Archive for the ‘Percussion’ Category

Shaker Solo

Februar 2, 2021

Großartiges Shaker-Solo von Mino Cinelu ab 8:20′
(Für die elektonische Seite des Blogs folgen im Anschluss daran auch Vocoder– und Simmons Suitcase Spielereien…)

PS. Bei all den Miles Mitschnitten aus den Jahren 1987-91 haut mich immer wieder der Leadbassist Foley um!
Um so mehr, wenn ich ihn dann heute als tieftönenden Bassisten im Chris Dave Kontext oder als Drummer bei George Clinton höre. Dort – ganz Drum Machine alike – mit zwei nebeneinander positionierten Hihatpaaren (einmal geschlossen, einmal leicht geöffnet) und abgestelltem linken Fuß auf dem Doppelpedal…

Attitude!

beste Medizin!

Januar 24, 2021

Ein Hoch auf nicht gebrauchte Medizin, eine Tablettenpackung ist mir in puncto Klang ohnehin viel sympathischer!
Die abgelaufenen Enzyme können jedenfalls Clap, Noise-Loop und Geräuschemacher-Feuer…

alternativer Musikunterricht

Januar 17, 2021

… falls während Corona der ein oder andere Unterricht verrutscht ist, Leerlauf entstanden ist oder einfach Lust zum Ausprobieren entsteht. Hier ein paar interessante Einsichten bzw. Steilvorlagen aus dem Dust to Digital Fundus.

A work song in a West African post office (STEMPEL RHYTHMUS)

Percussionist, improvising. (MÜLLEIMER)

Water drumming by Baka women living in the Central African rain forest. (WASSER TROMMELN)

Using a bay tree for percussion.

The Cas Cas, an instrument made by connecting two small, bean-filled gourds with a string. (CAS CAS SHAKER)

Tepsia (copper pan). (DREHENDE KUPFERPFANNE)

Mouth Harp (MAULTROMMEL)

Bamboo Drums. Irisipau performing in the Solomon Islands in 1977. (BAMBUS SCHLAGZEUG)

A demonstration of sympathetic resonance (ÜBERSPRUNG):

Bottlephone performance (GESTIMMTE GLASFLASCHEN)

Oliver Mobeli, a musician and puppeteer from Lobaye, Central African Republic (ALLEINUNTERHALTER):

Double Dutch performance (SPRINGSEIL):

Dann noch etwas Beatboxing (MOUTHPERCUSSION) mit Beardyman, „Milestones“ in der Grundschule sowie der 10-Minuten-Klassiker „Music for one apartment and six drummers“ (KREATIV TROMMELN).
Und klaro: Bodypercussion = immer gut

Die Zugabe beleuchtet einen radikal minimalen Ansatz: Musikmachen mit einem STROHHALM.

Body Percussion digital

Januar 13, 2021

Eigentlich immer verbindend, auflockernd und spaßig: eine Runde Body Percussion. Eine Gruppe von Rhythmuswilligen läuft den Puls und klatscht dabei vorgegebene Patterns nach.
Das ist leider in Zeiten des Online-Unterrichtens schwer durchführbar. Denn das gleichzeitige Grooven funktioniert wegen der Übertragungslatenz nicht und durch den typischen Kameraaufbau/Bildausschnitt sehe ich meist auch nur Kopf und Oberkörper meiner Gegenüber.

Also habe ich mir folgendes, visuell nachvollziehbares überlegt: der Fuß-Puls wandert in die Bewegung der oberen Körperhälfte (Oberkörper/Kopf). Alternativ dazu (oder zusätzlich) wird er mit Rhythmussilbe „Tschick“ gesprochen.

Die rhythmischen Aufgaben werden mit einer Hand auf die Schulter geklopft.

Beispielsweise Rhythmusklassiker aus aller Welt (Clave, Baião, 3:2, Flamenco…) oder Sightreading Texte.
Und zum Üben lässt Du als Refernez am besten noch das Metronom mitlaufen und versuchst seinen Puls als Achtel-Offbeat zu hören.

