Archive for the ‘DIY’ Category

old school beats & drum hacks

Juni 11, 2022

# Ein Klassiker des Jazz-Rap (sic!) feierte kürzlich seinen 30sten. Beim Nachhören des Albums „Mecca And The Soul Brother“ von Pete Rock & CL Smooth bleibe ich bei der Nummer „Wig Out“ hängen – endlich mal ein super Beispiel für eine Sample-Behandlung (abgeschnittene zweite Snare), für die beim Snare-Trommeln einfach nur die Hand aufgelegt werden muss…
(siehe „Das moderne Schlagzeugquartett“ Seite 16f)

# A propos Pete Rock, hier direkt noch der Nas Titel mit wunderschönen Löchern/’Ruptures/Mutes: „The World is Yours“ (1995)
(siehe „Das moderne Schlagzeugquartett“ Seite 12f)

# Ebenfalls fürs Notizbuch, „Cuttin‘ Headz“ von Ol‘ Dirty Bastard (1995). Hier scherte sich RZA kein bisschen um den schlecht geschnittenen bzw. nicht dem Songtempo angepassten Drumloop.
Fresh!

# Ich lerne den amerikanischen Fachbegriff für die mittlerweile typische Handclap-Emulation via Flam von Sidestick und Schlag auf den Rim. Diese Technik wird „Mother’s Son“ nach dem gleichnamigen Titel von Curtis Mayfield genannt (1974, drums: Quinton Joseph).
Außerdem ziehe ich noch frech diese eins a Veranschaulichung der Funk-Formel („on the one“) aus Dilla Time (Seite 28) ab:


# Zu guter Letzt noch ein vielversprechender Drum Hack, den mir eben das drummerforum.de zugespielt hat. Um einen Ständer für das Kick-Mic zu sparen, wird gerne ein Mikrofon einfach aufs Kissen gebettet.
(Yes, das machen wir bei Hattler schon ewig so, mit einem via Klettband befestigten Beta 98; auch in meiner 20 „Frankfurt Bassdrum wartet ein ums Innenkissen geschlungener Kabelbinder nur darauf das MD421 zu halten)
Problematisch dabei ist einzig allein das an der Lochwand scheuernde Mikrofonkabel. Dagegen wird nun abermals ein Binderclip ins Spiel gebracht:

den Rahmen erweitern

Mai 12, 2022

Schwebe seit geraumer Zeit gedanklich für ein neues Buchprojekt. Es wird ein Glossar voller kreativer Strategien werden. Heute habe ich in diesem Sinn mein altes 14″er Hängetom zu einem Standtom umgebaut (was dank dem Sparedrum-Floortom-Rim aus dem Drumcenter Köln überhaupt kein Problem war). Jetzt wird es wieder mit Freude bespielt werden. Yeah!
Anschließend wurde dann noch in der Taunusanlage ein Kunstfoto zur Überschrift versucht und ein allererstes Pizza-Eis bestellt…

>>I realized that a frame could be many things; it could embody ancillary ideas, it could be an environment, it could be a shelter, it could be an informing context, it could be in dialogue with the painting, it could extend movement, it could be like a body that expresses the mind, and many other rich permutations…<<
Holly Lane

Erbsen!

April 6, 2022

Die „Sound Of Peas“ Postkarten wären jetzt da. Für eine 3€ Spende gibt’s Post bzw. einen Mini-Workshop mit friedvoller Attitude.
Ich schreibe entweder Dir die Karte mit nettem Gruß oder auch direkt an Herrn Putin (Владимир Путин / ул. Ильинка 23 / г. МОСКВА 103132 / Russische Föderation).
Selbstverständlich schicke ich Dir auch mehrere Karten zu.
Tatsächlich hätte ich auch ein passendes Arbeitsblatt für den Musikunterricht parat…
Just ask.

Klingt dann zum Beispiel so:

Therapie?

März 22, 2022

Wenn wir die beiden Begriffe Schlagzeug und Therapie googeln, erfahren wir aus Studien des medizinisch-psychatrischen Bereichs, dass wir TrommlerInnen

– unsere Konzentration fördern
Aggressionen gegenüber anderen Menschen sublimieren können,
effizienter organisierte motorische Hirnareale aufweisen,
– und über eine erstaunliche Kondition verfügen.

Daraus ergeben sich mögliche Therapieformen gegen Übergewicht, ADHS und Depressionen, für abklingende Psychosen, sowie für die Behandlung von Schlaganfall-Folgen.
Das liest sich einleuchtend, vor allem wenn man die Wirkung der Worksongs erinnert, deren starker Rhythmus nicht nur den Arbeitsablauf leitete, sondern diesen erträglicher gestaltete, zudem die Moral und das Durchhaltevermögen stärkte.




bald wieder Eisdiele

März 11, 2022

Hey, ein dickes Dankeschön an die Drummer Community. Bin stolz auf derart viele spendable, großherzige, mithelfende RhythmusmacherInnen und immer mehr Multiplikatoren der Idee: jetzt hat auch der tolle Dirk Erchinger diverse Schätze aus seinem Archiv geholt und Verkauf für den guten Zweck angeboten. Oh yes!

Es wurde ein Spaghetti-Eis Termin vereinbart, mehrere Postkarten gemalt, viele Kannen voller Samples ausgeschenkt und auf ein schönen Track getrommelt.
Hier ein Outtake der Session, seit langem mal wieder Drum’N Bass. 
(Die Aktion läuft selbstverständlich weiter!)

Message on a Drumskin

Februar 28, 2022

Ein aufrichtiger Mensch verleiht dem innersten Gefühl, seiner eigenen Überzeugung ohne Verstellung Ausdruck. Für Richard H. Kirk, Mitbegründer der Industrial Band „Cabaret Voltaire“, bedeutete dies, dass ein Künstler nicht einfach nur schöne Bilder malen dürfe, sondern auch seinen Mund aufmachen müsse: 

>>Jean-Paul Sartre has this phrase called ‘the Against.’ If you’re an artist, you’re in a position to challenge the fucking status quo. That’s where I’m coming from. That’s the job of an artist in society. It’s not to paint pretty pictures. It’s to say something, even if it’s only ‘Fuck you.<<

Es ist wieder an der Zeit unsere Felle sprechen zu lassen!

PS. der Hintergrund für Copelands Tom-Tom-Botschaft ist nicht, wie gerne kolportiert, eine wütende Ansage an Sting gewesen, sondern eine Selbstprovokation (höre dazu Joe Wongs Interview).
Anyway, ich leite sie direkt an den Kreml und seinen Kriegsfürsten Putin weiter!

#fuckwar

Februar 28, 2022

Der Krieg macht Angst!
Ich, der ich fernab der direkten Katastrophe sitze, will weder Aufmerksamkeit auf meine Gefühlswelt ziehen, noch mich furchtvoll in den vom Handyscreen beleuchteten Nachrichtentunnel vergraben;
versuche, Kraft zu sammeln, um mich klar gegen den Krieg zu positionieren und auf friedlichem Weg zu helfen;
möchte nach vorne schauen und trotz allem Niederträchtigen, Dunklem, das Schöne, Gute, Wohltuende sehen können – den eigentlichen Antrieb des Lebens!
Also setzt ich mich auf unseren Fake-Balkon (vor’s geöffnete Fenster), lass die Sonne und frische Luft herein und tippe zwei Antikriegsgedichte von Ernst Jandl ab, fa­la­mal­ei­kum (1958) und BESSEMERBIRNEN (1957/58).

Wasser, Licht und Liebe (rechts oben)

fa­la­mal­ei­kum
fa­la­maleit­um
fal­na­ma­leu­tum
fal­na­mal­so­oo­viel­leu­tum
wenn­a­ber­ein­mal­der­krieg­lang­ge­nu­g­au­sist
sindal­le­wie­der­da.
oder­fehl­tei­ner?

(hier gelesen vom Autor)

BESSEMERBIRNEN
als mehr kanonen

anxious, amped, timorous, excited, scared & hyped

Februar 22, 2022

Zwei mal kleine Kistchen und eine dicke Aufgabe:

1. Boss kündigt mit dem RE-2 einen Space Echo Klon im Standartformat an. Was den großen Bruder angeht, so habe ich lange mit dem RE-20 gehadert, es irgendwann notgedrungen intensiv genutzt, darufhin geheiratet!

2. Top Soundsystem-Betreiber, der lediglich zwei Tasten-Handys, ein Mikrofon und eine Aktivbox braucht:

3. Questlove freute sich auf den Besuch des John Mayer Konzerts und musste es letztlich kurzfristig selbst trommeln… erinnert mich an mein schönstes Ferienerlebnis
Schön auch, seine Zettelwirtschaft (Leadsheets) bestaunen zu dürfen.

Aufheller im Februar

Februar 15, 2022

Abgesehen davon, wie sinnvoll es ist, krank oder angeschlagen auf Konzertreise zu gehen, ist der große Unterschied zum Corona-Damoklesschwert, welches derzeit permanent über jedem geplanten Bandausflug schwebt, dass man die Entscheidung nicht selbst treffen kann/darf: denn ein positives Testergebnis bedeutet mindestens sieben Tage Quarantäne.

Sprich, es fällt mir trotz großer Zuversicht nicht immer leicht, mich auf anstehende Konzerte zu freuen, ohne gleichzeitig nachzudenken, dass ich oder all die anderen sich doch kurz vor (oder während) der Tour anstecken könnten.
Das ist selbstverständlich überhaupt nicht zielführend.

Sehr hilfreich hingegen sind die gegebenen Konzerte selbst. Hier merke ich wie wichtig das Auftreten für mich und das Publikum ist, egal ob der äußere Rahmen durch diverse Einschränkungen spürbar verändert wurde. Die Bottom Line ist glasklar:
Live Musik tut mächtig gut! Es ist einfach großartig vor Menschen zu spielen 🙂
Und die Zukunft entsteht im Moment, Tag für Tag…

Jetzt freue ich mich auf den Nils Wülker Gig in Bochum (der letzte eines schönen Fünferblocks), bevor es im März bunt weitergehen wird.

Triva am Rande:
Gaffer Tape hilft. Auch wenn ich damit längst keine Felle mehr abklebe, freue ich mich nun über meinen reparierten Gürtel.
– Sonnenlicht ist ein schöner Stimmungsaufheller. Klaro, wissen wir alle. Gibt’s im Hotelzimmer keinen Balkon, werden die Fenster aufgerissen und mit Sesseln und der Bettdecke ein gemütlicher Arbeitsbereich geschaffen (der stark an Hans Castorp in Thomas Manns „Zauberberg“ erinnert). Vitamin D galore!
– Ich habe diese mal die Stewart Copeland Signature Snare dabei, der Meister selbst haut ein neues Buch raus: Stewart Copeland: Drumming in The Police and Beyond
– selbstverständlich habe ich mir Super Bowl Pausenshow mit Dr. Dre, Snoop Dogg, Mary J. Blige, Kendrick Lamar und Eminem angeschaut. Und sie anschließen heimlich mit den Auftritten von Prince (2007), Michael Jackson (1993) und Janet Jackson (2004) verglichen…


Da-Real-Nerd-Shit zum Schluss:
Beim Netzer Konzert in Stuttgart wurde das Noisegate des Basstrommelmikrofons beim Soundcheck versehentlich etwas zu lange geöffnet, so dass nach all den Schlägen, bei denen der Klöppel nach dem Anschlag zurückfederte, ein veritable Feedback entstand – einer 808 Kick nicht unähnlich.
Da jedoch die Bassdrumschläge, bei denen der Klöppel im Fell geparkt wurde, konkret und gut klangen, haben ich den technischen Umstand als „hidden intention“ angenommen und spielerisch im Konzert ausgenutzt.
Der nächste Schritt wäre folglich, sich Gedanken zu einer einfachen Reproduzierbarkeit dieser Möglichkeit zu machen. Beim Merlin-Gig hatte ich nicht einmal die Kick im Monitor, sprich, die Rückkopplung entstand durch die PA-Lautstärke, die zurück ins Bassdrum Mike rutschte und die schwingenden Felle in Bewegung hielt. Diese Faktoren werden je nach Venue und Anlagenstärke aber unterschiedlich ausfallen. Also denke ich über einen speziellen (weiteren) Monitor oder einen Transducer nach, der das Kick-Mike zum koppeln bringen kann. Die Kontrolle des Feedbacks (vor allem die Tonlänge) würde ich mit einem Noisegate regeln (bspw. mit meinem Alesis MicroGate), dass sich in meiner Reichweite befindet.
Zudem würde ich noch eine An/Aus-Möglichkeit für den „Feedbacker“ installieren (vielleicht ein Volumenpedal oder eine A/B Box), so dass das Rückkopplungssystem nicht durchgehend am Start ist und ich bei dynamischen Parts auch mal den Basstrommelklöppel entspannt aus dem Fell kommen lassen kann, ohne gleich ein Donner zu erzeugen…
Übrigens, Max Gebhardt hat zur selben Zeit ein ähnliches Konzept im Studio-Setting realisiert:


sympathetic vibrations

Januar 25, 2022

Das „sympathisches Mitschwingen“ kennen wir Drummer beispielsweise vom Snareteppich, der nur beim Schlag auf eines von drei Toms auffällig laut mitraschelt.
Aaron Sterling bereist diese Zone bewusst: 

Wenn wir morgen Abend um 20h mit HATTLER beim Jazzfest der HfMDK auftreten, werden ebenfalls sympathische Schwingungen erzeugt – und nicht zu knapp!