Archive for the ‘Practise!’ Category

Trap Music

November 1, 2017

Hier ein unterhaltsames Filmchen vom tollen Gerwin Eisenhauer zum Thema Trap, dessen Groovebestandteile Wikipedia wie folgt charakterisiert: >>crisp, grimy, and rhythmic snares; deep 808 kick drums; double-time, triple-time and similarly divided hi-hats<<.

 

 

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(m)eine spielerische Lehrmethode

Oktober 24, 2017

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Sehr stringent: ich komme eben zurück von der Hochschule und im Briefkasten liegt mein neues Lehrbuch. Das Inhaltliche ist mir natürlich bekannt, dennoch war ich sehr gespannt, wie letztlich die drei eingelegten DIN A3 Bögen mit den perforierten Spielkarten aussehen würden – und ich bin begeistert!
Jetzt kann ich  „Das Moderne Schlagzeugquartett“ getrost in die Welt ziehen lassen 🙂

[ab 30.10.2017 via Amazon, ab jetzt beim LEU-Verlag direkt]

Drumbasics: Trommelfell, Maultrommel, ich trommel!

Oktober 23, 2017

u.a. mit Wolfram Winkel, Carola Grey

if you can say it, you can play it!

Oktober 17, 2017

Onomatopoesie, Linda!

Balance und Körperbeherschung

September 25, 2017

Irgendwie drehte sich mein gesamter Samstag, der lediglich mit einem Rhythmusworkshop beginnen sollte, immer wieder um die Themen Balance und Körperbeherschung:
Wolfram Winkel widmet sich dem Thema „polyrhythmische Unabhängigkeit“, welches er eigentlich viel lieber Koordinationstraining nennt, mit Kopf, Leib und Seele, vor allem angenehm spielerisch.
Und so macht es großen Spaß sich auf seinen „drehenden Würfel“ einzulassen, bei dem (zunächst) eine Überlagerung von vier Unterteilungen innerhalb eines Viervierteltaktes (Ganze, Halbe, halbe Triole, Viertel) durch alle vier Gliedmaßen wandern. Und im Fall des Erfinders verdichtet sich die Übung zunehmend:

Das ist komplexer polyrhythmischer Kram, den ich vermutlich links liegen lassen würde, wenn mir der Vortragende nicht mein Gehirn einer eins a Anekdote umgarnt hätte –  dass, wenn man ein 2:3 Pattern ultraschnell vom Rechner abspielen lässt, ein Quintintervall erklingt, quasi Grundton, Oktave und erster Oberton: Frequenzbeziehungen! – und meinem Körper durch ein paar schöne Spiele mit kleinen Sandsäckchen und Eggshakern die Befürchtungen nahm und bewies: durch die stetige Wiederholung einer Koordinations-Übungen lassen sich die entsprechenden Synapsen recht schnell verbinden.
Und dann gab es noch die schicken Assoziationsanker mit auf den Weg:
Hund (1) – Katze (2) – Seepferdchen (3) – Wasserbüffel (4) – Babygorilla (5)
Kalbsleberwurst (2:3) – Hey-Oli-was-geht-ab (3:4)
[Jetzt muss ich mir lediglich in bester Hacky Sack Tradition noch etwas Reis in eine einsame Socke füllen, diese zunähen und dann könnte ich mit solchen lifeKinetik Spielchen die kommenden Tage starten.]

Dass ich an diesem Tag zufällig per Longboard unterwegs war, hätte nicht besser geplant werden können. Denn so rollte ich motiviert (konnte ja prompt was für mein Körperbewusstsein tun) zum Familienteil des Wochenendes in den Hafenpark. Und weil dort gerade „The European Week of Sport“ angepfiffen wurde, bekam ich obendrein noch eine beeindruckende Einführung in puncto Ballberrschung, sowie die Neuentdeckung von Chinlone, einem (dem Hacky Sack nicht unähnlichen) traditionellen Team-Sport aus Birma: >>Der Gedanke von Chinlone ist nicht der Wettkampf […] Es geht nicht darum zu gewinnen oder zu verlieren, sondern darum, wie schön gespielt wird.<<

Abends stand noch „Expanding Jazz“ im Hessischen Landesmuseum Darmstadt auf dem Programm, wo weitere Übungen warteten: Balance bezog sich nun auf die Aufgabe, die Lautstärke des akustischen Schlagzeugs mit dem mächtigen Nachhall des Messel-Baus und dem Rest der Band in Einklang zu bringen und Körperkontrolle wurde vor einem riesigen Gerhard Richter Gemälde aus dem Jahr 1973 gefordert: denn die statischen „1024 Farben“ kamen bei längerer Betrachtung irgendwie in Bewegung…

