gut zu Mitmenschen und zum ­Planeten

September 23, 2019

>>Detroit-Techno, wo ich ursprünglich herkomme, hat immer eine positive Zukunft verhandelt. Die Apokalypse war im bankrotten Detroit ja bereits eingetreten, es gab keine Infrastruktur mehr. Wir mussten vorwärts schauen, um es für uns erträglich zu gestalten. Diesen Optimismus will ich weitergeben. Ich bin kein Hippie, aber: Gut zu den Mitmenschen und zum ­Planeten sein, kostet keine Energie.<<
Richie Hawtin in der Klima-taz vom 20.09.19

the secret ingredient

September 22, 2019

Mein Freund Markus Birkle hat mir gestern „That Pedal Show“ mit dem Radiohead Gitarristen Ed O’Brien empfohlen (der sich mit vielen Tretminen vor allem um Texturen, Soundkaskaden und Live-Looping kümmert).
Aussagen wie „EHX Memory Man – the god pedal“ oder „the first thing you’d buy is a delay pedal – […] before a distortion pedal“ werden direkt abgetippt…


Und dass die Band keine Lust darauf hat, sich in einen Jukebox Modus zu begeben und  Konzerte eintrainiert und durchgecheckt abzuspulen, dadurch Risiken mit spürbarer Fallhöhe in Kauf nimmt, die letztlich aber ganz gut vor routinierte Langeweile schützt, reizt mich sehr.

>>You’ve got to rehearse, but you’ve also to be able to laught at a car crash – […] we are human beings… >> (25.08’)

Und so schaue ich noch ein Konzertmitschnitt an  (live in Arras 2017 mit zwei Drummern – Philip Selway und Clive Deamer).

 

>>«In the last Radiohead tour,» says Phil Selway, «I was joined by a second drummer, Clive Deamer. That was fascinating. One played in the traditional way, the other almost mimicked a drum machine. It was push-and-pull, like kids at play, really interesting. You wouldn’t go there without the initial inspiration of a drum pattern. That approach was very much informed by drum machines.»<< Phil Selway and the evolution of rock drumming in the digital age

Jetzt noch zwei einen ältere Live-Schnippsel aus Paris (2001) und Glastonbury (2003, ab 1:08:20′), in denen man ganz toll sowohl Jonny Greenwood als auch Ed O’Brien beim Live-Looping beobachten kann. Jonny kümmert sich um Stimme und Schlagzeug, Ed ums Rhodes:

Zum Abschluß noch ein ausgedehntes Looper-Duo vom Bonnaroo Konzert (2006).

Diese Infos entsammen der Website „The King of Gear„, die noch einen weitaus tieferen Einblick ins Live-Looping-Geschehen von Radiohead liefert.

 

 

 

more than an accessory

September 19, 2019

much-more-than

Die Echoliebe ist groß! Aber die Teile können deutlich mehr als nur Mode und Attiude 🙂
Ich möchte sie mal vorstellen, meine elektrisierenden Freunde (von links oben nach rechts unten):
JHS „Panther Cub V2“, schmale Eimerkette mit Tap Tempo
– Boss „Delay Machine DM-300„, grandioses analog Delay aus dem Jahre 1980
Boss „Re-20“, Space Echo Klon und fester Partner seit Jahren
Red Panda „Particle 2“ granulares Kuscheltier (bei Binkbeats entdeckt)
Strymon „Dig“ digitales Dual-Delay und Hingucker
Keine Delay „Teil1“, mein personalisiertes Schweizermesser

Klaro, dass ich die Delay-Kistchen hauptsächlich beim Trommeln verwende.
Aber heute Mittag werden selbstverständlich alle Geräte angeschlossen, die Mikrofone in Richtung Opernplatz gerichtet. Denn die „Friday for Future“ Bewegung kann jedes Echo gebrauchen!

Missin‘ Persons Bureau

September 18, 2019

Das „Missin‘ Persons Bureau“ sollte keine Schwierigkeiten haben, mich zu finden:
sommerlich gestimmt, korrektes Shirt, Umhänge-Echo:

Bin ja aber eh nicht verschwunden, nur unterm Kopfhörer:

Womack & Womack ‎“MPB (Missin‘ Persons Bureau)“ Frankie Knuckles Paradise Ballroom Mix (1989)

Executive „Celebrate Your Love“ (1984)

Jersey Street Allstars – Burnin‘ (2003)

Steven Wobblejay „Too High“ (2018)

„A Tribe Called Quest“ Live in der Letterman Show 1992. Hey, wer trommelt denn da die e-Percussion auf dem SPD-8?

Achtung jetzt die 180 grad Wende hin zum Anspruchsvollen: Cory Arcangel interpretiert im Folgenden „Die drei Klavierstücke op. 11“ von Arnold Schönberg – >>ein Fundament der modernen Musik<< – mit Hilfe seines Codes Gould Pro und einer Menge von Katzenvideos erstaunlich bunt:

Und zum Abschluß noch das – ebenso von Cory Arcangel – ins Steve-Reichsche liebevoll verdrehte Guns’n Roses Gitarren Intro zu „Sweet Child o Mine“:

von Echo gewordenen Fledermäusen

September 17, 2019

Das Echo-Buch ist so gut wie geschrieben, der Netz-begleitende Teil längst angelegt, aber der Ideen-Pool für die Umschlagseite ist immer noch eine große Bastel-Baustelle.
Immerhin beruhigt das Herumkritzeln…

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Watch out for: „Echodrumming – anders trommeln dank Strom & Effekten“

sidechaining…

September 16, 2019

Mike Dalitot: „I’m confident the history of music can be divided into ‚before sidechain compression‘ and ‚after sidechain compression‘. I think sidechaining is a perfect mirror image of what’s going on in society right now. It’s an analogy to a society of market criers. A struggle for survival of sounds. […]“

Stefan Goldmann: „Just like Facebook posts.“

Mike Dalitot: „Me! Me! Me! […] Sound design once freed you from thinking about harmonic relations, now sidechaining further frees you from arranging elements spectrally. Instead, a hierachy is established in which the kick drum is God. […]
This kind of sidechaining was theoretically possible sixty years ago. And it’s interessting that it became prevalent only now.

Stefan GoldmannPresets – Shortcuts to Sound“ (2015, The Bookworm, Seite 89)

Presets---Digital-Shortcuts-To-Sound

Die ungebrochene Anziehungskraft der Natur

September 16, 2019

Nachdem es mir im Sommer schon bestens in Kärnten gefallen hat, würde ich in der nächsten Zeit (bis zum 27.10.) gerne nochmals hin. Diesmal, um das Klagenfurter Fußballstadion besuchen, in dem Klaus Littmann eine gezeichnete Dystopie aus dem Jahr 1970/71 dreidimensional umgesetzt hat.

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Fotos von Gerhard Maurer, originale Bleistiftzeichnung „Die ungebrochene Anziehungskraft der Natur“ von Max Peintner.

PS. Das Stadion wäre selbstverständlich auch optimal für ein Netzer-Konzert geeignet – geht vermutlich nicht, da wir am 21.09. im Bix auftreten…

slow traffic

September 14, 2019

Passend zur IAA Sternfahrt, setzt sich Bennie Maupin aufs Rad und bläst für die gute Sache in sein Horn… #aussteigen

… und Arno Frank schreibt mit seiner „Geschichte des SUV – Design und Darwinismus“ eine amüsant-bittere Mini-Novelle über die Gallionsfigur der Gegner.

tell the truth

September 13, 2019

Im Nachklapp zum Moodymann Auftritt oszilliere ich zwischen einem Livemitschnitt von 1995 und der DJ-Kicks Compilation. Auf letzerer finde ich auch den Track, für den ich beinahe letzte Nacht das Handy herausgeholt und Shazam aktiviert hätte (Talc „Robot’s Return“), zudem  „Les Nuits“ von Nightmares on Wax, womit ein schöner Kreis um meine Sommererlebnisse gezogen wird.
Im abgetippten Redbull Academy Interview erfahre ich darüberhinaus, dass Kenny Dixon Jr. in den achtziger Jahren im Nachtclub seines Großvaters live getrommelt hat, sich selbst aber als lausiger Drummer einschätzt, umso mehr genießt er die persönliche Komfortzone im Club:

>>My live show is basically creating my own living space. I bring my home onstage. If I’m a DJ I play whatever the fuck I want to play […], behind turntables I can sit there and tell the truth.<<

Mir hat (neben seiner schicken Häkelmaske und den älteren iPhone-Hörern zum Mixen) vor allem gut gefallen, wie oft (und wie lange) Moodymann den Lo Cut des Mixers betätigt hat, um den wiedereinsetzenden Bass gerne nach dem offensichtlichen JETZT! noch weitere acht Takte herauszuzögern.

Als Gegenpol schaue ich mir jetzt die Blumenskulpturen und Lebensmittel-Collagen von Holger Niehaus an…

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… sowie die B-Seiten Tipps von Daniel Wang:

Binkstruments

September 13, 2019

Die Instagram Seite von Binkbeats gleicht einem Klangmuseum.
Was für ein interessanter Typ, der mit überbordender Kreativität, grenzloser Musikalität und einem Goldgräberinstinkt (gepaart mit einem vermutlich nicht unerheblichem monetären Aufwand) seine Grenzen auslotet und immer wieder Neues schafft!

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Auf einen anderen Zettel notiere ich die dort entdeckten „Special Effects“ (Earthquake Devices „Rainbow Machine“, Skychord „Cloudbuster“, Red Panda „Particle“).