Archive for the ‘Equipment’ Category

Schnelligkeit

August 1, 2022

Wie schon angekündigt muss jetzt mal über meine Fila Sprinterhose geschrieben werden, die doch seit Jahren (wie kein anderes meiner Equipment-Schätzchen) verlässlich Aufmerksamkeit erregt, bzw. ein reges Kommentieren bewirkt.

Es ist nun mal so, dass ich kurze Hosen überhaupt nicht mag, tatsächlich bis auf die abgebildete auch keine weitere besitze. Weswegen ich mich durch diverse Wüsten, Dschungels und sonstige Hotspots immer tapfer (nichtmal unwohl) mit langbeinigem Stoff bewegt habe. Der Fila Erwerb passierte erst nachdem ich wieder Lust aufs sommerliche Fußballspiel bekam. Ich erinnerte meine jugendlichen Kleidungstücke, von denen mir die Sprinterhose nach wie vor am besten gefiel und schaute im Ebay direkt nach den damaligen Adidas-Klassikern. Aus welchen Nostalgie- oder Fetischgründen auch immer, sie waren leider sündhaft teuer. Doch der Suchbegriff Racing-Shorts spülte mir auch den italienischen Ladenhüter entgegen, ein nagelneues (hässliches?) Entlein für 9 Euro. Der optimale Preis für einen Schwaben und Shorts-Verneiner.
Dass die Hose dann doch auch hin-und wieder in meinem Alltag aufblitzte schafft die Grundlage dieses Beitrags. Kaum leuchtete meine Körpermitte blau-orange auf wurde der Diskurs entfacht. Es hagelte Kommentare, in der Regel einhelliges Kopfschütteln hinsichtlich einer derartigen Geschmacksverirrung, bis hin zu eindeutigen Verboten der Familien, dieses Monstrum in den Reisekoffer zu packen, geschweige denn bei gemeinsamen Unternehmungen öffentlich zu tragen.
Ich hingegen freundete mich immer mehr mit diesem luftig-leichten Kleidungsstück an: es hat eine kleine Innentasche für Geld und Schlüssel, lässt sich auch als Badehose verwenden und ist erstaunlich robust (diverse Stürze wurde nahezu unbeschadet ignoriert).
2018 kam die Wende. Ich spielte ein paar schöne, sehr heiße Sommerfestivals mit Freundeskreis und erntete plötzlich überschwengliches Lob, gar konkrete Gebote für den Fetzen…
Mit neuem Selbstbewusstsein wurde – zack – auch mal die ein oder andere Sommerveranstaltung getrommelt. In bester Stewart Copeland Manier!
(Ob sich das modisch-stilistische Empfinden tatsächlich alle 35 Jahre ähnelt muss aber noch empirisch nachgeprüft werden.)

Doch zurück zur „Schnelligkeit“. Da dieser Begriff auch einer von Italo Calvinos sechs Vorschlägen ist, gibt es aus diesem klugen Buch noch ein Zitat (das sowohl zu Racing Shorts, als auch zum musikalischen Improvisieren und Interagieren passt):
>>Eine schnelle Schlußfolgerung ist nicht unbedingt besser als eine bedächtige, im Gegenteil; aber sie teilt etwas Besonderes mit, das gerade in ihrer Schnelligkeit liegt.<<

Allright, genug der Worte. Jetzt wird das orangene Leichtgewicht in den Handgepäckbeutel gestopft, denn morgen geht’s für ein paar Tage ans Meer. Freue mich auf den Strand von Jurmala – nach dem Jazzanova-Ausflug zum Plattensee, direkt die nächste riesige Naturbadewanne.


Musikalisch werde ich den Trip durch ein paar Fila Brazillia Klassiker und diverse Mixtapes von DJ Amir umrahmen. (Sein Set in Zamardi hat mir total gut gefallen, wie auch sein Engagement hinsichtlich der Wiederbelebung des Strata Backkatalogs.)

Und, smacks?

Juli 21, 2022

Ohne Aufdruck könnten sie durchaus als surrealistisches Kunstwerk (Salvador Dalí ) durchgehen, der Name bewirkt bei mir nostalgische Frühstückserinnerungen.

Derartig Schlagzeug-ferne Assoziationen passen übrigens bestens zu den Meinl Smack Stacks – geht es bei diesem (bis zu fünflagigen) Stapel doch um Becken, die den Sound eines typischen Drumcomputer Claps erzeugen.
Die Versuche jenen Signature Sound der DJ Culture zu emulieren sind zahlreich. Doch leider hatten die der Vorlage am nächsten kommenden Entwürfe – das mit der Hand auf die Snare geschlagene Drumbal, sowie der Rim-Flam – den Nachteil, dass sie nicht einfach aus dem Spielfluß heraus mit einer Hand getrommelt werden konnten. Oder sich gar mit dem Fuß in Form eines Overdubs über den eigentlichen Groove treten ließen.
Klar – elektronische Lösungen à Roland-SPD konnten solche Wünsche erfüllen. Doch sie bringen direkt einen aufwendigen Anforderungskatalog mit sich, der nicht immer passt oder realisierbar ist.
Insofern war ein flexibles, rein akustisches Handclap-Instrument ein langersehnter Traum von mir.

Passend zum eben nicht super-akurraten Klatschsound, der eher verzerrt und rauschig als Hochglanz ist und sich dank seiner Breite hörbar durchsetzen kann, entstammen die flachen, gebogenen Metallscheiben des Smack Stacks mitten aus dem Produktionsprozess – bis zum typischen Becken-Produkt fehlen offensichtlich noch ein paar Arbeitsschritte (Krümmung ausgleichen, Kuppe herausarbeiten, manuelle Hämmerung). So entsteht der raue, ungeschliffene Ton. Und dass dann irgendwann mal ein findiger Mitarbeiter mehrere dieser Scheiben übereinanderlegte und zudem daraufschlug… danke, danke, danke!
Welch toller kreativer Zufall. Und natürlich gleich die Steilvorloge für ein neues Produkt.

Ich wurde netterweise gleich mit beiden Smack Stack Produkten ausgestattet, also mit der Byzance Vintage Version in 14″/12″/10″, mit dem zusätzlichen 16″/8″ Add-On-Pack, sowie mit vollen 5 Piece-HCS- Variante (16″/14″/12″/10″/8″). Woraufhin ein reges Experimentieren begann:

Die Meinl-Türme funktionieren in jeglicher Position, als wären sie ein herkömmliches Becken oder eine typische Sidesnare. Selbst in die Hihatmaschine eingespannt, klingen die krummen Scheiben eher elektronisch und wunderbar artifiziell.
Selbstverständlich habe ich alle Einzelteile auch bunt miteinander kombiniert und auch die Reihenfolge des Stapels variiert. Meine bisherige Lieblingsanordnung ist das
Byzance Vintage Smack Stack in 16″/12″/10″/14″

Jetzt stehen erstmal wieder diverse Konzerte auf dem Zettel, aber anschließend geht es mit dieser todo-Liste weiter:
– zweite Hihatmaschine ins Setup einbauen und damit noch eine neue Aufgabe für den linken Fuß haben: acoustic overdub foot clap
– das Smack Stack in lange Hallräume schicken, bzw. mit FX-Mikro, Noisegate, (Distortion?) und Reverb eine bühnentaugliche Version basteln für
Smack Stack mal mit, mal ohne Effekt

Lehrer!

Juli 17, 2022

Durch Zufall heute John Maedas „Simplicity“ aufgeschlagen und bei dieser Kurzgeschichte gelandet:

Die Lehrer-Story passt bestens zu meinem Freitag-Vormittag-Kaffee mit Wolfgang Haffner. Über Volker Kriegel sind wir nämlich bei Wolfgangs Wurzeln gelandet, bei den Trommlern Evert Fraterman (Lehrer #2, mehr Pop) und Harald Pompl (Lehrer #1, mehr Jazz, eigentlich ein Doppelkünstler: >>der Mann ist Bildhauer*, auch am Schlagzeug<<), natürlich auch bei Mentor Albert Mangelsdorff (>>Glaub nicht, dass Du was Besseres bist als der Handwerker nebenan<<).


Im direkten Anschluss dann mit der Bahn ins Waldstadion, Lehrstunde in puncto Megakonzert-Drumming von Flo Dauner! Klar , geradlinig, kompakt – mit ausgewählten Energieausbrüchen!

+++

Wenn im Interview mit einem Field-Recording-Artist Sätze fallen wie dieser –
>>Ich habe das Gefühl, dass die Grundprinzipien des Westens animalisch sind und auf dem Konzept von Rebellion und Eroberung bauen. Es wird viel Druck auf Leute aus dem Medienbereich ausgeübt, so wie DAWs Druck auf Sound ausüben.<<
dann habe ich Lust, mitzudenken und einzutauchen. Auch so darf gelernt werden…
Alles weitere im Ableton Künstler-Portrait „SUGAI KEN: Stille, Natur und Tradition in Field-Recordings„. 

In Instagram folge ich nach mehreren überraschenden Stolper-Quadraten den vintage.drum.catalogs. Hey, ich hatte mich immer schon gefragt, ob es je eine gefertigte Concert-Kick gab. Und ja, gab es, sogar mit einem verchromten Ring für den eleganten Abschluss.
Das Slingerland „Pop“ Outfit aus dem Jahr 1977.
Wieder Wissen!

Wer sich für die implementierte KI des Ozone 9 Mastering PlugIns interessiert, kann sich dort einlesen.
Und wer sich mehr für „The Philosophy of Bass“ erwärmen mag, schaut hier:

* a propos, Pompl, der Bildhauer. Hier noch ein schönes Zitat aus einer anderen Ableton-Folge:
>>Sound ist ein Block Lehm, und der EQ ist der Bildhauer.<<

Showroom

Juli 6, 2022

Ich war gestern mal wieder in Gutenstetten. Der Dorfname ist Programm und die Meinl Besuche sind zwar selten, dafür immer äusserst inspirierend!
Und so ließ sich einiges erledigen: das Cover Foto für’s neue Buch, Zukunftspläne schmieden, Schätze aus der Sammlung bestaunen, neue Perlen entdecken (quasi ein ganz persönlicher Meinl News-Day) und vielen super Geschichten lauschen .
Da der Blog ja auch ne Art Notizblock ist, schreibe ich jetzt mal die Showroom-Highlights nieder:
Völlig umgehauen hat mich der ausgewogene, warme und weiche Klang der Tama Star Reserve Hand Hammered Aluminium 6,5 x 14 Snare. Was ein Kunststück!

Und wenn gerade das nötige Kleingeld für die ganze Trommel fehlt, könnten die „stick saverMessing-Spannreifen ein sinnvolles Invest für meine geliebte S.L.P. Alu-Snare sein.
(mehr zum Thema Spannreifen hier im bonedo-Artikel von Max Gebhardt)

Das True Tone Training Kit hat mich überrascht, nicht als leises Übungsschlagzeug (was es zweifelsohne ist), sondern als authentische Roland CR-78/TR-808 Akustikvariante (Snare & Toms).
Horch:

Die Foot-Cabasa ist immer wieder ein Magnet im Percussion-Dschungel der Vielfalt und bezüglich der Beckenneuheiten melde ich mich im Sommer nochmals…

Hey, und wer mit dem Gedanken spielt ein größeres Hängetom zum Standtom umzubauen, dem sei folgender Tipp von Stephan Hänisch weitererzählt: neben der Floortom-Rim Idee, gibt es die einfache Möglichkeit drei dieser Tama-Klammern (Hoop Grip MC8) am unteren Spannreifen zu befestigen.
A propos fettem Sound: das 16″ Concert Tom klingt fantastisch…

Dass ich schließlich noch Micha Buchners X Cajon für ein (erstaunlich oft geschautes) Tik Tok Filmchen (eine Million Clicks aus dem Stand…hüstel) betrommeln durfte, rundete den Ausflug perfekt ab!

@meinlpercussion_official

Replying to @nettek1 here‘s how you play it correctly #cajon #percussion #howto

♬ original sound – MEINL Percussion

die ganz großen Kisten

Juli 1, 2022

Hurra! Es konnten wieder knapp 1000 Euro an die Ärzte ohne Grenzen weitergeleitet werden,
dank der von Robert Lang gestifteten Supraphonic Snare, diverser verkaufter Mini-Bücher und dem spendenden Publikum beim gestrigen Rubow & Leicht Gig.

In diesem Fahrwasser habe ich nun auch mein Lager-Süd neu sortiert und würde folgendes Equipment auf meinen Spenden-Flohmarkt stellen – name the price & pick up item!

1. zwei meiner Flightcases
a. 22″ Kick und kleines Fach für Felle oder Becken
b. Hardware, sowie Unterteilungen für 14″ Tom, 2x 14″ Snare, e-Pads

2. e-Pads
a. ddrum4, befellbar und mit XLR Out (2x 10″ Tom, 1x 12″ Snare)
b. ein hierzulande seltenes Hart Multipad aus den USA (6 Pads mit Monoklinken-Out)

3. schwarze Meinl Playbackbecken 🙂 Hihats, Crash, Ride aus Plastik

Vision, Geduld und Technik

Juni 28, 2022

Als Drummer zu den Gigs mit Bahn und Klapprad? Geht! Immer besser.
Ist dazu klimafreundlich und auch immer leicht abenteuerlich.
OK, ein wenig Selbstbeschränkung beim Packen (und der spielerischen Ausrichtung) muss sein, Absprachen im Vorfeld mit dem Veranstalter bzw. den dir gewogenen Endorsement-Partnern ebenfalls –
aber dann steht einer gemütlichen Fahrt (mit Zeit zum Lesen, Hören, Ausruhen) bzw. erfrischendem Fahrtwind im Gesicht, eigentlich nichts mehr im Wege.
Ein Hoch aufs Kwiggle, ein großer Dank an Tama (und Stephan Hänisch) für 25 Jahre voller bester Unterstützung!

So versüßte mir Stefan Zweigs „Schachnovelle„* die Gedanken während der Anreise, auf der Bühne entdeckte ich bei Julian Feuchter – hey, Drumset-Sharing zweier Kapellen auch gut – diesen Ablage-Trick, bei dem eine König & Meyer Ablage einfach ans Standtombein geklemmt wird. Super!

* Die Schachnovelle, die folgendermaßen beginnt:
>>Auf dem großen Passagierdampfer, der um Mitternacht von New York nach Buenos Aires abgehen sollte, herrschte die übliche Geschäftigkeit und Bewegung der letzten Stunde. Gäste vom Land drängten durcheinander, um ihren Freunden das Geleit zu geben, Telegraphenboys mit schiefen Mützen schossen Namen ausrufend durch die Gesellschaftsräume, Koffer und Blumen wurden geschleppt, Kinder liefen neugierig treppauf und treppab, während das Orchester unerschütterlich zur Deck-show spielte.
Ich stand im Gespräch mit einem Bekannten etwas abseits von diesem Getümmel auf dem Promenaden-deck, als neben uns zwei- oder dreimal Blitzlicht scharf aufsprühte – anscheinend war irgendein Prominenter knapp vor der Abfahrt noch rasch von Reportern interviewt und photographiert worden. Mein Freund blickte hin und lächelte. »Sie haben da einen raren Vogel an Bord, den Czentovic.« Und da ich offenbar ein ziemlich verständnisloses Gesicht zu dieser Mitteilung machte, fügte er erklärend bei: » Mirko Czentovic, der Weltschachmeister. Er hat ganz Amerika von Ost nach West mit Turnierspielen abgeklappert und fährt jetzt zu neuen Triumphen nach Argentinien.«<<

