Archive for the ‘Jazz’ Category

„In the Moment“

August 30, 2020

Über meine Einschlafshilfe, das imaginäre Pförtnerhäusschen, habe ich schon öfters geschrieben – klar, ist ja auch ein Traum!
Nach der Lektüre dieses taz-Artikels öffnete das großartige Foto von Josef Schulz unlängst diesem Spiel eine weitere Möglichkeit, nämlich auch
verlassene Grenzposten in Betracht zu ziehen.

Somit ergeben sich ein paar gute Ideen für die kommende Woche:

  1. Die Ausstellung „Spectrum. Architektur. Landschaft. Fotografie“ des Herrn Schulz in Bielefeld besuchen. Eilt aber nicht wirklich, sie läuft noch bis zum 17.01.21
  2. In puncto lesen das Konzept von Paul Klee aufgreifen – nicht des Künstlers Klee, sondern des gleichnamigen Protagonisten von Heinrich Steinfests aktuellem Roman „Der Chauffeur“ – und >>stets ein sehr einfaches und ein sehr kompliziertes Buch – ein leichtes und ein schweres<< mitzuführen.
  3. In die improvisierten Konzerte des Schlagzeugers Makaya McCraven eintauchen. Ich beginne mit „In the Moment“ aus dem Jahr 2015.
    >>McCraven‘s breakthrough album captured 48 hours of live, improvised performances from McCraven and company. It was recorded at 1 venue over 12 months and 28 shows. The edited, remixed, and final product ended up displaying one of the most important recordings to date in the modern jazz world.<<
    Passt gut zu unserem „Der temporäre elektronische Salon„. Nicht nur konzeptionell und arbeitstechnisch, der Anspieltipp kommt auch von dort – von Oliver Leicht.

Happy 100

August 28, 2020

>>Die Frage, welche Musiker:innen Parker postum beeinflusst hat, beantwortet sich sofort: Es sind einfach alle. Welcher Komponist des 20. Jahrhunderts kann das schon von sich behaupten? In der Erzählung „Der Verfolger“ des argentinischen Schriftstellers Julio Cortázar (1958) grübelt der Kritiker über seine Sprache, die angesichts des musikalischen Genies von Johnny Carter – einem US-Musiker vom Autor nach Parkers Vorbild gezeichnet – zu versagen droht. Dem Verzagten lässt sich beim Hören von Charlie Parker nur beipflichten, als er schreibt: „Ich glaube zu verstehen, warum man beim Beten unwillkürlich auf die Knie fällt.“<<
(Franziska Buhre in der taz vom 28.08.20)

Bevor „Der temporäre elektronische Salon“ dem Meister Respekt zollt (heute live Abend im Frankfurter Palmengarten), erzählt noch Phil Woods seine Anekdote über vermeintliche Unzulänglichkeiten des eigenen Equipments und Charlie Parker:

 Und ich lese mir nochmals die Seite 75 in Volker Kriegels „Der Rock’n’Roll-König“ durch.

Drum Dreamland

Juli 8, 2020

Die beiden Fazer-Trommler haben ihre gemeinsame Banderfahrung zu einer tollen Drum-Duo-Platte verdichtet.

>>A stunning 17-minute-drumming-trip from feathery spheres through bold grooves to a dense thundery finish by Simon Popp and Sebastian Wolfgruber, the two drummers known for channeling World Music, Afrobeat and Jazz drumming in solo projects and with Munich-based Jazz quintet Fazer.<<
Und für die B-Seite durften sich die Strom afinen Zenker Brothers im aufgenommenen Beat-Fundus bedienen. Ein Konzept ganz nach meinem Geschmack!

Apropos World Music and Jazz: Joni Mitchell hat auf ihrem Album „Don Juan’s Reckless Daughter“ (1977) auch einen reinen Drumtrack – mit Gesang, „Dreamland“ mit Manolo Badrena, Jaco Pastorius (Cowbells), Alec Acuna, Don Alias, Airto & Chaka Khan.
Nice tune und geschickt zum Dazutrommeln. Los geht’s!

Samba, Juju & Jazz

Juni 23, 2020

Drei Lieblingsplatten von Billy Martin:
BATUCADA „Escola de Samba da Cidade e Paulinho e sua Bateria“ (1966)
Großes Vergnügen und doppelter Lerneffekt, beim Zuhören und Dazutrommeln!

Eiert deutlich weniger als ich erwartet hätte… hüstel

King Sunny Ade And His African Beats „Juju Music“ (1982)

Das Album wurde übrigens von Martin Meissonier produziert, der auch für Tony Allen ein hilfreicher Anker wurde (es aber in den tiefen 80ern – zumindest für Allens Geschmack –  etwas mit der Elektrifizierung der traditionellen Instrumente übertrieben hat).

Jim Pepper „Comin‘ and Going“ (1982) (u.a. mit Hamid Drake, Danny Gottlieb Nana Vasconcelos, Scofield)

 

Kind of Blue

Mai 25, 2020

Heute wird Jazz mit mit Jimmy Cobb gehört.

>>Jimmy Cobb berichtete: „Das rote Licht brannte und wir waren mitten in der Nummer, als Trane im Studio auftauchte. Während wir weiterspielten, setzte er sein Horn zusammen und Miles schrieb ihm die Akkorde auf einen Fetzen Papier. Dann setzte er das Horn an und spielte dieses unglaubliche Solo. Ich weiß bis heute nicht, wie er das schaffte, sich so schnell in einer Nummer zurechtzufinden, die er überhaupt nicht kannte.“<<

Papa!

Mai 23, 2020

Vatertag? Pah, interessiert mich nicht die Bohne – ist ohnehin bestenfalls jeden Tag… Einen Papa Jo Jones Tag hingegen fände ich gut.

Schlagästhetik, Spielfreude, Schelm im Nacken.

Timekeeper, Dressing & Drum Machines around 1985

Mai 23, 2020

Mel Lewis bringt seine Ansicht auf den Punkt,

Daniel Lanois (mittels Klebeband) für sein Anwendungsgebiet aber auch:

Rack-WEB

Genussmittel

Mai 4, 2020

Wochenstart ist nicht immer einfach (vor allem für die schulpflichtigen Mitbewohner). Meistens helfen zumindest mir zwei Bilder: die Freude über die grafische Nähe von Laugenbrezel und Espressobohne (morgens), sowie der Blick ins Bastel-Chaos (anschließend).

Allesamt großartige Genussmittel, aber auch wichtige Zutaten während der aktuellen Vorbereitung eines Duo-Live Gigs mit Oliver Leicht (Stage@Seven, Livestream aus  dem hessischen Rundfunk, am kommenden Donnerstag 07.05. um 19h).

Um ein schönes Spagat hinlegen zu können, höre ich darüberhinaus lupenreinen „Frankfurt Sound“ aus dem Dorian Grey und die Konitz Alben „Motion“ (mit Elvin Jones) und „Lee Konitz with Warne Marsh„.

Dann habe ich ja auch noch die „Crown Albums List“ (aus dem Penguin Guide to Jazz) entdeckt, aber die schaffe ich heute nicht mehr… vor allem weil ich für die Kinderabteilung noch was Erheiterndes prüfen will, die Taxi Geschichten von Saša Stanišić.

 

Billy did a press roll, a downbeat and we were off

April 27, 2020

Spätestens nach diesem Satz werde ich die Leland Sklar Videos jetzt wohl auch schauen:

>>There was no click in those days. Was only used in film. Billy did a press roll, a downbeat and we were off. Took a couple of beats to lock in for we had no count off.<<

„Stratus“ war nicht nur ein Titel des grandiosen  „Spectrum“ Albums (1973), sondern auch eine selbständige  7″ Promo Single!
Und ein Jahr später hat Tausendsassa und Drummer, Hamilton Bohannon seinen „South African Man“ veröffentlicht, einen tollen krummen Disco-Track, den wir mit Netzer gerne mal zitieren. Auch „Bohannons Beat“ rollt verdammt lässig! Gute Reise…

Rub-a-Dub Style

April 22, 2020

Das Thema könnte bei meiner Schlagzahl an #echodrums Hashtags wieder mal ein schicker Kunstgriff aus dem Reggae-Umfeld sein. Es geht aber um Jazz, um die legato motion von Mel Lewis bzw. dass wir auch am Schlagzeug eine derartige Phrasierungsoption haben: