Archive for the ‘Plugin’ Category

Staccato des Lebens?

Dezember 15, 2019

Donnerstag und Freitag waren zwei schöne Trommlertage:
So hörte ich mir begeistert das Konzert des Münchner Quintetts Fazer an, bei dem die beiden Schlagzeuger Sebastian Wolfgruber und Simon Popp äußerst ausgecheckte Patterns in herrlichem Blending präsentierten, mal unisono, oftmals komplementär, immer klangvielfältig (siehe auch d&p 05/2019).
Im Nachgang erkundige ich jetzt das LBT Trio, das Popp-Album „Laya“ und bestelle mir direkt ein Meinl „Galaxy“ Wasserraumschiff…

Dass Simon zusammen mit Flo König die „Bum Bum Zack“ Trommelschule betreibt passt wie gemalt, denn Flo würde ich am darauffolgenden Tag, zusammen mit vier weiteren Drummern in meiner Heimatstadt treffen, die allesamt einen Bezug zum Schorndorfer Saxophonisten Dieter Seelow hatten, der diesen Dezember 80 Jahre alt geworden wäre.
Inmitten der Feierlichkeiten, hier kurz vor Aktion (v.l.n.r.): Flo KönigDaniel Messina, OR und Kay Richter. Leider nicht im Bild, mein (und Flos) ehemaliger Super-Lehrer Peter Kumpf – er stand zu diesem Zeitpunkt an der Bar 🙂

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Zum Abschluss noch ein Nostalgieschnippsel aus dem Jahr 1997, der „Song for a Black Cat“, sowie – nach derart viel geschlagenen Akzenten – ein ausgleichendes Zitat der Komponistin Sofia Gubaidulina aus dem letzten SZ-Magazin, das mir bei der Zugreise in den Schoß viel:
>>Im Staccato des Lebens kann die Kunst das Legato wieder herstellen.<<

Hey, von wegen Abschluß, Flo wies mich ja noch auf die Denise PlugIn Schmiede hin, im Speziellen auf das Noize PlugIn.
Wird ebenfalls getestet!
Und schon nach wenigen Sätzen verlasse ich das vertraute weiße Rauschen in Richtung „pink noise“…

SPre

November 26, 2019

Schönes Nostalgie-Umsonst-PlugIn bei Analog Obsession. Der SPre emuliert den Preamp und die Filtersektion eines alten EMU SP1200 und hat darüberhinaus auch noch die passende Pitch up/down (+/-12) mit an Board.
Oldschool Klangfärbung!

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golden

Oktober 25, 2019

War die Woche über im absoluten Wohlfühl-Studio von Axel Reinemer (Jazzanova Recording Studio) und habe mich dank ausschliesslichem Oszillieren zwischen kreativem Trommen und Ausruhen komplett von Alltag und Gadgets entkoppelt.
Im Nachhall* kommen jetzt einige Tipps und Entdeckungen hoch:

– Essen im Michelberger Hotel ist besonders (lecker). Weiss nicht, warum ich gerade
dort beim Frühstücken darüber nachgedacht habe, mal so zu essen wie ein DJ Platten ineinander mixt – sprich verschiedene Buffet-Bausteine auch auf untypische Weise zu überlagern – wenn klassischerweise Butter und Marmelade auf dem Brot landen, könnten dort ja mehrere Marmeladensorten aneinander gereiht oder ein Schokoaufstrich mit was Beerigem kombiniert werden, gar Rührei zusammen mit Hummus im Mundraum vermengt werden… – ist vermutlich der Nähe zur kürzlich beendeten Hattler-Tour geschuldet (Hellmut experimentiert mit Frühstücksangebot eigentlich immer schon sehr neugierig).
– Das Isotope PlugIn RX7 soll das perfekte Tool sein, um übersprechen Clicktracks unmerklich entfernen zu können.

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– Berlin wartet aufs Echo – klasse!, ich mache das erheiternde Mauerfall-Quiz im Suedeutsche Magazin und freue mich wie ein König auf zu Hause und einen goldenen Herbst in Frankfurt!
* >>Ein schlauer Mensch mal gesagt: Du kannst das Leben nur vorwärts Leben. Und rückwärts verstehen.<< (aus Friedemann Karig „Dschungel“)

elektrisch trommeln, Motorik, Transienten

August 19, 2019

Gestern habe ich im Park das Taschenlehrbuch „The Art of eDrumming“ in einem Rutsch durchgelesen, ein  mit 41 anschaulich illustrierten Tutorials gut erklärendes Nachschlagewerk und Workbook. Es is für £19.99 direkt beim Autor Sebastian „Bid“ Beresford bestellbar.
(Rezi folgt)
Dort habe ich auch die Geschichte des dänischen Trommler Felix Visser erfahren, der 1967 eine Acetone Rhythmusmaschine umgebaut hat, um deren Klänge mit den Händen trommeln zu können.