Eine erweiterte Spielart geht in Richtung Beatboxing. Dabei versuche ich sowohl Tschick-Puls als auch die Rhythmusübung zu „singen“.
Hier meine dazu passende Spielkarte aus dem „Modernen Schlagzeugquartett

Der tolle Benny Greb hat diesbezüglich die Meßlatte ganz schön hochgelegt (da er nicht den Viertelpuls sondern die Clave als Grundlage hernimmt):

Jojos DIY Plate Reverb

Januar 3, 2021

Bei meinen IG Streifzügen sah ich Jojo Vogt mit Metallplatten und Piezos experimentieren.
Da ich selbst kürzlich – dank Bernard Purdie und Quincy Jones in Rudy van Gelders heiligen Hallen – in die reizvollen Klangwelten des Plate Reverbs eingetaucht bin, der Halleffekt im weiteren Sinne eindeutig zur Werkzeugkiste der Echodrums gehört und DIY mich ohnehin immer aufhorchen lässt, fragte ich Jojo kurzerhand, ob er sich vorstellen könnte, seine Erfahrungswerte auf dem Blog zu teilen. Here you are 🙂

>>Das erste Mal kam ich mit Blechen bei dem Video vom Aaron Sterling in Berührung und fand das sehr inspirierend. Ich teile mir mit einigen Kollegen mein Studio und glatt war ein Blech da, ca. in der Größe 60cm x 100cm, mit dem ich dann gleich einige Songs aufgenommen habe und es gerade als Layer mit stark komprimierten Räumen verwendet habe, was super interessante Sounds ergibt. (Siehe Aaron Sterling).
Dabei habe ich aber nur auf das Blech mit Sticks oder Mallets geschlagen und habe es mir den Room Mics abgenommen, also kein KontaktMic verwendet.

Als ich dann vor kurzem auf YouTube zufällig auf ein Video über den Drumsound/Mikrofonie der Black Keys gestolpert bin, erklärt Engineer Marc Whitmore (ab 2:27), dass er seinen EMT 140, der in der Aufnahme steht, als große Membran verwendet und nur den Sound aufnimmt, der durch den Schall im Aufnahmeraum an der großen Hall Platte entsteht (ab 4:52).
Super interessant, dachte nie, dass das funktioniert… bin halt ein Amateur… aber war getriggert…

Ich musste dann ein paar Tage darauf zum Spengler um Bleche für unser neues Gartenhaus machen zu lassen. Als ich in die Halle gekommen bin war ich natürlich im Candyland… überall Riesige Bleche.. und habe dann nach drei Bier und einem sehr netten Gespräch nicht nur die Bleche fürs Gartenhaus mitgenommen, sondern auch ein großes Blech, ca. 120cm x 100cm in 0,6mm Stärke aus Edelstahl und einige Abschnitte.
Der erste Schritt war damit getan.

2006- 2007 hatte ich einige Konzerte mit Funkstörung gespielt und bei einem dieser Konzerte haben wir mit FM Einheit (ehemaliges Mitglied der „Einstürzende Neubauten“) zusammen gespielt. Das war ein Erlebnis was mich nachhaltig geprägt hat. Er hatte zwei lange Stahlfedern, wie bei Garagentoren, die an den Traversen über der Bühne aufgehängt wurden. Eine war ca. 1m lang und die andere ca. 3m die er dann mit unterschiedlichsten Dingen, wie Hammer, Bohrmaschine und keine Ahnung was noch, bearbeitet hat und diesen Dingern unfassbar interessante Sounds entlockt hat. Abgenommen mit einem Piezo.
An dieses Erlebnis musste ich im Zusammenhang mit diesen Blech wieder denken und habe mir einige Videos auf YouTube von Ihm angeschaut und war total inspiriert das mit den Piezos mal auszuprobieren. Er hat auch ein großes Blech, auf dem er vor allem mit Steinen tolle Soundgebilde kreiert.

Das habe ich gefunden… sollte man sich unbedingt reinziehen!

