Archive for the ‘Reverb’ Category

3 nice headlines

Juli 1, 2020

(l)earn the flow
Inspirierendes Gespräch mit Eric Harland und John Mayer.

Auch klasse, der Podcast von Max Gaertner mit Rainer Römer (vom Ensemble Modern, Super Prof der HfMDK).

Im Sitzen seit 1910
… wird die Basstrommel bespielt. Der Ableton Artikel „Enter the Tempel of Boom“ widmet sich der akustischen Kick.
Darin entdecke ich den Verweis auf die Hal Blaine/Phil Spector Anekdote zur „Be my Baby“ Schlagzeugaufnahme. Und lerne, dass das stark verhallte Drumintro nicht dank Strom und Effektmaschine entstanden ist, sondern in einem Spezialraum der LA Gold Star Studios entstanden ist.
Dass Blaine zeitgleich mit roten Aufnahme einen Trommelstock fallen lässt, durch die anschließende Stock-Beschaffungsmaßnahme mit dem anderen Hand aber nur die Zählzeit „4“ auf der Snare unterbringt und fortan den „Fehler“ selbstbewusst wiederholt, als ob nichts anderes geplant worden wäre.
>>When you’re in the studio, if you make a mistake, do it every four or eight bars. It becomes part of the arrangement.<<

Hey, Ferienbeginn!
Hier drei tolle Bücher zum Einstieg: Karl Bruckmaier „The Story of Pop“, Emilie Gleason „Trubel mit TED“, Maraim Kühsel-Hussaini „Tschudi“

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>>Das waren keine Erzählungen mehr, das waren Effekte, Unerschrockenheiten, Farbattacken, inmitten einer Ordnung, die doch jeder bis zu diesem Tage für unantastbar gehalten hatte<< aus „Tschudi“ Seite 13/14

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You must have a good groove to make good dub

Juni 12, 2020

Gegen Ende der Tony Allen Autobiografie lese ich auf Seite 169 den schönen Satz:
>>You know, you must have a good groove to make good dub.<<
Gesagt getan. Der Meister Benny Greb hat gerade eh einen Beat zur Kollaboration freigegeben. Optimale Voraussetzung, also los. Direkt vom Bett an die Maschinen…

Dafür habe ich seit langem mal wieder mein Korg Bandecho (Stage Echo SE-300) angeworfen – super, man wird direkt mit Studiowärme im doppelten Sinn beglückt – und gleich ein neues Switcherpedal (EHX Chillswitch) ausprobiert. Wenn ich diesen momentary Switch drücke, rutscht das eingehende Signal nur bzw. auch in einen weiteren Effektloop (in dem ich mein vermutlich langjährigsten Echopartner, das analoge Boss DM-100 Eimerkettendelay untergebracht habe).
Am Ende hilft der Vermona DAF-1 Filter dabei, die überstehende Echowolke elegant zu einem klaren Ending zu morphen.

Toll am SE-300: nicht nur dessen Tape-Delays, sondern auch die (Verschaltungs-) Möglichkeiten des Federhalls:

Korg-SE-300-Reverb

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immenser Nachhall

Mai 29, 2020

Das Valhalla Supermassive PlugIn ist nicht nur gratis downloadbar, sondern auch wunderschön beschrieben:
>>Luscious clouds of reverb, otherworldly delays, swelling waves of feedback unlike any you’ve heard before.<<

Passt perfekt zu dieser schönen Woche, in der ich mal wieder über das „längste Echo der Welt“ gestolpert bin (welches natürlich ein immenser Nachhall ist, der sich aber auch digital und ebenfalls gratis in der Ableton-Welt verwenden lässt) und dadurch den weltgrößten Federhall entdeckt habe, der mich wiederum an Slinky, den Treppenläufer erinnerte…

Passt perfekt zu dieser unschönen Woche, in der die fürchterliche Tötung von George Floyd passierte und erneut einen gewalttätigen, alltäglichen und im System verankerten Rassismus offenbarte. Ich hoffe, dass der Nachhall dieser verstörenden Bilder, sowie der vielen Solidaritätsbekundungen, Augen und Herzen zu öffnen vermag!

Blechwanne und Zementhall

Mai 18, 2020

Aaron Sterling haut für  ’nen Zehner sein persönliches Samplepack raus:
>>The Bucket is coming soon!!! There will be 111 “One Shot” samples and 178 “Motion Samples”. Stuff I use on tracks all the time. Useful stuff! Will only be $10 🙂 🦄<<

The+Bucket+Samples+Aaron+Sterling

Passt nicht in die Blechwanne, dennoch eins a Sound:
Der besonderen Stadionklang der Geisterspiele.

