Archive for the ‘VJ’ Category

Retter und Göttinnen

November 7, 2022

Zwei Retter während des Hattler Tourmonats :

1. Das Apple-Verlängerungskabel fürs Laptop-Netzteil, dessen geerdeter Schukostecker störende Einstreuungen übers Stromnetz vereiteln kann.
2. Mein Kofferband, mit dem sich der eigentlich fest verbaute Beamer in Minden doch noch perfekt ausrichten ließ.

Ansonsten: diverse neue Entspannungstricks (Folas Shakti-Matte, Kneipp-Armbäder), weniger Schokoriegel, dafür Törtchen über Törtchen. Und schließlich noch eine bestens gepolsterte, hydraulisch gefederte Abschiedsfahrt mit (Helge Schneiders ehemaligen) Citroen DS in Kassel.

Als Überleitung zur nächsten Aktion (Fokus Drumset am 10.11. in der HfMDK), hier noch das (auch zum Kofferband passenden) Schlagzeugsolo aus dem Jazzclub Minden. Danke, Helmut Dobratz fürs Filmen (so kann ich mich auch mal selbst beobachten):

Gear: TAMA 18″ x 16″ Starclassic Kick, 14″ x 5,5″ Hand Hammered Brass Snare mit Sanrepal, MEINL 5″ Custom Shop Sizzle Bell auf 18″ Jazz Byzance Extra Thin Crash, 13″ Custom Shop Hihats, 8″ Generation X Filter China mit Nieten auf 18″ Generation X Safari Ride mit Kette; Luis Conte Shaker, Triangle, Finger Cymbals, VIC FIRTH American Classic 5a, Dualstick 5a, Heritage Brushes

Reiseproviant

Oktober 22, 2022

Da die Hattler-Tour nach wie vor läuft, hinterlassen die Kaffee und Kuchen Zwischenspiele mittlerweile einen beachtlichen Zucker-Turm. In Rumänien und der Republik Moldau lockten immer wieder unbekannte und exotische Spezialitäten, beispielsweise die süßen „Covrigi“ Brezeln, eine Pavlova-Baisier-Torte, Bucoria Sweets in Chisinau oder die Nachtischexplosion des Kochs im Bukarester Hotel Christina. Anstelle der obligatorischen Sahnehaube gab’s Sonnenschein, wunderschönen Brutalismus sowie immer wieder euphorisches Publikum!
1000 Dank ans Deutsche Kulturzentrum in Iasi für dieses spezielle Tour-Leg!

PS. in puncto Videotechnik habe ich gelernt: ein nicht abgeschirmtes Netzwerkkabel für den HDMI-Adapter kann sehr empfindlich auf eigentliche harmlose Stromaktionen (z. B. erstärker einschalten, Stecker in die Dose stecken) reagieren, so dass das projizierte Bild mit Störungen oder Ausfällen reagiert. Bei mir hat – fünf Minuten vor Einlass – letztlich das geerdete Verlängerungskabel fürs Apple-Netzteil die missliche Lage verändert und den Abend gerettet…

PPS. auch ne Art Reiseproviant ist die neue Ableton „Note“ iOS App fürs Handy:

Technik nutzen und überschreiten

Oktober 14, 2022

Tour = viel Verkehr, Törtchen, Spaziergänge und noch mehr Warten.

Doch all der Leerlauf lässt sich nutzen (beispielsweise um neben der audiophilen Zuspielung auch den visuellen Part der Show im Rechner anzulegen) oder um das eine oder andere zufällig gefunden Buch anzulesen. Auf der Schwäbischen Alb entnahm ich dem Bücherschrank „Zen in der Kunst des Bogenschießens“  – weil schon oft gehörter Klassiker, weil der Titel gut zum Warten passen könnte…
Und zack werden wieder adaptierbare Weisheiten und Konzeptideen ausgeschnitten. Beispielsweise:

