Archive for the ‘Workshop’ Category

Balance und Körperbeherschung

September 25, 2017

Irgendwie drehte sich mein gesamter Samstag, der lediglich mit einem Rhythmusworkshop beginnen sollte, immer wieder um die Themen Balance und Körperbeherschung:
Wolfram Winkel widmet sich dem Thema „polyrhythmische Unabhängigkeit“, welches er eigentlich viel lieber Koordinationstraining nennt, mit Kopf, Leib und Seele, vor allem angenehm spielerisch.
Und so macht es großen Spaß sich auf seinen „drehenden Würfel“ einzulassen, bei dem (zunächst) eine Überlagerung von vier Unterteilungen innerhalb eines Viervierteltaktes (Ganze, Halbe, halbe Triole, Viertel) durch alle vier Gliedmaßen wandern. Und im Fall des Erfinders verdichtet sich die Übung zunehmend:

Das ist komplexer polyrhythmischer Kram, den ich vermutlich links liegen lassen würde, wenn mir der Vortragende nicht mein Gehirn einer eins a Anekdote umgarnt hätte –  dass, wenn man ein 2:3 Pattern ultraschnell vom Rechner abspielen lässt, ein Quintintervall erklingt, quasi Grundton, Oktave und erster Oberton: Frequenzbeziehungen! – und meinem Körper durch ein paar schöne Spiele mit kleinen Sandsäckchen und Eggshakern die Befürchtungen nahm und bewies: durch die stetige Wiederholung einer Koordinations-Übungen lassen sich die entsprechenden Synapsen recht schnell verbinden.
Und dann gab es noch die schicken Assoziationsanker mit auf den Weg:
Hund (1) – Katze (2) – Seepferdchen (3) – Wasserbüffel (4) – Babygorilla (5)
Kalbsleberwurst (2:3) – Hey-Oli-was-geht-ab (3:4)
[Jetzt muss ich mir lediglich in bester Hacky Sack Tradition noch etwas Reis in eine einsame Socke füllen, diese zunähen und dann könnte ich mit solchen lifeKinetik Spielchen die kommenden Tage starten.]

Dass ich an diesem Tag zufällig per Longboard unterwegs war, hätte nicht besser geplant werden können. Denn so rollte ich motiviert (konnte ja prompt was für mein Körperbewusstsein tun) zum Familienteil des Wochenendes in den Hafenpark. Und weil dort gerade „The European Week of Sport“ angepfiffen wurde, bekam ich obendrein noch eine beeindruckende Einführung in puncto Ballberrschung, sowie die Neuentdeckung von Chinlone, einem (dem Hacky Sack nicht unähnlichen) traditionellen Team-Sport aus Birma: >>Der Gedanke von Chinlone ist nicht der Wettkampf […] Es geht nicht darum zu gewinnen oder zu verlieren, sondern darum, wie schön gespielt wird.<<

Abends stand noch „Expanding Jazz“ im Hessischen Landesmuseum Darmstadt auf dem Programm, wo weitere Übungen warteten: Balance bezog sich nun auf die Aufgabe, die Lautstärke des akustischen Schlagzeugs mit dem mächtigen Nachhall des Messel-Baus und dem Rest der Band in Einklang zu bringen und Körperkontrolle wurde vor einem riesigen Gerhard Richter Gemälde aus dem Jahr 1973 gefordert: denn die statischen „1024 Farben“ kamen bei längerer Betrachtung irgendwie in Bewegung…

Zum Tagesabschluss habe ich noch das tolle Figurenensemble von Joseph Beuys entdeckt, in welchem ein Plastiksoldat sein Gewehr auf einen Plastilin-Hasen anlegt. Das Werk aus dem Jahr 1963 heißt zum Glück  „Der Unbesiegbare“ und wurde als fotografiertes Motiv Ende der Siebzigerjahre auch noch als Wahlplakat für die Grünen verwertet – ach Mensch, so viele Zufälle

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Regensburgs rhythmischer Regenbogen

Januar 23, 2017

Es war wunderschön in Regensburg, äußerst bunt und farbenfroh, vor allem:
ungemein inspirierend!
Von Pete Zeldman lernte ich, WIE elastisch Time sein bzw. strukturiert werden kann. Ausserdem formulierte er den schönen Satz: >> Sticking is dialect.<<

Mit Magnus Öström traf ich einen anderen passionierten Effekt- und Echodrummer (und bekam prompt große Lust darauf, mit Kontaktmikro und  Whammy-Pedal zu experimentieren). Er hat aber nicht nur einen speziellen Zugang zur Elektronik, sondern ein in sich rundes Klang-und Groovekonzept.
Der perfekte Abschluß des Wochenendes , weil unglaublich schön (nostalgisch), war die Erinnerung an „Gagarin’s Point of View“:

Dass ich zudem Gerwin Eisenhauer erstmals live hör/sehen konnte, war eine große Freude. Denn auch er hat sich mittels irrwitzig schnell getretener Miniatur-Hihat,  Teppich-oben-Snare und hervorragender Technik eine ganz persönliche Rhythmuswelt erschlossen.

Aber auch aus den Workshops, die ich gegeben habe, konnte ich einige Ideen und Anregungen mitnehmen. Zum Beispiel die Neuentdeckung dieses wirklich reisefreundlich ausgecheckten Tap-Delays (keinedelay „Teil1“):

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Und wie so oft, der wohltuende – vermeintliche – Nebeneffekt eines intensiven Aufeinandertreffens interessierter Rhythmusmacher und Musiknerds (und Zuhörer) tritt ein, wobei so viel positive Energie freigesetzt wird, dass ich mit leichtem Freudeschauer feststelle, dass das Musikmachen nicht nur mir gut tut!

PS. um schließlich auch noch den nächtlichen „Hang“ mit Magnus, Pete, den Wolkensteins und dem tollen Walter Lang gebührend unterzubringen – kann ich mir es nicht verkneifen meine Techno-Katze dranzuhängen:

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Geschützt: Workshop Regensburg 220117

Januar 23, 2017

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Dickes B

Mai 9, 2016

Angenehm erschöpft und höchst inspiriert, gehe ich mental nochmals die Highlights meines Berlin-Ausflugs durch:

Ich hatte den perfekten Start, klar: Dirk und seine Drumtrainer schätze ich ohnehin sehr, aber dass die Bude rumsvoll und dann noch mit vielen coolen & befreundeten TrommlerInnen besetzt sein wird, hätte ich nicht erwartet.

Und ab dann ging’s nahtlos in den X-Jazz-Flow über:
– Schwarzmann Soiree Finale mit Henrik und Ben Westbeech
– ein atmospärischer „A Coral Room“ Einstünder im Monarch, siehe Momentaufnahme von Martin Bach:

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– ein letzter Hauch von Kurt Rosenwinkel und seinen „Bandits 65“ (mit Gintas Janusonis)

– entspanntes Mittagsprogramm mit Christian Prommer (inklusive Native-Instruments Nachtisch) und Michael Kersting (der mir unter anderem den prall gefüllten Pulse-Percussion-Store in der nähe der Ankerklause gezeigt hat).

– das Matthias Lindermayr Quintett mit Andi Haberl -toll!

– Vijay Iyer Trio mit Marcus Gilmore (intensiver Gig, aber mir zu lang). Die Verbeugung vor Robert Hood gefiel mir gut:

– der (auch elektronisch) verspielte Demian Kappenstein (Highlight für meine Klangbibliothek: das auf die Snare gelegte Skateboard!) in einem ganz speziellen Mitternachtskonzert mit Inéz

– ein schönes Zitat aus der Catering-taz: >>Unser Vorstellungsvermögen und die Fähigkeit, aus nichts etwas zu kreieren, ist das größte Geschenk<< (Adi Gelbart)

– intensiver (beeindruckender & inspirierender) Besuch in Christian Lillingers Proberaum, von dem ich ein schönes Klangideal mitnehme – die gläsernen Toms – und die aktuelle „Amok Amor“ CD
Um die Ecke dann direkt nach „Klein Hanoi“ (Dong Xuan Center) zum Essen.