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Sonia Pottinger, Jamaica’s first female producer in reggae history

April 30, 2020

Tune in! Super Tipp von Moritz:
>>Sonia Pottinger, Jamaica’s first female producer in reggae history, opened her Tip Top Records shop in 1965 and began recording artists in 1966. She excelled in an extremely competitive realm dominated by men through a unique approach to record production, leaving a vast back catalogue of the most eminent quality. This show pulls together some of her finest moments.<<

Habe direkt ein wunderschönes Rim-Echo entdeckt. Von Duke Reid produziert, von Phillis Dillon vorgetragen: „The Love That A Woman Should Give To A Man“ (Dub Version)

Und die „Midnight Confessions“ finde ich auch super. Nicht nur wegen der langen Delays auf Gebläse und Stimme, dem Federhall für den Snarerim, sondern weil die Komposition an sich schon erfrischend anders klingt.

Schließlich bleibe ich bei Arthur Duke Reids „Treasure Dub“ hängen.

Dub a Drummer

April 27, 2020

Mein Echodrums Buch steht kurz vor dem Abschluß und um die Idee zu streuen bzw. dem potentiellen Leser zu erklären, wie schön die Synergie von Getrommel und Effektgerät sein kann, dachte ich mir folgendes:
Ich lass‘ mir von meinen befreundeten IG-Star-Drummern einen Rhythmus vorspielen, „dubbe“ diesen anschließend und erzähle was Kleines dazu. Zum Beispiel, dass mit dem Verb „dubben“ jene Blaupause von Remix gemeint ist, die in Jamaika ihren Anfang nahm (Dub Reggae) und das leidenschaftlich-verspielte Ausproduzieren im Studio meint, mit allem was an tontechnischen Möglichkeiten so vor Ort ist, in meinem Fall:
Laut/leise, Hall und Echo.

Dazu stöpselte ich mein Telefon – heute mit Philo Tsoungis IG Drumshare – in den Lehle P-Split und verteilte ihren Beat
– einmal auf den Superswitcher SS-1 (zum Muten). Von dort dann weiter zum analogen Boss Delay (DM-300), dessen Effektbeteiligung durch den Echo Volume Regler bestimmt wird (OK, auch durchs leichte Übersteuern des Input Gains). Und dann ins Mischpult.
– einmal auf den Vermona Federhall (VSR3), dessen Mixregler auf 100% Effekt gestellt wurde, der aber nur durch Drücken des externen Taster hörbar gemacht und zum Mixer geschickt wird. Musik entseht hier nicht nur durch die Hallspirale, sondern vor allem dank des Tone Potis.
Schließlich wurde die Mono-Summe des Mischpults im Rechner aufgenommen.
Und wir sehen und hören eine Interaktion von Drummer und Dubmixer.

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Mein Echodrums Buch steht kurz vor dem Abschluß und um die Idee zu streuen bzw. dem potentiellen Leser zu erklären, wie schön die Synergie von Getrommel und Effektgerät sein kann, dachte ich mir folgendes: Ich lass' mir von meinen befreundeten IG-Star-Drummern einen Rhythmus vorspielen, „dubbe“ diesen anschließend und erzähle was Kleines dazu. Zum Beispiel, dass mit dem Verb „dubben“ jene Blaupause von Remix gemeint ist, die in Jamaika ihren Anfang nahm (Dub Reggae) und das leidenschaftlich-verspielte Ausproduzieren im Studio meint, mit allem was an tontechnischen Möglichkeiten so vor Ort ist – in meinem Fall: laut/leise, Hall und Echo. Danke an @philo.tsoungui für den schönen Smartphone-Steilpass! #dub #remix #vermonavsr3 #bossdm300 #lehlepsplit #momentarymuteswitch #backtoback #echodrums #drumuniversity

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Dass wir Trommler derartige Soundwelten aber auch locker alleine erschaffen können – ähnlich wie ein Gitarrist, der sein Instrument ins Effektboard steckt – das wird gemütlich nachzulesen sein, ganz entspannt „from scratch“.
Ums mit Hattlers Worten kurz zu fassen: einfach Klinkenstecker rein und los!

Spring!

März 16, 2020

Durch Selbstisolation in die Selbstoszillation, dann vom Spring Reverb zum Frühling.
Und als schönes Begleitbild nebenbei, ein Foto aus Damien Hirsts Atelier:

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Weatherall – überall

Februar 18, 2020

Hans Nieswandt schreibt im FB Schönes für Andrew Weatherall:
>>Andrew Weatherall war eine der zentralen, stilprägenden Figuren im Transformationsprozess der späten 80er Jahre von Punk zu Rave, von Core zu Floor, von der Gitarre zum Plattenspieler. Ein Pionier der Selbstermächtigung, ein echter Freiheitskämpfer, wenn man so will; einer der ersten, der die Figur des DJs rebellisch interpretierte und somit anschlussfähig machte für ganz neue gesellschaftliche Gruppen, die mit Clubs vorher nicht viel am Hut gehabt hatten – SPEX-Leser zum Beispiel. Als Redakteur dieses Magazins in dieser Zeit war ich geradezu dankbar für diesen legendären Charakter, der in kaum zu überschätzendem Maß die öden Indie-Verhältnisse zum dancen gebracht hat. Selten gebe ich meinen Senf dazu, wenn wieder jemand gestorben ist; in diesem Fall bewegt es mich doch wesentlich mehr als sonst, denn ohne Typen wie Andy wären aus vielen Boomern bestimmt nicht die freigeistigen, idealistischen DJs geworden, die sie zum Teil heute noch sind. In meinem Kölner Keller liegt noch irgendwo eine kleine Zigarrenkiste, die ich ihm mal für ein Interview mitgebracht hatte und die er mir dann nach dem Aufrauchen signiert hat. Zu gerne hätte ich noch mal eine mit ihm geschmaucht. Rest in peace, top man.<<

