Archive for the ‘thedrumsounds’ Category

der manuelle Leslie-Effekt

September 5, 2022

Arthur Dubois zeigt uns im IG den manuellen Leslie-Effekt:
einfach ein dynamische Mikrofon über das ausklingende Instrument schwenken.

Und Silvan Strauss antwortet kreativ:

Siehe passend dazu auch
– den Videoclip von Ulf Stricker, in dem er das Effekt-Mikro als Trommelstock zweckentfremdet
– die Paiste Rotosound Konstruktion, die ich erstmals bei Rene Creemers erlebt hatte (leider nicht mehr im Programm)

Drumcomputer Rätsel

September 3, 2022

Ahhh, ich liebe Rätsel und Ratespiele. Die aktuelle „electronic beats“ Blind Test Episode passt bestens hierher in den e-Beats Blog:

Zufälligerweise bin ich zur Zeit auch mit meinem Drumcomputer zugange, wobei es mir eher darum geht in eben nicht wie eine typische, wiedererkennbare Drum Machine klingen zu lassen. Dafür hänge ich hinter dessen Output einen Boss SL-20 Slicer, einen Pitch-Shifter (Whammy II), sowie einen EHX Graphic Fuzz, der als Equalizer und Distortion Pedal sich um die Frequenzen und Obertöne kümmert.
Zusätzlich schleife ich auch die Acidlab Bassline durch die gesamte Effektkette.
Jetzt ist einiges möglich, von der bloßen Textur, über den Rhythmus-Loop, hin zu eindeutigen tonalen Statements. Vor allem ist das Gebilde total flexibel, da sich das Tempo des Arturia Drum Brute tippen lässt (tap tempo) und sie mittels Midiclock die Geschwindigkeit von Bassline und Slicer synchronisiert.

Im YouTube Filmchen werden nicht nur meine elektronischer Partner in Szene gesetzt, sondern auch die beiden Meinl Smack Stacks Clapper. In Anlehnung an die Architektur des TR-808 Claps präpariere ich sie gerne mit (mindestens) einer Sizzle-Kette, für meinen akustischen Lieblingsklang ändere ich Anordnung der einzelnen Bestandteile wie folgt: Byzance Modell 16″/12″/14″, HCS Modell 16″/12″/10″/14″.
Zudem experimentierte ich auch mit der Mikrofonierung der Smack Stacks und bin zu dem Schluß gekommen, dass die Abnahme mit einem dynamischen Mikrofon (in dem Fall ein Shure SM57), sowie eine Bearbeitung mit einem mitten betonenden EQ (hier Fab Filter Pro-3) total Sinn machen.
Natürlich (haha) lässt sich der Smack Stack Sound auch noch elektronisch aufhübschen:
mittels angehängtem Hall-Effekt oder gar einem zugemischten Rauschgenerator (der via Sidechain-Gate von den Smack Stack Impulsen getriggert wird).

Und, smacks?

Juli 21, 2022

Ohne Aufdruck könnten sie durchaus als surrealistisches Kunstwerk (Salvador Dalí ) durchgehen, der Name bewirkt bei mir nostalgische Frühstückserinnerungen.

Derartig Schlagzeug-ferne Assoziationen passen übrigens bestens zu den Meinl Smack Stacks – geht es bei diesem (bis zu fünflagigen) Stapel doch um Becken, die den Sound eines typischen Drumcomputer Claps erzeugen.
Die Versuche jenen Signature Sound der DJ Culture zu emulieren sind zahlreich. Doch leider hatten die der Vorlage am nächsten kommenden Entwürfe – das mit der Hand auf die Snare geschlagene Drumbal, sowie der Rim-Flam – den Nachteil, dass sie nicht einfach aus dem Spielfluß heraus mit einer Hand getrommelt werden konnten. Oder sich gar mit dem Fuß in Form eines Overdubs über den eigentlichen Groove treten ließen.
Klar – elektronische Lösungen à Roland-SPD konnten solche Wünsche erfüllen. Doch sie bringen direkt einen aufwendigen Anforderungskatalog mit sich, der nicht immer passt oder realisierbar ist.
Insofern war ein flexibles, rein akustisches Handclap-Instrument ein langersehnter Traum von mir.

Passend zum eben nicht super-akurraten Klatschsound, der eher verzerrt und rauschig als Hochglanz ist und sich dank seiner Breite hörbar durchsetzen kann, entstammen die flachen, gebogenen Metallscheiben des Smack Stacks mitten aus dem Produktionsprozess – bis zum typischen Becken-Produkt fehlen offensichtlich noch ein paar Arbeitsschritte (Krümmung ausgleichen, Kuppe herausarbeiten, manuelle Hämmerung). So entsteht der raue, ungeschliffene Ton. Und dass dann irgendwann mal ein findiger Mitarbeiter mehrere dieser Scheiben übereinanderlegte und zudem daraufschlug… danke, danke, danke!
Welch toller kreativer Zufall. Und natürlich gleich die Steilvorloge für ein neues Produkt.

Ich wurde netterweise gleich mit beiden Smack Stack Produkten ausgestattet, also mit der Byzance Vintage Version in 14″/12″/10″, mit dem zusätzlichen 16″/8″ Add-On-Pack, sowie mit vollen 5 Piece-HCS- Variante (16″/14″/12″/10″/8″). Woraufhin ein reges Experimentieren begann:

Die Meinl-Türme funktionieren in jeglicher Position, als wären sie ein herkömmliches Becken oder eine typische Sidesnare. Selbst in die Hihatmaschine eingespannt, klingen die krummen Scheiben eher elektronisch und wunderbar artifiziell.
Selbstverständlich habe ich alle Einzelteile auch bunt miteinander kombiniert und auch die Reihenfolge des Stapels variiert. Meine bisherige Lieblingsanordnung ist das
Byzance Vintage Smack Stack in 16″/12″/10″/14″

Jetzt stehen erstmal wieder diverse Konzerte auf dem Zettel, aber anschließend geht es mit dieser todo-Liste weiter:
– zweite Hihatmaschine ins Setup einbauen und damit noch eine neue Aufgabe für den linken Fuß haben: acoustic overdub foot clap
– das Smack Stack in lange Hallräume schicken, bzw. mit FX-Mikro, Noisegate, (Distortion?) und Reverb eine bühnentaugliche Version basteln für
Smack Stack mal mit, mal ohne Effekt

Showroom

Juli 6, 2022

Ich war gestern mal wieder in Gutenstetten. Der Dorfname ist Programm und die Meinl Besuche sind zwar selten, dafür immer äusserst inspirierend!
Und so ließ sich einiges erledigen: das Cover Foto für’s neue Buch, Zukunftspläne schmieden, Schätze aus der Sammlung bestaunen, neue Perlen entdecken (quasi ein ganz persönlicher Meinl News-Day) und vielen super Geschichten lauschen .
Da der Blog ja auch ne Art Notizblock ist, schreibe ich jetzt mal die Showroom-Highlights nieder:
Völlig umgehauen hat mich der ausgewogene, warme und weiche Klang der Tama Star Reserve Hand Hammered Aluminium 6,5 x 14 Snare. Was ein Kunststück!

Und wenn gerade das nötige Kleingeld für die ganze Trommel fehlt, könnten die „stick saverMessing-Spannreifen ein sinnvolles Invest für meine geliebte S.L.P. Alu-Snare sein.
(mehr zum Thema Spannreifen hier im bonedo-Artikel von Max Gebhardt)

Das True Tone Training Kit hat mich überrascht, nicht als leises Übungsschlagzeug (was es zweifelsohne ist), sondern als authentische Roland CR-78/TR-808 Akustikvariante (Snare & Toms).
Horch:

Die Foot-Cabasa ist immer wieder ein Magnet im Percussion-Dschungel der Vielfalt und bezüglich der Beckenneuheiten melde ich mich im Sommer nochmals…

Hey, und wer mit dem Gedanken spielt ein größeres Hängetom zum Standtom umzubauen, dem sei folgender Tipp von Stephan Hänisch weitererzählt: neben der Floortom-Rim Idee, gibt es die einfache Möglichkeit drei dieser Tama-Klammern (Hoop Grip MC8) am unteren Spannreifen zu befestigen.
A propos fettem Sound: das 16″ Concert Tom klingt fantastisch…

Dass ich schließlich noch Micha Buchners X Cajon für ein (erstaunlich oft geschautes) Tik Tok Filmchen (eine Million Clicks aus dem Stand…hüstel) betrommeln durfte, rundete den Ausflug perfekt ab!

@meinlpercussion_official

Replying to @nettek1 here‘s how you play it correctly #cajon #percussion #howto

♬ original sound – MEINL Percussion

old school beats & drum hacks

Juni 11, 2022

# Ein Klassiker des Jazz-Rap (sic!) feierte kürzlich seinen 30sten. Beim Nachhören des Albums „Mecca And The Soul Brother“ von Pete Rock & CL Smooth bleibe ich bei der Nummer „Wig Out“ hängen – endlich mal ein super Beispiel für eine Sample-Behandlung (abgeschnittene zweite Snare), für die beim Snare-Trommeln einfach nur die Hand aufgelegt werden muss…
(siehe „Das moderne Schlagzeugquartett“ Seite 16f)

# A propos Pete Rock, hier direkt noch der Nas Titel mit wunderschönen Löchern/’Ruptures/Mutes: „The World is Yours“ (1995)
(siehe „Das moderne Schlagzeugquartett“ Seite 12f)

# Ebenfalls fürs Notizbuch, „Cuttin‘ Headz“ von Ol‘ Dirty Bastard (1995). Hier scherte sich RZA kein bisschen um den schlecht geschnittenen bzw. nicht dem Songtempo angepassten Drumloop.
Fresh!

# Ich lerne den amerikanischen Fachbegriff für die mittlerweile typische Handclap-Emulation via Flam von Sidestick und Schlag auf den Rim. Diese Technik wird „Mother’s Son“ nach dem gleichnamigen Titel von Curtis Mayfield genannt (1974, drums: Quinton Joseph).
Außerdem ziehe ich noch frech diese eins a Veranschaulichung der Funk-Formel („on the one“) aus Dilla Time (Seite 28) ab:


# Zu guter Letzt noch ein vielversprechender Drum Hack, den mir eben das drummerforum.de zugespielt hat. Um einen Ständer für das Kick-Mic zu sparen, wird gerne ein Mikrofon einfach aufs Kissen gebettet.
(Yes, das machen wir bei Hattler schon ewig so, mit einem via Klettband befestigten Beta 98; auch in meiner 20 „Frankfurt Bassdrum wartet ein ums Innenkissen geschlungener Kabelbinder nur darauf das MD421 zu halten)
Problematisch dabei ist einzig allein das an der Lochwand scheuernde Mikrofonkabel. Dagegen wird nun abermals ein Binderclip ins Spiel gebracht:

50 Snares to leave your Lover

Mai 11, 2022

hey, es gibt ganz schön viele bzw. ganz viele schöne Snaredrums…

Sound of Peace

März 20, 2022

Es ist Sonntag, schönes Wetter und aus Berlin erklingen Friedensklänge:

Gute Aktion – hier direkt der Spenden-Link. Ebenfalls schön, viele musikalische Freunde auftreten zu sehen! Beispielsweise Uwe Breuning hinterm Set, Fatoni am Mikro oder Cassandra Steen (die sich direkt nach unserem gestrigen Konzert ins Auto auf den langen Weg gemacht hatte).

Hey, aber auch bei meinen Spendenbemühungen hat sich aus ein paar Schneeflocken eine richtige Piste entwickelt… Nicht nur, dass für den Gegenwert von schönen Instrumenten, Kreativ-Strategien, Samples oder Album-Downloads kräftig gespendet wurde (will heißen, oftmals wurden die angedachten Preise deutlich überbezahlt und so sind derzeit 4250 für zusammengekommen), es haben sich vor allem diverse Eigeninitiativen gebildet: Beispielsweise hat Ignatz Schalajda eine schicke Roland R-8 in den Pool gelegt, die sich direkt weitervermitteln ließ, mein Langzeit-Bass-Freund Steffen Knauss hat aus meinen Loops downloadbare Play-A-Longs gebastelt, es gab Versteigerungen und Privatflohmärkte, Dirk Erchinger hat kurz mal 2,4 K klargemacht und Felix Krafft wird für jeden Download des neuen Trommel Talk Podcasts mit Flo König und mir 1€ spenden!

Danke für so viel Engagement und die unmissverständliche Positionierung gegen den Krieg!

Abschließend hier noch ein Album-Tipp voller weiterer friedvoller Klänge, Unifony II:

Crisp Granular Snares

März 4, 2022

Eins a Workaround von Hainbach: trommle den Verpackungs-Styropor!

Aufheller im Februar

Februar 15, 2022

Abgesehen davon, wie sinnvoll es ist, krank oder angeschlagen auf Konzertreise zu gehen, ist der große Unterschied zum Corona-Damoklesschwert, welches derzeit permanent über jedem geplanten Bandausflug schwebt, dass man die Entscheidung nicht selbst treffen kann/darf: denn ein positives Testergebnis bedeutet mindestens sieben Tage Quarantäne.

Sprich, es fällt mir trotz großer Zuversicht nicht immer leicht, mich auf anstehende Konzerte zu freuen, ohne gleichzeitig nachzudenken, dass ich oder all die anderen sich doch kurz vor (oder während) der Tour anstecken könnten.
Das ist selbstverständlich überhaupt nicht zielführend.

Sehr hilfreich hingegen sind die gegebenen Konzerte selbst. Hier merke ich wie wichtig das Auftreten für mich und das Publikum ist, egal ob der äußere Rahmen durch diverse Einschränkungen spürbar verändert wurde. Die Bottom Line ist glasklar:
Live Musik tut mächtig gut! Es ist einfach großartig vor Menschen zu spielen 🙂
Und die Zukunft entsteht im Moment, Tag für Tag…

Jetzt freue ich mich auf den Nils Wülker Gig in Bochum (der letzte eines schönen Fünferblocks), bevor es im März bunt weitergehen wird.

Triva am Rande:
Gaffer Tape hilft. Auch wenn ich damit längst keine Felle mehr abklebe, freue ich mich nun über meinen reparierten Gürtel.
– Sonnenlicht ist ein schöner Stimmungsaufheller. Klaro, wissen wir alle. Gibt’s im Hotelzimmer keinen Balkon, werden die Fenster aufgerissen und mit Sesseln und der Bettdecke ein gemütlicher Arbeitsbereich geschaffen (der stark an Hans Castorp in Thomas Manns „Zauberberg“ erinnert). Vitamin D galore!
– Ich habe diese mal die Stewart Copeland Signature Snare dabei, der Meister selbst haut ein neues Buch raus: Stewart Copeland: Drumming in The Police and Beyond
– selbstverständlich habe ich mir Super Bowl Pausenshow mit Dr. Dre, Snoop Dogg, Mary J. Blige, Kendrick Lamar und Eminem angeschaut. Und sie anschließen heimlich mit den Auftritten von Prince (2007), Michael Jackson (1993) und Janet Jackson (2004) verglichen…


Da-Real-Nerd-Shit zum Schluss:
Beim Netzer Konzert in Stuttgart wurde das Noisegate des Basstrommelmikrofons beim Soundcheck versehentlich etwas zu lange geöffnet, so dass nach all den Schlägen, bei denen der Klöppel nach dem Anschlag zurückfederte, ein veritable Feedback entstand – einer 808 Kick nicht unähnlich.
Da jedoch die Bassdrumschläge, bei denen der Klöppel im Fell geparkt wurde, konkret und gut klangen, haben ich den technischen Umstand als „hidden intention“ angenommen und spielerisch im Konzert ausgenutzt.
Der nächste Schritt wäre folglich, sich Gedanken zu einer einfachen Reproduzierbarkeit dieser Möglichkeit zu machen. Beim Merlin-Gig hatte ich nicht einmal die Kick im Monitor, sprich, die Rückkopplung entstand durch die PA-Lautstärke, die zurück ins Bassdrum Mike rutschte und die schwingenden Felle in Bewegung hielt. Diese Faktoren werden je nach Venue und Anlagenstärke aber unterschiedlich ausfallen. Also denke ich über einen speziellen (weiteren) Monitor oder einen Transducer nach, der das Kick-Mike zum koppeln bringen kann. Die Kontrolle des Feedbacks (vor allem die Tonlänge) würde ich mit einem Noisegate regeln (bspw. mit meinem Alesis MicroGate), dass sich in meiner Reichweite befindet.
Zudem würde ich noch eine An/Aus-Möglichkeit für den „Feedbacker“ installieren (vielleicht ein Volumenpedal oder eine A/B Box), so dass das Rückkopplungssystem nicht durchgehend am Start ist und ich bei dynamischen Parts auch mal den Basstrommelklöppel entspannt aus dem Fell kommen lassen kann, ohne gleich ein Donner zu erzeugen…
Übrigens, Max Gebhardt hat zur selben Zeit ein ähnliches Konzept im Studio-Setting realisiert:


sympathetic vibrations

Januar 25, 2022

Das „sympathisches Mitschwingen“ kennen wir Drummer beispielsweise vom Snareteppich, der nur beim Schlag auf eines von drei Toms auffällig laut mitraschelt.
Aaron Sterling bereist diese Zone bewusst: 

Wenn wir morgen Abend um 20h mit HATTLER beim Jazzfest der HfMDK auftreten, werden ebenfalls sympathische Schwingungen erzeugt – und nicht zu knapp!