Snarehalter

Oktober 5, 2022

Gomezz hat mir einen Filmtipp geschickt, „Charlie Watts – Taktgeber mit Stil„.
Ich packe die vor Jahrzehnten gelesenen, längst inhaltlich vergessenen „Hundert Jahre Einsamkeit“ in die Reisetasche und begebe mich auf Herbsttour.
Schön!

Foto: Axel Winkler

Meinl Percussion Digital Stomp Boxes

Oktober 4, 2022

Oh wie spannend: Meinl wirft die kompakte (350 Gramm leichte) elektronische Zigarettenschachtel auf den Markt, bzw. links neben mein Hihat-Pedal, mit vier unterschiedlichen Geschmäckern (von denen mich der Clap und Kickdrum Sound tatsächlich am meisten interessieren).
Denn dass sich die Ferse des Hihat-Fußes optimal dafür eignet, zusätzliche Klänge zu treten oder weitere Sound-Layers zu overdubben, entdecken wir bei immer mehr top Drummern aus den unterschiedlichsten Genres: ich denke dabei an die Spider-Technik von Jan Stix Pfennig (Drum’N Bass), an die beiden unterschiedlich bestückten Hihatmaschinen von Marcus Gilmore (Jazz), an die zweite, „boomy“ Kick von Carter McLean (Jazz) oder auch an meine eigene „Hackentrick“ Versuche.
Und alternativ zum Hihat– oder Kick-Pedal lassen sich die Kistchen selbstverständlich auch ganz herkömmlich treten, um für andere Klangfarben zu sorgen.

Let’s check them!

Hattler Herbst

Oktober 3, 2022

Einheits-Musik zum Entspannen und Auftanken (Tipp von Betram Engel): Daniel LanoisPlayer Piano

Hey, und dann geht’s Mitte der Woche (vor allem) mit HATTLER weiter!
06.10.2022: HATTLER Ulm, Roxy
07.10.2022: HATTLER Wangen, JazzPoint
08.10.2022: HATTLER Stuttgart, Merlin
11.10.2022: HATTLER Schwäbisch Hall, Hospitalkirche
12.10.2022: HATTLER Glems, Hirsch
13.10.2022: HATTLER Rüsselsheim, Rind
14.10.2022: HATTLER Münster, Hot Jazz Club
15.10.2022: HATTLER Bebra, Lokschuppen
16.10.2022: NETZER Stuttgart, Die Bar
17.10.2022: DTES Frankfurt, Ono2
19.10.2022: HATTLER RO-Iasi
20.10.2022: HATTLER MD-Chisinau
21 10 2022: HATTLER RO-Bukarest
26.10.2022: HATTLER Pforzheim, Osterfeld
27.10.2022: HATTLER Mannheim, Ella & Louis
28.10.2022: HATTLER Idstein, Scheuer
29.10.2022: HATTLER Westhofen, GUT LEBEN am Morstein
02.11.2022: HATTLER Wetzlar, Franzis
03.11.2022: HATTLER Bonn. Harmonie
04.11.2022: HATTLER Leverkusen, Scala
05.11.2022: HATTLER Minden, Jazzclub
06.11.2022: HATTLER Kassel, Theaterstübchen

Geschützt: 34th International Drummer Meeting Salzgitter

Oktober 2, 2022

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Feiern in Salzgitter

September 30, 2022

Mein Papa wird heute 82, DePhazz feiert den Album Release von „Jelly Banquet“, damit seinen 25. Geburtstag und ich so:
Salzgitter

Und Salzgitter war ebenfalls ein Fest! Hier meine Erinnerungsstützen:
Snom = eine Trommel, die sowohl Snare als auch Tom sein kann.
Warum gibt es eigentlich die tollen Shaker Mallets von VicFirth (Rattle Mallets,Maraca Mallets) nicht mehr? Die wurden von Michael Küttner wohlklingend integriert. Ansonsten singt Kütti beim Üben (Konnakol) und beim Trommeln (welche Sprache eigentlich?), tänzelt und versprüht Energie und beste Laune.
Für Adam Deitch ist wichtig:
Dancing and Speaking, Playing the Room (dem Veranstaltungsort angepasste Schlagzeuglautstärke). Vor allem: den Bassisten glücklich zu machen!
Martina Barakoska liebt: Journaling während des Übeprozesses (Drum Diary) und spricht von Akkorden, wenn auf derselben Zählzeit mehrere Instrumente des Drumsets gespielt werden.
Richard Spaven verwendet das Wort „embellishments“ (Verzierungen) für Fill-Ins oder Mutes (die er wiederum „breaks“ nennt). Break 1 entspricht demnach folgender Quartett-Karte:

