Archive for the ‘Corona’ Category

Drums und Percussion Paderborn Digital

Mai 11, 2020

Hui, mittlerweile zwölf Jahre alt, bisher unveröffentlicht: meine Performance bei „Drums und Percussion Paderborn 2008“. Und da ich den Abend in sehr guter Erinnerung habe freue ich mich sehr, dass mein DJ-Drumming im Rahmen der diesjährigen digitalen Ausgabe des Festivals (29. Mai bis 1. Juni 2020) gestreamt werden wird. Und zwar am Sonntag, 30. Mai um ca. 21h.
Das Lineup liest sich vielversprechend!
Das 5€ Ticket für alle vier Digital-Konzertabende gibt’s hier.


Nicht nur, dass mein nostalgischer Drum-Rave erstmals gezeigt wird, an „meinem“ Vorführabend gibt zudem das fantastische Duo von René Creemers und Wim de Wries von 2018 zu sehen, über das ich damals schrieb:
„die hochmusikalischen Drumbassadors, die egal ob unisono oder komplementär, melodisch oder funktional – immer technisch brilliant UND humorvoll agieren können – da wird Blowbeat zum Imperativ! – und heuer auch noch mit zwei TC Helicon Vocodern – Joe Zawinul wäre begeistert “. Sowie die Performance von Tal Bergmann mit dem Bassisten Yossi Fine.

Abschließend noch zwei Zeitungsausschnitte zum damaligen Konzert gefunden:
>>Ein außerordentlicher Auftritt, der sich sehr von so vielen anderen absetzte. Toll!<< Timo Ickenroth, Sticks 7/2008
>>Oli Rubow ist bekannt für seine Vorliebe für elektronische Musik. Er bestritt seinen Rave live und ganz allein. Dazu bediente er neben den Drums mehrere Effektboards. Was er für eine Fülle an Sounds aus seinem Minimalset herausholte war beeindruckend.<<
Christian Wenzel in DrumHeads!! 4/2008

draußen Regen, drinnen bunt

April 30, 2020

Heute möchte ich mal den Burial Spaceape Beat knacken. Das Gerüst jenes Tracks, der im hochgelobten Dubstep Debut Album von 2006 in fast jeder Kritik (als einziger) durchfällt…

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Auch nicke ich zu diesem schönen Satz von Mike Huckaby: >>Mich interessiert das Innenleben von Tönen, von Sounds. Ich versenke mich gerne in Geräte.<<

Und versuche, meinen Terminkalender auf den aktuellen Stand zu bringen. Da ich nicht weiß wie behelfe ich mir mit Stift und Papier:

shruggingoli

Und da ich kürzlich den #throwbackthursday  kennengelernt habe, mache ich halt auch mal mit…

In den anderen sozialen Medien sind die Inselplatten Top 10 mal wieder schwer angesagt. Und ich liebe ja solche Listen, aber auch den Regelbruch – deshalb jetzt hier meine Top Ten:

Brian Blade „Fellowship“ (1998)
Massive Attack v Mad Professor „No Protection“ (1995)
Billy Cobham „A funky Thide of Sings“ (1975)
D’Angelo „Voodoo“ (2000)
Pat Metheny „Watercolors“ (1977)
Herbie Hancock „Mr. Hands“ (1980)
Everything but the Girl „Walking Wounded“ (1996)
Maurizio „M Series“ (2003)
Fila Brazilia „Maim that Tune“ (1995)
Joni Mitchell „Hejira“ (1976)
Rhythm & Sound „The Versions“ (2003)

Und wenn schon farbenfroh, dann unterschriebe ich direkt mit meinem neuen Echo-Stempel – welcher gefällt denn besser?

 

saftige Grapefruits, mein graues Genscher-Mikrofon und ein langes Podcast-Interview

April 24, 2020

So viele Grapefruits wie in diesen ersten sechs Wochen der Corona-Krise, habe ich wohl im ganzen Leben davor nicht gegessen. Sprich, ich kann eine noch bewusstere Ernährung und ein eins a Immunsystem verbuchen.  Mehr Fahrradfahren tue ich auch noch. Das muss unbedingt positiv verbucht werden.

