Archive for the ‘Art’ Category

im Winter immer gut: Orangen essen

Januar 23, 2018

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Herzlichen Glückwunsch zum 80sten, Georg BaselitzAuf-den-Kopf-Stellen ist ’ne gute Sache.

Und weil so gut passt (weil eben ausgelesen) zitiere ich auch noch den gleichalten Klavierstimmer Frédéric Delacroix aus Pascal Merciers gleichnamigen Roman (Seite 36):
>>Das gibt es: daß man mit seiner Zeit nichts anzufangen weiß, und doch ist es nicht Langeweile. Langeweile setzt Vertrautheit voraus. Gerade diese Vertrautheit, die zur Monotonie geworden ist, läßt die Zeit lange erscheinen. Ich sehnte mich danach, mich langweilen zu können.<<

Das sind doch zwei eins a Tools um diese Woche mal anders zu gestalten…Also beim Sidereading einfach mal Kick- und Snare-Stimme vertauschen. Oder mit Monotonie einen Themen-Abend gestalten (NDW oder Techno).

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Florence Foster Jenkins

Januar 4, 2018

Mit dissonanten Gefühlen teile ich den eben in der Arte Mediathek geschauten Dokumentarfilm „Die Florence Foster Jenkins Story“ (D 2015, 53 Minuten, noch bis 13.01. online), eine tragische Kombination von Geld, Musikliebe und verrutschter Selbstwahrnehmung, die bei mir gerade drei Schlussfolgerungen hinterlässt:
– es gibt außergewöhnliche Tondokumente

– >>Fremdschämen und Lachen über große Egos gab es schon immer….<< so der YouTube Kommentar von Chagall1985 zu eben diesem Video.
– diese Art Kunst ist Camp!

stabil!

Dezember 19, 2017

Über die kreative Vielseitigkeit des Trommel-Künstlers / Kunst-Trommlers Raphael Sbrzesny wurde hier schon öfters berichtet, jetzt hat der umtriebige Performer eine Werkschau in Buchform  herausgebracht, einen fetten Ziegel voller schöner Bilder und Ideen. Klar, nach dem vielversprechenden Klappentext über den „emanzipierten Interpreten“…

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Tongue & Typewriter

November 30, 2017

Dieses Kunstwerk von Lenora de Barros,„Poema“ aus dem Jahr 1979, gefällt mir ausgesprochen gut, ist doch ein passendes Sinnbild zum Thema Sprache und Rhythmus!
(Das Original lässt sich bis zum 2. April 2018 im Frankfurter MMK bewundern: „A Tale of two Worlds“)

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raining cats & pandas

Oktober 5, 2017

Feucht-fröhlich in Litauen, entdeckte ich doch heute eine große Katze (die mich angenehm an Boteros El Gato del Raval erinnert) und den Pimpy Panda mit Vincent Golly am Schlagzeug.

Balance und Körperbeherschung

September 25, 2017

Irgendwie drehte sich mein gesamter Samstag, der lediglich mit einem Rhythmusworkshop beginnen sollte, immer wieder um die Themen Balance und Körperbeherschung:
Wolfram Winkel widmet sich dem Thema „polyrhythmische Unabhängigkeit“, welches er eigentlich viel lieber Koordinationstraining nennt, mit Kopf, Leib und Seele, vor allem angenehm spielerisch.
Und so macht es großen Spaß sich auf seinen „drehenden Würfel“ einzulassen, bei dem (zunächst) eine Überlagerung von vier Unterteilungen innerhalb eines Viervierteltaktes (Ganze, Halbe, halbe Triole, Viertel) durch alle vier Gliedmaßen wandern. Und im Fall des Erfinders verdichtet sich die Übung zunehmend:

Das ist komplexer polyrhythmischer Kram, den ich vermutlich links liegen lassen würde, wenn mir der Vortragende nicht mein Gehirn einer eins a Anekdote umgarnt hätte –  dass, wenn man ein 2:3 Pattern ultraschnell vom Rechner abspielen lässt, ein Quintintervall erklingt, quasi Grundton, Oktave und erster Oberton: Frequenzbeziehungen! – und meinem Körper durch ein paar schöne Spiele mit kleinen Sandsäckchen und Eggshakern die Befürchtungen nahm und bewies: durch die stetige Wiederholung einer Koordinations-Übungen lassen sich die entsprechenden Synapsen recht schnell verbinden.
Und dann gab es noch die schicken Assoziationsanker mit auf den Weg:
Hund (1) – Katze (2) – Seepferdchen (3) – Wasserbüffel (4) – Babygorilla (5)
Kalbsleberwurst (2:3) – Hey-Oli-was-geht-ab (3:4)
[Jetzt muss ich mir lediglich in bester Hacky Sack Tradition noch etwas Reis in eine einsame Socke füllen, diese zunähen und dann könnte ich mit solchen lifeKinetik Spielchen die kommenden Tage starten.]

Dass ich an diesem Tag zufällig per Longboard unterwegs war, hätte nicht besser geplant werden können. Denn so rollte ich motiviert (konnte ja prompt was für mein Körperbewusstsein tun) zum Familienteil des Wochenendes in den Hafenpark. Und weil dort gerade „The European Week of Sport“ angepfiffen wurde, bekam ich obendrein noch eine beeindruckende Einführung in puncto Ballberrschung, sowie die Neuentdeckung von Chinlone, einem (dem Hacky Sack nicht unähnlichen) traditionellen Team-Sport aus Birma: >>Der Gedanke von Chinlone ist nicht der Wettkampf […] Es geht nicht darum zu gewinnen oder zu verlieren, sondern darum, wie schön gespielt wird.<<

Abends stand noch „Expanding Jazz“ im Hessischen Landesmuseum Darmstadt auf dem Programm, wo weitere Übungen warteten: Balance bezog sich nun auf die Aufgabe, die Lautstärke des akustischen Schlagzeugs mit dem mächtigen Nachhall des Messel-Baus und dem Rest der Band in Einklang zu bringen und Körperkontrolle wurde vor einem riesigen Gerhard Richter Gemälde aus dem Jahr 1973 gefordert: denn die statischen „1024 Farben“ kamen bei längerer Betrachtung irgendwie in Bewegung…

Zum Tagesabschluss habe ich noch das tolle Figurenensemble von Joseph Beuys entdeckt, in welchem ein Plastiksoldat sein Gewehr auf einen Plastilin-Hasen anlegt. Das Werk aus dem Jahr 1963 heißt zum Glück  „Der Unbesiegbare“ und wurde als fotografiertes Motiv Ende der Siebzigerjahre auch noch als Wahlplakat für die Grünen verwertet – ach Mensch, so viele Zufälle

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Scheiben von Klassikern abschneiden

September 7, 2017

Es gibt den Ulmer Hocker, den Barcelona Chair und seit gestern reiht sich nun auch ein Frankfurter Stuhl in die Liste der Stadt-Sitzmöbel ein. Diesen durfte man sich beim „Soft Opening“ des Pop Up Monument des Jüdischen Museums selbst zusammenbasteln. Für die kommenden zehn Tage des Festivals wird er dort als Sitzgelegenheit genutzt, danach kann er abgeholt und als persönlicher Klassiker funktionieren.

Jetzt nach Stuttgart. Direkt in einen Probemitschnitt des Radio-Sinfonieorchesters, wo Debussys „Prélude“ von Georges Prêtre dirigiert wird – besser gesagt: gesungen, getanzt und gemalt wird. Er agiert äusserst liebe-und humorvoll und setzt dennoch ganz klar seine Vorstellung um.

hin zum Frieden

September 3, 2017

Anstelle des Kanzlerkandidatenduells schaue ich gerade dieses Interview mit Michel Houellebecq und seiner Frau. Es geht ihren verstorben Hund Clément, über den ihm gewidmeten „Salle Clément“, sowie >>über dessen Bezug zum Thema Frieden. Die Installation ist Teil der diskursiven Gruppenausstellung PEACE, mit der die SCHIRN die Frage stellt: Wie geht Frieden eigentlich?<<

Und dann flattert die Nachricht vom Tod des Steely Dan Gitarristen Walter Becker herein. Oh,mann…
Dass in diesem Post das Ableben eines mir völlig unbekannten Vierbeiners und das eines – weiteren  – prägenden, oft gehörten Saitenhelden zusammengefasst werden, soll in keiner Weise despektierlich oder geschmacklos rüberkommen, es ist die tatsächliche Nacherzählung meines Sonntagabend, die aller Traurigkeit zum Trotz auch eine komische Note mit sich bringt , ein hilfreiches Gegenstück zum Dunklen…

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Jetzt höre ich  „The Royal Scam“ – seinerzeit ein Geschenk von Frank Spaniol:

Apparative Kunst

August 25, 2017

Tilman Baumgärtel erinnert heute in der taz an das Ur-Gadget, >>das erste, tragbare , megahippe Medienmaschinchen der Menschheitsgeschichte<<, das Kaleidoskop, das vor zweihundert Jahren erfunden wurde und im Idealfall den kreativen Antrieb technisch unterstützt.
So erinnert mich dieser Satz sofort ans Trommelspiel mit einem Echoeffekt (wenn ich ihn minimal korrigiere):
>>Das Kaleidoskop Echogerät ist ein zutiefst interaktives Medium: Was es zeigt, entsteht aus einer Zusammenarbeit von Mensch und Apparat, und sein Nutzer ist immer zugleich Konsument und Produzent von Bildern Musik<<

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Die Bilder wurden mit „Make Your Own Kaleidoscope“ erstellt

 

Perfect Balance, Einstein & Coltrane

April 12, 2017

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Derartige Koinzidenzen gefallen mir ja sehr gut, auch wenn ich sie wie in diesem Fall nicht einmal nachvollziehen kann: Nämlich, dass der Coltrane-Circle (ein vom Meister gemaltes Bildgeschenk für Yusef Lateef, welches seinen personalisierten Quintenzirkel darstellt) dem gleichen geometrischen Prinzip folgt, das Albert Einstein zu seiner Quantentheorie motivierte.
Dazu verlinke auch gerne den Artikel „The Secret Link Between Jazz and Physics: How Einstein & Coltrane Shared Improvisation and Intuition in Common“ und verweise auf Stephon Alexander, der in beiden Welten zuhause ist, in der theoretischen Physik und im Jazz.

Steige selbst aber aus bzw. um und widme mich der etwas einfacher gehaltenen Überschrift „Rhythmus & Geometrie„. Da fällt mir gleich als erste Querverbindung die Vorlesung von Gerhard Kühne zum Thema „Groove based Design“ ein und dann versinke ich in der Freeware XronoMorph, die geometrische Formen in Rhythmus übersetzt. Etwas genauer:
>>Each rhythmic layer is visualized as a polygon inscribed in a circle, and each polygon can be constructed according to two different mathematical principles: perfect balance and well-formedness (aka MOS). These principles generalize polyrhythms, additive, and Euclidean rhythms. Furthermore, rhythms can be smoothly morphed between, and irrational rhythms with no regular pulse can also be easily constructed.<<