Ansonsten, wie gewohnt: geschmackvolle Beats aus der Zukunft. Der Groove des Tracks „Nova“ beispielsweise basiert übrigens auf einer ausgelassenen 32tel Note zu Beginn der rhythmischen Phrase.

Bertram Engel hat unglaubliche Geschichten erzählt, u.a. über die Treffen und Arbeit mit Robert Palmer, Double Drums mit Levon Helm, Kopfnüsse bei Jimmy Barnes und einen vermeintlichen Playback Gig mit Springsteen in Berlin, vor allem aber mit einer Klarheit und Intensität Beats ausgehämmert, auf dass keine Fragen offen bleiben… der Kapitän halt!

Zur Workshopzeit von Claus Hessler sitze ich leider schon wieder im Zug: dafür hat er mir aber noch in der Garderobe eine schön komplizierte französische Tagwacht vorgetrommelt.
(Den Stream des Flux Konzertes gibt es dort zu sehen)
Von Lui Ludwig gab’s obendrein eins a Aufwärm-Tipps, gegen Unterzuckerung fotografierte ich die Erchinger Banane:

Mein persönliches Highlight war die spontane Session mit Frank Itt, Musik machen halt!

die Grenze vom Geräusch zum Rausch

September 26, 2022

Zum Tod von Pharao Sanders rasseln wunderbare Sätze durchs Feuilleton. Spiegel-Autor Tobi Müller erzeugt mit seiner Überschrift eine Miniatur-Bio, die Lust macht, tief ins Repertoire einzutauchen :
>>Wo John Coltrane noch intellektuell schraubte, fand Pharoah Sanders am Tenorsaxofon den Absprung ins Gleiten: Seine spirituelle Musik ließ selbst den Free Jazz hinter sich und fand auch ein junges Publikum.<<
Und Peter Kempe von FAZ liefert eine Formulierung, die ich direkt als eigene Zielsetzung übernehmen möchte, nämlich die Fähigkeit, die Grenze vom Geräusch zum Rausch zu überschreiten. 
Ich lege „The Creator has a Master Plan“ vom Karma-Album (1969) auf. Billy Hart trommelt:

Jetzt noch zwei schöne Nachrichten aus Amerika, über zwei großartige deutsche Trommlerinnen, die dort derzeit kräftig aufschlagen: Anika Nilles ist (wieder) mit Jeff Beck auf Tour und Philo Tsoungui (ganz frisch) die aktuelle Drummerin von The Mars Volta. Wohoo!

walking down

September 21, 2022

Heute, nach einem schönen Mainspaziergang mit Thomas Stieger und Wolfgang Haffner, standen wir plötzlich in der Tür des MOMEM-Museums. Drinnen lief „The Hunter“