>>Um wirklich Meister des Bogenschießens zu sein, genügt technische Kenntnis nicht.
Die Technik muß überschritten werden, so daß das Können zu einer „nichtgekonnten Kunst“ wird, die aus dem Unbewußten erwächst.<< (aus der Einleitung von Daisetz T. Suzuki )

>>Über mein Versagen war der Meister offenbar weniger entsetzt als ich selbst. Wußte er aus
Erfahrung, daß es dahin kommen würde? „Denken Sie nicht an das, was Sie zu tun haben, überlegen Sie nicht, wie es auszuführen sei!“ rief er mir zu.
„Der Schuß wird ja nur dann glatt, wenn er den Schützen selbst überrascht.“<< (Eugen Herrigel)

Und gestern gab es im Rüsselsheimer Rind die Feuertaufe für mein älteres Macbook, via Logic nicht nur die Playbacks der HATTLER Show abzufeuern, sondern auch die Visuals von Pete Delgado (der für den ersten Teil der Tour leider verhindert ist).
Beides läuft wirklich problemlos (und bestens synchronisiert) mit, hat man einmal verstanden, dass die Logic Pro Software nur eine einzige Filmdatei akzeptiert und diese daraufhin derart bearbeitet, dass man vor bzw. am Ende eines bewegten Beitrags ein passendes Standbild (Foto) einfügt. Nach solcher Vorarbeit lässt sich dann ganz einfach zwischen gesetzten Markern hin-und herspringen.
Hurra!

Kultivierung des Fehl(trigg)ers

Februar 1, 2021

Oh yes, Zach Danziger höre ich immer wieder gerne zu.

Während seiner Performance beim 2019er Tam Tam Festival in Sevilla erklärte er seine Vison, beim Trommeln auch den visuellen und melodischen Bereich abzudecken.

In Minute 22:14′ erfreut er sich am Fehler: lose übereinander gelegte Becken, sogenannte „Stacks“ tendieren dazu nach einem Anschlag mehrere Triggerimpulse auszulösen. Was in seinem Fall harmonische Reize (und eine weitere Beschleunigung im Round Robin System) verspricht 🙂

>>The old era was us playing along to computers, but the new era is computers playing along to us!<<, so gehört in dem YT-Beitrag „The Future of Electronic Drumming„.

bitte laut werden!

Oktober 29, 2020

Till Brönners viel geteiltes Wut-Video über die Situation der Veranstaltungs- und Kulturbranche unter Corona fördert zwei spannende Wirtschafts-Komponenten zu Tage: Es geht nicht um eitle Selbstverwirklicher, sondern um eine Branche mit 1,5 Millionen Beschäftigten, einem Wirtschaftszweig mit einem Umsatz von rund 130 Milliarden Euro, der leider ohne ernst zu nehmende Gewerkschaft eine Strukturschwäche aufweist, die durch die jetztige Krise entlarvt wird.

>>Wie kann man einzelnen Konzernen Milliarden in den Vorgarten werfen und der Veranstaltungsbranche Arbeitslosengeld 2 anbieten? Wir Musikkünstler sind weder arbeitslos, noch hatten wir vor Corona ein Nachfrageproblem.<<

Sprich wir sollten zusammen laut werden oder vielleicht gar mal für eine ganze Weile komplett verstummen (eine Art kultureller Generalstreik). Wichtig ist dabei das ZUSAMMEN!

jitsi Echodrums

März 31, 2020

Habe gestern die jitsi meet Videokonferenz App sowohl auf Handy und Computer geöffnet, anschließend ein bisschen getrommelt.
Mit der systembedingten Feedbackschleife lässt sich in der digitalen Echokammer spielen, indem
– das Smartphone um den Rechner herum bewegt wird
– das Mikrofon mal beim einen, mal beim anderen Teilnehmer stumm geschaltet wird

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Lauflichter

Februar 10, 2020

Die Kraftwerk Mini-Referenz in den Simpsons (28. April 1996) finde ich vom Text her ähnlich schön wie das Sesamstraßen-Outro im Fanta4 Track „Jetzt geht’s ab“ (1991): >>Ja, Bert, wenn ich diese Glocke bewege, dann läutet sie, ja. Aber es könnte doch auch sein, dass ein Monster erscheint und auf der Flöte spielt.<<

