Archive for the ‘Jazz’ Category

Trampolin

April 2, 2020

Anlässlich der Todesnachricht von Wallace Roney holt Pablo Held seine  „Investigation“ hervor und beschreibt das Trampolin als schöne Metapher für Inspiration:

>>To me, inspiration is like a trampoline. If you only jump into it with little energy and conviction, the jump will not be significant and likely not memorable. But if you go ALL THE WAY, jump into it with all you have, it will catapult you into heights where you’ll be able to see differently, see things more clearly. Plus, it will bring you away from the inital source of inspiration…. and then back again with a new perspective!! I think that’s what Wallace did over and over again with all the music he loved.<<

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seine Lieblingssongs richtig gut zu kennen

März 29, 2020

… bringt`s! Siehe Victor Baileys „Birdland“ Solo Version:

Und hier 2014 beim Spielen eines originalen Coltrane Solos („Countdown“).
>>The secret is to practice really slow. I transcribed this when I went to Berklee in 1979 so I’ve been working on it for 35 years.<<

Hey, und als Zusatzaufgabe und erstem Schritt, sich vom persönlichen Helden zu lösen, hier noch ein Ausspruch von Bill Rieflin:
>>I don’t use cymbals in my own music. I wanted to go against drumming cliches, and the things drummers will do without thinking about it<<

MOV und POW!

März 2, 2020

Als wir am Samstag Wolfgang Schmids neuen Song „POW“ anprobten, dachte ich ganz verträumt an Roy Lichtenstein. Erst während Peters Ansage beim Konzert erreichte mich der wachrüttelnde Kinnhaken – nun hatte auch ich verstanden, dass der Titel einfach eine Abkürzung für Peter, Oli und Wolfgang ist.
Keine 24 Stunden später will ich das grüne Eintrittsband entfernen, entdecke dabei den Aufdruck MVO und denke direkt an Matthias Vogt und unser anstehendes Konzert im Museum für angewandte Kunst – dabei kam ich eben von dort, vom Besuch des Moritz von Oswald Sets…

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Weniger verpeilt nun die Ankündigung einiger interessanter März-Konzerte in Frankfurt.
Ich selbst trommle bei folgenden:
DI 03.03.20 Der Temporäre Elektronische Salon (Bartkuhn, Leicht, Rubow) @ ono2 / 21h
MI 04.03.20 A Coral Room (Vogt, Leicht, Rubow) @ MAK / 18h
FR 13.03.20 Kopffarben, Abelein & Rubow @HfMDK / 20h
SA 14.03.20 Kopffarben, Abelein & Rubow @HfMDK / 20h
SO 15.03.20 A Coral Room (Vogt, Leicht, Rubow) @ Rind, Rüsselsheim

Dann möchte ich auf meine persönlichen Highlights der von „El Barrio“ präsentierten Konzerte (im Rahmen der „Ich wünschte“ Ausstellung des MAK) hinweisen:
SA 29.02.20 Kabuki (unser Buddy aus dem Temporären Elektronischen Salon)
SO 01.03.20 Moritz von Oswald – war scho(e)n und sehr inspirierend!
DO 05.03.20 Andi Haberl Solo (Schlagzeug mit elektrischen Sensoren) / 18h
SO 08.03.20 Melt Trio (mit Moritz Baumgärtner am Schlagzeug) / 19h
SO 08.03.20 Ensemble Modern mit Jan Bang (und dessen legendärem Live-Sampling via Akai RMX-16) / 21h

Hey, und Adam Deitch kommt auch noch, am
SA 07.03.20 Lettuce @ Nachtleben / 19.30h

Jon & Lyle

Februar 18, 2020

Die Plattenfirma schreibt: >>Nur wenige Tage nach Lyle Mays verstarb mit dem Schlagzeuger Jon Christensen ein weiterer Musiker, der den ECM-Sound der 1970er Jahre maßgeblich mitgeprägt hat.<<

Schon zu Beginn des 74er Konzerts des (europäischen) Quartetts von Keith Jarrett, denke ich: das ist genau der hochfrequente, pointillierte Cymbal-Style, den ich persönlich unter „skandinavisch“ abgespeichtert habe.
Passend dazu ein Triangel Portrait aus dem Modern Drummer Interview von 1985 sowie das Foto aus meiner Heimatstadt Schorndorf (von Gez und Hans Zirkelbach):

 

Jetzt die Live-Alben „Nude Ants“ und „Sleeper“ (beide 1979 aufgenommen, je mit einem auch trommelenden Keith Jarrett) direkt hinterher, für Lyle die beiden Live-Platten („Shadows and Light“ und „Travels„).
Und dann halt gemächlich durch Christensens Diskografie, Lieblingslieder finden…

Imperial, versteckt

Januar 24, 2020

Heute brauchte ich frei improvisierte Klaviermusik, um mein Dub-System für das Frankfurter HfMDK Jazzfest auszuprobieren. Ralph Abelein hatte mir zwar begeistert von Marilyn Crispell erzählt, aber leider hatte ich ihren Namen vergessen und so legte ich Jarretts Köln Konzert auf (welches ich mir tatsächlich noch nie angehört hatte) und fütterte fortan Echo (keine Delay Teil1) und Hall (Neunaber Wet) mit seinen Schnippseln (via grünem Taster).

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Gerade eben – Achtung schöner Zufall – habe ich im Interview mit der damals 18 jährigen Veranstalterin Vera Brandes (die später – mein als Teenie heiss geliebtes – VeraBra Records Label gegründet hat) gelesen, dass heute vor genau 45 Jahren DAS Köln Konzert (letztlich doch noch) über die Bühne ging und (trotzdem) aufgenommen wurde. Um schließlich, wie wir alle wissen, den Orden des erfolgreichsten Soloalbum der Jazzgeschichte zu tragen.

In anderer schöner, fast kontrollierter Zufall: Die auf der schräg gestellten Snaredrum am DrumGees (wie auf der Wäscheleine) befestigte Sizzle-Kette, mit der Max Gebhardt seiner Trommel eine Art angezerrten Raumklang entlockt.

PS. die anderen beiden Echogeräte werden wie folgt eingesetzt: Das Boss Re-20 für meine Snare, der Red Panda Particle II effektiert die elektronische Bassdrum aus dem Vermona Kick Lancet.

vor allem: Teamwork

Januar 10, 2020

Habe gerade vom Tod Wolfgang Dauners erfahren. Oh no! Das finde ich schlimm und tut mir aufrichtig leid, für die Fans, die Hinterbliebenden, vor allem für Flo, den ich mag und schätze… und gerade deswegen will ich mich an die schönen Sachen erinnern die ich mit dem „Frank Zappa des Schwabenlands“ verbinde.
Eine meine ersten Jazz-Platten war das „Teamwork“ Album vom United Jazz & Rock Ensemble. Auch wenn ich mich damals (mit 12) eher auf deren Gitarristen Volker Kriegel konzentrierte war der Name Wolfgang Dauner gespeichert. Über die Fernsehsendung „Die Joghurts“ erfuhr ich 1985 von seinem Sohn Flo Dauner und war geflasht! Diese Begeisterung hat nicht nur bis heute ungebrochen angehalten, sondern hat dazu geführt, dass ich Wolfgang Dauner fortan fasst nur noch im Doppelpack wahrgenommen habe. Und so habe ich über die Jahrzehnte diverse spannende Duo-Gigs von Dauner & Dauner erlebt (das erste Mal Anfang der Neunziger Jahre? in Waiblingen, das letzte Mal, gefühlt neulich, im Stuttgarter Theaterhaus). Insofern passen diese beiden Fotos bestens. Eins a Team, mal mit EMS Synth-Wand, mal mit Flügel (und V. K.).


