Archive for the ‘Hiphop’ Category

Lustwerk

November 22, 2019

„Information“ von Galcher Lustwerk ist ein super Album – für mich die legitime Fortführung des Fun Lovin‘ Criminals Flows.

fool yourself!

November 10, 2019

Bin Langzeit-Fan der Zugreise!
Nicht nur dass man die Zeit schön für sich nutzen kann – von gepflegter Langweile bis zum gepflegten Kulturprogramm ist ja alles möglich und je nach momentaner Verfassung wohltuend (beispielsweise höre ich mich – angespornt durch die gestrige Backstage-Jukebox von Arne Jansen – gerade durch den Little Feat Backkatalog jenseits des bekannten Breaks),  ab und an ergibt sich ein zufälliges, spannendes Gespräch (wie gestern mit Michael Rother), vor allem aber werde ich (ohne selber zu schleppen…) immer wieder aufs Neue von dem gestellten Drumkit überrascht:

Im weiteren Verlauf der Heimreise werde ich mich den Drum-Hacks des Home of Drum Netzwerks widmen…

… und weil’s dann doch mal wieder länger ging als geplant (Verspätung), kann ich noch diverse schöne Positionen aus dem Hancock Interview in der F.A.S.  unterstreichen 🙂

PS. ebenfalls schön gelb: ein, zwei Tennisbälle, mit denen sich Wartezeiten hervorragend verkürzen lassen, wie mir Maik Schott im Backstage gezeigt hat.

Sudoku für Trommler

November 4, 2019

Berlins Chef-Drumtrainer Dirk Erchinger hat im FB ein onomatopoetisches Rätsel gestellt:
>>OldSchoolHipHop Alldder!!!
I: Bum back bum bum bum back bum bum bum tsche back bum bum bum dat dada tschickischickibum tschicki :I
Wer den Beat erkennt kriegt n Eis… strengt euch an😜🥁😘<<

Angespornt durch die Aussicht auf ein Eis, wollte ich die Lautmalerei unbedingt zuordnen können und habe sie erstmal zu notieren versucht.

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Zeile 1 schien mir schlüssig und in Gedanken war ich längst bei 2Pac („Only God can judge me now“), Faith Evans („Love like this“) und A Tribe Called Quest („Check the Rhime“), allesamt stark auf die Viertel fokussierte Tracks bzw. Intros.
Beim Gegenhören jedoch leider Fehlanzeige.

Beim Scannen der Oldschool-Hiphop-Listen bin ich an Notorious B.I.G. hängengeblieben – fetter Track, den ich erst vor kurzem wiederentdeckt und direkt zur Hochschule für die Studierenden mitgeschleppt hatte.

Und zack, fiel der Groschen, die ursprünglich Kick-Annahme war falsch. Und so wie der zweite Beat hingekritzelt wurde passt plötzlich alles – Hurra!

Jetzt habe ich nicht nur ein Eis gewonnen – hier wünsche ich mir übrigens das unsichtbare aus der Sesamstrasse – sondern die Erkenntnis, wie ich die Bestandteile eines Beats zwar in der angedachten Reihenfolge lassen, aber durch zeitliches Dehnen und Strecken der Events spannende Transformationen bewirken kann.

Da sage ich mal laut: Danke, Dirk! Und hoffe auf weitere Drummer-Sudokus.

Art Blakey, Jon Hiseman & das andere Autotune

Oktober 5, 2019

In der heutigen taz wird Art Blakeys 100ster Geburtstag schön ausgeschmückt. Ganz im Sinne des Jubilars („I’m gonna stay with the youngsters“) höre ich was Frisches, Retrogott & Hulk Hodn „Arbeitanderbasis“ und stelle mir dabei die Jazzmessages des Meisters vor.

Eine andere Art der Verbeugung findet an diesem Wochenende bei den Ludwigsburger Trommeltagen statt. Die Veranstaltung huldigt dem 2018 verstorbenen britischen Drummer Jon Hiseman.
So wurde dafür das Colosseum Tourset des Briten ins 1. Schlagzeugmuseum überführt, wo es fortan angemessen seine Geschichte versprühen kann, vor allem wird es Flo Daunerder ja ein ganz spezielle Verbindung zu Jon Hiseman hatte – heute Abend betrommeln.
Dass ich mich ebenfalls geschwind ins innere dieser Burg begeben habe, ist ein selbstverständliches Muss – siehe Foto von Mic Scharf:

