Archive for the ‘spotify’ Category

Zwischentöne

März 31, 2019

Kommt eher selten vor, aber heute hatte ich mich rückblickend über eine Autobahnvollsperrung gefreut – dadurch konnte ich den DLF Beitrag „Zwischentöne mit/über den Regisseur Oliver Schmitz in voller Länge genießen: das war ein spannendes Gespräch, bei dem selbst mimisches Lächeln durch den Lautsprecher übertragen wurde, zudem gab es auch tolle Musik, die mich direkt das Autofenster runterkurbeln lies – einerseits Kurzurlaub, aber auch überraschende Augenöffner:
Police & Thieves ist nicht nur eine eins a Lee Scratch Perry Produktion aus dem Jahr 1977, sondern auch die Grundlage der Freundeskreis Version vom Ton Steine Scherben Klassiker „Halt dich an deiner Liebe fest“. Und die „Compared to what“ Bassline (von Ron Carter!) covern wir gerne mal mit DePhazz.
Vitamin C, eh immer OK – der Track ist laut Rolling Stone Magazine >>the most immediate example of Liebezeit’s rhythmic signature<< und ich bekomme direkt Lust darauf, mal wieder ein Hängetom aufzubauen… aber jetzt stehen erst mal zwei volle Wochen mit nur einem Tom an:

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02.04. Saisonstart mit dem „Temporären Elektronischen Salon“ @ Yachtclub Ffm/ Eintritt frei!
02.-05.04. Musikmesse??? > 06.04. Vintage Drum Meeting (Electro Drums – früher & heute), Mörfelden
04./05./06.04 „Hattler“ in Homburg/Idstein/Schorndorf
09./10./11.04 „Nils Wülker“ in Erlangen/Potsdam/Ulm
12.04. „DePhazz“ in Worpswede
13./14.04. Workshop @ Trommelwerk Bremen

PS. war heute erstmals im Waldstadion – klingt auch besonders…

Katapult

März 4, 2019

Eben beendete das Soundsystem des Bockenheimer Kinderfaschingumzuges seinen Soundcheck – erstaunlicherweise tönten ausnahmslos alte Kraftwerk Hits durchs Viertel.
Keine Ahnung, ob Fasching überall so geschmackvoll klingt, so dass ich vorbeugend eine Notfallalternative aus momentanen Highlights zusammenfasse.

Und wer gerade lieber lesen als hören möchte, dem empfehle den heutigen taz-Artikel über das Katapult Magazin, anschließend deren Webseite. Oder gar ein Blick ins eben erschienen Buch „100 Karten, die deine Sicht auf die Welt verändern„?

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Ich schicke jedenfalls ein fettes Lob an die Macher, die dank guter Grafiken sozialwissenschaftliche Themen mit Humor verbinden, dadurch Interesse am Weiterlesen wecken.
Eindeutig ein Motivationsansatz, der sich auch auf’s Musikmachen und Üben am Instrument übertragen lässt!

It didn’t swing, the solos weren’t even a little bit heroic, and it had electric guitars…

Februar 18, 2019

Mein Programmpunkt für heute Abend: ich höre „In a Silent Way“ – das Material zur Platten wurde heute vor genau 50 Jahren in einer dreistündigen Session aufgenommen.
Phil Freeman schreibt in seinem Buch „Running the Voodoo Down: The Electric Music of Miles Davis“ dazu:

>>It didn’t swing, the solos weren’t even a little bit heroic, and it had electric guitars… But though In a Silent Way wasn’t exactly jazz, it certainly wasn’t rock. It was the sound of Miles Davis and Teo Macero feeling their way down an unlit hall at three in the morning. It was the soundtrack to all the whispered conversations every creative artist has, all the time, with that doubting, taunting voice that lives in the back of your head, the one asking all the unanswerable questions.<<

Hier ein paar schöne Zweitverwertungen:

Frankfurter Sommerbäder

Januar 30, 2019

Ich hatte einen grandiosen Einstieg ins nächste Lebensjahr, mit warmem Badewasser und Glavinics derart packendem Schach-Roman, der einfach durch die Nacht zu Ende gelesen werden musste.
Angenehm übermüdet daraufhin dann mit Schneekulisse und Morgentau durch den Tag, bisschen Torte hier, mehrere Kaffetässchen dort und wieder direkt ins Bett, mit dem nächsten Buch. Schlaf vor zwölf.

Als Soundtrack genügte die Dauerschleife aus Jordan Rakeis „Sorceress“ und Steve Reichs „Music for a large Ensemble„.

PS. Zwischendrin waren wir auch noch im Museum für angewandte Kunst und dort habe ich den schicken Titel abfotografiert, Frankfurter Sommerbäder…(denn manchmal fühlt sich Geburtstag an wie der beste Sommerferientag im Freibad!)

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hic fuit!

PPS. Happy Birthday, Phil Collins!

Ferien auf Ebeatsa

Januar 6, 2019

Der kalifornische Intellektuelle Hans Ulrich Gumbrecht formt im Trump-Gespräch ein einige tolle Gedanken, vor allem folgenden zwei, die sich dank minimaler Kürzung auch zur persönlichen Überprüfung eignen:

>>Man sollte sich nicht in eine Überzeugung von Trumps Unschlagbarkeit hineinsteigern – sonst wird sie zu einer jener Prophezeiungen, die ihr eigenes Wirklichwerden befördern.<<

>>Die Politik im Zeitalter von Twitter spielt sich zwischen subjektiven Impulsen und der Sehnsucht nach kollektiver Resonanzverstärkung ab. Vielleicht ist es ein Symptom dieser Zeit, keine langfristigen Perspektiven mehr zu haben.<<

-> OK: ich muss/will wieder ein Buch schreiben!


Andererseits sind ja gerade Ferien – Hurra! Sprich: sich treiben lassen, hier was lesen, da was hören, steht weit vor einem „das sollte gemacht werden“.

Also schaue ich mir die beiden Kurzfilme der französischen Cousins Guillaume und Jonathan Alric (aka The Blaze) an und mogle mich danach wieder in Das Leben des Vernon Subutex 3 rein.

Habe heute ansonsten verschiedenste Tipps und Shazam-Schnippsel vertieft – Tracks auf japanisch, lettisch, italienisch, brasilianisch (mit Jeff Pocaro – von Stephan Emigs liebstem Sergio Mendes Album) und schließlich noch „Miles Davis Quintet Freedom Jazz Dance: The Bootleg Series, Vol. 5“ – quasi Hörspiel mit Lerneffekt (wie Tony Williams Blakey-Triolen und Elvin-Triolen anbietet)…

Und dann gibt es ja noch das Forschungsprojekt: Beats without Cymbals
Mittlerweile habe ich zwei Vintage Superstar Floortoms (16″x16″ und 16″x16 Gongtom mit 18″ Fell) „aus dem Keller geholt und den Coron RDS durch das Bassmonster Jomox M-Base11 ersetzt.

Gadd, Gadson, Marotta & Thompson

Dezember 30, 2018

Einer meiner Lieblingsdrummer hat zu den Großkalibertrommlern Steve Gadd, James Gadson, Rick Marotta und Tony Thompson seine persönlichen Highlights in Spotify-Listen zusammengefasst. Klasse Inspiration!

Crashing Ninja Style oder gar nicht!

Dezember 29, 2018

Hätte schon mal zwei (Proberaum-) Wünsche für 2019:
Mal die Becken hinter mir aufstellen, so wie es Jonathan „Sugarfoot“ Moffett (bei 1.26′) macht, um dann Ninja-gleich die „eins“ zu markieren!

Und: neue Felle aufziehen (schon gemacht) und dann mal eine weile Becken-freie Grooves entwickeln.

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Ideengeber dafür sind zum einen all die Trommler, die in den 1980er Jahren ihr nagelneues Drumsynthmodul verkabelt ausgepackt haben (die ja bis auf wenige Ausnahmen ohne Cymbal-Channels ausgelegt waren), zum anderen das aktuelle Sticks (01-02-2019) Interview von Pat Fa, in dem der Rea Garvey Drummer folgendes erzählt:

>>Dann bin ich zu Aufnahmen zur Rea-Platte „Pride“ nach Island geflogen und der Producer im „Sundlaughin Studio“ wollte, dass ich die Tracks ohne Becken spiele, damit er die Raummikros aufreißen kann.<< […] Bei den Overdubs benutzten wir zum Vergleich Paiste sowie auch Cymbals verschiedener anderer Hersteller und konnten in der Regie die Becken-Sounds parallel checken. In diesem Studio klangen die Paiste Cymbals einfach am geilsten. Das fand ich sehr interessant, denn sie klangen nicht am geilsten im Studioraum am Set. Dabei fand ich die Auffassungsgabe des Producers inspirierend als er sagte: „Mics hear!“ bei uns in Deutschland sagt man ja immer Mikrofone zeichnen auf. Aber die Amis gehen von der Hörcharakteristik eines Mikrofons aus.<<

PS. Hier noch meine Spotify-Liste mit Drumgrooves die (fast) ohne Hihats oder Becken auskommen. Nicht ganz so streng und mit anderen schönen Beispielen bestückt ist der Artikel „How To Groove Without Cymbals With These 42 Examples„. Ansonsten fällt mir noch ein, dass Keith Moon, Brian Chippendale (Lightning Bolt) und  der Jazzdrummer Leon Parker auch öfters mal ohne Hihat auskamen/kommen.

Miffy-Caxixi

Dezember 23, 2018

Stellt die russische Puppenfamilie Fruchtbarkeit und Mütterlichkeit (bzw. in der männlichen Varianten: Kriegstüchtigkeit und Stärke) dar, steht meine MiffyCaxixi Treppe für puren Groove und den Hang zum Verspielten.
(Leider verweilt die kleinste Caxixi derzeit im Proberaum – so gibt’s am 23. Dezember halt ein Foto mit drei Rhythmusmachern, am 24. das Familienportrait mit allen vier.)

Eine ungemixte Musik-Liste zum Dazuschütteln hätte ich auch parat. Sie beinhaltet Musik von Freunden, Tipps von Freunden & ähnlich Getakteten, Neuentdeckungen und ein, zwei alltime classics. Funktioniert bestimmt auch als Schwunggeber beim Geschenkeeinpacken.
Oh man Oli, warum denn jetzt doch/auch noch Spotify???
1. Musikhör-Begeisterung / 2. Austausch & Kompatibilität (beispielsweise mit den Studierenden) / 3. keine Werbung (vor allem für die Kinderohren) – aber nicht ohne roten Kopf …

Jazz Play-Alongs – Drumming with the Greats

November 5, 2018

Ich erstelle gerade für meine Studierenden der HfMdK Frankfurt eine Liste mit Jazz-Originals ohne Schlagzeug.

Es geht darum gleichermaßen das sensible Zuhören/Interagieren zu fördern, so wie  Freude & Lernkurve beim Musizieren mit tollen Typen.

Hey Schwarmintelligenz: fallen Dir dazu noch weitere geeignete Titel ein?

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Auch spannend „Crucial Jazz Drumming Recordings

Spotify & Co

Januar 9, 2016

Malakoff Kowalski schreibt in der aktuellen SPEX #366 (Seite 53ff) für das begeisterte Hören von Musik, so dass ich tatsächlich über ein Abo nachdenke…

Hier sein Teaser:
>>Ich konsumiere Musik wie Medizin und Nahrung. Sie trägt mich, sie beschleunigt, sie beruhigt mich, sie bringt mich zum Weinen und zum Raven. Im Ernst: Ich bin sogar von Glenn Goulds ›Das wohltemperierte Klavier‹ auf Rosalyn Tureck umgestiegen. Ein reiner Streaming-Unfall. Es gab mal eine Zeit, in der hatten Kutscher und Pferdehändler beste Einnahmen. Dann kamen die Autos. Viele Leute waren sehr unglücklich darüber. Wie es den Pferden dabei ging, weiß ich nicht. Ein Mensch, der Musik machen möchte und muss, lässt sich ganz sicher nicht von einem vorübergehend finanziell nicht ganz so attraktiven Techniktrend beeindrucken. Ein Mensch aber, der Musik hören möchte und muss, der wird die besten Möglichkeiten seiner Zeit hierfür nutzen. Und bis auf weiteres sind das ganz sicher auch: Spotify & Co. Eat it<<

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