Archive for the ‘Art’ Category

raining cats & pandas

Oktober 5, 2017

Feucht-fröhlich in Litauen, entdeckte ich doch heute eine große Katze (die mich angenehm an Boteros El Gato del Raval erinnert) und den Pimpy Panda mit Vincent Golly am Schlagzeug.

Advertisements

Balance und Körperbeherschung

September 25, 2017

Irgendwie drehte sich mein gesamter Samstag, der lediglich mit einem Rhythmusworkshop beginnen sollte, immer wieder um die Themen Balance und Körperbeherschung:
Wolfram Winkel widmet sich dem Thema „polyrhythmische Unabhängigkeit“, welches er eigentlich viel lieber Koordinationstraining nennt, mit Kopf, Leib und Seele, vor allem angenehm spielerisch.
Und so macht es großen Spaß sich auf seinen „drehenden Würfel“ einzulassen, bei dem (zunächst) eine Überlagerung von vier Unterteilungen innerhalb eines Viervierteltaktes (Ganze, Halbe, halbe Triole, Viertel) durch alle vier Gliedmaßen wandern. Und im Fall des Erfinders verdichtet sich die Übung zunehmend:

Das ist komplexer polyrhythmischer Kram, den ich vermutlich links liegen lassen würde, wenn mir der Vortragende nicht mein Gehirn einer eins a Anekdote umgarnt hätte –  dass, wenn man ein 2:3 Pattern ultraschnell vom Rechner abspielen lässt, ein Quintintervall erklingt, quasi Grundton, Oktave und erster Oberton: Frequenzbeziehungen! – und meinem Körper durch ein paar schöne Spiele mit kleinen Sandsäckchen und Eggshakern die Befürchtungen nahm und bewies: durch die stetige Wiederholung einer Koordinations-Übungen lassen sich die entsprechenden Synapsen recht schnell verbinden.
Und dann gab es noch die schicken Assoziationsanker mit auf den Weg:
Hund (1) – Katze (2) – Seepferdchen (3) – Wasserbüffel (4) – Babygorilla (5)
Kalbsleberwurst (2:3) – Hey-Oli-was-geht-ab (3:4)
[Jetzt muss ich mir lediglich in bester Hacky Sack Tradition noch etwas Reis in eine einsame Socke füllen, diese zunähen und dann könnte ich mit solchen lifeKinetik Spielchen die kommenden Tage starten.]

Dass ich an diesem Tag zufällig per Longboard unterwegs war, hätte nicht besser geplant werden können. Denn so rollte ich motiviert (konnte ja prompt was für mein Körperbewusstsein tun) zum Familienteil des Wochenendes in den Hafenpark. Und weil dort gerade „The European Week of Sport“ angepfiffen wurde, bekam ich obendrein noch eine beeindruckende Einführung in puncto Ballberrschung, sowie die Neuentdeckung von Chinlone, einem (dem Hacky Sack nicht unähnlichen) traditionellen Team-Sport aus Birma: >>Der Gedanke von Chinlone ist nicht der Wettkampf […] Es geht nicht darum zu gewinnen oder zu verlieren, sondern darum, wie schön gespielt wird.<<

Abends stand noch „Expanding Jazz“ im Hessischen Landesmuseum Darmstadt auf dem Programm, wo weitere Übungen warteten: Balance bezog sich nun auf die Aufgabe, die Lautstärke des akustischen Schlagzeugs mit dem mächtigen Nachhall des Messel-Baus und dem Rest der Band in Einklang zu bringen und Körperkontrolle wurde vor einem riesigen Gerhard Richter Gemälde aus dem Jahr 1973 gefordert: denn die statischen „1024 Farben“ kamen bei längerer Betrachtung irgendwie in Bewegung…

Zum Tagesabschluss habe ich noch das tolle Figurenensemble von Joseph Beuys entdeckt, in welchem ein Plastiksoldat sein Gewehr auf einen Plastilin-Hasen anlegt. Das Werk aus dem Jahr 1963 heißt zum Glück  „Der Unbesiegbare“ und wurde als fotografiertes Motiv Ende der Siebzigerjahre auch noch als Wahlplakat für die Grünen verwertet – ach Mensch, so viele Zufälle

Inv15964_3071

Scheiben von Klassikern abschneiden

September 7, 2017

Es gibt den Ulmer Hocker, den Barcelona Chair und seit gestern reiht sich nun auch ein Frankfurter Stuhl in die Liste der Stadt-Sitzmöbel ein. Diesen durfte man sich beim „Soft Opening“ des Pop Up Monument des Jüdischen Museums selbst zusammenbasteln. Für die kommenden zehn Tage des Festivals wird er dort als Sitzgelegenheit genutzt, danach kann er abgeholt und als persönlicher Klassiker funktionieren.

Jetzt nach Stuttgart. Direkt in einen Probemitschnitt des Radio-Sinfonieorchesters, wo Debussys „Prélude“ von Georges Prêtre dirigiert wird – besser gesagt: gesungen, getanzt und gemalt wird. Er agiert äusserst liebe-und humorvoll und setzt dennoch ganz klar seine Vorstellung um.

hin zum Frieden

September 3, 2017

Anstelle des Kanzlerkandidatenduells schaue ich gerade dieses Interview mit Michel Houellebecq und seiner Frau. Es geht ihren verstorben Hund Clément, über den ihm gewidmeten „Salle Clément“, sowie >>über dessen Bezug zum Thema Frieden. Die Installation ist Teil der diskursiven Gruppenausstellung PEACE, mit der die SCHIRN die Frage stellt: Wie geht Frieden eigentlich?<<

Und dann flattert die Nachricht vom Tod des Steely Dan Gitarristen Walter Becker herein. Oh,mann…
Dass in diesem Post das Ableben eines mir völlig unbekannten Vierbeiners und das eines – weiteren  – prägenden, oft gehörten Saitenhelden zusammengefasst werden, soll in keiner Weise despektierlich oder geschmacklos rüberkommen, es ist die tatsächliche Nacherzählung meines Sonntagabend, die aller Traurigkeit zum Trotz auch eine komische Note mit sich bringt , ein hilfreiches Gegenstück zum Dunklen…

cartoon

Jetzt höre ich  „The Royal Scam“ – seinerzeit ein Geschenk von Frank Spaniol:

Apparative Kunst

August 25, 2017

Tilman Baumgärtel erinnert heute in der taz an das Ur-Gadget, >>das erste, tragbare , megahippe Medienmaschinchen der Menschheitsgeschichte<<, das Kaleidoskop, das vor zweihundert Jahren erfunden wurde und im Idealfall den kreativen Antrieb technisch unterstützt.
So erinnert mich dieser Satz sofort ans Trommelspiel mit einem Echoeffekt (wenn ich ihn minimal korrigiere):
>>Das Kaleidoskop Echogerät ist ein zutiefst interaktives Medium: Was es zeigt, entsteht aus einer Zusammenarbeit von Mensch und Apparat, und sein Nutzer ist immer zugleich Konsument und Produzent von Bildern Musik<<

e38bf7cde62f94ac5e220be40ecb4675

Modeselector_Kaleidoskop

Die Bilder wurden mit „Make Your Own Kaleidoscope“ erstellt

 

Perfect Balance, Einstein & Coltrane

April 12, 2017

coltrane-circle-new

Derartige Koinzidenzen gefallen mir ja sehr gut, auch wenn ich sie wie in diesem Fall nicht einmal nachvollziehen kann: Nämlich, dass der Coltrane-Circle (ein vom Meister gemaltes Bildgeschenk für Yusef Lateef, welches seinen personalisierten Quintenzirkel darstellt) dem gleichen geometrischen Prinzip folgt, das Albert Einstein zu seiner Quantentheorie motivierte.
Dazu verlinke auch gerne den Artikel „The Secret Link Between Jazz and Physics: How Einstein & Coltrane Shared Improvisation and Intuition in Common“ und verweise auf Stephon Alexander, der in beiden Welten zuhause ist, in der theoretischen Physik und im Jazz.

Steige selbst aber aus bzw. um und widme mich der etwas einfacher gehaltenen Überschrift „Rhythmus & Geometrie„. Da fällt mir gleich als erste Querverbindung die Vorlesung von Gerhard Kühne zum Thema „Groove based Design“ ein und dann versinke ich in der Freeware XronoMorph, die geometrische Formen in Rhythmus übersetzt. Etwas genauer:
>>Each rhythmic layer is visualized as a polygon inscribed in a circle, and each polygon can be constructed according to two different mathematical principles: perfect balance and well-formedness (aka MOS). These principles generalize polyrhythms, additive, and Euclidean rhythms. Furthermore, rhythms can be smoothly morphed between, and irrational rhythms with no regular pulse can also be easily constructed.<<

Studio grün

März 22, 2017

Mensch, jetzt habe ich es doch erst wieder kurz vor knapp geschafft, was aber mich nicht hindert, geschwind noch allen Frankfurt-nahen Kunst-und Studiofreunden die Ausstellung CONSTELLATIONS von Johanna Diehl zu empfehlen (noch bis zum 25.3. in der Galerie Wilma Tolksdorf, Hanauer Landstr. 136, FRA).

JLDiehl.jpg

Allein vor der großen Bilderwand (DAS IMAGINÄRE STUDIO, HAUS D.) könnte ich stundenlang entspannen – mich von den exotischen Klangerzeugern und abgehalfterten wie futuristischen Lautsprecherboxen im ein oder anderen Sitzmöbel berieseln und inspirieren lassen

PRESSEBILDER-DIEHL3_1500

PS. auch das Buch JOHANNA DIEHL – UKRAINE SERIES hat es mir sehr angetan, vielleicht weil ich oft dort war, auf jeden Fall, weil mich die Bilder berühren.

PPS. und unser tolles NETZER-Pressebild… eh klar…

Neues entdecken

Februar 26, 2017

Give and take!
Im aktuellen Fall: ich erzähle Helge was für seine Bachelor-Arbeit, er fährt mich nach Hause und sendet Spitzeninspiration per Mail – so viel, dass ich mich nun getrost für die anstehende DePhazz (UA, MOL, BY) Tour hier mal rausziehen kann.

  1. Beginnend mit einem Großkaliber, hier der Instagram-Videobeitrag von ?uestlove, in dem er über die Angst und ihre Bewältigung spricht, ein neues Programm (in diesem Fall: Ableton Live) zu erlernen.
  2. Der Berner Trommler Julian Sartorius (*1981) ist organischer Sammler, Macher, Klang.


    In der halbstündigen Jazzahead Performance erkenne ich ähnliche Leidenschaften (z.B. für den VicFirth 5A Dual Tone), schreib mir aber auch einiges auf (Mini-Vibratoren, Meinl Helix Bowl auf Glockenspiel-Plättchen, Einhand-Harmonium, Wah-Wah-Tube, DIY-Superball Mallet, mehrere Metallophon-Stäbe). Also viel Futter für meine Klangsuchmaschine.
    Und wenn mal wieder Geld reinkommt werde ich mir das Beat-Diary-Box-Set (365 Aufnahmen und Bilder) kaufen:

    Toll auch, dass JS am liebsten mit dem Zug reist (Stichwort „Matrioschka Schlagzeug“), gerne liest, mit Spielregeln spielt, sich Grenzen setzt und Musik mit Bildern verbindet bzw. sich vom Bild inspirieren lässt.

    11702

  3. Zwischendurch schreibe ich mir auf, dass Elektro Guzzi Drummer Bernhard Breuer seine Jomox MBase nicht mit einem klassischen Triggerpickup, sondern mit einem in die Kick gelegeten dynamischen Mikrofon triggert, da: weniger Fehltrigger!), ich lese über das Verbzilla und lande letztlich – interessiert – beim Hold-Reverb von Z.cat.
  4. Jetzt zum in Amsterdam lebenden Österreicher  Gerri Jäger (*1979). Drums und handbediente Elektronik: Alleine…


    … oder im Duo (Knalpot)

  5. Zum bunten Abschluß noch „The Periodic Table of Guitar Effects Pedals“periodic-table-of-fx
    © The Sixty Five

Die Zunge

Dezember 21, 2016

Bevor ich mich in eine gemütliche Weihnachtszeit verabschiede, möchte ich drei Joker mit euch teilen.
1. Das Monsterbuch
Darin finden sich Helfer für alle Lebenslagen: Helden und Beschützer, die mit allen Wassern gewaschen sind und echt jeden Kunstgriff beherrschen. Ausdrucken, über’s Bett hängen und eine Kopie vorsichtshalber in die Hosentasche: Angst, ade!
Und sollte die düstere Seite doch mal unzähmbar hochkommen, gibt es es unten rechts ein freies Feld, in das Du Deine Wutmännchen reinmalen darfst (und die ganze Rückseite wär‘ ja auch noch frei)…
Ein Zettel zur Gelassenheit!

levi monsterbuch.jpg

2. Die Zunge
Mit L. höre ich seit Tagen „Griechischen Fabeln und Sagen“  – tut sehr gut – und eigentlich habe ich den folgenden Musikmix nur erstellt, um die von Peter Kaempfe vorgetragene Aesop-Geschichte über die beiden gegensätzlichen Seiten unsere Zunge einzubetten, die in dieser etwas aus den Angeln gerutschten Zeit sowohl das Problem benennt, gleichzeitig auch einige gute Lösungsansätze ausspricht, zum Beispiel:
sich gute Geschichten erzählen, also: miteinander sprechen (und nicht nur Kontext-befreit irgendwelche Zeilen durch die soziale Netze schicken), nachdenken und kluge Gedanken austauschen, sich befreien von…(you name it: Vorhaben 2017?)

3. Ohrengold
Musik hilft immer! Auf CD-Länge – wie lange gibt es die maximal 80 Minuten wohl noch als Format? – hier ein paar Highlights des Jahres bzw. meine Momentmusik. Da gibt es einiges zum Runterkommen, Nachdenken und Mitträumen (zufällig ist ja beinahe jeder Titelname eine potentielle Geschichte für sich), aber auch ein paar Tracks für’s Aktionszentrum (Bewegung immer gut!) und welche im besten New Age Verständnis: mit heilendem Klang.
Hallo Welt, ich freue mich auf eine schöne Zukunft.

Anderson .Paak „Am I Wrong (feat. ScHoolboy Q)” 2016
Alice ColtraneBlue Nile” 1970 vs. Dimiter Inkiow „Im Hause des Krösus” 2000
Kraan „Flyday” 1978  fly sein?
Joyce Wrice „Rocket Science (feat. Kay Franklin)” 2016
Me’shell NdegeocelloAquarium” 2005
Dino Saluzzi „Winter” 1988
Hiatus Kaiyote „Mobius Streak” 2013
SolangeWhere Do We Go” 2016
Mark Ernestus’ Ndagga Rhythm Force „Yermande (Kick and Bass Mix)” 2016
Abdullah Ruwaished „Ya Allah Elsalama” 1993
Solange „Cranes in the Sky 2016
Al JarreauI Will Be Here For You” 1983
Luksan WunderKorrekte Aussprache: Vanille” 2015  Eis!
Jaimeo Brown TranscendenceBe so Glad” 2016­
Keith Jarrett „Pt. I, Toronto – Roy Thomson Hall” 2014
Kneebody „E and E” 2013
Jonas HellborgLittle Wing” 1984
ZUGABE to click: Gang Starr „The Place where we dwell” 1992

…habe alle mir wichtigen Begriffe zumindest schon mal dick gemacht, jetzt fehlt dem Beitrag nur noch 1 großes

ach, wäre ich doch eine VHS-Kassette

Juli 11, 2016

IMG_6014

Ausschnitt aus einem Berliac Comic; abfotografiert aus Le Monde diplomatique / Juli 2016