Nicht, dass ich A. W. gekannt hätte, aber wenn ich im Groove Interview folgende Zeilen lese darf man getrost festhalten: seine Attitude lebt weiter!
>>Ich habe nie Manuals von Geräten gelesen, sondern bin stattdessen ausgegangen, habe gefeiert und Musik gehört – deshalb wurde ich ins Studio eingeladen: für meinen Enthusiasmus, für die interessanten Ideen.<<

Unabhängig davon schickt mir Philo diese 10 Minuten mit „Persian Empire„. Passt!

 

Und jetzt noch der Frankfurt-Bezug:
1. >>It was the tenth anniversary of Robert Johnson in Frankfurt, one of my favourite clubs, and I was playing with Rhythm & Sound, Mark Ernestus. They’d hired in some bassbins – that was the first thing I was told, they’d hired these bassbins worth €10,000. Rhythm & Sound did their thing, I played my set and with 15 minutes to go a young lady got up onstage and I thought she was asking for a request and I said, “What are you talking about?” And she looked at me and said, “I think there is fire.” I looked at these speakers and there was indeed smoke coming from these €10,000 bassbins. It was kind of half-in and half-outside, the venue had a canopy, like a tent. Then as soon as they took the speakers outside the tent, the wind caught them and they burst into flames. At which point I’m beginning to panic because the guy from the speaker company is looking at me from across the dancefloor. He’s making his way towards me and I thought, “Well, there goes my wages” He came up to me and, very straight- faced, put his arms around me and in a thick German accent said (affects strong German accent):“You have very hot records, ja.”<< (aus der Red Bull Academy)

2. Mit seinem Titel Frankfurt-Advice macht sich Weatherall  über die Frankfurter DJ-Rangordnung lustig: wer dagegen verstößt, bekommt einen Strafzettel… (laut Jörn Elling Wuttke/Zündfunk)

Jetzt noch ein weises Schlußzitat: >>Style funktioniert jenseits der Zeit, Mode forciert nur den Konkurrenzgedanken, damit kommt man nicht über die Gegenwart hinaus.<<

Flügel-Hallkammer, Eisloch-Synth

Februar 18, 2020

Der Bassist Norbert Dömling schreibt auf Facebook: >>Das Stück Winterlied (Reflexionen der Schneekatastrophe von 1978/79) haben wir vor über 40 Jahren aufgenommen, also noch auf Bandmaschine. Da war nix digital, es gab kein schnelles zurechtrücken oder ausbessern von Aufnahmen. Und von Halleffektgeräten mit denen man easy Erstreflexionen, Positionierung im virtuellen Raum, sowie die Halllänge gleichzeitig gestalten, dazu noch in der Zeit veränderbar speichern kann, konnte man damals nur träumen. Um einen passenderen Hall zu bekommen, haben wir bei dieser Aufnahme die Lautsprecherbox des verstärkten Minimoogs direkt hinten vor ein geöffnetes Klavier mit gedrückten Forte Pedal vor den Saiten gestellt. Diese wurden in den entsprechenden Frequenzen der gespielten Töne angeregt zu schwingen – das war quasi der temperierte Hall. Das Lautstärkenverhältnis von Minimoog und dessen Hall konnte man nur analog durch testendes zurechtrücken der Abstände von Lautsprecherbox, Klavier und Mikrofon und mit Einsatz von dämpfenden Kissen regeln. Von wegen nur ein paar Knöpfchen drücken und speichern.<<

Und das Olafur Eliassons Mannschaft steuert einen nicht weniger winterlichen bzw. spacigen Naturklang bei:

Rollos hoch, Wall of Sound!

Januar 29, 2020

Heute beginnt das Jazzfest der HfMDK in Frankfurt. Um acht Uhr darf ich auch für eine Dreiviertelstunde improvisieren. Und zwar in dem äußerst frischen und speziellen Gebinde, bestehend aus Ralph Abelein (Flügel), Stefan Viegelan (Orgel, die große), Christopher Brandt (vertstärkte Gitarre) und dem Kopffarben Duo aus Berlin, die sich mittels Echtzeitgemälde und projeziertem Licht um die visuelle Komponente kümmern.

Meine Effekte sind längst verkabelt, wobei ich ehrlich gesagt immer noch angestrengt überlege, wie ich wohl den Raumhall des Kleinen Saals, sprich: die Akustik-Rollos, fernsteuern könnte…

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Hey, der Raumklang und seine Transformation interessiert mich mächtig und nach dem Artikel über die gigantische Boxenwand, mit der Grateful Dead zwischen März und Oktober 1974 durch die Lande gezogen sind, habe ich auch keine Angst vor Großprojekten mehr!

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