Archive for the ‘Catering’ Category

Trommeln und Kochen

Januar 7, 2010

Offensichtlich lege ich beim Trommeln und Kochen ähnliche Verhaltensmuster an den Tag: ich kopiere erstmal ausgecheckte Rezepte, sammle die Highlights in einem persönlichen Baukastensystem, versuche, die Mahlzeit mal in einen runden Spannungsbogen zu packen (Intro-Hauptgericht-Nachspeise) – wenn möglich ausgewogen in puncto Geschmack und Optik (auch hier Essensgesichter und beklebtes Handwerkszeug), manchmal liegt sogar ein minimalistisches Regelwerk zugrunde. Und ganz klar, aber auch nicht schlimm: nicht alles schmeckt immer jedem!

Natürlich lässt sich die Geschichte auch rückwärts schreiben. Also Kochen und Trommeln.
Denk‘ mal: wie selbstverständlich sich Schneebesen, Teigschaber und Spülbürste in die Stocktasche, Kochtöpfe ins Set einreihen, warum wohl „fat“ DAS Adjektiv zur Beschreibung geiler Beast geworden ist, wie satt eine Schweinshaxe (oder deren Esser) die Four on the Floor treten könnte, träum‘ von swingendem Ke-Bap oder der Mash-Up-Molekularküche eines Ferran Adrià…


Ab und an tische nämlich auch ich liebevoll belegte Brötchchen zur Erklärung von programmierten e-Beats auf, oder instrumentalisiere einen Restaurantbesuch zur Erklärung diverser Produktionstechniken:

Bei einer klassischen Menüfolge „Vorspeise (Suppe) Hauptgericht Dessert“ kannst Du ja
*A
– die Reihenfolge ändern [cut & paste]
– auf Vollständigkeit verzichten: nur Suppe, oder: nur Hauptspeise und Nachtisch essen [cut & trim & paste]
– anstatt das Besteck zu verwenden, mit den Fingern essen, bzw. die Suppe schlürfen [lo-fi]
– das Menu gemütlich essen oder Fast-Food-like runterschlingen [pitch, timestrech]
– Essen oder den Café kalt werden lassen, und das Eis-Dessert zerläuft… [bitcrush]
– ungefragt die Bestellung eines unbekannten Tischnachbarn übernehmen und sie in die eigene Menüfolge integrieren [weiteres Sample als Fill-In]
anfangen, ohne auf die anderen zu warten [offset]
Hier wird der Groove also „am Stück“ bearbeitet, wie man es mit einem komplette Groove-Sample machen könnte.
*B
– das Essen nach Geschmacksrichtungen (süß, salzig, sauer, bitter, scharf) oder Farben sortieren [cut & categorize]
– die Gänge unkonventionell zusammenführen: Suppe wird als Soße für den Hauptgang verwendet [pattern lego]
Jetzt wird der Groove hinsichtlich verschiedener Einzelklänge zerschnitten, diese zum Einen in einer Sound-Library geordnet, zum Anderen als Ausgangssituation für ein Lego-artiges Spielen/Kombinieren genutzt.
*C
– den Kellner fragen, ob Du nicht innerhalb der drei angebotenen Menüs kombinieren darfst: z.B. die Suppe aus M2, dann das Hauptgericht Nr.1 und schließlich den Nachtisch von M(enu)3 wählen. [pattern lego]
Komplette Patterns oder Einzelteile aus unterschiedlicher Herkunft werden zusammengeführt: ich muss dabei immer an den Kro-Ku-Fant denken.

PS. hier noch mal gebündelt meine drei Lieblingskochbücher (und als nächster steht Vincent Klink im Rennen):
– Anthony Bourdain „Geständnisse eines Küchenchefs“
– Bill Buford „Hitze. Abenteuer eines Amateurs als Küchensklave, Sous-Chef, Pastamacher und Metzgerlehrling“
– Rote Gourmet Fraktion „Kochen für Rockstars“

Und völlig ausser Konkurrenz, dafür mein Jahrgang: „The Drummer’s Cookbook“

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Noch mehr Sommerkraut & Rüben

August 16, 2008

Morgen, am Sonntag, den 17.08.2008 spielt morgens! um 11 Uhr Nik Bärtsch’s Ronin im Hof des Historischen Museums in F/Main. Die Uhrzeit ist heftig, der Eintrittspreis von 5 Euro dagegen mehr als versöhnlich. Ich werde meinen Wecker stellen und bin gespannt auf Kaspar Rast (Drums) und Andi Pupato (Percussion).

Vier tage später – und in Hamburg – könnt ihr Benny Greb beim Dreh seiner neuen DVD unterstützen: genießt das 3ergezimmer und klatscht kräftig (mit). Donnerstag 21.08.2008, 19h im Nachtasyl/HH, for free!

Diese Gelegenheit werde ich leider nicht wahrnehmen, da ich mich für einen Ausflug nach Amsterdam & meer entschlossen habe – selbstverständlich nicht ohne ein angemessenes WWW-Ferien-Set zu hinterlassen:
in Form von geschmackvoller Camping/Festival-Verpflegung (von der Roten Gourmet Fraktion)
und diversen Oldschool-Dub-Tracks:
Keith Hudson „In the Rain“ (1973)
Keith Hudson „Pick A Dub“ (1973)
Upsetters „Drum Rock“ (1973)
King Tubby „Dub Experience“ (1974)
Jacob Miller „Who say Jah No Dread“ (1974/75)
Jacob Miller & Augustus Pablo – Baby I Love You So (1974/75)
Augustus Pablo „Brace’s Tower Dub“ (1976)
The Upsetters „Super Ape“(1976)
Scientist „Chemistry“ (1980)
Scientist „Saved By The Bell“ (1980)
Scientist “ Just Say Dub … Who“ (1981)
Scientist „Drum Song Dub“ (1981)
African Head Charge „Stebeni’s Theme“ (1981)
Scientist & Prince Jammy „Life“ (1982)
Scientist & Prince Jammy „City of Gold“ (1982)
„Scientist and Jammy Strike Back!“ (1983)
Sly & Robbie „Skull & Crossbone“ (1984)
African Head Charge „Off The Beaten Track“ (1986)
Dub Syndicate „Stoned immaculate“ (1991)
The Observers „Come Dub“ (?)

Ich verabschiede mich mit dem Ur-Smiley der Rave-Bewegung auf dem I-D Magazine Cover von No 54 12/1987: