Archive for the ‘Jazz’ Category

Tyrann der eigenen Ästhetik

April 19, 2018

>>…Wie funktioniert eigentlich Improvisation?

Meine Lieblingsantwort auf diese letzte Frage besteht aus einem einfachen Vergleich. Sehen Sie, sage ich, unser Gespräch in diesem Moment ist bereits eine Improvisation. Wir haben beide ein Thema, eine Vorbereitung, ein Anliegen, und ein Vokabular. Wir haben zwanzig Minuten Zeit, und am Ende werden wir einen Text gesprochen haben, in dem all diese Zutaten eine Rolle spielen. Aber vor dem Gespräch wussten wir beide noch nicht, wie der Text am Ende aussehen wird. Wir haben miteinander improvisiert. So ähnlich, sage ich, können Sie sich das auch in einer Band vorstellen.<<

>>Irgendwo im Kopf sitzt ein kleiner Tyrann der eigenen Ästhetik, der beständig den Posteingang und –ausgang kontrolliert und je nach Inhalt, Laune und Lebensjahrzehnt Glückshormone oder abgrundtiefe Verzweiflung ausschüttet.<<
Michael Wollny in der SZ vom 30.03.18

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Super Sonic Music

März 18, 2018
Genial? Wahnsinnig?  Auf jeden Fall unberechenbar, brachial-brillant und hochmusikalisch: Cream-Schlagzeuger Ginger Baker.
Jay Bulger hat die Legende für seinen Dokumentarfilm „Beware of Mr. Baker“, mit der Kamera begleitet. (Bis 22. März in der Arte Mediathek)
Jazz, Rock, Afrobeat und jede Menge rauschhafter Super Sonic Music – >>Das soll heissen, der heilige Geist übernimmt und man spielt etwas, von dem man später nicht mehr weiss, wie es zustande kam.<<
Und morgen höre ich mir mal wieder die Platte mit Jonas Hellborg an…
https://www.youtube.com/watch?v=XnwGvqJtcZ0
File under: Splashes, Tribal Tom Grooves, Phil Seaman, Drugs, Max Roach, Elvin Jones, Nigeria, Super Group, gingerbaker.com

mehr als „nur“ Jazz

März 13, 2018

In der Nacht:
begeistertes „unboxing“ eines Meinl Pakets – derartige Konsumfilmchen sind ja eigentlich gar nicht mein Fall, aber hey, wenn ich ein neues Instrument auspacke und es sich sofort so anfühlt, als ob wir schon jahrelang zusammen wären, dann muss ich diesen Gefühlszustand kurz in die Welt raustrommeln!
Diese 15“ Byzance Hats hauen mich um, die können irgendwie alles, obwohl nur „Jazz“ draufsteht…

Jetzt am Mittag:
Kaffee, Honigbrot & Erland Dahlen. Johann Polzer hat mich erneut, eben mit diesem Gitarren/Schlagzeug Duo versorgt:

Notiz für mein thedrumsounds Archiv:
Das federnd aufgehängte Tambourin habe ich schon bei Jay Bellerose gesehen (aber ist es Eigenbau oder Industrieprodukt?); klasse Idee, ein brasilianisches Tamborim über die Beckeglocke zu stülpen; aha, ein wortwörtliches Glockenspiel.
Und die Schlitztrommel hat mein Sohn doch auch -> sofort ausleihen!!

Und weiter geht’s mit Luigi Russolos „Art of Noise“ Ansatz (aus dem Jahr 1913!!) und seinen selbstgebauten „acoustic noise generators“, den Intonarumori:

Luigi Russolo

>>howling, thunder, crackling, crumpling, exploding, gurgling, buzzing, hissing and so on…<<

Musik (mit) Kulisse

März 7, 2018

Oszilliere gerade zwischen interessanten Extremen:
Gestern noch körperlichste Beats für 640 PS, ganz idyllisch, am Fusse des Mont Blanc (Genfer Autosalon), morgen dann Herzblutmusik mit Netzer vor Frankfurts  beeindruckendster Lautsprecherwand (dem Soundsystem im Tanzhaus West).
Und zwischendurch buntperlender, obskurer japanischer 80er Disco-Sound auf die Ohren, sowie Seitenblicke auf Onkels Glitzer-Schlagzeug (nebst den wunderschön eingerahmten Effektgeräten)!

Bandvorstellung

Januar 19, 2018

Mit ohne „Ohne Worte“…

aus der Doku The Case of the Three Sided Dream (2014) von Adam Kahan.

with joy and conviction

Januar 12, 2018

>>What is important is playing the music keeping a strong beat, playing the style, and playing with [joy and] conviction. […]
Keep in mind that wheter you are ahead or behind the click isn’t necessarilyy the major focus when learning this style.<<

Dieser Satz entstammt dem beachtlichen Lehr-und Übungsbuch „The Beat Matrix Unlocked“  von Mark Colenburg und das aktuelle Live-Video von London Electricity mit Bigband illustrieren sehr schön, dass nicht immer unbedingt jedes einzelne Segment perfekt sein muss, damit der Vibe stimmt…

 

Geschichten mit der Fliegenklatsche

Dezember 23, 2017

In der Offbeat 6/17 gibt es wieder mal ein unterhaltsames Kalenderblatt aus der Schlagzeuggeschichte. Claus Hessler berichtet diesmal von einer Erfindung aus dem Jahr 1913. >>Die Bezeichnung in der Patentschrift lautet tatsächlich auf „Fly killer”… gemeint ist damit eine ausziehbare Fliegenklatsche, die in der Welt der Schlagzeuger ihren Siegeszug als „Besen” angetreten hat.<<
Ich finde, die Fliegen sollen ruhig brummen und wenn’s mich juckt setzte ich mich lieber hinter die Trommeln und bewege mich eifrig – ist doch eindeutig besser, als auf der falschen Stelle draufzuhauen!

Und Philly Joe Jones soll mich dabei inspirieren! (Die notwendige Technik habe ich mir vom Weihnachtsman gewünscht.)

Don’t cry, I’ll never stop loving you

Dezember 10, 2017

Jetzt gibt es doch noch einen, dem zweiten Advent angemessenen Blogbeitrag, der feierlich jazzig* beginnt

und via nicht weniger emotionalem J Dilla** Masterpiece

bei einem schönen Kurzfilm über die Akai MPC und eben diesen Dilla (der sich die Maschine als Instrument ausgesucht hat) landet.

* a propos Jazz: der tolle Jochen Rueckert hat sich entschlossen sein Wissen in Form von vier zwanzigminütigen Videoeinheiten rauszuhauen!

** hier die spannende Studenten-Arbeit Dilla Data: >>We obtained the artists and titles of every song Dilla had sampled on official releases and looked for trends in this data<<

Altmeister

Dezember 9, 2017

Ah, schön – man sagt nur „Altmeister am Puls der Zeit“ und zeigt dann den Jazzflüsterer Jim Chapin hinterm ddrum2 (Foto von Daniel Portner) und James Gadson mit Cellphone in der Brusttasche, während dieser lässig und mit allen Tricks und Wassern gewaschen* einen Vulfpeck Song trommelt.

jim chapin ddrum

* ausgestopfte Reisekick, Tom ohne Resofell, Schlagfelle von dicken Tüchern gedämpft, Vers mit „Schenkel-Hihat“, Backbeat mit Butt End, 16tel aus dem Handgelenk – Killer Ending!

experimental for me and I hope experimental for you!

November 29, 2017

Mit diesem vielversprechenden Ausspruch von Papa Jo Jones beginnt das Wechselbaden zwischen verschiedenen Clubs, inklusiver netter Schlagwerker (->).

The Drums by Jo Jones (1973) -> Jo Jones
Peter Herbolzheimer’s Rhythm Combination & Brass „Mr. Clean“ (1973) -> Tony Inzalaco
Bodenseh’s Metronome Art „Tom’s Diner“ (2017) -> Sebastian Merk
Calvin Harris „Slide“ (2017)
Mtume „Juicy Fruit“ (1983)
A Band Called Flash „Phantom“ (2016)
Nils Landgren „Knowing Me, Knowing You“ (2004) -> Wolfgang Haffner
Luminos W „Slow Gravity“ (2017) -> O.R.
Goldie „What You Won’t Do For Love“ (1998)
Blüth „You Dig it“ (1998) -> Zach Danziger
ODD Toot „Spuds Take Them Oh Take Them Song“ (1997)