Archive for the ‘DIY’ Category

viel Gold und Glitzer

Januar 15, 2022

Diverse Entdeckungen in dieser Woche:
1. Tolles Kopfhörer/Schlüsselbund-Intro von Jojo Lange-Kabitz

2. Michael Ruettens Playlist für Compost Label Mates

3. Terje Rypdal mit Rhythmusmaschine und RMI Keyboard Computer anno 1977: Per Ulv

4. Neulich ging’s wieder mal um die beim Spiel verstimmbaren Trommeln, Arthur Dubois hat ungefragt darauf mit seiner Version (Floortom, Schlagfell mit Loch, Hihat-Maschine) geantwortet.


5. @maxbeatwerk kratzt mit seinem selbstgemachten Flat Cymbal und dessen Scratch-Vibes an der 100000 Herzen-Marke. Und die Creme der weltweiten Top-Drummer staunt. Wohl verdient, lieber Max!

6. Konzerte (gerade während der Pandemie) sind toll: sowohl für uns Performer auf der Bühne, als auch für’s Publikum! Danke Bix, für den schönen Netzer Abend in Stuttgart.
Meine nächste Station ist dann am 21.01. die Münchner Unterfahrt zu Peter Wölpls 60. Geburtstag (wird gestreamt werden und Wolfgang Schmid ist auch von der Partie).

7. vielleicht nehme ich ja dafür meine neu vergoldete Meinl-8″ Sidesnare mit?

Ach, ja: Wimmelbilder sind doch toll!

Drum Phase

Januar 13, 2022

Angefixt von Steve Reichs „Piano Phase“ und dem IG-Einminüter von Justin Heaverin, hatte ich neulich mit zwei Studierenden der HfMDK Frankfurt ausprobiert, was passiert, wenn beide zwar den gleichen Rhythmus trommeln, einer jedoch mit 120bpm, der andere mit 121bpm im Ohr spielt.
Habe ungeprobt die Kamera drauf gehalten und bin geflasht:

Danke, Valentin Michel & Jonathan Schuchardt!

Das ganze lässt sich selbstverständlich auch alleine testen:

Hier trommle ich zum Clicktrack (117bpm) und mein Arturia Drumbute spielt mit 115bpm. Funktioniert auch (organischer?), wenn ich ohne Click spielt und mich erstmal auf den elektronischen Beat draufsetze, irgendwann das eigene Tempo leicht anziehe und die Maschine laaaangsam überhole…Dass man dabei gerne an Stellen mit vertrauten Verschiebungen (entlang der Sechzehntel Subdivisonen) einen Ticken länger verweilt, scheint menschlich und färbt das Ergebnis organischer.
Die rechnerisch perfekte Lösung bastelt man sich schließlich in der DAW.
Eintakter aufnehmen, die Kopie etwas schneller oder langsamer rechnen, auf gleichen Startpunkt setzen und los…

117 vs. 118bpm

Jim Pratt Bassdrum Muffler

Oktober 27, 2021

Mark Guiliana postet das Innenleben seiner Gretsch Broadkaster Kick. Und Jim Pratts Idee des flexiblen Basstrommeldämpfers – dieser sich ans Fell anschmiegbare Filzstreifen – jagt mir einen wohligen Schauer über den Rücken:

Klaro, wir kennen die zuschaltbaren Innendämpfer vor allem aus älteren Snares und Toms. Ebenso die Idee des externen, anschraubbaren/anclipbaren Außendämpfers.
Beide Varianten gab es früher aber auch für die Kick Drum (siehe Leedy, Slingerland oder Gary Chaffees Doppel-Teil) und mit Dave Weckls Remo-Variante ist sogar ein ambitioniertes Add-On nach wie vor auf dem Markt.
Doch die Jimmy Pratt Version (auch unter „5430 Gretsch Bass Drum Tone Control“ bekannt) ist die einzige mir bekannte Version bei der nicht nur ein oder zwei Dämpfpunkte, sondern ein kompletten Filzstreifen angelegt werden kann (eine Technik die sich traditionell nur durch Einklemmen des Materials zwischen Kesselgratung und Fellkrempe anwenden lässt). OK, die Evans EMAD Felle gehen in diese Richtung.
Wenn sich das Pratt System jetzt noch mit der Tama One-Touch-Control verknüpfen ließe, um Song- oder gar Part-weise zwischen einem boomy und einem trockenen Kicksound zu wechseln… hach, das wäre ein Traum 🙂

aus: http://www.gretschdrums.com/ebooks/1971/pdf/1971_gretschcatalog.pdf
aus: http://www.drumarchive.com/Gretsch/Gretsch_61_sup.pdf

Garage

September 27, 2021

Ich höre! Large Joints & The Great Gatsby:

(zuvor gab’s den Electronic Beats Blind Test // 1995-2000 UK Garage)
Das vorläufige Wahlergebnis steht und jetzt braucht’s dringend gute Ideen.
Chris Dave hätte schon mal eine, nämlich die Kombination aus Lochbecken und Junk Hat:

OK: Garage als Stil, Thinktank und Kreativ-Werkstatt oder tatsächlich als Automobil-Behausung. Und da Pit gleich Geburtstag feiert, hier ein Foto von der vielleicht bekannteste Einzelgarage Deutschlands, die Carl Benz im Jahr 1910 in Ladenburg errichtete.