Mockups Design

Am Abend spielte mir der Zufall dann einen Link zu Arte Doku über Klaus Dinger zu. „Klaus Dinger, Urvater des Techno“ läuft jetzt zum Frühstück.
Da Motorik nicht nur diesen Rhythmus beschreibt

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sondern generell für die Bewegungskunst steht, kann ich mir folgende Randbemerkung nicht verkneifen: neulich erfuhr ich nämlich einen kleinen Quantensprung auf der öffentlichen Slackline, als ich realisierte, dass ich deutlich länger stehen bleibe, sobald ich einen Groove singe und passend mitwippe 🙂

Schließlich wollte ich noch das Eventide PlugIn „Punctuate“ auf den Notizzettel schreiben, diesen vielversprechender „multi-band transient modulator“.

 

Die Christo Sidesnare

Juni 18, 2019

Aus einer einfach festgeklemmten Luftpolsterauflage ergab sich die Christo ähnliche Verhüllung meiner Meinl 8″ Timbale-Snare.
Das vermeintliche Kunstobjekt besticht durch seinen TR-909 verwandten, vor allem aber nicht zu aufdringlichen Sound und läßt sich daher auch gut in kleineren Venues mit einem getriggerten Sample unterlegen. (Ich splitte dafür das Snare-Mic, schicke dieses Signal durchs Audiointerface ins Ableton und bemühe dort ein ApTrigga 3 PlugIn für die Klangdopplung.)

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Hier neulich mit Nils Wülker in Lüneburg (Foto von Joachim Soltau).
Und ein Blick auf die Ableton Session:

NW ApTrigga Sidesnare

DIY Slicer

Mai 18, 2019

Ich kann meine Echodrums auch unhörbar verwenden, in dem ich sie beispielsweise in den Sidechain-Eingang eines Gates schicke, um ein dort anliegendes Signal (Synth Pad, Mitmusiker, o.ä.) rhythmisch (je getapptem Delaytempo) stummzuschalten. Die Länge der Unterbrechung regle ich dann mit dem Hold-Poti.

Funktioniert gleichermaßen mit Outboard oder in der DAW:

Echodrums - Delay plus Sidechaingate gleich Slicer

Der große Vorteil gegenüber Fertiglösungen (wie z.B. Boss SL-20) liegt in der Freiheit, nicht an ein metronomisches Tempo gebunden zu sein.

H3000

März 3, 2019

Philipp Danzeisen trommelt sich durch die Eventide H9000 Presets…

und durch den PlugIn Ableger (H3000 Factory)

von Fat Time zu fast jeder

Februar 7, 2019

Ich weiß gar nicht warum ich mich neulich mal wieder durch die 1980er Alben von Miles Davis hörte. Wie es der Zufall will, konnte ich jedenfalls dadurch die Bassline des kurz vorher geposteten Netzer-Videoschnippsels (aus dem Jahr 2011…) einordnen.
Klingt nach „Fat Time“ (ab 0.33′):

Im weiteren Verlauf sprang ich von „Decoy“ zu „MD1/Something’s On your Mind/MD2“ (damals für mich der Hit auf „You’re under Arrest„), schwelgte vom „Star PeopleOpener und beschloss, tiefer in die wunderbare Welt der Mileschen Oberheim-Synth-Begleitung vorzudringen.
Leider fand ich im ganzen WWW nicht ein einziges Miles-Davis-OB-X-Hotlick, kein Instructional-Vid zum typischen MD-OB-X-Sound, keine Abschlussarbeit über die kantig-kräftigen Elektronik-Einwürfe des Meisters.
Dafür aber das Freeware PlugIn OBXD, mit dem ich jetzt herumspiele.

Leider zickt mein K-Board momentan. Sprich, ob ich beim morgigen Netzer-Konzert im Stuttgarter Merlin fette One-Finger-Brass-Chords einwerfen kann, steht in den Sternen.
Ob wir wieder mal Fat Time zitieren werden, ebenfalls.

Ich morphe schon mal von Fat Time zu fast jeder und freue mich auf’s Wochenende!

