Archive for the ‘Art’ Category

Perfect Balance, Einstein & Coltrane

April 12, 2017

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Derartige Koinzidenzen gefallen mir ja sehr gut, auch wenn ich sie wie in diesem Fall nicht einmal nachvollziehen kann: Nämlich, dass der Coltrane-Circle (ein vom Meister gemaltes Bildgeschenk für Yusef Lateef, welches seinen personalisierten Quintenzirkel darstellt) dem gleichen geometrischen Prinzip folgt, das Albert Einstein zu seiner Quantentheorie motivierte.
Dazu verlinke auch gerne den Artikel „The Secret Link Between Jazz and Physics: How Einstein & Coltrane Shared Improvisation and Intuition in Common“ und verweise auf Stephon Alexander, der in beiden Welten zuhause ist, in der theoretischen Physik und im Jazz.

Steige selbst aber aus bzw. um und widme mich der etwas einfacher gehaltenen Überschrift „Rhythmus & Geometrie„. Da fällt mir gleich als erste Querverbindung die Vorlesung von Gerhard Kühne zum Thema „Groove based Design“ ein und dann versinke ich in der Freeware XronoMorph, die geometrische Formen in Rhythmus übersetzt. Etwas genauer:
>>Each rhythmic layer is visualized as a polygon inscribed in a circle, and each polygon can be constructed according to two different mathematical principles: perfect balance and well-formedness (aka MOS). These principles generalize polyrhythms, additive, and Euclidean rhythms. Furthermore, rhythms can be smoothly morphed between, and irrational rhythms with no regular pulse can also be easily constructed.<<

Studio grün

März 22, 2017

Mensch, jetzt habe ich es doch erst wieder kurz vor knapp geschafft, was aber mich nicht hindert, geschwind noch allen Frankfurt-nahen Kunst-und Studiofreunden die Ausstellung CONSTELLATIONS von Johanna Diehl zu empfehlen (noch bis zum 25.3. in der Galerie Wilma Tolksdorf, Hanauer Landstr. 136, FRA).

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Allein vor der großen Bilderwand (DAS IMAGINÄRE STUDIO, HAUS D.) könnte ich stundenlang entspannen – mich von den exotischen Klangerzeugern und abgehalfterten wie futuristischen Lautsprecherboxen im ein oder anderen Sitzmöbel berieseln und inspirieren lassen

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PS. auch das Buch JOHANNA DIEHL – UKRAINE SERIES hat es mir sehr angetan, vielleicht weil ich oft dort war, auf jeden Fall, weil mich die Bilder berühren.

PPS. und unser tolles NETZER-Pressebild… eh klar…

Neues entdecken

Februar 26, 2017

Give and take!
Im aktuellen Fall: ich erzähle Helge was für seine Bachelor-Arbeit, er fährt mich nach Hause und sendet Spitzeninspiration per Mail – so viel, dass ich mich nun getrost für die anstehende DePhazz (UA, MOL, BY) Tour hier mal rausziehen kann.

  1. Beginnend mit einem Großkaliber, hier der Instagram-Videobeitrag von ?uestlove, in dem er über die Angst und ihre Bewältigung spricht, ein neues Programm (in diesem Fall: Ableton Live) zu erlernen.
  2. Der Berner Trommler Julian Sartorius (*1981) ist organischer Sammler, Macher, Klang.


    In der halbstündigen Jazzahead Performance erkenne ich ähnliche Leidenschaften (z.B. für den VicFirth 5A Dual Tone), schreib mir aber auch einiges auf (Mini-Vibratoren, Meinl Helix Bowl auf Glockenspiel-Plättchen, Einhand-Harmonium, Wah-Wah-Tube, DIY-Superball Mallet, mehrere Metallophon-Stäbe). Also viel Futter für meine Klangsuchmaschine.
    Und wenn mal wieder Geld reinkommt werde ich mir das Beat-Diary-Box-Set (365 Aufnahmen und Bilder) kaufen:

    Toll auch, dass JS am liebsten mit dem Zug reist (Stichwort „Matrioschka Schlagzeug“), gerne liest, mit Spielregeln spielt, sich Grenzen setzt und Musik mit Bildern verbindet bzw. sich vom Bild inspirieren lässt.

