „Sample Selfie“ von (DePhazz Mastermind) Pit Baumgartner. Heute veröffentlicht und jetzt schon Albumtitel (und Steilvorlage) des Jahres!

die Wertschätzung für kleine Veränderungen

Juli 16, 2020

Feines Interview mit Philo Tsoungui, plus ein persönliches Freeware-Sample-Pack (via NI Community Drive) von ihr obendrein.
Es geht um zeitgemäße Rhythmusarchitektur bzw. wie diese elegant auf der Bühne umgesetzt werden kann, es geht um Sound, Flow, Levelling und die Wertschätzung für kleine Veränderungen!

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Eins a Sommermaterial!

Und dass ich die tolle Philo nochmals bei Fatoni vertreten darf, wird gleich auch noch untergebracht:
06.08.20 „Fatoni“ Dortmund, Junkyard (Open Air)
07.08.20 „Fatoni“ Stade, Lichtspielgarten
08.08.20 „Fatoni“ Oldenburg, Einfach Kultur

Blechwanne und Zementhall

Mai 18, 2020

Aaron Sterling haut für  ’nen Zehner sein persönliches Samplepack raus:
>>The Bucket is coming soon!!! There will be 111 “One Shot” samples and 178 “Motion Samples”. Stuff I use on tracks all the time. Useful stuff! Will only be $10 🙂 🦄<<

The+Bucket+Samples+Aaron+Sterling

Passt nicht in die Blechwanne, dennoch eins a Sound:
Der besonderen Stadionklang der Geisterspiele.

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Gar nichts erlebt, auch schön

April 9, 2020

>>Gar nichts erlebt. Auch schön.<<
schrieb Mozart am 13.07.1770 in sein Tagebuch.
Hier hingegen Abenteuer:
Ich spiele Lebensmittel-KroGuFant und lausche den MPC3000 Delays von Ian Pooley.

Amen in the Kitchen!

März 25, 2020

Dank Dirk Erchingers großartigen FB-Aufrufen (Wilcoxon Nr. 3, Funky Drummer), gemeinsam am frühen Abend verschiedene Meilensteine der Schlagzeugliteratur ins Umland zu trommeln, stand dieser schöne Dienstag ganz unter dem Motto „Amen Break„:
Mal wieder eintauchen in die Idee der Breakbeats, sich an der Kraft des Loops erfreuen und über die ewige Autorenschaft-Diskussion nachdenken, wenn’s ums Sampeln und Weiterverwerten von Vorhandenem geht. Das Vermächtnis der DJ-Kultur hochloben, aber auch an der eigener Strategie feilen: Ist doch eigentlich großartig, etwas nachspielen, die Aufnahme mit kopierten Techniken zuschneiden, um damit die eigene Kreativität anzufachen, schließlich in der Endsumme was ganz eigenes  zusammen zu brauen!

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Und da Video-Challenge, ist doch zusätzlich eine erste Online-Lesson dabei herausgekommen. (Teil der Zukunft???…)
Anyway – so sieht’s aus:

Teil 1 KNOW THE HISTORY
‚Ne geile Rhythmuspassage entdecken, in die Schleife packen, ggf. schneller (und höher) abspielen…
Teil 2 DIY
Der Anzünder unseres Gasherdes hängt dauerhaft bei ca. 100bpm, sprich, das ist die optimale Hihat. Jetzt etwas Risotto-Reis für Kick und Snare. Das legendär versetzte Coleman-Crash entsteht durch Umschütten… Show & Gimmicks, eh immer gut!
Teil 3 ZOCKEN
Dank des eleganten Loops wahnsinnig viel Geld verdienen oder einfach Freude beim Dazuspielen entwickeln. In puncto „Amen Break“ passt die Tischtennisausrüstung hervorragend, wenn man an die schnellen Drum’n Bass Rolls und Buzzes denkt. Lineal ginge dafür auch, das nächstes mal dann… Aber dafür wurde ja noch der Clap Cowboy gefeatured.

Nach der Vorbereitungsphase ging’s direkt auf den Schulhof, warmspielen für die Sendung um 18.30 Uhr. Wo sich der „LIVE“ Knopf im Facebook befindet weiß ich zwar immer noch nicht, aber irgendeine Videofunktion hatte ich dann doch gefunden. Und meine Spiellust war groß!

PS. Fenster auf tut gut, Tischtennis auch, Rhythmen in die Welt posaunen, immer immer immer gern, aber gemeinsame Videoaufnahmen im Camping-Kiosk sind auch nicht schlecht…