Archive for the ‘Jazz’ Category

Ouï, we can!

Juni 23, 2017

Endlich wieder Zeitung lesen. Nachdem ich die Süddeutsche aus versehen liegen hab lassen, das Zeitmagazin blöderweise für Werbung gehalten und entsorgt, den restlichen Zeit-Ziegel einmal ungelesen um die Welt geschleppt habe, dehne ich jetzt mein ausgeschlafenes Frühstück maximal aus und freue mich über schicke Sätze, neue Wörter und Musiktipps:

>>Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit.<< Friedrich Schiller

Das französische ouïr bedeuted genau hinhören und „Ouï“ ist der Titel des vielversprechenden Camille („Nouvelle Vague„) Albums. Yes!
… und bitte noch einen café au lait

Die hochgelobte Compilation „Saigon Supersound“ durfte ich schon hören, aber dank dieses Artikels muss ich sie unbedingt auch hier im Blog verankern. Toll, Jan!

Und Diedrich Diederichsen begeistert sich mächtig für den aus Nizza stammende, halbamerikanische Tenorsaxofonist Barney Wilen: >>Vielleicht der einzige Jazzer von Rang, der sich weniger auf seine Konstanz, seine Essenz, seine Persönlichkeit verlässt, sondern ständig dabei ist, wenn neue Moden das Bewusstsein sprengen, die Musik knacken oder die Weltrevolution bringen wollen.<<
Hier die beiden Neuveröffentlichungen:
Thelonious Monk (mit Barney Wilen)Les liaisons dangereuses 1960″ (SAM/PIAS/Rough Trade)
Barney Wilen „Moshi“ (Le SouffleContinu)

>>And if you want to know more, spend 55 minutes watching The Rest of Your Life, Stephane Sinde’s terrific biographical film, made in 2005<<

Plas ma!

Juni 7, 2017

>>Jede Musik hat andere Aggregatzustände. Jazz etwa ist vergleichbar mit Plasma, enthält also sowohl geladene als auch neutrale Teilchen. Um zu improvisieren, benötigt man mit vorgefertigten Codes geladene Klänge und neue, spontan erschaffene Sounds.<<

So beginnt der lesenswerte taz Artikel von Philipp Rhensius über das diesjährige Moers-Festival

kanoe redone

Mai 31, 2017

Mein Freund Uwe Schenk bringt den Kaktus zum Tanzen!
Er hat (zusammen mit Jochen Feucht) ein wunderschönes Album fabriziert – kanoe redone -, welches morgen veröffentlicht wird (Vinyl/digital).
Toll, dass ich auch kurz mitspielen konnte und dadurch diesen erfinderischen Strauch als Neu-Mitbewohner begrüßen darf:

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Kombizange, Tannenzapfen & angenehm volle Ohren

Mai 11, 2017

Vier Tage Berlin und ich muss erstmal aufstehen und mich sammeln – so ’ne Inspirationslawine hat ordentlich Impact…

1) X-Jazz: ich hörte Prommer und entdeckte Jeannel. Und der Fink-Drummer hat eine interessante Beckenauflage von Keplinger.

2) meine SYN/CUSSION Highlights:
– Katharina Ernst behängt ihren Gong mit Schrauben; sie trommelt beindruckende polyrhythmische Kombinationen.
Martin Brandlmayr spielt fantastisch, auch mit Crotales und Murmeln auf der Snare. Grandios auch sein gehauchter Kickdrumsound, als wäre ein dezenter Bassist zugegen.
Sein Counterpart war der „Automat“, ein vom Computer (und Nicholas Bussmann) gesteuerter, präparierter Flügel. Als nächstes höre ich mir Martins Band Radian an…

– Tannenzapfen (Nadeln und Blech) auf der Basstrommel (bei Lê Quan Ninh).
John McEntire und Sam Prekop, der Wellnessbereich (Meer und Kuchen) des Festivals,
– die DJ-Einsprengsel von Natalia Eskobar, ihre Sets gefallen mir auch sehr.
– Morton J. Olsen hatte eine rotierbare Bassdrum dabei (auch ein präpariertes Vibraphon und drei schicke Drumsynths: Mbase, Kick Lancet und Coron Drum Synthe) – auf der anderen Seite loopte und feedbackte Marta Zapparoli mit diversen Bandmaschinen.

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– auch wenn sie als Duo nicht „miteinander“ überzeugten, bin ich nach wie vor großer Fan von Jan Jelinek und begeistert das mit 73 Jahren noch elegant (Anzug) und frei trommeln kann. Hut ab, Mr. Sven-Åke Johansson!
– Danke Paul Lovens für die Kombizange in der Stocktaschen und den ansteckenden Humor. Der EMS Synthi A ist auch mächtig!

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–  Die >>tanzbaren wie rebellischen DJ-Sets<< von Annika Henderson, waren genau so. Gut.
Ein ausführlicher Bericht SYN/CUSSIO – ein Drumfestival ohne Backbeat wird noch in drums&percussion erscheinen.

3) Schließlich war ich auch noch beim Drumtrainer und bei Teile-Elektronik (für einen weiteren Echo-Feinschliff) – dort empfahl man mir KUF (mit Hendrik Havekost hinterm Set), einfach so.

that Warp mentality and the concept of murmuration

April 27, 2017

Ich entdecke gerade Rob Turner, Trommler des britischen Gogo Penguin Klaviertrios/Quartetts (denn FOH Mann ist volles Bandmitglied).
Ich beginne mit dem Interview des „Rhythm Magazine“ July 2014 und bin schnell begeistert!

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Über Formationsflug von Staren (engl. Murmuration)

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Rob Turner präsentiert sich als Klangtüftler – als einer, der die Bandbreite sucht – im Video schön zu sehen, wie das akustische Schlagzeug vielfältig präpariert wird, mit Glöcken, Kessing (auf Hihat oder Ride) und Rasselzeug (oder wie dort: mit Klangschalen) –  als einer, der sich um neue Wege der Klangerzeugung bemüht (wie diese interessante Stock/Shaker-Kombi oder sein Vorhaben, den Steinway Dämpfermechanismus auf die Kickdrum zu übertragen), ein experimentierfreudig Suchender. Eines seiner Klangideale ist übrigens Sound und Kontrolle von JackDeJohnette bei Miles Davis‘ Isle of Wright Konzert 1970.

So. Als nächstes sind die Alben dran…

Jazz First!

April 20, 2017

Robert Glasper über die Kraft & Schönheit von Jazz-Samples…

>>In this short doc, Glasper identifies three jazz samples, from tracks by Ahmad Jamal and Herbie Hancock, that have served as source material for famed hip-hop producers J Dilla and Pete Rock.<<

Ahmad Jamal Trio „I Love Music“ (1970) / Nas „The World Is Yours“ (1994)
Herbie Hancock „Come Running To Me“ (1978) / Slum Village „Get This Money“ (2000)
Ahmad Jamal „Swahililand“ (1974) / De La Soul „Stakes Is High“ (1996)

You’ve got it!

März 22, 2017

Passend zum diesjährigen Hundertsten, hier ein paar Ratschläge von Thelonious Monk (die sich Saxofonist Steve Lacy 1960 notiert hatte):

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Das Transkript gibt es dort.

Neues entdecken

Februar 26, 2017

Give and take!
Im aktuellen Fall: ich erzähle Helge was für seine Bachelor-Arbeit, er fährt mich nach Hause und sendet Spitzeninspiration per Mail – so viel, dass ich mich nun getrost für die anstehende DePhazz (UA, MOL, BY) Tour hier mal rausziehen kann.

  1. Beginnend mit einem Großkaliber, hier der Instagram-Videobeitrag von ?uestlove, in dem er über die Angst und ihre Bewältigung spricht, ein neues Programm (in diesem Fall: Ableton Live) zu erlernen.
  2. Der Berner Trommler Julian Sartorius (*1981) ist organischer Sammler, Macher, Klang.


    In der halbstündigen Jazzahead Performance erkenne ich ähnliche Leidenschaften (z.B. für den VicFirth 5A Dual Tone), schreib mir aber auch einiges auf (Mini-Vibratoren, Meinl Helix Bowl auf Glockenspiel-Plättchen, Einhand-Harmonium, Wah-Wah-Tube, DIY-Superball Mallet, mehrere Metallophon-Stäbe). Also viel Futter für meine Klangsuchmaschine.
    Und wenn mal wieder Geld reinkommt werde ich mir das Beat-Diary-Box-Set (365 Aufnahmen und Bilder) kaufen:

    Toll auch, dass JS am liebsten mit dem Zug reist (Stichwort „Matrioschka Schlagzeug“), gerne liest, mit Spielregeln spielt, sich Grenzen setzt und Musik mit Bildern verbindet bzw. sich vom Bild inspirieren lässt.

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  3. Zwischendurch schreibe ich mir auf, dass Elektro Guzzi Drummer Bernhard Breuer seine Jomox MBase nicht mit einem klassischen Triggerpickup, sondern mit einem in die Kick gelegeten dynamischen Mikrofon triggert, da: weniger Fehltrigger!), ich lese über das Verbzilla und lande letztlich – interessiert – beim Hold-Reverb von Z.cat.
  4. Jetzt zum in Amsterdam lebenden Österreicher  Gerri Jäger (*1979). Drums und handbediente Elektronik: Alleine…


    … oder im Duo (Knalpot)

  5. Zum bunten Abschluß noch „The Periodic Table of Guitar Effects Pedals“periodic-table-of-fx
    © The Sixty Five

dem Eric seine Module

Februar 25, 2017

John Eckhardt erzählte mir neulich: Der tolle Trommler Eric Schaefer hat seinen modularen Synthesizer ins Jazz-Kit integriert.
Finde ich spannend!
Lieber Eric, hättest Du dazu ein paar Anspieltipps?

Quercheck in die 70er Jahre: Stu Martin und sein EMS-Synth

nonverbal

Februar 7, 2017
….da ich mich beim Musikhören (leider) nie auf den Text konzentrieren kann, scheint dieser nonverbale Geschichten-Ansatz wie geschaffen für mich zu sein!