Archive for the ‘Percussion’ Category

vom Teufelskreis zum besonders eingekreisten Daumen

November 15, 2018

Da wälze ich meinerseits Gedanken und Ratgeber und male eine Denkblase voller Assoziationsanker, die dem Sog der Abwärtsspirale bei wiederkehrenden Eskalationsmustern trotzen sollen, und auf der anderen Seite der weltweiten Scheibe schafft ein profaner Facebook-Daumen multiple Verknüpfungen innerhalb meines Schreib-Universums, zudem ein warmes Bauchgefühl.

Lenny Castro Daumen

Es fühlt sich selbstverständlich gut an, dass mir ein (tatsächlich sehr traditionelles) Schlagzeugsolo derart viele Respektbekundungen und Instagram-Herzchen von tollen, hochgeschätzten TrommlerInnen beschert. Dass ich jedoch auch Lenny Castros Daumen aufpoppen sah, begeisterte mich im vollen Wortsinn. Denn ich verstand die WWWelt und ihre „Algorhythmen“ überhaupt nicht mehr.
Wie, um Himmelswillen, spülte es bitte meinen Facebook Post über den großen Teich, zumal ich Lenny zwar vor zehn Jahren persönlich kennengelernt, aber seitdem nichts mehr mit ihm zu tun gehabt habe?
Aber egal, er verbindet nun dieses Solo-Filmchen mit einem vorherigen Videobeitrag, in dem ich versuchte, die Drum und Percussion Ebenen aus Toto’s „Georgy Porgy“ irgendwie, und modern dazu, trommelnd zu verbinden. (Weisst ja, er hatte anno dazumal Congas, Glocke und Schüttelkram bedient. Look…)

 

Und hey, wenn jemand toll solieren kann, dann wohl bitte: Mr. Castro!
Oder sollte der sagenhaften Umstand „Groove“ erklärt werden, no prob, einfach irgendeinen seiner Percussion Tracks auswählen!
Sprich, die Messlatte hängt auf Stabhochsprungniveau. Insofern: kräftig roter Kopf zum blauen Like-Button.
Dennoch gilt meine Freude nicht nur dem Daumen des Rhythmuskönigs (welcher übrigens… andere Geschichte), sondern der offensichtlich auch existierenden schönen Seite der Social Media.

Shaker verkehrt oder ich im Rosanna Pullover

Oktober 31, 2018

Zur Vorbereitung der Joo Kraus/Uwe Ochsenknecht Gigs (1, 2)  war ich seit langem mal wieder im Bunker.
Und da meine Singles bekanntermaßen nicht die flottesten sind, wurde bei Georgy Porgy mit verschiedenen Shakern zum Stock in der rechten Hand experimentiert.
Erfahrungsmäßig gut und typisch funktionierte der Meinl Alu Shaker, richtig spannend (leider auch für Sehnen und Muskeln) wurden die getrommelte Achtel-Hihats mit einem verkehrt herum gehaltenen One-Shot-Shaker (also mit Daumensymbol nach unten), hör‘:

PS. das dementsprechende Toto Feel kam bestimmt durch Andreas Pullover, der jetzt meiner ist…
PPS. beim Soundcheck in Ulm meinte Joo, dass wann immer er ein Tempo 96 brauche, er kurz „Georgy Porgy“ ansingen würde (siehe Inner Clock Game).
PPS. my #perfectpair is a trio

Northern Soul alike

Oktober 18, 2018

John Stanier vermischt Sound & Attitude in dem er den Glockenstab (Sleigh Bells) mit der kulturhistorischen Faust zum grooven bringt:

I interplay the drums!

Mai 22, 2018

Bin mal eine Woche abgetaucht und habe direkt mein Alltagsgefühl für Zeit und Umgebung völlig verloren. Eine Woche lang Drums’N Percussion Paderborn, eine große Schleife aus Unterricht, Konzert und selber üben, kaum Schlaf, dafür eine extra Reisetasche voller Ideen (die mir Rückfahrt nicht gerade leichter macht…)

Normalerweise würde ich in Bezug auf ein Rhythmusfestival das mit Wasser positv besetzte Wort eintauchen dem negativ konnotierten abtauchen vorziehen, aber nach der schönen Überlieferung von Hakim Ludin, in der einem wissbegierigen Schüler geraten wurde, er möge unbedingt abtauchen, sich unter die Erde begeben, um dort – ohne jegliche Grenzen – reisen und interessante Gleichgesinnte treffen zu können, passe ich den Wortschatz gerne an 🙂
Erzählen und reisen wurde die große Überschrift, unter der die Parameter Vokabular und Stimme (die menschliche, aber auch die persönlich getrommelte), Kommunikation und Interaktion die Inhalte formten: Angefangen mit den unterschiedlichsten Groove-Traditionen rund um den Globus, über Konnakol zu deutscher Gegenwartsliteratur, vom Toaster zu Hiphop, von der DJ Kultur zum bewussten Regelbruch und Neuordnung der Bausteine – und immer wieder unter die Erde (oder auch ins Internet?) – soviel Bezugspunkte, soviel Klang und Musik. Und wenn ich das nächste mal gefragt werde, was ich denn so treibe, wird die Antwort lauten >>I interplay the drums!<<
Mein persönliches Highlight ereignete sich gestern während des Soundchecks, als zur Fehlerbehebung – bzw. zur Frage, ob aus der Leitung vom Monitorpult überhaupt ein Signal am Kabelende ankommt – kurzhand ein SM57 an ebendieser Stelle eingesteckt und zum Testton-Lautsprecher umfunktioniert wurde. Nicht weniger elegant war die Frisbee-Runde nach dem Konzert – mit derselben Wurfscheibe die übrigens schon 2008 in Paderborn mit dabei war…
Ansonsten wurden vor allem immer wieder schöne Erinnerungen heraufbefördert – hach, Nostalgie – tollerweise durch neue Inhalte vergrößert. Beispielsweise Bodypercussion mit Udo Dahmen (zu noch früherer Stunde als seinerzeit beim Popkurs), oder der unverkennbare Trommelstil von Simon Phillips, der mich direkt zurück in ein nachmittägliches Superdrumming Stündchen (in schwarzweiss) ins Jahr 1987 zurückkatapultiert (Hallo, Peter!) , dann die fantastischen Geschichten und das immense Wissen von Hakim, sowie die hochmusikalischen Drumbassadors, die egal ob unisono oder komplementär, melodisch oder funktional – immer technisch brilliant UND humorvoll agieren können – da wird Blowbeat zum Imperativ! – und heuer auch noch mit zwei TC Helicon Vocodern – Joe Zawinul wäre begeistert – die kleine Elektronikkiste geöffnet haben. Die psychoakustischen Darbietungen des Prism-Sound Menschen Jody Thorne bescherten mir ein nachhwirkendes „Aha“ und einen schönen Merksatz zu „music & speech“. Mit den Bassisten Tim Landers und Armand Sabal-Lecco, sowie Keyboarder Philippe Saisse waren auch noch Helden meiner Fusion-Vergangenheit vertreten, mit Tokünstler Al Schmitt sogar eine lebende Legende. Wow!
Last not but least möchte ich mich ganz herzlich bedanken: bei Stephan Hänisch und der Firma Meinl für die Bereitstellung des beeindruckenden Tama Fat Spruce Kits (brandneu, aber mit nostalgischen Kesselmaßen nach genau meinem Geschmack), der wohlklingenden S.L.P. Alu-Snare, der neuen Tama „Lightware“ und des stimmigen Beckensatzes, bei Christoph Bünten (Roland) für die elektronischen Mitbringsel (TR-8, SPD-one), beim Initiator Uli Frost für die Einladung, bei den vielen Helfern, ohne dieses Kreuzfahrtschiff nicht hätte ablegen können, vor allem bei euch, den Teilnehmern und dem Publikum – die ihr letztlich dem Ganzen den Sinn einhaucht.
Bis bessere Fotos eintrudeln müsst ihr mit dem Platzhalter-Selfie vorlieb nehmen:
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PS. dass die Frankfurter Rundschau am selben Tag ebenfalls zum Thema schrieb, war nicht abgesprochen…
FR22052018_Sprache

Airtos Schuhe

März 14, 2018

Eigentlich wollte ich über Airtos Hihat schreiben, jenem tollen Stand-Alone Metall-Siebeneck, aber die Geschichte mit den Schuhen war doch anrühriger!

 

mehr als „nur“ Jazz

März 13, 2018

In der Nacht:
begeistertes „unboxing“ eines Meinl Pakets – derartige Konsumfilmchen sind ja eigentlich gar nicht mein Fall, aber hey, wenn ich ein neues Instrument auspacke und es sich sofort so anfühlt, als ob wir schon jahrelang zusammen wären, dann muss ich diesen Gefühlszustand kurz in die Welt raustrommeln!
Diese 15“ Byzance Hats hauen mich um, die können irgendwie alles, obwohl nur „Jazz“ draufsteht…

Jetzt am Mittag:
Kaffee, Honigbrot & Erland Dahlen. Johann Polzer hat mich erneut, eben mit diesem Gitarren/Schlagzeug Duo versorgt:

Notiz für mein thedrumsounds Archiv:
Das federnd aufgehängte Tambourin habe ich schon bei Jay Bellerose gesehen (aber ist es Eigenbau oder Industrieprodukt?); klasse Idee, ein brasilianisches Tamborim über die Beckeglocke zu stülpen; aha, ein wortwörtliches Glockenspiel.
Und die Schlitztrommel hat mein Sohn doch auch -> sofort ausleihen!!

Und weiter geht’s mit Luigi Russolos „Art of Noise“ Ansatz (aus dem Jahr 1913!!) und seinen selbstgebauten „acoustic noise generators“, den Intonarumori:

Luigi Russolo

>>howling, thunder, crackling, crumpling, exploding, gurgling, buzzing, hissing and so on…<<

Musik (mit) Kulisse

März 7, 2018

Oszilliere gerade zwischen interessanten Extremen:
Gestern noch körperlichste Beats für 640 PS, ganz idyllisch, am Fusse des Mont Blanc (Genfer Autosalon), morgen dann Herzblutmusik mit Netzer vor Frankfurts  beeindruckendster Lautsprecherwand (dem Soundsystem im Tanzhaus West).
Und zwischendurch buntperlender, obskurer japanischer 80er Disco-Sound auf die Ohren, sowie Seitenblicke auf Onkels Glitzer-Schlagzeug (nebst den wunderschön eingerahmten Effektgeräten)!

die andere, solierende Snare

Februar 8, 2018

Neulich stand ich einem TC Helicon Voicelive Touch gegenüber und war begeistert von seiner simplen, wie bühnentauglichen Mikrofonständer-Halterung. Leider ist das Teil (momentan?) nicht mehr erhältlich (vielleicht der Grund, warum ich keine aussagekräftigen Fotos des Halters finden kann), aber auch die alternative Klammer seiner jüngeren Schwester macht Sinn.
Und dann habe ich auf der Webseite ja noch diese drei schicken EFX-Piktogramme entdeckt:

tc double rverb echo

Einen ganz anderen Echodrums-Bezug gab es später in der Instagram-Timeline von Dan Mayo, wie dieser Gesprächsfetzen schön belegt:

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Und wenn ich schon bei DM gelandet bin, möchte ich unbedingt auf die spannende Kollektion aus dem Hause Morfbeats hinweisen!

Stabilität

Februar 5, 2018
Das gefällt mir gut, wenn für den Frankreich-Ausflug kurzerhand der eigene Name angeglichen wird, in Paris selbst neben dem Hoteleingang ein perfekter Croissant-Bäcker wartet und die Reiselektüre mir den L’Arc de Triomphe in einem größeren Zusammenhang* schmackhaft macht. Leider gibt es für die Tourismusabteilung kein Zeitfenster, dafür im Venue neue DIY Erkenntnisse:
1. Sollte die Kickdrum trotz funktionierender Spikes permanent wegrutschen, Festkleben auch nicht weiterhelfen, dann wird einfach und pragmatisch eine schwere Monitorbox vor die Kick gewuchtet (Bassdrum-Woofer?)
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2. Um den Meinl Waterfall zum kürzeren Backbeat-Sound zu transformieren packe ich ihn in einen kleinen Wäschesack.

 * aus Joachim Meyerhoff „Die Zweisamkeit der Einzelgänger“ Seite 234f
>>…erzählte mir Hanna von einem Brief, den Heinrich von Kleist an seine Verlobte Wilhelmine geschrieben hatte. Ein Torbogen, so Kleist, sei ein Symbol des Trostes. Hanna schwärmte: »Er fragt in dem Brief, warum das Gewölbe nicht einfach zusammenbricht, und kommt zu dem sensationellen Schluss, dass es das nicht kann, weil alle Steine auf einmal einstürzen wollen. Das ist doch unglaublich! Er zieht daraus einen, wie er sagt, unbeschreiblich erquickenden Trost, da auch er sich auf diese Weise halten könne, wenn alles ihn sinken lässt.« […] »Das ist doch eine ungeheuerliche These. Das würde ja bedeuten, dass alles Traditionen, alle kulturell tradierten Sicherheitssysteme null und nichtig sind. Stabilität durch Instabilität. Sich fallen zu lassen kann demnach zum Verharren über dem Abgrund führen. Also, für mich klingt das verführerisch. Nur allein sollte man halt nicht sein.«<<

Reise-Chimes

Januar 29, 2018

Am Samstag war ich seit langem mal wieder im Theater. Arthur Millers Hexenjagd stand auf dem Programm. Und da ich mit leichten Gepäck reisen wollte, aber eine Szene (bzw. der tolle Soundtrack von Jo Bartmes) auch einen hochfrequenten Glöckchenklang verlangte, suchte ich nach einer Lösung, die meinen Schlüsselbund – der ja eh immer mit dabei ist – einbinden würde.
Letztlich reichten zwei (herausgelöste Bar-) Chimes und ein kleines Kettchen um einen nicen Soundeffekt zu erzielen.

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Klar, dass diese Frequenzen dann auch am darauffolgenden Tag gerne eingesetzt werden würden. Passte hervorragend zum ACR Ambient-Set in Rüsselsheim.

IMG_1316.JPG… leider kein Botero in der Opel-Stadt.

So – jetzt klingele ich noch ein wenig zum beatfreien Solo-Album von Hiatus Kaiyote Frontfrau Nai Palm und freue mich auf morgen.