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DDLY

Dezember 14, 2018

Das iZotope DDLY Dynamic Delay ist ein besonderes Plug-in mit zwei Delays, die über einen Dynamikschwellwert von einander getrennt sind.
>>DDLY is actually two separate delays!  DDLY analyzes your audio based on an adjustable threshold to determine what to send to the top delay and what to send to the bottom delay. Adjust the Intensity to affect how strongly the signal is split between the two—great for a punchy delay on the harder, transient crack of your drums and a shuffling delay on the main beat elements.<<

tbc = to be checked

draußen, drinnen, elektrisch

November 5, 2018

I. Landläufig werden die Wörter „Hall“ und „Echo“ gerne unterschiedslos verwendet, dabei  ist das das Echo ein Naturphänomen und meint die Wiederholung(en) eines Klangs („Wer ist der Bürgermeister von Wesel  -esel…esel“), der natürliche (Nach)Hall hingegen besteht aus Reflexionen in geschlossen „Räumlichkeiten“ (vom Auto bis zur Kathedrale).

II. Strom, Schallaufnahmen, Rundfunk – eine Collage*

>>…In the beginning of electric recording around the mid-twenties, recorded reverb was essentially the audible byproduct of a physical distance between a sound source and a microphone. Record companies sought out appropriate rooms for a desired effect. Right from the outset of early recording, those early pioneers were already working with mic placement and rooms for a desired effect<< (1)

>>But recorded music’s rise in popularity brought with it the question of how to recreate the sound of physical space.<< (3)

>>1928 schrieb die Times, dass aufgrund der neuen Forschungen die Konzepte von Sende- und Empfangsräumen neu überdacht werden müssten. Wegen der typischerweise kleinen Wohnungen der Rundfunkhörer könne da kein Hall erzeugt werden.<< (4)

>>One of the first documented uses of natural reverb to intentionally enhance a recording was by engineer Robert Fine, who introduced ambient mics on some of the early “Living Presence” recordings on Mercury Records.<< (2)

>>Countless methods emerged, some ingenious. That ghostly sound of Robert Johnson’s recordings? He sang and played guitar while sitting in a chair facing a corner of the room (the technique is called „corner loading„)<< (3)

>>Bill Putnam converted his studio’s bathroom to create one of the first purpose-built echo chambers, placing a speaker in one corner and a microphone in another, and mixing the sound with a live recording.<< (2)

>>Guitarist Duane Eddy used a 2,000-gallon water tank from a scrap yard, placing a speaker on end of the tank and a microphone on the other. Capitol Records built its concrete echo chambers 30 feet beneath its studio.<< (3)

>>None of those solutions are particularly portable, which in itself presents a problem that various contraptions sought to correct. There was the widely used EMT Reverb Plate [dt. Hallplatte] for instance, and much less-used oil can delays. Tape delay devices such as the Echoplex and the Roland Space Echo derived from the „slapback“ echo technique made famous by Sam Phillips at his Sun Studio. Essentially a tape machine with two playback heads, one that repeats milliseconds after the first, it defined the sound 1950s rock and roll. Along with Chet Atkins, it was Elvis’s guitarist, Scotty Moore who brought artificial reverb out of the studio and onto the stage<< (3)

>>Another technology that emerged during the ’50s was spring reverb (dt. Federhall).<< (2)


>>The advent of digital technology in the late ’70s and early ’80s changed the face of most things audio-related, including reverb. Digital reverbs made it possible to create “programs” that emulated the natural ambience of any space<< (2)

>>with artificial reverb, studio engineers could bend reverb to their will. Often they did so to mimic the sounds of great concert halls and cathedrals, but for some, artificial reverb allowed them to become the virtual architects of spaces that could never exist in the real world. They could create the aural equivalent of M.C. Escher drawings.<< (3)

III. Heute
>>Heute passt das Äquivalent eines Studios der vergangenen Jahrzehnte in einen einzigen Laptop hinein. So bemerkenswert praktisch das auch ist, es inspiriert das eigene Schaffen sich daran zu erinnern, dass die aktuellen Audioprogramme und Plattformen nur einen Teilschritt einer Entwicklung darstellen, die fast 100 Jahre zurückreicht.<< (5)

*
(0) = https://www.uaudio.de/blog/emt-reverb-history/
(1) = https://www.uaudio.de/blog/the-basics-of-reverb/
(3) = https://www.theatlantic.com/entertainment/archive/2012/06/how-humans-conquered-echo/258557/
(4) = https://de.wikipedia.org/wiki/Nachhall
(5)= https://www.ableton.com/de/blog/studio-as-an-instrument-part-3/