Archive for the ‘Jazz’ Category

politisch trommeln!

September 19, 2017

Ob es Sinn macht, in der eigenen Filterblase Eulen nach Athen zu tragen ist zweitrangig.
Ein Hoch auf den politschen Bass-Schlagzeug-Jam! Und eindeutige Worte hinterher:
Ich wähle & ich wähle keine AfD.

Und wer sich die Positionen der anderen Parteien in Bezug auf die Jazz-Musik durchlesen möchte, besucht die Zusammenstellung der Union deutscher Jazzmusiker.

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kurz mal in die mid-eighties

September 17, 2017

1. DJ Shadow schwärmt (lesenswert auf all good.) von Kurt Mantronik

>>Es ist gar nicht so einfach, Samples und Breaks mit Drum Machines und Synthies harmonisch klingen zu lassen. Mitte der Achtziger war es eine noch viel größere Herausforderung, nur vier Bars zu samplen und alles richtig anzupassen, ohne dass alles komplett schrottig klang. Mantronik leistete für etliche Techniken echte Pionierarbeit […]<<

… und ich höre seine Lieblingstracks nach

An dieser Stelle kann ich nun auch mal passend die Freeware Alesis Sample and Loop Library droppen).

2. Als nächstes beschließt mein Telefon, dass ich mir eine „Tutu“ Live-Version anhören sollte:

Und dabei muss ich leider lesen, dass der tolle Ricky Wellman im Jahr 2013 verstorben ist, jener „Sugarfoot“ Wellman, der mit Chuck Brown and the Soul Searchers, den amerikanischen Hauptstadt Groove verankerte: Go-Go (Swing)

In der anschließenden Gedenk-YouTube-Session lande ich bei jenem obskuren Rom-Konzert, in dem Miles komplett von Herbie Hancock vertreten wird (mit – ähemm -Trompetensound aus’m Synthie), aber mächtiger motivierter Backingband, inklusive Marilyn Mazur im Octapad-Flow

No Lega CD

September 11, 2017

No Lega steht für die Nachnamen von Matthias Akeo Nowak, Martin Lejeune und Valentin Garvie.
Ende 2014 kam die Anfrage, ob nicht Lust hätte, das eher rein akustisch verortete Trio um den argentinischen Trompeter mit Beats und Elektronik zu verstärken.
Wir spielten daraufhin ein paar Konzerte und gingen ins Studio – jetzt ist das erste Album fertig und in einer (auf 200 Stück limitierten) kunstvollen Verpackung als CD zu haben (sowie auch profan digital download-bar).

Das Konzept von No Lega wird gerne mit „Bix Beiderbecke reloaded“ umschrieben. Denn einige Originals des legendären Kornettisten und der Sound der 1920er Jahre waren der Ausgangspunkt, um gleichermaßen einen respektvollen Rückblick auf Wurzeln und Tradition zu erlauben, um aber auch mit allen Freiheiten der Kunst, rücksichtslos zu dekonstruieren und eine Adaption für’s Heute zu schaffen.
Ich habe mich dabei für ein minimales Schlagzeug, färbende Raschelwerkzeuge und ein Echogerät in der Hauptrolle entschieden. Und da ich nicht nur mein Trommelspiel, sondern auch die Trompete ins Tap-Delay schicken kann, gibt es einerseits einen Großraum zur Interaktion, anderseits den perfekten musikalischen Klebstoff für die Bruchstelle von akustischen und verstärkten Signalen.

