Solo bis die Meute jauchzt

Juli 7, 2022

Unter der Rubrik Drumsolo of the Day hier ein Energiepaket des damals 85 jährigen Roy Haynes.
Oder das einzige Crashbecken-Solo, das ich gut finde…
Es beschließt den Song (beginnt ab 9:23), aber wir müssen zumindest beim Kenny Garrett Ausflug einsteigen (ebenfalls eine positive Bombe):

Super auch, die wortwörtliche „Rückendeckung“ der Mitmusiker! Einheit, trotz Solospiel!

Hier die ursprüngliche „Steps – what was“ Aufnahme aus dem Jahr 1968, von Chick Coreas zweitem Album „Now he sings, now he sobs„.

Showroom

Juli 6, 2022

Ich war gestern mal wieder in Gutenstetten. Der Dorfname ist Programm und die Meinl Besuche sind zwar selten, dafür immer äusserst inspirierend!
Und so ließ sich einiges erledigen: das Cover Foto für’s neue Buch, Zukunftspläne schmieden, Schätze aus der Sammlung bestaunen, neue Perlen entdecken (quasi ein ganz persönlicher Meinl News-Day) und vielen super Geschichten lauschen .
Da der Blog ja auch ne Art Notizblock ist, schreibe ich jetzt mal die Showroom-Highlights nieder:
Völlig umgehauen hat mich der ausgewogene, warme und weiche Klang der Tama Star Reserve Hand Hammered Aluminium 6,5 x 14 Snare. Was ein Kunststück!

Und wenn gerade das nötige Kleingeld für die ganze Trommel fehlt, könnten die „stick saverMessing-Spannreifen ein sinnvolles Invest für meine geliebte S.L.P. Alu-Snare sein.
(mehr zum Thema Spannreifen hier im bonedo-Artikel von Max Gebhardt)

Das True Tone Training Kit hat mich überrascht, nicht als leises Übungsschlagzeug (was es zweifelsohne ist), sondern als authentische Roland CR-78/TR-808 Akustikvariante (Snare & Toms).
Horch:

Die Foot-Cabasa ist immer wieder ein Magnet im Percussion-Dschungel der Vielfalt und bezüglich der Beckenneuheiten melde ich mich im Sommer nochmals…

Hey, und wer mit dem Gedanken spielt ein größeres Hängetom zum Standtom umzubauen, dem sei folgender Tipp von Stephan Hänisch weitererzählt: neben der Floortom-Rim Idee, gibt es die einfache Möglichkeit drei dieser Tama-Klammern (Hoop Grip MC8) am unteren Spannreifen zu befestigen.
A propos fettem Sound: das 16″ Concert Tom klingt fantastisch…

Dass ich schließlich noch Micha Buchners X Cajon für ein (erstaunlich oft geschautes) Tik Tok Filmchen betrommeln durfte, rundete den Ausflug perfekt ab!

@meinlpercussion_official

Replying to @nettek1 here‘s how you play it correctly #cajon #percussion #howto

♬ original sound – MEINL Percussion

die ganz großen Kisten

Juli 1, 2022

Hurra! Es konnten wieder knapp 1000 Euro an die Ärzte ohne Grenzen weitergeleitet werden,
dank der von Robert Lang gestifteten Supraphonic Snare, diverser verkaufter Mini-Bücher und dem spendenden Publikum beim gestrigen Rubow & Leicht Gig.

In diesem Fahrwasser habe ich nun auch mein Lager-Süd neu sortiert und würde folgendes Equipment auf meinen Spenden-Flohmarkt stellen – name the price & pick up item!

1. zwei meiner Flightcases
a. 22″ Kick und kleines Fach für Felle oder Becken
b. Hardware, sowie Unterteilungen für 14″ Tom, 2x 14″ Snare, e-Pads

2. e-Pads
a. ddrum4, befellbar und mit XLR Out (2x 10″ Tom, 1x 12″ Snare)
b. ein hierzulande seltenes Hart Multipad aus den USA (6 Pads mit Monoklinken-Out)

3. schwarze Meinl Playbackbecken 🙂 Hihats, Crash, Ride aus Plastik

rein ins Werk!

Juni 29, 2022

Am Donnerstag, den 30. Juni findet sich das Rubow & Leicht Duo im krass renovierten ono2 ein (ich vergebe direkt mal eine Spielstätten-Design Medaille).
Wir beginnen um 21 Uhr, der Eintritt ist frei (aber ihr dürft gerne für humanitäre Hilfe spenden, vor Ort oder dort).
Falls der Kunsthunger groß und/oder der Tag superheiß sein sollte, empfehle ich für die Anreise einen Zwischenstopp im Portikus-Museum um die Ecke. Denn für die aktuelle Installation von Asad Raza wird das Gebäude mit Mainwassergeflutet. Die taz schreibt unter Überschrift „rein ins Werk“:
>>Durch drei Rohre fällt das Flusswasser in den Ausstellungsraum, sprudelt durch Filter in einen Bachlauf, der am Ende hinabfließt und schließlich wieder aus dem Haus hinausführt, zurück in den Fluss. Man kann hier nicht nur im Wasser waten oder es durch die Hände rinnen lassen (erstaunlich warm temperiert), sondern das gefilterte Flusswasser auch trinken (erstaunlich wohl­schmeckend).<<

Hier noch ein passender Energieschnipsel vom letzten Gig, neulich:

PS. Der Portikus ist bis 19h geöffnet – auch dort ist der Eintritt frei. Und es gibt dort ja nicht nur die Raza Installation zu befühlen, sondern auch den immer wieder schönen Lichtbogen „Light Lab“ von Olafur Eliasson!

PPS. auf der Suche nach einer geeigneten Spendenbox bin ich über Levis alten Sparelefant gestolpert, diesen schicken Sparhelfer aus meinem Geburtsjahr (1972), der über seinen äußerlichen Reiz hinaus auch noch auf den Namen DRUMbo – ein Kofferwort aus Dresdner (Bank) und Dumbo (der Elefant) –
hört.
Der Legende nach wurde er von Luigi Colani designt – aber das stimmt gar nicht…(Bernd Diefenbach war’s).

Vision, Geduld und Technik

Juni 28, 2022

Als Drummer zu den Gigs mit Bahn und Klapprad? Geht! Immer besser.
Ist dazu klimafreundlich und auch immer leicht abenteuerlich.
OK, ein wenig Selbstbeschränkung beim Packen (und der spielerischen Ausrichtung) muss sein, Absprachen im Vorfeld mit dem Veranstalter bzw. den dir gewogenen Endorsement-Partnern ebenfalls –
aber dann steht einer gemütlichen Fahrt (mit Zeit zum Lesen, Hören, Ausruhen) bzw. erfrischendem Fahrtwind im Gesicht, eigentlich nichts mehr im Wege.
Ein Hoch aufs Kwiggle, ein großer Dank an Tama (und Stephan Hänisch) für 25 Jahre voller bester Unterstützung!

So versüßte mir Stefan Zweigs „Schachnovelle„* die Gedanken während der Anreise, auf der Bühne entdeckte ich bei Julian Feuchter – hey, Drumset-Sharing zweier Kapellen auch gut – diesen Ablage-Trick, bei dem eine König & Meyer Ablage einfach ans Standtombein geklemmt wird. Super!

* Die Schachnovelle, die folgendermaßen beginnt:
>>Auf dem großen Passagierdampfer, der um Mitternacht von New York nach Buenos Aires abgehen sollte, herrschte die übliche Geschäftigkeit und Bewegung der letzten Stunde. Gäste vom Land drängten durcheinander, um ihren Freunden das Geleit zu geben, Telegraphenboys mit schiefen Mützen schossen Namen ausrufend durch die Gesellschaftsräume, Koffer und Blumen wurden geschleppt, Kinder liefen neugierig treppauf und treppab, während das Orchester unerschütterlich zur Deck-show spielte.
Ich stand im Gespräch mit einem Bekannten etwas abseits von diesem Getümmel auf dem Promenaden-deck, als neben uns zwei- oder dreimal Blitzlicht scharf aufsprühte – anscheinend war irgendein Prominenter knapp vor der Abfahrt noch rasch von Reportern interviewt und photographiert worden. Mein Freund blickte hin und lächelte. »Sie haben da einen raren Vogel an Bord, den Czentovic.« Und da ich offenbar ein ziemlich verständnisloses Gesicht zu dieser Mitteilung machte, fügte er erklärend bei: » Mirko Czentovic, der Weltschachmeister. Er hat ganz Amerika von Ost nach West mit Turnierspielen abgeklappert und fährt jetzt zu neuen Triumphen nach Argentinien.«<<

Auf der Rückfahrt erfreute mich der Kenny Dope Mini-Edit von „Red Clay“ und von Marcel Römers Playlist, der erstaunliche Trommeltrack „Sangandongo“ aus dem Jahr 1970, u.a. mit Klaus Weiss, Keith Forsey und Udo Lindenberg hinter den Schlagzeugen:

PS. die Überschrift stammt ebenfalls von Stefan Zweig.

Dschinn – Jim The Jinn – Dschinn

Juni 26, 2022

Lese gerade den zweiten Roman von Fatma Aydemir und freue mich

– über solche Sätze, die für sich schon eine ganze Geschichte sind:
>>Tresor auf, Gefühle rein, Tür zu, zack, den Zettel mit dem Zahlencode aus dem Fenster des fahrenden Autos.<< (Seite)

– dass ich endlich weiß, was ein Dschinn ist (und somit vom DePhazz Hollywood Hit „Jim The Jinn“ ein wenig mehr verstehe)

Jetzt ab in Richtung Heimat und Gig mit Fola Dada, Joo Kraus und Martin Meixner in der Kirchheimer Bastion!

(die komplette Energiekurve lässt sich hier nachhören)

Groove of the Day

Juni 24, 2022

João Gilberto, >> the only non-Italian—perhaps the only person—ever to turn an Italian song into a worldwide jazz standard<<,  „Estate“ (1977)

Was für ein überraschender, minimaler Brush-Beat(loop) von Grady Tate oder Joe Correro.

Und dann entdeckte ich die von Joe Gibbs gemischte Instrumentalversion von Dennis Browns „Let me Live“ (die auf meiner CD „Campus Rock“ heißt). Also, der Dub of the Day. Mit krassen Full-Mutes, verschiedenen Echo-Chambers und ungetrübtem Sommer-Versprechen!

Elementares für Klassiker

Juni 24, 2022

Cool! Das Off-Beat Magazin hat in der aktuellen Ausgabe (Juni- September 2022) eine kleine Rezension meines Mini-Buchs abgedruckt:

Passend zum Thema trudelte heute eine Frage von Max Gärtner ein: >>Was wären deine Ratschläge, wenn du einem Klassiker sagen müsstest, was er alles können muss, um am Drumset stabil über die Runden zu kommen?<<

1. Freude am Schlagzeugspielen und gemeinsamen Musikentwickeln

2. Verständnis für die DNA von Songs, dann 
– einfache, aber gleichmäßige Beats („Buff Tschak“ reicht meistens völlig)
– stabiles Timing und eine dem Rahmen anpassbare Lautstärken (& Sound) Balance
– Abtrennung der verschiedenen Formteile durch Fill-Ins und/oder Beckenakzente, sowie einfache Groove-Variationen (also den Spannungsbogen mitgestalten)
– klares Einzählen (richtige bpm Zahl parat haben), ggf. den Schluß führen/mitgehen (cues geben/umsetzen)

3. Trotz Vorbereitung oder Leadsheet: flexibel sein, da Teamwork (Augen und Ohren auf!)

Rein technisch gesehen reicht eigentlich ein stabiler Beat und die für die Umsetzung songdienlicher Aktionen nötige Fähigkeit, den Rhythmusfluss durch einen Beckenschlag (oder Fill-In) zu unterbrechen, ohne dass das Gebilde dabei ins Schwanken gerät…Dass sich Groove Varianten recht simple durch eine leicht veränderte Orchestration bewerkstelligen lassen (beispielsweise Rimclick anstelle des typischen Snare-Sounds, Ridebecken statt Hihat usw.), ist eher einem bewussten Überblick über die Möglichkeiten und dem generellen Songverständnis geschuldet, als technischer Vorarbeit.
Insofern reicht eigentlich mein Drum Basic Kärtchen völlig aus (hüstel…)
Zu guter Letzt mein Übevorschlag: einfach zu Lieblingssongs dazu trommeln (und zusätzlich dazu, nachempfinden zu versuchen, was in der originalen Vorlage so passiert).

Geschützt: Poppe 230622

Juni 24, 2022

Dieser Inhalt ist passwortgeschützt. Um ihn anzuschauen, gib dein Passwort bitte unten ein:

Kelly watch the stars

Juni 20, 2022

Dank der Kombi aus edlem Spender (Robert Lang) und hilfreichem Käufers der Supraphonic Snare, kann ich zusammen mit den Einkünften meines Mini-Buchs weitere 800 € an Ärzte ohne Grenzen transferieren. Toll! ❤️
Alle andere Spendenbemühungen laufen selbstverständlich weiter, wobei mir zur Zeit die kreativ-gemütlichen Aktionen am besten gefallen: gemeinsames Eisessen oder Tischtennisspielen für den guten Zweck…