Archive for the ‘Attitude’ Category

Das Geländer

Mai 20, 2019

Anlässlich des 23. Mai, „Feier“ Tag der 70 Jahre Grundgesetz, hat Carolin Emcke einen schönen Text verfasst (den ich aus der Beilage der Gesellschaft für Freiheitsrechte abfotografiert habe):

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Und ohne dem Jubilar die Aufmerksamkeit entziehen zu wollen, reihe ich die wesentlichen Beschreibungen aneinander und stelle dabei fest, dass diese Adjektive ebenfalls die Wirkung des perfekten Popsongs ausmachen:
ornamental – glatt – dahingleitend -schön – geräuschvoll – kraftvoll – wichtig – stimmig – existenziell

Leitsätze

Mai 16, 2019

Auf IG habe ich eine ruckelig-dilettantische Stop-Motion Bastelarbeit zu meinem Leitspruch „Vom Zitat zum Ich“ hochgeladen…

… vermutlich:
Weil ich ein wider Erwarten gutes Buch zu Ende gelesen habe (Christian Kracht „Die Toten“) und heute mein bisher schönstes hr-Big-Band Konzert gehört und erlebt habe!
Hey ihr Frankfurter, wer morgen Abend Zeit hat besucht Brian Blade und seine Fellowship Band im Bigband-Gewand, für alle anderen hoffe ich, dass der heutige Stream-Kontent nachschaubar wird. [->yes!]
Und morgen eine kleine Ausstellung meines LieblingsfotografsPeter Bialobrzeski – besuchen möchte.
Und das unterm Strich einen Menge an Inspiration ist, die gleich mal mit den fünf Überschriften aus dem Ableton Bericht über Timbaland gekreuzt werden wird:
Was ist mein Thriller (mein Ziel)? – Hum your IdeasLeave Room for SurprisesListen to Other MusicLet the Speakers talk to you 

Noch ein passender Nachtrag im Zusammenhang mit der „Beauty“ Austellung:
>>I love finding beauty in everyday objects.<<

 

„Die Würde des Menschen ist ein Konjunktiv“

Mai 16, 2019

Friedrich Küppersbusch schreibt einen schönen Nachruf zum Tod von Wiglaf Droste.

Beauty

Mai 11, 2019

Gestern wurde im Frankfurter Museum für angewandte Kunst die Ausstellung „Beauty“ von Sagmeister & Walsh eröffnnet. War voll und anregend! Und wie so oft bei Material von Stefan Sagmeister, ertappe ich mich mehrfach beim Nicken, Abfotografieren, noch öfters beim Schmunzeln. Ist ja auch toll, sich zeigen zu lassen, „warum das Schöne besser funktioniert“! Noch besser gefällt mir aber Sagmeisters Instagram-Auftrag, ihm das persönlich Schönste zu schicken:
>>Please do send us the most beautiful thing YOU have ever made. ⁣This can be a graphic, an object, a piece of architecture or art. No pictures of nature, animals or beautiful people.<<
Zu diesem Gedankenspiel fallen mir direkt vier Dinge ein.

1. Echos machen den Beat im Beat, verleihen dem Raum zwischen den Noten eine andere Farbe, zusätzlichen Glanz! Und da sehr oft auch der Zufall mit im Spiel ist -welcher Ausschnitt letztlich im Delaygerät landet – können wunderschöne Überraschungen entstehen. Dazu verlinke ich zwei Konzertausschnitte.
– Solo Jam mit Torsten De Winkels „Idiot Savants“, bei dem das gedroppte Random-Sample in allen Belangen passt. Inklusive Freudenschrei:

– ein Vocal-Dub, der die Sängerin Fola Dada zum Lachen bringt.

 

2. Seine Vorbilder schonungslos zu kopieren, um aus den Bausteinen  was ureigenes zu machen funktioniert hervorragend für meinen musikalischen Weg. Denn durch das Motto „vom Zitat zum Ich“ kann ich mich durchweg mit dem Schönen befassen…
(Diese Transformationsidee hatte ich vor Jahren Herrn Sagmeister schon mal als Postkarte geschickt.)

3. In den 90ern wohnte ich in einer WG. Und Angela hatte coole Freunde, die sich die Fußnägel lackierten. Seitdem gibt es bei mir ebenfalls Farbe auf die Füße, je nach dem, was so im Haus ist. Geschickter Kunstgriff, da ich meine Zehen nie so richtig schön fand.

4. Gute Sprache, immer schön (inspirierend).
Das Foto von Seite 82 entstand kurz vor dem Einschlafen beim Lesen von Christian Krachts „Die Toten“. Übrigens, zwei Seiten später steht geschrieben: >>Der Schlaf ist ein Rose, wie der Russe sagt.<< Auch ein schöner Gedanke!

PS. Timbaland versprüht in seiner Masterclass auch einen passenden Gedanken:
>>… be free with it, that’s the whole beauty about making music!<<

mehr Klangkünstler als Toningenieur

Mai 9, 2019

Arte Doku über Conny Plank.

Und auf der anderen Seite des Netzes erzählt Hans Martin Buff von den Anfängen der DAW.

 

Frankfurt River People

Mai 9, 2019

Liegt doch irgendwie auf der Hand, dass einem beim Hausboot-Gig des temporären elektronischen Salons, beim Vermischen von House und Jazz auf dem Main, der Weather Report Klassiker „River People“ in den Sinn kommen MUSS.
Dass diese Single! aus dem Jahr 1978 tatsächlich auch als furioser Opener eines DJ-Set (von Swag) funktioniert, hätte ich jetzt liebend gerne verlinkt – finde diesen Mix jetzt leider nicht mehr…
Immerhin habe ich beim Suchen und Reinhören in verschiedene Chris Duckenfield Mixe Alphonse und Jerome Derradji entdeckt:

Zum Abrunden noch einen älteren Herbert Remix hinterher…

Das Abschlussfoto gehört dann in die Kategorien „nachhaltig Reisen“ und „nur einmal laufen!“ Beziehungsweis: Strom fürs Instrument und den Lastesel…

Postkolonialismus, kulturelle Aneignung und Crate Digging

Mai 5, 2019

Der Berliner Labelmacher und DJ Jannis Stürtz veröffentlicht auf seiner kleinen Plattenfirma Habibi Funk alte arabische Musik neu und erzählt im taz Gespräch interessante Dinge darüber, beispielsweise:

>>wenn man ein Album gefunden hat, das wenige andere kennen, dann gibt es in der Plattensammlerszene das Wording, sie „entdeckt“ zu haben. Eine Freundin meinte zu mir, dass es in diesem Kontext problematisch ist, dass man dieses Album de facto nicht discovered hat, sondern davon gibt es einige Hunderte Kopien, die irgendwo rumliegen. Das hat so eine gewisse Parallele, gerade wenn es über Kulturen hinweggeht, zu Christoph Kolumbus, der Amerika entdeckt hat. Das machte für mich Sinn, ich habe aufgehört, dieses Wort zu benutzen.<<

be curious before critical

April 28, 2019

John Maeda zitiert Dr. Regina Dugan: >>Be curious before critical.<< Und neugierig erinnere ich mich an den gestrigen Bahnhofsaufenthalt, als ich beim Durchblättern des Modern Drummer Magazins an diesem Foto hängengeblieben bin:

Der Name Kyle Crane sagt mir (noch) nichts, aber die Mikrofonauswahl bzw. die Aufstellung der beiden U47fet Teile macht Lust auf mehr!

Vom Tischtennischschläger im Multiclamp-Halter zum „sha-bang“ hinterm Drumset

April 26, 2019

 

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Schöne Erkenntnisse! In puncto Groove (1) aus der Miles Davis Autobiografie von 1989 (Seite 474), dass sich der Besuch der Stuttgarter Staatsgalerie nicht nur wegen Banksys Luftballonmädchen lohnt (2 – das Brunnenbecken hier stellvertretend für die Farbefrohheit des Baus), dass Freitags die SZ eine gute Wahl ist: denn im Artikel über Beyoncé und ihre Homecoming Veröffentlichung wird fein zwischen Star und Ikone unterschieden (3) und im Magazin beschreibt Kritiker Jerry Saltz Kunst als das älteste Betriebssystem der Welt (4).
Und da die Osterferien die nächste Tischtennis-Saison eingeläutet haben, passt Christoph Scherers Reisebegleiter (TT-Schläger plus Multiclamp) hervorragend in diesen Beitrag!

 

Don’t Change Your Love

April 16, 2019

Kaum zurück in Frankfurt, geht’s gleich weiter auf die nächste Zeitreise:
Montagmittag um 14 Uhr auf der Dippemess ist machbar, noch nicht so voll und trotzdem sind die Kassenhäuschensprecher im Flow als wäre Samstagnacht! Auch im Mukke-Cluster blitzt immer wieder mal eine Perle auf. So bin ich durch „Mo Money, Mo Problems“ dann komplett auf Notorios B.I.G. hängeblieben und habe mit „Everyday Struggle“ nicht nur ein weiteres schön verstimmtes Sample entdeckt, sondern den Bomben-Break „Don’t Change Your Love“ wieder erinnert:

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Passend zum Nostalgieschub, die Seite 271 aus Heinrich Steinfests aktuellem Roman „Der schlaflose Cheng„:

>>Als Cheng nach draußen aufs vordere Deck trat, brach soeben die Abendsonne durch einen breiten Riss in der Wolkendecke und verlieh den vorbeitreibenden Eisbergen den farblichen Glanz von altem, angegrautem Rosa. So ein Rosa, das manch einer als Großmutterrosa bezeichnen würde, bei dem Cheng aber an einen bestimmten Wassereisschlecker aus den frühen 1970er-Jahren denken musste. Dieser hatte aus einer einzigen zylindrischen Form bestanden und den Namen Lutscher getragen. Ein Totem von Eis. Er hatte genau einen Schilling gekostet. 1 Schilling! Nicht 0,99.
Natürlich würde man heutzutage keine Marke mehr Eskimo taufen und keinen Lutscher mehr Lutscher. Und von der Währung Schilling zu sprechen klang so, als rede man über den in Entenhausen gebräuchlichen Taler. Doch für Cheng hatte die Erinnerung an dieses Eis seiner Kindheit, das praktisch dort draußen zu arktischer Natur verwandelt vorbeischwamm, etwas Besänftigendes. Die Erinnerung an eine größtmögliche Einfachheit, die größtmögliche Freude bereitet hatte.<<