Archive for the ‘Recording’ Category

Housebesuch

November 10, 2019

Mein „Tatort“: Die VHS Wackelkamera während eines Masters at Work Remix von „Dancing in Outer Space“ anno 1996. House mit ordentlich viel Organischem…

 

Kopfhörer Mix

November 7, 2019

Ich höre und arbeite gerne mit dem Kopfhörer: Unter diesen Muscheln schwimme ich fokussiert und unabgelenkt durchs Musikmeer, außerdem gefällt mir die Klangfärbung meines HD-25. Dennoch überkommt mich ein mulmiges Gefühl, wenn ich ihn als alleinige Abhöre zum Mischen benutze. Vermutlich weil ich über dieses Thema an verschiedenen Stellen gelesen habe, dass durch die strenge, unnatürliche Trennung von linkem und rechtem Kanal ein >>anderer<< Stereoeindruck entsteht, >>dass Signale in der Stereomitte nicht vor der Nase, sondern im Kopf lokalisiert werden<<, dass manche Phasenauslöschungen gar nicht erst entstehen können, folglich auch nicht bemerkt werden und dass im Gegenzug manche unbedeutende Details zu genau wahrgenommen werden (Kopfhörer = akustische Lupe). Puh!

kopfhörer

Andererseits geht es beim Mixdown auch immer um ein Referenzsystem, dank dem man, weil man darüber diverse Fremdproduktionen gehört und kennengelernt hat, wichtige Anhaltspunkte für die eigene Arbeit bekommt.

Und immer wieder macht ein lineares Abhörsystem die Runde, als Garant für ein stabiles Klangbild, das auf unterschiedlichen Lautsprechersystemen (Auto, Küchenradio, Hifianlage, Smartphone) funktioniert.
Diesbezüglich hat mir Peter gestern die Reference 4 Software der lettischen Firma Sonarworks empfohlen, die Deinen Kopfhörer akustisch kalibriert kann und dich anschließend linear hören lässt.
Allein der veränderte Höreindruck ist spannend und ein Test wert. (Auf der Sonarworks Webseite sind die Profile von über 200 Kopfhörer-Klassiker abgelegt, aber auch eine Trial Version lässt herunterladen).

Nachtrag: bin zufällig über ein Mahler-Lied gestolpert, besser gesagt über diesen Textausschnitt (des Gedichts von Friedrich Rückert):
>>Ich bin gestorben dem Weltgetümmel,/ Und ruh‘ in einem stillen Gebiet!/ Ich leb‘ allein in meinem Himmel,/ In meinem Lieben, in meinem Lied!<<

Passt bestens zum Kofhörer-Hören (von mir, von einer ganzen Generation an Earpod-Eskapisten…)

(S)layer

November 1, 2019

Freue mich auf’s Wochenende bzw. auf die „Days of Percussion“ in Nürnberg!
Die Entscheidung, welches Equipment mitreisen wird, ist gefallen, besser gesagt schon auf den Pedaltrain geklettet:

Um das gestellte akustische Drumset klanglich und ästhetisch zu erweitern helfen mir die elektronische Jomox MBase (die durch ein Fatkick-Pedal links von der Hihat getriggert wird), sowie mein obligatorisches Boss Space Echo.

Da ich abends im MuzClub auch ein Set alleine bestreiten soll, habe ich mir (mit der dJay Pro 2 App*) ein kleines Mixtapefile erstellt, welches vom Smartphone abgespielt und durch den Boss EQ verbogen werden kann. Im Mackie-Pult wird aller Elektronik-Kram zusammengemischt und zur PA geschickt.

Für den Workshop am Nachmittag dachte ich, über das Thema „Layer“ zu sprechen, einerseits über den Ansatz der Bedroomproducer und DAW-Klötzchenschieber, deren Impact auf die DJ-Kultur, anderseits über verschiedene Ideen, wie ich als Drummer meine Beschränktheit auf nur vier Extremitäten (aka Einzelspuren) elegant überwinden kann.
Ich glaube, ich werde als passende Überschrift (S)layer an die Tafel schreiben, um die Wichtig-/Möglichkeit des Energiepotential nicht zu vergessen…

Jetzt muss ich nur das dazu passende T-Shirt finden und mein ganzes Equipment im Blechkoffer unterkriegen – denn obwohl ich neulich die fantastische Kopplung von Rimowa und Meinl-Trolley gefeiert habe, habe ich für Samstag die „Ein Koffer“ Lösung – sprich mit maximal 18″ Zoll großen Becken – im Sinn…

* Hier noch ein Workround, wie sich mit dJay Pro und Spotify angedachte Mixe aufnehmen lassen. Eigentlich braucht es nur noch die Soundflower Freeware und dann kann mit dem Quicktime-Player aufgezeichnet werden (Ablage/Neue Audio Aufnahme).

spotify-djay-pro-recording

 

 

 

 

 

 

 

 

golden

Oktober 25, 2019

War die Woche über im absoluten Wohlfühl-Studio von Axel Reinemer (Jazzanova Recording Studio) und habe mich dank ausschliesslichem Oszillieren zwischen kreativem Trommen und Ausruhen komplett von Alltag und Gadgets entkoppelt.
Im Nachhall* kommen jetzt einige Tipps und Entdeckungen hoch:

– Essen im Michelberger Hotel ist besonders (lecker). Weiss nicht, warum ich gerade
dort beim Frühstücken darüber nachgedacht habe, mal so zu essen wie ein DJ Platten ineinander mixt – sprich verschiedene Buffet-Bausteine auch auf untypische Weise zu überlagern – wenn klassischerweise Butter und Marmelade auf dem Brot landen, könnten dort ja mehrere Marmeladensorten aneinander gereiht oder ein Schokoaufstrich mit was Beerigem kombiniert werden, gar Rührei zusammen mit Hummus im Mundraum vermengt werden… – ist vermutlich der Nähe zur kürzlich beendeten Hattler-Tour geschuldet (Hellmut experimentiert mit Frühstücksangebot eigentlich immer schon sehr neugierig).
– Das Isotope PlugIn RX7 soll das perfekte Tool sein, um übersprechen Clicktracks unmerklich entfernen zu können.

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– Berlin wartet aufs Echo – klasse!, ich mache das erheiternde Mauerfall-Quiz im Suedeutsche Magazin und freue mich wie ein König auf zu Hause und einen goldenen Herbst in Frankfurt!
* >>Ein schlauer Mensch mal gesagt: Du kannst das Leben nur vorwärts Leben. Und rückwärts verstehen.<< (aus Friedemann Karig „Dschungel“)

lernen, zu(-)hören

September 5, 2019

Schöne, knappe Geschichtsstunde vom bayrischen Zündfunk: The History of Rock’n’Roll – Die Elektronik-Edition von Ralf Summer. (Danke für den Link, Fola!)

Und Aaron verweist auf die „Grid Kids“ Podcasts von Keyboarder Nicholas Semrad:(hier einmal mit Mark Guiliana, einmal mit Zach Danziger)

https://www.youtube.com/watch?v=jyjFaoqe6FY
https://www.youtube.com/watch?v=gXcjArVAfWk

Und Aaron Sterling spendiert noch eine Liste mit „SUPER CHEAP mics that I think sound good assuming you are making good music“:

*Übrigens: die Email von Aaron mit den Grid-Kids-Links kam mir doppelt gelegen, die habe ich gleich abends (beim A Coral Room Jam) spontan via iPhone lautmalerisch dazufließen lassen…

The Recording Studio As A Compositional Tool

Mai 27, 2019

In seinem Artikel “ Revisiting Brian Eno’s ‘The Studio as a Compositional Tool’“ überdenkt Dylan Eller die Beziehung von Musik und Technologie, (jene >>ever-evolving relationship music has with technology, beginning with the invention of audio recording<<) aus heutiger Perspektive.

Mir gefällt vor allem die Differenzierung der technologiebedingten Veränderungen: da gibt es kleinere („change of degree“), wie zum Beispiel der Röhrenverstärker, der weitgehend durch Verstärkerschaltungen mit Transistoren ersetzt wurde, aber auch technische Neuerungen, die einen maßgeblichen Wandel („change of kind“) beförderten. In dieser Kategorie sah Eno damals die Mehrspuraufnahme und die Möglichkeit des nachträglichen Overdubs.

mehr Klangkünstler als Toningenieur

Mai 9, 2019

Arte Doku über Conny Plank.

Und auf der anderen Seite des Netzes erzählt Hans Martin Buff von den Anfängen der DAW.

 

be curious before critical

April 28, 2019

John Maeda zitiert Dr. Regina Dugan: >>Be curious before critical.<< Und neugierig erinnere ich mich an den gestrigen Bahnhofsaufenthalt, als ich beim Durchblättern des Modern Drummer Magazins an diesem Foto hängengeblieben bin:

Der Name Kyle Crane sagt mir (noch) nichts, aber die Mikrofonauswahl bzw. die Aufstellung der beiden U47fet Teile macht Lust auf mehr!

from Re-Amp to Re-Dub

März 4, 2019

Als ich Aaron Sterling über seinen Umgang mit Effektpedalen sprechen hörte (Sound of Sterloid Vol.2), wurde ich an die Idee des „Re-Amping“ erinnert, jenen studiotechnischen Kunstgriff, durch den bereits aufgenommen Signale nachträglich effektiert und erneut aufgenommen werden können bzw. sich die unterschiedlichen Anforderungen von Studio-und Bühnenequipment optimal zusammenführen lassen.

Da bei dieser Produktionstechnik mehrere elektrotechnische Fallstricke umgangen werden müssen, ließ sich 1994 der (Schlagzeuger! und) Toningenieur John Cuniberti seine Schaltung zur optimalen Anpassung von Impedanz und Signalstärke, sowie zur Verhinderung von Erdschleifen patentieren. Seitdem lässt sich ein dementsprechendes Helferlein-Kistchen unter der Bezeichnung Reamp(er) käuflich erwerben.

Selbstverständlich sind derartige Probleme auch schon vor 1994 aufgetaucht, selbstverständlich gab es Lösungsstrategien: So lässt sich der Reamp Ansatz mit einer passiven DI-Box (teilweise) nachbauen, in dem diese verkehrt herum verkabelt wird. Sprich, der Ausgang der DAW wird mit dem eigentlichen männlichen XLR-Ausgang der DI-Box verbunden; das daraufhin – dank Transformator und galvanischer Trennung – brummfreie und unsymmetrische Signal wird via DI-Box-Klinkeneingang ausgespielt und (idealerweise mit kurzen Kabeln) zu den gewünschten Effektpedalen geschickt.

In diesem Sinne experimentiere ich directement mit all dem, was im Haus ist, effektierte /re-dubbe also meine rohe Schlagzeugspuren mal via Lehle P-Split II & Palmer PAN04 (passiv), mal via Lehle P-Split II & SansAmp Bass DI (passiv), schliesslich via Lehle P-Split II & SansAmp Bass DI (aktiv), und bin mächtig gespannt, wie’s klingt!
(Leider fehlt mir der passende Sex-Changer, um die Palmer DI als alleiniger Ream Box zu testen…)

reamping_with_p-split_sans_DI

So gefällt es mir am besten:
symmetrisch raus aus dem RME Babyface> symmetrisch rein in Input Lehle P-Split II (> Masse- und Phasenschalter helfen!) > ISO-Out > In Boss RE-20 [roter Strang]
Out Boss RE-20 > Input SansAmp Bass DI > symmetrisch raus in RME Babyface [lila Strang]

Cure White Noise

Februar 26, 2019

Durch Zufall erblickte ich in der YouTube-Nächstes-Lied-Spalte ein 81er-Cure Livemitschnitt von „A Forest“, auf dessen Vorschaubild eindeutig ein Drumsynth* aus Lol Tolhurts Rototom-Wald herausstach, der für astreines Weisses Rauschen (z.B. bei 1.32′) gebraucht wurde.

Bildschirmfoto 2019-02-26 um 22.03.09

Wow – da muss ich direkt gegenchecken mit dem Drumsound des dazugehörigen Studioalbums „Seventeen Seconds“ von 1980:
>>“It really was the drum sound that largely defined the album’s sonic direction,“ continues Hedges, whose assistant Mike Dutton was credited as co-engineer. „The C-ducer contact mic had just arrived on the scene at that time, and after testing it in another studio I decided to mic the entire drum kit with C-ducers. I had initially tested the mic on other instruments, not drums, but then when I briefly tested it on drums I thought ‚God, they sound fantastic like that.‘ There’s absolutely no spill between the different drums when you use a C-ducer — each drum is completely separate. Every part of the kit was therefore miked with C-ducers — kick, snare, hi-hat, three or four Rototoms and two crash cymbals — and this gave us a very, very contained drum sound with no space at all. Everything is right up close, there’s no ambience whatsoever, and we then used reverbs and delays to give us the shapes and the sizes. I think the fact that the drums had such little ambience and were so sterile and cold really set up the mood we loved.
„Having recorded the cymbals this way, we also did cymbal overdubs because we wanted a very, very heavily compressed sound that had total sustain. You can hear that on a couple of songs, including ‚Play For Today‘ — when the cymbals crash there’s a click followed by a long, long sustaining cymbal, which is three 1176 compressors in a row. It hisses for about 20 seconds.“<< Quelle: Soundonsound/Classic Tracks

* letztlich wares es wohl drei separate Drumsynthesizer mit intergrierter Schlagfläche: zwei JHS SD-1 Pro-Rhythm Drum Synths, und eine Syndrum Synare-3X (?) aus deren Preset-Menü das Weisse Rauschen hätte kommen können:

Synare3x-WhiteNoisePreset