Archive for the ‘thedrumsounds’ Category

Amen in the Kitchen!

März 25, 2020

Dank Dirk Erchingers großartigen FB-Aufrufen (Wilcoxon Nr. 3, Funky Drummer), gemeinsam am frühen Abend verschiedene Meilensteine der Schlagzeugliteratur ins Umland zu trommeln, stand dieser schöne Dienstag ganz unter dem Motto „Amen Break„:
Mal wieder eintauchen in die Idee der Breakbeats, sich an der Kraft des Loops erfreuen und über die ewige Autorenschaft-Diskussion nachdenken, wenn’s ums Sampeln und Weiterverwerten von Vorhandenem geht. Das Vermächtnis der DJ-Kultur hochloben, aber auch an der eigener Strategie feilen: Ist doch eigentlich großartig, etwas nachspielen, die Aufnahme mit kopierten Techniken zuschneiden, um damit die eigene Kreativität anzufachen, schließlich in der Endsumme was ganz eigenes  zusammen zu brauen!

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Und da Video-Challenge, ist doch zusätzlich eine erste Online-Lesson dabei herausgekommen. (Teil der Zukunft???…)
Anyway – so sieht’s aus:

Teil 1 KNOW THE HISTORY
‚Ne geile Rhythmuspassage entdecken, in die Schleife packen, ggf. schneller (und höher) abspielen…
Teil 2 DIY
Der Anzünder unseres Gasherdes hängt dauerhaft bei ca. 100bpm, sprich, das ist die optimale Hihat. Jetzt etwas Risotto-Reis für Kick und Snare. Das legendär versetzte Coleman-Crash entsteht durch Umschütten… Show & Gimmicks, eh immer gut!
Teil 3 ZOCKEN
Dank des eleganten Loops wahnsinnig viel Geld verdienen oder einfach Freude beim Dazuspielen entwickeln. In puncto „Amen Break“ passt die Tischtennisausrüstung hervorragend, wenn man an die schnellen Drum’n Bass Rolls und Buzzes denkt. Lineal ginge dafür auch, das nächstes mal dann… Aber dafür wurde ja noch der Clap Cowboy gefeatured.

Nach der Vorbereitungsphase ging’s direkt auf den Schulhof, warmspielen für die Sendung um 18.30 Uhr. Wo sich der „LIVE“ Knopf im Facebook befindet weiß ich zwar immer noch nicht, aber irgendeine Videofunktion hatte ich dann doch gefunden. Und meine Spiellust war groß!

PS. Fenster auf tut gut, Tischtennis auch, Rhythmen in die Welt posaunen, immer immer immer gern, aber gemeinsame Videoaufnahmen im Camping-Kiosk sind auch nicht schlecht…

 

Dark Matter

März 12, 2020

Nach dieser begeisterten Überschrift in der Sueddeutschen Zeitung
>>Grenzenlos neugierig mit der Festplatte im Rucksack: Der Londoner Schlagzeuger Moses Boyd produziert Jazz wie ein Mixtape im Hip-Hop<<
wird „Dark Matter“ direkt gestreamt.
Passend dazu schaue ich mir die vielen schönen Drum Tortillas an und versinke in einem wohlig dämpfenden Meer aus Stoff. Das macht die Zugfahrt nach Neubrandenburg gleich viel gemütlicher.

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PS. von der dunklen Materie zur düsteren Angelegenheit:
Bin natürlich auch gespannt, wie bzw. ob in nächster Zeit konzertiert werden wird. Da ich diesbezügliche Entscheidung selbstverständlich nicht selbst in der Hand habe, kümmere ich mich zu mindest um ein stabiles Immunsystem – Ingwer, Zitrone, Chilli & postive Vibes. Und sollte dennoch eine häusliche Quarantäne anstehen, freue ich jetzt schon auf die Buchtipps der taz, das Entschlanken und Verschachern des Equipmentbestandes, die Fertigstellung des Echodrums Schmökers, Songwriting, Familie, Kochen, Musikhören, das nächste Fest, oder einfach SCHLAFEN – hach, auf 1000 schöne Dinge, die viel zu oft zu kurz kommen…

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Zucchini und Reime

März 1, 2020

War mal wieder ein schöner Ausflug in den Red-Horn-District! Intensives Konzert und neue Entdeckungen, wie zum Beispiel ein Reco-Reco aus Metall (welches sich auch als Federhall bzw. Trash-Tool interpretieren und betrommeln lässt), der analoge Delptronics Thunderclap sowie folgender Satz von Saša Stanišić:
>>Er sagt: »Der Wein kommt vom Rhein.« Das wiederhole ich mehrmals lautlos, da ich aus dem Essay im Supermarkt-Journal weiß, dass Zucchini und Reime eine entspannende Wirkung haben.<<

Händeklatschen und Artverwandtes gab es reichlich: Publikum (klar), mein Clash-Stack, das direkt eingebundene Reco-Reco, das Roland SPD:One Electro und schließlich, den nach dem Konzert von Tobi direkt zum Testen herbeigeholte Thunderclap. Um den Kreis zu vervollständigen packe ich noch ein Foto meines Lieblings-Claps ans Beitragende. Sollte mir jemand diese formvollendete Schönheit – ein sowjetischer Lell KL Clapper – verkaufen wollen, ich würde sie direkt rahmen lassen und mir übers Bett hängen.

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bespielte Ohrenstöpsel

Februar 29, 2020

Bespielte Ohrenstöpsel bzw. Klangfutter für die Reise in den Red-Horn-District:
Vier Track-Highlights aus dem Gedicht-Film „Denk ich an Deutschland in der Nacht„, den ich gestern streamenderweise nachgeholt hatte.
1. Laurence Guy ‎“Thinking Of You“ (2016)

2. Grooveman Spot „Fork Power“

3. Minus Delta T „Muslim Pulse“ (1984)

4. Ricardo Villalobos „Spritzcussion“ (1999)

Und dann höre ich mich durch das neuerschienene „Web Web“ Album (Roberto di Gioia, Tony Lakatos, Christian von Kaphengst, Peter Gall & Joy Denalane):

Hey und Version Zwei meines Clash Stacks habe ich auch im Gepäck – bin gespannt, wie er sich auf der Bühne macht 🙂

 

Clash Cymbal

Februar 25, 2020

Ich habe mir doch neulich das Tiny Desk Konzert der Drumhedz angeschaut und war von den beiden Clap Stacks der Rhythmusmacher klanglich sehr angetan, so dass ich gestern mal die verschiedensten Kombinationen (von nicht verbogenen) Becken getestet habe.
Letztlich brauche ich für einen zufriedenstellenden Sound 4 Meinl Becken (beide Teller des 12″/10″ Generation X Electro Stack, das 14″er Bottom von Bennys Trash Hats und ein 10″ Candela Percussion Splash), sowie 1 „Stiel loses“ Meinl Kessing on top.

Dünne, trashig und trockene Becken (also eigentlich all die gelöcherten Kandidaten), bestimmt auch billiges Blech, funktionieren für diese Aufgabe am besten, da sie wenig „Ping“, dafür einen tief-fauchigen, natürlichen Hall liefern.
Aus optischen Gründen hatte ich all meine China-Typen herausgesucht – sie kommen formal der Istanbul-Vorlage (die ich leider in echt noch nicht gehört habe) am nächsten.
Schließlich habe ich noch ein mitrasselndes Kessing (durch ein Beckenfilz vom restlichen Stapel getrennt) auf die Spitze meines „Clash Stacks“ gesetzt – für weitere und vor allem hochfrequente Raumanteile.

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Ich habe mir neulich das Tiny Desk Konzert von #chrisdaddydave und seinen Drumhedz angeschaut und war von den beiden Clap Stacks klanglich angetan, so dass ich gestern mal die verschiedensten Kombinationen (von nicht verbogenen) Becken getestet habe – letztlich brauche ich 5 Becken und 1 Kessing. Um so mehr freue ich mich jetzt aber bei jeder Snare- oder Rim-Dopplung! Und: Mein neues „CLASH CYMBAL“ kann sogar zwei Sounds, je nachdem ob ich auf das kleine Splash oder den unteren China-Rand ziele 🙂 #meinlcymbalsgermany #meinlpercussion #kessing #generationxelectrostack #generationxtrashhat #candelasplash #thedrumsounds #twofer #fakeelectronicclap #onehandedhandclap #clapstackhack #clashcymbal @norbert_at_meinl @hannes_at_meinl

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Anyway, ich freue ich mich jetzt bei jeder elektronisch angehauchten Snare- oder Rim-Dopplung!
Und hey, dieser Clap-Stack-Hack kann sogar zwei durchsetzungsfähige Sounds, je nachdem ob ich auf das kleine Splash oder den unteren China-Rand ziele 🙂

Körper & Instrument

Februar 22, 2020

Super Meldung in der Taz am Wochenende,

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super tiny desk concert von Chris Daves Drumhedz (inklusive zweier fantastisch klingender Cymbal-Claps)!

Pferd aus Glas

Februar 17, 2020

Verregneter Montag, nichts zu tun, denn der meiner Luft-Hihat (ein ins leise Nichts weiter bewegter Stock-Puls, der letztlich fast immer auf dem Oberschenkel landet) geschuldete blaue Fleck verblasst ja von alleine.
Zeit, um Zeitung zu lesen, übers Netz zu fliegen und die passende Begleitmusik zu kompilieren.

Nice Reso-Head-Muffling im 80er Steve Gadd Style:

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Die tolle Trommlerin Linda-Philomème Tsoungui schrieb mir vor ein paar Monaten: >>Der Tonmann von Cro hat mich letztens die weibliche Oli Rubow genannt. Hat mich bisschen geehrt.<< Heute fühle ich mich gebauchpinselt, als #philo.tsounui markiert zu sein – und zack 20 Jahre jünger…

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Mark Guiliana hatte nach der Bag-Show bestimmt auch Farbe auf’m Bein…

Hey, eins a Visualierung von Steve Snodgrass – sollte ich direkt für meine Drum Basics nachmalen:

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via Zahlensymbolik, Radiergummis und einem simulierten Jet Phaser zum Iran

Februar 1, 2020

Der eigene Geburtstag ist immer wieder schön!
Jedenfalls bin ich jetzt rein rechnerisch vier mal so alt wie mein Sohn, in der Quersumme aber ebenso 12 wie er  – ein gutes Gefühl: einerseits schon etwas erfahren, andererseits immer noch mächtig neugierig und verspielt

Als passendes Bild dazu wähle ich den mit mehreren Radiergummis (aus den Mäppchen seiner Töchter) präparierten Flügel von Ralph Abelein.

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Und vom Jazzfest der Musikhochschule (bei dem das Foto entstand), direkt zum großartigen dortigen Schlagzeug-Professor Rainer Römer, der mit einem abgerundeten Aluprofil und ausgesuchter Steinplatte einen lautstarken Filter-Sweep erzeugt:

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Und falls es gesteigerten Lesebedarf zum Wochenende gibt, verlinke ich noch ein aktuelles Interview, das Sina Najafou mit mir für die interessierten DrummerInnen im Iran geführt hat.

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November 23, 2019

Zur Kulturgeschichte des Klatschens gibt es glücklicherweise schon ein paar schöne Beiträge, beispielsweise dieses 5-Minuten-Filmchen vom BR, oder „A Brief History of Applause, the ‚Big Data‘ of the Ancient World„, die wie folgt vielversprechend beginnt:
>>In the seventh century, as the Roman empire was in the decline period of its decline and fall, the emperor Heraclius made plans to meet with a barbarian king. Heraclius wanted to intimidate his opponent. But he knew that the Roman army, in its weakened state, was no longer terribly intimidating, particularly when the intended intimidatee was a barbarian. So the emperor hired a group of men to augment his legions — but for purposes that were less military than they were musical. He hired the men to applaud. Heraclius’s tactic of intimidation-by-noisemaking, the audible version of a Potemkin Village<<

Klatschen statt Kämpfen gefällt mir schon mal sehr gut 🙂 Und der Schritt zur gemeinsamen Party ist dann auch gar nicht weiter groß!!
Tatsächlich geht’s mir heute ums gemeinsame Klatschen, ums „miteinander Sound machen“! Egal ob das profane „2 und 4“ sind, pulsierende Viertel, die gleichermaßen bei Motown als auch im Bierzelt funktionieren, treibende Offbeats oder ausgecheckte Pattern (die auch gerne mal zum Komplexen tendieren, siehe Flamenco oder 80er Electro).

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Ich lege jedenfalls mal zwei Spotify-Listen an und schreibe verschiedene Clap-Beats daraus ab, die sich dann beispielsweise zu eigenen Grooves addieren lassen, die vielleicht als Bodypercussion-Übung taugen oder als Gruppenspiel im Unterricht. Insgeheim bedrucke ich Kopf schon eine stylische Klatschpappe und freue mich auf die zukünftige Interaktion!

Gemischtwaren

November 22, 2019

Intro-Fill-In-Classic: The Temptations “Ain’t Too Proud To Beg” (1966), Motown-Vibe dank 6-Stroke-Roll…

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Krass effektierte Glam-Rock(?) Snare im Vers von Scorpions „Rock you like a Hurricane“ (1984). Im Breakdown nach dem Gitarrensolo dann noch mit Rückwärtshall.

PA in der Schlagzeugkabine. Die Schlagzeugspuren der 1982er The Pretenders Produktion wurden direkt beim Aufnehmen mit den elektronischen Rhythmusschichten (mal Linn Drum, mal AMS Delays) „verklebt“ (mal Linn Drum, mal AMS Delays), da diese bewusst über eine PA im Aufnahmeraum zu den Ohren (und Mikrofone) des Schlagzeugers geschickt wurden:
>>once we got the drum sound we’d send stuff back from the control room out through that PA just to pump up the sound in the room. It would either be snare drum or toms, and if he was playing along to a Linn 2 drum machine, which we used a lot as a click, that might also go back out through the PA and become part of the drum sound. The delays that you can hear on the drum sound of ‚My City Was Gone‘ were AMS delays sent through the console and back through the PA, giving a kind of tinny quality — tinny in a good way.<<

>>“The Linn 2 sat beside his drum kit, we’d figure out the tempo for the song, and he’d either play to a click track or some kind of loop that he would make. Then, depending on the loop, with some songs we would actually feed that back through the PA. There’s Linn drum running throughout the song ‚I Hurt You‘ — it was going out through the PA, into the room, and Martin* was playing along to it, so it became part of the song.“
„This whole PA thing was kind of new to me. Chris Thomas and Bill Price had designed it to fill the room with more sound<< (SoundOnSound)

* eben jener Martin Chambers, der mir 1984 vom Cover meines ersten Drums & Percussion Heftchen aus seiner mächtig designten Schlagzeugburg (mit Simmons Pads und geschwungenen Beckenhaltern – all white) entgegenblickte…

Der Fächerbalken. Kannte ich bis heute nicht.
>>In einigen zeitgenössischen Musikstücken werden Ritardandi und Accelerandi durch zusammenlaufende Sekundärbalken notiert, den sogenannten Fächerbalken. Im Falle eines Ritardandos verringert der Spieler die rhythmischen Werte allmählich von schnellen Werten am linken Ende zu langsameren am rechten Ende des Balkens, wie im folgenden Beispiel gezeigt<< (Quelle)

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