Archive for the ‘Hiphop’ Category

Portnoy

Februar 13, 2019

 

Jetzt geht’s nicht um den Trommler (Mike), sondern um Edan, den HipHop-Produzenten, den Christian Werthschulte gestern in der taz dermaßen schön portraitiert hat:

>>Es gibt nicht viele Musikproduzenten, die von sich behaupten können, ein Genre geprägt zu haben. Edan Portnoy darf das – auch wenn es ihn nicht im Geringsten beeindruckt. Sein Kühlschrank sei voll und er könne die Miete bezahlen, das würde reichen, meint er. Der Grund dafür ist „Beauty and the Beat“ aus dem Jahr 2005, sein zweites Album überhaupt. Es ist ein „Sergeant Pepper’s“ für die Generation Sampling. Bis heute bekommt sein Schöpfer Mails, die ihn nach den obskuren Quellen für sein Album fragen. Edan diggte sich durch die Hochphase des 60er-Jahre-Psychedelic-Pops und stellte dessen entrückte Stimmfetzen neben Hallfahnen und Jazz-Samples, bei denen er den angesammelten Staub in der Plattenritze als Klangquelle gleich mitnutzte.
Wie seine großen Vorbilder, die Alte-Schule-Produzenten Afrika Bambataa und Prince Paul, ist HipHop für Edan eine Kunstform, die es erlaubt, mit Formen und Rollen zu brechen. Auf „Beauty and the Beat“ gestattete er gestandenen Polit-MCs, auch Spielzeuginstrumente zu spielen, und baute ihnen dafür ein Beatgerüst, das nicht am HipHop-Kanon aus Funk und Soul interessiert war und gerade deshalb so viele Fans fand.<<

>>HipHop habe viel Gutes bewirkt, sagt Edan heute im Interview mit der Website Stereogum, weil es Leute mit unterschiedlichen sozialen Hintergründen zusammengebracht habe. Aber genau dies ist im HipHop nicht mehr viel wert. Sampledelia ist durch minimalistische, elektronische Trap-Beats abgelöst und Wortkaskaden durch Autotune – Musik, die klingt, als habe Marie Kondo einmal akustisch für Ordnung gesorgt.
Aufs Aufräumen hat Edan aber keine Lust.<<

Delay-Hats

Januar 20, 2019

Checke Möglichkeiten aus, mit nur einer Hand – in meinem Fall mit der linken – Trap ähnliche Hihats zu zocken.
Ganz einfach funktioniert die Kombination von e-Drum (ich nehme hier das Roland SPD-ONE und lade meine Lieblings Trap Hat – kurz & hoch – in den freien Sample Platz) und Digital Delay (16tel, mit ein bis drei Wiederholungen, Wet/Dry-Mix auf 50/50).
Damit werden luftig-gebrochene Achtel- und Sechzehntelfiguren getrommelt.

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Um – im Idealfall – zusammen mit Anne Nguyens Dance Company „Par Terre“ zu performen…

I’m OJ

Januar 19, 2019

Immer schön: Essen bei Freunden! Und wenn dabei auch noch Blog-relevante Krümmel übrig bleiben, doppelt gut!!
In dem Fall ein schickes Jay-Z Video („The Story of O.J.„), inklusive transkribierungswürdigem Drumfill (bei 1.57′) und ein perfektes Spiel für Bands und Rhythmusverbände namens „Mind„.

Trap Style Drumming

August 28, 2018

Johnny Rabb freut sich über die Zusendung des Trap Style Drumming Lehrbuchs aus dem Hudson Verlag, ich mich über den indirekten Tipp!

Der Autor ist Drummer/Producer Gregory Sgrulloni (TORCH).

>>Trap music is known for its characteristic bouncy feel, which is typically in half-time and can range widely in tempo from between 95BPM and 190BPM. Some of the musical elements in Trap feature crisp and grimy sounding rhythmic snares and claps, melodically pitched “dive-bombing” drum fills, deep and boomy sub-808 kick drums, and “twitchy” clusters of double- and triple-timed hi-hats which are also referred to sometimes as “dancing hi-hats.”<<

Deutschstündchen

August 15, 2018

Es beginnt gleich mal mit einem Fremdwort, nämlich Cypher, dem Begriff für einen Freestyle-Staffel-Rap.
Und zack kommen sie raus, die 18  Gastredner, die sich anlässlich des MTV-Unplugged Albums von Samy Deluxe auf der MS Bleichen? im Hamburger Hafen eingefunden haben.
Viele Silben, viel Groove!

Toll, dass Matteo und Michael Grimm die (einst in Holland angekratzte) One-Kit-Two Drummer-Idee fortgeführt haben (u.a. eine gemeinsame Kick, gegenseitiges Muten):

One-Kit-Two Drummer-Idee

Der Teaser ist klasse, nun bin ich umso neugieriger, welche unterschiedlichen Klang-und Spielexperimente diesmal das Rhythmusgerüst einer akustischen Hiphop-Produktion (VÖ: 31.08.18) geformt haben.
Bisher weiss ich von maximal tief gestimmten Tama Octobans, der Gran Cassa-Extra-Kick, Kastagnetten-Snaps von Moutpercussion-Einlagen des enormen Killa Kella! Und von HazEs phattem Einsatz – Chapeau!

