Archive for the ‘Percussion’ Category

Jojos DIY Plate Reverb

Januar 3, 2021

Bei meinen IG Streifzügen sah ich Jojo Vogt mit Metallplatten und Piezos experimentieren.
Da ich selbst kürzlich – dank Bernard Purdie und Quincy Jones in Rudy van Gelders heiligen Hallen – in die reizvollen Klangwelten des Plate Reverbs eingetaucht bin, der Halleffekt im weiteren Sinne eindeutig zur Werkzeugkiste der Echodrums gehört und DIY mich ohnehin immer aufhorchen lässt, fragte ich Jojo kurzerhand, ob er sich vorstellen könnte, seine Erfahrungswerte auf dem Blog zu teilen. Here you are 🙂

>>Das erste Mal kam ich mit Blechen bei dem Video vom Aaron Sterling in Berührung und fand das sehr inspirierend. Ich teile mir mit einigen Kollegen mein Studio und glatt war ein Blech da, ca. in der Größe 60cm x 100cm, mit dem ich dann gleich einige Songs aufgenommen habe und es gerade als Layer mit stark komprimierten Räumen verwendet habe, was super interessante Sounds ergibt. (Siehe Aaron Sterling).
Dabei habe ich aber nur auf das Blech mit Sticks oder Mallets geschlagen und habe es mir den Room Mics abgenommen, also kein KontaktMic verwendet.

Als ich dann vor kurzem auf YouTube zufällig auf ein Video über den Drumsound/Mikrofonie der Black Keys gestolpert bin, erklärt Engineer Marc Whitmore (ab 2:27), dass er seinen EMT 140, der in der Aufnahme steht, als große Membran verwendet und nur den Sound aufnimmt, der durch den Schall im Aufnahmeraum an der großen Hall Platte entsteht (ab 4:52).
Super interessant, dachte nie, dass das funktioniert… bin halt ein Amateur… aber war getriggert…

Ich musste dann ein paar Tage darauf zum Spengler um Bleche für unser neues Gartenhaus machen zu lassen. Als ich in die Halle gekommen bin war ich natürlich im Candyland… überall Riesige Bleche.. und habe dann nach drei Bier und einem sehr netten Gespräch nicht nur die Bleche fürs Gartenhaus mitgenommen, sondern auch ein großes Blech, ca. 120cm x 100cm in 0,6mm Stärke aus Edelstahl und einige Abschnitte.
Der erste Schritt war damit getan.

2006- 2007 hatte ich einige Konzerte mit Funkstörung gespielt und bei einem dieser Konzerte haben wir mit FM Einheit (ehemaliges Mitglied der „Einstürzende Neubauten“) zusammen gespielt. Das war ein Erlebnis was mich nachhaltig geprägt hat. Er hatte zwei lange Stahlfedern, wie bei Garagentoren, die an den Traversen über der Bühne aufgehängt wurden. Eine war ca. 1m lang und die andere ca. 3m die er dann mit unterschiedlichsten Dingen, wie Hammer, Bohrmaschine und keine Ahnung was noch, bearbeitet hat und diesen Dingern unfassbar interessante Sounds entlockt hat. Abgenommen mit einem Piezo.
An dieses Erlebnis musste ich im Zusammenhang mit diesen Blech wieder denken und habe mir einige Videos auf YouTube von Ihm angeschaut und war total inspiriert das mit den Piezos mal auszuprobieren. Er hat auch ein großes Blech, auf dem er vor allem mit Steinen tolle Soundgebilde kreiert.

Das habe ich gefunden… sollte man sich unbedingt reinziehen!

Im Studio angekommen, habe ich das Blech in den Aufnahmeraum gestellt und ein AKG Kontaktmikrofon ziemlich mittig im unteren Drittel angeklebt und das Signal über einen Mic Preamp verstärkt. Ich war nicht sehr überzeugt, dass das besonders gut funktionieren kann, aber war dann ganz überrascht, wie gut das klappt und wie stark die Platte durch meine Drums angeregt wird. Die doch recht lange Nachhallzeit habe ich mit meinem Pulli verkürzt indem ich ihn einfach lässig über das Blech gelegt habe. An diesem Tag waren leise gespielte 70s Drums auf dem Plan, da hat es toll funktioniert.

