Archive for the ‘Clicktrack’ Category

SPD-SX clickt

September 7, 2019

Fabian Koke macht sich im FB gute Gedanken zum Übersprechen der Roland SPD-SX Einzelausgängen:

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Klassischer Sommer

Juli 14, 2019

In den letzten drei Wochen bestimmte die klassische Art Musik zu machen große Teile meines Alltags (und meiner Gedanken).
Es begann mit den Aufnahmeprüfungen der Musikhochschule, die bei mir öfters generelle Fragestellungen jenseits der eigentlichen Darbietung aufwerfen. Wie zum Beispiel:
– Warum bestäuben Paukenspieler nicht jene Finger, die auch zum Dämpfen verwendet werden, (wie ein Reckturner) mit Magnesia Pulver, bzw. einen kleinen Bereich des Paukenfells (wie der Tablaspieler seine Trommeln) mit Pulver, auf dass der eigentliche Vorgang der Tonbeschneidung lautlos verläuft und nicht durch schmatzende, durchaus (a)rhythmische Ablösegeräusche der schwitzenden Hand beeinträchtigt wird?
– Warum werden bei Snaredrum Stücken die leisen Noten immer am Rand ausgeführt, einer Trommelregion, die im Gegensatz zum Fellzentrum deutlich reicher an hohen (somit durchsetzungsfreudigen) Frequenzen ist?

Es folgten eine Probe und ein Konzert mit der Musik von Sebastian Studnitzky, arrangiert für Jazz-Trio und Kammerorchester.

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Dank bestehender Mitschnitte konnte ich mir zwar im Vorfeld ein klares Bild machen (bzw. transkribieren), die Schwierigkeit für mich als „Nicht-Klassisker“ besteht jedoch später, wenn ich Teil des Schiffes bin, darin, die Gesten des Dirigenten perfekt zu deuten: Wo genau liegt dessen Puls beim Einzählen (bei Ritardandi), wo die „eins“ für meinen Einsatz oder den gemeinsamen Schlussakzent?
Diesbezüglich helfen mir konkrete Fragen direkt bei Probenbeginn an den Dirigenten, aber auch an einen Mitmusiker, der den visuell abgenommen Puls einfach mal auf meiner Schulter mitklopfen soll. (Mindert meinen Stress und spart Zeit für alle.)
Unangenehm schwierig wird es für mich vor allem dann, wenn das beim Dirigenten gesehene und das vom Orchester gehörte stark von einander abweichen, aber kurz darauf punktgenau eingestiegen werden soll – eine solche Situation kann ich oftmals (nur eigenmächtig) mit einem deutlichen Pickup retten, der im besten Fall Klarheit für alle bedeutet, zumindest aber für einen konkreten Anschnitt sorgt. Oder man bespricht im Vorfeld noch einen weiteren für alle überdeutlichen Vorzähler des Dirigenten.
Toll, dass ich bisher ausschließlich verständnisvolle und hilfsbereite Dirigenten erlebt habe!

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Jetzt bin ich gerade zurückgekommen von einer erfüllten Woche, in der wir mit DePhazz und der (ungeheuer sympathischen) STÜBAPhilharmonie sowohl ein Konzertprogramm erarbeitet, als auch Aufnahmen für den begleitenden Tonträger gemacht haben.
Auch hier musste ich mir einen Workflow zurecht legen, der den Anspruch einer tighten und stabilen Groovegrundlage einerseits, sowie der homogenen Verschmelzung von Band- und Orchesterklang gerecht wird.
Letztlich habe ich mich oftmals dazu entschlossen, mein Metronom zur Hilfe zu nehmen.
Mir wurde klar, dass ich im Clicktrack-freien Combo-Kontext öfters vermittelnd trommle, sprich, auf unterschiedliche Tempo-Gestaltungen dezent eingehe, um ein harmonisches Rhythmusgerüst zu bewahren. (Das darf dann durchaus leicht schwanken, wie es auch ein Wolkenkratzer nicht anders kann.)
Sich als Pop-Trommler im Orchester-Kontext jedoch auf das Gehörte zu verlassen, kann mächtig nach hinten losgehen. Je nachdem wo das Drumset aufgebaut ist, kommen manche Instrumentengruppen allein rein physikalisch zu spät an meinem Ohr an, andere wiederum interpretieren geschriebene Noten auf bestimmte Weisen. Es hilft also wiedermal nur der Blick zum Dirigenten und mir für die eigene Stabilität ein mit dessen Einsatz eingestartetes Metronom. In schwierigen Fällen hilft der aufgesetzte Kopfhörer – zum Abschotten und Tempohalten.
Vorort gab es auch eine Soundbrenner Metronom Uhr, die den Puls ähnlich wie ein vibrierendes Smartphone an den Körper übermittelt. Konnte ich leider bisher nur trocken und noch nicht während des Spiels ausprobieren. Auf jeden Fall: spannend.

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(Luftpolsterfolie, Hantelgewichte und DIY Molton-Absorber für einen kompakten Sound)

Und jenseits allem Ungewohnten, bisweilen Stressigem ist das Ergebnis grandios: eine immense Steigerung der Klangvielfalt und gestalterischen Möglichkeiten (Dynamik, Agogik, „Anzahl der Layer“), die ganz andere Spannungsbögen ermöglichen.

Zum Ausgleich reite ich jetzt mental die Wellen der Sommerferien – lesenderweise (da…) –  und freue mich auf’s nächste Soundbad:
>>Doch Wellen tanzen zu einer endlos komplexeren Melodie. Und tatsächlich kann sich das Problem einem Surfer, der im Line-Up sitzt und versucht, die Strukturen eines Swells zu entziffern, als musikalische Fragestellung präsentieren. Nähern sich diese Wellen vielleicht im 13/8-Takt, mit sieben Sets pro Stunde, bei denen jede dritte Welle im Set eines von Gottes Jazzsolos, dessen Struktur unser Fassungsvermögen übersteigt?<<
>>Bei der Musik wie bei Wellen, sagte er, müsse man sich »einer Kraft überlassen, die größer ist als man selbst«. Damit, fand ich, hatte er völlig recht.<<
William Finnegan „Barbarentage“ (Suhrkamp 2018, Seite 424f, Seite 528)

Ikebukuro

Februar 6, 2019

Dank meiner japanischen Schülerin verabschiede ich mich vom To-ma-ten-sa-lat und habe nun einen flüssigen und schnell sprechbaren Tokio-Stadtteil für Quintolen und Fünfergruppen.

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What’s Going On with Marvin & James

Januar 31, 2019

Das Bassapella von Marvin Gaye und James Jamerson ist doch perfekt zum dazuklappern!

Und weil ich nach solch einem Fund direkt neugierig „bassapella“ in die YouTube-Suchmaske tippe, gleich noch was von Kerri Chandler hinterher:

Playback im Publikum, Click auf den Ohren

Oktober 23, 2018

routing-solutionsFoto: Mackie/PR

Hier die Links zum drums&percussion Workshop (Ausgabe 6/2018, Seite 108f „Gewusst wie: Click fürs Publikum stummschalten“

(1) Freie DAW Software für Rechner und Smartes

https://www.audacityteam.org

https://bedroomproducersblog.com/2015/11/11/free-daw-software/

http://bestandroidapps.com/best-music-apps-for-pros-daw-apps-for-music-composition/

https://www.musicradar.com/news/tech/14-of-the-best-ipad-iphone-ios-daws-and-workspaces-574065

(2) ein speziell gelötetes Kabel, bei dem eine Stereo Miniklinke in folgendes Ypsilon gesplittet wird

> linke Seite überträgt auf einen Mono-Klinkenstecker

> rechte Seite überträgt auf eine Kopfhörerbuchse, bei der das anliegende Mono-Signal auf beide Hörern ausgegeben ist.

https://87bpm.wordpress.com/2014/10/13/das-perfekte-herbst-kabel/

(3) Tempo eines Titels ermitteln:

https://itunes.apple.com/us/app/bpm/id296956954?mt=8

https://play.google.com/store/apps/details?id=jp.pioneer.prosv.android.rbm

https://rekordbox.com/de/

https://87bpm.wordpress.com/2018/08/16/live-beat-analysis/

mit der Stoppuhr geht’s aber auch…

Tuning & Timing

Oktober 16, 2018

Bei den Rhythmusmachern sorgen zwei T-Themen oftmals für Stress – Tuning & Timing.
Beide werden gerne in den Schubladen „unübar“, „mystisch“ oder „erst mit langjähriger Erfahrung zu meistern“ verstaut, somit aus dem Fokus verbannt.
Dabei gibt’s doch auch für derartiges Problem-Mobiliar eine Art Feng Shui zur fokussierten Entrümpelung…

