Archive for the ‘Art’ Category

Oli/Adorno und der Jazz

Oktober 15, 2018

Da morgen mein neues Semester beginnt und ich eben gelesen habe, dass der Studierendenausweis der HfMDK ab sofort zum Kulturticket wird, welches den kostenfreien Eintritt in 18 Frankfurter Museen ermöglicht, haue ich gleich mal einen Tipp raus:

Schaut euch die Werke des Musikers und Cartoonisten Volker Kriegel im Caricatura Museum an, lest zumindest die kurze Anekdote „Adorno und der Jazz“, die sich hier im Netz nicht finden lässt 🙂

Mein dortiger Besuch war pure Nostalgie, die ein angenehm warmes und vertrautes Gefühl hinterließ (denn V. K. war nicht nur meine Rampe ins Jazzuniversum, sondern gleichzeitig auch mein erstes Fan-Projekt, bei dem ich das ich vollmundige Eintauchen lieben gerlent habe…)

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Fahrgeschäfte

September 17, 2018

Techtalk
1. Redundanz:
Ich habe in den letzten Jahren gerne schnelle SD Karten als Backup-Speicher mitgeführt, dank des Tipps von Klaus Scharff (Kombination aus Micro SD und MacBook Adapter) stehen sie jetzt nicht mehr über 🙂
2.  Strom:
a. Aus dem stereophonen Kopfhörerausgang des RME Firefaces werden Clicktrack und Playback zu meinem kleinen Monitormischpult geschickt, der Click-Kanal darüberhinaus nochmals gesplittet, damit er auch im Pult des Bassisten pulst. Komischerweise gab es dabei immer wieder mal brummende Kanäle.
Hier verhilft uns nun der Lehle P-Split-II zu einer klaren Verbindung!
b. Die Voodoo Lab Stromversorgung (für SPD::One und RE-20) tut ein Weiteres, um Netzteilbrummen zu vermeiden.
c. der interne Subbass/Boom-Sound des SPD::One Electro gefällt mir gut, vor allem da er sich mittels Pitch-Poti in jedem Raum schnell anpassen lässt. Es ist zudem hilfreich zu wissen, wo bzw. wie sich Threshold und Sensivity regulieren lassen
d. Output-Level und Klang der Roland/Boss-Geräte lassen sich durch hochwertige und aktive DI-Boxen deutlich verbessern!
e. Yo! Mein alter Little Lehle-II kann auch bei einem DI-Box Engpass aushelfen
PS. das ich alles Elektronische in Black White Mono höre/spiele, versteht sich von selbst!

 

Neuentdeckungen
1. die Lido Terrasse in Berlin. Und in Hamburg wohnt jetzt ja meine Schwester Jule – da schmeckt der Galão gleich doppelt gut!
2. der Philosophen Spaziergang in Heidelberg
3. vor dem Kölner Stadtgarten, die Trennwand zwischen Pop- und Jazzproduktion:
Nightliner (DePhazz) vs. Transporter (Wood Brothers)
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4. Das Café Marcel im Freiburger Stadtgarten und Henry Moores „Liegende“ vor der Uni
5. Das perfekte Sprungbrett in den Bodensee (im Bregenzer Mili)

 

 

 

 

 

 

6. Dem Sommer entspannt „auf Wiedersehen“ flüstern und sich dabei noch ein wenig durch München treiben lassen (Stilleben von Ulf Kleiner)
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7. Wien: Der „überstürzte Neumann“ und Hotel Daniel, sind beide klasse, die „Drei Hacken“ gegenüber vom Pory & Bess eh!
8. Prag: immer wieder very Disney, dennoch berührend. Und nächstes mal werden die Trdelník getestet.
X. Unser Merchandiser David Ernst zeichnet auch (toll!)

spannender Fremdsound
Ich höre mir die Tipps von Joo Kraus durch – wie beispielsweise Jim Halls 75er Concierto oder Chet Bakers „She was too good for me“ (beide mit Steve Gadd) oder Bill Withers „‚Bout Love“ mit Russ Kunkel* und Walter Bishop Jr.,  Rolfs Wink (Mac Miller & Thundercat), aber auch die SWR Produktion „100 Jahre Schlagzeug – Wie das Drum Kit die Musik verändert hat„, sowie diverse Querverweise aus der Bartos Biografie, u.a. Maurico Kagels „Match“ aus dem Jahr 1964 oder Herbert Eimert „Einführung in die Elektronische Musik“ (1963):

Ach ja, den ungarischen Schlagzeuger und Dirigenten Domonkos Héja wollte ich noch auschecken, ebenfalls den anderen Ungarn, Ferenc Nemeth (mit seinem Becken-losen Kit!) und die Lernbeobachtungen von Malte Burba auch…

Attitude
*Im Modern Drummer Interview prognostizierte Russ Kunkel 1984:
>>Simmons drums do have a finite amount of sound within them. So eventually, after everyone uses it for five or ten years, there’ll be something else. You’re not going to replace the acoustic guitar and you’re not going to replace the acoustic drums. But I like all the electronic drums. The only thing that bothers me is that everybody loves it and everybody really uses it, so it’s going to be overused. It’s probably reaching that point now. The drum machine duplicating real drum sounds and eliminating the hassles of dealing with a drummer and getting a drum sound is going to be around for a long time because it’s a time-saver.<<

elegantes Abschlussfoto

Design ist nicht Kunst!

August 22, 2018

Screenshot-Memo

design ist nicht kunst

-> Kurt Weidemann

Pentimento

August 10, 2018

Die Einleitung zum Ableton-Interview „Mögliche Musik“ mit Jon Hassell beginnt mit geographieüberwindendem Sampling in den frühen 80er Jahren, der Collagen-Idee aus Schichten und Übermalungen (Pentimento), Minimalismus, der Kraft der Schleife (die nicht unbedingt im 4/4 Takt sein muss) und Hassells Vorstellung der (geheimen) „Fourth World“, die durch die >>Kombination von Merkmalen traditioneller Musikstile aus der ganzen Welt mit modernen elektronischen Verfahren<< einen neuen stringenten Sound schafft.

Unbedingt weiterlesen (u.a. >>über vertikales Hören, den Rhythmus fallender Blätter […] ein Leben lang voller Erkundung und Forschung mit und inmitten einiger der bedeutendsten Akteure der Musik des 20. Jahrhunderts).
Und parallel dazu gleich mal den Freeware Harmonizer „Pitchproof“ auschecken…

>>…stellen Sie sich einen Slow-Motion-Film über eine wachsende Pflanze vor. Kleine Bruchstücke von diesem jenem spielt man auf Konzerten und dann im Studio, und schrittweise fügen sie sich zusammen. Es ist ein wenig wie der Pentimento-Gedanke, bei dem Schichten durch andere Schichten erkennbar werden. Und jede dieser Schichten kann recht undeutlich sein…<<

-> Mati Klarwein, Nils Petter Molvaer

reiseweise

Mai 30, 2018

 

Lesen und Bewegung! >>Ich ließ Musik laufen und dachte an nichts Besonderes, denn so einfach ist es manchmal, statische Gedanken entstehen in statischen Körpern; werden die Körper in Bewegung gesetzt, bewegen sich auch die Gedanken.<<
Karl Ove Knausgård („Im Frühling“ 2018, Seite 82)

Abwechslung! Barcelona vs. Frankfurt: egal ob Tag oder Nacht, ob Mies van der Rohes Möbel Ikone oder Girsbergers Eurochair – ich komme freudig und mächtig inspiriert nach Hause zurück und stelle fest, dass es sich a. wie absolut lohnt, den Alltag zu durchbrechen, b. wie beflügelnd es ist, mal fliegenleicht und ohne konkreten Auftrag zu reisen!

Interaktion! Art Farmer (Quartet feat. Jim Hall, 1963) vs. James Turrell (Deuce Coop, 1992)

 

>>The image is a container of wisdom and knowledge.<< Jordan Belson

Montage: Harry Smith („Heaven and Earth Magic“ 1957-62) vs. Walt Disney („How Disney Cartoons are made“, 1938)

Entspannung – beispielsweise K & K: Katzen und Kaffee (von Botero zu Nomad)

Weitblick bzw. reflections – immer gut! #cccb

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PS. und zu zweit ist’s doppeltschön 🙂

feeling lucky lately

März 28, 2018

Ich hatte eben mal überlegt, dass ich doch zu Ostern mein Schlagzeug mal feierlich aufbauen könnte. Als Inspirationsquelle hätte ich diese Ludwig Broschüre aus dem Jahr 1982:

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Und vermutlich lege ich dazu dann ganz passend Kid Creole & The Coconuts auf: „I’m a Wonderful Thing Baby“…oder besser noch: High Fashion „Feeling Lucky lately“

PS. Vermutlich saß bei beiden Musikstücken Yogi Horton hinterm Kit.

Kontrapunkte

März 24, 2018

Ich denke, wir sollten mit Luminos W öfters in Rumänien auftreten. Das Konzert in Iasi war grandios, was bestimmt stark an Land und Leuten liegt. In dem Fall war es  ein eher junges, aufgeschlossenes Publikum, das sich furchtlos dem Unbekannten stellte, kräftig mitfeierte, vereinzelt auch tanzte und am Ende mit wunderbar gerolltem R kleine Lobeshymnen ausstieß: „Ihr seid Zauberer“, „… eine Mischung aus Kraftwerk und (vergessen)“, „einzigartig, elektrisierend“, aber auch: „Wir hatten echt gezögert, zu kommen – denn ihr seid ja sooo alt – egal, es hat sich voll gelohnt! Danke“. Dieser letzte Satz kam von einer Erasmus-Studentin aus Mainz und hat mächtig ins Schwarze getroffen. Er wird umgehend dazu benützt im Mainzer Schon Schön einen Gig klar zu machen und unsere Bio von den Jahreszahlen zu befreien.

