Archive for the ‘Snare’ Category

mechanical Gate

März 18, 2021

mit Floppy Discs. Müllvermeidung…

Hallway Snares

Februar 23, 2021

Über das Treppenhaus von Headley Grange (die Hallkammer für John Bonhams „When the Levee Breaks„) wurde schon vielerorts berichtet, ebenso über die Reamping Idee für „Teppich-arme“ Snares (wobei der Snare Track ausgespielt und vor der Abhöre eine mitraschelnde kleine Trommel positioniert, mikrofoniert und erneut aufgenommen wird).

Der Kreativ-Tüfftler Max Gebhardt hat beide Ideen zusammen gefasst und im doppelten Wortsinn schön aufgenommen:

Kagh! Douuong Pag!

Dezember 30, 2020

Inspirierendes Videotelefonat mit Trilok Gurtu; seine Geschichte, seine Einstellung, sein System.

Ich habe mir zudem ein Mini-Hörspiel über den Snaresound extrahiert.

Sowie diesen Tipp ausgeschnitten, der meinen Gewohnheiten sehr entgegen kommt:
„If it’s not working, put 4 on the floor!“

Zaubern zu Weihnachten!

Dezember 11, 2020

Ich werde in den kommenden Tagen meine stärksten Tricks offenlegen.

In bester Zirkustradition beginnt das Spektakel mit einem langen Trommelwirbel. Dunkelheit verstärkt die Spannung, kein Mensch ist zu sehen: DRrrrrrrrrrrrrrrrrrr
Kennt man den Trick dahinter , so ist es ein KINDERSPIEL, The No Hands Snare Roll:

Das Licht geht an, Musik erklingt. Wir hören eindeutig das Schlagzeug. Sehen aber nach wie vor niemanden.
Eindeutig:

THE INVISIBLE DRUMMER oder sprechen wir gar von GHOSTNOTES ???

Aufgang des Rhythmusmachers. Wir hören wir mehr als einen Groove, der aus den bekannten vier Ebenen (Hände, Füße) besteht. Es muss sich um einen Freak handeln, einen Drummer mit
dritter Hand!

Und der Artist setzt noch einen drauf. Seelenruhig öffnet er
Die vierte Dimension!
Nicht ohne Grund gibt es „das Echo“ und „die Echo“, es ist eindeutig mehr als das Ganze. Der akustische Rückwurf beglückt uns mit Raumzeit!
Und im Schlagzeugkontext ermöglicht er uns Überraschungen en masse: Effektspielereien, zusätzliche Rhythmusebenen oder Chaosfaktor.

Mehr als ein gewöhnlicher Tusch fürs Finale!
Das fünfte Element ist ein wohlwollender (aufmerksamkeitserzeugender) Effektshot, der dank eines Noisegate, je nach Schlagstärke auf die mikrofonierte Trommel, ihren Sound automatisch durch ein Hall- oder Delaygerät schickt. Ein zauberhafter Dubeffekt (wie dort bei Chris Dave) oder ein zusätzlicher Roomshot nach kräftigeren Hits (hier und dort).
Selbstverständlich können wir diesen elektronischen Zusatz auch selbstbestimmt steuern. Beispielsweise in dem wir den verantwortlichen Threshold-Parameter des Gates durch betrommeln eines (nach draußen hin stummen) e-Pad überschreiten (schau).

Beat-Literatur, Hallexplosionen und der Geist des Lötkolbens

September 25, 2020

Ich lese nach wie vor Marcel Beyer, lege aber mal geschwind Putins Briefkasten zur Seite und suche nach seiner Lobrede „Der achtigste Geburtstag“. Denn Michel Baumann hat mir von der Verbindung zwischen dem legendären Schriftsteller der Beat-Generation William S. Burroughs und King Tubby berichtet. Und so finde ich unter der Überschrift „Der Geist des Lötkolbens“ zunächst folgenden taz-Schnippsel:

