so good

Oktober 22, 2021

Durch Zufall entdeckt (weil die „So Good“ Choreo meinem Patenkind gut gefällt): wenn der eigentliche „Imagination“ Drummer Errol Kennedy in der ersten Reihe performen muss, ersetzt ihn… der junge Mel Gaynor (Live At Dominion Theatre, London 1982):

Durchgängig gibt’s zudem eine top Optik zu bestaunen, vom Kostüm, über die ausgecheckten Moves hin zum Simmons-Hybrid-Kit (mit echten Becken, echter Snare). Ein aktuelles passendes Kunstwerk hätte ich auch schon entdeckt, nämlich die bessere Basketballhälfte von Johannes Ehemann:


Algorithmen und das Kidney Drum

Oktober 14, 2021

Esse den ersten Lebkuchen und freue mich ein bisschen, dass die Algorithmen heuer doch noch nicht ständig ins Schwarze treffen!

Gestern ließ ich mich im Freiburger Drumhouse von Fritz Stegers Wissen und seinen Geschichten verwöhnen. Dass ich dann heute über die exotische Deri (pre Rimmel) Nierentrommel, jenes frühe Karl-Heinz Stockhausen Signature-Objekt für dessen Werk „Momente“ stolpern würde, hätte nicht passender komponiert werden können:

Auf dem Kalbsfell der „Kidney Drum“ lassen sich übrigens im Umfang von 1½ Oktaven alle Tonhöhen erzeugen, ein exklusives, trommelbares Glissando anno 1965 – ganz ohne Fußbeteiligung! (Heute gibt’s dank Kohlberg ein Ersatztrommel für die Aufführungen, leider ’ne runde Sache…)
Schließlich habe ich noch ein frühes, leichtes Superstar (mit Verstärkungsringen) eingepackt.
PS. seit der Rückfahrt habe ich’s schwarz auf weiß: ich bin nicht nur Schlagzeuger, sondern ein ganzer Musikverein!

Stick Tricks

Oktober 10, 2021

Neue Woche, neue Aufgaben?

Vielleicht erstmal nur den Buddy Rich Move?

Streuobst

Oktober 10, 2021

Schwäbische Spießigkeit, geschenkt! Ich lieg hier mit leichtem Mundraub vom Hotel-Frühstück und einer original El Hierro Maracuja (die mir Torsten netterweise importiert hat) auf der Streuobstwiese und träume von Amsterdam.
Beziehungsweise tippe mal wieder eine gute Steinfest-Zeile ab:
>>Doch so displiziniert seine Wanderungen […] auch begannen, kippten sie spätestens am Nachmittag ins Chaotische. Paulsen ließ sich dann von seinem Gefühl im wahrsten Sinne ablenken, verlor bald die Übersicht, kam an eine Stelle, die er bereits kannte, unterließ es aber, auf dem Plan nachzusehen und Ordnung in sein Getriebensein zu bringen. Als wollte er der Intuition die gleiche Chance geben wie dem System.<<
Heinrich Steinfest „Amsterdamer Novelle“ (Piper 2021, Seite 29)

War mal wieder ein schöner Stuttgart Kurzurlaub (ein eins a Gig im Bix, eh). Hach!

von Peter zu Peter

Oktober 8, 2021

Habe neulich mal wieder Peter Erskines Lehrbuch „Time Awarness for all Musicians“ aus dem Schrank gezogen. In der ersten Übung geht es um den traditionellen Folksong „Shenandoah„, der ein paar Auftakte beinhaltet , die bewusst gesungen bzw. gespielt werden sollten. Denn:
>>Typically, most people, including musicians who are not paying attention, will omit some of the stated rest or space between the notes.<< (Seite 8)
OK, ich konzentriere mich (das Foto von Hans Hartwig vom vergangenen Wochenende im Red Horn District, zeigt mich sogar dabei) – und nochmals von vorne…

Und anschließend lege ich die schönste Version auf, die ich von diesem Lied kenne, nämlich die 2008 von Charlie Hade gesungene!