Auf der Rückfahrt erfreute mich der Kenny Dope Mini-Edit von „Red Clay“ und von Marcel Römers Playlist, der erstaunliche Trommeltrack „Sangandongo“ aus dem Jahr 1970, u.a. mit Klaus Weiss, Keith Forsey und Udo Lindenberg hinter den Schlagzeugen:

PS. die Überschrift stammt ebenfalls von Stefan Zweig.

umsichtig durch den Tour-Herbst navigieren

November 22, 2021

Drei hilfreiche Erkenntnisse während der zwei wöchigen November-Tournee.


1. Greift die Fußmaschine nicht so richtig oder willst Du Deinen Basstrommelspannreifen schonen, hilft auf die Schnelle die VicFirth Pappummantelung (quasi nachhaltiges Weiterverwerten). The Perfect Pair!


2. Nach längeren Bahnfahrten und unangenehm umgeklappten Ohren, habe ich nun die helfend Hand meines HD25 Kopfhörers entdeckt.


3. Ich fand es gleichermaßen wohltuend und begeisternd, aber auch etwas verwirrend, vor vollem Haus aufzutreten (wo Politik und Medien doch laut eine entgegengesetzte Sprache sprechen). Vermutlich würde mich ein 2G plus Konzept für Innenräume noch einen Ticken besser fühlen lassen, aber das liegt nicht in meiner Hand. Dafür aber die zeitnahe dritte Impfung (die ich vorgestern tatsächlich direkt nach meiner Ankunft in F spätabends, spontan, zügig und völlig unkompliziert erledigen konnte).
Ich bin weder Arzt noch Forscher noch Fachmann, deswegen möchte ich auf die gute alte Mathematik hinweisen, die mir in der momentanen Situation (neben dem Bauchgefühl) bei der Orientierung hilft:
Vermutlich finden sich für jegliche Argumentationslinien und Pandemie-Entscheidung gut klingenden, stringent wirkende Belege. Da wir uns jedoch zunehmend in Filterblasen bewegen (Algorhitmen), ist es sehr schwer die Tragkraft der gefunden Argumente abschätzen zu können. Insofern muss einfach tiefer bzw. zahlenbasierter recherchiert werden: wieviele Fachleute vertreten die eine Meinung, wieviele die andere (Empirie, Stochastik, Prozentrechnung).
In puncto dritter Impfung verhält es sich für mich ähnlich wie mit der Zielführung eines Navigationssystems – sprich, wenn ich mich zu Beginn einer Reise dafür entschieden habe, dann vertraue ich diesem Ansatz eigentlich vom Start bis zum Ziel (Logik). So habe ich jedenfalls die dritte Runde erledigt und kann etwas befreiter nach Georgien weiterreisen…

Bilder als Stimulus

November 18, 2021

Auf der Setliste des Nils Wülker Konzerts steht jeden Abend auch ein freies Drum Solo. Eine Ausdrucksform, der ich eher selten nachgehe oder übenderweise Beachtung schenke. Um so spannender also, welche kurzfristige Eingebung mich dann abends eine Geschichte entwickeln lässt. Zumal die Prämisse lautet, jedesmal etwas Frisches zu trommeln.
Natürlich werden gut funktionierende Tools öfter verwendet, aber die Auswahl und Schichtung der Elemente passiert spontan und intuitiv.
Mein Vorbild für die verbleibenden Shows in Hamburg und Berlin wird die großartige „Totems“ Serie des französischen Fotografen Alain Delorme sein, die Challenge: eine weiterer Layer geht noch!

Hier das Solo aus dem Kassler Theaterstübchen (zweiter Tourtag):

Mein Tourkit umfasst: Tama Fat Spruce (20″ Kick, 14″ Floortom, 14″ Snare + BFSD), Meinl Byzance Cymbals (14″ Jazz Hats, 18″ Deep Hats als Ride und Crash, 20″ Club Ride), Meinl Percussion (Alu Jinglestick, Luis Conte Shaker, Caxixi), Roland SPD:One Electro, Boss Re-20 Delay plus Boss PH-3 Phaser, Sommercable (Verkabelung mit Flaggen-Eselsbrücke, heute: Litauen 🇱🇹):

Blink? Wink!

November 14, 2021

Ich lese gerade ein spannendes Buch – Tipp von Arne – Malcom Gladwells „Blink! Die Macht des Moments“ (Piper 2007).
Es widmet sich der Intuition, dem Bauchgefühl und versucht dem Leser anschaulich das adaptive Unbewusste zu erklären.

Gestern hatte ich mein Drumset gemütlich und gewissenhaft aufgebaut (eh klar, für ne Fernsehaufzeichnung schaut man besser nochmals nach, ob alle Schrauben gut zugedreht sind), Soundcheck gemacht – alles gut. Dennoch habe ich anschließend den hinteren Bühnenbereich nach einer zweiten Fußmaschine gescannt, tatsächlich hinter Bergen von Cases auch eine gefunden und diese sichtbar in den Gang gestellt – einfach so und ohne wirklichen Grund, denn ich habe ein relativ neues, smooth laufendes Tama HP50 Classic Pedal an der Kick. Dass man bei diesem Pedal den Filzkopf wechseln kann, da er einfach von einer schraubbaren Mutter gehalten wird, wusste ich nicht, dass sich auch diese Schraube im Laufe der Touren (und Busgerüttel) selbstständig lösen kann wusste ich ebenfalls nicht, habe es dafür im fünften Stück des Abends erfahren, als sich der Klöppel mitten im energetischen Gitarrensolo verabschiedete. Ich kickte den bloßen Metallstab selbstverständlich weiter gegen die Basstrommel – funktioniert sogar hörbar – und begann um Hilfe zu winken – wusste ja, dass es Ersatz gab 🙂

PS. jede Bassdrum (Geschichte) hat zwei Seiten. Für den makellosen Gegenpart steht das neue Frontfell mit dem GO Motiv des aktuellen Wülker Albums, das mir Volker Träuptmann (Drumsigns) expresshaft und punktgenau nach Leverkusen geliefert hat.

PPS. der Gig war dennoch toll, Kenny Garrett im Anschluß und mit Tama Kollege Ronald Bruner Jr. ebenso!
Lässt sich bestimmt irgendwo auf WDR nachsehen.

PPPS. heute Offday, daheim  🤙

Algorithmen und das Kidney Drum

Oktober 14, 2021

Esse den ersten Lebkuchen und freue mich ein bisschen, dass die Algorithmen heuer doch noch nicht ständig ins Schwarze treffen!

Gestern ließ ich mich im Freiburger Drumhouse von Fritz Stegers Wissen und seinen Geschichten verwöhnen. Dass ich dann heute über die exotische Deri (pre Rimmel) Nierentrommel, jenes frühe Karl-Heinz Stockhausen Signature-Objekt für dessen Werk „Momente“ stolpern würde, hätte nicht passender komponiert werden können:

Auf dem Kalbsfell der „Kidney Drum“ lassen sich übrigens im Umfang von 1½ Oktaven alle Tonhöhen erzeugen, ein exklusives, trommelbares Glissando anno 1965 – ganz ohne Fußbeteiligung! (Heute gibt’s dank Kohlberg ein Ersatztrommel für die Aufführungen, leider ’ne runde Sache…)
Schließlich habe ich noch ein frühes, leichtes Superstar (mit Verstärkungsringen) eingepackt.
PS. seit der Rückfahrt habe ich’s schwarz auf weiß: ich bin nicht nur Schlagzeuger, sondern ein ganzer Musikverein!