drumming and dubbing the master-output

Januar 18, 2023

Hier mal die Idee mit einem Stereoplayback (Kabukis Track „Medusa“ vom aktuellen Album):

Am Donnerstag eröffnen wir eine neue Saison des „Temporären Elektronischen Salons“.
Diesmal mit Hans Glawischnig (Bass und Looper), Kabuki (Modular Synth) und mir als Drummer und Dub-Mixer.
Ich hatte neulich für ein Werkstattkonzert in der Offenburger Hochschule meine sagenhafte Superswitcher-Box entstaubt und erstmals damit den Master-Output beeinflusst, sprich den Gesamtklang vor seinem Weg zur Anlage gedubbed.
Mittels der „momentary Arcade buttons“ kann ich sowohl die Summe temporär stummschlalten, damit auch rhythmisch unterbrechen, als auch (mittels als „send“ konfiguriertem Knopf) ins Echogerät schicken.
Und genau diesen Ansatz möchte ich nun auch im DTES ausprobieren.
Also: Donnerstag, 19.0.23 ab 20.30h im Frankfurter Ono2 (fällt leider aus, Personalmangel wegen Corona…)

Und der Audio Disease SS1-Superswitcher im Großformat.

Im inneren der Box lässt sich jeder der vier Taster ruckzuck entweder mit Mute- oder Send-Eigenschaft bestimmen, also ob ein anliegendes Signal angeschaltet wird (und somit aus dem Ausgang geschickt wird) oder ob ein durchgeschleiftes Signal ausgedrückt wird.
Leider wird die Box nicht mehr hergestellt. Als Alternative, auch als Tool für weichere Cuts bietet sich das klassische Volume-Pedal an. Mit ihm kann sowohl stumm-gefadet oder eingeblendet werden.

Zu Ehren des kürzlich verstorbenen YMO Drummers Yukihiro Takahashi (Tama Superstar E-Drum Pioneer) sollte ich eigentlich auch noch irgendeinen analogen Drumsynth zum Konzert mitnehmen – mein Coron Drum Synce scheint mir sowohl klanglich passend, als auch Taxi-reisefreundlich.
Ich verlinke die 1980er Budokan Show des Yellow Magic Orchestras, an eine Stelle, bei der ein stattlicher Syndrum-Piuu zu meinen beiden Lieblingstracks („Nice Age“ und „Rydeen“) übereitet:

und noch ein Video seines Duos mit Steve Jansen (bei dem zufällig auch noch mein Fusion-Gitarren-Held Jimi Tunnell mitspielt):

aufgehende Halbmonde

Januar 16, 2023

Neue Impulse durch frische Farben, auf ein buntes Neues!

Um gestärkt die Auflistung der während des Urlaubs und in der letzten Wochen entdeckten Schönheiten anzugehen, lese ich mir erstmal den aktuellen Paris-Rundgang von Verena C. Mayer durch („Aufgehende Halbmonde„), ihre Suche nach dem besten Croissant:
>>Außen sollte es goldbraun und knusprig gebacken sein (sodass es eine nach Karamell schmeckende Kruste bekommt, die beim Reinbeißen aufs T-Shirt bröselt), innen luftig, weich und buttrig (als würde es im Mund schmelzen), keinesfalls aber speckig. Und das Wichtigste: möglichst viele hauchdünne Schichten, die so durchsichtig wie Seidenpapier und elastisch wie Kaugummi sind.<<

Jetzt schnell noch die passende Playlist erstellen und los…

Aus der „Verrückten Geschichte“ kopiere ich den Beitrag zu meinem (gleichaltrigen) Lieblings-Zähler:
>>1972: Graf Zahl (im engl. Count von Count) hat seinen ersten Auftritt in der Sesamstraße. Seine Zählwut ist
keine Erfindung der Show, sondern beruht auf europäischer Folklore. Demnach waren Vampire oft Arithmomanen, die alles zwanghaft zählen mussten.<<
Ebenfalls auf Twitter, DailyMann, Auszüge aus Thomas Manns Tagebüchern.
>>Hier twittert Katia Mann, weil Thomas‘ Tür zu ist. Erika ordnet.<<

Lesens- und überdenkenswerte Gedanken des Soziologen Philipp Staab:
>>Die Anpassung an das, was für die Selbsterhaltung der Gesellschaft nötig ist. Den Verlust zu betrauern, reicht nicht. Das große Menetekel ist der Klimawandel. Auch die Pandemie hat gezeigt, dass die moderne Gesellschaft ihre Steuerungsfähigkeiten überschätzt hat. Deswegen sollten wir aufhören, uns vorzugaukeln, wir würden noch in der Ära des Fortschritts leben. Das tun wir nicht. Wir leben in der Ära der Anpassung. Diese Anpassung ist nicht passiv, sie erfordert Handlungsfähigkeit. Psychoanalytisch ausgedrückt geht es darum, nach der Trauer das Realitätsprinzip zu akzeptieren und die Stärken des Ichs zu entfalten.<<
Zufällig hatte ich neulich in Jakob Arjounis „Magic Hoffmann“ folgenden Satz markiert:
>>Im Anpassen an veränderte Umstände war Fred fast noch besser als im Schmieden unumstößlicher Pläne.<<

Oh weh, und immer wieder Todesnachrichten von musikalischen Ikonen. Doch die vielen sozial-medialen Abschiedsbekundungen ähneln dem Leichenschmaus und helfen beim Verdauen der schrecklichen Überraschungen.
Darüber entdecke ich beispielsweise ein Schlagzeug-Solo von Fred White mit Echo (1979 aus dem Essener Rockpalast) oder Questloves Lieblings-Jeff-Beck-Break („Come Dancing„) sowie folgendes Vivienne Westwood Zitat aus dem Interview des SZ-Magazins:
>>Dieses Gewese um Schönheit wird immer unerträglicher.
Die Menschen sollten sich mehr anstrengen, weniger dumm zu sein, denn das würde sie am besten kleiden. Das empfehlenswerteste Accessoire ist ein Buch.<<

Apropos Jeff Beck: sein Vermächtnis des virtuosen Regelbrechens möchte ich hier nochmals gesondert erwähnen. Sei es das gefühlvolle Intonieren mit Fingern und Hebel, manuell eingeblendete Sounds („violining“), fragile Flageoletts oder Rock’N Roll (er) mit begnadeten Fusion-Virtuosen (seine Mitspieler).
>>Ich schere mich nicht um die Regeln. Vielmehr ist es so, dass wenn ich nicht in jedem Song mindestens zehnmal die Regeln breche, ich meinen Job nicht richtig mache.<<


Und hier noch ein Clip aus der „Guitar Shop“ Zeit mit stylisch-aktivem Terry Bozzio:

Schließlich noch etwas Gear-Talk:

Dan Mayo hat sich ein neues (kleineres) Reise-Effektbrett zusammen gestellt*, Ralf C. Mayer liebt das Vertigo VSE-4 PlugIn und Soungas vertreibt einen Klon des (durch King Tubby berühmt gewordenen) Altec 9069B High Pass Filters (Audio Merge KTBK-1B).

* Eria Synth Acidbox III und Fusionbox, Chase Bliss Generation Loss und Blooper, EHX POG2, Mattoverse TremStortion

Geschützt: Workshop HS Offenburg 11022023

Januar 15, 2023

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Froze Noise!

Januar 1, 2023

Laut vorlesen bringt’s!
Hello 2023, wir steigen wortwörtlich ein und lauschen das hochgelobte „Belladonna Garnish“ Album von Riley Walker, Chris Corsano und Andew Scott Young, laut Detlef Diederichsen „Eskapistischer Noise mit Smiley“.

Im Anschluss wird dann das „Trommel Talk“ Podcastspecial von Felix Krafft gehört, in dem alle Teilnehmer des vergangenen Jahre über ihren Lieblingssong sprechen.

Und hier meine „Sometimes“ Begegnung:

Neujahrswunsch

Dezember 31, 2022

Ideen, Ziele, Pläne. Zukunftsvisionen und Träumereien.
Antriebskraft!
Dann intensives Getrommel.
Gute Energie, auch um die Welt zu verbessern.

Das fände ich eins a.

Der prompte Idealzustand, wäre ein zu märchenhafter Wunsch. Kaum eine tradierte Fehlstellung lässt sich auf Anhieb optimieren.
Deswegen auch die Styropor-Schachtel aus dem tibetanischen Bistro…
Doch wenn wir uns immer wieder deutlich positionieren, aktiv mitarbeiten und geduldig-beharrlich dranbleiben werden uns kleine, aber konsequente Schritte helfen, ein empathisches und friedliches 2023 mitzugestalten.

Ich bin zuversichtlich!

PS. Der Soundtrack zum Jahreswechsel kommt von Patrice Rushens „Posh“ Album (1980). Vor allem die Schlußnummer „This is all I really know“ kommt aus der Dauerschleife ncht mehr raus…

a toy?

Dezember 28, 2022

>>A parallel can almost be drawn between the synth drum and a chinese cymbal. Struck once or twice at just the right point during a number, it can bring a different „colour“ to a passage or tune. Played incessantly (or worse, incorrectly) it is just tedious.<<

>>As far as electronics go, I just did a bunch of records using the Syndrum. I was one of the first guys to see the prototype of that. Jim Keltner, Hal Blaine and myself were using those in recording when the prototypes came out. Now, everybody is using them. That Carly Simon tune, Nobody Does It Better [1977], was one of the things I did using the Syndrum.<<
Jeff Porcaro in Modern Drummer July 1978

>>When I first got Syndrums, I used them on four records: a Boz Scaggs record [Down Two, Then Left], a Diana Ross record, a Leo Sayer record [Thunder In My Heart], and Carly Simon’s „Nobody Does It Better,“ which was the first record out with Syndrums on it. I did those four records in a one-month period. Right after that I saw a Ford commercial with Syndrums, and I threw up my hands and said, „Okay, that’s it.“ As soon as you hear something on a TV commercial, it’s Mattel. It’s a toy.<<
Jeff Porcaro in Modern Drummer November 1988

sicher, warm & friedlich

Dezember 24, 2022

Rein äußerlich, irgendwo zwischen Christbaumkugel, Lametta und sonstigem Weihnachtsglanz, passt meine Lieblingssnare nicht nur optisch bestens zum heutigen Tag. Denn die Kombination aus Alukessel und Messingspannreifen sorgt für ein warmen, runden und weichen Sound, der abgerundete „Stick Saver Hoop“ entschärft jeglichen Rimshot und verhilft uns SpielerInnen dadurch zu einem ausgewogenen Blending.
Schließlich noch doppellagiges Fell in der Farbe der Liebe

1, 2, 300

Dezember 22, 2022

Ein Gedanke:
>>Im Vergleich zu all unseren Entwicklungen in der Mechanik könnte ein Werkzeug wie eine Zange einfach scheinen. Ich habe den Geist, der sie erfunden hat, immer bestaunt. Um das Problem, das dieser Erfinder zu bewältigen hatte, zu verstehen, muß man sich den Stand der Mechanik vor Erfindung der Zange vorstellen. Der Gedanke, den Kreuzungspunkt der beiden gekrümmten Arme so zu fixieren, daß die zwei kleineren Stücke vorn sich entgegengesetzt zu den beiden größeren Stücken hinten bewegen und damit die Kraft des Mannes, der sie zusammendrückt, derartig vervielfachen, daß er den Draht durchzuzwicken vermag – dieser
Gedanke kann nur von einem Genie ersonnen worden sein. Gewiß gibt es heutzutage kompliziertere und bessere Werkzeuge, und es mag eine Zeit kommen, in der der Gebrauch der Zange und anderer ähnlicher Werkzeuge entbehrlich wird. Das Werkzeug selber mag außer Gebrauch kommen, aber der Gedanke dahinter kann niemals veralten. Und darin liegt der Unterschied zwischen einem bloßen Stil und einem wirklichen Gedanken.
Ein Gedanke kann niemals vergehen.<<
Arnold Schönberg „Stil und Gedanke“ (1950)

