Archive for the ‘House’ Category

Revolution 909!

April 27, 2022

Gestern wurde – nach über 25 Jahren! – eines der großen Daft Punk Sample Rätseln gelöst, die Hook von „Revolution 909“ kommt offenbar aus Hannover
(vermutlich steckt dann auch noch eine kleine Prise Cheryl Lynn drin)

Hey, diese Entdeckung ist die beste Vorbereitung für den anstehenden Tanz in Mai. Den werde ich jammenderweise (Obacht beim Lesen: jammen, nicht jammern…) mit dem tollen DJ Michael Rütten und meinen beiden Fußballfreunden (und Jazz Montez Machern) John Vibrations (ebenfalls DJ) und Lorenzo Dolce (am Saxophon) begehen.
30.04.22 ab 21h Frankfurt, Achter

Wiederhole mich nur allzu gerne, dass das spontane Zusammenspiel mit einem DJ ein großartiger Zeitvertreib ist.

lilafarbener Sound

Dezember 19, 2021

„Very Peri“ bzw. ein triviales Pastellviolett ist die Farbe des kommenden Jahres und Julian Weber feiert die Rückkehr des musikalischen Albums.
Mir fällt gerade leider kein Lieblingsalbum für 2021 ein, dafür erinnere ich mich gerne an drei killer DJ Mixes, die mich kräftig bewegt haben:
1. Hans Nieswandts „Ringo Session“
2. Soulphiction plus yours truly
3. Henrik Schwarz „Core Mix 11

Ebenso toll wie das Album finde ich das Konzert. Und deshalb geht’s zackig und mit großer Vorfreude ab nach Rüsselsheim zum Netzer Konzert.

klein, mini und prächtig

Dezember 3, 2021

Schönes Bild gestern Abend: Ich war auf dem Weg zum Proberaum. Vom Innenhof in dem das Carsharing Auto abgestellt war, hörte ich laute Musik und sah einen rauchend tanzenden Mann auf dem Balkon, hinter der Fensterscheibe einen weiteren, mit halbaufgesetztem Kopfhörer, auf den Mix bedachten. Der Sound versprühte kühle Eighties-Vibes. Passte leider hervorragend zum Wohnzimmer als notgedrungener Club-Ersatz. Immerhin fand die Party noch statt.
Der Titel des kleinsten Frankfurter Clubs wurde schönerweise am Vortag meinem 6qm Bunker-Quartier zugesprochen. Von Andreas Neubauer.

Bevor ich in den digitalen (also noch intimeren) Club von Jazz Montez eintauche (die Frankfurter Veranstalter haben ihre im Sommer veröffentlichte Debut LP nun auch Netz-zugänglich gemacht), möchte ich noch geschwind von meiner Ampelbegegnung mit dem kleinsten Faltrad, dem Kwiggle, erzählen: Es passt ins Zugabteil, funktioniert als Flugzeug Handgepäck und lässt sich als Jobrad vergünstigt finanzieren… in Zukunft also nur noch den Beckenrucksack als Gepäckstück beim Reisen??

Under the Conditions

November 30, 2021

Neuentdeckungen.
Beim Reisen gibt’s immer viel Zeit. Also lese (und gegenhöre) ich den taz Artikel von Julian Weber über Musikduos als demokratische Bastionen „Aller guten Dinge sind zwei Das Duo ist die kleinste Gemeinschaft, um zusammen Musik zu machen. Vier packende neue Duo-Alben, vier unterschiedliche Modelle der Arbeitsteilung„.
In Tiflis lief deshalb bald nur noch das „Natten“ Album des Kopenhagener Duos Bremer/McCoy im Kreis, gerade erklingen LeRon Carson und Theo Parrish („Under the Conditions“).

Im Instagram entdecke ich Gunnar Olsen (@gunbuns) aus Brooklyn, der wohl ebenfalls gerne seine Drums elektrifiziert.

Mit Max Gebhardt (@maxbeatwerk) gibt es ein sehr charmantes Interview in der Reihe „9 Odd Questions for Music Gear Junkies“.

Ansonsten habe ich noch zwei von Drummern geschriebene Bücher auf der Liste:
Unter dem Pseudonym Maximilian Taler hat ein (von mir hochgeschätzter) Backliner einen 380 Seiten starken Roman veröffentlicht „McBrain – Ra(s)tlos durch die Welt„.
Und Martell Beigang haut sein viertes Werk raus: „Musik ist King“.
Chapeau!

PS. noch ein schönes Stilleben vom Fotografen Olaf Unverzart.
Motto: >>Ingenious people begin great works, industrious people complete them.<<
( Leonardo da Vinci)

Garage

September 27, 2021

Ich höre! Large Joints & The Great Gatsby:

(zuvor gab’s den Electronic Beats Blind Test // 1995-2000 UK Garage)
Das vorläufige Wahlergebnis steht und jetzt braucht’s dringend gute Ideen.
Chris Dave hätte schon mal eine, nämlich die Kombination aus Lochbecken und Junk Hat:

OK: Garage als Stil, Thinktank und Kreativ-Werkstatt oder tatsächlich als Automobil-Behausung. Und da Pit gleich Geburtstag feiert, hier ein Foto von der vielleicht bekannteste Einzelgarage Deutschlands, die Carl Benz im Jahr 1910 in Ladenburg errichtete.

Musik! (nochmals Chris Dave…)

Nobody loves Ringo

Juli 15, 2021

Das super Set von Hans Nieswandt muss mehrfach abgespielt werden: mal zum Tanzen, mal um dem Meister zuzuschauen 🙂

Optimal für den Blog: der Smith ‚N‘ Hack Track „For Disco Play Only“ mit den verstimmten Kickdrums, aber auch in puncto Shuffle gibt es heiße Grade zu entdecken.
Und die eingeflogenen Acapellas erinnern mich angenehm an unser gemeinsames Aufeinandertreffen anno dazumal.

das zweite „r“ für Roland?

Juni 9, 2021

Berufsschullehrer, „Rockin’ House“ Label-Manager, Pattern-Programmierer für die Roland TR-Geräte: Rodney Bakerr (mit dem schicken, künstlichem Doppel-R) war eine Legende. Letzte Woche ist der Chicago House-Pionier verstorben.
Also lasse ich nun seinen Sound erklingen, denke dabei über den Erwerb einer Behringer 909 nach und lese mir anschliessend nochmals in Frieder Butzmanns schönem Buch „Musik im Grossen und Ganzen“ jene Anekdote über die Suche des Grooves (auf Seite 27f) durch.

Why to jam with a DJ, what to add to complete tracks?

Mai 29, 2021

It’s about energy, it’s about interaction, spontaneous improvisation that leads to a unique experience, it’s about traceability, it’s about adding human factor, it’s about uniting acoustic and electronic approach, it’s about sweating and funk (contrary to Kraftwerk’s ideal of an electronic performance with drummers that don’t sweat), it’s about teamwork, it’s about the moment („im Präsens zu Hause sein“), it’s about energy!

And for us drummers it’s about opening the ears, about being totally concentrated and focused, about reacting, about learnig how the counterpart thinks, about flowing togehther, about anticipating things, about being risky, about being brave, about sometimes fearless taking the helm, about letting go… and above all: it’s about making music together.

We have a lot of vocabulary in our backpack that we could add to enhance the story and we just can think of some strategies in advance. Here some thoughts in relation to my jam with the Soulphiction mix:

– usually I would play a lot of four on the floor to this kind of tracks. But the kick pulse is already existing, so maybe I also consider playing around the programmed bass drum and double it only on selected parts.

– to tune the acoustic kick higher would also help not to compete with the bass frequencies of the playbacked music.

– thinking in frequencies also helps with your other instruments

– thinking of patterns as well: do I double what I hear (whole groove or some accents only) or can I fill some gaps of the existing beat? Complete drum groove or overdubbed percussions (or hybrid combinations of both ideas)?
According to the four on the floor question: do I need a backbeat all the time?
Or in a more radical way: beat or texture?

– thinking of attitude: flowing with similar shuffle degree or behaving like a complete different breakbeat that is layered on top?

– think of colours: what sound possibilities do I have? Only acoustic options (different sound zones, preparations, various stick materials) or also electronic instruments?
[I also like to using a full e-drum kit when jamming with a DJ, as I can route my output through his mixer and be nothing different than „a third record“ that he could tweak.]

– In my exampled I had the following sound options:
A. Four different cymbals: a main hihat (14“ Meinl Byzance Jazz), a deep and rough second hihat (18“ Anika Nilles Deep Hats) that also work as a beautiful ride, a thin crash (18“ Byzance Vintage Crash) for accents and swells and a 22“ Sizzle-China (Byzance Jazz China Ride) for textures or flow.B. Wood and dual sticks (with felt on the back side, VicFirth 5a and 5adt), (VF heritage) brushes and rutes (VF Remix Brushes), plus additional shakers (Meinl Caxixi & Luis Conte Shaker).
Meinl Waterfall and Chimes for special transitions. A cardbox clap for an optical „what’s this?“ effect…
C. Preparations. To dampen and reduce overtones: Meinl Waterfall on top of the hihat, BFSD Donut and Little Muffkopf for the snare drum: Meinl Dumbal for more electronic vibes on the snare. Last but not least: play with the snare strainer and put wires on and off.
D. Electonics: a Roland SPD:One Electro (for typical claps or noisy efx with a long reverb tail), Boss RE-20 for additional groove layers or dub effects. Both boxes can be tweaked intuitivley

– be aware of the arc of suspension (of the DJ, of your playing over a track, of your playing over the whole set), of breakdowns and drops, of pauses and silence, of air to breathe…

With both videos you get a full insight in my realization and you can watch me drumming and follow my brain working 🙂

My advice: grab a nice DJ mix, have fun while drumming along (and record your performance to analyze your trip with time distance) .
General advice from Billy Heart: »It’s not how many things you know, but how many ways you can play one thing«.

Hey and if you want to support the master’s family: the „go fund me“ page for Soulphiction will be continued until the weekend.

Musikmachen hilft

Mai 27, 2021

Den neulich verschobenen Duo-Gig mit Michel Baumann wollte ich unbedingt – wie ausgemacht – nachholen.
Gestern kam mir die Idee: Ich jamme doch immer schon gerne mit DJs (und habe dabei wohl am meisten über die Club Kultur gelernt), denn ich liebe Echtzeit-Überraschungen vielmehr als die Aufführung von Geprobtem.
Folgerichtig ist es nicht weniger frisch, frei und spannend, sich auf einen schon vorhandenen DJ-Mix einzulassen – OK, halt ein einseitiges reagieren.

Also bin heute Vormittag in den Bunker gefahren. Das Zeitfenster war knapp, aber hey, im Club oder auf Festivals gibt’s öfter mal nur ’nen Linecheck. Also wurde ein bisschen Elektronik aufgestellt (Boss RE-20 Delay und das SPD:One Electro), die Ausgänge direkt ins Leslie gestöpselt, damit ich nur ein Stereomikrofon (Aea R-88) aufbauen musste.
Rechner an, Kamera an und los.

Und es hat haargenau gepasst – obwohl ich im Anschluß vor lauter Adrenalin eine U-Bahnstation zu früh ausgestiegen bin, war ich dennoch auf die Minute pünktlich in der Musikhochschule.

Und es hat gut getan – trotz Einzelaktion intensiv wie ein richtiger Auftritt, mit roughem Bühnensound und ordentlicher Fallhöhe! Und immer wieder großartig zu spüren, wie man langsam, aber kontinuierlich das Gegenüber besser versteht, schließlich immer öfter erahnen, antizipieren kann, was als nächstes passieren wird…

Und es half beim Abschiednehmen. Ganz alleine war ich nämlich nicht – die Gedanken waren bei Dir.

Und vielleicht hilft es ja auch Michels Familie. Über diese Go Fund Me Seite könnte man sie aktiv unterstützen.

Für alle interessierten Drummer und Minimalisten, aber auch für die Bastler und Bedroom Producer (die an ein Soulphiction Tribute denken), gibt es diese Session auch noch ohne Konserve – drums only, to learn, enjoy or rip:

May The Funk Be With Ya

Mai 24, 2021

Es ist schwer zu ertragen, so gemein und fürchterlich: Michel Baumann ist gestorben.
Trotzt all dem Schmerz, schicke ich positive Energie und wünsche ein gute Weiterreise…

Schönes erinnern hilft!

Wir trafen uns erstmals wohl im Jahr 1999 dank des gemeinsamen Stuttgarter Labels „Pauls Musique„. Wir Netzer Jungs mit altbackenem Gitarre-Bass-Schlagzeug-Besteck, Du feinfühlig-elektronisch, doch irgendwie passten wir dennoch gut zusammen in die Future Jazz Schublade. Zur Pauls Zeit beschränkte sich die Zusammenarbeit auf gegenseitige Remixe: als Supatone elektrifiziertest Du uns gleich zwei Tracks – „Maiden Voyage (Flyby Remix)“ und „Deputy„, wir revanchierten uns mit einem akustischen Rework für die Yorulamenta Platte, den wir nach meinem Lieblings-Zootier, dem Albino-Gorilla aus Barcelona (Copito de Nieve) benannten. Ich habe den Mixdown mit Dir und Nik Reiff noch bildlich vor Augen…


Bis wir beide jedoch erstmals zusammen jammen würden sollte es noch 18 Jahre brauchen, dennoch war das gegenseitige Interesse und der Austausch immer da. Vor allem in meiner Stuttgarter Zeit kam viel elektronischer Input von Dir und Deinem Kumpel Bende, der bei Vinyl West jobbte.

Und als wir uns dann tatsächlich zum freien Spielen trafen war’s so selbstverständlich, als hätten wir’s schon zig mal zusammen gemacht.
Ich kopiere mal meinen damaliges Empfinden (und würde leidenschaftlich gerne den Mitschnitt dazu hören):

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»Das Rezept ist einfach: menschlich passende und musikalisch Gleichgesinnte anrufen, Treffen vereinbaren – jammen. Geschwind noch die Kabelwege klären, das Motto auf den Tisch und los!
Und dennoch war der gestrige Abend mit Michel Baumann (aka Soulphiction aka Jackmate) ein ganz besonderer. Seine Musik und seine Vibes tragen einen durch die Nacht, da bewegt sich mein Schlag-und Schüttelmaterial wie von selbst, ganz zu schweigen vom hüpfenden Herzen. Der Sound also immer deep, nie rückwärtsgewandt -um den schönen Flashback ins Pauls Musique Zeitalter kümmerte sich das Publikum -, schließlich noch der krönende Abschluß dank des grandiosen Anderson .Paak Remixes (von genau meiner Lieblingsnummer!), die mich im bouncenden, fünftaktigen Loopgewand sanft ins neue Musik-Jahr 2018 schubst: ya – ich freu‘ mich!«

Im Sommer 2018 kamst Du mit ins Bix, um unseren 20 jährigen Netzer Geburtstag zu feiern, und die „Stuttgarter Nachrichten“ resümierten >>So klingt der Herzschlag der Stadt<<.
Daraufhin schmiedeten wir Duo-Pläne, gemeinsame Gigs all around the world, von Roger’s Kiste bis Mutek.
Letztes Jahr wurden wir konkret, (mal wieder) Neues aufnehmen: Du schicktest Tracks, die ich mit Hihats und Snare erweitern durfte. Und Deine vier Ergebnisse („Burning Hampton“, „Crazy P – Barefooted SPs Original Mix“, „Minnie“, „U B there“) haben mich umgehauen! So dass ich für die Ankündigung unserer diesjährigen Live-Session gleich einen Schnipsel aus diesem Schatz verwendet habe:

Der Gig musste ja krankheitsbedingt verschoben werden, aber er sollte definitiv irgendwann nachgeholt werden.
Und genau das machen wir ❤️*


NACHTRAG: Pampa Records haben eine GoFundMe Kampagne gestartet – In order to at least take some of the financial pressure off the family – das ist gut!

NACHTRAG #2 * … gesagt, getan: