Archive for the ‘Corona’ Category

the video classroom (1981)

Mai 12, 2021

Vor 40 Jahren, im wunderschönen Monat Mai, veröffentlichte die Gruppe Kraftwerk ihr Computerwelt Album, verpackt in einer leuchtend gelben Schallplattenhülle, die deren Zukunftsvision auch über die Musik hinaus als einprägsame Grafik transportierte. In meinem Proberaum schaut mir übrigens die nicht weniger gelbe Single-Auskopplung „Taschenrechner“ beim Trommeln zu…


Ebenso 40 Jahre alt – und auf andere Art und Weise farbenfroh – ist das Lehrvideo „Drum Course for Beginners„. Hier erklärt der legendäre Jazztrommler (und Doublebassdrum Ambassador) Louie Bellson dem geneigten Rhythmusmacher die Basics. Ich schaue mir vor allem die Erklärung des Flams an und rahme zudem Logo und Credo der damaligen Videoproduktionsfirma (für zukünftige Online-Lessons):

Denn auch wenn ich (frisch geimpft) wieder mit gutem Gewissen in Präsenz unterrichten kann wird das ZOOM-Konzept für bestimmte Anlässe seinen Sinn behalten.

Optionen!

April 28, 2021

Martin Verdonk ist so ein entspannter und großartiger Perkussionist, der mich immer wieder aufs Neue umhaut.

Blicke ich jedoch auf diese beiden Bilder aus den letzten anderthalb Jahren seiner IG Timeline, so erzählen sie eine eine krasse Geschichte für sich, einen Spannungsverlauf von Steve Gadd zur Supermarktkasse, der mich etwas mulmig fühlen lässt. Ich verneige mich direkt nochmals vor seiner pragmatischen und gar nicht hadernden Lösungsorientiertheit und hänge zudem den Kommentar von Luis Conte dran, an dessen „you will be back!“ ich nicht nur im Fall von Martin selbstverständlich glaube, sondern auch in Bezug auf einige andere Musikerfreunde, die während der Pandemie notgedrungen einen anderen Brotjob ausüben müssen:

>>you will be back! you are one of the greatest brother! ♥️♥️♥️🎼<<

Abschließend noch ein konkreter Hoffnungsschimmer aus Spanien, wo das Konzertexperiment mit 5000 Zuschauern nun äusserst positiv ausgewertet wurde.

so zeitlos wie toll

April 22, 2021

Oh yes! Wieder mal Live zu spielen, die beiden NETZER Freunde wahrhaftig zu treffen – das war Balsam für die Seele.
Vielleicht ist dies ja die positive Kehrseite der Corona Einschränkungen: es gibt deutlich weniger Konzerte, aber deren Wirkung ist umso stärker, sowohl die unmittelbare beim Spielen, als auch die Freude an den schönen Rückmeldungen im Nachgang. Beispielsweise treffende Ausrufe im Chatverlauf des Streams (“ Eivind Aaarset on Acid“), mail-technisches Schulterklopfen und top Kritiken in den Zeitungen – zack wird eine passende Weisheit meines Lieblingsautors Heinrich Steinfest eingeflochten: >>In einer Welt der Schwerkraft, ist alles eine Frage der Balance<< – und aus eben einer dieser Rezensionen (Mannheimer Morgen von Martin Vögele) zitiert:

>>Zwei Platten haben die mutmaßlich gesteigert Fußball-affinen Herren bislang veröffentlicht – „Pressing“, 1999 war das, und, zehn Jahre später, den Langspieler „Mailand Madrid“. Sie kennen sich also nicht erst seit gestern, und das hört man Netzer auch an, die bei aller künstlerischen Autonomie sehr aufeinander bezogen und im besten konzertierten Groove-Sinn miteinander agieren, während sie ihre vielverzweigten jazzig-experimentellen Krautrock- Suiten spielen. Das vollzieht sich in einem zutiefst warmen, organischen Sound, und es klingt so zeitlos wie toll, wenn Birkle auf seinen Saiten psychedelisch ziselierte Muster malt, wenn Bodenseh pulsierende elektronische Bass-Impulse setzt, wenn Rubow sein knochentrockenes Echo-Schlagwerk in die Luft stäubt und man sich gemeinsam zu einem gelegentlichen Mördergroove trifft. Applaus für diese fantastischen Drei!<<

So schwebt man wal wieder für eine Weile…(und spätestens heute Abend schweben wir sogar zu dritt kurz durchs Fernsehbild des SWR „Kunscht“ Magazins, ab 22.45h)

Live Gigs = Gold Nuggets

April 17, 2021

Durfte diese Woche ein wunderschönes oldschool Tonstudio in Wurfweite von meinem Probebunker entdecken. Im „Schwesternheim“ von Christian Lauterbach und Bernhard Frantsits stehen nicht nur meine Lieblingsboxen (große, alte Tannoys) und ein schickes Trident Pult (Series 80B), sondern auch der angegliederten Festsaal des Karnevalvereins „Fidele Nassauer“ kann benutzt werden (wie anno dazumal vom hr…): 350qm nur fürs Schlagzeug!

