Archive for the ‘Practise!’ Category

Sudoku für Trommler

November 4, 2019

Berlins Chef-Drumtrainer Dirk Erchinger hat im FB ein onomatopoetisches Rätsel gestellt:
>>OldSchoolHipHop Alldder!!!
I: Bum back bum bum bum back bum bum bum tsche back bum bum bum dat dada tschickischickibum tschicki :I
Wer den Beat erkennt kriegt n Eis… strengt euch an😜🥁😘<<

Angespornt durch die Aussicht auf ein Eis, wollte ich die Lautmalerei unbedingt zuordnen können und habe sie erstmal zu notieren versucht.

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Zeile 1 schien mir schlüssig und in Gedanken war ich längst bei 2Pac („Only God can judge me now“), Faith Evans („Love like this“) und A Tribe Called Quest („Check the Rhime“), allesamt stark auf die Viertel fokussierte Tracks bzw. Intros.
Beim Gegenhören jedoch leider Fehlanzeige.

Beim Scannen der Oldschool-Hiphop-Listen bin ich an Notorious B.I.G. hängengeblieben – fetter Track, den ich erst vor kurzem wiederentdeckt und direkt zur Hochschule für die Studierenden mitgeschleppt hatte.

Und zack, fiel der Groschen, die ursprünglich Kick-Annahme war falsch. Und so wie der zweite Beat hingekritzelt wurde passt plötzlich alles – Hurra!

Jetzt habe ich nicht nur ein Eis gewonnen – hier wünsche ich mir übrigens das unsichtbare aus der Sesamstrasse – sondern die Erkenntnis, wie ich die Bestandteile eines Beats zwar in der angedachten Reihenfolge lassen, aber durch zeitliches Dehnen und Strecken der Events spannende Transformationen bewirken kann.

Da sage ich mal laut: Danke, Dirk! Und hoffe auf weitere Drummer-Sudokus.

Drum Basics

November 3, 2019

Heute spielte mir irgendsoein Socialmedia-Algorhythmus ein 17 € Plakat mit der Überschrift „Drum Basics“ zu.
Da dachte ich mir: Das bastel ich geschwind auf meine Weise und ihr kauft euch von dem Geld doch lieber ein Eis und ein gutes Buch.
Und wer sich visuell an die Schlagzeug-Grundlagen erinnern lassen möchte, klebt einfach meine beiden Zettel zusammen.

 

Die drei erwähnten Links lassen sich hier anklicken: the drumsounds, Percussion Creativ Rudimental Codex, Übungsspielchen mit dem Metronom

PS. Verbesserungsvorschläge oder sonstige Anregungen sind immer willkommen

die anderen Warm-Ups

Oktober 17, 2019

Mein Freund Uwe ist Pianist und meinte neulich, zwei Stunden zu üben, sind ’ne tolle Sache; noch besser jedoch fühlt sich das Spielen für ihn an, wenn er von den zwei Stunden 45 Minuten darauf verwendet, sich mit Qigong Kugeln aufzuwärmen.

Daran musste ich vorhin denken, als ich mich im Hafenpark auf die Slackline stellte – ebenfalls ein Bomben-Warm-Up!

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Und jetzt im Backstage der Centralstation nehme ich – mit herzlichen Grüßen in Richtung Uwe – einfach mal zwei Äpfel aus der Obstschale. Tschaka!

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Drum Basics

Oktober 16, 2019

Die gute Meldung zum Semesterbeginn: 2 & 4 sind die Essenz, mit der sich eine unglaublich hohe Prozentzahl der Beats unserer westlichen Musikkultur trommeln lässt. Egal ob Pop oder Jazz, die Basics sind nahezu identisch (der Backbeat wandert lediglich von der linken Hand – Snare – in den linken Fuß – Hihat).

In einem zweiten Schritt werden dem auf Vierteln basierenden Gerüst noch Hinweise zum Rhythmusraster (Grid) spendiert.
Alles Weitere ist Ornament 🙂

thoughts like furniture

September 12, 2019

Habe mir heute in der DZ Bank Kunstsammlung die Moving/Image Ausstellung angeschaut und  dabei hat mir am besten ein Werk von John Baldessari gefallen, das er folgendermaßen überschrieben hat:
>>My Mind is Camera and thoughts are like furniture. Various Qualities that make up the image of an artist today: Six roomsfuls of unarranged furniture.<<
Daraus ein paar schöne Positionen.

Es war ohnehin ein guter Tag. Denn zuvor bin ich morgens in den Skatepark geradelt, um mich in Ruhe vom Fluch des Sturzes („spell breaking“) zu befreien. Nachdem ich den Hafenpark (dank Levi) quasi als Balkon benütze, aber die letzten zwei Monate nur noch den Akteuren zugeschaut habe, bin ich heute vorsichtig in der Bowl gekurvt, ganz gemütlich, ganz geduldig, ohne Brechstange, aber dennoch mit dem klaren Ziel, jene Bruchstelle zu kapieren und zu überwinden.
Eigentlich ein Arbeitsansatz, der beim Üben das Selbstvertrauen stärkt und latent mulmige Gefühle ausfadet („reverse engineering“?)

Und als ob der Tag nicht schon lang genug gewesen wäre, zieht mich der nächtliche Auftritt von Kenny Dixon Jr. aka Moodymann abermals aufs BMX…

Bewegung

Juli 24, 2019

Schönes Bernstein Zitat aus der Urlaubslektüre (Nino Harattischwili „Das achte Leben“, Seite 96), das mir als zielgerichtetem, Visions-freudigem Trommler angenehm den Kopf verdreht und wieder mal bestätigt, dass es vor allem um den Moment geht…

>>Das Ziel ist mir nichts, die Bewegung ist alles.<<

Sprich: trotz Schulter wird gleich mal von der Wasserschirampe in den See gespickt…

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Kulturtechnik spielerisches Nachahmen

Juni 5, 2019

Höre gerade im DLF-Beitrag „In die Wiege gelegt“ (ein Bericht über Kindern aus Musikerfamilien) den schönen Begriff von der Kulturtechnik spielerisches Nachahmen. Wäre ein super Seitenhieb für das „Moderne Schlagzeugquartett„.

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Vom Tischtennischschläger im Multiclamp-Halter zum „sha-bang“ hinterm Drumset

April 26, 2019

 

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Schöne Erkenntnisse! In puncto Groove (1) aus der Miles Davis Autobiografie von 1989 (Seite 474), dass sich der Besuch der Stuttgarter Staatsgalerie nicht nur wegen Banksys Luftballonmädchen lohnt (2 – das Brunnenbecken hier stellvertretend für die Farbefrohheit des Baus), dass Freitags die SZ eine gute Wahl ist: denn im Artikel über Beyoncé und ihre Homecoming Veröffentlichung wird fein zwischen Star und Ikone unterschieden (3) und im Magazin beschreibt Kritiker Jerry Saltz Kunst als das älteste Betriebssystem der Welt (4).
Und da die Osterferien die nächste Tischtennis-Saison eingeläutet haben, passt Christoph Scherers Reisebegleiter (TT-Schläger plus Multiclamp) hervorragend in diesen Beitrag!

 

reading shouldn’t frighten you

März 12, 2019

>>I tell drummers this analogy: If you remember the first time you drove a car, you were scared. Within a matter of weeks, you’re turning on the radio, waving at friends – you’re not even thinking. It’s no different with drums. Reading shouldn’t frighten you. It’s the easiest thing in the world. It’ just mathematics. Once you learn to read drum music, as soon as you see a certain pattern written, you know exactly what it is. Sure, the first time you may want to go “1e&a 2″.” But by the third of fourth time you’ll know it perfectly. And when you learn those patterns, they become second-nature.<<
Hal Blaine, Modern Drummer

Ich verbeuge mich vor 35000 Aufnahmen in 90 Lebensjahren und höre mir sein Lehrwerk aus dem Jahr 1968 mit dem tollen Titel „Have Fun!!! Play Drums!!! an

 

 

durch Stuhldrehung in die Unabhängigkeit

März 3, 2019

Da ich gerade meinen linken Fuß zum Kicken animiere – will sagen: ich übe gerade am Doublekick-Setup (wobei die zweite eine elektronische Bassdrum ist)  – passt der Aufbau von Wes Watkins bestens zu diesem Unabhängigkeitsgedanken: er benützt zwar nur die herkömmliche Kick, hat aber anstelle des Floortoms eine zweite Snare und rechts daneben auch noch eine weitere Hihatmaschine aufgebaut, so dass eine dezente Stuhldrehung zum spiegelverkehrten BD-SD-HH-Spielgefühl führt.

Ich versuche mich an diversen Baustellen: in erster Linie an zwei unterschiedlichen klingenden Bassdrums (1, 2, 3, 4) und ihren polymetrischen Möglichkeiten, aber auch an der Kombi von (Click-freier) 303 Bassline und Tap-Delay (angefixt von Nils Frahms‘ Juno 60 Arpeggiatoren) und dem immer wieder beeindruckenden Phänomen der Resonanz: nämlich, dass eine, besser noch: mehrere, unterschiedlich gestimmte Snaredrums je nach Filtereinstellung durch den Verstärker angeregt werden und somit im Raum den elektronischen Klangerzeuger mit „hangemachter Verzerrung“ bereichern.