>>Ja, ja, ja – bitte beeilen Sie sich mit diesem ganzen Kunstmist. ich möchte nur gern rechtzeitig zurück in Stuttgart sein, um mir die Gruppe Kraftwerk anzuhören.<<

Aber jetzt zum Wesentlichen, den neuen programmierbaren Lauflichtern des „Temporären Elektronischen Salongs„:
Eigentlich sind wir ja auf der Suche nach einem Lampen-basierten Cue-System – bei dem jeder Spieler seine persönliche Leuchte anschalten/triggern kann, um die Aufmerksamkeit der Mitmusiker auf seinen Vorschlag zur weiteren Gestaltung zu lenken – dass bei der Suche nun erst einmal elektronische Namenschilder im Kraftwerk Stil gefunden wurden, ist aber auch nicht schlecht.

Das Amen in der Pfadfinderei

Februar 13, 2019

#firstclassdigitalshit

direkt überm Synclavier

Februar 2, 2019

Gestern war ein spannender Tag an der HdMDK – ich traf zufällig den Komponisten Orm Finnendahl, erfuhr vom elektronischen Kellerstudio der Hochschule (inkl. marodem? Synclavier) und bekam einen ersten Einblick die oft mit Elektronik verbunden Werke.

Im direkten Anschluß, genau ein Stockwerk drüber, dann diverse wunderbare Aktionen von Richie Beirach.
Auch heute werde ich wieder in die Eschersheimer radeln und bin gespannt, dort meine Schlagzeugschülerin tanzen zu sehen – denn die Kombination Tanzen & Trommeln hört sich für mich nach einem ähnlich vielversprechendem Standbein an wie die/der singende DJ.
Hey und morgen entere ich zusammen mit meinen NETZER Freunden zum Abschluß des Jazzfests die Bühne des kleinen Saals.

Selbstmotivierung mit Stift

November 4, 2018

Beim Trommeln liebe ich den Moment, Risiko und Fallhöhe der Jetzt-Musik, beim Texte Schreiben hingegen die Korrekturfunktion (und viel Zeit). Stegreif first takes – Fehlanzeige…
Sprich, ich beginne mit einer guten Idee, aber der Aufschrieb neigt zum Stocken.
In solch einer Situation bin ich froh um den auto-psychologischen Kunstgriff des (persönlich) verbrieften Inspirations-Modus. Meiner ist die Badewanne. Ich lege mich rein und die Gedanken sortieren sich wie auf Knopfdruck, ich schöpfe neue Kraft und steige hochmotiviert heraus bzw. direkt zum Schreibtisch.
Heiss baden und ab ins Reich der Träume – no way…die Ideen müssen erst notiert werden.

In diesem Sinne rate ich: hey beobachte Dich und finde/benenne Deine Inspirationsinsel auf die Du Dich bei Erschöpfung, Blockade oder sonstigen dunklen Wolken zurückziehen kannst – Reset und frische Ideen inklusive.

Benny Greb hat neulich ebenfalls einen eleganten Trick kommuniziert,  Überschrift: >>leave your luggage at the door<<.
Eine wirkungsvolle Strategie, bei der aller gegenwärtige Kopfballast (beispielsweise im Proberaum, vor dem Zubettgehen) aufgeschrieben und im  „Rückweg“ platziert wird – analog zu den gepackten Koffern, die man nach einer kurzen Hotelnacht auf keinen Fall vergessen möchte – auf das sich alle Sinne voll und ganz der nächsten Aufgabe (Schlagzeugspielen, schlafen) widmen können

Ich liebe nicht nur das Vollbad, sondern auch die Visualisierung musikalischer Inhalte (auf unerwarteten Ebenen).
Im folgenden Beethovens Fünfte, die mit Boštjan Čadežs Online-Flash-Tool Line-Rider erstellt wurde: