Archive for the ‘Practise!’ Category

Anakoluth

Juni 9, 2017

Nachts beim Lesen stolperte ich in der phantastischen „Anthrax“ Geschichte von Mircea Cartarescu über ein mir unbekanntes Stilmittel:
>>Als Anakoluth bezeichnet man einen Bruch des Satzbaus oder auch Abbruch bei einem einmal begonnenen Satz. Man fängt einen Satz an, besinnt sich neu und fährt in einer Weise fort, die dem begonnenen Satz nicht entspricht, oder bricht ihn auch ab.<<

Cool. Das muss ich bei der nächsten Beat-Story unbedingt mal ausprobieren. Muss auch nicht zwangsläufig krass oder ruppig ausfallen, funktioniert auch zackig-elegant à la Morgenstern!

>>Korf erfindet eine Mittagszeitung, / welche, wenn man sie gelesen hat, / ist man satt.<<

 

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Nichtkönnen!

Mai 26, 2017

>>„Darum ging es: Man sollte es möglichst nicht können. Das Neue schöpft man aus dem Nichtkönnen“, sagt Gudrun Gut.<<
aus der heutigen taz zum 20 jährigen Geburtstag von Monika Enterprise

Dynamics & Personality

April 4, 2017

Schönes Beispiel zum Thema „stiefmütterlicher Spielauftrag des Notentexts“ und den großen Freiraum bzw. die Wichtigkeit der persönlichen Interpretation!
Viel Freude mit Bach, Leonard Bernstein und Glenn Gould (aus dem Jahr 1960):

[File under: mit dem Instrument verschmelzen, Extremdynamik, „Hand-auf-heiße-Herdplatte-Anschlag“ für vollen Ton]

The „No Hands“ Roll!

Februar 12, 2017

Wirbel sind nicht gerade meine Stärke, One-Hand-Roll Fehlanzeige, aber seit heute wirble ich freihändig und konstatiere unverschwitzt: Kinderspiel!

Sollte ich jemals wieder im Zirkus auftreten, wird mich (bzw. spannende Kunststückchen) ein Hexbug Nano begleiten.

Regensburgs rhythmischer Regenbogen

Januar 23, 2017

Es war wunderschön in Regensburg, äußerst bunt und farbenfroh, vor allem:
ungemein inspirierend!
Von Pete Zeldman lernte ich, WIE elastisch Time sein bzw. strukturiert werden kann. Ausserdem formulierte er den schönen Satz: >> Sticking is dialect.<<

Mit Magnus Öström traf ich einen anderen passionierten Effekt- und Echodrummer (und bekam prompt große Lust darauf, mit Kontaktmikro und  Whammy-Pedal zu experimentieren). Er hat aber nicht nur einen speziellen Zugang zur Elektronik, sondern ein in sich rundes Klang-und Groovekonzept.
Der perfekte Abschluß des Wochenendes , weil unglaublich schön (nostalgisch), war die Erinnerung an „Gagarin’s Point of View“:

Dass ich zudem Gerwin Eisenhauer erstmals live hör/sehen konnte, war eine große Freude. Denn auch er hat sich mittels irrwitzig schnell getretener Miniatur-Hihat,  Teppich-oben-Snare und hervorragender Technik eine ganz persönliche Rhythmuswelt erschlossen.

Aber auch aus den Workshops, die ich gegeben habe, konnte ich einige Ideen und Anregungen mitnehmen. Zum Beispiel die Neuentdeckung dieses wirklich reisefreundlich ausgecheckten Tap-Delays (keinedelay „Teil1“):

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Und wie so oft, der wohltuende – vermeintliche – Nebeneffekt eines intensiven Aufeinandertreffens interessierter Rhythmusmacher und Musiknerds (und Zuhörer) tritt ein, wobei so viel positive Energie freigesetzt wird, dass ich mit leichtem Freudeschauer feststelle, dass das Musikmachen nicht nur mir gut tut!