Selbstverständlich gefiel mir auch die MOOD Records Idee, oder die von Wolfgang Schorlau verfasste Biografie „Das brennende Klavier„, das charmante Stuttgarter-Hochdeutsch des Meisters, sowie folgende Anekdote – weiss nicht mehr wer sie erzählt hat, Dieter Seelow vielleicht, oder Wolfgang Schmid? – in der Wolfgang Dauner anstelle des erwarteten Jazz-Auftritts den Konzertflügel in einer langwierigen Performance auseinander geschraubt und kleinteiligst zerlegt hat ohne einen einzigen Ton angeschlagen zu haben.
>>Keine Grenzen, aber das auf genialem Niveau!<<
Viel Attitude, viel inspirierende Musik!
Danke. Mach’s gut!

Staccato des Lebens?

Dezember 15, 2019

Donnerstag und Freitag waren zwei schöne Trommlertage:
So hörte ich mir begeistert das Konzert des Münchner Quintetts Fazer an, bei dem die beiden Schlagzeuger Sebastian Wolfgruber und Simon Popp äußerst ausgecheckte Patterns in herrlichem Blending präsentierten, mal unisono, oftmals komplementär, immer klangvielfältig (siehe auch d&p 05/2019).
Im Nachgang erkundige ich jetzt das LBT Trio, das Popp-Album „Laya“ und bestelle mir direkt ein Meinl „Galaxy“ Wasserraumschiff…

Dass Simon zusammen mit Flo König die „Bum Bum Zack“ Trommelschule betreibt passt wie gemalt, denn Flo würde ich am darauffolgenden Tag, zusammen mit vier weiteren Drummern in meiner Heimatstadt treffen, die allesamt einen Bezug zum Schorndorfer Saxophonisten Dieter Seelow hatten, der diesen Dezember 80 Jahre alt geworden wäre.
Inmitten der Feierlichkeiten, hier kurz vor Aktion (v.l.n.r.): Flo KönigDaniel Messina, OR und Kay Richter. Leider nicht im Bild, mein (und Flos) ehemaliger Super-Lehrer Peter Kumpf – er stand zu diesem Zeitpunkt an der Bar 🙂

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Zum Abschluss noch ein Nostalgieschnippsel aus dem Jahr 1997, der „Song for a Black Cat“, sowie – nach derart viel geschlagenen Akzenten – ein ausgleichendes Zitat der Komponistin Sofia Gubaidulina aus dem letzten SZ-Magazin, das mir bei der Zugreise in den Schoß viel:
>>Im Staccato des Lebens kann die Kunst das Legato wieder herstellen.<<

Hey, von wegen Abschluß, Flo wies mich ja noch auf die Denise PlugIn Schmiede hin, im Speziellen auf das Noize PlugIn.
Wird ebenfalls getestet!
Und schon nach wenigen Sätzen verlasse ich das vertraute weiße Rauschen in Richtung „pink noise“…

Art Blakey, Jon Hiseman & das andere Autotune

Oktober 5, 2019

In der heutigen taz wird Art Blakeys 100ster Geburtstag schön ausgeschmückt. Ganz im Sinne des Jubilars („I’m gonna stay with the youngsters“) höre ich was Frisches, Retrogott & Hulk Hodn „Arbeitanderbasis“ und stelle mir dabei die Jazzmessages des Meisters vor.