Im Studio angekommen, habe ich das Blech in den Aufnahmeraum gestellt und ein AKG Kontaktmikrofon ziemlich mittig im unteren Drittel angeklebt und das Signal über einen Mic Preamp verstärkt. Ich war nicht sehr überzeugt, dass das besonders gut funktionieren kann, aber war dann ganz überrascht, wie gut das klappt und wie stark die Platte durch meine Drums angeregt wird. Die doch recht lange Nachhallzeit habe ich mit meinem Pulli verkürzt indem ich ihn einfach lässig über das Blech gelegt habe. An diesem Tag waren leise gespielte 70s Drums auf dem Plan, da hat es toll funktioniert.

Man kann den Unterschied zwischen Dry/Wet sehr gut hören:
a. Wet

b. Dry

c. Plate SOLO

Ich denke wenn man laut spielt und mit stark komprimierten Räumen arbeitet, würde das Blech durch den eigenen Klag stark mit einstreuen, wenn es im gleichen Raum steht, wie das Schlagzeug und die Mikrofonie. Fraglich, ob es dann gut zu verwerten wäre. Ich werde es testen.
Man findet übrigens super Anleitungen im Netz für den DIY Plate Reverb. Ich plane auch einen Stahlrahmen zu schweißen und dann einen Hall zu bauen, den ich vielfältig einsetzen kann.
Dann aber mit Stereo Abnahme durch Piezo und Oberflächen Transducer, um auch Sound aus der DAW in den Hall schicken zu können. Das könnte dann auch eine Lösung sein, wenn es mal wieder lauter sein muss…

Übrigens eignet sich das Blech auch toll als Instrument indem man es mit Schlägeln aller Art bearbeitet. Das habe ich auch gemacht und man hört es im Snippet „Zombie“.
Alle Sounds die einem Angst machen kommen aus dem Blech 🙂

Ich persönlich finde das ganze Thema sehr spannend und hoffe, dass ich Euch ein paar Einblicke geben konnte. Auf jedem Fall werde ich das weiter testen und in meinen Recording-Alltag als feste Option etablieren.<<

PS. Die Verbindung von Delay und (dem deutlich kompakteren) Federhall könnte als alternative Einstiegsdroge funktionieren…

Kagh! Douuong Pag!

Dezember 30, 2020

Inspirierendes Videotelefonat mit Trilok Gurtu; seine Geschichte, seine Einstellung, sein System.

Ich habe mir zudem ein Mini-Hörspiel über den Snaresound extrahiert.

Sowie diesen Tipp ausgeschnitten, der meinen Gewohnheiten sehr entgegen kommt:
„If it’s not working, put 4 on the floor!“

Zaubern zu Weihnachten!

Dezember 11, 2020

Ich werde in den kommenden Tagen meine stärksten Tricks offenlegen.

In bester Zirkustradition beginnt das Spektakel mit einem langen Trommelwirbel. Dunkelheit verstärkt die Spannung, kein Mensch ist zu sehen: DRrrrrrrrrrrrrrrrrrr
Kennt man den Trick dahinter , so ist es ein KINDERSPIEL, The No Hands Snare Roll:

Das Licht geht an, Musik erklingt. Wir hören eindeutig das Schlagzeug. Sehen aber nach wie vor niemanden.
Eindeutig:

THE INVISIBLE DRUMMER oder sprechen wir gar von GHOSTNOTES ???

Aufgang des Rhythmusmachers. Wir hören wir mehr als einen Groove, der aus den bekannten vier Ebenen (Hände, Füße) besteht. Es muss sich um einen Freak handeln, einen Drummer mit
dritter Hand!

Und der Artist setzt noch einen drauf. Seelenruhig öffnet er
Die vierte Dimension!
Nicht ohne Grund gibt es „das Echo“ und „die Echo“, es ist eindeutig mehr als das Ganze. Der akustische Rückwurf beglückt uns mit Raumzeit!
Und im Schlagzeugkontext ermöglicht er uns Überraschungen en masse: Effektspielereien, zusätzliche Rhythmusebenen oder Chaosfaktor.

Mehr als ein gewöhnlicher Tusch fürs Finale!
Das fünfte Element ist ein wohlwollender (aufmerksamkeitserzeugender) Effektshot, der dank eines Noisegate, je nach Schlagstärke auf die mikrofonierte Trommel, ihren Sound automatisch durch ein Hall- oder Delaygerät schickt. Ein zauberhafter Dubeffekt (wie dort bei Chris Dave) oder ein zusätzlicher Roomshot nach kräftigeren Hits (hier und dort).
Selbstverständlich können wir diesen elektronischen Zusatz auch selbstbestimmt steuern. Beispielsweise in dem wir den verantwortlichen Threshold-Parameter des Gates durch betrommeln eines (nach draußen hin stummen) e-Pad überschreiten (schau).

irgendwo zwischen Berimbao, Maultrommel oder Didgeridoo

Dezember 2, 2020

Herzliche Grüße und ein top „found sound“ aus Frankfurt:

Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, woher die Metallspirale stammt, der Trilok Gurtu schiere Melodien entlocken kann. Ist es eine Zugfeder aus einem Uhrweg, selbst gebogener Draht?
Auf jeden Fall steuert die haltende Hand den Anteil der Obertöne. Einfach und gut.

Es gibt ja die verschiedensten Metall-Objekte in Spiralform, die sich perkussiv verwenden lassen:
Autofedern, die Meinl „Galaxy“, Slinky (der Treppenläufer), Reco Reco, oder eben die von Trilok für Remo entwickelte Spring-Drum (deren DIY Alternative im obigen Video ab 14:05′ zusehen/hören ist).
Nicht zu vergessen, die Feder des Kick Pedals…

[File under: The Art of the Duo, the sound of the kick drum played by the left hand]

The World of MEINL Percussion Music

November 23, 2020

>>New on Spotify, The World of MEINL Percussion playlist, a colorful and inspiring library from the MEINL Percussion family members all over the world with their tracks where MEINL Percussion instruments were used.<< In meinem Fall immer im direkten Schlagzeugverbund, sprich diverse Rasselperkussion (Shaker, Jinglestick, Caxixi) als zauberhafte „dritte Hand„, sowie Sizzler und Clapper (Crasher, Kessing) für pseudoelektronisches Flair 🤩

Kick/Clap Transformation

Oktober 1, 2020

Neulich hatte ich die Meinl BassBox mit einem Piezo beklebt und ihren Klang mittels Boss-Bodentreter EQ in Richtung Club-Kick verbogen.

Da ich jedoch mit dem linken Fuß (neben der typischen Hihat-Arbeit) gerne dancefloortaugliche Bassdrums oder elektronische Handclaps auslöse, habe ich gestern versucht, durch Hinzunahme weiterer Effektgeräte aus der Holzkiste auch Clap- und e-Snare-Sounds zu gewinnen.

Zunächst braucht es ein akustisches Hilfsmittel, einen altbekannten Präparationstrick, wenn es um die Simulation von elektronischen Handclaps und Snaresounds geht: etwas Mitrasselndes!
In dem Fall funktioniert ein aufgelegter Crasher quasi als Snareteppich bzw. Nachhall. Er verbreitert den Sound und fügt ihm Höhen zu.

Jetzt die elektronische Seite:
Das Pickup-Signal läuft als erstes durch ein älteres Digitech Whammy-II. Dank des Input-Gain-Reglers lässt sich das Eingangssignal angenehm verzerren – sprich, noch mehr Teppich-Qualitäten erzeugen, mittels der Pitch-Funktion des Pedals wird der Originalklang höher gestimmt.
Es folgt der Boss GE-7. Dort werden die unteren Mitten verstärkt.
Schließlich noch ein (Jhs Panther Cub) Delay – Echodrums!!
Hier wird ein kurzes Slapback-Echo mit ein, zwei Wiederholungen eingestellt. Die Klangdopplung verbreitert den Klang und erzeugt eine Art Hallraum, erinnert darüberhinaus an den Effekt, wenn mehrere Menschen vermeintlich zeitgleich klatschen

Nun gut. Die Transformation ist geglückt. Jetzt bringe ich noch die geschätzte Boss AB-Box in der Effektkette unter. Durch sie kann ich später, im musikalischen Kontext ruckzuck entscheiden, ob ich einen Kick- oder Clap-Sound treten möchte.

Jetzt sieht die Verschaltung folgendermaßen aus:
(A) BoomBox plus EQ = Kick
(B) BoomBox plus Whammy + Delay = Clap