Nach drei intensiven Release-Konzerten in Darmstadt, Frankfurt und Mainz, schließt sich morgen Abend in Offenbach der Kreis, wenn wir direkt beim Künstler der Tonträgerverpackung (Lutz Jahnke) unser letztes Konzert dieser Rutsche geben werden.
Ein besser betiteltes Venue hätte sich nicht mal erträumen lassen:
Um 20.30h geht’s los, in der „Akademie für interdisziplinäre Prozesse„…

PS. Marion zeichnet’s auf den Punkt:

No Lega in F © Marion Roters

 

 

Die andere Roland 707

August 24, 2017

Eigentlich wollte ich derart beginnen: Ich liebe Bass, aber aus gegebenem Anlass werde ich mir jetzt die Bassisten-freien Platten von John Abercrombie (z.B. Timeless, Night) anhören…

G-707-010-LRG-01

Beim Recherchieren bin ich dann aber auf den folgenden Mitschnitt aus dem Jahr 1985/6 gestoßen, u.a. mit Marc Johnson am Bass (dessen „Bass Desires“ ich zufällig Anfang dieser Woche wieder entdeckt und mehrfach angehört habe) und der äußerst schmucken Roland G-707 (Synth-) Gitarre (siehe Foto von Wayne Scott Joness).

Ouï, we can!

Juni 23, 2017

Endlich wieder Zeitung lesen. Nachdem ich die Süddeutsche aus versehen liegen hab lassen, das Zeitmagazin blöderweise für Werbung gehalten und entsorgt, den restlichen Zeit-Ziegel einmal ungelesen um die Welt geschleppt habe, dehne ich jetzt mein ausgeschlafenes Frühstück maximal aus und freue mich über schicke Sätze, neue Wörter und Musiktipps:

>>Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit.<< Friedrich Schiller

Das französische ouïr bedeuted genau hinhören und „Ouï“ ist der Titel des vielversprechenden Camille („Nouvelle Vague„) Albums. Yes!
… und bitte noch einen café au lait

Die hochgelobte Compilation „Saigon Supersound“ durfte ich schon hören, aber dank dieses Artikels muss ich sie unbedingt auch hier im Blog verankern. Toll, Jan!

Und Diedrich Diederichsen begeistert sich mächtig für den aus Nizza stammende, halbamerikanische Tenorsaxofonist Barney Wilen: >>Vielleicht der einzige Jazzer von Rang, der sich weniger auf seine Konstanz, seine Essenz, seine Persönlichkeit verlässt, sondern ständig dabei ist, wenn neue Moden das Bewusstsein sprengen, die Musik knacken oder die Weltrevolution bringen wollen.<<
Hier die beiden Neuveröffentlichungen:
Thelonious Monk (mit Barney Wilen)Les liaisons dangereuses 1960″ (SAM/PIAS/Rough Trade)
Barney Wilen „Moshi“ (Le SouffleContinu)

>>And if you want to know more, spend 55 minutes watching The Rest of Your Life, Stephane Sinde’s terrific biographical film, made in 2005<<

Plas ma!

Juni 7, 2017

>>Jede Musik hat andere Aggregatzustände. Jazz etwa ist vergleichbar mit Plasma, enthält also sowohl geladene als auch neutrale Teilchen. Um zu improvisieren, benötigt man mit vorgefertigten Codes geladene Klänge und neue, spontan erschaffene Sounds.<<

So beginnt der lesenswerte taz Artikel von Philipp Rhensius über das diesjährige Moers-Festival

kanoe redone

Mai 31, 2017

Mein Freund Uwe Schenk bringt den Kaktus zum Tanzen!
Er hat (zusammen mit Jochen Feucht) ein wunderschönes Album fabriziert – kanoe redone -, welches morgen veröffentlicht wird (Vinyl/digital).
Toll, dass ich auch kurz mitspielen konnte und dadurch diesen erfinderischen Strauch als Neu-Mitbewohner begrüßen darf:

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Kombizange, Tannenzapfen & angenehm volle Ohren

Mai 11, 2017

Vier Tage Berlin und ich muss erstmal aufstehen und mich sammeln – so ’ne Inspirationslawine hat ordentlich Impact…

1) X-Jazz: ich hörte Prommer und entdeckte Jeannel. Und der Fink-Drummer hat eine interessante Beckenauflage von Keplinger.

