Archive for the ‘Art’ Category

üben, Brote rösten, Fußballdenke

September 7, 2020

Wochenstart & Frühstück. >>Dazu gab es Scheiben von knusprig angebratenem Brot, das beim Hineinbeißen so ein Geräusch machte, als breche jemand durch einen Bühnenboden ins echte Leben.<<
Sowie zwei weitere Gedankenanstöße aus Heinrich Steinfests „Chauffeur„:
In einer Welt der Schwerkraft ist alles eine Frage der Balance
Die Schönheit der Überlappung… 


Beim anschließenden Socialmedia-Rundgang drängte sich mir dann folgende Erkenntnis auf:

Wow, allenortes wird fleißig geübt, perfektioniert, selbstoptimiert. Klasse! Denn je größer das Vokabular, desto vielfältiger kannst Du erzählen.

Weil mir jedoch das disziplinierte und langwierige Üben eher schwerfällt, kann ich von der anderen Abteilung schwärmen, die mich ungemein inspiriert, mir neuen Stoff (zum Erzählen), andere Zusammenhänge, vor allem eine erweiterte Sichtweise offenbart: die Kunst im Allgemeinen (Bücher, Museen, Tonträger, Bauwerke) und das Leben selbst.
Deswegen mein kleiner Tipp, den man im Fußball vielleicht unter der Rubrik „Übersicht“ einordnen könnte:
Verorte in Deinem Übungsplan nicht nur die Zeit am Instrument…

Und so winke ich jetzt mal rüber zur Paul Hindemith Anlage und denke an Kraftwerk!

„In the Moment“

August 30, 2020

Über meine Einschlafshilfe, das imaginäre Pförtnerhäusschen, habe ich schon öfters geschrieben – klar, ist ja auch ein Traum!
Nach der Lektüre dieses taz-Artikels öffnete das großartige Foto von Josef Schulz unlängst diesem Spiel eine weitere Möglichkeit, nämlich auch
verlassene Grenzposten in Betracht zu ziehen.

Somit ergeben sich ein paar gute Ideen für die kommende Woche:

  1. Die Ausstellung „Spectrum. Architektur. Landschaft. Fotografie“ des Herrn Schulz in Bielefeld besuchen. Eilt aber nicht wirklich, sie läuft noch bis zum 17.01.21
  2. In puncto lesen das Konzept von Paul Klee aufgreifen – nicht des Künstlers Klee, sondern des gleichnamigen Protagonisten von Heinrich Steinfests aktuellem Roman „Der Chauffeur“ – und >>stets ein sehr einfaches und ein sehr kompliziertes Buch – ein leichtes und ein schweres<< mitzuführen.
  3. In die improvisierten Konzerte des Schlagzeugers Makaya McCraven eintauchen. Ich beginne mit „In the Moment“ aus dem Jahr 2015.
    >>McCraven‘s breakthrough album captured 48 hours of live, improvised performances from McCraven and company. It was recorded at 1 venue over 12 months and 28 shows. The edited, remixed, and final product ended up displaying one of the most important recordings to date in the modern jazz world.<<
    Passt gut zu unserem „Der temporäre elektronische Salon„. Nicht nur konzeptionell und arbeitstechnisch, der Anspieltipp kommt auch von dort – von Oliver Leicht.

Espressokunst

August 22, 2020

Ich habe jetzt mal das Geheimnis des Echodrummings auf eine Postkarte drucken lassen, die ich DIR gerne zuschicke.
Als Reminder, als Klein-Kunstwerk oder zur Unterstützung der guten Sache. Kostet Dich schlappe 2,50 €. Dafür trinke ich dann einen Espresso auf Dein Wohl!

In diesen eher konzertfreien Zeiten kann/muss man neue Wege ausprobieren und so kopiere ich die tolle Idee der Tabakkunst von Oliver Breitenstein. Nachtigall ich hör dir TAPsen…

Schokoladentafel-Wissen

August 17, 2020

Gerade im Druck, eine Postkarte zum Buch, die den Knackpunkt illustriert:
TAP TEMPO is the clou & the glue of delay drumming!

taptempo_postcard

Zum Verschicken* oder übers Bett pinnen, als Reminder oder Notizzettel.
* gäbe es dazu noch eine TR-808 Briefmarke, so wäre die Kombi perfekt…

Wo ist der Bass?

Juli 26, 2020

Meine Trommel döst…

VW Bus – Schlauchboot – Bücher, und ab und zu die beste Schokobanane der Welt.
Fühlt sich sehr urlaubsmäßig an, funktioniert vor allem auch überall ab vom Schuss.
Dass sich darüberhinaus diverse Schätze und Steilvorlagen zum Träumen bergen lassen, hebt die Laune (und bringt Futter für den Blog).

Ein toller Ausgangspunkt zum Entdecken und Weiterforschen ist Karl Bruckmaiers „The Story of Pop“. Die Trommel spricht!

Beim Nachhören des Tropicalia Hits „Bat Macumba“ (1969) fasziniert mich das angezerrte rhythmische Stottern des Mixes (eigentlich ist es ja nur die Gitarre von Sergio Dias). Gleich das erste Suchergebnis dazu liefert noch eine eins a Anekdote:
>>I read about the tremolo fuzz in „Bat Macumba“ being a sewing machine motor attached to the volume knob of a fuzz, so that when it ran, you could control the speed of the trem with the footpedal of the sewing machine.<<
Und ich stelle mir direkt vor, dass am trommelnden Handgelenk eine Schnur befestigt ist (hallo, Augsburger Puppenkiste!), die einen Poti/Parameter meines Echogeräts fernsteuern bzw. rhythmisieren könnte.
Riesiger Aufwand und dennoch eine interessante Spielerei jenseits der einfach verfügbaren digitalen Umsetzung via Ableton & co.

Bildschirmfoto 2020-07-26 um 21.05.35

An anderer Stelle erfahre ich, dass Carl Spitzweg freizügig und gerne seinen Signaturstempel weitergab. Darüber entdecke ich den gemalten Dialekt-Witz „Wo ist der Pass?“ (fränkisch gefragt, ehrlich beantwortet):

Wo_ist_der_Pass_(Carl_Spitzweg)

Ich höre John Fayeh und interessiere mich für John Hammond, feiere Emil Berliner und schreibe mir auf den Zettel, dass 1943 der erste Second-Hand-Plattenladen in New York eröffnet wurde.

Aus einem anderen Buch, Ari Turunens Geschichte der Arroganz „Kann mir bitte jemand das Wasser reichen“ kopiere ich folgenden Satz:
>>Als die Missionare die Einwohner von Papa-Neuguinea für das Fußballspiel zu begeistern versuchten, legten die Mannschaften keinen Wert auf den Sieg, sondern spielten bis zum Gleichstand. Auch die Aborigines hassten die Vorstellung, andere zu besiegen.<< (Seite 39)

Dann wieder Bruckmaier und der >>Reiz der Mischkalkulation. Musiker verzichten auf den letzten Schritt der Selbstaufopferung hin zum Star alter Prägung, bleiben […] ganz bewusst auf einer Ebene, die ihren Gewinn in Lebensqualität und Selbstbestimmtheit auszahlt und nicht in Dollar und Euro.<< (Seite 329)

Zum Abschluss noch der Link zum Korg-Kochbuch (gegessen werden muss ja auch), eine Formel für Pop und (natürlich!) eine Prise Echo:
>>die worte sind sehr einfach gehalten; meist wird die titelzeile vielmals wiederholt, ghostriderghostriderghostrider, girl girl girl und dazwischen faucht und kreischt und stöhnt es in allen tonarten, elektronisch verzerrt und mit echo-effekten.<<
(Bob Fischer in „The Story of Pop“)

PS. eine grandiose Strophe habe ich ja auch noch gefunden (in XTC „This is Pop? aus dem Jahr 1978):

I (heart)

Juni 27, 2020

Milton Glaser hatte super Ideen anmutend ausgeführt.
Ich denke an „I ❤️ NY“ (1977),  „We are all African“ (2005), „Sony Tape. Full Color Sound.“ (1979)  oder die Musikköpfe – z.B. das ins 67er Greatest Hits Album von Bob Dylan eingelegte Poster, Aretha Franklin (1968), oder Mahalia Jackson (1967).

Aber auch eine eins a Attitüde im Alter:

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>>Bloomberg Businessweek asked eight designers to come up with logos for Trump’s inane „Space Force.“ Milton Glaser nailed it. „The image represents the relentless intrusion of our president in every aspect of our lives and future. The image can be read as his next conquest or simply that there is very little inside that skull.“<<

Friesbie’s Pies

April 8, 2020

Und du so?

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In der Pause höre Neon Phusion und Chefket, manchmal besuche ich auch das Covid Art Museum.

>>Wer ist Mac Miller? Ich kenn‘ nur Gerd Müller
War immer eine Niete beim kicken aber alle meine Snares sind Knüller<<

Passend dazu noch ein paar Trap-Sound-Ideen von Pascal Thielen:

nichts, was sich nicht zum Positiven entwickeln ließe

März 22, 2020

Wenn ich am Fenster stehe und Menschen in Decken gewickelt auf dem Balkon liegen sehe, bekomme ich Lust, erneut den Zauberberg zu lesen. Da aber auch mein Lieblingsautor Heinrich Steinfest einen Gastbeitrag für die Kontext-Wochenzeitung geschrieben hat, beginne ich erstmal umfangsreduziert:

>>Möglicherweise ist das die richtige Zeit, um wieder Trost und Rat bei den großen Philosophen und Philosophinnen zu holen, so unterschiedlich und widersprüchlich die als Gemeinschaft und oft auch in sich selbst sind. Aber dennoch schaffen sie ein Bewusstsein, das uns zu der eigentlichen Frage nach dem Warum zurückführt. Vielleicht hat es eben doch einen Sinn, unser Leben, vielleicht kümmert es das Universum eben doch, was wir tun und was wir unterlassen und wie wir aus einer Krise hervorgehen: gescheiter, dümmer, gleichgültiger oder leidenschaftlicher, das Leben feiernd und die Umwelt achtend. Verliebt in das Dasein. Großmütig. Klar, wir werden uns nie ganz von der Angst um Klopapierknappheit befreien können, das nicht, das ist wohl unsere Natur, aber nichts, was sich nicht zum Positiven entwickeln ließe. Der einzige Grund, wieso wir ja überhaupt auf der Welt sind, ist es, die Dinge zu verbessern. Egal, wie oft wir dabei scheitern. Ein Auftrag ist ein Auftrag. Göttlich oder nicht.<<

cape-cod-morning

Edward Hopper „Cap Cod Morning“ (1950)

Spring!

März 16, 2020

Durch Selbstisolation in die Selbstoszillation, dann vom Spring Reverb zum Frühling.
Und als schönes Begleitbild nebenbei, ein Foto aus Damien Hirsts Atelier:

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Oil paint on canvas on canvas on window

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weil ich die Welt schön und aufregend und geheimnisvoll finde

März 13, 2020

Ich steige im Gesundbrunnen um und lasse mich (dank SZ Magazin) durch die Lebensfreude vom 82 jährigen David Hockney anstecken!

>>Ich nehme es als Kompliment, wenn meine Bilder als allzu spielerisch kritisiert werden. Selbst ein Wissenschaftler im Labor braucht einen Sinn für das Spielerische, um eine Entdeckung zu machen. Ohne Spiel gibt es keine Kunst.<<

>>Mit technischen Erfindungen auf eine neue Art zu sehen bedeutet eine neue Art zu fühlen kennenzulernen. Das ist für mich eine Wiederverzauberung der Welt, weil Gewissheiten nicht mehr gelten. Es ist die Weigerung, sich selbst zu kopieren, die einen Künstler voranbringt. […]
Wie soll man andere überraschen, wenn man sich selbst nicht mehr überraschen kann? […]
Ich will immer noch überrascht werden und Entdeckungen machen, weil ich die Welt schön und aufregend und geheimnisvoll finde.<<