#bennygrebtuningchallenge

Und von mir kommt ein Inner-Clock-Game.
Denke an Deine Lieblingslieder, suche Dir 3 All-Time-Favs heraus.
Dann singst Du aus dem Gedächtnis mal einen davon an und vergleichst im Anschluss Dein intuitiv gewähltes Tempo mit dem Original – vermutlich bist Du ziemlich nah dran, oder? Wenn nicht – nicht schlimm – dann hörst Du Dir den Song genussvoll an und versuchst es später/am nächsten Tag nochmals.
Jetzt ermittelst Du die Geschwindigkeit (bpm) des Tracks und merkst sie Dir
Und bald kannst Du dank dieses Spiels drei verschiedene Tempi aus dem Stegreif einzählen!

Die Zocker unter euch bleiben dran und versuchen die Zehnerschritte zwischen 60 und 130 bpm parat zu bekommen.

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Watch by John Burraco from the Noun Project

PS. wie und warum man 21, 22 spricht, erklärt das Nautische Lexikon
PPS. Metronom-Spielchen gibt es dort

Live Beat Analysis

August 16, 2018

Neulich, während der interaktiven Combo/DJ Nacht im Yachtclub, wünschte ich mir wieder mal ein Ableton PlugIn, welches ein aufgelegtes oder gejamtes Tempo ermitteln bzw. diesem folgen könnte: einen erweiterten Beat Counter mit Beat Sync Button, wie er heute bei Pioneer, Traktor & co zur Standardausstattung gehört.
Es gibt ja schon M4L Ansätze wie den Beat Seeker oder James Holdens Group Humanizer, Logic hat ein BPM Counter PlugIn und die Smart Tempo Abteilung.
Aber plattformübergreifend und richtig spannend fand ich das (leider sich noch in der Testphase befindenden) Beattracker PlugIn, auf das mich Lars Bartkuhn dann ein paar Tage nach dem Gig aufmerksam gemacht hat:

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Die niederländischen Showsync Schmiede hat aber noch andere, höchst interessante Helferlein auf ihrer Seite. Dabei hat es mir vor allem Livesync angetan, >>a series of free Max For Live plugins that accurately synchronize tempos, song positions, clips and track parameters of Ableton Live sets via a network connection.<<
Vielleicht die nächste Alternative zur Midi-Sync und Ableton Link?

Convert bpm to km per hour

Mai 9, 2018

MussteDurfte heute im Rahmen der Physiotherapie auf’s Laufband, ein Tool, das ich im wahren Leben nichts nutze, dessen viele Instrumente aber prompt auch meinen Geist in Gang gebracht haben. Und so werde ich nächstes Mal meinen Schrittrhythmus während der optimalen Geschwindigkeit (bzw. Distanzeinstellung)  tappen und dann directment raus ins Freie drängen, Metronom (oder dementsprechenden Sound) anstellen und los…

Denn – wie die taz heute in Bezug auf den Mai 1968 in F(rankreich) titelte: La Beauté est dans la rue!

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Rhythmus-Training mit dem Smartphone

Januar 23, 2018

Als wäre es abgesprochen wurde – passend zum Baselitz-Geburtstag – soeben mein bonedo.de Workshop zum Thema Clicktraining veröffentlicht, mit dem sich die Hörgewohnheiten (den Metronompuls als Viertelnoten wahrzunehmen) auf den Kopf stellen lassen und die Vorzüge der 99 Cent iPhone App DM1 erläutert werden.

Als Teaser hier schon mal das Begleitvideo

with joy and conviction

Januar 12, 2018

>>What is important is playing the music keeping a strong beat, playing the style, and playing with [joy and] conviction. […]
Keep in mind that wheter you are ahead or behind the click isn’t necessarilyy the major focus when learning this style.<<

Dieser Satz entstammt dem beachtlichen Lehr-und Übungsbuch „The Beat Matrix Unlocked“  von Mark Colenburg und das aktuelle Live-Video von London Electricity mit Bigband illustrieren sehr schön, dass nicht immer unbedingt jedes einzelne Segment perfekt sein muss, damit der Vibe stimmt…