Musik! (nochmals Chris Dave…)

farbige Klebepunkte, bunter Sound

September 9, 2021

Da ich bei der Laupheimer Drummerparty (neben einem selten zu hörenden Duo-Set mit Hellmut Hattler) auch den Soundtrack zur Graffiti-Aktion von Philip Walch gestalte, habe ich mal wieder den Bildband „Hip Hop Files“ von Martha Cooper hervorgekramt, aber auch ein Ableton-File konzpiert, dank dem sich jeglicher, „auswärtiger“ Audio-Player durch die Software routen lässt, dort dann DJ-typische Effekte beim Trommeln zur Lieblingsmusik erzeugt werden können.
Sprich, ich setze aufs typische Proberaum-Setting (wo ich gerne zu vertrauter Musik spiele) eine zusätzliche Kreativebene drauf. Jetzt kann ich auch die Zuspielung ganz einfach dekonstruieren und neue Drumgrooves darüber schichten. Also, den eigenen Remix trommelnder Weise entstehen lassen!

Ich brauche die „Blackhole“ Freeware fürs Computer-interne Audio-Routing und zack kann ich Musik aus YouTube, Spotify und co. oder elegante DJ-Mixe aus djay Pro durch die Ableton Software schicken. Dort habe ich ganz traditionell einen spürbarbaren Low-Cut (auf die Taste Q), einen Send in den Hallraum (Taste R), sowie einen Send ins Delay (Taste D) vorbereitet. Beim Jammen tappe ich (mit Taste T) Abletons Songtempo für die gewünschte Echo-Subdivision.

Macht großen Spaß!
Checks aus (hier der passende Ableton Song) und/oder komm‘ am Freitag vorbei und tanz mit.

DiscJamming 2.0

Twofer

September 9, 2021

Vom im Studio beliebten „Woofer“ (zwei Kickdrums hintereinander), zum Twofer („two for one“):
Max Gebhard schiebt ein Floortom in die offene Basstrommel und schneidet für den zweiten Klöppel der Doppelfussmaschine einfach ein Loch ins Schlagfell:

Super kreative Erweiterung des Emig-Ansatzes, bei der Doppelfussmaschine einen harten Klöppel und einen weichen Fellpuschel zu verwenden, für unterschiedlich Sounds oder zum temporären Dampfen einer resonant gestimmten Kick.

die eigene Stimme erweitern

August 31, 2021

Ich sammle wieder mal…

Es geht dabei um ein Instrumentenverständnis jenseits der gängigen Klischees, bzw. um inspirierende Beispiele aus der Musikgeschichte, im Idealfall gar kopierbare Techniken, wie sich der Standardrahmen sprengen (sagen wir lieber: erweitern) lässt.

Während des Urlaubs hörte ich nur einmal etwas Musik, nämlich Joni Mitchells „Shadow and Light“ Live Album aus dem Jahr 1979.
Bei diesem Konzert gab es ein sagenhaftes Jaco Pastorius Solo, bei dem er inmitten einiger Zitate nicht nur das Hendrix Thema „Third Stone from the Sun“ transferiert (und transformiert), sondern es in einem zweiten Anlauf mit einem (der ersten digitalen Loop-Delays) in bester Mash-Up-Manier – auch für seinen eigenen Dancefloor – remixt.
Vier Minuten voller Virtuosität und amüsanter Unterhaltung!
Viel (aus dem Studiobetrieb entliehene) Technik und (persönlich entwickelte) Spieltechniken für eine frische Rolle des elektrischen Basses.

Wir kennen auch die Idee des „reverse engineering“, bei der in puncto Drumgroove die Rhythmusarchitektur eines programmierenden Schlafzimmerproduzenten wieder auf das menschgespielte Schlagzeug übertragen wird.
Auch die Hörgewohnheiten verändern das Repertoire und die Darbietungsgestaltung.
Bestens nachvollziehbar in den YT-Videos von Emma Robinson, die die Ästhetik des Autotune Effekts verinnerlicht zu haben scheint:

Danke für den Tipp, Kabuki!

farbenfrohe Reisemitbringsel

August 24, 2021

Ich trage mal die Fundstücke der letzten Tage zusammen, >>zunächst aber machte er sich einen Kaffee mithilfe einer dieser kleinen, billigen, letztlich aber sehr wirkungsvollen Espressomaschinen, die an erstarrte Tänzerinnen in steifen, bodenlangen Faltenröcken erinnern. Er stellte die »Tänzerin« auf einen Gasherd, der gut und gerne aus der Zeit stammte, als er selbst jung gewesen war. Mit einer Tasse wirklich dunklen, gedoppelten Espressos begab er sich an seinen Schreibtisch, nahm einen Schluck – paradoxerweise der Geschmack von Nacht, Nacht freilich, die Blutdruck und Puls anhob und begann…<<
(Heinrich SteinfestDie Möbel des Teufels“ S.126f)

Toll, beim (wieder gut möglichen) Reisen:
– wunderschöne Plätze zum Entspannen, die sich um die Ecke von Hotel oder Bühne (hier Riga/Jurmala) auftun. (Bild 1/2)
– herausfordernde Gepäckbegrenzungen, die zu neuen Ideen führen: Im Gegensatz zu früher, als ich den silbernen Koffer leidenschaftlich gerne randvoll bis zur 23 Kilogrenze mit Elektronik packte, habe ich in den Zeiten der Covid-Fliegerei den Ehrgeiz, so reibungslos und zeitsparend wie möglich – sprich, nur mit Handgepäck – zu reisen. Also mit maximal 8 Kilogramm (manchmal, dank erweitertem Handgepäck, auch mit 12). Was letztlich auf eine dünne Beckentasche mit den drei Lieblingsbecken (14″ Jazz Hihats, 18″ Deep Hats als Crash und Ride), schmalstes Stickbag und mein InEar-Pack herausläuft. Im Turnbeutel auf dem Rücken werden dann noch Laptop, Badehose und Zahnbürste mitgeführt; der notwendige Rest, schlimmstenfalls in der Jackentasche…
Anyway, dass sich das Cymbalbag auf einem Snareständer bestens auch als Stock- und Shakerablage zweitverwenden lässt, war eine schöne Erkenntnis in Bulgarien (Bild 3/5).
Und abgespielte Snarefelle werden weiterverwendet, als „schwebende“ (vom Publikum nicht direkt erkennbare) Notenablage. Zwei Löcher rein und Spannfixe aus dem Club durchfädeln – fertig (Bild 4).

Hey, aber auch diverse andere Drummer waren anregend kreativ:
Perkussionist Luis Conte präsentiert auf IG seine großartig klingende Clap-Maschine (leider braucht man beide Hände dafür…), Mark Guillana verweist auf Billy Martins belaubte Äste, der Morcheeba Trommler hat sein Hardcase bunt besprüht und Dan Mayo realisierte tatsächlich ein Drum-to-Pedalboard-Album: „Greenhouse“, offenbar ebenfalls ein entspannter Rückzugsort.

Schließlich, schickt mich Johann Polzer zu Hainbaichs YT-Kanal, wo dieser einen Sovietischen Drahtband-Rekorder – die MN61, die in 1960er Jahren fürs Militär konzipiert (wieder mal, siehe Vocoder…), dann aber als Flugzeug Blackbox ihren Platz fand – zum Musikmachen verwendet. Und daraus sogar ein sehr spezielles Dirt/LoFi/Echo-PlugIn destilliert hat:

Pinar

August 3, 2021

Der Pinienwald der Insel El Hierro hat mich beeindruckt; nicht nur seine aromatische Luft und der erstaunliche Umstand, dass die dortigen Bäume feuerbeständig sind, sondern sein direkter Auftrag zum Musikmachen – hurra, endlich wieder mal Instrumente, die auf Bäumen wachsen!

Das war, bis auf eine kleine Joni Mitchell Hörrunde, tatsächlich die einzige Musik während der letzten 15 Tage.
Auch mal gut, sich leer zu machen!
Dafür wurde (dank des sympathischen Karsten Mohr) entspannt, bewußt geatmet, abgetaucht.

In Frankfurt regnet’s – auch schön
>>Das Geräusch der Scheibenwischer erfüllte den Wagen, ein feuchtes quälendes Reiben, ein benommen machender, hypnotisierender Refrain<< (Delphine De Vegan „Loyalitäten“)
und so höre ich wieder freudig gute Refrains und liste ich mal nach, was ich in den letzten zwei Wochen verpasst hatte:

  • diese Play-A-Long Scheibe – music minus one drummer – von Jim Chapin. Man beachte den (open handed?) Aufbau mit zweitem Jo Jones Standtom! (Dazu muss ich mal Claus Hessler befragen)

Stockspender & Instrument

Juli 7, 2021

Carter McLean zeigt im IG seinen „vintage stick holder“, der rein optisch mehr als nur Stöcke bereit stellen kann. Meine Fantasie gleitet von Guiro über Reco-Reco hin zur Hallspirale: