Archive for the ‘Improvisation’ Category

sich beim Leben bedanken

Dezember 27, 2016

Perfektes Gegengewicht zu den vielen musikalischen Verlusten des Jahres 2016:
In der Arte Doku über Wayne Shorter („Jazzlegende Wayne Shorter“) steckt so viel Positives, so viel Weisheit und Musikalität drin!
Sie ist noch bis zum 13.1.17 online anschaubar.

Ich hatte immer wieder diese Wayne Shorter Momente, wo er mich so ergriffen hat, dass seine Musik in Dauerschleife laufen musste: Ob das „Nefertiti“ war oder „Infant Eyes„, die hoch emotionale Duo Platte mit Herbie Hancock oder die komplette Weather Report Box. Diese 53 Minuten Film gehören definitiv auch dazu! So dass ich kurz davor bin, die ganzen Weisheiten zu transkribieren. Die passenden Überschriften hätte ich schon:

freies Improvisieren, Potential, Risiko, Demut, der musikalische Urzustand „Zero Gravity“, Verlust, Tod & Tragödie, das Kind auf die Schulter setzen, „putting water in the chord“, schweben, not only music – something else, das Mysterium erhalten, der Fehler als Anfang, sich überraschen, Mut, „das Unbekannte kann man nicht proben“, Phantasie, Schwerelosigkeit, die Geschichte gemeinsam schreiben UND erzählen

PS. ganz profan und Blog bezogen, können wir zudem ab 30.12′ Brian Blade beim Stimmen zuschauen

 

Who is Chris Scholar

Dezember 19, 2016

Das Trio des Schlagzeugers Jaimeo Brown hat mich auf der Jazz Ahead 2013 beeindruckt, da wurde freie Improvisation mit einem (oldschool Roland) Mehrspur Playback interessant kombiniert. Sein Album „Work Song“ war eines der Highlights 2016.

Erst jetzt habe ich über dieses Interview gecheckt, dass es sich beim Playbackmaster und Gitarristen um Chris Scholar – Bruder von Kelvin (mit ihm und Christian Prommer hatte ich mal einen Drumlessons Gig in Mazedonien gespielt) – handelt. Die Neugierde ist geweckt und ich werde mittels „Who is Chris Scholar“ (free Mixtape) und „Moved to LA“ mal tiefer in die Materie eindringen.

Und anschließend werde ich wohl doch auch noch in die neue A Tribe Called Quest Platte reinhören.

getan, gesagt

Dezember 9, 2016

Was ich (u.a.) am Musikmachen liebe, ist die Herausforderung, im Moment zu reagieren, zu interagieren und aus dem Stand heraus eine klare Aussage formulieren zu müssen (und stehen zu lassen): also, getan, gesagt!

Auch im Alltag flitzen mir häufig Assoziationen und mögliche Geschichten durch den Kopf, die ich wenn möglich immer direkt für einen Blogbeitrag zuschneide. Doch im Gegensatz zum Musikmachen bin ich beim Schreiben alles andere als ein „first take“ Kandidat: über mehrere Tage hinweg, wird das ein oder ein Thema korrigiert und verbessert, gedreht und gewendet, bis ich es endlich loslassen und in der Datenbank parken kann.

Erkenntnis: nicht alles muss auf Knopfdruck funktionieren, auch die (Zwangs)pause hat was – denn Geduld kann man ich nicht zuviel üben – und perfekt muss/kann/darf wohl nicht alles sein.

lifting a sound from one context and placing it in another

November 30, 2016

Hier schreibt Tim Exile von seiner musikalischen Vision. Es geht um Sampling, Echzeitkomposition, sowie das technische Umfeld, mit dessen Hilfe sich die beiden Parameter in Gedankenschnelle verbinden lassen.
Exiles Ziel ist es, Live-Sampling wie ein herkömmliches Instrument spielen zu können. Damit ein Fluss zu erzeugen und dennoch blitzschnell reagieren zu können. Beispielsweise so wie der Komponist Angelo Badalamenti seinerzeit zum „Laura Palmer Theme“, zur Blaupause der „Twin Peaks“ Filmmusik fand:
Der neben ihm sitzende David Lynch beschreibt knapp das Setting, Badalamenti beginnt zu improvisieren und passt die musikalische Entwicklung fortlaufend den Anmerkungen des Regisseurs an.

zurück im Kassettenfach

September 10, 2016

Bin zurück im Kassettenfach und freue mich auf kreatives Verbiegen, oldschool Sampling, einen Hauch von Nostalgie…

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und den „Ghost in the Machine“!

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Die Klangkostprobe gibt es dann am 29.10. auf dem Frankfurter Jazzfest.

Frankfurt Organic Electro Experience + special guest Bodo Kirchhoff

Juli 1, 2016

>>…so wie ich das Gefühl des Recorders unter meinen Fingern genoß. Die Musik war bei mir!<<

Das Zitat aus Bodo Kirchhoffs „Mexikanische Novelle“ wird zum Programm: Auf dem 47. Deutschen Jazzfest in Frankfurt werden wir – Sebastian Studnitzky, Johannes Brecht, Oliver Leicht (et moi) – am Samstag, den 29.10.2016 dank eines „Recorders“ die Sprache des Herrn Kirchhoff in die Musik transferieren.

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die Antwort im Kopf

April 5, 2016

Ich mag Bugge, ich mag Henrik und ich liebe improvisierte Duos!

The Flow Machine

Februar 24, 2016

Tim Exile interessiert sich für das elektronische Instrument, mit dem man improvisieren kann, ohne dabei von >>screens and timelines<< eingeschränkt zu sein. Dabei ist seine Flow Machine entstanden:

Mittlerweile ist die Flow Machine MKII in der Mache, die er bis zur Jahreshälfte bühnereif programmiert haben will. Yo!

Tourgespräche

Februar 2, 2016

Markus Vieweg ist eigentlich Bassist (der Band Glasperlenspiel), aber auch ein Internet-afiner Mensch. So er hat er mit den von Apple bereitgestellten Tools ein von der Kritik gefeiertes Bass-e-Book veröffentlicht und mit seinem Blog „Tourgespräche“ eine Alternative zum klassischen Musikerinterview geschaffen. Gut vorbereitet und mit viel Zeit finden Unterhaltungen – vornehmlich mit Akteuren aus der zweiten Reihe des Showgeschäfts – jenseits der Langeweile längst bekannter Eckdaten und Fakten statt und werden zu einem anderthalbstündigen Podcast zusammengeschnitten.

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Wir trafen uns neulich zwischen Soundcheck und Festivalauftritt in meinem Mainzer Hotelzimmer und sprachen bei Kaffee und Kuchen über:

FOH, Mad ProfessorHeimstudioKompressormaske, Squarepusher, Bedroomproducer bzw. Zufall als neue Bestimmung, Jojo MayerVom Zitat zum Ich, Zuspieler, der „Sack um die Snare“, Echodrums, Solo-Performancesimulierter Aux-SendReverb Shots, Laurenz Theinerts Visual Piano zu meinen Organic Electro Beats 2003, Bandmensch, Rubo(W)ölpl aka (W), Aufwand und Slayer-Set auf der IAAB-Keeper/BeatSeeker, >>Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile<<, selbstgebaute „Playstation“, Cover-Mukke, das persönliche innere Tempo, Interaktion dank Blog, Lesen, Cafè, Tour Catering, Netzer, nur einmal laufen!Fragebogen aus den Tagebüchern von Max Frisch

… und dabei hat mich einiges „umgehauen“…

 

 

Filmwinter / Winter wie im Film

Januar 18, 2016

Eigentlich immer ähnlich: Nach einem intensiven Wochenende am Sonntagabend erschöpft in die Badewanne fallen, um maximal noch etwas im momentanen Lieblingsbuch blättern, doch zzzzong! trifft und weckt mich der Kreativ-Flash des Vorangegangenen und drängt darauf, all die vielen Eindrücken doch noch festzuhalten.

Also. Peter Wölpl und ich wurden erneut zum Stuttgarter Filmwinter eingeladen um tonlose Filme zu bespielen. Gutes Omen, denn die erste Einladung im Jahr 2014 markiert den Beginn der W)-Konzerte. Damals improvisierten wir zu uns unbekannten Dreifachprojektionen von Wilhelm Hein. In diesem Jahr bekamen wir die Segundo de Chomon Filmrolle im Vorfeld, wodurch wir uns zwei Probe-Tage lang auf die filmischen Spezialeffekte und Innovationen aus den Jahren 1905-1912! einstimmen und zumindest einen groben Fahrplan erstellen konnten. Die Performance selbst dann wie immer: die beiden Ohrenpaare weit geöffnet, Rechenapparate „in sync“ und los.

Zwischen Soundcheck und Auftritt immer wieder gr0ße  Freude über das liebevoll kuratierte Programm, aber auch über Stuttgart selbst. Es war alles dabei, von der Bäckerei-Frank-Butterbrezel, über überraschend auftauchende Freunde, Familie und Vergangenheit, bis hin zu einem fetten Schneeball voller grandioser Einfälle:

Momoko Seto / HKG / Mirai Mizue? / Jung an Tagen*

Schließlich noch einige neue Wörter und Anregungen aus der mitgebrachten taz.am wochenende, die sich im Artikel „Malen nach Zahlen“ mit aktuellen Spielarten des klassischen Mäzens auseinandersetzt und fragt, was aus der Kunst wird, wenn der Künstler zum Dienstleister wird.

Netzwerkstolz statt Werkstolz / Disegno / David Hockneys iPad Bild

Und dank ausgedehnter Schlittenfahrten in der Heimat ergab sich schließlich noch ein schöner Kreis. Auch wenn es mehr ein Umfahren von Grasinseln war, bin ich nun auch im Winter angekommen.

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