Fenster zum Hof

August 10, 2018

Den Duktus der Stieber Twins fand ich seit ihrer Zeile „fahre mit Neckermann am Neckar lang“ beeindruckend. Jetzt habe ich gelernt, dass Megalohs Dr. Cooper (der mir bei den Freundeskreis Gigs ausnehmend gut gefallen hat) auch in Heidelberg verortet ist. So höre ich mir das „Fenster zum Hof“ nun in voller länge an:

Danach sind – passenderweise – die Beat-Tracks von Don Philippe dran.

Als minimalistischen Gegenpol habe ich mir gestern im 2nd Hand Laden verschiedene Klavierwerke besorgt:
Debussy „Préludes for Piano Books I & II„, eine über 100 Jahre alte Musik, die >>consists of colours and rhythmically organized time<<
John Cage „Sonatas & Interludes for Prepared Piano“
(Die Klavierstücke von Karlheinz Stockhausen musste ich nach intensivem Reinhören dann doch stehen lassen…)

Jon Hassell passt im Anschluss. Auch er hat sein erstes Album auf bandcamp digital wiederveröffentlicht:

Freundeskreise

Juli 22, 2018

Der Sommer hat gerade mal begonnen und eigentlich kann ich jetzt schon (wieder) von schönsten Ferienerlebnisen berichten.
Erst familienverbundenes Abtauchen im Roten Meer, dann Musik und mehr mit verschiedenen Freundeskreisen:
Äusserst vertraut mit Netzer beim Stuttgarter JazzOpen Festival, kurze literarische Gartenpartie mit Schiller und Goethe in Jena, vor allem aber ein längeres Fill-In (für den tollen Grabi) beim bandgewordenen Freundeskreis – was für ein illustrer Zusammenschluss (hey, Matteo!), quasi perfekt gemachtes Bett zum ®einspringen!

https://www.arte.tv/de/videos/081619-017-A/freundeskreis-deichbrand-festival-2018/

In der kommenden Wochen folgt das Percussion Creativ Drumcamp, sowie DePhazz in Vaduz. Und dann gibt es für mich noch drei FK-Termine im Süden.

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Für den Blog hätte ich eine Neuentdeckung zum Thema Notenständer-Vermeidung, nämlich das umgedrehte, mit Gaffer auf der Kick befestigte 16″ Fell als ideale Zettelwanne. Um auch Windstößen gewappnet zu sein, wurde in V.1.2 von Backliner Felix noch ein Spanngummi durchtrennt und mit zwei Kabelbinderschlaufen in der Fellkrempe befestigt.

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Seoul Power

Juni 27, 2018

Viele schöne Töne, für Herz & Füße. Ein Mix, der gleichermaßen als Trost-Vorlage funktioniert oder als Startschuß für die Sommer-Party.

Ab nach draußen! (Und: Happy Birthday, dear laura!)

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PS. Wer es dubbig mag, schaut mal drüben, bei Ableton nach, dort wird auch aufgelegt (von den Seekersinternational)

PPS. wer doch auch noch gerne eine kommentierte Setliste für den Seoul Power Mix hätte, hier bitte:
Robert Johnson – a household name for clubbing & blues history („Me And The Devil Blues“, 1937)
Jill Scotts „A Long Walk“ im 2004er Jazzanova Remix, inklusive Leisering Beat Zuckerguss
Das Robert Glasper Experiment macht nochmals klar: Fußball hin-oder her, es ist ein „Lovely Day“ (2013). Und auch die Black Eyed Peas covern mit „What is it“ (1998) einen Sommerhit.
Als Matthias Vogt letzten Samstag im Yachtclub Romanthony auflegte, war klar, dass ich das „Wreck“ (2000) mal wieder rausholen muss.
Poliça ist reingerutscht, da mich später tatsächlich meine Mama besuchen kommt! (Nice, „I see my Mother“, 2012). Stud schafft mit „Pads“ (2013) den perfekten Break, Metheny hängt sich mit „Icefire“ (vom 77er Watercolors Album) dran, Molvaer und Oswald transferieren den ruhigen Schönklang zu Soundsystem Vibes („Transition“, 2013), quasi als Übergang in die Nacht, die mit Losoul „Daddy what’s a rise“ nicht besser losgehen könnte (- so dass ich gegen Ende – voll motiviert – auch noch die Triangel rauskrame und auf die Vermona DRM eindresche…

PPPS. ich war heute schon auf dem Dach

smple

Februar 14, 2018

Ein kleiner Semesterferien Beitrag für Valentin: sollte es Dir langweilig werden, gäbe es hier noch einen guten Überblick zum Thema Sampling 🙂

>>Sampling is the use of someone else’s recording within your own to create something new. It can range from lifting sections of drums or other isolated instruments to entire musical ideas and right down to milliseconds of material. It’s such a common technique that we’ve developed instruments to solely perform this function, it’s studied at universities, there are even laws governing it and there are companies based around exploiting loopholes and workarounds.<< [Quelle]

Don’t cry, I’ll never stop loving you

Dezember 10, 2017

Jetzt gibt es doch noch einen, dem zweiten Advent angemessenen Blogbeitrag, der feierlich jazzig* beginnt

und via nicht weniger emotionalem J Dilla** Masterpiece

bei einem schönen Kurzfilm über die Akai MPC und eben diesen Dilla (der sich die Maschine als Instrument ausgesucht hat) landet.

* a propos Jazz: der tolle Jochen Rueckert hat sich entschlossen sein Wissen in Form von vier zwanzigminütigen Videoeinheiten rauszuhauen!

** hier die spannende Studenten-Arbeit Dilla Data: >>We obtained the artists and titles of every song Dilla had sampled on official releases and looked for trends in this data<<