mega Smiley

Januar 26, 2023

Tagwerk heute, einen neues Smiley „ermalt“:

Und dazu die schöne neue Platte von Daniel Herkskedal „Out of the Fog“ (mit Helge Norbakken) gehört.

der Trigger

Januar 25, 2023

In unseren kleinen Schlagzeugwelt ist der Trigger ein aufs Fell gedrückter Piezo, der die getrommelten Impulse weiterleitet – beispielsweise zum Drumsynth, E-Drum-Modul oder in den Eingangskanal des Audiointerfaces – um dort einen zumischbaren, elektronischen Klang auszulösen.
Aus dem medialen Alltag kennen wir die Triggerwarnung. Dass jedoch der damit verbundene Trigger komplex, vor allem eine persönliche Problematik ist, die sich auf erlebte Traumata bezieht, erklärt Thomas Weber in der heutigen taz und deshalb fordert er einen präziseren Sprachgebrauch. Letztlich geht es mehr um Sensibilität und einen maßvollen Umgang, weniger um einen permanten alarmistischen Zustand.
(Und dabei entsteht dann doch ein ganz klare Parallele zu unserem gleichnamigen Musik-Werkzeug: der Sens-Regler bestimmt eine stabile Funktion. Ein Zuviel löst doppelt aus, zu wenig, führt zu Unklarheit. Die Art des gewählten Klangs, ein angemessenes Mischverhältnis sorgt für anhaltenden Wohlklang, wohingegen Alarm kurzfristig durchaus effektiv zu überraschen vermag, dauerhaft jedoch unangenehm nervt…)

to be connected with the rhythm section

Januar 25, 2023

Und so geht Alltag: man will einen kleinen exotischen Schnipsel posten, indem fachfremd gewerkelt wird – in dem Fall: die Saxofon Ikone spricht über Time und setzt sich illustrierend dazu seit langem mal wieder hinters Schlagzeug.

Zack, führt mich YouTube von Michael Brecker zu Jaco bzw. beide zu Joni Mitchell. Ich entdecke mein Lieblingstrack mit Vinnie „Win Win“ Colaiuta, Larry Klein und Michael Landau („You’re so Square„) in einer Live-Version – oh, toll – direkt auch noch einen kompletten Konzertmitschnitt dieser Besetzung.
Und der Tag sollte wieder 27 Stunden haben…

Anyway: nostaligisch, lehrreich und wohltuend war’s dennoch! In den Lektionen von Ian McEwan finde ich den dazu passenden Satz: >>Er liebte das Gefühl, keine Wahl zu haben. Er ließ alles hinter sich. Wunderbar.<<

Ach ja: an der Frankfurter HfMDK beginnt heute das viertägige Jazzfest. Keine Angst, ich komme!!

eine Handvoll

Januar 24, 2023

Viele Fotos besitze ich nicht, dennoch gut, dass die wenigen nicht einem Reduktions-Anfall zum Opfer fielen. So kann ich dieses schicke Polaroid – eindeutig ein Still-Leben mit Playback-Becken und Fotografin (Andrea) – aus dem Sommer 2000 posten, aufgenommen im Backstage eines Viva-Festivals auf dem Stuttgarter Wasen.

>>Bücher aufzuräumen ist nicht einfach. Sie lassen sich schwer wegwerfen. Sie widerstehen. Für die aussortierten, die in einen Secondhandladen wandern würden, stellte er einen Karton hin. Nach einer Stunde enthielt er zwei veraltete Reiseführer. In manchen Büchern steckten Zettel oder Briefe, die gelesen werden mussten, ehe sie zurück ins Regal wanderten; in anderen fand er liebevolle Widmungen. Manche Bände waren alte Bekannte, die man nicht einfach aus dem Regal ziehen konnte, ohne sie aufzu-schlagen und noch einmal zu kosten – einige Zeilen der ersten Seite oder irgendwo aus der Mitte. Bei einer Handvoll handelte es sich um Erstausgaben, die verlangten, bewundert zu werden. Er war kein Sammler – dies waren Geschenke oder Zufallskäufe.<<
(Ian McEwanLektionen„, Seite 165)

Außerdem kann ich noch den Release der Lars Bartkuhn 12″ vermelden, auf deren beiden Seiten „Melancholia“/“Icarus Ascending“ meine Proberaum-Drums zu hören sind. VÖ ist der 27. Januar (hey, Luans Geburtstag!).

Zum niederländischen Rush Hour Label gibt’s auch eine besondere Geschichte, dort fand 2017 im Rahmen des Amsterdamer ADE nämlich nicht nur unser erster Duo-Gig unter der Lars Bartkuhn Flagge statt, aufgrund eines Fußball-Stolperers und Meniskusriss kurz vor Abfahrt wurde die Reise zu einem intensiven Wechselbad verschiedenster Gefühle (Schmerzen, Angst, Vorfreude, tatsächliche Spielfreude, breitbandige Inspiration durch die anderen DJs und Performer).

best part

Januar 22, 2023

Ich flipp aus: hier in der ARD Mediathek mein toller Opa vor 60 Jahren! Feuer und Flamme für die Musik!