Später schnappte ich mir das „Rave“ Buch von Rainald Goetz und schlug es blindlings auf. Erstaunlicherweise passte der Abschnitt von Seite 127 perfekt dazu:
>>Nun gut.
Die anderen sind dann aufgestanden, und an den Pool gekommen, und machen da jetzt bißchen Krach, springen rein, und spritzen rum. Davon bin ich aufgewacht. Ich springe auch ins Wasser, und fühle mich fast völlig nüchtern plötzlich, nur durch dieses bißchen Schlaf am Rand des Pools.
Die Villa gehört den Frankfurtern, die haben uns eingeladen hierher, in die Berge, irgendwo im Nirgendwo auf dieser wunderschönen Insel. Gestern abend, das heißt: heute morgen, nach der Vollmondparty am Strand, nach dem Ende, wann war das?, so um acht etwa oder neun, danach.
Am Schluß hatte Löffel ›Walking Down Madison‹ gespielt, und ›Andromeda‹, immer wieder, immer wieder hat er, weil es die letzte Nummer sein mußte, weil die Barbesitzer schon drohend da standen, und es schließlich geheißen hatte: eine noch, nur EINE Nummer noch – dann also diese eine letzte Nummer endlos verlängert, indem er immer wieder den Tonabnehmer vom Ende nach vorne setzte, das kriegten die Tagchefs gar nicht mit, schon gar nicht bei dieser, endlos sich wiegenden und wogenden Nummer. Wie habe ich ihn da verehrt dafür. Den großen, schweren, bösen Löffel.
Und irgendwann war es dann doch endgültig aus und zuende und Schluß, und ich saß auf diesem kleinen Mäuerchen, neben den Plattenspielern und der Anlage, und schaute beim Abbauen zu, wie der Löffel und Sven ihre Platten in ihre Kisten klopften, das magische Material, wie nebenher geredet und geraucht und dies und das erledigt wurde, perfectly in tune mit all den letzten Stunden dieser Nacht, der Party, den vielen großen Reisen, auf denen viele da gewesen waren, und dieser morgendlichen Stunde jetzt. Wo die Narren abziehen. Und die Herren des Tages und der täglichen Geschäfte zurückkehren und, gut so, wieder die Regentschaft übernehmen.
Wie ich Sven da zum erstenmal sehe, das Sven-Ding verstehe. Wie der so ist. Wie ich schlicht und einfach bezaubert bin sofort, hingerissen. Und wieder finde, finden muß, wie schon so oft: daß die, die gerüchtemäßig und öffentlich als irgendwie toll gelten, es in echt noch tausendmal mehr wirklich SIND: toll. Daß das Gerücht immer stimmt, der Ruf, das sogenannte Image, das öffentliche Bild.
Sven Väth, Maniac Love.
Genau, genau, genau genau genau.<<

auf ein Kaleidoskop von medialen Kanälen

September 20, 2022

Ich lese morgens gern und regelmäßig die taz, aber die heutige Ausgabe hat es mir besonders angetan. Ich wollte schon tippen: eine der spannendsten Ausgaben überhaupt – aber vielleicht hatte ich heute auch nur die Zeit und Muße tiefer einzutauchen als sonst…

Neben schillernd Buntem (die illustre Kirchengemeinde bei der Queen-Trauerfeier, die Stiftung der Patagonia Firma, die deutschen Siedler Bessarabiens), wähle ich für den Blog den Artikel „Social Media essen Diskurs auf“ über das neue Buch bzw. die aktuellen Gedanken von Habermas.
Hier ein paar Teaser:
>>In den alten analogen Zeiten gab es ein Kaleidoskop von medialen Kanälen: Zeitungen, Litfaßsäulen, Möbeleinrichter, Galerien, Illustrierte, Fernsehen, Radio und so weiter. Tausende analoge Influencer kommentierten die Welt über ihren Kanal und versuchten, die Menschen von Ansichten, Trends und Angeboten zu überzeugen. Das ist Habermas’ „Öffentlichkeit“.
Heute gibt es weniger als eine Handvoll digitale Plattformen, deren geheim gehaltene Algorithmen nur ein einziges Ziel verfolgen, nämlich das beschönigend so genannte „Engagement“ der User zu steigern. Das heißt: die Verweildauer und Aktivität auf der jeweiligen Plattform. Aus diesem Grund belohnen die Algorithmen Emotionalisierung, und das bedeutet vor allem negative Emotionen. Denn sie bringen Eskalation.
[…]
US-Netz-Vordenker Jaron Lanier fordert, anstelle des Euphemismus „Engagement“ die Begriffe „Sucht­erzeugung“ und „Verhaltensmanipulation“ zu verwenden.
[…]
Immer schon prägen Technologie und Ökonomie die ­Kul­tur. Die Instagram-Attitude des Ich-bin-so-hübsch-und-doch-so-traurig, die Twitter-­Polarisierung in Wutbürger und Moralapostel, der Realitätsverlust in den Echokammern von Face­book sind allesamt Effekte der Plattformökonomie. Die Technologie formatiert Kultur und Gesellschaft, das hatten schon Friedrich Nietzsche und Marshall McLuhan festgestellt: Nicht nur wir Menschen formen die Maschinen und die Medien, sondern umgekehrt auch sie uns.
[…]
Solange die Aufmerksamkeitsökonomie den Krawall anheizt, wird sich nie ein Diskurs er­geben, in dem nach Habermas der „zwanglose Zwang des besseren Arguments“ herrscht. Genau das ist seine Sorge, wenn er vom „Versiegen“ der „Deliberation“ spricht, der „rationalisierenden Kraft der öffentlichen Auseinandersetzungen“, ohne die die Demokratie nicht auskommt.<<

