Alles

Gestern an der Hauptwache:

Omnia solierte mal wieder auf der Zeil. Beeindruckend. Einfach nur Schlagzeug.
Nach einem klassischen Dreisatz-Gespräch in der Pause, drängten sich mir später mehr und mehr Fragen auf. Ich wage ein einseitiges Online-Interview:
Lebst du von der Straßenmusik ?“  – oh man, wie habe ich sie gehasst, die Existenzfrage („Davon kann mal also leben – aha! Und, was machen Sie sonst noch so?), aber da ich die Strassenlage selbst überhaupt nicht einschätzen kann, MUSS ich einfach Fragen. Zudem: Sie ist umringt von vielen Zuhörern und hat sich offensichtlich mit dem Thema Schlagzeugsolo beschäftigt: Da höre ich verschiedene Konzepte zum Spannungsaufbau, ein sehr dynamisches Spiel, viele Latin, aber auch klassische Bezüge. Es gibt publikumswirksame Passagen (Cymbal choking, Snare pitching via Ellenbogen, Stock im Mund) und Omnias Name glitzert auf dem Bassdrum-Frontfell. Auch das Verpackungs-und Transportsystem scheint wohl überlegt (dank Sackkarre: nur einmal laufen) – „wo parkst du überhaupt dein Auto?“ Allesamt sehr professionell.
Wie lange geht so ein Trommeltag in der Fussgängerzone?“ Mancherorts gibt es Regeln für die Höchstpieldauer pro Standort, 30 Minuten, dann bitte weiterziehen. Das treibt einem tragefaulen Schlagzeuger wie mir leichten Angstschweiss auf die Stirn, daher: „Wieviele Neuaufbauten sind denn realistisch?“ Und planungstechnisch noch weiter hinten: „wie fällt die Entscheidung zur Frankfurt-Reise?„. Omni kommt aus Oberhausen. Ist das eine kleine optimal geroutete Tour, ausgehend von postiven Erfahrungswerten oder weiteren Aktivitäten, wie z.B. anschliessende Clubgigs („spielst du überhaupt mit festen Bands?„), oder wird das Ziel eher aussermusikalisch vom schönen Wetter bestimmt…
Wenn ich Omnias Publikum beobachte, diese spontane Amphie-Kulisse, verselbständigen sich die Gedanken: öffentliches Trommeln wirkt irgendwie magisch, aber eine Schlagzeugerin punktet darüber hinaus mit seltener Exotik. Um so mehr, wenn ab und an ein subtil maskulines Moment, wie die Cobhamsche Singlestrokes, kurzerhand die klare Orientierung verschleiert. „Was interresiert dein Publikum am dringendsten nach einem Gig?
Meine Güte. Was für Fragen… aber die Übersetzung von Omnia (ALLES) stärkt das Selbstvertrauen. Mit „ALLES“ im Rücken darf bestimmt mal jede Frage gestellt werden. Ob und welche Antworten gegeben werden? Ich warte gespannt…
PS. der abgebildete Mann bewegte seine im Rücken verschränkten Finger heftigst zum Takt. Wirklich.

Eine Antwort to “Alles”

  1. Internationaler Frauentag! | E-BEATS Says:

    […] Smith (Pionierarbeit), Sheila E. (Prince!), Marilyn Mazur (Miles!), Terry Line Carrington (1993), Omnia (Streetwork) und Lea, meine allererste Studierende an der HfMDK, die beim Trommeln sitzend tanzen […]

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