Archive for the ‘Recording’ Category

Pferd aus Glas

Februar 17, 2020

Verregneter Montag, nichts zu tun, denn der meiner Luft-Hihat (ein ins leise Nichts weiter bewegter Stock-Puls, der letztlich fast immer auf dem Oberschenkel landet) geschuldete blaue Fleck verblasst ja von alleine.
Zeit, um Zeitung zu lesen, übers Netz zu fliegen und die passende Begleitmusik zu kompilieren.

Nice Reso-Head-Muffling im 80er Steve Gadd Style:

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Die tolle Trommlerin Linda-Philomème Tsoungui schrieb mir vor ein paar Monaten: >>Der Tonmann von Cro hat mich letztens die weibliche Oli Rubow genannt. Hat mich bisschen geehrt.<< Heute fühle ich mich gebauchpinselt, als #philo.tsounui markiert zu sein – und zack 20 Jahre jünger…

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Mark Guiliana hatte nach der Bag-Show bestimmt auch Farbe auf’m Bein…

Hey, eins a Visualierung von Steve Snodgrass – sollte ich direkt für meine Drum Basics nachmalen:

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Energiezustände

Februar 8, 2020

Schau Dir mal die großartigen Schlagzeugsoli von Helge Norbakken und Benny Greb an, jedes für sich ein Schulterschluss von Druck, Dynamik und Finesse.
Dabei spannend: Der eine Rhythmusmacher tippt die Kickdrum bisweilen nur mit den Fingern an, der andere trommelt die Akzente mit vollem Körpereinsatz, kurz vor der Instrument bedingten Überkompression.
Beide Darbietungen setzen eine ähnliche Energie frei, denn sie erreichen unser Ohr letztlich dank einer bewußten Mikrofonie. Wow!

Weil aktuell erlebt, jetzt noch zwei persönliche Nebenschauplätze:
Ist der eigenen Energiefüllstand etwas niedrig, kann es durchaus passieren, dass die Konzentration (die selbstverständlich für’s abendliche Konzert reserviert wird) an anderer Stelle leidet und man ohne Hardware Tasche zum Gig fährt… na gut, dann halt noch zweimal durch den Feierabendverkehr der Großstadt zuckeln und Atem-Übungen machen oder Atmung mit Mouthpercussion verbinden (zack, sind wir wieder bei Norbakken).
Schließlich war das Carrera-Trio alles andere als überprobt und konnte einen wunderbaren Energiebogen spannen…

Gestern dann noch eine Art Impulserhaltungssatz: Um den Ableton-Rechner bzw. die Effekte des Trompeters Thomas Siffling zu steuern, mich selbst zudem mit einem Clicktrack zu versorgen, suchte ich während der Zugfahrt nach einer Metronom-App die andere Geräte mit dem „Link“ Protokoll synchronisieren kann.
Das „Beatball Metronome“ hat die Aufgabe ohne zu zicken auf Anhieb bewältigt!

 

Housebesuch

November 10, 2019

Mein „Tatort“: Die VHS Wackelkamera während eines Masters at Work Remix von „Dancing in Outer Space“ anno 1996. House mit ordentlich viel Organischem…

 

Kopfhörer Mix

November 7, 2019

Ich höre und arbeite gerne mit dem Kopfhörer: Unter diesen Muscheln schwimme ich fokussiert und unabgelenkt durchs Musikmeer, außerdem gefällt mir die Klangfärbung meines HD-25. Dennoch überkommt mich ein mulmiges Gefühl, wenn ich ihn als alleinige Abhöre zum Mischen benutze. Vermutlich weil ich über dieses Thema an verschiedenen Stellen gelesen habe, dass durch die strenge, unnatürliche Trennung von linkem und rechtem Kanal ein >>anderer<< Stereoeindruck entsteht, >>dass Signale in der Stereomitte nicht vor der Nase, sondern im Kopf lokalisiert werden<<, dass manche Phasenauslöschungen gar nicht erst entstehen können, folglich auch nicht bemerkt werden und dass im Gegenzug manche unbedeutende Details zu genau wahrgenommen werden (Kopfhörer = akustische Lupe). Puh!

kopfhörer

Andererseits geht es beim Mixdown auch immer um ein Referenzsystem, dank dem man, weil man darüber diverse Fremdproduktionen gehört und kennengelernt hat, wichtige Anhaltspunkte für die eigene Arbeit bekommt.

Und immer wieder macht ein lineares Abhörsystem die Runde, als Garant für ein stabiles Klangbild, das auf unterschiedlichen Lautsprechersystemen (Auto, Küchenradio, Hifianlage, Smartphone) funktioniert.
Diesbezüglich hat mir Peter gestern die Reference 4 Software der lettischen Firma Sonarworks empfohlen, die Deinen Kopfhörer akustisch kalibriert kann und dich anschließend linear hören lässt.
Allein der veränderte Höreindruck ist spannend und ein Test wert. (Auf der Sonarworks Webseite sind die Profile von über 200 Kopfhörer-Klassiker abgelegt, aber auch eine Trial Version lässt herunterladen).

Nachtrag: bin zufällig über ein Mahler-Lied gestolpert, besser gesagt über diesen Textausschnitt (des Gedichts von Friedrich Rückert):
>>Ich bin gestorben dem Weltgetümmel,/ Und ruh‘ in einem stillen Gebiet!/ Ich leb‘ allein in meinem Himmel,/ In meinem Lieben, in meinem Lied!<<

Passt bestens zum Kofhörer-Hören (von mir, von einer ganzen Generation an Earpod-Eskapisten…)

(S)layer

November 1, 2019

Freue mich auf’s Wochenende bzw. auf die „Days of Percussion“ in Nürnberg!
Die Entscheidung, welches Equipment mitreisen wird, ist gefallen, besser gesagt schon auf den Pedaltrain geklettet:

Um das gestellte akustische Drumset klanglich und ästhetisch zu erweitern helfen mir die elektronische Jomox MBase (die durch ein Fatkick-Pedal links von der Hihat getriggert wird), sowie mein obligatorisches Boss Space Echo.

Da ich abends im MuzClub auch ein Set alleine bestreiten soll, habe ich mir (mit der dJay Pro 2 App*) ein kleines Mixtapefile erstellt, welches vom Smartphone abgespielt und durch den Boss EQ verbogen werden kann. Im Mackie-Pult wird aller Elektronik-Kram zusammengemischt und zur PA geschickt.

Für den Workshop am Nachmittag dachte ich, über das Thema „Layer“ zu sprechen, einerseits über den Ansatz der Bedroomproducer und DAW-Klötzchenschieber, deren Impact auf die DJ-Kultur, anderseits über verschiedene Ideen, wie ich als Drummer meine Beschränktheit auf nur vier Extremitäten (aka Einzelspuren) elegant überwinden kann.
Ich glaube, ich werde als passende Überschrift (S)layer an die Tafel schreiben, um die Wichtig-/Möglichkeit des Energiepotential nicht zu vergessen…

Jetzt muss ich nur das dazu passende T-Shirt finden und mein ganzes Equipment im Blechkoffer unterkriegen – denn obwohl ich neulich die fantastische Kopplung von Rimowa und Meinl-Trolley gefeiert habe, habe ich für Samstag die „Ein Koffer“ Lösung – sprich mit maximal 18″ Zoll großen Becken – im Sinn…

* Hier noch ein Workround, wie sich mit dJay Pro und Spotify angedachte Mixe aufnehmen lassen. Eigentlich braucht es nur noch die Soundflower Freeware und dann kann mit dem Quicktime-Player aufgezeichnet werden (Ablage/Neue Audio Aufnahme).

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golden

Oktober 25, 2019

War die Woche über im absoluten Wohlfühl-Studio von Axel Reinemer (Jazzanova Recording Studio) und habe mich dank ausschliesslichem Oszillieren zwischen kreativem Trommen und Ausruhen komplett von Alltag und Gadgets entkoppelt.
Im Nachhall* kommen jetzt einige Tipps und Entdeckungen hoch:

– Essen im Michelberger Hotel ist besonders (lecker). Weiss nicht, warum ich gerade
dort beim Frühstücken darüber nachgedacht habe, mal so zu essen wie ein DJ Platten ineinander mixt – sprich verschiedene Buffet-Bausteine auch auf untypische Weise zu überlagern – wenn klassischerweise Butter und Marmelade auf dem Brot landen, könnten dort ja mehrere Marmeladensorten aneinander gereiht oder ein Schokoaufstrich mit was Beerigem kombiniert werden, gar Rührei zusammen mit Hummus im Mundraum vermengt werden… – ist vermutlich der Nähe zur kürzlich beendeten Hattler-Tour geschuldet (Hellmut experimentiert mit Frühstücksangebot eigentlich immer schon sehr neugierig).
– Das Isotope PlugIn RX7 soll das perfekte Tool sein, um übersprechen Clicktracks unmerklich entfernen zu können.

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– Berlin wartet aufs Echo – klasse!, ich mache das erheiternde Mauerfall-Quiz im Suedeutsche Magazin und freue mich wie ein König auf zu Hause und einen goldenen Herbst in Frankfurt!
* >>Ein schlauer Mensch mal gesagt: Du kannst das Leben nur vorwärts Leben. Und rückwärts verstehen.<< (aus Friedemann Karig „Dschungel“)

lernen, zu(-)hören

September 5, 2019

Schöne, knappe Geschichtsstunde vom bayrischen Zündfunk: The History of Rock’n’Roll – Die Elektronik-Edition von Ralf Summer. (Danke für den Link, Fola!)

Und Aaron verweist auf die „Grid Kids“ Podcasts von Keyboarder Nicholas Semrad:(hier einmal mit Mark Guiliana, einmal mit Zach Danziger)

https://www.youtube.com/watch?v=jyjFaoqe6FY
https://www.youtube.com/watch?v=gXcjArVAfWk

Und Aaron Sterling spendiert noch eine Liste mit „SUPER CHEAP mics that I think sound good assuming you are making good music“:

*Übrigens: die Email von Aaron mit den Grid-Kids-Links kam mir doppelt gelegen, die habe ich gleich abends (beim A Coral Room Jam) spontan via iPhone lautmalerisch dazufließen lassen…

The Recording Studio As A Compositional Tool

Mai 27, 2019

In seinem Artikel “ Revisiting Brian Eno’s ‘The Studio as a Compositional Tool’“ überdenkt Dylan Eller die Beziehung von Musik und Technologie, (jene >>ever-evolving relationship music has with technology, beginning with the invention of audio recording<<) aus heutiger Perspektive.

Mir gefällt vor allem die Differenzierung der technologiebedingten Veränderungen: da gibt es kleinere („change of degree“), wie zum Beispiel der Röhrenverstärker, der weitgehend durch Verstärkerschaltungen mit Transistoren ersetzt wurde, aber auch technische Neuerungen, die einen maßgeblichen Wandel („change of kind“) beförderten. In dieser Kategorie sah Eno damals die Mehrspuraufnahme und die Möglichkeit des nachträglichen Overdubs.

mehr Klangkünstler als Toningenieur

Mai 9, 2019

Arte Doku über Conny Plank.

Und auf der anderen Seite des Netzes erzählt Hans Martin Buff von den Anfängen der DAW.

 

be curious before critical

April 28, 2019

John Maeda zitiert Dr. Regina Dugan: >>Be curious before critical.<< Und neugierig erinnere ich mich an den gestrigen Bahnhofsaufenthalt, als ich beim Durchblättern des Modern Drummer Magazins an diesem Foto hängengeblieben bin:

Der Name Kyle Crane sagt mir (noch) nichts, aber die Mikrofonauswahl bzw. die Aufstellung der beiden U47fet Teile macht Lust auf mehr!