Eine andere Art der Verbeugung findet an diesem Wochenende bei den Ludwigsburger Trommeltagen statt. Die Veranstaltung huldigt dem 2018 verstorbenen britischen Drummer Jon Hiseman.
So wurde dafür das Colosseum Tourset des Briten ins 1. Schlagzeugmuseum überführt, wo es fortan angemessen seine Geschichte versprühen kann, vor allem wird es Flo Daunerder ja ein ganz spezielle Verbindung zu Jon Hiseman hatte – heute Abend betrommeln.
Dass ich mich ebenfalls geschwind ins innere dieser Burg begeben habe, ist ein selbstverständliches Muss – siehe Foto von Mic Scharf:

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Wikipedia weiß: >>Hiseman war Vertreter eines Legato-Sounds, den er wie folgt kennzeichnete: „Es ist meine persönliche Spielweise, dass ich Jazz- und Rock-Rhythmen miteinander verbinde. Ich spiele nie auf dem Beat, sondern es ist immer eine fließende, schwebende Bewegung in meinen Trommeln.“<<
Und genau dies scheint der Grund dafür zu sein, dass ich mich intuitiv dazu entschieden hatte mit einem DJ anzureisen, um eben genau das zu tun: verschiedene Genres und Kulturtechniken miteinander zu verbinden, um ein fließendes Set zu improvisieren.
Dass mir dafür der nette Herr Vogelmann eine weitere Hiseman-Referenz in Form einer Staccato Kick und eines Arbiter Floortoms auf die Bühne stellte, war nicht nur ein optisches Sahnehäubchen, sondern bestimmt auch der sagenumwobene „Glue“ für unsere Duo-Performance. Die passenden Geschichten dazu – dass Hiseman, der in den siebziger Jahren eigentlich DER Werbebotschafter des Arbiter Autotune Systems („Instant Tuning with a Bigger Sound„) war, bei einem Konzert in Göppingen notgedrungen auf einem Schlagzeug des örtlichen Musikalienhändlers spielen musste, welches ein Staccato war… –  solltet ihr euch aber bei einer Museumsführung vom Museumsbetreiber selbst erzählen lassen.

 

 

Breakfast with Elvin and Vinnie

September 8, 2019

>>The first thing in the morning, when we turn on our radios to make our breakfasts, I would like to hear something beautiful come over the airways and I think we can be stimulated by something artistic.<<
Elvin Jones in der „Different Drummer“ Doku aus dem Jahr 1979 (ab ca. 16.55′)

Kein Zufall also, dass 40 Jahre später Vinnie Colaiuta seine aktuelle Podcastreihe „Breakfast with Vinnie“ betitelt.

Cobham mit Pads

August 12, 2019

Durch einen Insta-Post von Gary Husband habe ich entdeckt, dass Billy Cobham sich (zumindest) in den Jahren 1996-98 auch mal ein paar e-Pads über die Rack-Tom-Reihe gehängt hat.

Bei diesem Stratus Intro-Solo wird ihnen dann ab und an auch ein Spezialeffekt entlockt:

Und Gary Husband erinnert sich vor allem an das Pistolenschuss-Sample in laut!

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Wenn man tiefer gräbt, findet sich auch folgender Abschnitt des musicradar Artikels „Billy Cobham on his stellar ’70s solo run and gear evolution“:

>>Inner Conflicts, the last of the studio albums for Atlantic, saw Cobham incorporate electronic percussion into his kit. „Yeah, but that wasn’t the first time I used it,“ he says. „The first time I used electronic percussion was in 1968 with a company called Meazzi. They had electronic drums in Italy [Tronicdrum], it worked out pretty nice but it’s not the same. It was just the very beginning, not only me but Jack DeJohnette, Max Roach and Tony [Williams], they approached the four of us. I went with the electric set, a set that you would never see go on a plane anymore.
„It came with a speaker cabinet as big as a door, we put a big bonnet-hat square case over it. It never broke down. It was so poorly made. That was the beginning of it. It all sounded like ‚pew, pew, pew‘ or ‚dat, dat, dat‘. Even the bass drum. There were no different sounds. You had four buttons but they all sounded like ‚dat, dat, dat‘.“<<

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via http://www.drumarchive.com/Hollywood/

Auch in die Entwicklung der Tama E-Drums wurde er wohl mit einbezogen, wie es vor 40 Jahren im Modern Drummer Mag zu lesen war (>>I have something in the works with Tama but nothing to really talk about at this point.<<)