Irgendwie passte alles, da es neben unserem Soundtrack und Kulturspaziergängen auch ausreichend Zeit für die Kunst der Pause gab, ein Motto, das vom FIKA Kaffeehaus ausgegeben wurde, dank des Schneetreibens und der tollen Büglerin** auch stundenlang im Bett funktionierte.

Dass alle Show relevante Elektronik* nun ins Handgepäck passt, ist mein persönliches I-Tüpfelchen der Reise. In Zukunft werden waghalsige Flug-Umstiege mit einem Schulterzucken quittiert und sollte der aufgegebene Koffer mal nicht ankommen, no prob, dann müssen halt Stöcke, Becken, Zahnbürste vor Ort besorgt werden – easy!

* K-Mix, BopPad, Laptop, HD-25, Keine Delay, Boss A-B Box, alle Lade- und USB-Kabel, (CDs, der Pass und was zum Lesen)

** Heinrich SteinfestDie Büglerin“ (2018)
>>Die beiden bewegten sich, als marschierten sie durch einen Gang in der Luft, der seit Ewigkeiten bestand, allein zu dem Zweck, hier und heute durchschritten und letztlich auch geschlossen zu werden. Als sei dieser Gang – ähnlich wie in Kafkas Vor dem Gesetz – allein für dieses in ihrer Tanzbewegung kokonierte Paar errichtet worden. Es schien absolut keine Alternative zu bestehen, auch keine, die die Freiheit beinhaltet hätte, einen anderen Schritt zu tun als den, den man tat. Was ja umso frappanter war, als der Tango Argentino ohne ein festes Programm der Schrittfolge auskam, sich eher der »Haltung« der Tänzer und ihrem Miteinander ergab. Der Begriff des Fehlers hatte an dieser Stelle zu existieren aufgehört. Das heißt, der Fehler wurde nicht etwa im Zuge von Perfektion oder Routine vermieden, sondern er lag schlichtweg außerhalb der Möglichkeiten.<< (Seite 214)

>>Letztlich ist Tanzen eine der schönsten Arten, etwas gänzlich Sinnloses zu tun, bei dem man keinen Meter vorwärtskommt.<< (Seite 215)

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Jetzt fehlt nur noch das Schwarze Quadrat

Blue Monday?

März 12, 2018

Gerade mal 35 Jahre alt… diese nice „Blue Monday“ Live Performance, mit zwei gut gestimmten Simmons Pads, ordentlich Space Echo und Extra-Programmings:

PS. Als ich die Nummer erstmals im Radio hörte – war 11 Jahre alt – war ich völlig verwirrt, wie ein Schlagzeuger einen derartigen Groove spielen konnte.

PPS. Nebenschauplatz, ebenfalls 1983, jedoch in Amerika: Robert Rauschenberg gestaltet die (auf 50.000 begrenzte) Limited Version des Talking Head Albums „Speaking in Tongues„.
Er bekommt $2000 für den Job und einen Grammy für’s Design.

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Musik (mit) Kulisse

März 7, 2018

Oszilliere gerade zwischen interessanten Extremen:
Gestern noch körperlichste Beats für 640 PS, ganz idyllisch, am Fusse des Mont Blanc (Genfer Autosalon), morgen dann Herzblutmusik mit Netzer vor Frankfurts  beeindruckendster Lautsprecherwand (dem Soundsystem im Tanzhaus West).
Und zwischendurch buntperlender, obskurer japanischer 80er Disco-Sound auf die Ohren, sowie Seitenblicke auf Onkels Glitzer-Schlagzeug (nebst den wunderschön eingerahmten Effektgeräten)!

Boom for Real!

März 4, 2018
Hey, ab nach Frankfurt! Mindestens zwei gute Gründe dafür:
Es gibt in der Schirn die Basquiat Ausstellung, deren Titel meiner liebsten E-Trommel huldigt.
Und am Donnerstag, den 08.03.18 gestalten Netzer – mittlerweile 20 Jahre alt, mit dem Frankfurter Newcomer Philipp Boss einen unikaten Abend in der Milchsackfabrik (Gutleutstraße 294, 60327 F) durch spannende Überlappungen von Repertoire und Attitude. Ich schreibe dazu mal aus Philipps Pressemappe die Losung für die Veranstaltung ab:
»We’re told to expect a future classic in house music history«