Archive for the ‘Corona’ Category

Body Percussion digital

Januar 13, 2021

Eigentlich immer verbindend, auflockernd und spaßig: eine Runde Body Percussion. Eine Gruppe von Rhythmuswilligen läuft den Puls und klatscht dabei vorgegebene Patterns nach.
Das ist leider in Zeiten des Online-Unterrichtens schwer durchführbar. Denn das gleichzeitige Grooven funktioniert wegen der Übertragungslatenz nicht und durch den typischen Kameraaufbau/Bildausschnitt sehe ich meist auch nur Kopf und Oberkörper meiner Gegenüber.

Also habe ich mir folgendes, visuell nachvollziehbares überlegt: der Fuß-Puls wandert in die Bewegung der oberen Körperhälfte (Oberkörper/Kopf). Alternativ dazu (oder zusätzlich) wird er mit Rhythmussilbe „Tschick“ gesprochen.

Die rhythmischen Aufgaben werden mit einer Hand auf die Schulter geklopft.

Beispielsweise Rhythmusklassiker aus aller Welt (Clave, Baião, 3:2 …) oder Sightreading Texte.
Und zum Üben lässt Du als Refernez am besten noch das Metronom mitlaufen und versuchst seinen Puls als Achtel-Offbeat zu hören.

Eine erweiterte Spielart geht in Richtung Beatboxing. Dabei versuche ich sowohl Tschick-Puls als auch die Rhythmusübung zu „singen“.
Hier meine dazu passende Spielkarte aus dem „Modernen Schlagzeugquartett

Der tolle Benny Greb hat diesbezüglich die Meßlatte ganz schön hochgelegt (da er nicht den Viertelpuls sondern die Clave als Grundlage hernimmt):

stabile Papierkrone

Januar 6, 2021

Im Jahr 2000 wurden wir mit Netzer zu einem Silvestergig nach Barcelona eingeladen. Am 6. Januar gab es dann natürlich den traditionellen Dreikönigskuchen (Tortell de Reis) mit Puffbohne, Porzellanfigürchen und Papierkrone.
Und irgendwie reiste die Madonna bis heute mit…

Passend zur damaligen Zeit gibt es eine Gif-Animation. Und einen alten Live-Track, quasi als Ersatz für die Corona bedingte Verschiebung unseres nicht weniger traditionellen Neujahrskonzerts im Stuttgarter Merlin.

Designobjekt & Campingplatz Chic

Dezember 10, 2020

Ein Hoch auf den Ulmer Hocker und den minimalistischen Glockenspieltisch des Studio 49. Damit wird man ruckzuck zum Bedroomproducer. Oder kann sein Homeoffice in jeglicher Ecke auffschlagen.
Darüberhinaus sorgt die spezielle Mischung aus langjährig erprobtem, doch funktionalem Designobjekt und puristischem Campingplatz Schick für fantastische Tagträume…

Auch eigen, jedoch jenseits von reiner Funktionalität (zudem unbezahlbar), die von meinem Lieblingsdesigner Stefan Sagmeister gestaltete Ressence Uhr (ohne Krone, ohne überlappende Zeiger, mit Magneten und Rohbenzin gefüllt…)

Auf der Seit des Herstellers lerne ich: >>The Japanese have a term for objects that appear simple overall but include subtle details that balance simplicity with complexity: SHIBUI<<
Und damit bin ich mental wieder direkt beim Schlagzeugspielen…

Welcome to The Hills

Dezember 6, 2020

Yussef Dayes veröffentlicht die letztes Show seines Trios vor dem Corona Lockdown.
Echodrums gibt’s beim dem Gig auch (nach) zu hören („Odyssey“ 07:01 und einsam vor sich hin oszillierendes Delay am Ende von „Gully Side“ 22:00) – Hurra!
Warum jedoch das Schlagzeug brennen muss, verstehe ich nicht ganz? Genau DAS braucht man doch während der Pandemie ganz dringend!!

Lösungsansatz für die Frage aus der Nachbarschaft:

Wie wir spielen, wie wir leben

Dezember 4, 2020

Bevor mein inneres Trommelfeuer entfacht wurde, habe ich eigentlich auf dem Sportplatz gelebt:
Schöner Fußball bis zum Umfallen!


Das spätere Vereinswesen jedoch hat mich schnell abgestoßen, der große Fußballzirkus mit Bundesliga und Fandom bald überhaupt nicht mehr interessiert, bei internationalen Spielen dann eher die Exoten, vor allem aber angetan haben es mir die eleganten Spielzüge, die besonderen Kicker mit Übersicht und Konzepten jenseits der Box. Völlig egal wo, ob im Park, Käfig oder Fernseher.
Körperliche Härte war mir jedenfalls immer ein Gräuel. (Und lange Zeit auch der Grund, warum ich kaum noch gespielt hatte). Heute las ich den taz-Artikel „Wie wir kicken, wie wir leben“ von Ilker Gündogan und habe dabei erstmals einen spannenden archaischen Zusammenhang zwischen Fußball- und Schlagzeugspielen gesehen – nämlich die militärische Komponente – sowie mich, aus der Vogelperspektive, wie mir genau dieser Bezug bei beiden geliebten Hobbies immer eher missfallen hat. Sprich, Rudiments und verbissene Wettkämpfe, hierarchische Strukturen und die vermeintlich notwendige Bewertung. Für mich geht’s überhaupt nicht darum, am Ende jemand anderes besiegt zu haben, sondern um die besonderen Momente, die während des Spiels entstehen können. Nur ihretwegen schlafe ich gut!

Weil Corona-Freitag ist, ich also einen freien Abend habe, folgt noch eine weitere Geschichte. Ein kleiner Schwank von Roland Baisch:

Ansonsten hätte ich noch etwas Musik im Ärmel: ein weiteres Looper-Video von Tom Misch (aus seine Quarantäne Sessions) oder das Technoself Live-Album von Drummer Deantoni Parks (eins von Dreien dieses Jahr!). Jetzt gerade, zum Tippen, lief Oliver Nelsons „The Blues and the Abstract Truth“, auch toll.

wirklich gut

November 27, 2020

Mein Baujahr und äusserst reizvoll, der Nakagin Capsule Tower und dessen ausgecheckte 10qm Schalen.

Ebenfalls schön und wirklich hilfreich, das Mitte August gestartete Corona-Hilfspaket Klangspektrum BW für Musiker*innen.
Die Preisträger*innen in den fünf Kategorien Klassik, Jazz, Populäre Musikstile, Cultural Diversity sowie Blas- und Volksmusik wurden nun Corona bedingt in einer Online-Sendung bekannt gegeben. Zudem streamt der SWR gerade das 67,5 Stunden erklingende Mash-Up aus allen 1000 Einreichungen.
400 davon kenne ich schon 🙂

them & we

November 14, 2020

Welch vergnüglicher Wochenabschluß in Bild und Ton, diese fürs Adult-Swim Festival kuratierte Fusion aus poppig glasiertem High-Tech Geballer mit Thundercat, Ariana Grande und dem JD Beck/Domi-Duo.
Augenzwinker, Yeah und kräftig viel Energie.

Ansonsten habe ich diesen herrlichen Frühlingstag mit einer schönen Workshop-Reise zum Karlsruher Drummer Circle verbracht.
Viel Maske, viel Draußen – aber gemeinsam!
Nochmals: Yeah!

Ab jetzt wieder: Reisepause.
Auch schön…

Englisch-Deutsch

November 8, 2020

Ist gerade Englisch-Lernwoche?
Gestern noch die vielschichtigen Übersetzungsvarianten des „kick“ Worts – von der geliebten Basstrommel, über das geflügelte „einem den Laufpass geben“, hin zum (Neu-) Anstoß – war das tagespolitische Musik und geloopter Fußballspaß!

Jetzt wieder „stream„: nach der jazzed Übertragung aus dem Bayrischen Hof, spielen wir mit Nils Wülker heute im Rahmen der Leverkusener Jazztage – coronakonform nur für digitale Endgeräte – im WDR Stream ab 21 Uhr.


Ich hätte in Anbetracht der Lage gerne noch den „Strömungswechsel“ übersetzt, aber dieses – offenbar mein – Fantasiewort findet nicht mal der Duden im Deutschen…
Dafür gucke ich „incumbent“ nach, um die Titelseite der NY Times richtig zu lesen. Ahh, Amtsinhaber!

#sangundklanglos

November 2, 2020

Die Erwartung

November 1, 2020

Gleichermaßen Einstand (neues Programm, frische Besetzung), aber auch das vorerst letzte Konzert vor Menschen. Wiedermal mit Nils Wülker, diesmal aber schon im zeitgemäßen Zwei-Set-Setting, zudem im Doppelpack mit einer weiteren Band – Rymden.
Quasi ein kleines Festival, auf jeden Fall eine Art Fest!

Und wie toll, mal wieder Magnus Öströms Effektgerät-Ebenen (und seine Beckenwand) im Einsatz zu hören – hey, zwei Bands, zwei Echodrummer! – Dan Berglund mit Kontrabass und Ampeg zu spüren, Bugge Wesseltoft zwischen abgedecktem Rhodes, MS-20 und Flügel wirbeln zu sehen, überhaupt, einem grandios eingespielten Trio in ihrer Interaktion zu folgen.


Heute vor der Abreise dann noch ein weiteres Halberstadt Highlight, der Besuch von John Cages Live Performance „ORGAN2/ASLSP„. Die Tempovorschrift „As SLow aS Possible“ der auf 639 Jahre geplanten Umsetzungsdauer scheint eine optimale Lehrmeisterin in puncto Geduld (und damit genau richtig für die kommende Zeit) zu sein!
Der stehende Klang selbst ist pure Beruhigung. Erst wenn man sich selbst um das Objekt herum bewegt (wiedermal wird man zum Effektgerät, diesmal eine Mischung aus Filter und Leslie), moduliert der Klang ganz subtil. Schön!!

PS. >>[Für Augustinus gibt es] „drei Zeiten, die Gegenwart des Vergangenen, die Gegenwart des Gegenwärtigen und die Gegenwart der Zukunft.“ Und die Gegenwart des Zukünftigen ist für ihn die Erwartung.<<
schreibt Rainer O. Neugebauer (Kuratoriumsvorsitzender der John-Cage-Orgel-Stiftung und unser heutiger Ausstellungsführer) im Artikel „Es wird einmal gewesen sein“/Inspriation-Heft 3.20 Künste