Bevor es morgen in Stuttgart mit Hattler weitergeht, verlinke ich das Corona-konforme/bedingte Zwiegespräch mit Peter Wölpl. Als buntes Lebenszeichen von Luminos W, sowie als schöne Botschaft: Back to Life!

Garage

September 27, 2021

Ich höre! Large Joints & The Great Gatsby:

(zuvor gab’s den Electronic Beats Blind Test // 1995-2000 UK Garage)
Das vorläufige Wahlergebnis steht und jetzt braucht’s dringend gute Ideen.
Chris Dave hätte schon mal eine, nämlich die Kombination aus Lochbecken und Junk Hat:

OK: Garage als Stil, Thinktank und Kreativ-Werkstatt oder tatsächlich als Automobil-Behausung. Und da Pit gleich Geburtstag feiert, hier ein Foto von der vielleicht bekannteste Einzelgarage Deutschlands, die Carl Benz im Jahr 1910 in Ladenburg errichtete.

Musik! (nochmals Chris Dave…)

der einzige Achttausender kulinarischer Erleuchtung

September 26, 2021

Schade, dass Sonntag ist. Ansonsten wäre ich direkt losgezogen und hätte mir die teuerste Mango besorgt die Bockenheim zu bieten hat. Verantwortlich für diesen Sog ist die Hommage von Arno Frank.


Na gut, dann lege ich eben – immer auf der Suche nach den musikalischen Achttausendern – „Street Level“ von Zink auf (ein Track der 1982, elf Jahre nach der Mango, in Deutschland ankam) und versuche dabei einen gebrauchten Rennradmantel so zu präparieren, dass er künftig meine beiden Hihat-Paare im Reisekoffer schützen kann.
Leider besitze ich weder Säge noch Kneifzange um den eingearbeiteten Metalldraht zu durchtrennen – der Mantel soll ja von 26 auf 18 Zoll verkleinert werden und mittels Kabelbinder wieder zu einem Rund verbunden werde. Egal, denn bis zur Verkündung des Wahlergebnisses gibt’s ja noch Zeit.
Selbstverständlich auch noch genügend Zeit um wählen zu gehen!

Industrial Bleeps

September 22, 2021

Richard H. Kirk, der Voltaire Kabarettist und Bleep-Techno-Erfinder ist gestorben. So beginnt der Nachruf von Jens Balzer in der „Zeit“:

>>Sie hassten die Welt, sie hassten die Gesellschaft, sie hassten alle Kunst und auch die Musik. „Wir sind keine Musiker“, sagten Cabaret Voltaire über sich selbst, als sie 1973 in ihrer Heimatstadt Sheffield erstmals die Bühne betraten. Darum hatten sie auch keine Instrumente, jedenfalls nicht im überkommenen Sinn. Ihre Nicht-Musik bestand aus Geräuschen, die sie auf Tonbänder aufgenommen hatten und dann zu endlos sich drehenden Schlaufen verflochten und mit selbstgebauten Effektgeräten verhallten und verzerrten und manipulierten; dazu schickten sie aus einem wiederum selbstgebauten Oszillator sirrende und flirrende Sinuswellen in den Raum. Manchmal grundierten sie den Krach auch mit einem Rhythmus, etwa mit dem Geräusch eines Presslufthammers in einer Tonbandschleife. Später ließen sie auch mal eine einfache Rhythmusmaschine der Orgelfirma Farfisa vor sich hin tuckern – aber niemals wären sie auf die Idee gekommen, mit einem lebenden Schlagzeuger zusammenzuspielen. Denn wenn Cabaret Voltaire etwas noch mehr hassten als die Kunst und die Musik im Allgemeinen, dann war es die Idee der Rockband.<<

#AlleFürsKlima

September 21, 2021

Hey, der Freitag 24.9. nähert sich, besser als Luisa Neubauer kann ich jetzt nicht aufrufen, deshalb eins zu eins aus ihrem Instafeed kopiert:

>>Leute, es ist mir komplett egal ob ihr Vollzeit-Öko seid oder noch nie in eurem Leben Müll getrennt habt. Um die Klimakrise aufzuhalten muss irgendwer Kohlekraftwerke abschalten und das kann nur die Politik. Und weil sie das nicht macht, wenn wir nicht richtig Druck machen – machen wir halt richtig Druck. 

Es ist großartig, was viele Menschen privat machen um ökologisch zu leben. Aber worauf es letztendlich ankommt ist, ob wir es schaffen politischen Willen und systemischen Wandel zu organisieren. Und das wird einfach nicht möglich sein, wenn wir mehr Zeit damit verbringen uns gegenseitig für Konsumentscheidungen zu bashen, statt die Politik aufzufordern ihre Versprechen einzuhalten. Freitag streiken wir an über 420 Orten in Deutschland, alle Streiks im Link in meiner Bio. 

In Berlin* geht es um 12:00 Uhr beim Bundestag los. Bringt eure Freund:innen oder Kolleg:innen mit, sagt es weiter, und falls ihr keine Zeit habt – kommt trotzdem – es ist schließlich ein Streik. 🤓🤝 Die Klimakrise wartet nicht. Bis Freitag, überall. #AlleFürsKlima<<

* In Frankfurt ab 12 Uhr vor der Alten Oper

no more master clock, more topspin

September 20, 2021

Zwei gute Artikel aus den gestrigen Sonntagszeitungen passen bestens zu meinen momentanen Aufgaben:
1. die elektronische Schlagzeug-Ästhetik von der Orientierungsspur (Clicktrack, Master Clock) zu emanzipieren
2. Unter der Überschrift „Den (Preset) Rahmen erweitern“ suche ich Geschichten über jene „Game Changer“, Menschen und Produkte, die Moden entfachten und darüber neue Standards (oder gar zukünftige Klischees) im gängigen Drummer-Vokabular verankerten.

>>No more master clock!“ – „Nie wieder nach der Uhr der Herren!“ Irgendwann inmitten einer Lärmkaskade auf ihrem neuen Album „Black Encyclopedia of the Air“ schreit die US-amerikanische Dichterin und Musikerin Moor Mother, bürgerlich Camae Defstar, diesen Slogan ins Mikrofon. Es ist die ultimative Ermächtigungsgeste. Kon­trolle über die Zeit zu besitzen, das ist eine klassische Forderung emanzipatorischer Bewegungen.
Die Revolutionäre der Pariser Commune schossen 1871 angeblich auf die Turm­uhren, ein Jahrhundert später traten die überwiegend Schwarzen Ford-Arbeiter:innen in Lordstown im US-Bundesstaat Ohio in den Streik wegen der Taktung des Fließbands. […]
Aber „Master Clock“ hat noch eine zweite Bedeutung. Der Titel spielt auch den unerbittlichen Tempomat eines elektronischen Aufnahmestudios an, nach dessen Geschwindigkeit sich der Rest der Musikinstrumente zu richten hat. << Christian Werthschulte in der taz

Angefixt durch Winand von Petersdorffs Artikel DIE TOPSPIN REVOLUTION in der FAS fand ich das PDF „Technological Change and Obsolete Skills: Evidence from Men’s Professional Tennis“ von Ian Fillmore und Jonathan Hall:
>>Technological innovation can raise the returns to some skills while making others less valuable or even obsolete. We study the effects of such skill-altering technological change in the context of men’s professional tennis, which was unexpectedly transformed by the invention of composite racquets during the late 1970s. We explore the consequences of this innovation on player productivity, entry, and exit. We find that young players benefited at the expense of older players and that the disruptive effects of the new racquets persisted over two to four generations.<<

PS. der getriggerte Tennisschläger verankert diesen Beitrag noch unter einem anderen Aspekt im Blog