2) meine SYN/CUSSION Highlights:
– Katharina Ernst behängt ihren Gong mit Schrauben; sie trommelt beindruckende polyrhythmische Kombinationen.
Martin Brandlmayr spielt fantastisch, auch mit Crotales und Murmeln auf der Snare. Grandios auch sein gehauchter Kickdrumsound, als wäre ein dezenter Bassist zugegen.
Sein Counterpart war der „Automat“, ein vom Computer (und Nicholas Bussmann) gesteuerter, präparierter Flügel. Als nächstes höre ich mir Martins Band Radian an…

– Tannenzapfen (Nadeln und Blech) auf der Basstrommel (bei Lê Quan Ninh).
John McEntire und Sam Prekop, der Wellnessbereich (Meer und Kuchen) des Festivals,
– die DJ-Einsprengsel von Natalia Eskobar, ihre Sets gefallen mir auch sehr.
– Morton J. Olsen hatte eine rotierbare Bassdrum dabei (auch ein präpariertes Vibraphon und drei schicke Drumsynths: Mbase, Kick Lancet und Coron Drum Synthe) – auf der anderen Seite loopte und feedbackte Marta Zapparoli mit diversen Bandmaschinen.

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– auch wenn sie als Duo nicht „miteinander“ überzeugten, bin ich nach wie vor großer Fan von Jan Jelinek und begeistert das mit 73 Jahren noch elegant (Anzug) und frei trommeln kann. Hut ab, Mr. Sven-Åke Johansson!
– Danke Paul Lovens für die Kombizange in der Stocktaschen und den ansteckenden Humor. Der EMS Synthi A ist auch mächtig!

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–  Die >>tanzbaren wie rebellischen DJ-Sets<< von Annika Henderson, waren genau so. Gut.
Ein ausführlicher Bericht SYN/CUSSIO – ein Drumfestival ohne Backbeat wird noch in drums&percussion erscheinen.

3) Schließlich war ich auch noch beim Drumtrainer und bei Teile-Elektronik (für einen weiteren Echo-Feinschliff) – dort empfahl man mir KUF (mit Hendrik Havekost hinterm Set), einfach so.

that Warp mentality and the concept of murmuration

April 27, 2017

Ich entdecke gerade Rob Turner, Trommler des britischen Gogo Penguin Klaviertrios/Quartetts (denn FOH Mann ist volles Bandmitglied).
Ich beginne mit dem Interview des „Rhythm Magazine“ July 2014 und bin schnell begeistert!

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Über Formationsflug von Staren (engl. Murmuration)

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Rob Turner präsentiert sich als Klangtüftler – als einer, der die Bandbreite sucht – im Video schön zu sehen, wie das akustische Schlagzeug vielfältig präpariert wird, mit Glöcken, Kessing (auf Hihat oder Ride) und Rasselzeug (oder wie dort: mit Klangschalen) –  als einer, der sich um neue Wege der Klangerzeugung bemüht (wie diese interessante Stock/Shaker-Kombi oder sein Vorhaben, den Steinway Dämpfermechanismus auf die Kickdrum zu übertragen), ein experimentierfreudig Suchender. Eines seiner Klangideale ist übrigens Sound und Kontrolle von JackDeJohnette bei Miles Davis‘ Isle of Wright Konzert 1970.

So. Als nächstes sind die Alben dran…

Jazz First!

April 20, 2017

Robert Glasper über die Kraft & Schönheit von Jazz-Samples…

>>In this short doc, Glasper identifies three jazz samples, from tracks by Ahmad Jamal and Herbie Hancock, that have served as source material for famed hip-hop producers J Dilla and Pete Rock.<<

Ahmad Jamal Trio „I Love Music“ (1970) / Nas „The World Is Yours“ (1994)
Herbie Hancock „Come Running To Me“ (1978) / Slum Village „Get This Money“ (2000)
Ahmad Jamal „Swahililand“ (1974) / De La Soul „Stakes Is High“ (1996)