Archive for the ‘DIY’ Category

Der Anruf

März 1, 2021

Ich war am Wochenende spontan & virtuell in Berlin, für einen kompakten ZOOM-Workshop bei Erchingers Drumtrainer.
Unter anderem erzählte ich dort von meinem selbstmotivierenden Übe-Gedankenspiel, für das ich mir einen Lieblingssong hernehme und mir vorstelle, dass ich zufällig die Anfrage erhalte, ob ich nächste Woche genau diesen Track mit den originalen Protagonisten live performen könnte und mich daraufhin in den Proberaum setze…
Dort werden dann alle Ebenen – das Pattern, die verwendeten Sounds, die getrommelte oder programmierte Attitude – unter die Lupe genommen und irgendwie zu einer bühnentauglichen Version zusammengesetzt.

Sollte der Anruf doch nur ein Traum gewesen sein, so habe ich doch immerhin wieder neue Bausteine im Repertoire, die an anderer Stelle bestimmt neu und spannend verwenden werden können. So weit, so bekannt…

Gestern Nacht bekam ich passenderweise von meinem Frankfurter Schlagzeuger-Freund Benno Sattler den Link zu seinem Video-Tutorial, in dem er die Umsetzung des von Prince programmierten Funk Klassikers „777-9311“ auf dem Schlagzeug erklärt.
Vor 10 Jahren hat er erstmals eine Version für das rein akustische Drumset erstellt, die jetzt um die zentralen e-Claps erweitert wurde. Tricky but Yeah!

vorgeschrieben sind leuchtend rot und schwarz

Februar 28, 2021

Hurra, der Joker des ersten Lockdowns lässt sich wieder spielen: auf öffentlichen Ping-Pong-Platten bei Frühlingswetter.

Da für mich Tischtennis- und Schlagzeugspielen immer schon miteinander verbunden sind – ich übte als Kind im Haus meiner Großeltern; im benachbarten Kellerraum stand die Tischtennisplatte, die unter erschwerten Bedingungen (Boden stark abschüßig, Deckenhöhe knapp 2 Meter, Rundlauf nur seitlich verdrehtes Rennen möglich…) leidenschaftlich gerne genutzt wurde – liste ich im Folgenden gesammelt all meine Verbindungsmöglichkeiten beider Welten auf:

Hallway Snares

Februar 23, 2021

Über das Treppenhaus von Headley Grange (die Hallkammer für John Bonhams „When the Levee Breaks„) wurde schon vielerorts berichtet, ebenso über die Reamping Idee für „Teppich-arme“ Snares (wobei der Snare Track ausgespielt und vor der Abhöre eine mitraschelnde kleine Trommel positioniert, mikrofoniert und erneut aufgenommen wird).

Der Kreativ-Tüfftler Max Gebhardt hat beide Ideen zusammen gefasst und im doppelten Wortsinn schön aufgenommen:

kraus, krass, Kracht

Februar 21, 2021

Anstatt selbst zu zeichnen, wird „Der gelbe  Bleistift“ gelesen. Dabei stelle ich fest, dass Christian Kracht damals (Ende 90er) Umstände als kraus bezeichnet, zu denen ich heute krass sagen würde.
Danke für den guten Buchtipp, liebe Christin Neddens!

Ähnlich gelb wie mein Bleistift, die Sonne heute. Also Fenster auf und…

Hingegen alles andere als planlos (kraus), dafür richtig krass: der Killswitch/Mute Button des Gitarristen mit dem Blecheimer auf dem Kopf (Buckethead). In spielerischer Form (Arcade) wird hier das Vermächtnis von Eddie Van Halen oder Tom Morello weitergeführt, auf dass sich die heftigt verzerrte Klampfe gestochen scharf scratchen oder slicen lässt, auf jeden Fall aber ordentlicht kracht!

Jetzt aber wirklich raus in den Frühling, schön im Sonnenschein lesen…

PS. Nachtrag: Mittlerweile ist es Abend und mein Freund Markus Birkle kommt mit einem interessanten Workaround um die Ecke, der a. das Anbohren der Gitarre umschifft und b. hervorragend auch zu meinem Emergency Exit Konzept beim Echodrumming passt: ein (D’Addario Planet Wave) Klinkenkabel mit integrierter Mute-Taste!

Glue, Interaction & Big Fun!

Februar 12, 2021

Es gibt diverse Ansätze, wie ich beim Schlagzeugspielen mich oder/und Mitspieler in Echo- und Hallräume schicken kann.
Der Knackpunkt dabei ist, sich einen Workaround für den klassischen Send-to-Effect-Vorgang zu überlegen (bei dem typischerweise der Tonmeister zum gewünschten Zeitpunkt den Send-Drehkopf eines Aux-Wegs im Mischpult geschwind auf- und wieder zudreht, so dass das anliegende Signal zum Effektgerät geschickt wird).
Ich könnte nun die Mischpult-Situation eins zu eins auf der Bühne nachbauen, aber tatsächlich finde ich das Knöpfe-Drehen während des Trommelns zu umständlich. Deswegen verwende ich für den Schlagzeug-Input eine AB-Box (dessen Schalter ich mit dem linken Fuß bediene), für alle anderen zu dubbenden Signale einen „momentary push button“ (der nur solange er gedrückt wird das anliegende Signal ins Effektgerät schickt).
Der findige Bastler baut sich ein solches Teil selber, ich verwende gerne den Super Switcher oder den EHX Chillswitch vor dem Echogerät.
Mit dem keine Delay Teil1 gibt es sogar ein Delaypedal mit (auswählbarem MOM Button):

Im einfachsten Fall bündle ich alle zu effektierenden Signale mit einem kleinen Pult und schicke sie dann zum Echogerät. Habe ich ein Effektpedal mit zwei trennbaren Ein-und Ausgängen (wie Boss RE-20 oder Line6 DL4) brauche ich kein zusätzliches Mischpult, sondern hänge je einen Aux-Send-Workaround vor die beiden Eingänge.

Für das Konzert beim Jazzfest nahm ich einfach zwei Echogeräte mit (Bild oben). Vorteil dieses Settings: ich kann mit verschiedenen Delayzeiten für Stimme und Schlagzeug hantieren. Durch das RE-20 habe ich zudem auch noch einen zusätzlichen Halleffekt für die Drums.
Die Möglichkeiten sind vielfältig, toll finde ich aber vor allem, dass die Echoantworten den Sound zusammenkleben (wie es in anderer Hinsicht ein „Glue Compressor“ macht). Desweiteren sagenhaft: die Delay-Antworten spornen zu neuer Interaktion an.
Alles in allem: big fun!

Kick off

Februar 12, 2021

… ins Wochenende, mit neuen kreativen Bildern von Christoph Niemann:

Hey, hey, hey! Und die Taxi-Geschichten von Saša Stanišić  sind ab sofort beim Mairisch Verlag bestellbar. Ebenfalls mit tollen Illustration (von Katja Spitzer).

Rahmenprogramm zur Großwetterlage

Februar 7, 2021

Schöne Bücher, gute Titel und die lang nicht mehr gehörte CD von Etienne De Crecy:

Im Anschluss vielleicht noch dem entspannten Beat Tape von Magro, des in Berlin wohnhaften Drummers Mathis Grossmann lauschen, dabei die Taz am Wochende durchblättern und auf die Idee kommen, ob sich all die ausgelesenen Bücher (s.o.) nicht in den Proberaumecken stapeln ließen, um dort als DIY Bassfallen abermals zu helfen?
(Denn rechte Winkel und Klang, nicht so optimal)

>>Zukunft ist, die Vergangenheit vor vollendete Tatsachen zu stellen<<
Stefanie Sargnagel „Dicht“ (Seite 60)

Klebstoff!

Februar 5, 2021

Hatte neulich folgende Selbsteinschätzung im schönen Gespräch mit den „2 talking drummer“ (Frank Dapper und Stephan Emig):

Ich bin ein Freund der Harmonie und stelle gerne Bezüge her, verknüpfe leidenschaftlich Dinge, die oftmals auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun haben. Irgendwie findet sich immer ein Kunstgriff, der einen Kompressor-haften „Glue“ erzeugt und diese verbindende Elemente sind offenbar meine entscheidenden Werkzeuge geworden, in puncto Songgestaltung, in puncto Groove (hello delay pedals, shakers & jinglesticks), in puncto Bandgefüge. So weit, so nachhörbar.

Habe aber was Wichtiges vergessen – war halt noch nie ein First Take Formulierer – nämlich, dass mir das neue Bezüge-Schaffen auch sehr hilft, gängige Idealvorstellungen und Konventionen zu hinterfragen, gar zu umgehen, um im Idealfall was Eigenes, Persönliches zu schaffen. 
Beispielsweise: dass mich das Rudiment Thema nicht so fasziniert, muss kein Stress erzeugen;
wenn ich mein Schlagzeug nicht so aufbaue wie es mir die Herstellerkataloge seit 35 Jahren zeigen: no prob;
wenn Stockhaltung=katastrophal (weil ich zusätzlich zum Stock auch noch einen Shaker halten möchte), egal, go ahead, und wenn das akustische Ergebnis überzeugt ist doch alles gut 🙂

Ach ja, zweite Erkenntnis: Inhalte sind mir wichtig, Mimik, Tonfall und vor allem das gemeinsame Lachen mindestens ebenso! Ist auf jeden Fall auch so ein Klebstoff, wohltuend ohnehin! Im Podcast, im Zoom-Unterricht, anstelle misverständlicher Emails…
Insofern, ein Hoch auf die Videokommunikation.

die besondere Zeit

Januar 30, 2021

Ich lese gerade Steffen Kopetzkys Roman „Grand Tour oder die Nacht der Großen Complication„, in dem sich einer der Protagonisten, ein Uhrensammler, auf die Jagd nach dem weltweit einzigen Chronometer mit Jahrtausendanzeige begibt.

Passend/Parallel dazu schwärmt Stefan Sagmeister für die Videoarbeit „The Clock“ des amerikanische Klang- und Videokünstlers Christian Marclay, einem 24 Stunden Film, der wie eine Uhr, stets die richtige Zeit anzeigt.

Hey und heute werde ich 49 – jubel!

Ich habe auch schon ein DIY-Geschenk auf der todo Liste, eine Schlüsselbox à la JD Beck und dann höre ich auch mal ins neue Notwist Album „Vertigo Days“ rein.

PS. auch Phil Collins hat heute Geburtstag und wird 70- krass!

PPS. ansonsten gerne auch:

beste Medizin!

Januar 24, 2021

Ein Hoch auf nicht gebrauchte Medizin, eine Tablettenpackung ist mir in puncto Klang ohnehin viel sympathischer!
Die abgelaufenen Enzyme können jedenfalls Clap, Noise-Loop und Geräuschemacher-Feuer…