Archive for the ‘Attitude’ Category

Stockhausen Strategies

März 17, 2019

Brian Eno und Peter Schmidt bastelten eine Kartenspiel („Oblique Strategies„), Matthew Herbert verfasste sein „Personal Contract for the Composition of Music„. Und Karlheinz Stockhausen spricht in „Hymnen“:

>>Hide what you compose in what you hear.
Cover what you hear.
Place something next to what you hear.
Place something far away from what you hear.
Support what you hear.
Continuo for a long time an event you hear.
Transform an event until it becomes unrecognizable
Transform an event that you hear into the one you composed last.
Compose what you expect to come next.
Compose often, but also listen for long periods to what is already
composed, without composing.
Mix all these instructions.
Increasingly accelerate the current of your intuition.<<

 

physical feeling which sound can produce

Februar 27, 2019

Am Wochenende klingelte Wolfgang Haffner durch und fragte, ob ich am Montag in der Stadt sei und Lust hätte, mit ihm Nils Frahms Konzert zu besuchen. Klaro.
Es wurde wunderbar:

Tolle Bögen, maximale Dynamik, schier grenzlose Ruhe. Und immer wieder optimale Schnitte und Endings – und alles im warm-weichen Klangmantel.
Mal fühlt es sich an, dem Künstler während seiner Studioarbeit beiwohnen zu dürfen, an anderer Stelle wähnt man sich auf der Couch bei Kerzenschein, plötzlich auf dem Chill-Floor. Ich denke an die 1980er Platten von George Winston, irgendwie auch an Jean Michel Jarre (beide halt spezielle Tastenmänner, die alleine auftreten), genieße das weisse Rauschen der Vermona DRM, die Mellotronchöre und den attacklosen Bassbereich des Flügels, der wie rückwärts abgespielte Bandschlaufen anmutet. Sowie das große Space Echo (aus vier 501ern).
Nils‘ Groove packt mich. Irgendwo vermute ich die Zentrale für die Steuersignale, sehe sie aber nicht. Klasse, weil unwichtig. (Derartige Forschungsgedanken lassen sich ja geschickt an anderer Stelle nachlesen**).
Alles scheint eigen, in sich rund und kompromisslos!*
Doch selbst wenn nur eine Person auf der Bühne sichtbar agiert, merkt man deutlich: hier ist eine richtig eingespielte Band unterwegs – die anderen Members (Backline, Licht, Ton) sind – wie die in separatem Raum abgenommen Orgelpfeifen – zwar nicht zu sehen, aber ebenso so essentiell.
Ich spür‘ den Sound und gehe inspiriert in die Woche!

* passt ins Bild:

Bildschirmfoto 2019-02-27 um 00.33.59

**Zur Anregung für die eigenen Bühnenkonzepte schreibe ich mir noch eine zentrale Idee von Nils Frahms Live-Konzept (aus einem „Keyboards“ Interview mit Matthias Fuchs ab):
>>Basis eines Stückes können etwa zwei parallellaufende Juno-60-Arpeggien sein, die ich live verändere und zu denen ich ein weiteres Element − vielleicht Klavier, Mellotron oder Orgelspiele. Zusammen mit meinen Lieblings-Effekten Hall und Tape-Delay entsteht schon in diesem Moment ein komplexer Sound, möglicherweise sogar ein fast vollständiges Stück. Mit dieser Arbeitsweise stelle ich zudem sicher, dass die Musik live aufführbar bleibt und nicht überfrachtet wird. […] Von Cubase kommt üblicherweise nur eine Clock. Damit synchronisiere ich die Arpeggiatoren der Junos und manchmal meinen Drumcomputer. MIDI-Sequencing im eigentlichen Sinne passiert so gut wie gar nicht. Ich hätte damit zu wenig Eingriffsmöglichkeiten in die Stücke. Die Arpeggios kann ich dagegen beim Spielen jederzeit verändern, transponieren, aus dem Sync nehmen, neu einstarten usw. Das macht für mich den Live-Aspekt von Synthesizern aus.<<

*** nicht zuletzt dank des mit „Toilet Brushes“ betrommelten Flügels. Hiermit reiht sich N.F. in die Liste der Echotrommlern ein 🙂

Form follows Humour

Februar 21, 2019

In Gedanken möbliere ich ein Recording-Studio mit verschiedenen Objekten des Schweizer Gestalter Paares Susi + Ueli Berger, deren Schaffensweise gern mal so beschrieben wird: >>ein Bedürfnis besteht, eine Idee keimt, eine Lösung wird gefunden.<<

In diesem Sinne: Einen Stapeltisch für mein Effektboard, den S T U H L aus der Reiher verbaler Möbel zum Trommeln, die Wolkenlampe und die Keep-Smiling Vorrichtung ( = Widerhaken zum Hochziehen mißmutiger Mundwinkel) für gute Stimmung, sowie einen Fächermann neben den Kunstkopf.
Schließlich noch einen Softchair zum Ausruhen.