Zwei mal Mouthpercussion:
Moodymann „Your Sweet Lovin“ (2000)

The Specials „Gangsters“ (1979)

Sowie 300 Bucks minimum…wenn sich an die Richtlinie von der Deutschen Jazz Union zur Vergütung von Jazzmusiker*innen gehalten wird!

Viel Schönes also. Es darf geklatscht und getanzt werden.
Dazu ein vertrackter, aber schöner Pat Metheny Clap-Loop („First Circle“)

Danach, ab in den Club:

sieben Sachen

Dezember 21, 2022

Wenn ich mir zum Einschlafen nicht vorstelle wie ich mir die Gartenlaube von Margarete Schütte-Lihotzky als kombinierten Übungs-und Wohnraum einrichten würde, überlege ich, welche materiellen Dinge mir wirklich wichtig sind. Stand der Dinge: gar nicht viel!
Sprich, neben diesen sieben Positionen gibt es ganz schön viel Lametta und Ornamente, auch einiges an Überflüssigem…

Weihnachten darf kommen, gemütlich und schlank.

1. Ein bunter, warmer Schlafsack.
Ich schlafe so gerne, am liebsten lang, gemütlich und warm.

2. Langärmeliges Merinohemd, schützende Regenjacke, Badehose.

3. Laptop und Kopfhörer werden durch eine Internetverbindung zum Goldschatz.

4. Ausgleich und kreative Rampe: analoges Lesen.

5. Mein Matrjoschka-Reiseschlagzeug. Trommeln geht immer und überall, ich will aber vor allem Konzerte spielen.

6. Dank des goldnen Rings kann ich auch die Familie in die Liste meiner wichtigsten materiellen Güter reinmogeln. Sie ist neben dem Musikmachen – dennoch außer Konkurrenz – die andere große Lebensaufgabe, Quell und Halt.

7. Mist, das wichtige Freizeit-Set, bestehend aus Espresso-Kocher, Frisbee und Fußball habe ich vergessen zu malen.

Zum Schluß das beste, nämlich die großartige Erkenntnis: ich habe alles!

Ist das jetzt so ein iPhone-Moment? 

Dezember 20, 2022

Wie schade, dass die Seite des Chatbots ChatGPT aufgrund zu vieler Aufrufe (Hausaufgaben, Code-Programmierungsanfragen, kunstvolle maschinelle Gedichte oder unhöfliche und unverschämte Diskussionen?) nicht erreichbar ist.
Ich hätte gerne seine Meinung zur programmierten Beatästhetik, zu unreflektiertem Gedaddel oder der Relevanz von „stick twirling“ gelesen, hätte mich für seinen Drum Hero interessiert, selbstverständlich auch für sein Insel-Album.
(wird bei Zeiten nachgeholt).
Das Bild finde ich jedenfalls großartig (Quelle: Flavio Coelho/ Moment RF)  

Nachtrag: Dem Kollegen Felix Krafft hat ChatGPT ein Schlagzeug-Gedicht entworfen:

The drums, they pulse and pound 

A rhythmic, beating sound 

Their beat, it fills the air 

A force, beyond compare


The hands, they move with grace 

A blur of motion, in this place 

The feet, they pound the floor 

A never-ending, driving force


The drums, they speak to me 

A language, wild and free 

Their beat, it lifts me up 

A feeling, deep and pure


The drums, they are my life 

A passion, free from strife 

Their beat, it guides my way

A journey, bright and true


The drums, they are my soul 

A fire, burning, whole 

Their beat, it sets me free 

A spirit, wild and true.