Whoa! This is cool!

August 12, 2020

Hey, hey! Mein ECHODRUMS Buch ist frisch gedruckt und wird für Dich geschwind mal durchgeblättert
Bestellbar beim Buchhändler Deines Vertrauens oder direkt bei mir 🙂

Body Percussion digital

Januar 13, 2021

Eigentlich immer verbindend, auflockernd und spaßig: eine Runde Body Percussion. Eine Gruppe von Rhythmuswilligen läuft den Puls und klatscht dabei vorgegebene Patterns nach.
Das ist leider in Zeiten des Online-Unterrichtens schwer durchführbar. Denn das gleichzeitige Grooven funktioniert wegen der Übertragungslatenz nicht und durch den typischen Kameraaufbau/Bildausschnitt sehe ich meist auch nur Kopf und Oberkörper meiner Gegenüber.

Also habe ich mir folgendes, visuell nachvollziehbares überlegt: der Fuß-Puls wandert in die Bewegung der oberen Körperhälfte (Oberkörper/Kopf). Alternativ dazu (oder zusätzlich) wird er mit Rhythmussilbe „Tschick“ gesprochen.

Die rhythmischen Aufgaben werden mit einer Hand auf die Schulter geklopft.

Beispielsweise Rhythmusklassiker aus aller Welt (Clave, Baião, 3:2 …) oder Sightreading Texte.
Und zum Üben lässt Du als Refernez am besten noch das Metronom mitlaufen und versuchst seinen Puls als Achtel-Offbeat zu hören.

Eine erweiterte Spielart geht in Richtung Beatboxing. Dabei versuche ich sowohl Tschick-Puls als auch die Rhythmusübung zu „singen“.
Hier meine dazu passende Spielkarte aus dem „Modernen Schlagzeugquartett

Der tolle Benny Greb hat diesbezüglich die Meßlatte ganz schön hochgelegt (da er nicht den Viertelpuls sondern die Clave als Grundlage hernimmt):

Subkick?

Januar 11, 2021

Neulich fotografierte ich diesen FB-Beitrag von Andreas Neubauer, in dem er zwei Tipps (Phase und Hi-Cut) zur Verwendung eines Subkick-Mikrofons gibt:

Dann verlinke ich noch zum SK10 Subkick Simulator, vielleicht eine Freeware PlugIn Option für den Fall, dass kein zweites Bassdrum Mikro vorhanden ist?

Einmal Drums mit alles

Januar 9, 2021

Bo Borgmann kenne ich bisher nur vom Sehen (im wahren Leben einmal, nämlich letzen Januar beim jährlichen Meinl Come Together, online schon deutlich öfter) und von seiner Schreibe. Dank seiner geradlinigen Art (auch unbequeme) Sachverhalte deutlich, aber empathisch anzusprechen und weil er mich in puncto Namen und Statur an meinen Bass-Freund aus Stuttgart erinnert, hat er schon ein Stein im Brett.
Während des ersten Lockdowns erzählte mir Stephan Emig von „Bos Kaffeekränzchen„, einer super Idee, ganz nach meinem Geschmack, jedoch leider mit der falschen Uhrzeit. Morgens um 9 Uhr bin ich noch nicht mal zum bloßen Kaffeetrinken fähig, insofern gab es dort keine Einstiegschancen.
Um so mehr freute ich mich über die neue Podcast-Reihe „Einmal Drums mit alles„, die selbstredend jederzeit gehört werden kann.
Nachdem ich die beiden Folgen mit Simon Gattringer und Christin Neddens angehört hatte schrieb ich ihm:

Es folgt eine schöne Antwort. Und selbstverständlich würde ich mich gerne bei diesem Imbiß in die Schlange stellen, dabei Rede und Antwort stehen, aber hey, das hätte jetzt doch den Beigeschmack einer Selbsteinladung.
Zudem habe ich schon zwei anderen Podcast-Gesprächen zugesagt und obwohl ich einiges zu erzählen wüsste, will ich auf keinen Fall durch Omnipräsenz ein „och ne, noch ein Podcast mit dem“ provozieren.

In diesem Fall wird’s wohl eher eine kurze Selbsteinwechslung – als Teil von Netzer trage offenbar auch ich ein solches Gen in mir – die sich um den rätselartigen Frageblock am Ende von Bos Sendung kümmert.

A >>Die schönste und die schrecklichste Erfahrung<<
Oh yes 🙂
Sauerstoff an der Grenze zum Kollaps – mit DePhazz 2007 auf dem Clubschiff in Budapest
Oh weh 😦
Ich durfte 2011 wieder mal bei den „Fantastischen Vier“ aushelfen und hatte einen suboptimalen Kopfhörermix. Hörte prompt den Einzähler bei „Mehr nehmen“ angeschnitten, sprich, zu spät und zack waren meine Sinne von der Offbeat basierten Synth-Sequenz auswegslos eingenommen. Natürlich merkte ich, dass was nicht stimmt, wusste aber nicht nicht genau „was“, konnte folglich auch nicht guten Gewissens irgendwo einsteigen. Trommle also nicht, Nummer wird abgebrochen… (dort wird die Geschichte dennoch gut, weil lösungsorientiert, zu Ende erzählt)

B >>Wer hat’s getrommelt?<<
Hierzu spielt Bo einen Track ein, den ich nur in der Sendung mit Christin („I keep forgettin‘„) gekannt hatte, dabei direkt an Wolfgang Haffners Buchtipp denken musste. Denn die Lukather Autobiografie ist voller Porcaro Geschichten.
Für Simon gab es den „Pina Colada Song“ mit Steve Jordan, für Ralf Gustke – habe ich ebn noch nachgeholt – Vinnie mit Megadeth 🙂

C >>Was wäre wenn?<<
1. Reise in die Vergangenheit
So schön ich viele unterschiedliche Epochen auch finde, ich möchte eigentlich genau im Hier und Jetzt bleiben. Einfach jetzt und in der nahen Zukunft all das machen, was ich toll finde bzw. aus der Vergangheit heraus traumhaft finde.
Passend dazu gab es heute einen schönen Gastbeitrag auf der IG Seite des Designers Stefan Sagmeister:


2. Der einzige verbleibende Song
Schwer!! Nach kurzem Mitüberlegen während der gehörten Sendung kam ich auf „Part I“ von Keith Jarretts „Creation“ Album aus dem Jahr 2015. Ein harmonischer Wonneproppen, episch und Schlagzeug-frei.

D >>Fünf Quickies mit Bo<<
1. DAS Drumbook
Moses Schneider „Das etwas andere Handbuch oder How to pimp my Übungsraum
2. DIE Trommel
meine alte Tama Superstar Snare. 14 x 6,5 mit dem besten Innendämpfersystem.


3. DAS Tool
Easy! Ein Delaypedal mit Tap-Tempo Funktion, beispielsweise das Boss RE-20
4. DER Lieblingsdrummer
Billy Cobham
5. EINE Empfehlung
Popkurs in Hamburg

Ich freue mich schon auf die kommenden Folgen (und werde weiterhin tapfer mitraten).

die kulturelle Kraft von Dubreggae

Januar 8, 2021

Julian Weber schreibt in der taz über die Renaissance von Dubreggae: „Die Musik in der Hauptrolle – Steve McQueen zeigt es in der Filmreihe „Small Axe“, Fabienne Miranda und Junior Loves in ihrer Musik: Dubreggae klingt besser denn je“.
Viel Futter für den Lockdown!

Ich hänge noch meine zwei aktuellen Dub-Favorites dazu und verkrieche mich in die Bassbox.
Groundation „Dub Wars“ (2005, Tipp von Moritz)


Prince Fatty presents „Hollie Cook in Dub“ (2012)

stabile Papierkrone

Januar 6, 2021

Im Jahr 2000 wurden wir mit Netzer zu einem Silvestergig nach Barcelona eingeladen. Am 6. Januar gab es dann natürlich den traditionellen Dreikönigskuchen (Tortell de Reis) mit Puffbohne, Porzellanfigürchen und Papierkrone.
Und irgendwie reiste die Madonna bis heute mit…

Passend zur damaligen Zeit gibt es eine Gif-Animation. Und einen alten Live-Track, quasi als Ersatz für die Corona bedingte Verschiebung unseres nicht weniger traditionellen Neujahrskonzerts im Stuttgarter Merlin.

im Looping verzettelt

Januar 4, 2021

Wie oft habe ich schon gedacht, gesagt: Hey, bleib doch mal konzentriert an der einen Sache dran, die Du gerade begonnen hast. Verzettel dich nicht. Sonst endest du mit vielen halben Sachen, aber nichts Ganzem…

Heute durfte ich zweimal intensiv erfahren, wie schön es ist mehrere Dinge zu beginnen, abzudriften und noch eine weitere Abteilung zu eröffnen.
Man liest nicht nur brav eine Geschichte, sondern mehrere, verschiedene.
Kocht nicht nur auf einer Flamme, sondern auf vier.
Wohlwissend, dass, während man sich einer schönen Sache widmet, andere Highlights schon wartend bereitliegend. Ich spür’s deutlich, das ist nicht Überfluss, sondern viel Fahrwasser für einen smoothen Flow.
Und in genau dem unterbreche ich ein spannendes Gespräch mit Steve Reich und tippe ich die Zufälle und Erkenntnisse des Tages herunter:

Am Nachmittag wollte ich eigentlich nur geschwind den von Jojo Vogt vorbereiteten Gastbeitrag einpflegen, stolperte aber direkt im ersten Videolink (die EMT Hallplatte und der Schlagzeugsound der „Black Keys“) über einen Nebensatz von Drummer Patrick Carney:
>>I am a big lover of the mono overhead<<
und hörte erstmal in das Album „Brothers“ aus dem Jahr 2010 rein – Schlagzeugsound in Mono! – bevor ich mich der eigentlichen Besonderheit zu wandte, nämlich jenem tontechnischen Trick, den großen Plattenhall als Drum-Mikro einzusetzen.

Dann las ich von F. M. Einheit, wollte nur mal kurz dessen Diskografie checken, bevor ich in sein spezielles Instrumentarium aus Riesenfedern, Stahlblechen und Steinen eintauche und die nicht vorhandene Stocktasche verstehe.
Diesmal wurde mir der wunderschöne Titel „Echohce“ zum Verhängnis. Als leidenschaftlicher Echodrummer und Delay-Forscher MUSS ich ja wissen, ob dieses Album von gleichnamigen Geräte geprägt wurde – immerhin gibt es von Hellmut Hattler auch ein Solo mit Palindrom-Namen („Enimo Mine„), das sogar zwei Echogeräte benötigt…
Aber der Echo-Kontext war ein anderer: >>ECHOHCE is a project for a singer, musicians and a machine generating text. The singer speaks the title of the next song into the microphone to announce it to the audience. The song does not yet exist. The computer answers by generating a stream of associations related to the topic. The lyrics are printed on eight needle printers above the stage as they evolve. The singer selects text that seems meaningful to him and performs it together with the musicians. The text generator Poetry Machine used in this project is based on semantic networks. The program only contains routines to process text, no hardcoded datasets. It digests documents of human authors and extracts their associative interconnections. Its main source of information are the masses of text in the internet. Poetry Machine is part of the permanent collection of the Centre for Art and Mediatechnology (ZKM), Karlsruhe.<< (Quelle)

Ein spannender Ansatz und ein großartiger Jamie Lidell! Sein Gesang fand ich immer schon beeindruckend, seinen zeitweiligen Drummer Brian „Willie B.“ Wilson außergewöhnlich (weil er mit dem linken Fuß einen Bassisten in der Liveband ersetzte) und im weiteren Verlauf fand ich noch dieses Soundcheckdokument, das Herrn Lidell als geschmackvollen Live-Looper zeigt:

In diesem Augenblick gingen weitere Fenster in meinem Kopf auf, unbedingt mal all die frühen Looping-Artists (siehe Matthew Herbert neulich dort) in einem Beitrag zusammen zu fassen…

Jetzt aber hielt ich inne. Und brachte die ursprüngliche Aufgabe, den Artikel Jojos DIY Plate Reverb zu Ende.

Dann wieder zum sich selbst loopenden Jamie Lidell. Dieses spätere Video zeigt eine Equipveränderung, sowie eine deutliche Referenz zur „Flow Machine“ von Tim Exile. Na klar, auch er ist ein meisterhafter Solo-Looper. Und zack formt sich mittels des Artikels „Is Live Looping 2.0 the beginning of Music 2.0?“ der nächste Schneeball wie von selbst:
>>Live looping has been coming in and out of modern music’s favour since the 60s. It’s been adopted by composers like Steve Reich, beatboxers like Beardyman and singer/songwriters like KT Tunstall.
It’s had another renaissance recently with Ed Sheeran and Marc Ribellet. Whatever you feel about their music, it’s a fascinating development. Live looping 1.0 was about technology and magic; wowing the audience with the ability to turn one musician into many. Like all tricks, it was time-limited. The magic is over once the third rabbit emerges from the hat.<<
Hier unterbreche ich die kluge Lektüre und unterfüttere ihre Verweise mit den bereitgestellten Links.

Beardyman is livestreaming improvised live looping and even doing community assisted production streams — getting feedback and suggestions on unreleased material as it’s made.

Lesson: Looping Basics Using KT Tunstall’s Method (mit Akai E2 Headrush Pedal)

Ed Sheeran Gear Guide (guitars and looping tech — a big fancy custom pedal but at its core a free VST)
vom Boss RC-30 zu den Chewie Monsta 1 und 2

Schließlich und endlich lande ich wieder bei Steve Reich, der übrigens als Drummer mit dem Musikmachen begonnen hatte. Alle Kreise geschlossen! Doppelter Looping, mindestens…

Morgen verlinke ich dann Binkbeats, Rico Loop, Amulets, Jonny Greenwood und Ed O’Brien und all die anderen Frippertronics.

Jojos DIY Plate Reverb

Januar 3, 2021

Bei meinen IG Streifzügen sah ich Jojo Vogt mit Metallplatten und Piezos experimentieren.
Da ich selbst kürzlich – dank Bernard Purdie und Quincy Jones in Rudy van Gelders heiligen Hallen – in die reizvollen Klangwelten des Plate Reverbs eingetaucht bin, der Halleffekt im weiteren Sinne eindeutig zur Werkzeugkiste der Echodrums gehört und DIY mich ohnehin immer aufhorchen lässt, fragte ich Jojo kurzerhand, ob er sich vorstellen könnte, seine Erfahrungswerte auf dem Blog zu teilen. Here you are 🙂

>>Das erste Mal kam ich mit Blechen bei dem Video vom Aaron Sterling in Berührung und fand das sehr inspirierend. Ich teile mir mit einigen Kollegen mein Studio und glatt war ein Blech da, ca. in der Größe 60cm x 100cm, mit dem ich dann gleich einige Songs aufgenommen habe und es gerade als Layer mit stark komprimierten Räumen verwendet habe, was super interessante Sounds ergibt. (Siehe Aaron Sterling).
Dabei habe ich aber nur auf das Blech mit Sticks oder Mallets geschlagen und habe es mir den Room Mics abgenommen, also kein KontaktMic verwendet.

Als ich dann vor kurzem auf YouTube zufällig auf ein Video über den Drumsound/Mikrofonie der Black Keys gestolpert bin, erklärt Engineer Marc Whitmore (ab 2:27), dass er seinen EMT 140, der in der Aufnahme steht, als große Membran verwendet und nur den Sound aufnimmt, der durch den Schall im Aufnahmeraum an der großen Hall Platte entsteht (ab 4:52).
Super interessant, dachte nie, dass das funktioniert… bin halt ein Amateur… aber war getriggert…

Ich musste dann ein paar Tage darauf zum Spengler um Bleche für unser neues Gartenhaus machen zu lassen. Als ich in die Halle gekommen bin war ich natürlich im Candyland… überall Riesige Bleche.. und habe dann nach drei Bier und einem sehr netten Gespräch nicht nur die Bleche fürs Gartenhaus mitgenommen, sondern auch ein großes Blech, ca. 120cm x 100cm in 0,6mm Stärke aus Edelstahl und einige Abschnitte.
Der erste Schritt war damit getan.

2006- 2007 hatte ich einige Konzerte mit Funkstörung gespielt und bei einem dieser Konzerte haben wir mit FM Einheit (ehemaliges Mitglied der „Einstürzende Neubauten“) zusammen gespielt. Das war ein Erlebnis was mich nachhaltig geprägt hat. Er hatte zwei lange Stahlfedern, wie bei Garagentoren, die an den Traversen über der Bühne aufgehängt wurden. Eine war ca. 1m lang und die andere ca. 3m die er dann mit unterschiedlichsten Dingen, wie Hammer, Bohrmaschine und keine Ahnung was noch, bearbeitet hat und diesen Dingern unfassbar interessante Sounds entlockt hat. Abgenommen mit einem Piezo.
An dieses Erlebnis musste ich im Zusammenhang mit diesen Blech wieder denken und habe mir einige Videos auf YouTube von Ihm angeschaut und war total inspiriert das mit den Piezos mal auszuprobieren. Er hat auch ein großes Blech, auf dem er vor allem mit Steinen tolle Soundgebilde kreiert.

Das habe ich gefunden… sollte man sich unbedingt reinziehen!

Im Studio angekommen, habe ich das Blech in den Aufnahmeraum gestellt und ein AKG Kontaktmikrofon ziemlich mittig im unteren Drittel angeklebt und das Signal über einen Mic Preamp verstärkt. Ich war nicht sehr überzeugt, dass das besonders gut funktionieren kann, aber war dann ganz überrascht, wie gut das klappt und wie stark die Platte durch meine Drums angeregt wird. Die doch recht lange Nachhallzeit habe ich mit meinem Pulli verkürzt indem ich ihn einfach lässig über das Blech gelegt habe. An diesem Tag waren leise gespielte 70s Drums auf dem Plan, da hat es toll funktioniert.

Man kann den Unterschied zwischen Dry/Wet sehr gut hören:
a. Wet

b. Dry

c. Plate SOLO

Ich denke wenn man laut spielt und mit stark komprimierten Räumen arbeitet, würde das Blech durch den eigenen Klag stark mit einstreuen, wenn es im gleichen Raum steht, wie das Schlagzeug und die Mikrofonie. Fraglich, ob es dann gut zu verwerten wäre. Ich werde es testen.
Man findet übrigens super Anleitungen im Netz für den DIY Plate Reverb. Ich plane auch einen Stahlrahmen zu schweißen und dann einen Hall zu bauen, den ich vielfältig einsetzen kann.
Dann aber mit Stereo Abnahme durch Piezo und Oberflächen Transducer, um auch Sound aus der DAW in den Hall schicken zu können. Das könnte dann auch eine Lösung sein, wenn es mal wieder lauter sein muss…

Übrigens eignet sich das Blech auch toll als Instrument indem man es mit Schlägeln aller Art bearbeitet. Das habe ich auch gemacht und man hört es im Snippet „Zombie“.
Alle Sounds die einem Angst machen kommen aus dem Blech 🙂

Ich persönlich finde das ganze Thema sehr spannend und hoffe, dass ich Euch ein paar Einblicke geben konnte. Auf jedem Fall werde ich das weiter testen und in meinen Recording-Alltag als feste Option etablieren.<<

PS. Die Verbindung von Delay und (dem deutlich kompakteren) Federhall könnte als alternative Einstiegsdroge funktionieren…

Ngembak Geni

Januar 2, 2021

Den Neujahrstag habe ich in bester Feiertagsmanier fast gänzlich verschlafen. Bestens ausgeruht und von allen bösen Geistern befreit, übertrage bzw. olifiziere ich Ngembak Geni, den Tag nach Nyepi.
Ich besuche nochmals all die inspirierende Musik des vergangenen Jahres und bitte ihre Schöpfer um Vergebung Einsicht, dass das ein oder andere als Rampe fürs eigenen Schaffen verwendet wurde…

Viel Spaß beim Mithören! Ich empfehle, dazu die Spotify Liste Datums-technisch zu drehen und von Hinten durchzuhören:

Nyepi

Januar 1, 2021

Kurz vor Levis Einschulung hatten wir eine kleine Auszeit genommen und sind nach Bali gereist. Dort haben wir Nyepi kennengelernt.
>>Das Balinesische Neujahrsfest ist ein ganz besonderes. Denn statt mit Feuerwerk und Party beginnt man das Neue Jahr auf Bali ruhig. Schweigend. Mucksmäuschenstill. NyepiDay of Silence oder Tag der Stille ist der höchste hinduistische Feiertag in Bali und wie der Name schon sagt, verbringt man diesen auch so. Der Flughafen steht still, die Straßen wirken wie Geisterdörfer und das Internet ist tot. Ja, es herrscht Stille auf Bali.<< (Quelle)

Passend dazu lese ich nochmals die schönsten Stellen in Erling Kagges „Stille“ (übrigens der Gegenpol zu Mickey Harts „Die magische Trommel“ und denke an „A Lecture on Nothing“ von John Cage:

>>I’m here and there is nothing to say.<<

Der einzige Grund, wieso wir ja überhaupt auf der Welt sind

Dezember 31, 2020

Peven Everett schafft die Klammer für 2020: einerseits „stuck“, andererseits deutliche „good vibes“ und Zuversicht!

Also freue ich mich auf ein gutes neues Jahr, überrasche und vertreibe dennoch die Rest-Geister des alten.
Mit unkonventionellem Feuerwerk, durch kräftige Klatschgeräusche aus dem letzten Jahrtausend und unseren Gasherd.

Gegebenenfalls auch mit, hoch in den fünften Stock geschleppten Schlagzeugteilen.
Denn eines meiner schönsten Silvestererlebnisse hatte ich im (ebenfalls Böller-freien) Sansibar, als eine Rhythmusgruppe stundenlang um ein Feuer herum getanzt, gesungen und getrommelt hat.

Völlig klar, auch 2021 wird im Kontext des Groove stehen!

Und rückblickend auf das formschöne 2020 wiederhole ich nochmals diesen positiven Textschnippsel, den mein Lieblingsautor Heinrich Steinfest im März als Gastbeitrag für die Kontext-Wochenzeitung geschrieben hatte:

>>Möglicherweise ist das die richtige Zeit, um wieder Trost und Rat bei den großen Philosophen und Philosophinnen zu holen, so unterschiedlich und widersprüchlich die als Gemeinschaft und oft auch in sich selbst sind. Aber dennoch schaffen sie ein Bewusstsein, das uns zu der eigentlichen Frage nach dem Warum zurückführt. Vielleicht hat es eben doch einen Sinn, unser Leben, vielleicht kümmert es das Universum eben doch, was wir tun und was wir unterlassen und wie wir aus einer Krise hervorgehen: gescheiter, dümmer, gleichgültiger oder leidenschaftlicher, das Leben feiernd und die Umwelt achtend. Verliebt in das Dasein. Großmütig. Klar, wir werden uns nie ganz von der Angst um Klopapierknappheit befreien können, das nicht, das ist wohl unsere Natur, aber nichts, was sich nicht zum Positiven entwickeln ließe. Der einzige Grund, wieso wir ja überhaupt auf der Welt sind, ist es, die Dinge zu verbessern. Egal, wie oft wir dabei scheitern. Ein Auftrag ist ein Auftrag. Göttlich oder nicht.<<