die Mächtigen demaskieren, fixierte Identitäten zum Einsturz bringen und hinter Fassaden neue Wahrheiten zum Vorschein bringen

Juni 26, 2020

Klaus Walter schreibt im taz Artikel „Der Sieg der puren Vernunft und seine Folgen„:

>>„Es gab um die Pest eine ganze Literatur, die ein Fest erträumte: die Aufhebung der Gesetze und Verbote; das Rasen der Zeit; die respektlose Vermischung der Körper; das Fallen der Masken und der Einsturz der festgelegten Identitäten, unter denen eine ganz andere Wahrheit der Individuen zum Vorschein kommt.“ Schreibt Foucault 1975 in „Überwachen und Strafen“. Vom Übertreten von Verboten, vom Rasen und von der Vermischung der Körper handelt Pop seit eh und je. Pop will die Mächtigen demaskieren, fixierte Identitäten zum Einsturz bringen und hinter Fassaden neue Wahrheiten zum Vorschein bringen. „Let’s go crazy“ forderte Prince, Be­yon­cé war „Crazy in love“, „Break on through to the other side“ sangen die Doors, „Express yourself“ und „Fuck the pain away“ empfahlen Madonna und Peaches. Ein Detroiter Kollektiv mit dem sprechendem Namen Underground Resistance erschütterte die Welt mit einer neuen Musik: Techno. Underground Resistance verstand sich auch als Widerhall von Underground Railroad, das klandestine Schleusernetzwerk verhalf Sklav:innen zur Flucht aus den Südstaaten in den Norden.<<

Ich würde sagen: Auf geht’s!

Foot Claps

Juni 26, 2020

Wow, die neue Tama Sizzle Touch Drop Clutch bringt’s.
Egal, ob ich mit meinem linken Fuß ab und an einen Handclap triggern oder einen pulsierenden e-Kick-Layer addieren möchte, die Hihat-Schließung/Öffnung per Stockschlag funktioniert super smooth.

In puncto „Foot Clap“ möchte ich den Coron DC-890 vorstellen (dessen Zwillingsbruder mich schon vor Jahren aus einem Hamburger Schaufenster angelacht hatte).

Für mich ist dieser schmale 80er Kasten aus Japan eine der schönsten Stompboxes, sowohl optisch als auch funktionell: Der Taster, mit dem sich der typische analoge Clapsound auslösen lässt, läuft optimal leichtgängig. Parallel dazu kann man via Miniklinkenbuchse ein e-Pad zum Triggern anschließen. So dass, je nach musikalischer Situation bzw. getrommeltem Pattern, ein Klatschgeräusch mit  dem Fuß oder durch einen Stockschlag erzeugt werden kann!
PS. Weil ich selbst die Antwort auf die Frage der Stromversorgung nicht direkt finden konnte: Der Apparat benötigt entweder ein 9V Boss-Netzteil oder eine Batterie.

Ich werde mein künftiges Club-Setup wie folgt strukturieren:
Links neben der Hihatmaschine steht ein e-Kick-Pedal (Roland KT-10, FatKat, HatKat) dessen Triggerausgang zur AB-Box geschickt wird (Boss AB-2). Dort entscheide ich mich, ob ich elektronische Bassdrums (aus der Jomox Mbase01, Vermona Kick Lancet) oder liebe die Handclaps aus dem Coron tretend erklingen lassen will.

Aber hey, einfach rechts neben dem Kickpedal platziert, geht auch voll gut:

 

Blue Eyes – Brown Eyes

Juni 26, 2020

Ulf  wies im FB auf die “Blue Eyes – Brown Eyes” Schulstunde hin. Auch wenn mich ein Kinderexperiment, das aus einer Machtposition heraus geführt wird, zunächst schaudern lässt, sehe ich eine schmerzhafte Lernkurve, mit klarem, erfreulichen Resultat:
>>Diskriminierung und Rassismus sind erlernte Fähigkeiten. Es gibt keinen genetischen Code für Diskriminierung, Menschen werden nicht als Rassisten geboren, sie werden dazu gemacht. Und: Alles, was erlernt werden kann, kann auch verlernt werden.<<

>>Jane Elliott first conducted her famous exercise for her class on April 5, 1968, the day after Martin Luther King Jr. was assassinated. The classroom exercise was filmed the third time she held it with her third-graders in 1970.<<

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Juni 23, 2020

 

#nightoflight2020

Samba, Juju & Jazz

Juni 23, 2020

Drei Lieblingsplatten von Billy Martin:
BATUCADA „Escola de Samba da Cidade e Paulinho e sua Bateria“ (1966)
Großes Vergnügen und doppelter Lerneffekt, beim Zuhören und Dazutrommeln!

Eiert deutlich weniger als ich erwartet hätte… hüstel

King Sunny Ade And His African Beats „Juju Music“ (1982)

Das Album wurde übrigens von Martin Meissonier produziert, der auch für Tony Allen ein hilfreicher Anker wurde (es aber in den tiefen 80ern – zumindest für Allens Geschmack –  etwas mit der Elektrifizierung der traditionellen Instrumente übertrieben hat).

