das kleinste Schlagzeug-Lehrbuch?

Mai 13, 2022

Meine Drumbasics Zusammenstellung ist mit ihren zwei Seiten vielleicht das kleinste (kürzeste, dünnste, leichteste) Schlagzeuglehrbuch. Dafür stört oder drückt sie in keiner Tasche, ein nicht unwesentlicher Faktor…
Ich hatte sie ursprünglich für den Basiskurs an der HfMDK zusammengestellt, mir aber jetzt gedacht: lass das Teil für einen guten Zweck* raushauen. Die Din A6 Karte richtet sich an alle interessierten RhythmusmacherInnen und LehrerInnen.
Für ihren Erwerb muss gerade mal auf eine gute Kugel Eis (1,50 €) verzichtet werden (die male ich Dir dafür auf den Briefumschlag). Falls jemand all seine SchülerInnen auf dieses Schlagzeug-Eis einladen möchte, so finden wir bestimmt einen fairen Deal für die große Eiswanne.

Hier das Buch (im Ganzen):

* Leider hat sich das Kriegstreiben gegen die Ukraine keineswegs beruhigt. Humanitäre Hilfe ist nach wie vor dringendst benötigt. Und deswegen habe ich erneut nach irgendeiner weiteren Spendensammlungsaktion für Ärzte Ohne Grenzen gesucht. Das Hosentaschenbuch ist’s geworden – jetzt wird also Wissen verkauft und sämtliche Einnahmen weitergeleitet. Mach mit!
Einfach Mail an mich. Oder direkt via Paypal Geld an o[at]olirubow.de senden. Die Karten werden gerade gedruckt und können Ende nächster Woche von mir weitergeschickt werden.
#stopthefuckingwar

Das große Beginnergefühl

Mai 16, 2022

In der taz wird ein vielversprechendes Buck von Robert Misik vorgestellt,
Das große Beginnergefühl. Moderne, Zeitgeist, Revolution“ (Suhrkamp). Allein bei dem kleinen Auszug komme ich aus dem Kopieren toller Textstellen kaum raus…bzw. verhedere mich angenehm im Mitdenken und dem Transfer auf die Trommelkunst.
Gleich bei dem Picasso-Zitat kommen mir all die Weckls in den Sinn, die sich einem anspruchsvollen technischen Neubeginn gemäß der Instruktionen von Freddy Gruber verschrieben haben.
>>Ich sah, dass alles getan war. Man musste sich überwinden, eine eigene Revolution vollbringen und bei null beginnen<<

Bei dem Satz >>„Es braucht die große tabula rasa, auf der man spielt, das beginnergefühl“, notiert Bertolt Brecht in sein Arbeitstagebuch. Die moderne Kunst war immer Schrittmacherin des Fortschritts, weil sie neue Wahrnehmungsformen durchsetzte.<<
setze ich mir direkt wieder die Kopfhörer auf, um in die Welt jener sagenhaften Post-Disco Dub-Mixese einzutauchen, die mich heute Nacht erst zur Mondfinsternis ins Bett gehen ließ.

>>Die Motive der Kunst sind: Nicht das „falsche Leben“ führen, sondern das „Eigentliche“, was immer das ist. Nicht im Konventionellen verharren, sondern neue Bildsprachen, Erzählformen entwickeln. Auch, die Wut rauslassen.<<

Zu guter Letzt noch ein potentieller Motto-Kandidat für die erste Seite meines neuen Buches:
>>„Wir wollen doch sehn, ob nicht die allermeisten sogenannten ‚unübersteiglichen Schranken‘, die die Welt zieht, sich als harmlose Kreidestriche herausstellen“, notiert die phantastische Lou Andreas-Salomé <<

making, consuming, owning.

Mai 15, 2022

Diese Woche gab’s nur eine CD im Player, „Night Dubbin‘ mixed by The Idjut Boys“ – hey, das ist ein kompletter Echo-Mix. Und im Booklet gibt’s nicht nur folgendes Statement der beiden Boys from London, sondern top Einblicke bzw. Interview-Schnipsel in die Dub/Remix Welt von John Morales, François Kevorkian (ursprünglich auch ein Drummer!), Paul Simpson.
>>When he [Dimitri from Paris] asked us to do a mix version of the cd he ‚d compiled for BBE, we were
honoured. We wanted to do a live dj mix, not touched up in a computer as that’s the way it
comes from a club booth. The use of effects is something we always prefer when we dj
The opportunity of manipulating the sound opens up the possibilities for more radical highs
and lows and musical variety.<<
Hey, solche Liner Notes sind für mich pures Gold. Sie nehmen mich bei der Hand und pflügen einen wunderschönen Pfad durch den Dschungel der Vielfalt!!

Ansonsten: Pablo Held hat mit Jochen Rückert gesprochen!

Und im die Ecke, im Instagram finde ich noch eine schicke Weisheit von John Maeda:
The 3 modes of human cognitive activity sit in
1/ making,
2/ consuming,
3/ owning. 
We communicate through making (signals) on one end and consuming (i.e. listening). We achieve commercial relationships with what can be consumed (by you) and owned (by someone else). We demonstrate character by what we make and own (i.e. as artists).

Guten Wochenstart, wünsche ich!

Red onions are clearly purple and orange juicy is yellow

Mai 14, 2022

Gestern las ich im IG einen beruhigenden Satz, der geschmackvoll aufdeckt, dass Unschärfen ebenso zum gesunden Menschenverstand gehören, wie das Eindeutige und wissenschaftlich Verbriefte:
„Red onions are clearly purple and orange juicy is yellow“.

Wenige Posts später fand ich den passenden Gelbton dazu. Nämlich die Farbe des Sony-Sports Walkman, die offenbar nicht nur dem tragbaren Abspielgerät den Anstrich besorgte, sondern auch seinen Geschwister, den Heimstudioboxen „Studiolabo“ von Sony, die es in zwei verschiedenen Größen gab.


Sie werden wohl in der nächsten Zeit während der Einschlafphase meine Pförtnerhaus-Fantasie ersetzen…

Kunst auf/mit Papier

Mai 13, 2022

Habe heute in der „Le Monde diplomatique“ Marion Eichmann entdeckt, die wunderbar mit der Schere zeichnen kann. Kurz darauf kam Luise Emilie mit ihrem Print vorbei. Hey, ein kunstvoller Freitag!

den Rahmen erweitern

Mai 12, 2022

Schwebe seit geraumer Zeit gedanklich für ein neues Buchprojekt. Es wird ein Glossar voller kreativer Strategien werden. Heute habe ich in diesem Sinn mein altes 14″er Hängetom zu einem Standtom umgebaut (was dank dem Sparedrum-Floortom-Rim aus dem Drumcenter Köln überhaupt kein Problem war). Jetzt wird es wieder mit Freude bespielt werden. Yeah!
Anschließend wurde dann noch in der Taunusanlage ein Kunstfoto zur Überschrift versucht und ein allererstes Pizza-Eis bestellt…

15 minutes of Cloud Rap

Mai 12, 2022

Bin am Dienstagabend eine Stunde geradelt, um 15 Minuten vom Konzert des Cloud Rappers Denzel Curry zu erleben. Hat sich gelohnt!

1. Mich interessierte vor allem der Sound: wie mischt der Tonmensch einer amerikanischen Produktion heute ein Rap-Clubshow?
Ich fand es angenehm bassig, mit der Stimme klar im Vordergrund. Erstaunlicherweise wurde das hochfrequente Trap-Geklapper in den Hintergrund verbannt.

2. Deswegen habe ich mich vom Platz des FOH Mischers entfernt, ah und plötzlich hörte ich die typischen, schnellen Subdivision Variationen immer deutlicher???
Letztlich kam sie von einem motivierten Dude hinter der Theke. Zwei Messer können klanglich ganz schön durchschneiden, zumindest sich in der rechten Hälfte der Frankfurter Union-Halle bemerkbar machen…

3. Für den Übertrag eines live-tauglichen Bassdrum-Konzepts merke ich mir: lange, boomige 808 Kicks sollte nicht polyphon getriggert werden und gehören in die Mute-(oder Sidechain-) Group mit der Snare (also von deren Akzenten stummgeschaltet). So wird der Matsch elegant umfahren.

4. Die Masse hüpfte, schwitzte und war glücklich. Konzertziel eindeutig erreicht. Dennoch finde ich persönlich das Gebinde Rapper plus DJ für den Konzertrahmen nach wie vor dürftig und ganz schön langweilig. Wenn dann der DJ auch noch in jedem Track den immer gleichen (zudem schmerzhaft lauten) Pistolenschuß abfeuert, bin ich dreifach genervt: das ist nicht nur unkreativ und unmusikalisch, der Aufmerksamkeit generierende Effekt nutzt sich auf diese Weise rasant ab. Hey, und warum immer: Waffen?

wieder mal Juicy Fruit Vibe… aber eins a Hook Gesang, super Outro Move – finde ich ich

Zum Abschluß noch der Top-Steve-Gadd-Break aus Mark Colbys „Serpetine Fire“ (1978)

50 Snares to leave your Lover

Mai 11, 2022

hey, es gibt ganz schön viele bzw. ganz viele schöne Snaredrums…

böser Blick?

Mai 9, 2022

Habe im folgenden Video ein paar Möglichkeiten zur Verkettung von Echogerät und Whammy-Pedal zusammengestellt:

Laut Online-Übersetzung bedeutet „whammy“ einen bösen Blick, dabei ist der Pitch-Parameter in der Geschichte der elektronischen und programmierten Beats ein kreativer Sonnenschein – weil hochmusikalisch wirksam!

Hoffnung ist Lebenskraft!

Mai 8, 2022

Wir können einiges in die Hand nehmen!

Jazz is our Democracy“ war eine gute Aktion! Bunt besetzt, interessante Gedankengänge, klare Aufforderung zum (Mit)Machen und dank des abschließenden Jams über sechs verschiedene Farben bzw. Begriffen mit der eindeutigen Botschaft: es kann hervorragend klappen. Wenn..

– wenn wir uns als Teil einer Gemeinschaft verstehen und dadurch auch immer wieder das eigene Ego, den vermeintlichen Masterplan oder die persönliche Wut hinten anstellen können.
Die Demokratie ist eine Form des politischen Lebens auf Basis der Gleichheit und Freiheit aller Bürger. Die Improviationsstragien des Jazz zeigen, dass es nicht nur ums Reagieren, sondern auch um das Ergreifen von Initiativen, ums Herauskommen, um ein risikobehaftetes Sich-Positionieren.
Diesbezügliche hat der amerikanische Arzt und Schriftsteller Oliver Wendell Holmes schon im 19. Jahrhundert eine anschauliche Formulierung rausgehauen:
>>Das Recht, meine Faust zu schwingen, endet, wo die Nase des anderen Mannes beginnt.<<

– wenn wir eine Aufgabenstellung oder Problemlösung nicht nur konventionell auf etwas binäres (also ein richtig oder falsch) zuspitzen, sondern auch die Zwischentöne respektieren. Wenn wir uns darüber freuen können, dass das Ganze mehr als die Summe seiner Einzelteile ist. (Synergie!)
Und wenn wir flexibel und offen bleiben, was unbedingt auch bedeutet Fehltritte zuzugestehen. Dazu Bertold Brecht: >>Wer A sagt, der muß nicht B sagen. Er kann auch erkennen, daß A falsch war.<<

– wenn wir vor lauter „wenns“ dennoch das Dogma vermeiden…

– last but not least: wenn wir uns in großer Not daran erinnern: Hoffnung hat nichts mit dem Vorhandensein von Schwierigkeiten zu tun. Hoffnung ist Lebenskraft!
(siehe taz Interview mit Vasilis Vasilikos, Autor des Romans „Z“ aus dem Jahr 1969)

Freude & Lächeln: auch immer gut!

Ach ja: zum Muttertag stelle ich noch das Rezept des sensationellen Erdbeerkuchens meiner Schwiegermutter ein 🙂