Zum Tagesabschluss habe ich noch das tolle Figurenensemble von Joseph Beuys entdeckt, in welchem ein Plastiksoldat sein Gewehr auf einen Plastilin-Hasen anlegt. Das Werk aus dem Jahr 1963 heißt zum Glück  „Der Unbesiegbare“ und wurde als fotografiertes Motiv Ende der Siebzigerjahre auch noch als Wahlplakat für die Grünen verwertet – ach Mensch, so viele Zufälle

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Anakoluth

Juni 9, 2017

Nachts beim Lesen stolperte ich in der phantastischen „Anthrax“ Geschichte von Mircea Cartarescu über ein mir unbekanntes Stilmittel:
>>Als Anakoluth bezeichnet man einen Bruch des Satzbaus oder auch Abbruch bei einem einmal begonnenen Satz. Man fängt einen Satz an, besinnt sich neu und fährt in einer Weise fort, die dem begonnenen Satz nicht entspricht, oder bricht ihn auch ab.<<

Cool. Das muss ich bei der nächsten Beat-Story unbedingt mal ausprobieren. Muss auch nicht zwangsläufig krass oder ruppig ausfallen, funktioniert auch zackig-elegant à la Morgenstern!

>>Korf erfindet eine Mittagszeitung, / welche, wenn man sie gelesen hat, / ist man satt.<<

 

Nichtkönnen!

Mai 26, 2017

>>„Darum ging es: Man sollte es möglichst nicht können. Das Neue schöpft man aus dem Nichtkönnen“, sagt Gudrun Gut.<<
aus der heutigen taz zum 20 jährigen Geburtstag von Monika Enterprise

Dynamics & Personality

April 4, 2017

Schönes Beispiel zum Thema „stiefmütterlicher Spielauftrag des Notentexts“ und den großen Freiraum bzw. die Wichtigkeit der persönlichen Interpretation!
Viel Freude mit Bach, Leonard Bernstein und Glenn Gould (aus dem Jahr 1960):

[File under: mit dem Instrument verschmelzen, Extremdynamik, „Hand-auf-heiße-Herdplatte-Anschlag“ für vollen Ton]

The „No Hands“ Roll!

Februar 12, 2017

Wirbel sind nicht gerade meine Stärke, One-Hand-Roll Fehlanzeige, aber seit heute wirble ich freihändig und konstatiere unverschwitzt: Kinderspiel!

Sollte ich jemals wieder im Zirkus auftreten, wird mich (bzw. spannende Kunststückchen) ein Hexbug Nano begleiten.

Regensburgs rhythmischer Regenbogen

Januar 23, 2017

Es war wunderschön in Regensburg, äußerst bunt und farbenfroh, vor allem:
ungemein inspirierend!
Von Pete Zeldman lernte ich, WIE elastisch Time sein bzw. strukturiert werden kann. Ausserdem formulierte er den schönen Satz: >> Sticking is dialect.<<

Mit Magnus Öström traf ich einen anderen passionierten Effekt- und Echodrummer (und bekam prompt große Lust darauf, mit Kontaktmikro und  Whammy-Pedal zu experimentieren). Er hat aber nicht nur einen speziellen Zugang zur Elektronik, sondern ein in sich rundes Klang-und Groovekonzept.
Der perfekte Abschluß des Wochenendes , weil unglaublich schön (nostalgisch), war die Erinnerung an „Gagarin’s Point of View“:

Dass ich zudem Gerwin Eisenhauer erstmals live hör/sehen konnte, war eine große Freude. Denn auch er hat sich mittels irrwitzig schnell getretener Miniatur-Hihat,  Teppich-oben-Snare und hervorragender Technik eine ganz persönliche Rhythmuswelt erschlossen.

Aber auch aus den Workshops, die ich gegeben habe, konnte ich einige Ideen und Anregungen mitnehmen. Zum Beispiel die Neuentdeckung dieses wirklich reisefreundlich ausgecheckten Tap-Delays (keinedelay „Teil1“):

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Und wie so oft, der wohltuende – vermeintliche – Nebeneffekt eines intensiven Aufeinandertreffens interessierter Rhythmusmacher und Musiknerds (und Zuhörer) tritt ein, wobei so viel positive Energie freigesetzt wird, dass ich mit leichtem Freudeschauer feststelle, dass das Musikmachen nicht nur mir gut tut!

PS. um schließlich auch noch den nächtlichen „Hang“ mit Magnus, Pete, den Wolkensteins und dem tollen Walter Lang gebührend unterzubringen – kann ich mir es nicht verkneifen meine Techno-Katze dranzuhängen:

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