Archive for the ‘Hiphop’ Category

The Spirit of the 808

Juli 20, 2017

Hey, kaum zurück, zack in der Amazon-Videothek die 808 Doku von Alex Dunn ausgeliehen und Relevantes (und Schönes und mir Neues) abgeschrieben.
Home Uni Syle!

Pre-808. früher Preset-Groove: Timmy Thomas „Why Can’t we Live Together“ (1972)

S.O.S. Band „Just Be Good To Me“ (1983)

T La Rock & Jazzy Jay „It’s Yours“ (1984)

Tr-808 Aufgenommen und rückwärts abgespielt („Hendrix style“): Beastie Boys  „Paul Revere“ (1986)

Dr. Dre bringt die Boom Bass auf’s Parkett: Original Concept „Knowledge Me“ (1986)

Boom auf die „1“ und mit anderer Kick kombiniert: Public Enemy „Yo!Bum Rush The Show“ (1987)

Miami Bass! L’Trimm ‎“Cars With The Boom“ (1988)

Gesampelt/Gestimmte 808 Kickdrums als Bassersatz. Die Blaupause für Jungle und Drum’n Bass: Dynamix II „Just Give The DJ A Break“ (1987)

Zeitsprung: Usher „Yeah!“ (2004)

und die laut Felix Da Housecat >>beste 808 Produktion der letzten zehn Jahre<<: Felix Da Housecat „Kickdrum“ (2009)

Den kompletten House-Techno-Jungle Erzählstrang habe ich mal ausgeklammert, aber auf das Schlussinterview mit dem (zunächst ACE) dann Roland Firmengründer Ikutarō Kakehashi möchte ich unbedingt noch hinweisen.

Breaks / Breakbeats

Juni 29, 2017

Dr. Jason Hockmans „Breakbeat Deconstruction: From Hip Hop to Drum & Bass and Beyond“  ist ein informatives 35 minütiges Video zur programmierten Gestalt des Break(beat)s – seineszeichen Rückgrad (fast) all jener elektronischen Tracks/Genres, die NICHT eine durchpulsierende Four-On-The-Floor-Kick unterlegen.

 

ab sofort nenne ich das hier: Journal

Juni 27, 2017

Das war ein Literatur-Dienstag heute: vormittags Sprachaufnahmen, abends dann die inspirierende Gesprächs-Lesung von Jürgen Becker (>>Die Erinnerung gibt es nicht, man muss sie herstellen<<) und Marcel Beyer (>>Der Preis der Detailwahrnehmung ist das Fehlen der Übersicht – das Gesamtbild können immer nur andere liefern<<).
Und jetzt: nichts wie ab ins Bett – weiterlesen! (Die Einzelsamples zum 25 jährigen Jubiliäum von Gang Starrs ‚Daily Operation‘ müssen warten.)

PS. In Anlehnung an Herrn Becker letzte Bücher schreibe ich meine Erinnerungen fortan nicht mehr in meinen Blog, sondern ins Journal!

Survival of the Fittest

Juni 25, 2017

Eigentlich wollte ich über meinen Muskelfaserriss schreiben, der mich gestern während eines gemütlich gepflegten Rasenkicks beim Klassenfest der 3D überrumpelte – ein komisches Gefühl, als ob das gespannte Gummi einer Steinschleuder im Oberschenkel wegschnalzte – ich wollte von der PECH Faustregel erzählen und der mahnenden Erkenntnis, dass ich mich zukünftig konsequenter warmmachen muss.
Dann jedoch erinnert mich eine ältere Süddeutsche daran, dass der New Yorker Rapper Albert Johnson alias Prodigy des Duos Mobb Deep letzte Woche verstorben ist und ich folge ihrer Empfehlung und >>höre nun zu Ehren Prodigys also nur noch einmal so fabelhaft schroff-verschleppte Songs wie „Survival of the Fittest“<< Oder gleich das ganze ’95er Album „The Infamous“, ein >>herausragendes Werk des Ostküsten-Raps der Neunzigerjahre<<, >>one of the cornerstones of the New York hardcore movement<<.