Man kann den Unterschied zwischen Dry/Wet sehr gut hören:
a. Wet

b. Dry

c. Plate SOLO

Ich denke wenn man laut spielt und mit stark komprimierten Räumen arbeitet, würde das Blech durch den eigenen Klag stark mit einstreuen, wenn es im gleichen Raum steht, wie das Schlagzeug und die Mikrofonie. Fraglich, ob es dann gut zu verwerten wäre. Ich werde es testen.
Man findet übrigens super Anleitungen im Netz für den DIY Plate Reverb. Ich plane auch einen Stahlrahmen zu schweißen und dann einen Hall zu bauen, den ich vielfältig einsetzen kann.
Dann aber mit Stereo Abnahme durch Piezo und Oberflächen Transducer, um auch Sound aus der DAW in den Hall schicken zu können. Das könnte dann auch eine Lösung sein, wenn es mal wieder lauter sein muss…

Übrigens eignet sich das Blech auch toll als Instrument indem man es mit Schlägeln aller Art bearbeitet. Das habe ich auch gemacht und man hört es im Snippet „Zombie“.
Alle Sounds die einem Angst machen kommen aus dem Blech 🙂

Ich persönlich finde das ganze Thema sehr spannend und hoffe, dass ich Euch ein paar Einblicke geben konnte. Auf jedem Fall werde ich das weiter testen und in meinen Recording-Alltag als feste Option etablieren.<<

PS. Die Verbindung von Delay und (dem deutlich kompakteren) Federhall könnte als alternative Einstiegsdroge funktionieren…

Kagh! Douuong Pag!

Dezember 30, 2020

Inspirierendes Videotelefonat mit Trilok Gurtu; seine Geschichte, seine Einstellung, sein System.

Ich habe mir zudem ein Mini-Hörspiel über den Snaresound extrahiert.

Sowie diesen Tipp ausgeschnitten, der meinen Gewohnheiten sehr entgegen kommt:
„If it’s not working, put 4 on the floor!“

Zaubern zu Weihnachten!

Dezember 11, 2020

Ich werde in den kommenden Tagen meine stärksten Tricks offenlegen.

In bester Zirkustradition beginnt das Spektakel mit einem langen Trommelwirbel. Dunkelheit verstärkt die Spannung, kein Mensch ist zu sehen: DRrrrrrrrrrrrrrrrrrr
Kennt man den Trick dahinter , so ist es ein KINDERSPIEL, The No Hands Snare Roll:

Das Licht geht an, Musik erklingt. Wir hören eindeutig das Schlagzeug. Sehen aber nach wie vor niemanden.
Eindeutig:

THE INVISIBLE DRUMMER oder sprechen wir gar von GHOSTNOTES ???

Aufgang des Rhythmusmachers. Wir hören wir mehr als einen Groove, der aus den bekannten vier Ebenen (Hände, Füße) besteht. Es muss sich um einen Freak handeln, einen Drummer mit
dritter Hand!

Und der Artist setzt noch einen drauf. Seelenruhig öffnet er
Die vierte Dimension!
Nicht ohne Grund gibt es „das Echo“ und „die Echo“, es ist eindeutig mehr als das Ganze. Der akustische Rückwurf beglückt uns mit Raumzeit!
Und im Schlagzeugkontext ermöglicht er uns Überraschungen en masse: Effektspielereien, zusätzliche Rhythmusebenen oder Chaosfaktor.

Mehr als ein gewöhnlicher Tusch fürs Finale!
Das fünfte Element ist ein wohlwollender (aufmerksamkeitserzeugender) Effektshot, der dank eines Noisegate, je nach Schlagstärke auf die mikrofonierte Trommel, ihren Sound automatisch durch ein Hall- oder Delaygerät schickt. Ein zauberhafter Dubeffekt (wie dort bei Chris Dave) oder ein zusätzlicher Roomshot nach kräftigeren Hits (hier und dort).
Selbstverständlich können wir diesen elektronischen Zusatz auch selbstbestimmt steuern. Beispielsweise in dem wir den verantwortlichen Threshold-Parameter des Gates durch betrommeln eines (nach draußen hin stummen) e-Pad überschreiten (schau).

irgendwo zwischen Berimbao, Maultrommel oder Didgeridoo

Dezember 2, 2020

Herzliche Grüße und ein top „found sound“ aus Frankfurt:

Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, woher die Metallspirale stammt, der Trilok Gurtu schiere Melodien entlocken kann. Ist es eine Zugfeder aus einem Uhrweg, selbst gebogener Draht?
Auf jeden Fall steuert die haltende Hand den Anteil der Obertöne. Einfach und gut.

Es gibt ja die verschiedensten Metall-Objekte in Spiralform, die sich perkussiv verwenden lassen:
Autofedern, die Meinl „Galaxy“, Slinky (der Treppenläufer), Reco Reco, oder eben die von Trilok für Remo entwickelte Spring-Drum (deren DIY Alternative im obigen Video ab 14:05′ zusehen/hören ist).
Nicht zu vergessen, die Feder des Kick Pedals…

[File under: The Art of the Duo, the sound of the kick drum played by the left hand]

The World of MEINL Percussion Music

November 23, 2020

>>New on Spotify, The World of MEINL Percussion playlist, a colorful and inspiring library from the MEINL Percussion family members all over the world with their tracks where MEINL Percussion instruments were used.<< In meinem Fall immer im direkten Schlagzeugverbund, sprich diverse Rasselperkussion (Shaker, Jinglestick, Caxixi) als zauberhafte „dritte Hand„, sowie Sizzler und Clapper (Crasher, Kessing) für pseudoelektronisches Flair 🤩

Kick/Clap Transformation

Oktober 1, 2020

Neulich hatte ich die Meinl BassBox mit einem Piezo beklebt und ihren Klang mittels Boss-Bodentreter EQ in Richtung Club-Kick verbogen.

Da ich jedoch mit dem linken Fuß (neben der typischen Hihat-Arbeit) gerne dancefloortaugliche Bassdrums oder elektronische Handclaps auslöse, habe ich gestern versucht, durch Hinzunahme weiterer Effektgeräte aus der Holzkiste auch Clap- und e-Snare-Sounds zu gewinnen.

Zunächst braucht es ein akustisches Hilfsmittel, einen altbekannten Präparationstrick, wenn es um die Simulation von elektronischen Handclaps und Snaresounds geht: etwas Mitrasselndes!
In dem Fall funktioniert ein aufgelegter Crasher quasi als Snareteppich bzw. Nachhall. Er verbreitert den Sound und fügt ihm Höhen zu.

Jetzt die elektronische Seite:
Das Pickup-Signal läuft als erstes durch ein älteres Digitech Whammy-II. Dank des Input-Gain-Reglers lässt sich das Eingangssignal angenehm verzerren – sprich, noch mehr Teppich-Qualitäten erzeugen, mittels der Pitch-Funktion des Pedals wird der Originalklang höher gestimmt.
Es folgt der Boss GE-7. Dort werden die unteren Mitten verstärkt.
Schließlich noch ein (Jhs Panther Cub) Delay – Echodrums!!
Hier wird ein kurzes Slapback-Echo mit ein, zwei Wiederholungen eingestellt. Die Klangdopplung verbreitert den Klang und erzeugt eine Art Hallraum, erinnert darüberhinaus an den Effekt, wenn mehrere Menschen vermeintlich zeitgleich klatschen

Nun gut. Die Transformation ist geglückt. Jetzt bringe ich noch die geschätzte Boss AB-Box in der Effektkette unter. Durch sie kann ich später, im musikalischen Kontext ruckzuck entscheiden, ob ich einen Kick- oder Clap-Sound treten möchte.

Jetzt sieht die Verschaltung folgendermaßen aus:
(A) BoomBox plus EQ = Kick
(B) BoomBox plus Whammy + Delay = Clap

Holzplastik

September 29, 2020

Gestern.
Zweimal Plastik in der HfMDK
1. der blaue Eimer im fünften Obergeschoss, der seit meinem Hochschuleinstieg an derselben Stelle des Flures steht und mich immer ein wenig an Joseph Beuys erinnert oder gedanklich in die Stuttgarter Staatsgalerie beamt…
2. Bei Levis Ausmist-Aktion gerade noch gerettet: ein Panini Sammelordner, der sich perfekt zur Aufbewahrung der Karten meines Buchs „Das Moderne Schlagzeugquartett“ eignet!

Viel Holz im Proberaum!
Seit geraumer Zeit experimentiere mit elektronischen Pedalen links der Hihat-Maschine, meist zur Erzeugung von pulsierenden „4 on the Floor“ Basstrommeln. Jetzt habe ich an der gleichen Stelle ein akustisches Pendant untergebracht – die Foot-Cajon aus dem Hause Meinl mit dem schönen Namen „BassBoX„. (Die passend zum alten Superstar Kit ebenfalls aus Birkenholz gezimmert wurde.)
Das Konzept geht auf und klingt.
Der Sound wird noch clubbiger, wenn die Kiste durch ein Klebe-Piezo abgenommen, mit einem EQ-Bodentreter bearbeitet (Höhen raus, Bässe rein), von einer Lautsprecherbox verstärkt wird.
(Übrigens: Unter der Bezeichnung Pickup Bassbox gibt es ein Modell mit integriertem Piezo und regelbarem Klinkenausgang.)

Percussion-Stacks

September 20, 2020

… funktionieren hervorragend. Neulich erst die in der Hihatmaschine kombinierten Meinl Crasher und Waterfall und gestern Nacht habe ich den Crasher durch ein Kessing aufgestockt:

Damit das Kessing schwingen kann ohne herunterzufallen, habe ich es (mit einem seiner vielen Ringe) im Beckenständer eingehängt und mittels Binder-Clip am Crasher fixiert.
Als zusätzliche Sound-Option lässt sich die Meinl Cajon Ring Castagnet überstülpen:

PS. den zusätzlichen Filzstreifen über dem Crasher-Blech verwende ich um die hohen Frequenzen etwas zu zähmen.

Waterfall Crash…

September 16, 2020

Auch wenn sich die Überschrift dramatisch interpretieren ließe, so geht es eigentlich nur um die Neuanordnung zweier Perkussionsinstrumente namens „Waterfall“ und „Crasher„. Packt man sie anstelle der üblichen Hihatbecken auf die Maschine, lassen sich breite, Handclap ähnliche Steigerungs-Klänge mit dem linken Fuß auslösen.

Die große Rassel hängt im Hihat-Clutch und perlt über den weiter unten arretierten Crasher. Dessen Aufprall wird nach einem Tritt durch den zusätzlichen (blauen) Beckenfilz gedämpft, so dass vor allem die in Bewegung geratenen Klangkörper zu hören sind.
Der Crasher macht – getrommelt – als dünne Hihat eine gute Figur (zumal ich seine Schlagfläche durch einen Filzstreifen klanglich etwas entschärft habe).

Was die Echodrums-Abteilung angeht so wurde hier wieder mal ein Trigger Pickup an die Basstrommel geklemmt, um den Vermona Kick Lancet auszulösen. Dessen Sound wird dank des Memory Man Delaypedals (je nach getappter Subdivision) verschoben wahrnehmbar.

Nachtrag: auch die Kombination von klassischen Hihatbecken und Waterfall funktioniert wunderbar!

I stick to the Jingle Stick

September 1, 2020

Kleiner großartiger IG-Bedienungsvorschlag von Stephan Emig, was sich mit dem Jingle Stick so alles anstellen lässt (ausser Schütteln):

Der Schellenstab ist nach wie vor einer meiner Lieblingstöcke (vor allem das Alu Modell…), weil #twofer