Archive for the ‘Attitude’ Category

Anschauungsunterricht

Februar 27, 2021

…für’s Wochenende: Echodrums mit Sterloid, 100% Attitude mit Moritz Müller:

Nach so viel Energie jetzt noch ein familienverträgliche Schlagzeugerplatte, die seit über 30 Jahren immer noch sehr gerne auflege: Manu Katchés „It’s about Time„.

Gedenken, das

Februar 22, 2021

An das rassistische Verbrechen von Hanau und dessen Opfer (Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili-Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Kaloyan Velkov) und ans Vermächtnis von U-Roy – >>the man who invented the modern DJ rap style by toasting on King Tubby’s sound system during the late ’60s<<.

U-Roy & King Tubby (1976)

U-Roy mit Mad Professor (1991)

kraus, krass, Kracht

Februar 21, 2021

Anstatt selbst zu zeichnen, wird „Der gelbe  Bleistift“ gelesen. Dabei stelle ich fest, dass Christian Kracht damals (Ende 90er) Umstände als kraus bezeichnet, zu denen ich heute krass sagen würde.
Danke für den guten Buchtipp, liebe Christin Neddens!

Ähnlich gelb wie mein Bleistift, die Sonne heute. Also Fenster auf und…

Hingegen alles andere als planlos (kraus), dafür richtig krass: der Killswitch/Mute Button des Gitarristen mit dem Blecheimer auf dem Kopf (Buckethead). In spielerischer Form (Arcade) wird hier das Vermächtnis von Eddie Van Halen oder Tom Morello weitergeführt, auf dass sich die heftigt verzerrte Klampfe gestochen scharf scratchen oder slicen lässt, auf jeden Fall aber ordentlicht kracht!

Jetzt aber wirklich raus in den Frühling, schön im Sonnenschein lesen…

PS. Nachtrag: Mittlerweile ist es Abend und mein Freund Markus Birkle kommt mit einem interessanten Workaround um die Ecke, der a. das Anbohren der Gitarre umschifft und b. hervorragend auch zu meinem Emergency Exit Konzept beim Echodrumming passt: ein (D’Addario Planet Wave) Klinkenkabel mit integrierter Mute-Taste!

Lockdown Sports 2.0

Februar 16, 2021

Indoor Tennis und Kneipp-Duschen

Mawils „Angabe des Todes“ und ein Kapitel aus der (Kreis schließenden) Bedienungsanleitung des Line 6 Delay Modeler:

[Tischtennis]

I’m not playing your typical dang-dang-ga-dang, but they heard it – it was all in here

Februar 13, 2021

>>Milford Graves (1941-2021) — dancing drummer, technologist of magic, very sweet man, conjurer of avant-grade jazz, attentive herbalist, sculptor of strange shapes, martial artist, percussive polymath — joins the astral plane<< @jasminprix

Glue, Interaction & Big Fun!

Februar 12, 2021

Es gibt diverse Ansätze, wie ich beim Schlagzeugspielen mich oder/und Mitspieler in Echo- und Hallräume schicken kann.
Der Knackpunkt dabei ist, sich einen Workaround für den klassischen Send-to-Effect-Vorgang zu überlegen (bei dem typischerweise der Tonmeister zum gewünschten Zeitpunkt den Send-Drehkopf eines Aux-Wegs im Mischpult geschwind auf- und wieder zudreht, so dass das anliegende Signal zum Effektgerät geschickt wird).
Ich könnte nun die Mischpult-Situation eins zu eins auf der Bühne nachbauen, aber tatsächlich finde ich das Knöpfe-Drehen während des Trommelns zu umständlich. Deswegen verwende ich für den Schlagzeug-Input eine AB-Box (dessen Schalter ich mit dem linken Fuß bediene), für alle anderen zu dubbenden Signale einen „momentary push button“ (der nur solange er gedrückt wird das anliegende Signal ins Effektgerät schickt).
Der findige Bastler baut sich ein solches Teil selber, ich verwende gerne den Super Switcher oder den EHX Chillswitch vor dem Echogerät.
Mit dem keine Delay Teil1 gibt es sogar ein Delaypedal mit (auswählbarem MOM Button):

Im einfachsten Fall bündle ich alle zu effektierenden Signale mit einem kleinen Pult und schicke sie dann zum Echogerät. Habe ich ein Effektpedal mit zwei trennbaren Ein-und Ausgängen (wie Boss RE-20 oder Line6 DL4) brauche ich kein zusätzliches Mischpult, sondern hänge je einen Aux-Send-Workaround vor die beiden Eingänge.

Für das Konzert beim Jazzfest nahm ich einfach zwei Echogeräte mit (Bild oben). Vorteil dieses Settings: ich kann mit verschiedenen Delayzeiten für Stimme und Schlagzeug hantieren. Durch das RE-20 habe ich zudem auch noch einen zusätzlichen Halleffekt für die Drums.
Die Möglichkeiten sind vielfältig, toll finde ich aber vor allem, dass die Echoantworten den Sound zusammenkleben (wie es in anderer Hinsicht ein „Glue Compressor“ macht). Desweiteren sagenhaft: die Delay-Antworten spornen zu neuer Interaktion an.
Alles in allem: big fun!

Rahmenprogramm zur Großwetterlage

Februar 7, 2021

Schöne Bücher, gute Titel und die lang nicht mehr gehörte CD von Etienne De Crecy:

Im Anschluss vielleicht noch dem entspannten Beat Tape von Magro, des in Berlin wohnhaften Drummers Mathis Grossmann lauschen, dabei die Taz am Wochende durchblättern und auf die Idee kommen, ob sich all die ausgelesenen Bücher (s.o.) nicht in den Proberaumecken stapeln ließen, um dort als DIY Bassfallen abermals zu helfen?
(Denn rechte Winkel und Klang, nicht so optimal)

>>Zukunft ist, die Vergangenheit vor vollendete Tatsachen zu stellen<<
Stefanie Sargnagel „Dicht“ (Seite 60)

Klebstoff!

Februar 5, 2021

Hatte neulich folgende Selbsteinschätzung im schönen Gespräch mit den „2 talking drummer“ (Frank Dapper und Stephan Emig):

Ich bin ein Freund der Harmonie und stelle gerne Bezüge her, verknüpfe leidenschaftlich Dinge, die oftmals auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun haben. Irgendwie findet sich immer ein Kunstgriff, der einen Kompressor-haften „Glue“ erzeugt und diese verbindende Elemente sind offenbar meine entscheidenden Werkzeuge geworden, in puncto Songgestaltung, in puncto Groove (hello delay pedals, shakers & jinglesticks), in puncto Bandgefüge. So weit, so nachhörbar.

Habe aber was Wichtiges vergessen – war halt noch nie ein First Take Formulierer – nämlich, dass mir das neue Bezüge-Schaffen auch sehr hilft, gängige Idealvorstellungen und Konventionen zu hinterfragen, gar zu umgehen, um im Idealfall was Eigenes, Persönliches zu schaffen. 
Beispielsweise: dass mich das Rudiment Thema nicht so fasziniert, muss kein Stress erzeugen;
wenn ich mein Schlagzeug nicht so aufbaue wie es mir die Herstellerkataloge seit 35 Jahren zeigen: no prob;
wenn Stockhaltung=katastrophal (weil ich zusätzlich zum Stock auch noch einen Shaker halten möchte), egal, go ahead, und wenn das akustische Ergebnis überzeugt ist doch alles gut 🙂

Ach ja, zweite Erkenntnis: Inhalte sind mir wichtig, Mimik, Tonfall und vor allem das gemeinsame Lachen mindestens ebenso! Ist auf jeden Fall auch so ein Klebstoff, wohltuend ohnehin! Im Podcast, im Zoom-Unterricht, anstelle misverständlicher Emails…
Insofern, ein Hoch auf die Videokommunikation.

in between areas

Februar 5, 2021

Toller Satz von Stefan Sagmeister, der sich eigentlich auf eine interaktive Installation bezieht und sich dennoch ebenso hervorragend auf die Entwicklung musikalischer Ideen übertragen lässt:

>> I’ve always thought that the most juicy strategies are found in between things. In between professions, say art and design, in between areas like the haptic and the digital or in between cultural movements.<<

Shaker Solo

Februar 2, 2021

Großartiges Shaker-Solo von Mino Cinelu ab 8:20′
(Für die elektonische Seite des Blogs folgen im Anschluss daran auch Vocoder– und Simmons Suitcase Spielereien…)

PS. Bei all den Miles Mitschnitten aus den Jahren 1987-91 haut mich immer wieder der Leadbassist Foley um!
Um so mehr, wenn ich ihn dann heute als tieftönenden Bassisten im Chris Dave Kontext oder als Drummer bei George Clinton höre. Dort – ganz Drum Machine alike – mit zwei nebeneinander positionierten Hihatpaaren (einmal geschlossen, einmal leicht geöffnet) und abgestelltem linken Fuß auf dem Doppelpedal…

Attitude!