Archive for the ‘Equipment’ Category

Augen zu, was klingt am besten?

April 24, 2020

Hey liebe Tonmenschen, audiophile Freaks, Recording Drummer & sonstige goldene Ohren!
Mich würde euer Höreindruck und Geschmack brennend interessieren. Es geht um drei verschiedene Vorverstärker, mit denen ich im Proberaum meine Grooves aufnehme. Ich habe zwei Audiointerfaces mit On Board Preamps (ein Metric Halo 2882 und ein RME Babyface), sowie ein kleines Acousta P-100 Rundfunkpult (dessen Preamps verwendet und direkt zum MH weitergeleitet werden).
Was klingt für euch am Besten – 1, 2 oder 3?

Und weil ich die Files nicht nach den Preamps benannt habe, ist es auch ein kleines Spiel, bei dem man gerne tippen kann, welche Aufnahme mit welchen Gerät gemacht wurde. Dazu habe ich ein U47fet als Mono-Overhead aufgestellt, ein Beyerdynamic M380 in die Kick gepackt und dreimal hintereinander einen ähnlichen, unspektakulären Mini-Beat getrommelt – nicht gerade Laborbedingungen, I know, ging aber nicht anders…

Hier die unbehandelte Overheadspur 1 bis 00:37 2 ab 00:41 3 ab 01:22
Die unbehandelte Kick: 1 bis 00:38 2 ab 00:42 3 ab 01:23

 

Letztlich würde ich gerne eine Zukunft planen, bei der bezüglich der Frage vintage vibes vs. kompakt & reisefreundlich allein das Klangresultat entscheidet. Freue mich über Antworten (in den Kommentaren, via FB, IG oder als Email) und sag‘ schon mal Danke 🙂

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Hey, große Freude – vielen Dank fürs mithören und -spielen!!!
Die für mich wichtigste Erkenntnis: die Unterschiede sind marginal, die Geschmäcker glücklicherweise verschieden. So dass bei aller Technikverzückheit letztlich immer noch Idee und Inhalt deutlich im Vordergrund stehen. Ich selbst drehe ja leidenschaftlich gerne an alten Knöpfen herum und solange dadurch die Stimmung angehoben wird, spricht auch nichts dagegen – schwierig wird’s, wenn die Forschungsreisen zum Ablenkungsmanöver werden und das eigentliche Ansinnen – was zu (er)schaffen – ausgebremst wird.
Flo König bringt’s auf den Punkt: „Ich finde, dass ein schneller und möglichst unkomplizierter Workflow anzustreben ist.“
Ach ja, #1 ist das RME Babyface, #2 das Metric Halo 2882 und #3 die Preamps des Acousta P-100 (via MH)

angenehm wolkig

Januar 26, 2020

Zuganreise ins Frankenland, leichter Nebel und immer wieder schöne Eisblumen. Dazu höre ich Pat Methenys „Airstream“ (mit der für mich schönsten Stelle bei 4.01‘) und lese auf dem Einband von Sophie Calles „Adressbuch“:
>>Dieser Mann ist eine „Wolke in Hosen“<<


Dann der Meinl News Day mit vielen tollen Trommler-Freunden und guten neuen Sounds (mir gefielen zwei Kleinigkeiten, die locker in mein Rückreisegepäck gepasst hätten: die 14“ Tama Kick aus dem Jam-Club-Flyer Kit mit Beckenarm und ein 10″ Vintage Trash Splash).
Aber die wirkliche Rettung (des heutigen Gigs mit dem „temporären elektronischen Salon“) kam aus den Händen von Stephan Hänisch, der mir ein paar Ersatzfedern mitgebracht hat.
(Denn beim letzten Gig hatte mir ein Federriss im ersten Song das Basstrommelkonzept etwas durcheinandergebracht – glücklicherweise hatte ich noch eine e-Kick dabei…)
Und die gepimpte Camco läuft wieder 🙂

 

Wheather King

Januar 15, 2020

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Erstaunlich, dass die Idee zum standardisierten Kunststofffell erst 1957 aufgekommen ist, das passende Patent dieses Jahr im Mai seinen gerade mal 60. Geburtstag feiern wird. Dabei gefällt mir vor allem der von Remo Belli gewählte Name.
Weather King!
Damit macht sich der Schlagzeuger unabhängig von der Witterung und kann sich voll und ganz aufs Herbeitrommeln des benötigten Klimas konzentrieren.
(Wobei heute das natürliche Gleichgewicht weitaus dringlicher auf der Agenda steht, als nur der vom Regenmacher herbeigezauberter Niederschlag…)

Hier herrscht jedenfalls momentan ein königliches Winterwetter. Passt wunderbar zur momentanen Lektüre über die exotische Sammelleidenschaft des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm I, der mit den „Langen Kerls“ seine Leibgarde ausschließlich mit Riesen bestückte (Thomas Meyer „Rechnung über meine Dukaten“) und schürt die gute Laune. Dazu noch eine vergessene Soul-Funk-Perle und einen Kaffee! Auf dass ich für Club (heute: DTES @ ono2, 21h) und Radiosendung (morgen: zu Gast bei Michael Rüttens „Soulsearching“ @ radio-x, 21-23h) bestens gerüstet bin.

Tune in!

muffig?

Dezember 4, 2019

Nicht nur Effektmacher, sondern auch ’ne Art Mitbewohner.
Doch mein Ibanez GE10 will weiterziehen…

Im Hintergrund läuft dazu das 81er Rockpalast Konzert von Black Uhuru, bei dem Sly Dunbars Drumset gerne durch das ein oder andere analoge Echogerät geschickt wird (und die Effekte angenehm, muffig weich, erklingen, als ob im Equalizer die Höhe herausgezogen wären…)

fool yourself!

November 10, 2019

Bin Langzeit-Fan der Zugreise!
Nicht nur dass man die Zeit schön für sich nutzen kann – von gepflegter Langweile bis zum gepflegten Kulturprogramm ist ja alles möglich und je nach momentaner Verfassung wohltuend (beispielsweise höre ich mich – angespornt durch die gestrige Backstage-Jukebox von Arne Jansen – gerade durch den Little Feat Backkatalog jenseits des bekannten Breaks),  ab und an ergibt sich ein zufälliges, spannendes Gespräch (wie gestern mit Michael Rother), vor allem aber werde ich (ohne selber zu schleppen…) immer wieder aufs Neue von dem gestellten Drumkit überrascht:

Im weiteren Verlauf der Heimreise werde ich mich den Drum-Hacks des Home of Drum Netzwerks widmen…

… und weil’s dann doch mal wieder länger ging als geplant (Verspätung), kann ich noch diverse schöne Positionen aus dem Hancock Interview in der F.A.S.  unterstreichen 🙂

PS. ebenfalls schön gelb: ein, zwei Tennisbälle, mit denen sich Wartezeiten hervorragend verkürzen lassen, wie mir Maik Schott im Backstage gezeigt hat.

Art Blakey, Jon Hiseman & das andere Autotune

Oktober 5, 2019

In der heutigen taz wird Art Blakeys 100ster Geburtstag schön ausgeschmückt. Ganz im Sinne des Jubilars („I’m gonna stay with the youngsters“) höre ich was Frisches, Retrogott & Hulk Hodn „Arbeitanderbasis“ und stelle mir dabei die Jazzmessages des Meisters vor.

Eine andere Art der Verbeugung findet an diesem Wochenende bei den Ludwigsburger Trommeltagen statt. Die Veranstaltung huldigt dem 2018 verstorbenen britischen Drummer Jon Hiseman.
So wurde dafür das Colosseum Tourset des Briten ins 1. Schlagzeugmuseum überführt, wo es fortan angemessen seine Geschichte versprühen kann, vor allem wird es Flo Daunerder ja ein ganz spezielle Verbindung zu Jon Hiseman hatte – heute Abend betrommeln.
Dass ich mich ebenfalls geschwind ins innere dieser Burg begeben habe, ist ein selbstverständliches Muss – siehe Foto von Mic Scharf:

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Wikipedia weiß: >>Hiseman war Vertreter eines Legato-Sounds, den er wie folgt kennzeichnete: „Es ist meine persönliche Spielweise, dass ich Jazz- und Rock-Rhythmen miteinander verbinde. Ich spiele nie auf dem Beat, sondern es ist immer eine fließende, schwebende Bewegung in meinen Trommeln.“<<
Und genau dies scheint der Grund dafür zu sein, dass ich mich intuitiv dazu entschieden hatte mit einem DJ anzureisen, um eben genau das zu tun: verschiedene Genres und Kulturtechniken miteinander zu verbinden, um ein fließendes Set zu improvisieren.
Dass mir dafür der nette Herr Vogelmann eine weitere Hiseman-Referenz in Form einer Staccato Kick und eines Arbiter Floortoms auf die Bühne stellte, war nicht nur ein optisches Sahnehäubchen, sondern bestimmt auch der sagenumwobene „Glue“ für unsere Duo-Performance. Die passenden Geschichten dazu – dass Hiseman, der in den siebziger Jahren eigentlich DER Werbebotschafter des Arbiter Autotune Systems („Instant Tuning with a Bigger Sound„) war, bei einem Konzert in Göppingen notgedrungen auf einem Schlagzeug des örtlichen Musikalienhändlers spielen musste, welches ein Staccato war… –  solltet ihr euch aber bei einer Museumsführung vom Museumsbetreiber selbst erzählen lassen.

 

 

sidechaining…

September 16, 2019

Mike Dalitot: „I’m confident the history of music can be divided into ‚before sidechain compression‘ and ‚after sidechain compression‘. I think sidechaining is a perfect mirror image of what’s going on in society right now. It’s an analogy to a society of market criers. A struggle for survival of sounds. […]“

Stefan Goldmann: „Just like Facebook posts.“

Mike Dalitot: „Me! Me! Me! […] Sound design once freed you from thinking about harmonic relations, now sidechaining further frees you from arranging elements spectrally. Instead, a hierachy is established in which the kick drum is God. […]
This kind of sidechaining was theoretically possible sixty years ago. And it’s interessting that it became prevalent only now.

Stefan GoldmannPresets – Shortcuts to Sound“ (2015, The Bookworm, Seite 89)

Presets---Digital-Shortcuts-To-Sound

Cream & Music

März 22, 2019

Als laut wurde das Cream Music im Bahnhofsviertel dichtmachen muss, war ich echt ein bisschen traurig, zumal dieses spezielle Traditionsmusikhaus allein wegen seinen versprengten Abteilungen zwischen Rotlicht, Hippster-Kanzlei und äußerst buntem Straßenalltag immer einen Ausflug wert wahr.
Dass ausgerechnet die Schlagzeugabteilung – Martin Hahn sei Dank – mit einem Cornershop in meinem Kiez (Bockenheim, Grempstr.11) wiederbelebt wurde, passt zum Frühlingsgefühl!

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Wer gleich rausgeht und dennoch Lust zum Üben hat, hört sich vielleicht (am Fluss, auf der Parkband oder im Baumwipfel) das von Richard Spaven kreativ nach Hause getrommelte „Incomparable“ heraus:

mesh & pitching Drumheads

März 10, 2019

Lesen und lernen im Internet ist toll, rausgehen in der Welt und einfach sprechen aber auch! So habe ich gestern beim Hattler Konzert in Geislingen* Jürgen Hasenmaier kennengelernt, deutscher E-Drum-Spezialist, der mit seinem Axis-Vertrieb langjähriger Ddrum Partner war und mit DDT das Patent der Meshhead-Felle besaß bzw. es an Roland lizensierte. Und da das Patent vor kurzem ausgelaufen ist, nehmen nun einige Hersteller diese Technologie in ihrem Portfolio auf. Zack, steht das Soundoff auch auf meiner Evans-Bestell-Liste.

Bis die Gewebe-Felle bei mir in Frankfurt sind, experimentiere ich noch ein wenig mit den Big Fat Snare Drum Auflagen und ermittle den Pitch-Faktor meiner Probanden:

* PS. um die Ecke, in Bad Überkingen gibt es ein putziges Thermal-und ErholungsbadAdelheid-Heilwasser inklusive.

PPS. Rausgehen lohnt, Part II: habe aus dem Kassler Theaterstübchen ein älteres Jazz Thing Leseexemplar (Nr.124) für die Badewanne mitgenommen und prompt ein ebenso kurzes, wie kurzweiliges Interview mit Lee Konitz gelesen. Es endet abrupt, weil der betagte Musiker einfach mitten im Satz eingeschlafen ist (klar, er war auch am davorigen Abend aus & feiern!)

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>>Als ich einmal mit ihm [Charlie Parker] zusammen im Birdland spielte, hatte er Probleme mit seinem Altsaxofon und fragte, ob er sich meins ausleihen könne. Ich war überwältigt, was er aus meinem Instrument rausgeholt hat. Als er es mir zurück gab, sagte ich, dass ich es toll fände, wenn er ein bisschen von dem tollen Solo für mich im Horn lassen könnte.<<

die Zeit und wie wir sie wahrnehmen

Januar 23, 2019

Wie uns das Smartphone die Zeit klaut“ ist abseits der reisserischen Überschrift ein toller ZEIT Campus Artikel über Zeitempfinden, Körpergefühl, gepflegte Langeweile, Gedächtniszeit und das Im-Moment-erleben via Smartphone.

Das nicht weniger plakative Fazit wiederum schreibe ich mal ab:
>>Ich glaube, man kann den Kampf gegen das Handy nur verlieren, wenn es tatsächlich immer dabei ist.<< (Marc Wittmann)

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