Archive for the ‘DIY’ Category

Die Christo Sidesnare

Juni 18, 2019

Aus einer einfach festgeklemmten Luftpolsterauflage ergab sich die Christo ähnliche Verhüllung meiner Meinl 8″ Timbale-Snare.
Das vermeintliche Kunstobjekt besticht durch seinen TR-909 verwandten, vor allem aber nicht zu aufdringlichen Sound und läßt sich daher auch gut in kleineren Venues mit einem getriggerten Sample unterlegen. (Ich splitte dafür das Snare-Mic, schicke dieses Signal durchs Audiointerface ins Ableton und bemühe dort ein ApTrigga 3 PlugIn für die Klangdopplung.)

Drummer7628

Hier neulich mit Nils Wülker in Lüneburg (Foto von Joachim Soltau).
Und ein Blick auf die Ableton Session:

NW ApTrigga Sidesnare

Stock- oder Notenhalter

Juni 2, 2019

Habe meinen DrumGees zwei neue Aufgaben zugedacht. Befestigt an zwei Bassdrumstimmschrauben kann das Gummi entweder einen Ersatzstock halten – quasi Ersatz für die nicht mehr erhältliche Sticktrap von Thomas Tiesler – oder es befestigt ein 10″ Trommelfell (als kleine Variante des mehrfach erprobten Leadsheet-halters 1/2) auf der Kick:

Hier noch die Variante mit Kick DrumGees,14″ Fell und an den ecken beschnittenen DinA4 Sheets:

IMG_2010

DIY Slicer

Mai 18, 2019

Ich kann meine Echodrums auch unhörbar verwenden, in dem ich sie beispielsweise in den Sidechain-Eingang eines Gates schicke, um ein dort anliegendes Signal (Synth Pad, Mitmusiker, o.ä.) rhythmisch (je getapptem Delaytempo) stummzuschalten. Die Länge der Unterbrechung regle ich dann mit dem Hold-Poti.

Funktioniert gleichermaßen mit Outboard oder in der DAW:

Echodrums - Delay plus Sidechaingate gleich Slicer

Der große Vorteil gegenüber Fertiglösungen (wie z.B. Boss SL-20) liegt in der Freiheit, nicht an ein metronomisches Tempo gebunden zu sein.

Kaffee machen und üben – gleichzeitig!

April 11, 2019

Die Zubereitung eines Espressos ist für mich nicht nur Genuß und etwas Mathematik, sondern eine schöne Übung zur Stabilisierung des inneren Zeitgefühls: Wenn die Rahmenbedingungen stimmen (Mahlgrad der Maschine ist angepasst, 7 Gramm Kaffee im Sieb, 9 bar am Start), dann beatboxe ich, sobald die Flüssigkeit aus dem Siebträger zu laufen beginnt:
einen schnörkellosen 12 taktigen Discogroove plus 2/4 Abschluß Fill.
Klaro, Disco steht für 120bpm und ich brauche für die Kaffeerechnung genau 25 Sekunden.
Und da der Berliner Drummer Alex Höffken ein ebenso leidenschaftlicher Kaffeegenießer ist wie ich, macht die Zubereitung der Schokobombe – meine Indian Mosooned Malabar Lieblingsmischung – total Sinn als Auftakt zum gemeinsamen Gespräch.
Das Interview im drums&percussion Magazin 3/2019 ist jetzt am Kiosk erhältlich und hier im Netz wird die Geschichte noch intensiviert:
Oli trifft… Alex Höffken

 

Klangbehandlung mit Luft

März 26, 2019

>>Put some reality in the sound, which basically means: space!<<
Prince Fatty über Reamping (6.46′)

Mein Freund Uwe Schenk sagte damals (2003) beim Mix der „Organic Electro Beats“ CD: „Die rein elektronischen Sounds wirken gegenüber den akustischen Signalen trotz eines gemeinsamen Reverb-Busses immer noch unnatürlich, zu direkt.“ Er stellte zwei PA-Boxen in den Aufnahmeraum und ein Paar Stereo-Mikrofone in maximal möglicher Entfernung gegenüber, zog den Telefonstecker aus der Wand und erklärte, dass es wegen des „Luftmasterings“ die nächste Stunde lang nichts zu tun gäbe…

Kitchen Loops

März 25, 2019

Michael Kersting schickte mir neulich diesen Link

Aber auch unsere Küche gibt was zum Thema her:

Frippertronics

März 18, 2019

eno operational diagram for discreet music

Von kuschligen Ambient-Experimenten à la Riley, Eno & Fripp (Time Lag Accumulator) hin zu trommel-basierten Aufbauten, die so manchem Free-Jazz-Freund das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt:

 

Bubble Wrap & Castanet

März 16, 2019

Eigentlich wollte ich gestern Abend den TR-808 Clap „nachbauen“, hatte aber leider das Netzteil für das zweite Echogerät vergessen.
So experimentierte halt mit nur einem Delay und der Meinl Cajon Ring Castanet und fand sie am Schlagstock ganz gut, besonders da sie durch den Fellpuschel des Kombisticks (VF 5A Dualtone) nicht abfallen konnte.
1. Clap-Stick auf der Snare

2. Clap-Stick auf Hihat und Rim

Die fast bessere Erkenntnis war, dass die spielerisch auf der 8″ Meinl Drummer Snare Timbale abgelegte Luftpolsterfolie den Klang dieses Instruments bei lauten Schlägen in eine Art Roland TR-909 Snare transformiert. Aber auch Ghostnotes auf dem Plastikbezug klingen hervorragend!
So dass ich heute gleich mal ein ähnliches Auflagesystem für die Standard 14″ Snare vorbereitet wollte, bei dem die zugeschnittene „bubble wrap“ vom BFSD Donut auf der Trommel gehalten wird.

Da auch noch der Tama Hat Stacker modifiziert werden wollte, begann der Samstag mit einem Bastelfrühstück…

Das Tama-Tool ist eigentlich als Splashbecken-Halter über der Hihat konzipiert, ich verwende es jedoch für meine Zweit-Hihat (die im Bedarfsfall nicht mal extra abgenommen werden muss!), einem Stack aus zwei bis drei 8″ Becken (ich habe dafür Meinls Safari Splash, Bycanze Splash, Candela Bell im Einsatz; Experimente mit den Benny Greb 8″ Crasher Hats liegen auf der Hand).
Da ich gerne diese zweite Hihat schnell abziehen oder gegen den Foot-Shaker tauschen möchte, verzichte ich auf die Vierkant-Feststellschraube und setze das Tama Accessoire direkt auf dem eigentlichen Hihat-Clutch ab.
Das funktioniert, da ich auf beide Enden des CSH-5 einen gelochten Filzgleiter geklebt habe.

from Re-Amp to Re-Dub

März 4, 2019

Als ich Aaron Sterling über seinen Umgang mit Effektpedalen sprechen hörte (Sound of Sterloid Vol.2), wurde ich an die Idee des „Re-Amping“ erinnert, jenen studiotechnischen Kunstgriff, durch den bereits aufgenommen Signale nachträglich effektiert und erneut aufgenommen werden können bzw. sich die unterschiedlichen Anforderungen von Studio-und Bühnenequipment optimal zusammenführen lassen.

Da bei dieser Produktionstechnik mehrere elektrotechnische Fallstricke umgangen werden müssen, ließ sich 1994 der (Schlagzeuger! und) Toningenieur John Cuniberti seine Schaltung zur optimalen Anpassung von Impedanz und Signalstärke, sowie zur Verhinderung von Erdschleifen patentieren. Seitdem lässt sich ein dementsprechendes Helferlein-Kistchen unter der Bezeichnung Reamp(er) käuflich erwerben.

Selbstverständlich sind derartige Probleme auch schon vor 1994 aufgetaucht, selbstverständlich gab es Lösungsstrategien: So lässt sich der Reamp Ansatz mit einer passiven DI-Box (teilweise) nachbauen, in dem diese verkehrt herum verkabelt wird. Sprich, der Ausgang der DAW wird mit dem eigentlichen männlichen XLR-Ausgang der DI-Box verbunden; das daraufhin – dank Transformator und galvanischer Trennung – brummfreie und unsymmetrische Signal wird via DI-Box-Klinkeneingang ausgespielt und (idealerweise mit kurzen Kabeln) zu den gewünschten Effektpedalen geschickt.

In diesem Sinne experimentiere ich directement mit all dem, was im Haus ist, effektierte /re-dubbe also meine rohe Schlagzeugspuren mal via Lehle P-Split II & Palmer PAN04 (passiv), mal via Lehle P-Split II & SansAmp Bass DI (passiv), schliesslich via Lehle P-Split II & SansAmp Bass DI (aktiv), und bin mächtig gespannt, wie’s klingt!
(Leider fehlt mir der passende Sex-Changer, um die Palmer DI als alleiniger Ream Box zu testen…)

reamping_with_p-split_sans_DI

So gefällt es mir am besten:
symmetrisch raus aus dem RME Babyface> symmetrisch rein in Input Lehle P-Split II (> Masse- und Phasenschalter helfen!) > ISO-Out > In Boss RE-20 [roter Strang]
Out Boss RE-20 > Input SansAmp Bass DI > symmetrisch raus in RME Babyface [lila Strang]

Clap Cowboy

Februar 15, 2019

Was eher wie ein Kunstobjekt ausschaut, ist mein neues Schlagobjekt – der Clap Cowboy – der sich mit Hand oder Fuß drücken, oder von Stockhieben traktieren lässt.

Eine wilde Mischung aus diversen Knister- und Schüttelanwendungen, zwei Kastagnetten und drei mitklappernden Klanghölzchen.
Ähnelt einem Panzer, ist aber alles andere als „built like a tank“ und wenn schon mit Militärbezug, dann „a weapon of DJ culture“!
Ob Handclap Sample oder elektronische Hihat – beides möglich. Yippie!