In puncto Studioaufnahmen habe ich gerade die erste „Perlage“ Version gefunden, die Nils Wülker 2019 für Geldermann gemacht hatte. Ein passender Track fürs Wochenende (ein anderer kommt definitiv vom Chaka Album „What Cha‘ Gonna Do for me„, das vor genau 40 Jahren veröffentlicht wurde).

Und ansonsten? Warmlaufen für den Netzer Stream aus dem Mannheimer „Ella & Louis“ am kommenden Montag. In diesem Rahmen gibt es zudem ein Cameo für die nächste „Kunscht“ Sendung des SWR.
Hurra, ein zweites Konzert in diesem Jahr!

Verrückt: Studiogigs gab es ab den 2000er immer weniger, die Berufsbezeichnung „Studio Drummer“ trifft heute nur noch auf eine handverlesene Auswahl von Rhythmusmachern zu. Doch jetzt gibt es dank diverser Hilfsprogramme und deutlich mehr Zeit plötzlich weitaus mehr Tonaufnahmen als Konzerte… (auch schön)

Noch ein Track fürs Wochenende (mit einem Songtitel der direkt als Antwort passt), Benny Sings „Nobody’s Fault“

Jahrestag

März 12, 2021

Eben schrieb mir Nils Wülker, dass heute vor einem Jahr unser letztes „reguläres“ Konzert stattfand. Doch auch dieser Gig war schon jenseits des Gewohnten und von Andersartigkeit geprägt: ein deutlich reduziertes, auf Abstand platziertes Publikum, zudem teilweise bezahlte Tickets, die nicht wahrgenommen wurden, Unsicherheiten im Raum. Und als nach dem Gig ein Bandmitglied eine deutlich erhöhte Körpertemperatur feststellte, reiste die Ungewissheit mit zurück nach Frankfurt. Während der Zugfahrt trudelte eine Absage nach der anderen ein. Alles auf Null, angekommen im Lockdown…
Ich habe mich instinktiv eingekapselt, tagelang Minimum 13 Stunden geschlafen, bis der Energiespeicher aufgefüllt (und die Sorge über eine Ansteckung abgeklungen) war. Dann gingen auch die Augen auf: es ist zwar alles ungewohnt anders, aber eigentlich ganz kuschelig hier im Familiennetz 🙂

Ich will mich auf keinen Fall beklagen. In puncto Finanzen hatte ich mehrfach Glück, zum einen bin ich nicht der alleinige Verdiener in der Familie, zum anderen gingen trotz der Konzertflaute immer wieder Türchen auf: da eine Hilfe, dort ein kleines Stipendium, eine unerwartete GVL-Nachzahlung, eine bezahlte Jury-Tätigkeit. Außerdem gibt’s ja auch noch den Hochschul-Lehrauftrag. Da ich darüberhinaus ein Leben mit oszillierenden Einkommensverhältnissen gewohnt bin, hatte ich zu keinem Zeitpunkt Existenzängste. Ich konnte Angreifen und Machen, all die schönen Sachen, die sonst zu kurz kommen. Denn plötzlich gibt es Zeit!

Selbstredend sind all die Selbstmotivation und der Trotz sich nicht unterkriegen zu lassen kein Garant für dauerhaftes Sonnenwetter. Gerade jetzt, wenn erneut die Frühlingstouren gestrichen werden und völlig unklar ist wann und wie es weitergeht, eigentlich alle nur raus und spielen wollen (blöderweise oft an denselben Tagen), letztlich – nach schwierigen Termin-Jonglagen – gar nicht dürfen. Oh man, da zieht das Gefühlswetter auch mal zu und sämtliche entwickelte Strategien scheinen bei Regen nicht mehr zu funktionieren.
Doch hey, Regenwetter und der benötigte Grashalm hängen eng zusammen:
Als neulich Chick Corea gestorben ist und ich mir in einer Abschiedsrunden viel Musik von ihm angehört und angeschaut habe, bin ich an folgendem Return to Forever Fernsehmitschnitt hängen geblieben:

Mein eigentlicher Fokus verrutschte etwas, denn der satte Groove von Lenny White erinnerte mich schlagartig an ein völlig vergessenes Vorhaben, nämlich jenen Rhythmen auf die Spur zu gehen, bei denen der Backbeat (teilweise) auf dem Standtom landet.
Da ist er doch der Grashalm und eine spannende Aufgabe, mit viel Musik, anstehenden Gespräche mit Trommler-Freunden, Internet-Uni… hurra, bin wieder drin!

Watch out for the FOURTOM!