>>In seinem Ständchen zum 80. Geburtstag von William S. Burroughs wies Marcel Beyer 1994 auf einige unerklärliche Ähnlichkeiten hin, die zwischen Dub-Reggae und den Techniken und Ideen des Schriftstellers bestehen. Auf der Grundlage wilder Theorien über Burroughsche Jamaika-Aufenthalte, bewies Beyer im Erich-von- Däniken-Stil, daß die jamaikanischen Musiker des Dub-Umfelds offensichtlich dessen Vorlesungen gehört haben mußten. Verblüffend, aber der Mann hatte recht: War Tubby nicht mit dem Schraubenzieher unterwegs, zu schauen, welcher Geist in den Maschinen wohnt. Veränderte Tubby nicht deren Code, so wie Burroughs es tat, als er sich als Tonbandreparateur filmen ließ? Hatte Tubby nicht damit begonnen, den Baß in den Vordergrund der Musik zu mischen und gleichzeitig dessen Klang zu Volumina anzudicken, die Toningenieuren bis heute Rätsel aufgeben. Burroughs philosophierte auf der anderen Seite in einem Interview über die Folgen von Infraschall, also Schallwellen unterhalb des nicht mehr hör-, aber körperlich spürbaren 20-Hertz- Bereichs? Und ähnelte der zu Partikeln zerhackte Gesang des Dub nicht den Ideen zu Klangmanipulationen, die Burroughs in „Die elektronische Revolution“ beschreibt?
Wie auch immer: Tubby schmiß einen Stein in den Teich, dessen Wellen sich bis heute nicht beruhigt haben. <<

Erinnert mich auch etwas an Austin Kleon. (Bild von seiner Webseite)

Und da im gestrigen Artikel über Mad Professor das schicke Wort „reverb explosion“ (einen typischen Dub-Kunstgriff, den ich bisher nur unter Room Shot oder Reverb Shot kannte), liefere ich einen artverwandten Vorfahren nach:
Im Refrain der Simon & Garfunkel Single „The Boxer“ (1969) gibt es immer wieder einen Kanonenschlag-artigen Akzent zu hören, ein krasser Gegensatz zum eher braven Vers eines gefälligen Folk-Songs. Hal Blaine machte sich Gedanken, wie er den süßlichen Titel, den er eher wie ein Schlaflied empfand, auf gute Art rhythmisch begleiten könnte. Der Kanonschlag jedenfalls war seine Snaredrum, die in/vor einem leeren Fahrstuhlschacht der Columbia Studios aufgebaut wurde.
Auch die restliche Rhythmusgestaltung beweist Geschmack: erstmal nichts – dann nur die bouncende Kickdrum (aber auch die nur auf der rechten Seite des Panoramas). Im Refrain dann die volle Wucht (a “cannonball-like” sound) plus einem leisen, dafür angezerrten Tomloop, auf der linken Seite. Für die Verse wird dieses, einem Standardtanz einer Beatbox nicht unähnlichen Pattern, von seinem Klangschmutz befreit und hoppelt clean und unfällig mit.


Supersnare

Mai 29, 2020

…eigentlich eine umgedrehte Rahmentrommel, die mit Metallkügelchen befüllt wurde: Klingt super, Marcelo Woloski!

von Hand erzeugte Samples

April 26, 2020

Mit einem digitalen Delaygerät (hier: Alexander Sky 5000)  lässt sich der Snareklang subtil transformieren, als wären plötzlich Samples im Spiel. Dabei sind es nur viele, ganz schnelle Wiederholungen.
Um eine solche Soundveränderung punktgenau erzeugen zu können, verbinde ich ein (stummes) e-Pad mit dem Sidechaineingang eines Gates (Alesis Micro Gate).
Nur wenn ich auf das Pad schlage, rutsch das Snaremikrosignal ins Echogerät.

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So wird verkabelt:
SD Mic > M.Gate IN   ||  e-Pad/ > M.Gate TRIGGER   ||   M.Gate OUT > Delay
Mit den beiden Reglern DELAY und RATE kann ich bestimme wie lange der weiterzuleitende Signalausschnitt sein und in welchem Tempo das Tor wieder verschlossen werden soll.

>>Etwas so Wichtiges, dass es die Berge wiederholen – wie ferner Donner klingt der Hall.<<
Sasa Stanisic „Wie der Soldat das Grammophon reparierte“ (Seite 47)

Dark Matter

März 12, 2020

Nach dieser begeisterten Überschrift in der Sueddeutschen Zeitung
>>Grenzenlos neugierig mit der Festplatte im Rucksack: Der Londoner Schlagzeuger Moses Boyd produziert Jazz wie ein Mixtape im Hip-Hop<<
wird „Dark Matter“ direkt gestreamt.
Passend dazu schaue ich mir die vielen schönen Drum Tortillas an und versinke in einem wohlig dämpfenden Meer aus Stoff. Das macht die Zugfahrt nach Neubrandenburg gleich viel gemütlicher.

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PS. von der dunklen Materie zur düsteren Angelegenheit:
Bin natürlich auch gespannt, wie bzw. ob in nächster Zeit konzertiert werden wird. Da ich diesbezügliche Entscheidung selbstverständlich nicht selbst in der Hand habe, kümmere ich mich zu mindest um ein stabiles Immunsystem – Ingwer, Zitrone, Chilli & postive Vibes. Und sollte dennoch eine häusliche Quarantäne anstehen, freue ich jetzt schon auf die Buchtipps der taz, das Entschlanken und Verschachern des Equipmentbestandes, die Fertigstellung des Echodrums Schmökers, Songwriting, Familie, Kochen, Musikhören, das nächste Fest, oder einfach SCHLAFEN – hach, auf 1000 schöne Dinge, die viel zu oft zu kurz kommen…

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Heute:

März 8, 2020

1. Schöne McCoy Tyner Platten Auflegen: Robert Lochmann legt im FB schon mal diese Rakete vor:

2. Mit Q-Berts „Wave Twisters“  das erste Turntablism-based Musical schauen (und in all die andern DJ-Tipps von Tobi reinhören). OK, und auch die Scratch DJ Doku von 2001 gleich hinterher.

3. Weiter im sprachschönen „Fallensteller“ Erzählband lesen und anschließend vielleicht die gute Idee in puncto Gesichtsschutz parat haben?

4. Das Foto von Schlappes Reisewasserkocher an Moritz und Pat mailen und seinen Link zum Looperwerk befolgen.

5. Andrea beim Halbmarathon zujubeln!!!

6. Den smarten Truetone/Visual Sound Time-Bandit Neuerwerb auf Herz und Nieren prüfen, denn er verspricht, externe Tap-Tempo-Buchsen dank eines an ihm angelegten Pulssignals (z.B. ein mitlaufender Clicktrack oder einzelne e-Pad Schläge) zu synchronisieren.

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7. Ein bisschen von der Black Beauty träumen und Kenny Aronoff auf den Zettel schreiben.

8. Internationaler Frauentag:
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Die Namm & der Käsekuchen

Januar 18, 2020

In Amerika treffen sich gerade die Musikalienhändler zur NAMM Show.
Aus der Berichterstattung gefällt mir die Teppichabhebung der reisefreundlichen Tama Metalworks Effect Series, auch die zwei dosierbaren Innendämpfer von Benny Grebs zweiter Signatur-Schnarre, dann noch die Tama Sizzle Drop Clutch, sowie die Nachricht, dass bunte, gestaltete Farbe nun auch auf dem ganzen Becken angekommen ist (wobei hinsichtlich der ästhetischen Ausschöpfung dieser Möglichkeit noch deutlich Spielraum besteht).
Und dann würde ich gerne mal die Knöpfen des Erica Synths Zen Delays drehen, gerne in deren Showroom in Riga…
Auch mal schön, wenn man zum Konsummarkt gar nicht so viel lesen muss. Denn zack, liegt Gedrucktes in der Hand und darin finde ich eine schöne Stelle, die mich in Bezug auf den Käsekuchen direkt an die Kersting Brüder denken lässt, ansonsten die Freude beim Lesen unterstreicht:

>>Sie konnten einander jetzt riechen.
Betje roch nach Seife, Getreide und Zärtlichkeit.
Gerlach roch nach Arbeit, Sonne und Mut.
[…]
Draußen nickte Porcavi Gerlach zu, wie Männer einander zu solchen Gelegenheiten eben zunicken, nahm ein Stück Käsekuchen, biss hinein und sagte mit vollem Munde ein schönes italienischen Wort, wobei Gerlach fand, dass alle italienischen Wörter schön klangen, selbst wenn man sie mit vollem Munde sprach.<<
Thomas Meyer „Rechnung über meine Dukaten“ (Salis, 2014 Seite 118, 120)

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