Archive for the ‘Equipment’ Category

umsichtig durch den Tour-Herbst navigieren

November 22, 2021

Drei hilfreiche Erkenntnisse während der zwei wöchigen November-Tournee.


1. Greift die Fußmaschine nicht so richtig oder willst Du Deinen Basstrommelspannreifen schonen, hilft auf die Schnelle die VicFirth Pappummantelung (quasi nachhaltiges Weiterverwerten). The Perfect Pair!


2. Nach längeren Bahnfahrten und unangenehm umgeklappten Ohren, habe ich nun die helfend Hand meines HD25 Kopfhörers entdeckt.


3. Ich fand es gleichermaßen wohltuend und begeisternd, aber auch etwas verwirrend, vor vollem Haus aufzutreten (wo Politik und Medien doch laut eine entgegengesetzte Sprache sprechen). Vermutlich würde mich ein 2G plus Konzept für Innenräume noch einen Ticken besser fühlen lassen, aber das liegt nicht in meiner Hand. Dafür aber die zeitnahe dritte Impfung (die ich vorgestern tatsächlich direkt nach meiner Ankunft in F spätabends, spontan, zügig und völlig unkompliziert erledigen konnte).
Ich bin weder Arzt noch Forscher noch Fachmann, deswegen möchte ich auf die gute alte Mathematik hinweisen, die mir in der momentanen Situation (neben dem Bauchgefühl) bei der Orientierung hilft:
Vermutlich finden sich für jegliche Argumentationslinien und Pandemie-Entscheidung gut klingenden, stringent wirkende Belege. Da wir uns jedoch zunehmend in Filterblasen bewegen (Algorhitmen), ist es sehr schwer die Tragkraft der gefunden Argumente abschätzen zu können. Insofern muss einfach tiefer bzw. zahlenbasierter recherchiert werden: wieviele Fachleute vertreten die eine Meinung, wieviele die andere (Empirie, Stochastik, Prozentrechnung).
In puncto dritter Impfung verhält es sich für mich ähnlich wie mit der Zielführung eines Navigationssystems – sprich, wenn ich mich zu Beginn einer Reise dafür entschieden habe, dann vertraue ich diesem Ansatz eigentlich vom Start bis zum Ziel (Logik). So habe ich jedenfalls die dritte Runde erledigt und kann etwas befreiter nach Georgien weiterreisen…

Bilder als Stimulus

November 18, 2021

Auf der Setliste des Nils Wülker Konzerts steht jeden Abend auch ein freies Drum Solo. Eine Ausdrucksform, der ich eher selten nachgehe oder übenderweise Beachtung schenke. Um so spannender also, welche kurzfristige Eingebung mich dann abends eine Geschichte entwickeln lässt. Zumal die Prämisse lautet, jedesmal etwas Frisches zu trommeln.
Natürlich werden gut funktionierende Tools öfter verwendet, aber die Auswahl und Schichtung der Elemente passiert spontan und intuitiv.
Mein Vorbild für die verbleibenden Shows in Hamburg und Berlin wird die großartige „Totems“ Serie des französischen Fotografen Alain Delorme sein, die Challenge: eine weiterer Layer geht noch!

Hier das Solo aus dem Kassler Theaterstübchen (zweiter Tourtag):

Mein Tourkit umfasst: Tama Fat Spruce (20″ Kick, 14″ Floortom, 14″ Snare + BFSD), Meinl Byzance Cymbals (14″ Jazz Hats, 18″ Deep Hats als Ride und Crash, 20″ Club Ride), Meinl Percussion (Alu Jinglestick, Luis Conte Shaker, Caxixi), Roland SPD:One Electro, Boss Re-20 Delay plus Boss PH-3 Phaser, Sommercable (Verkabelung mit Flaggen-Eselsbrücke, heute: Litauen 🇱🇹):

Blink? Wink!

November 14, 2021

Ich lese gerade ein spannendes Buch – Tipp von Arne – Malcom Gladwells „Blink! Die Macht des Moments“ (Piper 2007).
Es widmet sich der Intuition, dem Bauchgefühl und versucht dem Leser anschaulich das adaptive Unbewusste zu erklären.

Gestern hatte ich mein Drumset gemütlich und gewissenhaft aufgebaut (eh klar, für ne Fernsehaufzeichnung schaut man besser nochmals nach, ob alle Schrauben gut zugedreht sind), Soundcheck gemacht – alles gut. Dennoch habe ich anschließend den hinteren Bühnenbereich nach einer zweiten Fußmaschine gescannt, tatsächlich hinter Bergen von Cases auch eine gefunden und diese sichtbar in den Gang gestellt – einfach so und ohne wirklichen Grund, denn ich habe ein relativ neues, smooth laufendes Tama HP50 Classic Pedal an der Kick. Dass man bei diesem Pedal den Filzkopf wechseln kann, da er einfach von einer schraubbaren Mutter gehalten wird, wusste ich nicht, dass sich auch diese Schraube im Laufe der Touren (und Busgerüttel) selbstständig lösen kann wusste ich ebenfalls nicht, habe es dafür im fünften Stück des Abends erfahren, als sich der Klöppel mitten im energetischen Gitarrensolo verabschiedete. Ich kickte den bloßen Metallstab selbstverständlich weiter gegen die Basstrommel – funktioniert sogar hörbar – und begann um Hilfe zu winken – wusste ja, dass es Ersatz gab 🙂

PS. jede Bassdrum (Geschichte) hat zwei Seiten. Für den makellosen Gegenpart steht das neue Frontfell mit dem GO Motiv des aktuellen Wülker Albums, das mir Volker Träuptmann (Drumsigns) expresshaft und punktgenau nach Leverkusen geliefert hat.

PPS. der Gig war dennoch toll, Kenny Garrett im Anschluß und mit Tama Kollege Ronald Bruner Jr. ebenso!
Lässt sich bestimmt irgendwo auf WDR nachsehen.

PPPS. heute Offday, daheim  🤙

Algorithmen und das Kidney Drum

Oktober 14, 2021

Esse den ersten Lebkuchen und freue mich ein bisschen, dass die Algorithmen heuer doch noch nicht ständig ins Schwarze treffen!

Gestern ließ ich mich im Freiburger Drumhouse von Fritz Stegers Wissen und seinen Geschichten verwöhnen. Dass ich dann heute über die exotische Deri (pre Rimmel) Nierentrommel, jenes frühe Karl-Heinz Stockhausen Signature-Objekt für dessen Werk „Momente“ stolpern würde, hätte nicht passender komponiert werden können:

Auf dem Kalbsfell der „Kidney Drum“ lassen sich übrigens im Umfang von 1½ Oktaven alle Tonhöhen erzeugen, ein exklusives, trommelbares Glissando anno 1965 – ganz ohne Fußbeteiligung! (Heute gibt’s dank Kohlberg ein Ersatztrommel für die Aufführungen, leider ’ne runde Sache…)
Schließlich habe ich noch ein frühes, leichtes Superstar (mit Verstärkungsringen) eingepackt.
PS. seit der Rückfahrt habe ich’s schwarz auf weiß: ich bin nicht nur Schlagzeuger, sondern ein ganzer Musikverein!

ecco!

August 30, 2021

Momentan wechseln sich die unterschiedlichen Konzertprogramme wild ab – intensiver Jazz mit Nils Wülker, Fernreisen mit DePhazz, Festivals mit Hattler, Neues mit dem Kabuki Ensemble, leiser Jazz mit Le Jeune Martin – aber unbeeindruckt von der stilistische Unterschiedlichkeit verrichten meine Meinl Deep Hats einen eins a Job als Ride und Crashbecken undbegleiten mich leichtgewichtig entweder als Handgepäcksbeilage oder direkt im Reisekoffer.

Hainbach hat ein tolles Video zum Eko ComputeRhythm hochgestellt, der wohl ersten programmierbaren Rhythmusmaschine aus dem Jahr 1972; dem Startschuß des 16 schrittigen Lauflicht-Sequenzers.
Ein Hoch auf den Erfinder, Aldo Paci!!

Zum Abschluß noch ein amüsanter Nachtrag zu Chris Daves Echodrums-Konzept, bei dem der Tonmann den Schwellenwert eines Gates so einstellen muss, dass die zweite Snare nur bei sehr lauten Schlägen ins Delaygerät rutschen:

PS. ecco (italienisch) = aha!, eco (italienisch) = Echo, eko

solo Cymbals

März 8, 2021

Mensch, leider muss der Duo-Rave am Freitag abgesagt werden. Weil er jedoch beizeiten nachgeholt werden wird, tröstet mich das Cymbal-Solo (des immer wieder inspirierenden Julian Sartorius) directement:

vorgeschrieben sind leuchtend rot und schwarz

Februar 28, 2021

Hurra, der Joker des ersten Lockdowns lässt sich wieder spielen: auf öffentlichen Ping-Pong-Platten bei Frühlingswetter.

Da für mich Tischtennis- und Schlagzeugspielen immer schon miteinander verbunden sind – ich übte als Kind im Haus meiner Großeltern; im benachbarten Kellerraum stand die Tischtennisplatte, die unter erschwerten Bedingungen (Boden stark abschüßig, Deckenhöhe knapp 2 Meter, Rundlauf nur seitlich verdrehtes Rennen möglich…) leidenschaftlich gerne genutzt wurde – liste ich im Folgenden gesammelt all meine Verbindungsmöglichkeiten beider Welten auf:

archaische Version einer Loopstation

Oktober 26, 2020

Durch Hainbach entdeckt, die Casio EG-5 Gitarre mit eingebautem Kassettenrekorder. Dank des Built-In Speaker ist dieses schmucke Teil darüberhinaus auch ein Effektgerät:

Zum Einschlafen werde ich heute Nacht ein Drumset mit ähnlichen Pluspunkten gedanklich gestalten.

Augen zu, was klingt am besten?

April 24, 2020

Hey liebe Tonmenschen, audiophile Freaks, Recording Drummer & sonstige goldene Ohren!
Mich würde euer Höreindruck und Geschmack brennend interessieren. Es geht um drei verschiedene Vorverstärker, mit denen ich im Proberaum meine Grooves aufnehme. Ich habe zwei Audiointerfaces mit On Board Preamps (ein Metric Halo 2882 und ein RME Babyface), sowie ein kleines Acousta P-100 Rundfunkpult (dessen Preamps verwendet und direkt zum MH weitergeleitet werden).
Was klingt für euch am Besten – 1, 2 oder 3?

Und weil ich die Files nicht nach den Preamps benannt habe, ist es auch ein kleines Spiel, bei dem man gerne tippen kann, welche Aufnahme mit welchen Gerät gemacht wurde. Dazu habe ich ein U47fet als Mono-Overhead aufgestellt, ein Beyerdynamic M380 in die Kick gepackt und dreimal hintereinander einen ähnlichen, unspektakulären Mini-Beat getrommelt – nicht gerade Laborbedingungen, I know, ging aber nicht anders…

Hier die unbehandelte Overheadspur 1 bis 00:37 2 ab 00:41 3 ab 01:22
Die unbehandelte Kick: 1 bis 00:38 2 ab 00:42 3 ab 01:23

 

Letztlich würde ich gerne eine Zukunft planen, bei der bezüglich der Frage vintage vibes vs. kompakt & reisefreundlich allein das Klangresultat entscheidet. Freue mich über Antworten (in den Kommentaren, via FB, IG oder als Email) und sag‘ schon mal Danke 🙂

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Hey, große Freude – vielen Dank fürs mithören und -spielen!!!
Die für mich wichtigste Erkenntnis: die Unterschiede sind marginal, die Geschmäcker glücklicherweise verschieden. So dass bei aller Technikverzückheit letztlich immer noch Idee und Inhalt deutlich im Vordergrund stehen. Ich selbst drehe ja leidenschaftlich gerne an alten Knöpfen herum und solange dadurch die Stimmung angehoben wird, spricht auch nichts dagegen – schwierig wird’s, wenn die Forschungsreisen zum Ablenkungsmanöver werden und das eigentliche Ansinnen – was zu (er)schaffen – ausgebremst wird.
Flo König bringt’s auf den Punkt: „Ich finde, dass ein schneller und möglichst unkomplizierter Workflow anzustreben ist.“
Ach ja, #1 ist das RME Babyface, #2 das Metric Halo 2882 und #3 die Preamps des Acousta P-100 (via MH)

angenehm wolkig

Januar 26, 2020

Zuganreise ins Frankenland, leichter Nebel und immer wieder schöne Eisblumen. Dazu höre ich Pat Methenys „Airstream“ (mit der für mich schönsten Stelle bei 4.01‘) und lese auf dem Einband von Sophie Calles „Adressbuch“:
>>Dieser Mann ist eine „Wolke in Hosen“<<


Dann der Meinl News Day mit vielen tollen Trommler-Freunden und guten neuen Sounds (mir gefielen zwei Kleinigkeiten, die locker in mein Rückreisegepäck gepasst hätten: die 14“ Tama Kick aus dem Jam-Club-Flyer Kit mit Beckenarm und ein 10″ Vintage Trash Splash).
Aber die wirkliche Rettung (des heutigen Gigs mit dem „temporären elektronischen Salon“) kam aus den Händen von Stephan Hänisch, der mir ein paar Ersatzfedern mitgebracht hat.
(Denn beim letzten Gig hatte mir ein Federriss im ersten Song das Basstrommelkonzept etwas durcheinandergebracht – glücklicherweise hatte ich noch eine e-Kick dabei…)
Und die gepimpte Camco läuft wieder 🙂