Nicht nur, dass er mir immer besonders nah war und auch meinen nicht-klassischen musikalischen Weg vollkommen respektierte, es gibt ganz schön viele Ähnlichkeiten (optische und inhaltliche). Und spätestens nachdem ich ebenfalls mit dem Bücherschreiben begonnen hatte, dann auch noch an der Musikhochschule gelandet bin, um mit SchulmusikerInnen zu arbeiten, gibt’s auch den offensichtlichen Schulterschluss.

Jedenfalls gehe ich hochmotiviert in den Proberaum, um mich auf die anstehenden Workshops vorzubereiten:
10.-12.02. Drum Weekend Regensburg (mit Richard Spaven, Flo Dauner, Gerwien Eisenhauer und Maxbeatwerk)
22.04. Drummertag Bühl tbc
17.-19.11. Percussion Creativ Teachertage

Mit meinem Großvater im Geiste „dirigiere“ ich dort schon vorhandene Lieblingsmusik. Präziser ausgedrückt, ich strukturiere die Konserve mit manuell gesteuerten Effekten, also durch Stummschaltung, Filterfahrten und der Beschickung von Hall- und Echogerät.
Sprich, ich tauche ein in die Momentmusik des Live-Remixes.
Hier mal Jordan Rakei „Best Part“:

Das auf mono getrimmte Playback wird mittels einer zweifkanaligen DI-Box gesplittet.
Davon führt das eigentlich Playback (das, zu dem ich trommle) erst durch den Erica Synth Filter, dann via Mute-Button Option zum Solton Leslie.
Die beiden anderen Splits werden jeweils über einen Send-Button in den Hallraum (des Avalanche Run Pedals) bzw. ins Echo des EHX Memory Man geschickt.
Zack wird man als passionierter Musikhörer und Drummer auch zum DJ und Remixer!

PS. 1000 Dank an Peter Schindler für den Fund des Filmbeitrags! #bernhardbinkowski

sprechen statt spielen – auch toll

Januar 21, 2023

Anstelle des gemeinsamen Konzerts traf ich mich am Donnerstag Abend mit Kabuki – einfach nur zum Essen. Dabei streiften wir spannende Themen: verschiedene Mikrotonalitäten und Colliers „Moon River“, das lange nicht entdeckte „Shook Ones“ Sample, die unterschiedliche Räumlichkeit gepitchter Samples (siehe dazu auch Alex Hoeffkens „Varispeed“-Drumrecording), den morgigen Beginn des neuen Mondjahres bzw. das Jahr des Wasserhasen (das angeblich viel Raum für Kreativität und deutlich mehr Ruhe und Harmonie verspricht).

Vor dem Essen war ich seit langem mal wieder im Second Hand Plattenladen, kaufte dort u.a. eine Baden Powell MPS Compilation und hörte mir den „Dialogue of the Drums“ von Andrew Cyrilles und Milford Graves an.

Gewissermaßen als Nachspeise hänge ich noch „Akira Jimbo playing a disappearing drum set“ dran. Eigentlich gefiel mir Jimbos Art zu trommeln nie besonders – trotz seiner Affinität zur Elektronik. Die Idee zum Reduktions-Video hingegen finde ich eine gut.

Last but not least: auf meine todo-Liste kommt das Meinl Cymbal Pedal Mount, das ich gerne mit den Smack Stacks bestücken würde.

lo.scapes

Januar 19, 2023

Leider muss ja das heutige DTES Konzert verschoben werden. Als Trostpflaster gibt es hier eine ebenso komplett improvisierte Rutsche mit Bassist Marc Inti, die wir letzten September in den Art of June Studios eingespielt hatten:

The Art of the Duo, Drum and Bass!

Instagram Musikschule

Januar 18, 2023

Der Mainzer Trommler Julian Camargo vermittelt in seinen kurzen IG-Clips für den SWR eins a Basiswissen für SchlagzeugerInnen:

5 Fachbegriffe: Backbeat, Beats per Minute, Hi-Hat – wenn es um Rhythmus geht, kann man schon mal durcheinanderkommen. Julian Camargo bringt Licht ins Dunkel und erklärt im Detail, wann beispielsweise bei elektronischer Tanzmusik die Bassdrum kommt.

Stockhaltung. Deutsch, französisch, traditionell – Drumsticks können auf unterschiedliche Art gehalten werden. Was es genau mit den Bezeichnungen auf sich hat und wann es vielleicht sogar sinnvoll ist, zu mischen:

Schlagmaterial: Drumstick ist nicht gleich Drumstick. Jazz-Besen, Mallets oder Ruten – wenn man nicht aufpasst, kann man schnell den Überblick verlieren. Hier stellen wir die wichtigsten Drumstick-Arten vor.

Tiefenstaffelung

Januar 18, 2023

Neulich in Offenburg machte ich noch eine weitere tolle Erfahrung, die mit dem Parameter Vordergrund-Hintergrund spielt:
Ich legte Steve Reichs „Piano Phase“ auf, ein Klavierstück, das eindeutig rhythmisch und nachvollziehbar beginnt, dann aber aufgrund der Überlagerungen immer wieder sein Tempo verschleiert und ins Unkonkrete transformiert.
Darüber habe ich erstmal eine synchrone Viertel-Kick getrommelt, später mein Pattern zu einem housigen Beat erweitert. Schnell wurde klar, das mein Beat „richtig“ wirkte, auch wenn er längst nichts mehr mit der Zuspielung zu tun hatte. Was nicht schlimm war, denn diese erklang plötzlich nur noch als Textur. Ein Umstand, der sich aktiv mittels EQ (Abschwächung von Höhen und/oder Bässen) verstärken ließ.
Nach einem Breakdown startete ich die „Piano Phase“ erneut. Diesmal aber trommelte ich bewußt in einem völlig anderen Tempo (also out of sync) dazu. Das Ergebnis, also der Umstand, dass das Playback direkt als Textur in den Hintergrund rutscht, war gleich.

Daraus folgere ich: unsere (optisch und klanglich nachvollziehbare) handgemachte Musik hat gegenüber der eher abstrakten Konserve einen Startvorteil. Selbstverständlich spielt auch die Lautstärke eine wichtige Rolle, ebenso die Transienten (der Attack) der spielenden Klänge.
Mittels Volume-Regler, Filter bzw. Equalizer oder einem Hallgerät können wir die Gestalt und Wirkung eines Playbacks derart beeinflussen, um es in den Hintergrund zu verbannen, auch um uns ganz von ihm zu lösen. Somit eignen sich diese Werkzeuge auch bestens für eine Notfall-Strategie (beispielsweise falls mal die Synchronizität verrutscht).

drumming and dubbing the master-output

Januar 18, 2023

Hier mal die Idee mit einem Stereoplayback (Kabukis Track „Medusa“ vom aktuellen Album):

Am Donnerstag eröffnen wir eine neue Saison des „Temporären Elektronischen Salons“.
Diesmal mit Hans Glawischnig (Bass und Looper), Kabuki (Modular Synth) und mir als Drummer und Dub-Mixer.
Ich hatte neulich für ein Werkstattkonzert in der Offenburger Hochschule meine sagenhafte Superswitcher-Box entstaubt und erstmals damit den Master-Output beeinflusst, sprich den Gesamtklang vor seinem Weg zur Anlage gedubbed.
Mittels der „momentary Arcade buttons“ kann ich sowohl die Summe temporär stummschlalten, damit auch rhythmisch unterbrechen, als auch (mittels als „send“ konfiguriertem Knopf) ins Echogerät schicken.
Und genau diesen Ansatz möchte ich nun auch im DTES ausprobieren.
Also: Donnerstag, 19.0.23 ab 20.30h im Frankfurter Ono2 (fällt leider aus, Personalmangel wegen Corona…)

Und der Audio Disease SS1-Superswitcher im Großformat.

Im inneren der Box lässt sich jeder der vier Taster ruckzuck entweder mit Mute- oder Send-Eigenschaft bestimmen, also ob ein anliegendes Signal angeschaltet wird (und somit aus dem Ausgang geschickt wird) oder ob ein durchgeschleiftes Signal ausgedrückt wird.
Leider wird die Box nicht mehr hergestellt. Als Alternative, auch als Tool für weichere Cuts bietet sich das klassische Volume-Pedal an. Mit ihm kann sowohl stumm-gefadet oder eingeblendet werden.

Zu Ehren des kürzlich verstorbenen YMO Drummers Yukihiro Takahashi (Tama Superstar E-Drum Pioneer) sollte ich eigentlich auch noch irgendeinen analogen Drumsynth zum Konzert mitnehmen – mein Coron Drum Synce scheint mir sowohl klanglich passend, als auch Taxi-reisefreundlich.
Ich verlinke die 1980er Budokan Show des Yellow Magic Orchestras, an eine Stelle, bei der ein stattlicher Syndrum-Piuu zu meinen beiden Lieblingstracks („Nice Age“ und „Rydeen“) übereitet:

und noch ein Video seines Duos mit Steve Jansen (bei dem zufällig auch noch mein Fusion-Gitarren-Held Jimi Tunnell mitspielt):