Jim Pepper „Comin‘ and Going“ (1982) (u.a. mit Hamid Drake, Danny Gottlieb Nana Vasconcelos, Scofield)

 

Petition 111001

Juni 22, 2020

Auch wenn ich davon ausgehe, dass meine Filterblase längst von (der Dringlichkeit) dieser Petition mitbekommen hat, weise ich darauf hin, dass nur noch bis Donnerstag mitgemacht werden kann (sollte – weil noch ein paar dringend benötigte Unterschriften fehlen); click:

Verlängerung und rechtssichere Ausgestaltung von Soforthilfen für Selbstständige

der mit dem Luxusgedächtnis

Juni 22, 2020

Beschäftige mich gerade mit dem Vater vom Deluxe Memory Boy, einem weiteren analogen Tap Delay.

Irgendwie klingt und reagiert jedes Eimerkettenecho anders, irgendwie jedes auf seine Weise schön. Mein Erstversuch mit dem EHX Deluxe Memory Man 1100 Tap Tempo hat sich jedenfalls bis tief in die Nacht gezogen. Ob’s an den Panasonic MN3005 Chips liegt, vermag ich nicht sagen…

Die Selbstoszillation beginnt bei mir recht spät, noch bis kurz vor 3 Uhr gibt’s lange, kontrollierte Delays. Anschließend – auch schön – das Feedback mittels der sechs Subdivison-Buttons zu einer Melodie umformen:

Ein Einschleifweg im Echogerät ist aber auch top! Hier die Kombi von Memory Man und leicht angezerrtem EQ (Boss GE-7) im Feedback Loop:

Abschließend noch ein (imaginäres) Familienbild der Analog Delay Bande:
Boss DM-100, Diamond Memory Lane (mittlerweile ausgezogen), JHS Panther Cub V2, Boss DM-300, EHX DDM TT

Why should guitar players have all the fun?

Juni 21, 2020

Gestern zeigte die JHS Pedal Show ihre Folge „Guitar Pedals for Drums“ und demonstrierte unter dem Motto „Why should guitar players have all the fun?“ fünf Effektverkettungen:

Der Transfer, Schlagzeugaufnahmen durch Gitarren-Effekte zu schicken, wurde schon von den Herstellern in den 1970er Jahren angeschubst, wie die folgenden Demonstrations-Schallplatten eindrucksvoll erklingen lassen:
Maestro PS-1A Phase Shifter (1972)


Lexicon Delta-T „Studio Applications of Time Delay“ (1976)

Schlagzeug relevant: In Tempo Spatial Shift / Time Delay

I live you

Juni 20, 2020

Gestern Abend ging’s (auch) um das 81er „What Cha‘ Gonna Do for me“ Album von Chaka Kahn. Später konnte ich kaum einschlafen, da ich mir den grandiosen Bass-Fill im Titeltrack ungefähr 5000 Mal angehört habe:

Bildschirmfoto 2020-06-20 um 14.32.38

Das Notenbild entstammt der Transkription von Stevie Glasgow, nachhören lässt sich die Anthony Jackson Performance bei 3.12′, den Vibe nachempfinden kannst du hier:

Auch Steve Ferrone trommelt den Song fantastisch, mit Pony Hihat Pattern und eins a Fill Ins. Er hat sich übrigens heute – genau eine Woche nach seiner Knie OP – wieder hinters Drumset gesetzt und freudig gezockt:

Mein Lieblingstrack des Albums (und mit dieser Rhythmusgruppe) ist übrigens „I know, I live you„, gerne auch im Danny Krivit Mix:

PS. Hier noch der schöne Ausschnitt des Jazz in Concert Interviews mit Anthony Jackson, in dem es um Musikmaschinen geht:

>>I’m old fashioned, and very idiolistic about that. My feeling is, I’ll outplay anybody using the machine or i’ll die. I don’t care. The day that the machine outplays me they can plant me in the yard with a corn, and I mean it, I’m very serious. I will not permit myself to be outplayed by someone using the machine. I’m just not gonna permit that.<<

Und trotz der klaren Worte geht es ihm letztlich um die Person die hinter Instrument oder Maschine steht. Solange es die Kreativität beflügelt, Musik bereichert = top! Hat Jacksonselbst ja wunderbar erfahren, als er sich 1973 bei Manny’s Music in New York einen Maestro Phase Shifter PS-1A besorgte, obwohl ihn der Verkäufer nachdrücklich warnte, dass das Teil nicht mit dem Bass funktionieren würde.
Dank Vision stur geblieben, zack, mit dem O’Jay’s Hit, „For the Love of Money“ Bass-Geschichte geschrieben.

Gatekeeper & Gapclicks

Juni 19, 2020

Schöne Geschichte, die Anekdote zu Chaka Khans „Night in Tunesia“ (1981)

Unschöne Geschichte, dass diverse Musikmagazine schwer in Not geraten sind. Der Spex Online Redaktion wurde offenbar gekündigt, Groove und JazzThing brauchen dringend rettende Abonnenten! Und der großartige Sticks Chefredakteur Axel Mikolajczak geht bald in den Ruhestand (was ich mir gar noch nicht vorstellen kann…)
Hey, wir brauchen doch die lässigen Gatekeeper!!! Die Guten, die uns an der Hand nehmen, uns durch den Dschungel der Vielfalt führen, uns informieren, mitreißen…

Schöne-schöne Idee: die Gap-Click App von Benny Greb! Endlich gibt’s ein simples Metronom, in dessen Puls sich u.a. Lücken programmieren lassen. Diese Option wird nicht nur Hiphop Nerds begeistern, sondern auch die Freunde der „Inner Clock„.