Der Anruf

März 1, 2021

Ich war am Wochenende spontan & virtuell in Berlin, für einen kompakten ZOOM-Workshop bei Erchingers Drumtrainer.
Unter anderem erzählte ich dort von meinem selbstmotivierenden Übe-Gedankenspiel, für das ich mir einen Lieblingssong hernehme und mir vorstelle, dass ich zufällig die Anfrage erhalte, ob ich nächste Woche genau diesen Track mit den originalen Protagonisten live performen könnte und mich daraufhin in den Proberaum setze…
Dort werden dann alle Ebenen – das Pattern, die verwendeten Sounds, die getrommelte oder programmierte Attitude – unter die Lupe genommen und irgendwie zu einer bühnentauglichen Version zusammengesetzt.

Sollte der Anruf doch nur ein Traum gewesen sein, so habe ich doch immerhin wieder neue Bausteine im Repertoire, die an anderer Stelle bestimmt neu und spannend verwenden werden können. So weit, so bekannt…

Gestern Nacht bekam ich passenderweise von meinem Frankfurter Schlagzeuger-Freund Benno Sattler den Link zu seinem Video-Tutorial, in dem er die Umsetzung des von Prince programmierten Funk Klassikers „777-9311“ auf dem Schlagzeug erklärt.
Vor 10 Jahren hat er erstmals eine Version für das rein akustische Drumset erstellt, die jetzt um die zentralen e-Claps erweitert wurde. Tricky but Yeah!

vorgeschrieben sind leuchtend rot und schwarz

Februar 28, 2021

Hurra, der Joker des ersten Lockdowns lässt sich wieder spielen: auf öffentlichen Ping-Pong-Platten bei Frühlingswetter.

Da für mich Tischtennis- und Schlagzeugspielen immer schon miteinander verbunden sind – ich übte als Kind im Haus meiner Großeltern; im benachbarten Kellerraum stand die Tischtennisplatte, die unter erschwerten Bedingungen (Boden stark abschüßig, Deckenhöhe knapp 2 Meter, Rundlauf nur seitlich verdrehtes Rennen möglich…) leidenschaftlich gerne genutzt wurde – liste ich im Folgenden gesammelt all meine Verbindungsmöglichkeiten beider Welten auf:

Neustarthilfe

Februar 19, 2021

Mit der Neustarthilfe werden Soloselbständige aller Branchen unterstützt, deren wirtschaftliche Tätigkeit im Förderzeitraum 1. Januar bis 30. Juni 2021 Corona-bedingt eingeschränkt ist. 
Danke für den Tipp, lieber Torsten De Winkel!

Klebstoff!

Februar 5, 2021

Hatte neulich folgende Selbsteinschätzung im schönen Gespräch mit den „2 talking drummer“ (Frank Dapper und Stephan Emig):

Ich bin ein Freund der Harmonie und stelle gerne Bezüge her, verknüpfe leidenschaftlich Dinge, die oftmals auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun haben. Irgendwie findet sich immer ein Kunstgriff, der einen Kompressor-haften „Glue“ erzeugt und diese verbindende Elemente sind offenbar meine entscheidenden Werkzeuge geworden, in puncto Songgestaltung, in puncto Groove (hello delay pedals, shakers & jinglesticks), in puncto Bandgefüge. So weit, so nachhörbar.

Habe aber was Wichtiges vergessen – war halt noch nie ein First Take Formulierer – nämlich, dass mir das neue Bezüge-Schaffen auch sehr hilft, gängige Idealvorstellungen und Konventionen zu hinterfragen, gar zu umgehen, um im Idealfall was Eigenes, Persönliches zu schaffen. 
Beispielsweise: dass mich das Rudiment Thema nicht so fasziniert, muss kein Stress erzeugen;
wenn ich mein Schlagzeug nicht so aufbaue wie es mir die Herstellerkataloge seit 35 Jahren zeigen: no prob;
wenn Stockhaltung=katastrophal (weil ich zusätzlich zum Stock auch noch einen Shaker halten möchte), egal, go ahead, und wenn das akustische Ergebnis überzeugt ist doch alles gut 🙂

Ach ja, zweite Erkenntnis: Inhalte sind mir wichtig, Mimik, Tonfall und vor allem das gemeinsame Lachen mindestens ebenso! Ist auf jeden Fall auch so ein Klebstoff, wohltuend ohnehin! Im Podcast, im Zoom-Unterricht, anstelle misverständlicher Emails…
Insofern, ein Hoch auf die Videokommunikation.

Initiative Musik hilft

Januar 28, 2021

Super Tipp von Arne Jansen: Via Initiative Musik können 1000 € beantragt werden, wenn >>im Zeitraum vom 1. September 2020 bis 28. Februar 2021 mindestens 5 ausgefallene, öffentliche Auftritte nachgewiesen werden<< können.

Obacht, das Zeitfenster für die Antragsstellung ist klein (von heute bis zum 03.02.21, 18h).