Archive for the ‘Inspiration’ Category

Mein Hafen!

Februar 10, 2018

Erstaunlich, dass erst durch die runden Geburtstage immer wieder mal genauer nach hinten geschaut wird.
Nostalgie hin oder her, der Schorndorfer Club Manufaktur feiert heute seinen 50. Geburtstag. Und sollte ich meine Begeisterung für das Live Konzert verorten müssen, würde ich eben jenen Club meiner Heimatstadt benennen!

In diesem Keller sollte mein erster Schlagzeugunterricht stattfinden, irgendwann im Winter 197? (was aber durch nicht Erscheinen des Trommlers erstmal vereitelt und aufgeschoben wurde, schließlich 1982 mit der terminlich verlässlicheren Jugendmusikschule seinen Lauf nahm). Hier lernte ich dank meines Zweit-Vaters Walter den Inhalt des Begriffs „Club“ schätzen und hörte die unterschiedlichsten, aber immer FANTASTISCHEN Bands (von der „Jim Kahr Group„, über das elektrische „Mahavishnu Orchestra„, über „Juke“ – mit ihrem ins Headset singenden Drummer – bis hin zur „Blowbeat“ Offenbarung durch Rene Creemers).
Später gab es dann immer wieder Freikarten gegen Aufbauarbeit und dadurch durfte ich mich beispielsweise hinter Dennis Chambers kauern, mit dem Scofield-Bassisten im Anschluss ans Konzert gar Backstage-Pfannkuchen essen. Oder mich wundern, dass die DDR-Hardrock Kapelle „Berluc“ darauf bestand, sämtliches Equipment in den Keller zu tragen und aufzubauen, auch wenn der Drummer sich aufgrund der ungünstigen Konstellation von Stadion-tauglichem, aber zu hohem Drumriser, niederer Deckenhöhe und den beweglichen Moving-Lights daraufhin beim Spielen immer wieder mal ducken musste.
Und es gab unglaublich viele Sessions. Zu den ersten Schorndorfer Gitarrentagen wurde mein (blaues Champion) Drumset in den Club gekarrt: ich durfte kurz mit Michael Sagmeister jammen, etwas länger sogar noch mit Wolfgang Schmid und der tolle Kay Richter wurde am Ende der Woche vom Fleck weg in dessen Band beordert. Wow! Ich dachte mir: was ein Sprungbrett!
Während der letzten Schuljahre etablierte sich der Manu-Keller zudem als einzig vernünftiger Treffpunkt.
Und vor dem Umzug in den Hammerschlag gab es gefühlt dann keine Nacht mehr ohne Session – und das über mehrere Wochen. Längst mit Schlagzeug vor Ort. Quer durch alle Stilrichtungen und Niveaus – was für Erfahrungsschatz.

In den neuen Räumlichkeiten haben mich zwei Aufführungen nachhaltig beeindruckt: Steve Coltrane mit seinen Five Elements und Marie Boine mit Helge Norbakken. Als sich dann auch noch die Schlagzeug-Oase „Drums Only“ in der Stadt niederließ, gab es über das reine Konzertprogramm hinaus auch immer wieder mal Clinics im gutgepolsterten Kinoraum.

Und obwohl sich meine eigenen dortigen Konzerte bestimmt an beiden Hände abzählen lassen  (ich versuch’s mal: 1993 Intensive Care, Tonkatoys, 2000 El Houssaine Kili, 2007 Wolfgang Schmid’s Kick, mehrere Abschlusskonzerte der Gitarrentage, 2012 & 2013 Rubow/Koch), empfand ich den Laden immer als vertrautes Wohnzimmer.

Schade, dass ich heute nicht mitfeiern kann, dafür ein lautes HURRA aus Frankfurt! Und für weitere Nostalgieschübe wird im neuen Buch von Christoph Wagner geblättert…

csm_club-manufaktur_50jahre_buch_cdac4068b5

Advertisements

die andere, solierende Snare

Februar 8, 2018

Neulich stand ich einem TC Helicon Voicelive Touch gegenüber und war begeistert von seiner simplen, wie bühnentauglichen Mikrofonständer-Halterung. Leider ist das Teil (momentan?) nicht mehr erhältlich (vielleicht der Grund, warum ich keine aussagekräftigen Fotos des Halters finden kann), aber auch die alternative Klammer seiner jüngeren Schwester macht Sinn.
Und dann habe ich auf der Webseite ja noch diese drei schicken EFX-Piktogramme entdeckt:

tc double rverb echo

Einen ganz anderen Echodrums-Bezug gab es später in der Instagram-Timeline von Dan Mayo, wie dieser Gesprächsfetzen schön belegt:

IMG_1363

Und wenn ich schon bei DM gelandet bin, möchte ich unbedingt auf die spannende Kollektion aus dem Hause Morfbeats hinweisen!

viel Mundwerk

Januar 21, 2018

Das Hyper Duo gibt: „Difficulties putting it into practice“ von Simon Steen-Andersen.

Bellerose

Januar 8, 2018

Hier (auf bonedo.de) ein inspirierendes Interview mit Jay Bellerose.

Es geht u.a. um Attitude (>>Ich will gute Musik machen<<), die Kraft eines Kick-Snare-Ride Trios und verschieden Schlagmaterialien, um das Slingerland Rolling Bombers Drumset (das aus Kriegsgründen ohne Metallteile auskommen musste), ge-layerte Sounds, den persönlichen Stil (>>Das große Ziel ist es also, all die vielen Techniken zu lernen, sie ins Unterbewusste übergehen zu lassen und quasi zu vergessen, um zurück zum Ursprung zu kommen. Pablo Picasso hat das beispielsweise geschafft.<<) und darüberhinaus gibt es viele interessante Zwischentöne.
Danke, Alex Höffken!

PS. irgendwie musste ich beim Lesen des Interviews immer auch an die heimischen Pendants denken, ähnliche Tickende Drummer in unseren Gefilden beispielsweise Tim Lorenz oder Tommy Baldu.

Geschichten mit der Fliegenklatsche

Dezember 23, 2017

In der Offbeat 6/17 gibt es wieder mal ein unterhaltsames Kalenderblatt aus der Schlagzeuggeschichte. Claus Hessler berichtet diesmal von einer Erfindung aus dem Jahr 1913. >>Die Bezeichnung in der Patentschrift lautet tatsächlich auf „Fly killer”… gemeint ist damit eine ausziehbare Fliegenklatsche, die in der Welt der Schlagzeuger ihren Siegeszug als „Besen” angetreten hat.<<
Ich finde, die Fliegen sollen ruhig brummen und wenn’s mich juckt setzte ich mich lieber hinter die Trommeln und bewege mich eifrig – ist doch eindeutig besser, als auf der falschen Stelle draufzuhauen!

Und Philly Joe Jones soll mich dabei inspirieren! (Die notwendige Technik habe ich mir vom Weihnachtsman gewünscht.)

stabil!

Dezember 19, 2017

Über die kreative Vielseitigkeit des Trommel-Künstlers / Kunst-Trommlers Raphael Sbrzesny wurde hier schon öfters berichtet, jetzt hat der umtriebige Performer eine Werkschau in Buchform  herausgebracht, einen fetten Ziegel voller schöner Bilder und Ideen. Klar, nach dem vielversprechenden Klappentext über den „emanzipierten Interpreten“…

IMG_0908

Betonperle

Dezember 18, 2017

Der Begriff Brutalismus hat nichts mit Gewalt oder Brutalität zu tun. Er bezieht sich auf  béton brut, den französischen Ausdruck für Sichtbeton, und steht für jene expressive, experimentelle Betonarchitektur zwischen 1953 und 1979.

Dass zu diesem Thema nun im Frankfurter Architekturmuseum ein umfangreicher internationaler Überblick zusammengestellt wurde, läuft mir sehr gut rein. Denn seit Jahren schon erfreue ich während unserer Osteuropa- und Russland-Tourneen an jeder einzelnen Betonperle! Ehrlich gesagt, bereitete ich mich bisher immer gerne mit einem Blick in den Bildband von Frédéric Chaubin auf anstehende Touretappen vor.
Aber schon ein kurzer Blick ins Buch zur Ausstellung, bzw. ins darüber berichtende Feuilleton, sowie die Rettungsaktion #SOSBRUTALISMUS zeigen deutlich: die eindrucksvollen Betonmonster gibt es überall auf der Welt.

25398481_2060051764012842_1637846905073535428_o

Zufälligerweise hat der tolle Laurenz Theinert heute das passende Foto einer Segelschule aus der Schweiz gepostet, die perfekte Art von Mikro Brutalismus, die mich vermutlich angenehm träumen lässt!

PS. dieser Beitrag widmet sich nicht nur dem eklektischen Stil-Mix, der Wagemut und  eine Blütezeit der Kreativität dokumentiert, sondern trainiert auch meine Rechtschreibung. Denn eigentlich schreibe ich seit der Grundschulzeit das Wort Beton immer wieder so, wie man es spricht – mit einem abschliessenden „g“.

PPS. hey Moritz, ein gemeinsamer Museumsbesuch wäre doch (das) perfekt(e Weihnachtsgeschenk für Dich)! Also, sag an, wann du vor dem 02.04.18 mal wieder in Frankfurt bist – bis dahin kühle ich auch ein Fläschchen Champagner mit der Aufschrift „brut“…

frische Tulpen aus Amsterdam

November 23, 2017

Der immer Dienstags kreative Han Kerkhof trommelt diese Woche auf allerlei Guiro-Artigem: >Instagram Video Link (klingt besser)

kunterbunt

November 9, 2017
Mit dem Aalener Jazzfest gibt es schon eine langjähre Conneke: als Teenie plakatierte ich für den veranstaltenden Kunterbunt e.V. in Schorndorf – im Gegenzug gab’s Freikarten für diverse Fusion Konzerte (Mike Stern, Bob Berg, aber auch Miles Davis in der Stadthalle). 2011 tauchte Ingo Hug während einer Hattler Tour in Ellwangen auf und fragte, ob ich nicht als Drummer bei den Latenight Sessions mitspielen möchte – das war auch sehr schön und inspirierend (u.a. mit Barry Finerty und Jungle Funk Perkussionist Vinx).
OK, und jetzt sitze ich in der Bahn und freue mich darauf, Pimpy Panda (mit Vincent Golly) zu hören und mit Peter Wölpl unser neues Album „Punkt“ vorzumusizieren (ab 23h @ Die bAAr)
bildschirmfoto-2017-11-04-um-13-03-21
Wer will mal reinhören?

Edit Bunker

November 1, 2017

Letzte Woche habe ich mir ein mächtig energetisches Konzert der Donny McCaslin Band angeschaut, jene Combo, die David Bowie für sein „Blackstar“ Album verpflichtet hatte. Der eigentliche Drummer (Mark Guiliana) wurde dabei mehr als würdig von Zach Danziger vertreten, der im Anschluss an die Tour in Deutschland noch ein paar Edit Bunker Shows im Duo mit Owen Biddle spielen/bebildern und sogar ein paar Workshops geben wird. Dringliche Empfehlung: Hingehen!

05.11.17 Berlin, A-Trane (Don McCaslin)
15.11.17 München (via Dorino Goldbrunner), OGM Studios 19h
19.11.17 Regensburg (via Gerwin Eisenhauer) MusicAcademy 20h
23.11.17 Berlin (via Dirk Erchinger) Drumtrainer 15h

Ach, tatsächlich ist Zach Danziger der ERSTE Eigentümer meines modernen Schlagzeugquartetts, Und da ich ihm auch noch ein paar Fragen stellen durfte, habe ich mich dem humorvollen Wesen entsprechend vorbereitet: