Archive for the ‘Percussion’ Category

ich wünschte Andi Haberl

März 8, 2020

Letzten Donnerstag war ich dann prompt wieder im Museum und hörte mir begeistert die Premiere von Andi Haberls Solo Performance an – einer kreative Klangreise mit akustischem Schlagwerk und diversen elektrischen Klangerzeugern.
Als Rahmen fungierten Haberl-Songs, die improvisatorisch und in Echtzeit ge-remixt wurden und zu einem fließenden Ereignis verwoben wurden.
Neulich, beim Notwist Gig in Augsburg,  weckte Andis Spiel bei mir Gedanken an  Krautrock und Motorik-Beats, diesmal hüpften meine Assoziationen mal zu Fourtet, mal zu Tortoise. Und dennoch steht seine Art zu trommeln über all den gedachten Referenzen, ist unverkennbar eigen und stark.

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Hey, und endlich mal ein persönlicher, sinnvoller und zukunftsweisender Einsatz der Sunhouse Trigger – dazu kunstvolles, meist einhändiges Klaviatur-Spiel (auf Ableton, Organelle oder dem legendären Yamaha VSS-30) und wunderbar getrommelte Natursounds (u.a. Gongs aus aller Welt, Nussrassel, Peg Chimes, und natürlich das „Jazz Montez Swinger Kit„).
Diesen Act wünschte ich mir auf die einschlägigen Drumfestivals hierzulande!

Später erzählte mir Andi von Eli Keszler (ein ebenfalls kreativer Sunhouse-triggernder Soloschlagzeuger) und wir erfreuten uns an der Sample-Ästhetik von Deantoni Parks.

Mensch, ich hoffe, dass die Liveaufnahmen der Show gut im Kasten gelandet sind und wir hier bald mal gemeinsam reinhören können.
Außerdem halte ich Ausschau nach Konzerten und Veröffentlichungen von Andi Haberls „Sun“.

Zucchini und Reime

März 1, 2020

War mal wieder ein schöner Ausflug in den Red-Horn-District! Intensives Konzert und neue Entdeckungen, wie zum Beispiel ein Reco-Reco aus Metall (welches sich auch als Federhall bzw. Trash-Tool interpretieren und betrommeln lässt), der analoge Delptronics Thunderclap sowie folgender Satz von Saša Stanišić:
>>Er sagt: »Der Wein kommt vom Rhein.« Das wiederhole ich mehrmals lautlos, da ich aus dem Essay im Supermarkt-Journal weiß, dass Zucchini und Reime eine entspannende Wirkung haben.<<

Händeklatschen und Artverwandtes gab es reichlich: Publikum (klar), mein Clash-Stack, das direkt eingebundene Reco-Reco, das Roland SPD:One Electro und schließlich, den nach dem Konzert von Tobi direkt zum Testen herbeigeholte Thunderclap. Um den Kreis zu vervollständigen packe ich noch ein Foto meines Lieblings-Claps ans Beitragende. Sollte mir jemand diese formvollendete Schönheit – ein sowjetischer Lell KL Clapper – verkaufen wollen, ich würde sie direkt rahmen lassen und mir übers Bett hängen.

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bespielte Ohrenstöpsel

Februar 29, 2020

Bespielte Ohrenstöpsel bzw. Klangfutter für die Reise in den Red-Horn-District:
Vier Track-Highlights aus dem Gedicht-Film „Denk ich an Deutschland in der Nacht„, den ich gestern streamenderweise nachgeholt hatte.
1. Laurence Guy ‎“Thinking Of You“ (2016)

2. Grooveman Spot „Fork Power“

3. Minus Delta T „Muslim Pulse“ (1984)

4. Ricardo Villalobos „Spritzcussion“ (1999)

Und dann höre ich mich durch das neuerschienene „Web Web“ Album (Roberto di Gioia, Tony Lakatos, Christian von Kaphengst, Peter Gall & Joy Denalane):

Hey und Version Zwei meines Clash Stacks habe ich auch im Gepäck – bin gespannt, wie er sich auf der Bühne macht 🙂

 

der intuitive Moment des gemeinsamen Fill-Ins

Februar 12, 2020

Mit schönen Erinnerungen an eine gute Energie in Wuhan, schicke ich eine ebensolche einfach mal dorthin zurück.
Gerade, wenn man schon viel und intensiv miteinander gespielt hat, seine Partner bestens kennt und die ein oder andere musikalische Aktion antizipieren kann, ist es immer wieder erfrischend, wenn man selbst oder der andere, bzw. wie im folgenden Fall gar beide zur selben Zeit (hier bei 5.03′), gewohnte Muster verlässt:

der weihnachtlichste Trommelstock

Dezember 23, 2019

Schreibe aus Heinrich Steinfests „Gebrauchsanweisung fürs Scheitern“ geschwind noch zwei scharfe Gedanken ab, die auch ganz gut zu Weihnachten passen:
Nötig ist etwas, weil es Not wendet und „Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit“ (Søren Kierkegaard).
Passenderweise singt Levi im Hintergrund „If you’re happy and you know it, clap your hands!“
Klaro: Singen und Klatschen = immergut!
Ich reihe mich also direkt ein und scheppere mit meinem weihnachtlichsten Trommelstock, den Meinl Sleigh Bells, dazu

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Feiert froh!

Staccato des Lebens?