Noch ’ne tiefe Verbeugung vor bzw. ein dickes (Lo)B an Stud und seinem Team, ein derartig fettes Festival auf die Beine zu stellen! Genau so hab ich es mir immer gewünscht 🙂
PS. Berlin finde ich eigentlich immer toll, im Sommer jedoch unschlagbar.
Und wenn man dann ab und an noch von vertraut poetischer Lautmalerei à la „so ischess“ überrascht wird, fühle ich nicht nur wohl, sonder wie zuhause!
PPS. Handy tot = auch gut
PPPS. den 2nd Hand Laden in der Zossenerstrasse konnte ich nicht auslassen; dort lief eine LP von Horace Andy „In the light Dub“. Quasi noch mehr Sommer!

Geschützt: Workshop Drumtrainer 04052016

Mai 9, 2016

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X-Jazz

Mai 4, 2016

Guter Name, tolles Festival! Freue mich sehr auf das X-Jazz-Festival in Berlin!
Ich spiele dort morgen Abend (5.5.16, 19h) im Kreuzberger Monarch mit der Frankfurter Elektronik-Impro-Truppe A Coral Room
Skalitzer Str. 134, 10999 Berlin // U-Bahn Kottbusser Tor

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Davor – nämlich heute Abend 19-21h – gibt es einen Workshop in Dirk Erchingers eins a Drumtrainer (Eintritt frei). Das Thema bennene ich mal spontan mit Klischee, Kleber & Attitude – Mit und ohne Strom!
Schwiebusser Str. 16 / 10965 Berlin // U-Bhf. U6 Platz der Luftbrücke; Bus 104, 248

Club Cymbals

April 19, 2016

Ich war am Wochenende in Bremen, um im Trommelwerk eine schöne, zweitägige Masterclass zu geben. Dazu habe ich meinen neu zusammengestellten „Club Beckensatz“ mitgenommen, featuring:

3x Hihats
22“ Lo Pitched Hats (Meinl Sand Crash-Ride, 22“ Meinl Extra Dry Thin Ride)
8“ TR-Hats (Meinl Candela Bell + 8“ Meinl Safari Splash + OneShot-Shaker),
Meinl Cabasa-Hat

3x Textur
18“ Swell & Crash (Meinl Vintage Crash)
20“ White Noise Pulse (Jazz Thin Ride mit Sizzle Kette)
White Noise/Reverb Tails aus dem Laptop (e604 via RME Babyface ins Ableton, gesteuert mit NI F1)

Hier in Bild und Kameraton (gefilmt/fotografiert von Nalan Music | Art Photography), etwas DiscJamming zur „Groove Armada„:

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PS. Die Workshop-Reise geht bald weiter, nächster Stopp „Berlin“:

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Geschützt: Workshop Bremen Trommelwerk 16042016

April 17, 2016

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Drum and Basics

September 20, 2015

Die lange Zuganreise mit viel Zeit zum Lesen – ein dickes Buch und etwas über „Luftmenschen“ – war eine entspannte Einstimmung auf das (wieder mal) schöne Scheune-Fest in der Neustadt. Dort dann viele Freunde, tolles Publikum und eine Klangtapete aus vornehmlich Bass und Schlagzeug.
Tschaka-tschaka, alles sehr nach meinem Geschmack – hoch lebe das Dresdner Drum & Bass Festival!

Ich habe viel Inspirierendes gehört und gesehen; aus der Flut der Eindrücke hier meine drei Highlights:
– die 16tel groovende Yolanda Charles
– der singend-trommelnde Phil Fill
– (auch wenn nur indirekt, da einen Stock tiefer und nur durch Treppenhausklang übermittelt) die Vibes von Seraleez.
Obendrein dann noch ein schönes Netzer Konzert, auf einem wunderschönen – von Herrn Robert ‘Sput’ Searight warmgespielten Tama Star-Set 🙂

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PS. schade, dass es das Bassists Against Racists T-Shirt nur noch (in für mich untragbarer) XL Größe gab – ich hätte es gern beim Gig getragen; dafür wird die Message jetzt hier plakatiert (und meinem Gewerk subtil angepasst)

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Art of the Trio

September 14, 2015

1. Schön, den Battles beim Musikmachen zuzuschauen!
2. Die Basecap-Gaffer-Headphone Lösung (Helmet?) von John Stanier hat was, das gelbe Artstar auch
3. Und so freue ich mich jetzt noch mehr auf meinen nächsten Trio Gig, am Samstag mit Netzer beim Dresdner Drum & Bass Festival.