Archive for the ‘DIY’ Category

Studio 49

April 13, 2017

Neulich hatte Andreas Neubauer im Proberaum sein GAd Glockenspiel aufgebaut – ich war vom ersten Ton an hin und weg und stöberte prompt danach die Netzmärkte durch. Dass ich damit nicht nur DAS Jam-Instrument für die Ambient-Abendgestaltung, sondern auch noch den passenden, höhenverstellbaren Studio 49 Dreibeintisch gefunden habe ist ein toller Zufall, denn lange schon bin ich auf der Suche nach einem dezenten & mobilen Laptoptisch. (Zum vollen Glück müsste das Finanzamt jetzt nur noch die „Arbeitsecke“ in der Mietwohnung anerkennen…)

the keinedelay

März 20, 2017

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Ich bin begeistert: das Teil (1) wiegt inklusive Netzteil gerade mal 444g, nicht wesentlich mehr als das passende Buch das ich gerade lese. Und spart mir dank kleinerer Umstrukturierungen/-bauten das Mitschleppen einer weiteren Kiste (eine meiner Playstations zum Feeden & Muten).
Ich sag mal laut DANKE an Greg Sütterlin aka DJ Rampa und sein Team! (Beziehungsweise an Max für die Erstvorstellung)

Starte jetzt einen ersten Annäherungsversuch  – ist ja nach zwei Langzeitbeziehungen (Line6 DL4 und Boss RE-20) und mehrerer dicker Freundschaften (Diamond Memory Lane, Boss DD-7, Eventide TimeFactor) gar nicht so einfach, zumal ein Resüme lauten müsste: jedes Tap-Echogerät ist so anders und eigen, dass seine Schwächen und Stärken im Kontext entdeckt werden müssen.

In einer ersten Runden verbinde ich also zwei verschiedene Kanäle aus dem Computer (Drums und Stimme) mit Teil1 und höre die beiden Ausgänge an einem Mischpult ab. So lässt sich die Umbau-Wunschliste abhaken und etwas herumspielen:
Ich bin von meiner gewohnten Arbeitsweise mit dem Boss RE20 ausgegangen, einem Stereodelay, das ich gerne als zwei getrennte Mono-Einheiten einsetze:  im linken Kanal dubbe ich mein Schlagzeug, im rechten die Leadvocals, ein anderes Instrument oder meinen Rechner. Wichtig ist also, dass das Gerät die beiden Seiten perfekt trennt, so dass ich auch zwei separate Outpus habe, um sowohl Echodrums als auch die „anderen Dubs“ getrennt zum FOH schicken zu können.
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Im Schlagzeugkontext schicke ich mein Snare bzw. das Effektmikro erst durch eine A/B-Box, die ich mit der Ferse des linken Fusses bediene. Die A/B Box fungiert quasi  als Aux-Send On/Off Schalter. Dadurch kann ich entweder kurze Schnippsel Dub-typisch ins Delay jagen und dort verbiegen, oder ich schaffe Loop ähnliche Layer, indem die A/B Box dauerhaft geöffnet ist. Das wollte ich auch weiterhin so handhaben. Andere Signale (wie Instrumente, Vocals, Zuspielungen) werden aber mittels externem „Momentary Button“ mit der linken Hand ins Echogerät geschickt. Dafür hatte ich bisher eine DIY Box, den SS1 Superswitcher oder den Eventide MixingLink.
Im Teil1 sollte nun der MOM Button ausschließlich auf den rechten Eingang Bezug nehmen. Wenn möglich in grün 🙂
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Anstelle des On/Off Schalters, hätte ich lieber einen ONF Taster, mit dem sich der Output des Geräts (momentary, dadurch auch rhythmisch) muten lässt. Als zusätzliche Eselsbrücke am liebsten in der Farbe rot.
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also:
– INPUT L: immer offen
– INPUT R: offen, wenn Kippschalter links / nur durch MOM Taster zu öffnen, wenn Kippschalter rechts
– Drücken des ONF Tasters schaltet den Ausgang vorübergehend stumm (und die alte Delayfahne kommt ggf. wieder, wenn ONF wieder freigegeben wurde)
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Toll! Alles funktioniert nach Plan und das Delay spielt sich ganz selbstverständlich angenehm – vielleicht, weil die Basis das vertraute Boss DD-7 ist?
Macht auf jeden Fall großen Spaß,
– weil der Tap-Button hervorragend funktioniert, nämlich leichtgängig und präzise.
– weil ich durch die farbliche Trennung, auch im Eifer des Gefechts die Übersicht behalten werde.
– weil sich innerhalb der vier „Zahlenbereiche“ (400, 800, 1600, 3200) durch Umschalten Musik mit verschiedenen Subdivisions machen lässt.
– weil sich im FAST-Modus bei vollem Feedback Töne mit dem TIME-Poti durch den Raum schieben lassen als wäre es ein monophoner Synth
– weil weder MUTE- noch MOM-Button knacksen! Auch der MIX-WET-Schieberegler lässt sich zu Jederzeit geräuschlos bewegen.
– weil der LOOP-Modus wortwörtlich einfach funktioniert. Und deswegen bestimmt auch in meinen Gefilden zum Einsatz kommen wird. (Was bisher noch kein externer Looper geschafft hat…)
Interessant sind auch die beiden Klangwelten ANALOG und DIGITAL, die beide heftige Selbstoszillationen vermeiden.

Jetzt schau ich noch dem Greg zu, wie er sein Teil einsetzt…

und zum Wochenstart gibt’s Morgen dann einen ersten gemeinsamen Ausflug in den Proberaum….

Neues entdecken

Februar 26, 2017

Give and take!
Im aktuellen Fall: ich erzähle Helge was für seine Bachelor-Arbeit, er fährt mich nach Hause und sendet Spitzeninspiration per Mail – so viel, dass ich mich nun getrost für die anstehende DePhazz (UA, MOL, BY) Tour hier mal rausziehen kann.

  1. Beginnend mit einem Großkaliber, hier der Instagram-Videobeitrag von ?uestlove, in dem er über die Angst und ihre Bewältigung spricht, ein neues Programm (in diesem Fall: Ableton Live) zu erlernen.
  2. Der Berner Trommler Julian Sartorius (*1981) ist organischer Sammler, Macher, Klang.


    In der halbstündigen Jazzahead Performance erkenne ich ähnliche Leidenschaften (z.B. für den VicFirth 5A Dual Tone), schreib mir aber auch einiges auf (Mini-Vibratoren, Meinl Helix Bowl auf Glockenspiel-Plättchen, Einhand-Harmonium, Wah-Wah-Tube, DIY-Superball Mallet, mehrere Metallophon-Stäbe). Also viel Futter für meine Klangsuchmaschine.
    Und wenn mal wieder Geld reinkommt werde ich mir das Beat-Diary-Box-Set (365 Aufnahmen und Bilder) kaufen:

    Toll auch, dass JS am liebsten mit dem Zug reist (Stichwort „Matrioschka Schlagzeug“), gerne liest, mit Spielregeln spielt, sich Grenzen setzt und Musik mit Bildern verbindet bzw. sich vom Bild inspirieren lässt.

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  3. Zwischendurch schreibe ich mir auf, dass Elektro Guzzi Drummer Bernhard Breuer seine Jomox MBase nicht mit einem klassischen Triggerpickup, sondern mit einem in die Kick gelegeten dynamischen Mikrofon triggert, da: weniger Fehltrigger!), ich lese über das Verbzilla und lande letztlich – interessiert – beim Hold-Reverb von Z.cat.
  4. Jetzt zum in Amsterdam lebenden Österreicher  Gerri Jäger (*1979). Drums und handbediente Elektronik: Alleine…


    … oder im Duo (Knalpot)

  5. Zum bunten Abschluß noch „The Periodic Table of Guitar Effects Pedals“periodic-table-of-fx
    © The Sixty Five

The „No Hands“ Roll!

Februar 12, 2017

Wirbel sind nicht gerade meine Stärke, One-Hand-Roll Fehlanzeige, aber seit heute wirble ich freihändig und konstatiere unverschwitzt: Kinderspiel!

Sollte ich jemals wieder im Zirkus auftreten, wird mich (bzw. spannende Kunststückchen) ein Hexbug Nano begleiten.

The World of Foley

Februar 8, 2017

1. Da ich am Set ohnehin immer ein Geschirrtuch habe , übe ich gleich mal den Flügelschlag der Seemöwe (ab 10.14′).

2. Cornflakes in einer verschlossenen Tüte (1.16′) = digital Snare Wires

3. Und zum Abschluß schaue ich mir noch den 19 minütigen Kurzfilm „Foley Artist“ von Toni Bestard an. Einfach so. Ohne was abzuschreiben.

#foley

Mixtape

Januar 31, 2017

Klingt wie ein kleines Gedicht: Mixtapes-Tipps von Mijk van Dijk
Klar, dass daraufhin ich meinem nächsten Mix diese Perle des Musiker-Poeten Gil Scott-Heron unterbringen möchte: „Very Precious Time“

Küche!

Januar 17, 2017

Irgendwie wird diese Woche stark von Küchenutensilien bestimmt:
Bennys Kühlschrankmagnete,  die Edelstahlschale von Scott Pellegrom, Geschirrtuch sowieso allgegenwärtig – und heute die IKEA Werbung mit dem Topftrommler:

Dass es sich mit einem Drummer hervorragend werben lässt, ist eh klar, aber in diesem Fall ziehe ich den minimalistischen Porzelantassen-Sequenzer von Céleste Boursier-Mougenot eindeutig vor:

verspielt

Januar 15, 2017

Marcel Gustke hat mich an Scott Pellegrom erinnert, als er diesen Perfromance-Link schickte. Da gibt es weitaus mehr zu bestaunen als nur das zwischen die Hihatbecken geklemmte Gummihuhn:

Unter anderem: die skratchende (und filterbare) Fahrradklingel, diverse Quietschetierchen, Metalschälchen/Kochtopf, Auflaufform (Backblech ähnlich) und die LP Sound Enhancer. Vor allem: Spaß beim Spielen!

Vom Geschirrtuch zum Kühlschrankmagnet: Meinl Cymbal Tuners

Januar 14, 2017

Immer wieder toll, die einfachen Dinge.
Wenn Altbekanntes und Bewährtes plötzlich in den Schlagzeugkontext gehoben wird und dort vor allem Sinn macht.
Wenn jeder denkt: oh man, da hätte man ja…

In diesem Fall zwei starke Magnete, die an unterschiedlichen Stellen angebracht, den Beckenklang beeinflussen (dämpfen, verkürzen). Zig Dekaden lang wurde zu diesem Zweck Gaffer Tape verwendet, was mitunter auch sehr stylisch aussehen kann, aber eigentlich immer heftige Kleberückstände beim Wiederabziehen hinterlässt. (Davor wird schon im alterwürdigen „The Cymbal Book“ gewarnt).
Unterm Strich eine pragmatische, aber unflexible Notlösung, zumal der Cymbalsound ja stark vom Ort der Aufführung abhängt, also öfter mal angepasst werden muss.
Dank der Magnete geht das jetzt aber zack-zack.
Und wiedermal ein Küchenutensil
…Geschirrtuch für die Trommel, Kühlschrankmagnet für’s Blech…
Klasse, Benny! Danke, Meinl!

Und dennoch möchte ich der Kunst des „Cymbal Taping“ huldigen und ein paar schicke Bilder austellen, ebenso ein paar Großmeister erwähnen, von Buddy Rich zu Wolfgang Haffner, von Flo Dauner zu Aaron SterlingHan Kerkhof und ein Becken von Ian Froman sind auch mit dabei.

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PS. Als Folgeprodukt dann vielleicht ein paar klangfärbenden Magnet-Add-Ons (Ketten, Schellen, Blech und was weiches)?

Nachtrag: Sticks Autor Ralf Mikolajczak beschreibt die Kleberückstands-Probleme des Gaffer Tape und erklärt die Erfindung der „Cympads“ als >>die bislang wirklich einzige praktikable Lösung für eine vernünftige Cymbal-Dämpfung!<<

ich lebe glücklich ins Nichts hinein

Dezember 28, 2016

Eberhard Weber finde ich wohl deswegen so toll, weil man sein Spiel sofort erkennt, weil ich darin Geschichten entdecken kann. Er hat Stil. Und einen eigenen dazu.
Dass die Entwicklung der musikalischen Persönlichkeit mit dem selbstgebauten Elektrokontrabass begann, der gerade wegen seiner unperfekten Ausführung die spielerische Eigenart förderte, lernte ich eben durch die einstündige SWR Doku „Eberhard Weber – Rebell am Bass„.
Der Film zeichnet darüberhinaus sehr schön das Bild eines kauzigen, dennoch sehr humorvollen Menschen, jemand der sich nicht verbiegen kann, der spielt, was in ihm ist, was er ist: authentisch, lieber erfindungs-und ideenreich und einer Vision folgend (>>Der Bass wurde bei Weber zu einem Instrument, welches das musikalische Geschehen über sich, in den höheren Etagen, insgeheim organisiert<<), als im klassischen Musiksinn fleißig. Und jemand der den tragischen Umstand akzeptieren kann, in Folge des Schlaganfalls vor knapp zehn Jahren nicht mehr Bass spielen zu können, dafür jetzt glücklich ins Nichts hineinlebt – Chapeau“

PS. außer seiner schönen Musik und beachtenswerten Einstellung, möchte ich für den Blog auch die Erweiterung des Bassbereichs durch Effektgeräte (Delay, Looper) erwähnen, die den Schritt des eigenen Instruments (und persönlichen Sounds) komplettiert haben.