Archive for the ‘thedrumsounds’ Category

sicher, warm & friedlich

Dezember 24, 2022

Rein äußerlich, irgendwo zwischen Christbaumkugel, Lametta und sonstigem Weihnachtsglanz, passt meine Lieblingssnare nicht nur optisch bestens zum heutigen Tag. Denn die Kombination aus Alukessel und Messingspannreifen sorgt für ein warmen, runden und weichen Sound, der abgerundete „Stick Saver Hoop“ entschärft jeglichen Rimshot und verhilft uns SpielerInnen dadurch zu einem ausgewogenen Blending.
Schließlich noch doppellagiges Fell in der Farbe der Liebe

Geräuschemacher

Dezember 2, 2022

Aus der Brigitte erfahre ich, dass auch der Beruf des Geräuschemachers seine Entstehung dem Zufall verdankt. Jack Foley >>arbeitete in den 1920er-Jahren für die Universal Studios an einem Stummfilm, als Warner Brothers bereits den ersten Streifen mit Ton veröffentlichte. Um mithalten zu können, produzierte Foley für den Stummfilm „Show Boat“ im Nachhinein die Geräusche.<< Endlich verstehe ich auch die eigentümliche englische Bezeichnung „foley artist„.
Dass die manuelle Nachvertonung bis heute praktiziert wird, liegt am beim Dreh aufgenommenen Originalton, der sich aufs Gesprochene konzentriert. Selbstverständlich gibt es pralle Soundbibliotheken, doch der gute Geräuschmacher arbeitet zeitsparender. Seine Kunst entsteht aus der Verbindung von kreativen Ideen mit gutem Gehör sowie der Fähigkeit, das Timing von ablaufenden Bildsequenzen präzise zu doppeln. Die Nähe zu uns Rhythmusgestaltern ist frappierend.

Insofern immer wieder schön, ihnen bei Arbeit über die Schultern zu schauen:

Jetzt noch zwei schöne Kurzfilme zum Thema. Einmal „Heidi beim Geräuschemacher“ (2016, von Christian Frei), einmal den spanischen „Foley Artist“ (2015) von Toni Bestard.

rund und

November 13, 2022

Ich habe in der Hochschule mal wieder das schicke „Simmons“ Frontfell aufgezogen. Klare Ansage für den „Fokus Drums Abend„: schick, stromverbunden und irgendwie einen Tick anders.

Anschließend gings für ein ausverkauftes DePhazz Konzert nach Budapest. Ein schöner Abend trotz widrigster Umstände. Denn nach dem ersten Drittel tauchte ein großes Problem auf: das komplette Monitorsystem kam und ging, immer wieder plötzlich krachend, digital verzerrend, laut und unschön, gefolgt von überraschneder Stille, ein krasses, unberechenbares Hin-und Her, bis wir die Leitungen eigenmächtig kappten und einfach komplett ohne Boxen und InEar-Signale weiterspielten. Die Rettung war, dass Bassist Bernd und ich (immer schon) die Computer-Tracks und Clicks intern auf unsere InEar Mixer schicken, dass Ulfs Rhodes von einem Fender Amp verstärkt wird und dass die erste Reihe, sprich Pat, Karl und der aushelfende Oli Leicht am Saxofon sich heldenhaft, dennoch eins a intonierend, am FOH Sound orientierten…

Drumherum: goldner November, Riesenrad, Bauhaus-Anleihen, Wiener Jugenstil und immer wieder guter Kaffee (dank der European Coffee Trip App). Last but not least, ein schöner Abschnitt aus dem SZ-Magazin Interview mit Patti Smith:

>>Angeblich haben Sie ihm gesagt: »Ich habe mich in das Leben meiner Helden eingewickelt.«
Mit Victor Bockris habe ich nur einmal gesprochen, 1972. Danach nie wieder. Vielleicht habe ich das damals wirklich gesagt, als ich 26 war. Heute würde ich eher von Künstlern und Dichtern sprechen oder meinen Freunden statt von Helden. In jedem Fall liebe ich die Arbeit anderer Leute. Ich bin jeden Tag denjenigen sehr dankbar, die Filme machen, Bücher schreiben und großartige Schauspielerinnen und Schauspieler sind, auch Ärzten und Leuten, die Brücken bauen, eine Spüle reparieren oder guten Kaffee kochen. Und ich bin dankbar für meine Arbeit.<<

PS. Das tolle Windkraft-Foto hat Ulf Kleiner auf dem Hinflug gemacht, die Wattewölkchen im Floortom – der wohl schönste mechanische Gate-Effekt – wurden von Oli Leicht geknipst.