Ebenso ließ sich ein kleineres Unglück relativieren. Am 21.4. hatte ich eine Skype-Interview Verabredung, war wieder mal einen Ticken zu spät aufs Rad gestiegen und wollte nun die verträumte Zeit mit einem raketenartigen Aufbau wieder reinholen. Dabei habe ich leider den Tuchelverschluß meines alten Sennheiser MD 421 (das wie mir Andreas Neubauer erzählte gerne Genscher-Mikrofon genannt wird) an der falschen Stelle aufdreht und am vermeintlich fest sitzenden Kabel beherzt gezogen. Letztlich nicht das Tuchelkabel sondern die Lötstellen der Buchse entfernt 😦
Später wunderte ich mich über einen IG Beitrag der diverse MD 421 Exemplare zeigte. Ach so, amerikanisches Datumsformat, hihi: 4/21…
Jetzt fehlt nur noch der richtige Reparateur. Und den kann mir mein Freund und Vintage-Experte Markus Birkle bestimmt nennen.

Das Skype-Meeting fand selbstverständlich dennoch statt. Ich sprach halt durch ein SM57. (Getrommelt wurde durch ein einziges U47fet Overhead – für mich das Setting für den schönsten Mono-Trommelklang).
Und die gute Stimmung kam auch zurück, was sich im knapp zweieinhalbstündigen Sunset Production Podcast von Luc* und John nachhören lässt:

*überraschendes Wiedersehen nach 11 Jahren, denn Lucas war 2009 Teilnehmer beim ersten Percussion Creativ Camp in Südtirol, an das ich mich äußert gern zurückerinnere…

Und nach so viel Gespräch noch etwas Musik zum Ausgleich, meine vier Corona-Alben:

 

zwei Seiten

April 22, 2020

#maskeauf

April 19, 2020

Passend zur Echodrums-Animation höre ich das tolle Johnny Hammond Album „Gears“ aus dem Jahre 1975. Und gerade beginnt „Fantasy“ mit Harvey Mason hinter Schlagzeug und irgendeiner Delaymaschine, die sich mit einem Achtelversatz eindazumischt:

Und der Allmusic Guide weiß noch zu berichten:
>>In fact, two of the cuts found on Gears — „Fantasy“ and „Los Conquistadores Chocolates“ — were played extensively at the early Loft parties hosted by legendary DJ David Mancuso, as well as at the club many consider to be the true home of disco, the Paradise Garage in NYC.<<

 

farbenfroh

April 17, 2020

Passend zum Frühlingstag, ein Bonbon-Cover und vollmundiger Stereoklang. Rest in Jazz, Lee Konitz!

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Im Anschluß lasse ich mich auf Levon Helm ein (Tipp von Andreas Neubauer)

Und dann wartet noch die B-Seiten Sammlung vom Electronics Beats Mag.

Falls es wider Erwarten ungemütlich werden oder gar regnen sollte: die Initiative Musik spannt einen weiteren Hilfsschirm auf (Antragsstellung ab Ende April).

Livebranche am Abgrund…

April 17, 2020

Konzertveranstalter Berthold Seliger schreibt im Tonspion über die dramatischen Folgen der Corona Krise und fordert die Politik zum Handeln auf.
Seit Mitte März finden in Deutschland keine Konzerte mehr statt. Nun wurde das Verbot bis mindestens Ende August verlängert. Die gesamte Konzertwirtschaft steht damit am Abgrund.
Heftig, aber durchaus lesenswert!

Soforthilfe

April 16, 2020

Zutiefst dankbar, möchte mich verbeugen vor der GVL, DVO und dem Land Hessen für ihre prompten und unkomplizierten Hilfeleistungen!
Selbstverständlich wird beim Shutdown jeder in Aussicht gestellte Grashalm hoffend ergriffen, aber mit einer monetären Reaktion hätte ich nie und nimmer gerechnet.
Bisher war es doch immer so: Du fühlst dich krank und spielst selbstverständlich trotzdem, du bist wirklich krank und spielst irgendwie trotzdem. Bis man tatsächlich mal ein Konzert oder seine Beteiligung absagt, muss es einen schon übel reinhauen haben – der famose Onkel Linger beispielsweise, trommelte letzten Sommer nach einem heftigen Motorradunfall und demoliertem rechten Bein einfach mit linken Fuß weiter. Krass.
Und bin ich indirekt betroffen, dann verkaufe ich halt ein schönes Schlagzeug oder gebe doch ’ne Privatstunde…
Lösungen werden immer gefunden. Müssen immer gefunden werden. Denn die Zeiten der versicherten Touren und Ausfallgagen existieren nur noch in meiner Erinnerung.
Ist aber weniger dramatisch als es sich liest. Hier stimmen die langjährigen Erfahrungen versöhnlich.
Jetzt sitze ich also noch erleichterter da, mit einem ausgeglichenen Konto im benachbarten Browser Tab, und es fühlt sich dennoch seltsam an.