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  3. Zwischendurch schreibe ich mir auf, dass Elektro Guzzi Drummer Bernhard Breuer seine Jomox MBase nicht mit einem klassischen Triggerpickup, sondern mit einem in die Kick gelegeten dynamischen Mikrofon triggert, da: weniger Fehltrigger!), ich lese über das Verbzilla und lande letztlich – interessiert – beim Hold-Reverb von Z.cat.
  4. Jetzt zum in Amsterdam lebenden Österreicher  Gerri Jäger (*1979). Drums und handbediente Elektronik: Alleine…


    … oder im Duo (Knalpot)

  5. Zum bunten Abschluß noch „The Periodic Table of Guitar Effects Pedals“periodic-table-of-fx
    © The Sixty Five

Die Zunge

Dezember 21, 2016

Bevor ich mich in eine gemütliche Weihnachtszeit verabschiede, möchte ich drei Joker mit euch teilen.
1. Das Monsterbuch
Darin finden sich Helfer für alle Lebenslagen: Helden und Beschützer, die mit allen Wassern gewaschen sind und echt jeden Kunstgriff beherrschen. Ausdrucken, über’s Bett hängen und eine Kopie vorsichtshalber in die Hosentasche: Angst, ade!
Und sollte die düstere Seite doch mal unzähmbar hochkommen, gibt es es unten rechts ein freies Feld, in das Du Deine Wutmännchen reinmalen darfst (und die ganze Rückseite wär‘ ja auch noch frei)…
Ein Zettel zur Gelassenheit!

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2. Die Zunge
Mit L. höre ich seit Tagen „Griechischen Fabeln und Sagen“  – tut sehr gut – und eigentlich habe ich den folgenden Musikmix nur erstellt, um die von Peter Kaempfe vorgetragene Aesop-Geschichte über die beiden gegensätzlichen Seiten unsere Zunge einzubetten, die in dieser etwas aus den Angeln gerutschten Zeit sowohl das Problem benennt, gleichzeitig auch einige gute Lösungsansätze ausspricht, zum Beispiel:
sich gute Geschichten erzählen, also: miteinander sprechen (und nicht nur Kontext-befreit irgendwelche Zeilen durch die soziale Netze schicken), nachdenken und kluge Gedanken austauschen, sich befreien von…(you name it: Vorhaben 2017?)

3. Ohrengold
Musik hilft immer! Auf CD-Länge – wie lange gibt es die maximal 80 Minuten wohl noch als Format? – hier ein paar Highlights des Jahres bzw. meine Momentmusik. Da gibt es einiges zum Runterkommen, Nachdenken und Mitträumen (zufällig ist ja beinahe jeder Titelname eine potentielle Geschichte für sich), aber auch ein paar Tracks für’s Aktionszentrum (Bewegung immer gut!) und welche im besten New Age Verständnis: mit heilendem Klang.
Hallo Welt, ich freue mich auf eine schöne Zukunft.

Anderson .Paak „Am I Wrong (feat. ScHoolboy Q)” 2016
Alice ColtraneBlue Nile” 1970 vs. Dimiter Inkiow „Im Hause des Krösus” 2000
Kraan „Flyday” 1978  fly sein?
Joyce Wrice „Rocket Science (feat. Kay Franklin)” 2016
Me’shell NdegeocelloAquarium” 2005
Dino Saluzzi „Winter” 1988
Hiatus Kaiyote „Mobius Streak” 2013
SolangeWhere Do We Go” 2016
Mark Ernestus’ Ndagga Rhythm Force „Yermande (Kick and Bass Mix)” 2016
Abdullah Ruwaished „Ya Allah Elsalama” 1993
Solange „Cranes in the Sky 2016
Al JarreauI Will Be Here For You” 1983
Luksan WunderKorrekte Aussprache: Vanille” 2015  Eis!
Jaimeo Brown TranscendenceBe so Glad” 2016­
Keith Jarrett „Pt. I, Toronto – Roy Thomson Hall” 2014
Kneebody „E and E” 2013
Jonas HellborgLittle Wing” 1984
ZUGABE to click: Gang Starr „The Place where we dwell” 1992

…habe alle mir wichtigen Begriffe zumindest schon mal dick gemacht, jetzt fehlt dem Beitrag nur noch 1 großes

ach, wäre ich doch eine VHS-Kassette

Juli 11, 2016

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Ausschnitt aus einem Berliac Comic; abfotografiert aus Le Monde diplomatique / Juli 2016

happy,

Juni 18, 2016

dank Stefan Sagmeister (noch bis 25.09.16 im Museum für angewandte Kunst, Frankfurt)

PS. >>There was an early situation that I have repeated recently* and found it still works: take the design object ‘motorcycle’, add the design object ‘MP3 player’, find a gorgeous, not too busy road and drive it without any purpose, just for the sake of driving. I experienced a true moment of bliss — complete with shivers running down my spine every time.<< [Quelle]

wie gut, dass ich letztes Jahr – *ebenfalls auf Bali – erstmals ein motorisiertes Zweirad gesteuert habe…wäre also startklar für’s kleine Glück.

Spielgeld

Mai 31, 2016

Der französische Photograf Philippe Pétremant faltet Banknoten und verleiht mit seiner Serie „Les Sept Mercenaires dem schnöden Papier (neuen) Sinn und Humor.

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Auch ’ne Art von Sampling…

Anamorphose

Mai 2, 2016

Ich war heute im Technoseum, was sich nach club-musikalischer Geschichtsstunde anhört, tatsächlich aber ein familienfreundliches Mitmach-Museum in Mannheim ist.

Dort entdeckte ich die Anamorphose, ein Bild, das man nur aus einem ganz bestimmten Blickwinkel oder dank eines besonderen Hilfmittels erkennen kann. Also ein naher Verwandte des Trompe-l’œil, der übersetzt „Umformung“ heisst.

Derartige verzerrte Bilder tauchten zu Beginn der Renaissance erstmals Mal in der bildenden Kunst auf, als Erfinder wird Leonardo da Vinci (1452 – 1519) genannt. Der Wikipedia-Artikel verdeutlicht mir das Konzept anhand des 1533er Gemälde „Die Gesandten“ ganz gut.

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Es geht also um Verschlüsselung, Illusion und den Blickwinkel des Betrachters (diesbezüglich beeindrucken mich beim Weiterforschen die Fotografien von Arthur Mole).

Selbstverständlich versuche ich, das eben gelernte direkt auf die Darbietung von Musik zu übertragen. Die Idee der Illusion kam hier im Blog ja schon öfters vor, wie aber lässt sich musikalischer Inhalt sinnvoll verschlüsseln, was kann man dem Zuhörer durch die Änderung seines Blickwinkels bzw. seiner Hörposition anbieten?
Und dann erinnere mich an die ersten Netzer Gigs in der „orangen Bar“, einem Miniclub in Schlauchform, wo Sven damals leidenschaftlich seine alten Bluenote-Platten auflegte. Jedoch waren die Boxen an den beiden Schlauchenden aufgestellt, die Stereo-Mixe von Rudy van Geldern aber gerne nach Schema >>horns left, piano center, and bass and drums right<<, so dass je nach Position des Gastes ein ganz eigener Höreindruck entstand.
Aha, eine erste Erkenntnis: Wahl und Standort/Mischung der Klangquellen. Und in Klammern Begriffe wie Mono/Stereo, Quadrophonie/5.1, Phase, akustische Instrumente vs.elektrifizierten Klängen aus Lautsprechern; hörbare/spürbare Frequenzen, klangfilternde Elemente im Raum (vom Absorber bis zum Gehörschutz).

Beim Weitergoogeln finde ich einen Artikel von Georg Peez und Michael Schacht mit dem Titel „Die eigene Wahrnehmung spüren„, mit vielen tollen (An)Sätzen, die ich zum Weiterdenken gleichmal herauskopiere:

>>Im Gegensatz zur Metamorphose, dem völligen Gestaltwandel, thematisiert die Anamorphose die Verzerrung und Entzerrung einer Gestalt durch Wahrnehmung. Seit der Renaissance gelten anamorphotische Bilder als Symbole für die zeitweilige Infragestellung traditioneller Ordnungsprinzipien. […]
Anamorphosen verursachen Zweifel an der eigenen Wahrnehmung, denn Anamorphosen machen leiblich erfahrbar, daß unsere Wahrnehmung variabel, zweifelhaft und standpunktabhängig ist, daß unsere Wahrnehmungsbewegungen subjektiv weltordnend sind.<<
>>Die Eigenbewegung des Betrachters ist nötig, um das Spiel ins Rollen zu bringen
[…]eine Bewegung „am Rande des Chaos“.[…]
Diese Kippmomente zwischen vollendeter Harmonie und Chaos sind konstitutiv für Produktions- und Rezeptionsprozesse nicht nur in der bildenden Kunst. Sie machen uns darauf aufmerksam, daß der Betrachter jeweils am Rezeptionsprozeß aktiv und konstitutiv beteiligt ist. Wir werden offenbar dort am stärksten ergriffen, wo wir Ordnung freiwillig aufs Spiel setzen. Ein solch spannungsreiches Tun ist nicht ohne Risiko, denn die Orientierung kann uns hierbei durch Wechsel des Standpunktes zeitweise verlorengehen. Umso größer ist unser Glücksgefühl, die Grenzen auszuloten und neue Grenzen zu finden. „Neues entsteht beim Durchgang durch chaotische Zonen. Kunstschöpfung ist ein Akt in größtmöglicher Nähe zum ‚Gerade-noch-nicht-Chaos‘.“<<

>>Wahrnehmung wandelt sich von einem Abbildungsverständnis zu einer teilhabenden Bezugnahme. […] Nicht das Objekt steht im Mittelpunkt, sondern die Interaktion des sich bewegenden Betrachters mit dem Werk.<<

>>Markus Raetz‚ Anamorphose [„Reflexion“, 1985-1988. Sieben Aststücke aus Bruyère-Holz, ein Rundspiegel, die ich mir im Frankfurter Museum für Moderne Kunst noch anschauen möchte] verweist uns auf eine der dominantesten, sich zum Teil fatal auswirkenden Entwicklungen unserer westlichen Kultur: die Verlagerung von Kunst und Kultur vom Körper in den Kopf, bzw. in einen körperlosen Kopf. Die Sinne nehmen in diesem Modell nur noch passiv auf, Sinn und Bedeutung werden im Kopf konstruiert. Wahrnehmung wird entmaterialisiert.<<

Weitere Erkenntnisse folgen hoffentlich gleich im Schlaf…gute Nacht…hallo Mai!

 

Playback Room

April 3, 2016

Wolfgang Tillmanns hat im Münchner Lenbachhaus einen temporären Wiedergabeort – bis zum 24.04.16 – für Studiomusik eingerichtet. Aus gutem Grund:

>>Während es als ganz selbstverständlich gilt, in einem Museum Kunstwerke zu betrachten, gibt es bislang keinen vergleichbaren Ort, an dem Musik in Studioqualität gehört werden kann. […]
Das Erleben von Live-Musik findet in Konzerthallen statt. Für die Oper gibt es das Opernhaus. Nur die Studiomusik als ausdifferenzierte Kunstform hat bislang keinen eigenen Rezeptionsort. Das widerspricht der Tatsache, dass viele Musiker in der finalen Aufnahme eines Songs oder eines Albums die eigentliche Essenz ihrer Arbeit sehen.
Die monatelange Arbeit im Studio hat ein Werk mit optimaler Soundqualität hervorgebracht und ganz im Gegensatz zu diesem Bemühen sind der überwiegende Teil der privaten, kommerziellen oder transportablen Abspielgeräte nicht dafür geeignet, genau dieses Ergebnis wiederzugeben. Die digitalen Kompressionsverfahren der vergangenen Jahre haben darüber hinaus zu einer zunehmenden Verbreitung der Wiedergabe in schlechter Tonqualität geführt.<<

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Geschickt zu Ende gedacht: Am Freitag, den 8.4.16 kannst Du Deine Lieblingsmusik auf der High-End-HiFi-Anlage von Westend Audio Systems und Gauder Akustik anhören.

Beat = Beauty

Februar 26, 2016

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Ich baue in meinem Homburger Hotelzimmer  die Installation „Operators are standing by“ von Jean Bevier gedanklich um, und freue mich auf einen baldigen Soundcheck…

[File under: Schöner Wohnen]