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Wikipedia weiß: >>Hiseman war Vertreter eines Legato-Sounds, den er wie folgt kennzeichnete: „Es ist meine persönliche Spielweise, dass ich Jazz- und Rock-Rhythmen miteinander verbinde. Ich spiele nie auf dem Beat, sondern es ist immer eine fließende, schwebende Bewegung in meinen Trommeln.“<<
Und genau dies scheint der Grund dafür zu sein, dass ich mich intuitiv dazu entschieden hatte mit einem DJ anzureisen, um eben genau das zu tun: verschiedene Genres und Kulturtechniken miteinander zu verbinden, um ein fließendes Set zu improvisieren.
Dass mir dafür der nette Herr Vogelmann eine weitere Hiseman-Referenz in Form einer Staccato Kick und eines Arbiter Floortoms auf die Bühne stellte, war nicht nur ein optisches Sahnehäubchen, sondern bestimmt auch der sagenumwobene „Glue“ für unsere Duo-Performance. Die passenden Geschichten dazu – dass Hiseman, der in den siebziger Jahren eigentlich DER Werbebotschafter des Arbiter Autotune Systems („Instant Tuning with a Bigger Sound„) war, bei einem Konzert in Göppingen notgedrungen auf einem Schlagzeug des örtlichen Musikalienhändlers spielen musste, welches ein Staccato war… –  solltet ihr euch aber bei einer Museumsführung vom Museumsbetreiber selbst erzählen lassen.

 

 

Stücke mit einem neuen Beat, der später zur Grundlage des Hip-Hop werden sollte

Oktober 4, 2019

Die Überschrift kommt aus dem Munde von Joe Zawinul bzw. aus Günther Baumanns Buch „Zawinul – Ein Leben aus Jazz“.
Es geht um den 1973er Track „125th Street Congress„, um Eric Gravatt und Herschel Dwellingham:

Ich habe die Weather-Report-Drummer-Episode (Seite 114) mal zu einer kleinen Kollage zusammengekürzt:

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Hey, und ab ins Ludwigsburger Schlagzeugmuseum!!

Summer Drugs

Juli 28, 2019

Neulich richtete ich die Shazam App auf einen Ghettoblaster im Skatepark und entdeckte „Lndn Drgs„. Zunächst eine schöne Erinnerung an den G-Funk von Snoop Dog, Tupac & co., anschließend ein Trip (eigentlich unser Familienurlaub), der mir sonderbare Erfindungen zuspielte. Wie beispielsweise den Mattenklopfer, den geschmacklosen Eishocker oder die Donut-Garage im Badezimmer.*

Auch die Fantasie drehte auf Hochtouren und ich richtete mir in Gedanken eine ausrangierte Gondel als solarbetriebenes Workspace ein, das sich sowohl auf ein großstädtisches Flachdach oder in den Schrebergarten stellen lässt.

Mittlerweile höre ich mir all jene Musiktipps durch, die ich von Freunden erhalten habe – ganz gemütlich, im schattigen Park.
Ab und an wird ein Ohr freigelegt um den Vögeln zu lauschen.

Übrigens: Ich sammle von jetzt an all die interessanten Tipps, Weiterverfolgungswürdiges, Moment-Schnippsel und Neuentdeckungen in einem einzigen Spotify Container, bzw. in dieser Ideen-Gondel:

*Nachtrag: auch der mit Mozartkugel bestückte Putz-Caddy des Salzburger Hotels sollte nicht unerwähnt bleiben…IMG_2393

Milchmonster & Sopransaxofon

Mai 20, 2019

 

Vermutlich liegt es an den Bohnen und der Tagesform, dass es in der Nähe meiner Kaffeemaschine manchmal genau so riecht, wie in der Eisdiele meiner Kindheit. Stellt sich dieser Wohlgeruch zufällig ein, vermag auch grau(sam)stes Regenwetter nicht, das Frühlingsgefühl zu vertreiben. Dann entsteht halt Freizeit zu Hause: zum Milchmalen, Zeitungslesen und Musikhören. Und dass ich heute auf zwei völlig unterschiedlichen Wegen bei Brandford Marsalis gelandet rahmt den Wochenstart angemessen ein.

Angefixt durch ein rudimentäres Scofield Musikvideo aus dem Jahr 1986, hörte ich das „Still Warm“ Album durch. Im direkten Anschluß eine weitere Produktion mit derselben Rhythmusgruppe (Omar Hakim und Darryl Jones) aus demselben Produktionsjahr an, Stings „Bring on the Night„. Diesmal blieb ich nicht bei Kenny Kirkland Klaviersolos hängen, sondern bei Brandfords hochmusikalischen Antworten auf den Leadgesang, wie beispielsweise in „Cosider me gone“.
Diese Art von Call & Response ist meiner Meinung nach ein optimaler Einstieg, um dem geneigten Jazzdrummer die Idee der Trading Solos nahezubringen.

Heute las ich einen Konzertbericht über die „Gods of Rap“ (Wu-Tang Clan, Public Enemy und De La Soul) in dem der Autor Gareth Joswig schlussfolgerte: >>Dass das Konzept aufging, lag hauptsächlich an DJ Premier, auch Premo genannt, der als Gastgeber die Acts zusammengetrommelt hatte. Er band die Konzerte mit sensationellen DJ-Sets zusammen.<<
Also surfte ich seinem Schaffen ein wenig hinter, checkte dessen Transformierung von Hancocks „Jessica“, besuchte sein Wohnzimmer Konzert mit Band und landete schließlich bei Buckshot LeFonque, sprich bei Brandford Marsalis in den Neunzigern.

 

Mal schauen, was bei den anstehenden Gigs mit Nils Wülker (23. Lüneburg, 24. Bochum, 26. Altena) davon einfliesst…

Don’t Change Your Love

April 16, 2019

Kaum zurück in Frankfurt, geht’s gleich weiter auf die nächste Zeitreise:
Montagmittag um 14 Uhr auf der Dippemess ist machbar, noch nicht so voll und trotzdem sind die Kassenhäuschensprecher im Flow als wäre Samstagnacht! Auch im Mukke-Cluster blitzt immer wieder mal eine Perle auf. So bin ich durch „Mo Money, Mo Problems“ dann komplett auf Notorios B.I.G. hängeblieben und habe mit „Everyday Struggle“ nicht nur ein weiteres schön verstimmtes Sample entdeckt, sondern den Bomben-Break „Don’t Change Your Love“ wieder erinnert:

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Passend zum Nostalgieschub, die Seite 271 aus Heinrich Steinfests aktuellem Roman „Der schlaflose Cheng„:

>>Als Cheng nach draußen aufs vordere Deck trat, brach soeben die Abendsonne durch einen breiten Riss in der Wolkendecke und verlieh den vorbeitreibenden Eisbergen den farblichen Glanz von altem, angegrautem Rosa. So ein Rosa, das manch einer als Großmutterrosa bezeichnen würde, bei dem Cheng aber an einen bestimmten Wassereisschlecker aus den frühen 1970er-Jahren denken musste. Dieser hatte aus einer einzigen zylindrischen Form bestanden und den Namen Lutscher getragen. Ein Totem von Eis. Er hatte genau einen Schilling gekostet. 1 Schilling! Nicht 0,99.
Natürlich würde man heutzutage keine Marke mehr Eskimo taufen und keinen Lutscher mehr Lutscher. Und von der Währung Schilling zu sprechen klang so, als rede man über den in Entenhausen gebräuchlichen Taler. Doch für Cheng hatte die Erinnerung an dieses Eis seiner Kindheit, das praktisch dort draußen zu arktischer Natur verwandelt vorbeischwamm, etwas Besänftigendes. Die Erinnerung an eine größtmögliche Einfachheit, die größtmögliche Freude bereitet hatte.<<

Portnoy

Februar 13, 2019

 

Jetzt geht’s nicht um den Trommler (Mike), sondern um Edan, den HipHop-Produzenten, den Christian Werthschulte gestern in der taz dermaßen schön portraitiert hat:

>>Es gibt nicht viele Musikproduzenten, die von sich behaupten können, ein Genre geprägt zu haben. Edan Portnoy darf das – auch wenn es ihn nicht im Geringsten beeindruckt. Sein Kühlschrank sei voll und er könne die Miete bezahlen, das würde reichen, meint er. Der Grund dafür ist „Beauty and the Beat“ aus dem Jahr 2005, sein zweites Album überhaupt. Es ist ein „Sergeant Pepper’s“ für die Generation Sampling. Bis heute bekommt sein Schöpfer Mails, die ihn nach den obskuren Quellen für sein Album fragen. Edan diggte sich durch die Hochphase des 60er-Jahre-Psychedelic-Pops und stellte dessen entrückte Stimmfetzen neben Hallfahnen und Jazz-Samples, bei denen er den angesammelten Staub in der Plattenritze als Klangquelle gleich mitnutzte.
Wie seine großen Vorbilder, die Alte-Schule-Produzenten Afrika Bambataa und Prince Paul, ist HipHop für Edan eine Kunstform, die es erlaubt, mit Formen und Rollen zu brechen. Auf „Beauty and the Beat“ gestattete er gestandenen Polit-MCs, auch Spielzeuginstrumente zu spielen, und baute ihnen dafür ein Beatgerüst, das nicht am HipHop-Kanon aus Funk und Soul interessiert war und gerade deshalb so viele Fans fand.<<

>>HipHop habe viel Gutes bewirkt, sagt Edan heute im Interview mit der Website Stereogum, weil es Leute mit unterschiedlichen sozialen Hintergründen zusammengebracht habe. Aber genau dies ist im HipHop nicht mehr viel wert. Sampledelia ist durch minimalistische, elektronische Trap-Beats abgelöst und Wortkaskaden durch Autotune – Musik, die klingt, als habe Marie Kondo einmal akustisch für Ordnung gesorgt.
Aufs Aufräumen hat Edan aber keine Lust.<<

Delay-Hats

Januar 20, 2019

Checke Möglichkeiten aus, mit nur einer Hand – in meinem Fall mit der linken – Trap ähnliche Hihats zu zocken.
Ganz einfach funktioniert die Kombination von e-Drum (ich nehme hier das Roland SPD-ONE und lade meine Lieblings Trap Hat – kurz & hoch – in den freien Sample Platz) und Digital Delay (16tel, mit ein bis drei Wiederholungen, Wet/Dry-Mix auf 50/50).
Damit werden luftig-gebrochene Achtel- und Sechzehntelfiguren getrommelt.

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Um – im Idealfall – zusammen mit Anne Nguyens Dance Company „Par Terre“ zu performen…