Einfach annehmen muss ich noch lernen…

Schluck!

April 10, 2020

Gestern Nacht, raus aus dem Proberaum, rauf aufs Rad – ganz schlapp und erschöpft.
Fühle mich gar nicht gut, als ob das Corona Virus anklopfen würde.

Später dann im Schlafsack erahne ich den tatsächlichen Grund. Die erste Semester-Woche hatte es in sich: Zeitraubende Technik-Vorbereitungen, Termin-Jonglagen, Bandbreiten-Deals (denn hier im Camp finden noch ein weiteres Netz-intensives Home Office und diverse Online-Zock-Meisterschaften statt), immer wieder Mutes & Glitches („Ihre Verbindung ist instabil“) und mehrfach wiederholte Sätze. Vorbereitung, Nachbereitung – gefühlt der dreifache Aufwand für einen ohnehin prekär bezahlten Hochschuljob. (Apropos Einkommen, nebenbei wollen selbstverständlich auch noch all die Anträge gestellt werden.) So entstehen ein unschöner Druck auf den Ohren (weil der HD25 nämlich gar nicht mehr abgesetzt wird) und diverse Verspannungen (weil der Laptop-Standort bzw. dessen Kamera wohl doch nicht ideal positioniert wurde). Über allem schließlich die enttäuschende Gewissheit, gleichzeitig bzw. ZUSAMMEN Musik zu machen wird nicht funktionieren. Also dann, Online Jammern anstatt Online Jammen…

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Doch ist der Frust erstmal draußen, taucht, wie immer im Leben (Stichwort Balance), der schöne Gegenpol auf. In dem Fall die Studierenden selbst. Die sind klasse! Computertechnisch fit, ultraschnell auf all den verschiedensten Gerätschaften und im Kopf. Vorbereitet. Vor allem motiviert und positiv gestimmt. Und selbst wenn ihnen die ein oder andere dunkle Gedankenwolke manchmal die Sonne nimmt, wird’s einfach ausgesprochen und zack wieder deutlich heller.
Darüberhinaus gefällt mir als neugierigem Wesen der Videoeinblick, der meinem bisherigen Bild weitere Puzzlestücke liefert: viele Studenten sind wieder im elterlichen Hafen und chatten aus ehemaligen Jugendzimmern, manchmal gar in familiärer Runde, manche sind ausgehfertig rausgeputzt, andere zeigen kein Videobild (wegen schlechtem Netz oder weil im Schlafanzug?), manche sind im studentischen Zuhause oder halt im Quarantäne-Hotel in China. Jeder für sich authentisch und irgendwie gar nicht weit weg. Und so krass und überraschend der Virus unseren Alltag in Schranken verwiesen hat, entsteht plötzlich eine andere, aber gute Nähe – ein ungefährliches Zusammenrücken, bekräftigend und zuversichtlich:
Hey, bald trommeln wir wieder gleichzeitg. Hurra, das wird toll!

Und weil ich das Bett zu meiner Wiederherstellung eigentlich gar nicht verlassen wollte, habe ich stundenlang geschlafen, aber auch gelesen und dabei mit Sasa Stanisics „Fallensteller“ die beste Kurzgeschichte ever erwischt.
Hach, wie gut! Fühle mich auch deutlich besser und hole mir mit >>Gepäck voller Allerlei: Sprache, Mut und Zauberei<< (Fallensteller, S.340) gleich den Mixer aus der Küche (-> next post) und den Bass aus dem Schlafzimmer…

 

Gar nichts erlebt, auch schön

April 9, 2020

>>Gar nichts erlebt. Auch schön.<<
schrieb Mozart am 13.07.1770 in sein Tagebuch.
Hier hingegen Abenteuer:
Ich spiele Lebensmittel-KroGuFant und lausche den MPC3000 Delays von Ian Pooley.