Ah, schön – auch mal in einem Hiphop Track eine „verschleierte Eins“ und den Moment des „turn the beat around“ zu spüren: der S.O.T.F. Piano-Hooks sei Dank.
Und dann noch das grandiose Loop-Fundament von „Temperatur’s Rising“ – da freut sich das Jazz-Kind über den Patrice Rushen Zweitakter.

PS. so eine Adduktoren Zerrung ist unangenehm, aber dem Schlagzeugspielen stellt sie sich nicht in den Weg; jedenfalls mein linkes Bein machte gestern Abend in Gmünd tapfer und schmerzfrei mit…

elektrischer Kuss nach neun Vierteln im falschen Ferrari

Juni 13, 2017

Exotischer Start heute: Bei der Frühstückslektüre bleibe ich an zwei starken Umschreibungen hängen – Leipziger Kuss & The Wrong Ferrari – und dazu spielt Hamiliton Bohannon seinen trancig-tanzbaren Loop im 9/4 Takt mit permutierenden Akzenten („South African Man):

9-4- South African
Christian Werthschulte schreibt in der taz über den „Leipziger Kuss“ anno 1740 (bei dem eine  junge Frau eine stromleitende Flüssigkeit auf ihren Lippen trägt, die funkt, sobald sie geküsst wird):
Georg_Matthias_Bose

Und Johannes Voigt bespricht eigentlich das neue Marteria „Roswell“ Album (gut). Als es aber an den begleitenden 60-Minuten-Film „Antimateria“ geht (der in Südafrika gedreht…) sehnt er sich eher nach einem Trash-Trip mit der Qualität von Adam Greens iPhone-Vid „The Wrong Ferrari

 

Peng!

Mai 31, 2017

Die beiden alten Videos machen Lust…

 

…auf das neue Album von Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi:

KreisMusik in Bild und Ton, interessante DIY Schlagwerkinstrumente inklusive.

Und als Gegenpol direkt weiter zu Lubomyr Melnyk

Sound Systems

April 4, 2017

Internet-Uni: Auf Arte Creative gibt es zehn kur(weilig)e Folgen rund um das jamaikanische Sound System:

1 Die Urväter des Sounds
Punany Poets
Ghettoblaster
4 Car Clash
5 Rastaman Migration
6 Tecnobrega Monsters
7 Pimp my Sound
8 Like a Sachs Machine
9 Despacio Odyssee
10 Save our Sounds

Wieder viel gelernt! Und so lege ich gleich mal den neu entdeckten „Singjay“ Tenor Saw zum Frühstück auf.

Und danach testet die von Eward Maclean und seinen FB-Freunden erstellte Liste der „100 epic Soul, Funk, Pop and HipHop Basslines“ mein Sound System der Stunde…

musikalische Früherziehung

Februar 4, 2017

nachhören

Januar 3, 2017

In letzter Zeit sind viele Tipps und Geschenke eingetrudelt, die ich mir jetzt nach und nach anhöre. Hier ein paar Neuentdeckungen mit tollen Stellen, Klängen, Grooves.

Weather Report „Where The Moon Goes“  (1983)
Diesen Track habe ich durch die 2016 RIP Playlist von Peanut Butter Wolf entdeckt. Mit nice 6/4 Clap-Backbeat und frischer, blind gesignter Rhythmusgruppe (Omar Hakim, Victor Bailey, José Rossy).

Dass ich beim Weiterforschen durch Zufall den legendären Hakim-Mülleimerdeckel in diversen Live-Mitschnitten aus den Jahren 1983 und 1984 sichten konnte, war eine große Freude!

Idris Muhammad „Wander“ (1970)


Ich zitiere dazu die Linenotes von Bob Porter >>Idris has his longest solo of the date here and toward the end introduces tuned tom toms so that a weird melange of sound is the result<<.

Gang Starr „No shame in my game“ (1992), Crusaders „In the Middle of the River“ (1973)
Dieser Track ist das perfekte Beispiel für einen herunter gepitchten Breakbeat, du kannst ihn dir in drei Geschwindigkeiten/Stimmungen an. Der originale Crusaders Schnippsel (ab 0.22′) läuft dabei am schnellsten, bei Gang Starr gibt es die ultra langsame und in die Tief gezerrte Version im Intro und nach der Ansage >>speed up this track and I’m (gonn)a drop the latest facts<< dann ab o.35′ der amtliche Beat, schmoove!


Narada Michael Walden „Mango Bop“ (1977)
Ich meine festzustellen, dass Herr Walden bei discoiden Grooves die Hihat gerne auf den Zählzeiten „eins und“, sowie „drei öffnet.

Alphonso Johnson „Earthtales Suite“ (1977), Eins Zwo „Bombe“ (2001)
Das ist jetzt musikalisch nicht ganz mein Fall, aber das (von David Igelfeld?) getrommelte weisse Rauschen ab 3.35′ ist eine Klangfeuerwerk für sich! Kein Wunder, dass sich Eins Zwo im selben Track bedient hatten und ihre Weiterentwicklung „Bombe“ tauften…

Und wo wir schon bei Eins Zwo sind: „Der Eine & der Andere“ hat auch ein schönes Beatgerüst!

Wolfgang Haffner „Ning“ (2006)
Super Filzklöppel Snare Sound, ohne Teppich, dafür mit elegant gegateter Resonanz…
(wie der Klang tatsächlich zustande kam, muss ich mal bei Gelegenheit erfragen…)

Zum Abschluß noch der sagenhafte Snaresound des Alex van Halen, den sein Bruder synästhetisch als „brown sound“ wahrnimmt (>>I’ve always thought Alex’s snare drum sounds like he’s beating on a log. It’s very organic<<), anderer Fans fast lyrisch empfinden >>It’s mildly chalky, but has a kiwi juicy ring to it’s decay<<.
Die Basis ist wohl meistens eine 6,5″ Ludwig Metallsnare, die dem Gerücht nach anstelle eines speziellen Resonanzfells ein klares, einschichtiges Standardschlagfell auf der Unterseite trägt, dafür aber mit einem fetten 42 Spiralenteppich nachraschelt.
Sie wird direkt mit einem profanen SM57 eingefangen, zusätzlich aber mit eher weiter entfernten Raummikrofonen klanglich geformt.
Und was die Trommel im Allgemeinen angeht, so postuliert der Meister selbst: >>I think a drum should resonate freely, not be taped up or damped; and it should have both of its heads on<<.

Und zum schönen Abschluss noch das 2015er Album von Kendrick Scott „We are the Drum“:

Hier noch die Einsicht, wie Herr Scott seine Snaredrum sprechen lässt:

Rock’n Roll vs. Spiritual Jazz

Dezember 16, 2016

Du kannst wählen zwischen einem knapp zwei Minuten kurzen 1A Rock’n Roll Tutorial inklusive Fingerdrumming-Show-Off, oder einem zwölf Stunden langen Mix-Querschnitt durch die Geschichte des spirituellen Jazz von 1957 bis heute (featuring >>recognised pioneers Sun Ra, John & Alice Coltrane, Don Cherry and Pharoah Sanders alongside the likes of South African songstress Letta Mbulu, Brazilian percussion maestro Airto, early incarnations of Earth, Wind & Fire and the great Gil Scott-Heron<<), mit Tracklist und allem drum und dran.

Für den zweiten Teil leihe ich mir von der Redbullmusicacademy mal eine passende Bildidee:

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Aber bevor ich mich auf die große Jazz-Rock-Verbindung einlasse, werfe ich noch geschwind einen Blick auf (die) „Freie Radikale“ und Dendemanns Böhmermann-Abschied; eine weitere deutsche Rapgeschichte: