Archive for the ‘Attitude’ Category

Sommer/Ferien¡

Juni 25, 2018

Seitdem Levi die Schule besucht, freue ich mich über jeden Ferienausruf wie früher.
Der Gig vom Samstag bot die perfekte Rampe für einen Sommerurlaub – mit dem Carsharing-Cabrio* zum Yachtclub, dann ausgedehnt tanzen, feiern, freuen, klappern. Das Reiserahmenprogramm liegt ohnehin schon parat – sprich, ich wäre bereit 🙂

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Wer jetzt (noch) keine Ferien machen kann, dem empfehle ich den Lunch-Break nach Chicagoer Vorbild:

* Ich bin echt begeistert, dass alles Equipment ins Smartcabrio passt – OK, ich hatte auch keine große Wahl, da alle anderen Mini-Flinkster wohl fussballfeiertechnisch ausgebucht waren. Wie dem auch sei: kleine Karre, großer Sound!

Yachtclubbing

PS. und nach dem Ausruhen geht’s mit neuem Duktus? wunderschön, fantastisch und sehr, sehr großartig, vor allem WERBEFREI weiter!

100 Jahre Schlagzeug?

Juni 17, 2018

Gestern las ich in der Welt über den Friedenspreis, vor allem über das Werk von Jan und Aleida Assmann. Unter anderem ging es dabei um kulturelles Erinnern. Und zack sind meine Gedanken bei der Überschrift „100 Jahre Schlagzeug“, einem Thema, das mir in letzter Zeit mehrfach begegnete.
Würde ich das Wort „Schlagzeug“ unbeteiligt und nüchtern als Begriff deuten müssen, käme ich als allererstes auf das Herz, jenen Hohlmuskel, der mit rhythmischen Kontraktionen hörbar Blut durch den Körper pumpt und ich käme auf die menschliche Stimme und Sprache, beide ebenfalls „Zeugs“ zum Schlagen und Formen von Klängen, Werkzeuge zum kontrollierten Rhythmusgestalten.
Eulen in Athen also, dass Trommeln die Menschheit seit Urzeiten begleiten, vom Kommunikationsmittel bis zur Therapieform. Sprich, wenn es um 100 Jahre Schlagzeug geht, dann denken wir über das zusammengesetzte Instrument nach, ein Setup, welches trommelbare Dinge aus unterschiedlichen Kontinenten und Zusammenhängen vereint, allesamt Einzelteile, die traditionell von mehreren Personen gespielt wurden. Und dabei kommt der Ludwig-Katalog aus dem Jahre 1918 ins Spiel , der mit dem Jazz-Er-Up erstmals ein Gebinde von Bassdrum, Snare und Becken abbildet bzw. anbietet.
Das alles lässt sich (deutlich umfangreicher) in Fritz Stegers Artikel (drums&percussion 7/8-2018) nachzulesen, der vor allem anmerkt: >>Es ist jedoch sicher, dass solche Kombinationen mindestens 30 Jahre davor existierten.<<

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Damit wären wir wieder bei den Eingangs erwähnten Mechanismen und Möglichkeiten der kulturellen Erinnerung. Und da ich mich – in bester DJ-Culture-Tradition – ohnehin nicht für den Aufbauvorschlag der Industriekataloge interessiere, bleibe ich bei Herz und Sprache und hänge einen Text aus der Schublade dran, der eh schon längst heraus möchte:

Wenn der Herzschlag unser Ur-Rhythmus ist, dann lehrt uns die Sprache das Musikmachen. Oder weniger drastisch formuliert: Das uns selbstverständliche Sprechen lässt sich als ein „Spickzettel“ verwenden, mit dem es sich ganz einfach an Potential und Möglichkeiten erinnern lässt.