PS. um schließlich auch noch den nächtlichen „Hang“ mit Magnus, Pete, den Wolkensteins und dem tollen Walter Lang gebührend unterzubringen – kann ich mir es nicht verkneifen meine Techno-Katze dranzuhängen:

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gelber Schnee, Tony Thompson, Sound Design

Januar 12, 2017

Guter Zappa Ratschlag von 1974: „Don’t eat the yellow snow

Und eine Ansage von Bernard Edwards gleich hinterher (damals, in den Anfangstagen von „Chic“  an Tony Thompson gerichtet):

>>Get rid of all that shit. Just keep a bass drum, snare, and hi-hat. When you master that, then maybe I’ll add another cymbal or drum.<<

Als Beweis natürlich noch einen T.T. Groove-Meilenstein mit ebendiesem „fast Nichts“:

>>I remember my drums were set up in the room, and there was a door that led to a hallway. The engineer, Jason Cosaro, took a tube the size of my bass drum and built this tunnel from my bass drum all the way out into the hall and up the stairs. It was this weird thing he hooked up. And it worked. The groove in the house was so thick, and what am I playing? A simple, Boom-Bop-Tish-Bop-Boom-Bop. It was unbelievable – I locked into that with everyone else swinging, and it brought the walls down.<<
[Die Zitate entstammen einem Modern Drummer Interview aus 2002]

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Lässig geschnittenes Intro (mit eingeschobenem 3/4 Takt) und der schiebende Mainloop (inklusive Kick-Echo).

Beat Roots

Dezember 10, 2016

Chris Read (Head of Content bei WhoSampled) freut sich im FB über das Buch Beat Roots by Steve Powell, einer Sammlung von bekannten und weniger bekannten R&B/Soul, Funk Und Rock Grooves aus den späten 1960s bis zu den frühen 1980s.

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Da die Post aus Australien dauert, höre ich mich jetzt mal durch die YT-Playlist des Autors durch. Und verlinke in weiser Voraussicht gleich noch die Liste mit „eight of Berlin’s best lesser-known record shops„.

Danke für den Tipp, DJ Friction!

coming out to fill in

November 13, 2016

Eine schöne Reihe geschmackvoller Tony Thompson Fills gibt es in den ersten 24 Takten von Diana Ross‘ „I’m coming Out“ (1980) zu hören. Eine Transkription findest Du hier.

Crashkurs: guter Unterricht

Oktober 11, 2016

Vea Kaiser schreibt im Facebook einen Nachruf auf ihren ehemaligen Altgriechischlehrer und schafft damit eine Hosentaschenfibel im DinA4 Format für motivierende Wissensvermittlung!

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Wieder mal Hosentaschenkonzepte

Casa Loco

September 19, 2016

Hey, das 10. Dresdner Drum & Bass Festival war wieder mal sehr schön.
Auch wenn ich gerade mal nur einen halben Sonntag lang dort war habe, konnte ich einiges an Inspiration mitnehmen: z.B. Wolfgang Haffners Workshop-Einstieg , ein Steve Gadd Zitat, als Plädoyer für große, offene Ohren: >> the music dictates what to play<<, gefolgt von einem langen, leisen und langsamen Buff-Tschak-Groove mit Besen.
Dann den feinen und federleichten Hammer-Groove von Larnell Lewis.


Oder den Oddmeter Zugang des Snarky Puppy Bassisten (Michael League), der den krummen Kram nicht zählen, sondern fühlen will und zum Sich-Fallen-lassen rät.
Außerdem habe ich mir für die eigenen Workshops gemerkt, wie wichtig es ist, die vom Publikum gestellten Fragen als  Lehrer nochmals klar und deutlich für den Rest der Anwesenden zu wiederholen…
Stephan Hänisch erzählte mir von einem neuen, leichten, einstrebigen Tama Beckenständer, hurra! – The Classic Stand (HC52F) – und hat mir mit dem mitgebrachten grünen Star-Set wiedermal eine große Spielfreude bereitet!

Ein Drum Festival für sich war der Hang im Hoteleingang nach der Veranstaltung, mit Flo Dauner, Roland Peil, Ralf Gustke, Wolfgang Haffner und Gergo Borlai  bis tief in den Morgen.
Da gibt’s für mich einiges zum Nachhören: den Klassiker von Larry Carlton (welcher nochmal??), die Blockflöten-Shreds aus Gergos Fundus, die Quartett-Platten „Eyewitness“, „Modern Times“ und „Casa Loco“ mit Steve Khan, Anthony Jackson, Steve Jordan & Manolo Badrena, sowie ein Facebook-Abo des letztgenannten.

PS. dass die Feuertaufe des neuen Rubo(W)ölpl Materials ganz toll funktioniert hat, soll einen eigenen Post wert sein – spätestens zum Release des neuen Albums 🙂

PPS. Nachtrag stimmungsvoller Bilder von © Nalan Music | Art Photography