Archive for the ‘Recording’ Category

Funnel Tunnel

April 19, 2017

Peter schickt mich dank des Links in die Funnel-Tunnel, das sind eine interessante Mikrofonröhre (vor allem für’s Sennheiser e-602-II) bzw. eine anklemmbare Subkick für die Basstrommel:

lokal?

März 27, 2017

In den letzten Tagen kam – unausgesprochen, dreifach – das Thema Verortung auf.

Im Carsharingauto war DLF eingestellt und so hörte ich den Beitrag „Räume für das denkende Ohr“ über die Zukunft des Konzertsaals. Dabei erfuhr ich, dass der Begriff der „soundhouses“ Francis Bacons berühmtem „Nova Atlantis“ (aus dem Jahre 1627!) entstammt und sie  >>Tummelplätze eines Musizierens [sind], das zwischen Ausführen und Experimentieren noch nicht trennt.<<

Auf der Ableton Webseite wird in einer Nachschau zum letztjährigen Loop-Festival folgender Frage nachgegangen: >>Welche Rolle kann unsere örtliche Umgebung oder Region beim Musikmachen noch spielen, wenn unser soziale Interaktion und Musikrezeption größtenteils online stattfindet?<< Sehr spannend!
Was ist „lokal“? Musikmachen in einer hypervernetzten Welt

Gestern kam es zum exotischen Ausflug (im wörtlichen Sinn), in einem Piper 28 „Archer III“ Leichtflugzeug. Eine postiv-aufwühlende Erfahrung, dem Tauchen nicht unähnlich: anstelle der Sauerstoffflasche und dem Neoprenanzug hat man es beim Sportflugzeug mit einem kleinen Motor und leichter Aluminiumhülle zu tun, aber in beiden Fällen bewegt man sich anschließend – merkbar – in Gefilden, für die der Mensch eigentlich nicht gemacht ist. Sprich: man befindet sich am „falschen Ort“ und dennoch ist es wahnsinnig schön…

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(mit Norbert Saemann und Micha Buchner ÜBER der Firma Meinl)

Tonträger, Audioformate, Sampling

Februar 25, 2017

In  Folge Nummer 5 der Arte Doku Achtung, Aufnahme! In den Schmieden des Pop (5/6) Von Vinyl zu MP3 >>geht es um Tonträger und Audioformate – ein Thema, das trotz seiner Relevanz in der Musikgeschichte oft vernachlässigt wird. Ob Schallplatten, Kassetten, CDs oder MP3-Formate – sie sind immer mehr als reine Speichermedien. Sie sind Abbilder ihrer Zeit, haben gesellschaftliche Bedeutung und sind oftmals Ausdruck für einen gewissen Lifestyle. Ihre Möglichkeiten und Grenzen regen nicht zuletzt auch die Musiker zu künstlerischen Innovationen an.<<

Suzanne Vega als „Mutter der MP3“ bzw. die „Tom’s Diner“ A Cappella Aufnahme als Messlatte für die mp3 Entwicklung des Frauenhoferinstitutes:

Zum krönenden Abschluß dann die Folge 6 über Sampling. Über die kreative Vielfalt der Weiterverwertung, hin zur Übernahme des Prodkutionsprozesses „Sampling“ (aufgrund von teuren Gerichtsverfahren bzw. Mietpreisen nun) auf selbst Vorproduziertes Bearbeitungsmaterial.

Marley Marl „In Control 1“ (1988)

Wu-Tang Clan „Can It Be All So Simple“ (1993)

Beck „Where it’s at“ (1996)

IAM „Je danse le Mia“ (1994)

(Teil 1Teil 2Teil 3, Teil 4)

Vom Mikrofon zum Vocoder, von der Talkbox zu Autotune

Februar 24, 2017

Mit dieser Vorschau steige ich ein, in den vierten Teil der Arte Doku „Achtung, Aufnahme! In den Schmieden des Pop (Das Geheimnis der Stimme)“ und lerne schnell:
– die Elektrizität und das Mikrofon sind die „Instrumente der Sänger“
– es geht um Emotion und den persönlichen, unverwechselbaren Ausdruck – nicht zu verwechseln mit Können. Und obwohl sich Schwankungen in puncto Timing und Tonhöhe locker ausbügeln lassen, gibt dafür »keinen Knopf im Studio« (Nile Rodgers)

Jedenfalls haben mich einige Beispiele des Beitrags ergriffen, umgehauen und erheitert (wie die Geschichte von Jean Sablon, der 1935 als der erste französische Sänger, der auf der Bühne mit einem Mikrophon auftrat, daraufhin als „Mann ohne Stimme“ abgelehnt wurde und sich später erst dadurch rehabilitieren konnte, als er im Konzert zuerst ein Lied ohne „Hilfsmittel“  aufführte und anschließend das Mikrofon benutzte).

Ben Harper „Walk Away“ (1994)

Serge Gainsbourg „Ballade de Melony Nelson“ (1971) – was für ein Arrangement!

Amy Whinehouse „Valerie (Acoustic Version, 2006?)

The incredible Sonovox (1940)

Roger Troutman und seine Talk BoxMore Bounce to the Ounce“ (1988)

PS. man beachte den Clap-Man hinterm Simmons/Becken-Gebinde (‚1.57)

(Teil 1Teil 2, Teil 3)

Der Schinken im Sandwich

Februar 22, 2017

Mit der eins a Berufsbeschreibung von Keith Richards im Kopf – er fragte den späteren Stones Produzenten Don Was, ob er wirklich der Schinken zwischen den Sandwich-Broten Jagger & Richards sein wolle – verleibe ich mir jetzt Teil 3 der Arte Doku „Achtung, Aufnahme! In den Schmieden des Pop (Beruf: Produzent)“ ein!

(Teil 1, Teil 2)

Wonder Kick

Februar 15, 2017

Ich liebe den siebzigerjahre Bassdrumsound von Stevie Wonder: satt – trocken – unprätentiös. Schraube dafür mein Frontfell ab und stülpe dem Beater einen Muffkopf über.

„Living for the City“ führt den Klang perfekt vor

Und sensationeller Weise gibt es auch noch ein Rückblick in die damalige Aufnahmesession.

Und im Artikel Drums In The key Of Stevie Wonder macht sich der Autor gedanken, wie sich dieser Drumsound heute nachmachen lässt.

Die Magie des Studios

Februar 12, 2017

Teil 2, der Arte Reihe „Achtung Aufnahme(n)“. Und, wieder toll!
Kurzfassung: Der Gral der Mehrspuraufnahme – die Falle des No Limits – alles was über 16 Spuren hinausgeht ist Zeitverschwendung! – Ergo: Homestudios

E-Gitarre, Synthesizer, Informatik

Februar 11, 2017
Der Zusammenhang von Elektrizität und Popmusik, das Tonstudio als Welt enormer Möglichkeiten und die Wirkung von Klangfantasien lässt sich gerade wunderbar in der Arte-Mediathek nachempfinden. Achtung, Aufnahme! In den Schmieden des Pop (1=Electric Wonderland/6)
Ab in die Vertiefung!
– Phasing Drums bei Jimi Hendrix (und Eddie Kramer) „Axis Bold as Love„, „Electric Ladyland
– French Touch à la Daft Punk (btw. wow, 20  Jahre „Around the World“)
Und schließlich noch ein paar schicke Aussprüche:
>>Die Maschine erlaubt die perfekte Trance << (Kraftwerk)

>>Ich gehe die Musik an wie ein Koch. Für mich bedeutete elektronische Musik schon immer, Frequenzen und Wellenformen organisch, sinnlich, sexuell zuzubereiten, statt mathematisch an die Sache heranzugehen<< (Jean-Michel Jarre)

>>Der Laptop ist das demokratischste Instrument unserer Zeit<< (Bob Margouleff)

Baumgeister

Januar 2, 2017

Als ich das vergangene Jahr Revue passieren ließ, habe ich immer wieder einen Begriff gestreift, offenbar mein Wort für 2016: Baumgeister.
Der Erstkontakt mit diesem Phänomen gab es bei meiner Vorbereitung für das Frankfurter Jazzfest, im Buch von Bodo Kirchhoff („Widerfahrnis“, Seite 98):
>>alte Olivenpflanzungen, die Bäume eher knorrig geduckt als groß, wie ein Wald, der bei Dunkelheit schrumpft; wenn es Baumgeister gab, fand man sie hier, in den Oliven, auch tagsüber, in einem Zitterlicht von all den Blättchen, Abermillionen in leichter Unruhe, obwohl kein Wind ging<<
Die Szene wurde markiert und das Doppelwort direkt als Sample für die Performfance vertont.

Ich überlege mir, wie das Bild der Baumgeister wohl entstanden ist und erkenne dabei, dass Angst im Kopf beginnt und sich ebenda – oftmals ganz einfach – abstellen lässt:
Denn die unheimlichen Formen, die mir nachts in freier Natur vielleicht düstere Fantasien bescherten, lassen sich bei Tageslicht natürlich dem profanen Astwerk eines Baums zuordnen.
Zudem wird mir bewusst, dass ein Geist per se nichts Schlechtes sein muss, im Gegenteil, sogar ein guter Freund sein kann. (Eben nicht nur profanes Astwerk, sondern auch eins a Stockmaterialspender, das Baumhaus in spe, oder halt: das Symbol des Lebens).

Und da sich das Silvesterfest gut dazu eignet, die bösen Geister in den Himmel zu schießen und sich ein paar schöne Sachen für die Zukunft zu überlegen, bin ich am ersten Januar erstmal zum Baum spaziert und habe ihm (dem guten Geist) sachte den Raureif heruntergeschüttelt. Er bedankte sich mit einem großartigen Klang, einem extra feinen, leicht anschwellenden, ausgedehntem weißen Rauschen. Was ich glücklicherweise aufgenommen habe.

Und zack war klar: Dieses Jahr wird nicht wieder eine Liste mit Vorsätzen erstellt, es wird einfach gemacht. In dem Fall ein Field Recording, welches in eine entspannte Bastel-Etüde mündete (entlang der schönen „Zero Gravity“ Workshop-Idee von Danilo Pérez – hier ab 44.51′ – aus zwei Wörtern Musik machen).
Anschließend noch gemütlich baden und lesen – viel Schönes, also. Sachen machen, die gut tun.

Und genauso wird’s gefüllt werden, das neue Jahr!

 

Buch, als Begleitgeräusch

Dezember 8, 2016

Das „Buch, als Begleitgeräusch“ ist eine schöne Vorstellung, über die es sich lange träumen ließe, im vorliegenden Fall ist es ein Fazit aus der FAZ Rezension zu Marcel Beyers „Flughunde“; einem heftigen Roman über den fikitiven Akustiker und Stimmensammler Karnau, der im Umfeld Joseph Goebbels zum skrupellosen Stimmenstehler mutiert, >>eine Figur […], an der sich die Entwicklung eines Fachidioten zum Unmenschen nachzeichnen läßt, der gar nicht wirklich begreift, welche Schwelle er überschreitet<<.

Trotz allem Irrsinn finden sich aber auch einige Passagen für die gute Seite des leidenschaftlichen Hinhörens, Klängesammelns und Kartografierens. Die „Flughunde“ drängen dabei förmlich, sich selbst mit dem Phänomen von Stimme und Sprache auseinanderzusetzen, das „Für und Wider“  bzw. das „Wie“ der Tonaufnahme zu überprüfen.

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Bei aller Besessenheit: es gilt das Maß nicht aus den Augen zu verlieren. Wissenschaft hat ihre Grenzen, ebenso die persönliche Hingabe – die spätestens dann dringend eingehalten werden müssen, wenn andere darunter leiden.
Also unbedingt die fürsorglichen Antennen ausklappen!