Damensattel

November 2, 2022

Es ist gerade mal vier Jahre her, dass wir den 100. Geburtstag des Drumsets gefeiert haben, doch wieder mal baue ich meinen Kram bewußt falsch auf. Diesmal inspiriert vom Damensitz (und angespornt von der kommenden Fokus Drumset Veranstaltung).

Also habe ich links neben der traditionellen Hihat ein elektronisches Kickdrum-Pedal für meinen rechten Fuß positioniert und dann noch eine zweite, präparierte Hihatmaschine für den linken aufgestellt (dort wird mit zwei Meinl Perkussionsinstrumenten, mit Waterfall und Hihat-Tambourin eine Art Snare/Clap-Ersatz getreten). Die Füße laufen ganz natürlich, als wärs ein Spaziergang oder Bodyworkshop-Segment, rechts auf „eins und drei“, links auf „zwei und vier“. Und zack – OK, das Pitch-Echo wirkt zusätzlich stimulierend – können sich die Sticks in den Händen völlig neue Patterns und Aufgaben einfallen lassen.

Das Schlagzeug ist nach wie vor Instrument des Jahres 🙂

der manuelle Leslie-Effekt

September 5, 2022

Arthur Dubois zeigt uns im IG den manuellen Leslie-Effekt:
einfach ein dynamische Mikrofon über das ausklingende Instrument schwenken.

Und Silvan Strauss antwortet kreativ:

Siehe passend dazu auch
– den Videoclip von Ulf Stricker, in dem er das Effekt-Mikro als Trommelstock zweckentfremdet
– die Paiste Rotosound Konstruktion, die ich erstmals bei Rene Creemers erlebt hatte (leider nicht mehr im Programm)

Drumcomputer Rätsel

September 3, 2022

Ahhh, ich liebe Rätsel und Ratespiele. Die aktuelle „electronic beats“ Blind Test Episode passt bestens hierher in den e-Beats Blog:

Zufälligerweise bin ich zur Zeit auch mit meinem Drumcomputer zugange, wobei es mir eher darum geht in eben nicht wie eine typische, wiedererkennbare Drum Machine klingen zu lassen. Dafür hänge ich hinter dessen Output einen Boss SL-20 Slicer, einen Pitch-Shifter (Whammy II), sowie einen EHX Graphic Fuzz, der als Equalizer und Distortion Pedal sich um die Frequenzen und Obertöne kümmert.
Zusätzlich schleife ich auch die Acidlab Bassline durch die gesamte Effektkette.
Jetzt ist einiges möglich, von der bloßen Textur, über den Rhythmus-Loop, hin zu eindeutigen tonalen Statements. Vor allem ist das Gebilde total flexibel, da sich das Tempo des Arturia Drum Brute tippen lässt (tap tempo) und sie mittels Midiclock die Geschwindigkeit von Bassline und Slicer synchronisiert.

Im YouTube Filmchen werden nicht nur meine elektronischer Partner in Szene gesetzt, sondern auch die beiden Meinl Smack Stacks Clapper. In Anlehnung an die Architektur des TR-808 Claps präpariere ich sie gerne mit (mindestens) einer Sizzle-Kette, für meinen akustischen Lieblingsklang ändere ich Anordnung der einzelnen Bestandteile wie folgt: Byzance Modell 16″/12″/14″, HCS Modell 16″/12″/10″/14″.
Zudem experimentierte ich auch mit der Mikrofonierung der Smack Stacks und bin zu dem Schluß gekommen, dass die Abnahme mit einem dynamischen Mikrofon (in dem Fall ein Shure SM57), sowie eine Bearbeitung mit einem mitten betonenden EQ (hier Fab Filter Pro-3) total Sinn machen.
Natürlich (haha) lässt sich der Smack Stack Sound auch noch elektronisch aufhübschen:
mittels angehängtem Hall-Effekt oder gar einem zugemischten Rauschgenerator (der via Sidechain-Gate von den Smack Stack Impulsen getriggert wird).

Und, smacks?

Juli 21, 2022

Ohne Aufdruck könnten sie durchaus als surrealistisches Kunstwerk (Salvador Dalí ) durchgehen, der Name bewirkt bei mir nostalgische Frühstückserinnerungen.

Derartig Schlagzeug-ferne Assoziationen passen übrigens bestens zu den Meinl Smack Stacks – geht es bei diesem (bis zu fünflagigen) Stapel doch um Becken, die den Sound eines typischen Drumcomputer Claps erzeugen.
Die Versuche jenen Signature Sound der DJ Culture zu emulieren sind zahlreich. Doch leider hatten die der Vorlage am nächsten kommenden Entwürfe – das mit der Hand auf die Snare geschlagene Drumbal, sowie der Rim-Flam – den Nachteil, dass sie nicht einfach aus dem Spielfluß heraus mit einer Hand getrommelt werden konnten. Oder sich gar mit dem Fuß in Form eines Overdubs über den eigentlichen Groove treten ließen.
Klar – elektronische Lösungen à Roland-SPD konnten solche Wünsche erfüllen. Doch sie bringen direkt einen aufwendigen Anforderungskatalog mit sich, der nicht immer passt oder realisierbar ist.
Insofern war ein flexibles, rein akustisches Handclap-Instrument ein langersehnter Traum von mir.

Passend zum eben nicht super-akurraten Klatschsound, der eher verzerrt und rauschig als Hochglanz ist und sich dank seiner Breite hörbar durchsetzen kann, entstammen die flachen, gebogenen Metallscheiben des Smack Stacks mitten aus dem Produktionsprozess – bis zum typischen Becken-Produkt fehlen offensichtlich noch ein paar Arbeitsschritte (Krümmung ausgleichen, Kuppe herausarbeiten, manuelle Hämmerung). So entsteht der raue, ungeschliffene Ton. Und dass dann irgendwann mal ein findiger Mitarbeiter mehrere dieser Scheiben übereinanderlegte und zudem daraufschlug… danke, danke, danke!
Welch toller kreativer Zufall. Und natürlich gleich die Steilvorloge für ein neues Produkt.

Ich wurde netterweise gleich mit beiden Smack Stack Produkten ausgestattet, also mit der Byzance Vintage Version in 14″/12″/10″, mit dem zusätzlichen 16″/8″ Add-On-Pack, sowie mit vollen 5 Piece-HCS- Variante (16″/14″/12″/10″/8″). Woraufhin ein reges Experimentieren begann:

Die Meinl-Türme funktionieren in jeglicher Position, als wären sie ein herkömmliches Becken oder eine typische Sidesnare. Selbst in die Hihatmaschine eingespannt, klingen die krummen Scheiben eher elektronisch und wunderbar artifiziell.
Selbstverständlich habe ich alle Einzelteile auch bunt miteinander kombiniert und auch die Reihenfolge des Stapels variiert. Meine bisherige Lieblingsanordnung ist das
Byzance Vintage Smack Stack in 16″/12″/10″/14″

Jetzt stehen erstmal wieder diverse Konzerte auf dem Zettel, aber anschließend geht es mit dieser todo-Liste weiter:
– zweite Hihatmaschine ins Setup einbauen und damit noch eine neue Aufgabe für den linken Fuß haben: acoustic overdub foot clap
– das Smack Stack in lange Hallräume schicken, bzw. mit FX-Mikro, Noisegate, (Distortion?) und Reverb eine bühnentaugliche Version basteln für
Smack Stack mal mit, mal ohne Effekt

Showroom

Juli 6, 2022

Ich war gestern mal wieder in Gutenstetten. Der Dorfname ist Programm und die Meinl Besuche sind zwar selten, dafür immer äusserst inspirierend!
Und so ließ sich einiges erledigen: das Cover Foto für’s neue Buch, Zukunftspläne schmieden, Schätze aus der Sammlung bestaunen, neue Perlen entdecken (quasi ein ganz persönlicher Meinl News-Day) und vielen super Geschichten lauschen .
Da der Blog ja auch ne Art Notizblock ist, schreibe ich jetzt mal die Showroom-Highlights nieder:
Völlig umgehauen hat mich der ausgewogene, warme und weiche Klang der Tama Star Reserve Hand Hammered Aluminium 6,5 x 14 Snare. Was ein Kunststück!

Und wenn gerade das nötige Kleingeld für die ganze Trommel fehlt, könnten die „stick saverMessing-Spannreifen ein sinnvolles Invest für meine geliebte S.L.P. Alu-Snare sein.
(mehr zum Thema Spannreifen hier im bonedo-Artikel von Max Gebhardt)

Das True Tone Training Kit hat mich überrascht, nicht als leises Übungsschlagzeug (was es zweifelsohne ist), sondern als authentische Roland CR-78/TR-808 Akustikvariante (Snare & Toms).
Horch:

Die Foot-Cabasa ist immer wieder ein Magnet im Percussion-Dschungel der Vielfalt und bezüglich der Beckenneuheiten melde ich mich im Sommer nochmals…

Hey, und wer mit dem Gedanken spielt ein größeres Hängetom zum Standtom umzubauen, dem sei folgender Tipp von Stephan Hänisch weitererzählt: neben der Floortom-Rim Idee, gibt es die einfache Möglichkeit drei dieser Tama-Klammern (Hoop Grip MC8) am unteren Spannreifen zu befestigen.
A propos fettem Sound: das 16″ Concert Tom klingt fantastisch…

Dass ich schließlich noch Micha Buchners X Cajon für ein (erstaunlich oft geschautes) Tik Tok Filmchen (eine Million Clicks aus dem Stand…hüstel) betrommeln durfte, rundete den Ausflug perfekt ab!

@meinlpercussion_official

Replying to @nettek1 here‘s how you play it correctly #cajon #percussion #howto

♬ original sound – MEINL Percussion

old school beats & drum hacks

Juni 11, 2022

# Ein Klassiker des Jazz-Rap (sic!) feierte kürzlich seinen 30sten. Beim Nachhören des Albums „Mecca And The Soul Brother“ von Pete Rock & CL Smooth bleibe ich bei der Nummer „Wig Out“ hängen – endlich mal ein super Beispiel für eine Sample-Behandlung (abgeschnittene zweite Snare), für die beim Snare-Trommeln einfach nur die Hand aufgelegt werden muss…
(siehe „Das moderne Schlagzeugquartett“ Seite 16f)

# A propos Pete Rock, hier direkt noch der Nas Titel mit wunderschönen Löchern/’Ruptures/Mutes: „The World is Yours“ (1995)
(siehe „Das moderne Schlagzeugquartett“ Seite 12f)

# Ebenfalls fürs Notizbuch, „Cuttin‘ Headz“ von Ol‘ Dirty Bastard (1995). Hier scherte sich RZA kein bisschen um den schlecht geschnittenen bzw. nicht dem Songtempo angepassten Drumloop.
Fresh!

# Ich lerne den amerikanischen Fachbegriff für die mittlerweile typische Handclap-Emulation via Flam von Sidestick und Schlag auf den Rim. Diese Technik wird „Mother’s Son“ nach dem gleichnamigen Titel von Curtis Mayfield genannt (1974, drums: Quinton Joseph).
Außerdem ziehe ich noch frech diese eins a Veranschaulichung der Funk-Formel („on the one“) aus Dilla Time (Seite 28) ab:


# Zu guter Letzt noch ein vielversprechender Drum Hack, den mir eben das drummerforum.de zugespielt hat. Um einen Ständer für das Kick-Mic zu sparen, wird gerne ein Mikrofon einfach aufs Kissen gebettet.
(Yes, das machen wir bei Hattler schon ewig so, mit einem via Klettband befestigten Beta 98; auch in meiner 20 „Frankfurt Bassdrum wartet ein ums Innenkissen geschlungener Kabelbinder nur darauf das MD421 zu halten)
Problematisch dabei ist einzig allein das an der Lochwand scheuernde Mikrofonkabel. Dagegen wird nun abermals ein Binderclip ins Spiel gebracht:

50 Snares to leave your Lover

Mai 11, 2022

hey, es gibt ganz schön viele bzw. ganz viele schöne Snaredrums…