Für mein weiteres Tagesprogramm ist der Artikel „Weg von einem unterkomplexen Begriff von Nachhaltigkeit“ verantwortlich und wird mich ins Frankfurter Architekturmuseum führen, deren Ausstellung „Nichts Neues. Besser Bauen mit Bestand“ ein Plädoyer für die Alternative zum Abriss formt.
Passt bestens zum eben beendeten Bauhaus-Roman von Theresia Enzensberger, das Buch mit der lebensfrohen (originalen, nachkolorierten) Fotografie auf dem Deckel:

musikalisches Trommeln

September 19, 2022

Ob komprimiertes Groove-Geheimnis oder eine Zauberformel, um den Sommer festzuhalten, egal:
Groove ist wie drei Kugeln Eis, musikalisches Trommeln wie die Eiswaffel mit Sahne und Streuseln!

Einen Rhythmus so aufzuführen, dass Dein Gegenüber gar nicht anders kann als sich zu bewegen, ist schon mal eine große (aber eigentlich machbare) Aufgabe (denn Du siehst ja sofort, ob es klappt oder nicht). Doch sobald der Groschen (an den Eisdieler) gefallen ist, dass hier drei Kugeln zu einem größeren Ganzen zusammenschmelzen, dass die (bewußte) Zusammenführung von Sound, Pattern und Attitude Groove entstehen lässt, fangen die Beats an zu rollen.
Hurra!

In der Eisdiele sorgt ein zusätzlicher Sahneklecks für eine noch stärkere Geschmacksexplosion, bunte Streusel oder ein schmucker Soßenbach erfreuen das ästhetische Empfinden. Auch diese Zutaten lassen sich aufs Trommelspiel übertragen. So finden sich Katalysatoren zum Beispiel in Gestalt von Fill-Ins oder überraschenden Effekten, vielleicht sogar in optischen Showeinlagen, bestimmt aber in der verbindenden Qualität, dem sogenannten „glue“, der die verschiedenen Ebenen (Schlagzeuginstrumente und/oder Musiker) zu einem stabilen, homogene Konstrukt zusammenschweißt.
Zack, wird trommeln zu Musik!
Jaaaa!!

PS. irgendwann wird uns Eismachern auffallen, dass es ja auch Eismaschinen gibt, die einem nicht nur Arbeit abnehmen können, sondern die musikalische Groove-Palette immens erweitern.
Weiter geht’s….

PPS. beim Drummer Meeting in Salzgitter (30.09. – 03.10.) möchte ich geschmacksvoll und tiefer in diesen Eisberg einsteigen…

nur $

September 16, 2022

Och nö: Geldbeutel verloren. Mit allen Ausweisen, Geldkarten und der Gage vom vorletzten Gig.
Der monetäre Verlust schmerzt, der anstehende Aufwand nervt, doch kaum wurden die notwendigen Schritte eingeleitet, ist das Drama schon fast vergessen. Zumal es auch eine andere Sichtweise gibt:
Nachdem mir Schlüssel und Börse schon einmal entwendet wurden hatte ich mir dafür eine große gelbe Tasche mit Reißverschluss besorgt, so dass ich sie sowohl gut spüren als auch im Blick haben kann. Und dennoch war ich vorgestern wohl derart in Gedanken, dass selbst dieser Aufmerksamkeitsmagnet meinen geliebten Papiergeldbeutel nicht schützen konnte – auf gerade mal 200 Metern zwischen Gemüsestand und Wohnung. In dieser Situation sehr ungeschickt, so völlig entkoppelt durch die Straße zu ziehen, doch sonst, beim Musikmachen, ist ja genau solch ein Tunnel das erkorene Ziel:
bis auf die Mitspielenden alles ausblenden und fliegen…
Insofern: nicht alles schlecht.

sometimes