Und die weiße Tama-Kick befreie ich aus ihrer Installation „Drumming„, nicht nur weil sie als Pauke verunglimpft wurde, sondern weil ich gerne mal hören würde, wie sie mit Fußpedal klingt…

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Link zu taz -Artikel: Form follows humour & Inspiration…

Ringo Swing = washing the windshield

Februar 20, 2019

>>The Ringo Swing, kinda washes the windshield on hihats<< Taylor Hawkins

>>that sloppy, swumpy, falling of the stairs kind of sound<< Abe Laboriel Jr

>>a big contribution of Ringo was that he used the tom toms as a part of the composition<< Stewart Copeland

Presets for Drummers!!

Februar 15, 2019

Ähnlich wie die inspirierenden „Hauptsätze“ des „Oblique Strategies“ Kartenspiels von Brian Eno und Peter Schmidt, lese ich mir immer wieder diese vier Anregungen zum Thema Sound durch (die ich aus Aaron Sterlings Video Masterclass „the Sound of Sterloid Vol.1“ rausgeschrieben habe):

>>You can make music with anything!<<

>>Take inspiration from sounds and then try to make that happen in a drum.<<

>>Mess around, when you find something put it in the memory bank, it’s like a preset on a keyboard.<<

>>Find sounds you like, record them, listen to them and start screwing around.<<

P.S. Am Ende der Episode beschwert sich A.S., das wir Drummer im Gegensatz zu den Keyboardern, keine Presetbänke hätten, die sich durchsteppen und vergleichen lassen – vielleicht sollte ich ihm mal von meiner thedrumsounds Suchmaschine erzählen bzw. vielleicht sollte ich dafür seine Formulierung „Presets for Drummers! als Überschrift verwenden…

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total unwillingness to cooperate

Februar 11, 2019

Schön, wenn Gary Husband Joni Mitchell zitiert:

Platz lassen für das Göttliche

Februar 7, 2019

Beinahe eine Kurzgeschichte, die Maggie Nelson auf Seite 65 in ihrem Buch „Die Argonauten“ unterbringt:

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Direkt drunter hänge ich ein Werk von Harry Dodge:

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#familyofartists

Gute Luft!

Februar 4, 2019

Beim Zeitungslesen rahme ich die besten Stellen ein und höre begleitend aus Palais Schaumburgs Debut Album „Gute Luft“.

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„Wir bauen eine Stadt“ höre ich natürlich auch noch – nicht nur wegen des des kantigen Drumsounds oder des Bauhaus Jubiläums, sondern wegen einer weiteren Zeitungsmeldung über Polycare und die wasserlose Zementalternative aus Wüstensand und recycelten PET-Flaschen.

direkt überm Synclavier

Februar 2, 2019

Gestern war ein spannender Tag an der HdMDK – ich traf zufällig den Komponisten Orm Finnendahl, erfuhr vom elektronischen Kellerstudio der Hochschule (inkl. marodem? Synclavier) und bekam einen ersten Einblick die oft mit Elektronik verbunden Werke.

Im direkten Anschluß, genau ein Stockwerk drüber, dann diverse wunderbare Aktionen von Richie Beirach.
Auch heute werde ich wieder in die Eschersheimer radeln und bin gespannt, dort meine Schlagzeugschülerin tanzen zu sehen – denn die Kombination Tanzen & Trommeln hört sich für mich nach einem ähnlich vielversprechendem Standbein an wie die/der singende DJ.
Hey und morgen entere ich zusammen mit meinen NETZER Freunden zum Abschluß des Jazzfests die Bühne des kleinen Saals.

…und die Lerche machte Drum’N Bass

Januar 31, 2019

Cosmo Sheldrake hat auf erstaunlich nachvollziehbare Weise den Entschluss gefasst, die Klänge von Umgebung und Natur zu sammeln, um damit Musik zu machen: Wozu mit totem Holz spielen, wenn draussen alles lebt?