Dezember 15, 2019

Donnerstag und Freitag waren zwei schöne Trommlertage:
So hörte ich mir begeistert das Konzert des Münchner Quintetts Fazer an, bei dem die beiden Schlagzeuger Sebastian Wolfgruber und Simon Popp äußerst ausgecheckte Patterns in herrlichem Blending präsentierten, mal unisono, oftmals komplementär, immer klangvielfältig (siehe auch d&p 05/2019).
Im Nachgang erkundige ich jetzt das LBT Trio, das Popp-Album „Laya“ und bestelle mir direkt ein Meinl „Galaxy“ Wasserraumschiff…

Dass Simon zusammen mit Flo König die „Bum Bum Zack“ Trommelschule betreibt passt wie gemalt, denn Flo würde ich am darauffolgenden Tag, zusammen mit vier weiteren Drummern in meiner Heimatstadt treffen, die allesamt einen Bezug zum Schorndorfer Saxophonisten Dieter Seelow hatten, der diesen Dezember 80 Jahre alt geworden wäre.
Inmitten der Feierlichkeiten, hier kurz vor Aktion (v.l.n.r.): Flo KönigDaniel Messina, OR und Kay Richter. Leider nicht im Bild, mein (und Flos) ehemaliger Super-Lehrer Peter Kumpf – er stand zu diesem Zeitpunkt an der Bar 🙂

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Zum Abschluss noch ein Nostalgieschnippsel aus dem Jahr 1997, der „Song for a Black Cat“, sowie – nach derart viel geschlagenen Akzenten – ein ausgleichendes Zitat der Komponistin Sofia Gubaidulina aus dem letzten SZ-Magazin, das mir bei der Zugreise in den Schoß viel:
>>Im Staccato des Lebens kann die Kunst das Legato wieder herstellen.<<

Hey, von wegen Abschluß, Flo wies mich ja noch auf die Denise PlugIn Schmiede hin, im Speziellen auf das Noize PlugIn.
Wird ebenfalls getestet!
Und schon nach wenigen Sätzen verlasse ich das vertraute weiße Rauschen in Richtung „pink noise“…

erweiterter Aktionsradius

November 25, 2019

Stick-Twirling, Fehlanzeige. Aber dafür kann ich beim Trommeln die Arme verschränken 🙃
Und zack wird mit dem Original-Text zum Foto ein Teaser für die anstehenden Gigs in Frankfurt und Umgebung geschaffen.

Mittwoch, 27.11. Session Opener mit Martin LeJeune, Jazzkeller Frankfurt, 21h
Samstag 30.11. Kleiner & Rubow feat. Oli Leicht, Jazzkeller Frankfurt, 21h
Sonntag 01.12. Kleiner & Rubow Das Rind, Rüsselsheim, 20h

Also, um einen potentiellen Unterhaltungsfaktor in Aussicht zu stellen, hier noch der Zeitungs-Schnippsel aus Gütersloh: >>Oli Rubow […] versieht sein Präzisionswerk am Schlagzeug mit eigenwilliger Körperlichkeit, kann Shaker und Schlagzeug simultan handhaben. Es gelingt ihm sogar das Kunststück, während seines Solos etwas an seinem Kit zu reparieren.<<
(Rainer Schmidt in Neue Westfälische – Gütersloher Zeitung, 12.11.19)

erweiterter Aktionsradius

 

vom Papp- zum Pass-Clap

November 3, 2019

Die Fanklatsche hat’s vorgemacht: mit mehreren Lagen aus Pappe lässt sich ein clubtypischer Handclap-Sound imitieren.
Diesbezüglich maximal persönlich: der Pass-Clap

Binkstruments

September 13, 2019

Die Instagram Seite von Binkbeats gleicht einem Klangmuseum.
Was für ein interessanter Typ, der mit überbordender Kreativität, grenzloser Musikalität und einem Goldgräberinstinkt (gepaart mit einem vermutlich nicht unerheblichem monetären Aufwand) seine Grenzen auslotet und immer wieder Neues schafft!

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Auf einen anderen Zettel notiere ich die dort entdeckten „Special Effects“ (Earthquake Devices „Rainbow Machine“, Skychord „Cloudbuster“, Red Panda „Particle“).

Rembrandt oder Goethe bringen dich nicht dazu, mit den Hüften zu wackeln

Juni 30, 2019

Hier eine kleine Ode an mein Echogerät – mit Text und Bild…

… gleichzeitig eine schöne Erinnerung an den Palmengarten Gig mit Torsten DeWinkel und seinen Idiot Savants. An Tasten und Trompete übrigens der tolle Sebastian Studnitzky – und damit schließt sich der Kreis zur aktuellen Woche, da ich für ein Konzert seiner Musik mit Orchester einspringen durfte, was wiederum ein idealer Einstieg für die anstehenden Aufnahmen von DePhazz mit Symphonieorchester bedeutet.
(Dass darüberhinaus auch Stewart Copeland in der taz über sein Verhältnis zur klassischen Musik spricht, kommt dem halbgefroren Sahnekern eines Spaghetti Eis‘ gleich. Die Überschrift des Beitrags ist ein Zitat daraus.)

Vor der nächsten Klassik-Rutsche gibt es aber noch einen weiteren Dienstagabend mit dem „Temporären elektronischen Salon“ auf dem Yachtclub Schiff.
Zudem sind jetzt Ferien. Hurra!