Ich denke dabei an die Bedeutung von unterschiedlichen Lauten und Tonhöhe, an verschiedenartigsten Satzbau, an akzentuierte Aussagen oder lokale Besonderheiten, selbstverständlich auch an den ganz persönlichen Duktus.
Wird ein Inhalt mittels Tempo, Kunstpause und wechselnder Dynamik strukturiert oder eintönig und monoton gestaltet?
Entwickeln sich nebenbei gar Metaebenen (Spannung, Humor, körperliche Reaktionen)? Verketten sich die Parameter zu einer Geschichte?
Welche Form der Interaktion geschieht: Fragen und Antworten oder ein offenes Gespräch?
An welchen Fremdsprachen bin ich interessiert und wie helfe ich mir im Problemfall?

Mittels Sprache können wir uns austauschen, Bedürfnisse äussern und Ansichten, Ideen und Konzepte teilen.
Wir hören zu oder lesen etwas und erweitern dadurch en passant unseren Horizont, vergrößern unseren eigenen Wortschatz. Unser Vokabular wächst und wir lernen stetig, uns besser auszudrücken. Die Sätze nehmen Gestalt an und werden immer flüssiger vorgetragen. Wir können berichten und erfinden. Dank der Fantasie werden auch unvorhersehbare Erzählungen möglich, die im Austausch mit anderen Menschen wiederum für Überraschung sorgen.
Interesse und Neugierde werden geweckt – wir sind mitten im Spiel!

Rhythmusmachen funktioniert eigentlich genau so: wir müssen einerseits handwerkliche Fähigkeiten trainieren, unsere Werkzeuge optimal parat haben. Und wir kümmern uns ums Vokabular. Schließlich wollen wir später spannende Geschichten entwickeln.

Wir können alleine erzählen, Solo, aber auch gemeinsam: das ist bei klassischer oder komplett ausnotierter Musik eine Art Geschicklichkeitsspiel, beim freien Musizieren pure Demokratie.

Im Idealfall sind wir und unsere Ohren offen, damit wir interaktiv einen Sog erschaffen können, der das Publikum mitreisst bzw. mitreisen lässt.

Auch sollten wir locker sein, um uns treiben lassen zu können, um im Fluss, um in der Balance zu bleiben.
Wir erschaffen dabei jedesmal Neues und das ist toll! Diesbezüglich noch ein motivierendens Abschluss-zitat von Ludwig Wittgenstein:
>>Was sich beschreiben läßt, das kann auch geschehen<<

siehe auch:

https://87bpm.wordpress.com/2016/12/08/das-mehrdimensionale-spiel-mit-der-sprache/
https://87bpm.wordpress.com/2015/11/25/der-klang-der-sprache/
https://87bpm.wordpress.com/2013/10/27/die-eigene-sprache/
https://87bpm.wordpress.com/2012/03/07/sound-durch-korpersprache-verstarken/
https://87bpm.wordpress.com/2018/06/14/takataka-goooooooooooal/
https://87bpm.wordpress.com/2018/05/22/i-interplay-the-drums/
https://87bpm.wordpress.com/2016/12/21/die-zunge/
https://87bpm.wordpress.com/2016/12/08/buch-als-begleitgeraeusch/
https://87bpm.wordpress.com/2016/05/30/paradiddles-with-alternating-pitches-instead-of-alternating-drum-sticking/
https://87bpm.wordpress.com/2009/04/08/onomatopoesie/

takataka: Goooooooooooal!

Juni 14, 2018

Perfekter WM-Einstieg! Yeah, Jonny König!

Wer’s lieber hochkultureller mag, dem empfehle ich einen Einblick in Schostakowitschs Fussball Liebe und lege (trotzdem) dazu das Fussball-Ballett aus dem Jahre 1929 („Das goldene Zeitalter„) auf.

File under: Sprache und Rhythmus

reiseweise

Mai 30, 2018

 

Lesen und Bewegung! >>Ich ließ Musik laufen und dachte an nichts Besonderes, denn so einfach ist es manchmal, statische Gedanken entstehen in statischen Körpern; werden die Körper in Bewegung gesetzt, bewegen sich auch die Gedanken.<<
Karl Ove Knausgård („Im Frühling“ 2018, Seite 82)

Abwechslung! Barcelona vs. Frankfurt: egal ob Tag oder Nacht, ob Mies van der Rohes Möbel Ikone oder Girsbergers Eurochair – ich komme freudig und mächtig inspiriert nach Hause zurück und stelle fest, dass es sich a. wie absolut lohnt, den Alltag zu durchbrechen, b. wie beflügelnd es ist, mal fliegenleicht und ohne konkreten Auftrag zu reisen!

Interaktion! Art Farmer (Quartet feat. Jim Hall, 1963) vs. James Turrell (Deuce Coop, 1992)

 

>>The image is a container of wisdom and knowledge.<< Jordan Belson

Montage: Harry Smith („Heaven and Earth Magic“ 1957-62) vs. Walt Disney („How Disney Cartoons are made“, 1938)

Entspannung – beispielsweise K & K: Katzen und Kaffee (von Botero zu Nomad)

Weitblick bzw. reflections – immer gut! #cccb

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PS. und zu zweit ist’s doppeltschön 🙂

in puncto DSGVO

Mai 25, 2018

…foto-zitiere ich Kriki aus der taz vom 24.05.2018

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Defenestration

Mai 23, 2018

Defenestration ist ein selten gehörtes Wort. Außerdem beschreibt es eine brutale Aktion, die mir ganz und gar missfällt.
Da beim Prager Fenstersturz (vor genau 400 Jahren) die Betroffenen aber weich (nämlich auf einem Misthaufen) landeten, ich zum Thema Dreißigjähriger Krieg ohnehin die fantastische Geschichtsmogelpackung „Tyll“ empfehlen möchte und sich der seltsame Ausdruck darüberhinaus als Wortspiel für Fünfergruppen/Quintolen (Onomatopoesie!) eignet, gibt es in diesem friedlichen Blog auch diesen Eintrag.

De – Fe – Nes – Tra – Tion

Und endlich habe ich auch die (in meinem doch sehr geraden Vierviertel-Kosmos eher seltene) passende Rahmengeschichte, den zweiten Teil von Jan Stix Pfennigs Swag-Drumming Konzepten anzupreisen. Diesmal geht es nicht nur um Quintolen, sondern auch um die 7 und ich taste mich langsam heran, in diesem superstrukturierten Werk, das mich ganzheitlich, also visuell (Noten) und akustisch (Hörbeispiele, Playalongs), an die Hand nimmt und dadurch Hürde und Scheu vor dem vermeintlich Kompliziertem vergessen (bzw. aus dem Fenster werfen) lässt.

De – Fe – Nes – Tra – Tion – In – Prag

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Motiv-ation

Mai 14, 2018

Quasi als Vorbereitung für das „Drums’N’Percussion Festival Paderborn“ schaue ich mir diese tollen, auf unterschiedliche Weise höchst motivierte SchülerInnen an.

„Milestones“ in der Grundschule

Emma Gonzáles‘  „March for our Lives“

Marta Altesa

Convert bpm to km per hour

Mai 9, 2018

MussteDurfte heute im Rahmen der Physiotherapie auf’s Laufband, ein Tool, das ich im wahren Leben nichts nutze, dessen viele Instrumente aber prompt auch meinen Geist in Gang gebracht haben. Und so werde ich nächstes Mal meinen Schrittrhythmus während der optimalen Geschwindigkeit (bzw. Distanzeinstellung)  tappen und dann directment raus ins Freie drängen, Metronom (oder dementsprechenden Sound) anstellen und los…

Denn – wie die taz heute in Bezug auf den Mai 1968 in F(rankreich) titelte: La Beauté est dans la rue!

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Humor plus geile Beats

Mai 7, 2018

 

>>Humor macht Freude und versetzt die Herzen in Schwingung – immediately!<<

>>Wenn mich das damals so stark berührt hat, wieso sollte ich nicht versuchen, mit den heutigen Tools an diese Intensität ranzukommen, ohne dass es nostalgisch klingt oder bloß eine billige Kopie ist. Ein geiler Beat ist ein geiler Beat, egal, ob er 15 Jahre alt ist oder vor zwei Monaten programmiert wurde.<<

Zwei klasse Koze-Statements aus dem taz-Knock, Knock Review, somit doppelt schön, dass unsere Netzer Feierlichkeiten (Sa.12.05/Bix, Stuttgart) vom tollen Pampa-Familienmitglied Soulphiction aka Michel Baumann bereichert werden!

Eine kleine Geschichte zum Beistelltisch

Mai 5, 2018
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Als ich gestern im Venue nach einer Abstellmöglichkeit für mein Effektbrett, einer Getränkekiste oder Ahnlichem, gefragt hatte und postwendend mit diesem perfekt passenden Tischchen aus dem Fundus versorgt wurde, freute ich mich für einen Augenblick über die schmucke Lösung, und widmete mich dem weiteren Aufbau, bis plötzlich der Herr des Hauses an der Bühnenkante erschien und lautstark in meine Richtung zeterte – ich hatte die Aktion weder auf mich bezogen, noch genauer hingehört, erst als mehrfach das Wort „Mobiliar“ fiel, dämmerte mir, dass der Grund seines Ärgers in jenem Beistelltisch liegen könnte – egal, für mich gab es keine Grund auf diese Cholerikattacke zu reagieren. Zumal keine Lösung/Alternative vorgeschlagen oder gewünscht wurde und ich das Teil ohnehin nur als Ablagemöglichkeit verwenden würde. Also weiter.
Nachdem Soundcheck gab es eine zweite Schimpftirade, diesmal ging es um irgendwelche Stehlampen, die ungefragt für die Bühnendeko verwendet wurden –  diesbezüglich hatte noch weniger damit zu tun, musste mich dann aber doch aus dem Schalltrichter wegbewegen – denn wütend schreiende Menschen, immer unangenehm!
Irgendwie hielt sich dann doch ein fader Nachgeschmack, weshalb ich mir heute morgen beim Duschen eine alternative Reaktion erträumte. Vielleicht hätte ich doch aktiv werden und antworten sollen und zwar irgendwo zwischen freundlich, frech und absurd?
Hallo 🙂 Lass uns doch erst einmal guten Tag sagen. Also, ich bin Oli, ein über die Grenzen Frankfurts respektierter Schlagzeuger-Gott (…Gott, weil unverwundbar…aber das hätte ich nur gedacht, klar), in meiner Fantasie ähnlich groß wie Dein momentan schimpfender Mund.
Und hey, ich freue mich auf einen angenehmen Abend hier…
Aber kaum, dass ich die Zeilen tippe, merke ich deutlich: Dagegen halten, im Sinne einer Provaktion, wird die Sache nur schlimmer machen – das bringt’s nicht –  in puncto Lernkurve schon gar nicht, dann also doch lieber ins Leere laufen und verhallen lassen, und im Nachgang vielleicht noch einen (wirklich) freundlichen Brief/Anruf hinterher schicken – weil ja dauerhaftes unzerkautes Herunterschlucken auch nicht so gesund ist.
PS. der Abend wurde sehr schön – ich komme also gerne wieder – , nicht zu letzt, weil der DJ fast die komplette Johnny „Guitar“ Watson Scheibe abspielte. (Titel und Cover Foto runden die Geschichte bestens ab…)
PPS. meine #Wutbürger Gene lasse ich lieber an anderer Stelle (und hoffentlich sinnvoll) raus, beispielsweise in dem ich heute beim Einkaufen, jegliche Plastikverpackung vor Ort lasse (#plasticattack)…
PPPS. die eigentlich Schönheit erfährt dieser Minitisch durch seine Häckeldecke – die ich fachmännisch zusammengelegt und sicher neben dem USB-Ladegerät, welches meinen Digitalmixer (Key Mix) mit Strom versorgt, abgelegt habe. (Damit konnte ich jetzt auch noch den Tech-Talk Auftrag unterbringen)
Schön, dass ich den ganzen Text just nach seiner VÖ directement durchstreichen, also abhaken kann, denn zufällig trudelte zeitgleich über andere Kanäle eine proaktive Entschuldigung ein – Danke und Respekt dafür!
Die somit wichtigste Erkenntnis: etwas Zeit verstreichen lassen hilft so oft!