Archive for the ‘Art’ Category

feeling lucky lately

März 28, 2018

Ich hatte eben mal überlegt, dass ich doch zu Ostern mein Schlagzeug mal feierlich aufbauen könnte. Als Inspirationsquelle hätte ich diese Ludwig Broschüre aus dem Jahr 1982:

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Und vermutlich lege ich dazu dann ganz passend Kid Creole & The Coconuts auf: „I’m a Wonderful Thing Baby“…oder besser noch: High Fashion „Feeling Lucky lately“

PS. Vermutlich saß bei beiden Musikstücken Yogi Horton hinterm Kit.

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Kontrapunkte

März 24, 2018

Ich denke, wir sollten mit Luminos W öfters in Rumänien auftreten. Das Konzert in Iasi war grandios, was bestimmt stark an Land und Leuten liegt. In dem Fall war es  ein eher junges, aufgeschlossenes Publikum, das sich furchtlos dem Unbekannten stellte, kräftig mitfeierte, vereinzelt auch tanzte und am Ende mit wunderbar gerolltem R kleine Lobeshymnen ausstieß: „Ihr seid Zauberer“, „… eine Mischung aus Kraftwerk und (vergessen)“, „einzigartig, elektrisierend“, aber auch: „Wir hatten echt gezögert, zu kommen – denn ihr seid ja sooo alt – egal, es hat sich voll gelohnt! Danke“. Dieser letzte Satz kam von einer Erasmus-Studentin aus Mainz und hat mächtig ins Schwarze getroffen. Er wird umgehend dazu benützt im Mainzer Schon Schön einen Gig klar zu machen und unsere Bio von den Jahreszahlen zu befreien.

Irgendwie passte alles, da es neben unserem Soundtrack und Kulturspaziergängen auch ausreichend Zeit für die Kunst der Pause gab, ein Motto, das vom FIKA Kaffeehaus ausgegeben wurde, dank des Schneetreibens und der tollen Büglerin** auch stundenlang im Bett funktionierte.

Dass alle Show relevante Elektronik* nun ins Handgepäck passt, ist mein persönliches I-Tüpfelchen der Reise. In Zukunft werden waghalsige Flug-Umstiege mit einem Schulterzucken quittiert und sollte der aufgegebene Koffer mal nicht ankommen, no prob, dann müssen halt Stöcke, Becken, Zahnbürste vor Ort besorgt werden – easy!

* K-Mix, BopPad, Laptop, HD-25, Keine Delay, Boss A-B Box, alle Lade- und USB-Kabel, (CDs, der Pass und was zum Lesen)

** Heinrich SteinfestDie Büglerin“ (2018)
>>Die beiden bewegten sich, als marschierten sie durch einen Gang in der Luft, der seit Ewigkeiten bestand, allein zu dem Zweck, hier und heute durchschritten und letztlich auch geschlossen zu werden. Als sei dieser Gang – ähnlich wie in Kafkas Vor dem Gesetz – allein für dieses in ihrer Tanzbewegung kokonierte Paar errichtet worden. Es schien absolut keine Alternative zu bestehen, auch keine, die die Freiheit beinhaltet hätte, einen anderen Schritt zu tun als den, den man tat. Was ja umso frappanter war, als der Tango Argentino ohne ein festes Programm der Schrittfolge auskam, sich eher der »Haltung« der Tänzer und ihrem Miteinander ergab. Der Begriff des Fehlers hatte an dieser Stelle zu existieren aufgehört. Das heißt, der Fehler wurde nicht etwa im Zuge von Perfektion oder Routine vermieden, sondern er lag schlichtweg außerhalb der Möglichkeiten.<< (Seite 214)

>>Letztlich ist Tanzen eine der schönsten Arten, etwas gänzlich Sinnloses zu tun, bei dem man keinen Meter vorwärtskommt.<< (Seite 215)

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Jetzt fehlt nur noch das Schwarze Quadrat

Blue Monday?

März 12, 2018

Gerade mal 35 Jahre alt… diese nice „Blue Monday“ Live Performance, mit zwei gut gestimmten Simmons Pads, ordentlich Space Echo und Extra-Programmings:

PS. Als ich die Nummer erstmals im Radio hörte – war 11 Jahre alt – war ich völlig verwirrt, wie ein Schlagzeuger einen derartigen Groove spielen konnte.

PPS. Nebenschauplatz, ebenfalls 1983, jedoch in Amerika: Robert Rauschenberg gestaltet die (auf 50.000 begrenzte) Limited Version des Talking Head Albums „Speaking in Tongues„.
Er bekommt $2000 für den Job und einen Grammy für’s Design.

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Musik (mit) Kulisse

März 7, 2018

Oszilliere gerade zwischen interessanten Extremen:
Gestern noch körperlichste Beats für 640 PS, ganz idyllisch, am Fusse des Mont Blanc (Genfer Autosalon), morgen dann Herzblutmusik mit Netzer vor Frankfurts  beeindruckendster Lautsprecherwand (dem Soundsystem im Tanzhaus West).
Und zwischendurch buntperlender, obskurer japanischer 80er Disco-Sound auf die Ohren, sowie Seitenblicke auf Onkels Glitzer-Schlagzeug (nebst den wunderschön eingerahmten Effektgeräten)!

Boom for Real!

März 4, 2018
Hey, ab nach Frankfurt! Mindestens zwei gute Gründe dafür:
Es gibt in der Schirn die Basquiat Ausstellung, deren Titel meiner liebsten E-Trommel huldigt.
Und am Donnerstag, den 08.03.18 gestalten Netzer – mittlerweile 20 Jahre alt, mit dem Frankfurter Newcomer Philipp Boss einen unikaten Abend in der Milchsackfabrik (Gutleutstraße 294, 60327 F) durch spannende Überlappungen von Repertoire und Attitude. Ich schreibe dazu mal aus Philipps Pressemappe die Losung für die Veranstaltung ab:
»We’re told to expect a future classic in house music history«

im Winter immer gut: Orangen essen

Januar 23, 2018

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Herzlichen Glückwunsch zum 80sten, Georg BaselitzAuf-den-Kopf-Stellen ist ’ne gute Sache.

Und weil so gut passt (weil eben ausgelesen) zitiere ich auch noch den gleichalten Klavierstimmer Frédéric Delacroix aus Pascal Merciers gleichnamigen Roman (Seite 36):
>>Das gibt es: daß man mit seiner Zeit nichts anzufangen weiß, und doch ist es nicht Langeweile. Langeweile setzt Vertrautheit voraus. Gerade diese Vertrautheit, die zur Monotonie geworden ist, läßt die Zeit lange erscheinen. Ich sehnte mich danach, mich langweilen zu können.<<

Das sind doch zwei eins a Tools um diese Woche mal anders zu gestalten…Also beim Sidereading einfach mal Kick- und Snare-Stimme vertauschen. Oder mit Monotonie einen Themen-Abend gestalten (NDW oder Techno).

Florence Foster Jenkins

Januar 4, 2018

Mit dissonanten Gefühlen teile ich den eben in der Arte Mediathek geschauten Dokumentarfilm „Die Florence Foster Jenkins Story“ (D 2015, 53 Minuten, noch bis 13.01. online), eine tragische Kombination von Geld, Musikliebe und verrutschter Selbstwahrnehmung, die bei mir gerade drei Schlussfolgerungen hinterlässt:
– es gibt außergewöhnliche Tondokumente

– >>Fremdschämen und Lachen über große Egos gab es schon immer….<< so der YouTube Kommentar von Chagall1985 zu eben diesem Video.
– diese Art Kunst ist Camp!

stabil!

Dezember 19, 2017

Über die kreative Vielseitigkeit des Trommel-Künstlers / Kunst-Trommlers Raphael Sbrzesny wurde hier schon öfters berichtet, jetzt hat der umtriebige Performer eine Werkschau in Buchform  herausgebracht, einen fetten Ziegel voller schöner Bilder und Ideen. Klar, nach dem vielversprechenden Klappentext über den „emanzipierten Interpreten“…

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Tongue & Typewriter

November 30, 2017

Dieses Kunstwerk von Lenora de Barros,„Poema“ aus dem Jahr 1979, gefällt mir ausgesprochen gut, ist doch ein passendes Sinnbild zum Thema Sprache und Rhythmus!
(Das Original lässt sich bis zum 2. April 2018 im Frankfurter MMK bewundern: „A Tale of two Worlds“)

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raining cats & pandas

Oktober 5, 2017

Feucht-fröhlich in Litauen, entdeckte ich doch heute eine große Katze (die mich angenehm an Boteros El Gato del Raval erinnert) und den Pimpy Panda mit Vincent Golly am Schlagzeug.