Archive for the ‘Reverb’ Category

Spring!

März 16, 2020

Durch Selbstisolation in die Selbstoszillation, dann vom Spring Reverb zum Frühling.
Und als schönes Begleitbild nebenbei, ein Foto aus Damien Hirsts Atelier:

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Oil paint on canvas on canvas on window

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Weatherall – überall

Februar 18, 2020

Hans Nieswandt schreibt im FB Schönes für Andrew Weatherall:
>>Andrew Weatherall war eine der zentralen, stilprägenden Figuren im Transformationsprozess der späten 80er Jahre von Punk zu Rave, von Core zu Floor, von der Gitarre zum Plattenspieler. Ein Pionier der Selbstermächtigung, ein echter Freiheitskämpfer, wenn man so will; einer der ersten, der die Figur des DJs rebellisch interpretierte und somit anschlussfähig machte für ganz neue gesellschaftliche Gruppen, die mit Clubs vorher nicht viel am Hut gehabt hatten – SPEX-Leser zum Beispiel. Als Redakteur dieses Magazins in dieser Zeit war ich geradezu dankbar für diesen legendären Charakter, der in kaum zu überschätzendem Maß die öden Indie-Verhältnisse zum dancen gebracht hat. Selten gebe ich meinen Senf dazu, wenn wieder jemand gestorben ist; in diesem Fall bewegt es mich doch wesentlich mehr als sonst, denn ohne Typen wie Andy wären aus vielen Boomern bestimmt nicht die freigeistigen, idealistischen DJs geworden, die sie zum Teil heute noch sind. In meinem Kölner Keller liegt noch irgendwo eine kleine Zigarrenkiste, die ich ihm mal für ein Interview mitgebracht hatte und die er mir dann nach dem Aufrauchen signiert hat. Zu gerne hätte ich noch mal eine mit ihm geschmaucht. Rest in peace, top man.<<

Nicht, dass ich A. W. gekannt hätte, aber wenn ich im Groove Interview folgende Zeilen lese darf man getrost festhalten: seine Attitude lebt weiter!
>>Ich habe nie Manuals von Geräten gelesen, sondern bin stattdessen ausgegangen, habe gefeiert und Musik gehört – deshalb wurde ich ins Studio eingeladen: für meinen Enthusiasmus, für die interessanten Ideen.<<

Unabhängig davon schickt mir Philo diese 10 Minuten mit „Persian Empire„. Passt!

 

Und jetzt noch der Frankfurt-Bezug:
1. >>It was the tenth anniversary of Robert Johnson in Frankfurt, one of my favourite clubs, and I was playing with Rhythm & Sound, Mark Ernestus. They’d hired in some bassbins – that was the first thing I was told, they’d hired these bassbins worth €10,000. Rhythm & Sound did their thing, I played my set and with 15 minutes to go a young lady got up onstage and I thought she was asking for a request and I said, “What are you talking about?” And she looked at me and said, “I think there is fire.” I looked at these speakers and there was indeed smoke coming from these €10,000 bassbins. It was kind of half-in and half-outside, the venue had a canopy, like a tent. Then as soon as they took the speakers outside the tent, the wind caught them and they burst into flames. At which point I’m beginning to panic because the guy from the speaker company is looking at me from across the dancefloor. He’s making his way towards me and I thought, “Well, there goes my wages” He came up to me and, very straight- faced, put his arms around me and in a thick German accent said (affects strong German accent):“You have very hot records, ja.”<< (aus der Red Bull Academy)

2. Mit seinem Titel Frankfurt-Advice macht sich Weatherall  über die Frankfurter DJ-Rangordnung lustig: wer dagegen verstößt, bekommt einen Strafzettel… (laut Jörn Elling Wuttke/Zündfunk)

Jetzt noch ein weises Schlußzitat: >>Style funktioniert jenseits der Zeit, Mode forciert nur den Konkurrenzgedanken, damit kommt man nicht über die Gegenwart hinaus.<<

Flügel-Hallkammer, Eisloch-Synth

Februar 18, 2020

Der Bassist Norbert Dömling schreibt auf Facebook: >>Das Stück Winterlied (Reflexionen der Schneekatastrophe von 1978/79) haben wir vor über 40 Jahren aufgenommen, also noch auf Bandmaschine. Da war nix digital, es gab kein schnelles zurechtrücken oder ausbessern von Aufnahmen. Und von Halleffektgeräten mit denen man easy Erstreflexionen, Positionierung im virtuellen Raum, sowie die Halllänge gleichzeitig gestalten, dazu noch in der Zeit veränderbar speichern kann, konnte man damals nur träumen. Um einen passenderen Hall zu bekommen, haben wir bei dieser Aufnahme die Lautsprecherbox des verstärkten Minimoogs direkt hinten vor ein geöffnetes Klavier mit gedrückten Forte Pedal vor den Saiten gestellt. Diese wurden in den entsprechenden Frequenzen der gespielten Töne angeregt zu schwingen – das war quasi der temperierte Hall. Das Lautstärkenverhältnis von Minimoog und dessen Hall konnte man nur analog durch testendes zurechtrücken der Abstände von Lautsprecherbox, Klavier und Mikrofon und mit Einsatz von dämpfenden Kissen regeln. Von wegen nur ein paar Knöpfchen drücken und speichern.<<

Und das Olafur Eliassons Mannschaft steuert einen nicht weniger winterlichen bzw. spacigen Naturklang bei:

Rollos hoch, Wall of Sound!

Januar 29, 2020

Heute beginnt das Jazzfest der HfMDK in Frankfurt. Um acht Uhr darf ich auch für eine Dreiviertelstunde improvisieren. Und zwar in dem äußerst frischen und speziellen Gebinde, bestehend aus Ralph Abelein (Flügel), Stefan Viegelan (Orgel, die große), Christopher Brandt (vertstärkte Gitarre) und dem Kopffarben Duo aus Berlin, die sich mittels Echtzeitgemälde und projeziertem Licht um die visuelle Komponente kümmern.

Meine Effekte sind längst verkabelt, wobei ich ehrlich gesagt immer noch angestrengt überlege, wie ich wohl den Raumhall des Kleinen Saals, sprich: die Akustik-Rollos, fernsteuern könnte…

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Hey, der Raumklang und seine Transformation interessiert mich mächtig und nach dem Artikel über die gigantische Boxenwand, mit der Grateful Dead zwischen März und Oktober 1974 durch die Lande gezogen sind, habe ich auch keine Angst vor Großprojekten mehr!

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Pedal Crush

Dezember 11, 2019

„Pedal Crush“: hier ist der Titel des äußerst bunten Buches zum Thema „Stompbox Effects For Creative Music Making“ Programm – denn wenn die knapp zweieinhalb Kilo mal aufs Boutique Pedal rauschen, muss bestimmt nachgelötet werden… egal, der Ziegel macht großen Spaß. Bin schon mittendrin in meinem Thema…

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Gemischtwaren

November 22, 2019

Intro-Fill-In-Classic: The Temptations “Ain’t Too Proud To Beg” (1966), Motown-Vibe dank 6-Stroke-Roll…

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Krass effektierte Glam-Rock(?) Snare im Vers von Scorpions „Rock you like a Hurricane“ (1984). Im Breakdown nach dem Gitarrensolo dann noch mit Rückwärtshall.

PA in der Schlagzeugkabine. Die Schlagzeugspuren der 1982er The Pretenders Produktion wurden direkt beim Aufnehmen mit den elektronischen Rhythmusschichten (mal Linn Drum, mal AMS Delays) „verklebt“ (mal Linn Drum, mal AMS Delays), da diese bewusst über eine PA im Aufnahmeraum zu den Ohren (und Mikrofone) des Schlagzeugers geschickt wurden:
>>once we got the drum sound we’d send stuff back from the control room out through that PA just to pump up the sound in the room. It would either be snare drum or toms, and if he was playing along to a Linn 2 drum machine, which we used a lot as a click, that might also go back out through the PA and become part of the drum sound. The delays that you can hear on the drum sound of ‚My City Was Gone‘ were AMS delays sent through the console and back through the PA, giving a kind of tinny quality — tinny in a good way.<<

>>“The Linn 2 sat beside his drum kit, we’d figure out the tempo for the song, and he’d either play to a click track or some kind of loop that he would make. Then, depending on the loop, with some songs we would actually feed that back through the PA. There’s Linn drum running throughout the song ‚I Hurt You‘ — it was going out through the PA, into the room, and Martin* was playing along to it, so it became part of the song.“
„This whole PA thing was kind of new to me. Chris Thomas and Bill Price had designed it to fill the room with more sound<< (SoundOnSound)

* eben jener Martin Chambers, der mir 1984 vom Cover meines ersten Drums & Percussion Heftchen aus seiner mächtig designten Schlagzeugburg (mit Simmons Pads und geschwungenen Beckenhaltern – all white) entgegenblickte…

Der Fächerbalken. Kannte ich bis heute nicht.
>>In einigen zeitgenössischen Musikstücken werden Ritardandi und Accelerandi durch zusammenlaufende Sekundärbalken notiert, den sogenannten Fächerbalken. Im Falle eines Ritardandos verringert der Spieler die rhythmischen Werte allmählich von schnellen Werten am linken Ende zu langsameren am rechten Ende des Balkens, wie im folgenden Beispiel gezeigt<< (Quelle)

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zwei schöne Tabubrüche: Hall auf der Kick und keine Bassgitarre

November 13, 2019

Kiss“ mochte ich eigentlich nie richtig… nachspielen schon gar nicht…fühlte sich irgendwie zu oft „cheesy“ an – meine Meinung hat sich aber gerade mit der Anekdote von David Z geändert:

>>As for the lack of bass guitar, we always ran the kick drum through an [AMS] RMX16 and put it on the Reverse 2 setting to extend the tail of the reverb. That served as a kick drum and a bass, and it was a signature sound that we used all the time with Prince. We didn’t need a real bass. And there was no reverb on anything else; just the kick.<<

Wer sich fürs 150ms Hihat-Echo interessiert, lese den ganzen SoundOnSound Artikel.

was von der Mitte des Salzburger Beckens

August 3, 2019

Ich mache eine neue Rubrik auf, die schönsten Hallkammern auf der Welt. Nach Kattowitz, heute ein in Österreich verortetes, klingendes Open Air Kunstwerk:

Und hey: Salzburg ist ganz schön touristisch, aber egal, denn ich freue mich über die Geburtshäuser von Mozart, Doppler und Trakl, sowie über die viele freie Kunst. Vor allem über James Turrells Sky Space, Anthony Craggs „Wellenform“ und den blaue Apfel von Roy Lichtenstein!
All das immer gerne mit einer originalen Mozartkugel im Mund und der ein oder anderen Kaffeepause…

RemindeЯ

Mai 29, 2019

Als gestandener Echologe vergleicht man ja gerne seine Wunschträume mit den Ankündigungen der Effektgeräte-Manufakturen. Nach der diesjährigen Superbooth bin ich mächtig hellhörig geworden und schreibe mir im Kalender quer über den kompletten Herbst: Reminder zum Release von Enjoy ElectronicsRemindeЯ!

Dieses Dual-Delay, plus Freeverb Hall, zwei 12 dB/Okt. Chamberlin Hochpass-Filtern und synchronisierbarem LFO geht sogar noch über die Zutaten-Liste meines neulich gemalten Ideal-Echos hinaus:

Echo-Traum

Quasi, Traum-Echo!

Reminder

Oder: von Echodreams zu Echodrums…

echodrums-titel

Spring Reverb

März 27, 2019

Vor kurzem ist (Surfmusik-Pionier) Dick Dale gestorben. Ihm ist es letztlich zu verdanken, dass sein Kumpel Leo Fender die Hammond Hallspirale lizensiert und diese 1961 erst in eine extra Kiste, bald darauf in seinen Amps verbaut hat. Und damit einen riesigen Effekt-Standard formte:
elektronisches Instrument wird laut durch Verstärker mit Federhall!

Ich lege gleichmal was dubbiges dazu auf, Tony Allen im Moritz von Oswald Remix und freue mich auf den nächsten Frühlingstag!