Prenez le temps de sourire

Januar 1, 2022

Heute vor 50 Jahren lächelte dank Franklin Loufrani erstmals ein gelbes Smiley-Rund vom Titelblatt der französischen „France Soir“. Auffordernd und ansteckend: Prenez le temps de sourire!
Eins a Motto auch für 2022, oder?

Und Wikipedia weiß noch schlau hinzuzufügen: >>1938 schrieb Ludwig Wittgenstein, dass durch einfach gezeichnete Gesichtsausdrücke flexiblere und vielgestaltigere Beschreibungen als nur durch Adjektive möglich seien.<<
Hi hi 🙂

I’m old fashioned and enjoy the silence

Januar 1, 2022

Nicht ganz Nyepi. Ich lausche thematische Oldies: „A lazy Afternoon“ (1979, mit Billy Harts „mulidirektionalem“ Drumming) und Depeche Modes „Enjoy the Silence“ (1990).

Bei „Mercy Mercy Me – The Ecology“ (1971) freue ich mich über den >>temple block struck with a rubber mallet with lots of reverb<< und denke über das Konzeptalbum im allgemeinen nach…

Derart motiviert wende ich mich dem Spielen zu, tauche in das Forschungsprojekt EMPAMOS ein, das Brett- und Gesellschaftsspiele analysiert, um motivierenden Spielelemente zu entdecken und motivationale Spielkonzepte zu entwickeln. 

>>Beim Spiel wird der Mensch auf unproduktive Weise kreativ<<
Heinrich Popitz (taz 31.12.21)

Hände runter, ich bin Frankfurter

Dezember 31, 2021

Auch wenn’s dieses Jahr öfter mal dunkel war, habe ich vorhin gecheckt, als ich völlig geblendet in die tief stehende Sonne radelte, dabei nichts sah und dennoch unbeirrt und zuversichtlich weiterfuhr, dass es offenbar gar nicht so schlimm ist, wenn man nicht alles sehen kann.
In diesem Sinne jetzt einfach noch eine Runde trommeln und mein Jahresausklangsalbum hören (Garbareks „Places“ mit dem tollen Jack DeJohnette). Alles wird!

Selbst wenn die beiden Tagesbilder diverse Vorsätze für 2022 vermuten lassen (teilen, Midi-Setups, klare Attitude und viel Kunst; Umweltbewußtsein und gigantomanische Ziele), will ich mir an diesem Silvester bewusst mal nichts vornehmen…let it flow…

Außer vielleicht den Programmpunkt „Wie Hip Hop nach Deutschland kam“ auf die to-watch-Liste schreiben (damit wäre auch der Kreis zur Überschrift geschlossen).

endlich Zeit

Dezember 25, 2021

In Viktor Martinowitsch‘ fulminant beginnendem Roman („Revolution“ Voland & Quist 2021) entdeckte ich den perfekten Feiertagssatz: >>Die Zeit ist so ein mieses, sprunghaftes Vieh, dass man sie am besten mindestens zu zweit totschlägt<<
Man könnte sich beispielsweise gemütlich Doris Akraps weihnachtlichen Artikel „Parfümiert Euch!“ vorlesen oder sich an einen schön großen Tisch setzen. Denn auch diesbeüglich hält die Weihnachts-taz einen schlauen Satz (von Jörn Kabisch) bereit:
>>Das Minimum ist aber für mich nach wie vor ein Tisch, der so groß ist, dass daran immer Plätze frei bleiben. Denn sie deuten auf das Potenzial, dass ein weiteer Gast noch eine weitere Perspektive haben könnte: auf das Essen, das Gespräch, die gemeinsame Situation. Sie versprechen: Die nächste Öffentlichkeit, die der Tisch stiftet, könnte schon wieder eine ganz andere sein.<<

Ach, endlich Zeit zu lesen!

w wie wohltuend

Dezember 24, 2021

Nachdem ich Arno Franks Artikel gelesen hatte, wurde eine top Mango zu meinem Lieblingspräsent für Freunde. Jetzt zu Weihnachten gibt’s einen Granatapfel.
Der hat uns täglich die Wintermüslis versüßt, lecker in den Tag geleuchtet, außerdem erinnert er an mich an Georgien. Gestern habe ich in einer Frankfurter Ladenecke zufällig noch ein Borjomi entdeckt, das sich dann zusammen mit Marc Johnsons „Love Theme from Spartacus“ passend dazu ausschenken lässt.

Lasst’s euch gut gehen, stay healthy, შობას გილოცავთ!

PS. Die knallroten, dennoch durchscheinenden Samenhüllen lassen sich am geschicktesten durch motiviertes Trommeln auf den Backen eines halbierten Granatapfels lösen – mit einem Pfannenwender geht’s natürlich auch.
PPS. >>Seit dem 21. Dezember kommen wieder hellere Zeiten. Im Iran wird die Wintersonnenwende als „Yalda-Nacht“ gefeiert, in der man traditionell Wassermelone
und Granatäpfel isst.<< (so Doris Akrap in der Weihnachts taz)

some incredibly over-the-top Tom Tom pitch-bend soloing

Dezember 22, 2021

Im Hintergrund lief das 1970er Idris Muhammad Album „Black Rhythm Revolution“. Während des Schlagzeugsolos in „Wander“ bin ich aufgesprungen, um direkt im Booklet nachzulesen, ob’s dort irgendwas über die beim Spiel verstimmten Trommeln nachzulesen gibt: >>…toward the end he introduces tuned tom toms so that a weird melange of sound is the result.<<
Im Netz lese ich über >>some incredibly over-the-top Tom Tom pitch-bend soloing<<, aber wie er es gemacht hat, weiß ich bis jetzt noch nicht (Rototoms? Meazzi Hollywood Multisound? Pearl Vari-Pitch Cannons)

Paul Beuscher Electro Jazz Kit (1930)

Dezember 21, 2021

Hatte ich neulich frech diesen Katalogeintrag als Anlass genommen, den Ludwig „Electric Drum Heater“ aus dem Jahr 1922 als das erste e(lectrified)-Drum zu adeln, entdecke ich jetzt eine sehr frühe strombasierte Umsetzung aus Paris. Das Musikhaus Paul Beuscher bot 1930 ein Électro Jazz Kit an, bei dem der linke Fuß auf drei Tastern eines elektrischen „Effektpedals“ Schläge auf Holzblock, Snare oder Becken auslösen konnte.

Bild via notsomoderndrummer

Letztes Jahr wurde irgendwo in der Welt noch ein funktionierendes Relikt aufgegabelt!

Foto: Bill Pamplin/notsomoderndrummer
Foto: Bill Pamplin/notsomoderndrummer

Erst deutlich später folgen dann der Meazzi Effekt Ansatz (Tronicdrum, 1968), das synthetische Drumset von Graeme Edge (1971) und all die aufgebohrten, trommelbar umgebauten Preset-Beatboxen von Wolfgang Flür („Elektroplattenschlagzeug“ 1973, Lichtschranken „Drum Käfig“ 1975) und co.

Water, Drones & Freeze

Dezember 20, 2021

Eigentlich wollte ich Gunbuns Experimente mit Echogerät und EHX Freeze Pedal verlinken („textured Drones“) und darüber berichten, dass ich zufällig zur Zeit auch mit einem Freeze Pedal herum hantiere, besser gesagt mit einem Hallgerät, das über eine schön musikalische Freeze Funktion verfügt: Eventides Black Hole.


Nun wird es erstmal nur eine Notiz, da mich Trilok Gurtus kreative Schlagzeugkunst an ein Triokonzert von 1989 fesselt:

1990 hatte mich das Album John McLaughlin „Live at the Royal Festival Hall“ schon völlig umgehauen, dass ich Jahre später sogar mal einen tollen Gig mit Kai Eckhardt spielen durfte, stimmt mich rückwirkend stolz, aber jetzt möchte einfach ein paar tolle Trilok Momente dieses Theaterhaus-Abends hervorheben:
– mit zwei Egg Shaker als Stockersatz, die virtuos über die Tempelblocks fliegen, beginnt das Konzert bzw. der Titel „Florianapolis“.
– natürlich, das Wassereimer/Hall Solo in „Mother Tongues“
– und generell: der besondere Setaufbau (ohne Bassdrum, mit Melanie Drums Tri Fantoms Drums und Cable Hihat), der mal sitzend, mal knieend, mal stehend bespielt wird; die fantastische Kombi aus Schlagzeug und Perkussion, die Verschmelzung von traditionell-indischem und jazzig-amerikanischem/europäischem Grooveverständnis, die zusätzliche Einbindung von Silbensprache und Mouthpercussion; wow!
Last but least: Triloks Technik, Gurtus Sound!! Hybrid trägt einen Namen…

lilafarbener Sound

Dezember 19, 2021

„Very Peri“ bzw. ein triviales Pastellviolett ist die Farbe des kommenden Jahres und Julian Weber feiert die Rückkehr des musikalischen Albums.
Mir fällt gerade leider kein Lieblingsalbum für 2021 ein, dafür erinnere ich mich gerne an drei killer DJ Mixes, die mich kräftig bewegt haben:
1. Hans Nieswandts „Ringo Session“
2. Soulphiction plus yours truly
3. Henrik Schwarz „Core Mix 11

Ebenso toll wie das Album finde ich das Konzert. Und deshalb geht’s zackig und mit großer Vorfreude ab nach Rüsselsheim zum Netzer Konzert.

Sugar Chat

Dezember 17, 2021

Wenig Text, dafür Musik: hier der Luminos W Remix eines Hattler Tracks.

A propos Luminos W. Am 21.01.22 feiert Peter Wölpl seinen 60sten Geburtstag in der Münchner Unterfahrt. Wow!

Im Hattler „Leftfield Cuts“ Album gibt es zudem noch weitere (bisher verborgene) Rubow/Hattler Kollaborationen zu entdecken: